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Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 11:44
von ExUserIn-2026-01-22
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 6. Nov 2018, 09:58 MM:: die Welt kommt mir weniger bedrohlich vor -> FM: ich werde zum richtigen Schisser
Hallo Laila,
warum fühlst du dich im Frauenmodus als "Schisser"? Das klingt für mich so ein bißchen danach, als würde es dir an Selbstbewußtsein mangeln. Ist dem so? Wenn ja, warum? Fühlst du dich von deiner Umwelt bedroht?

Jennifer

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 11:52
von Laila-Sarah
Hallo Jennifer,

Sehr schwierige Frage und ich kann nur mutmaßen: Vielleicht liegt es an der Theorie begründet, dass andere Gehirnhälften oder -Regionen die Oberhand haben und das daraus resultierende analytisches Denken vs emotionales Denken? Vielleicht liegt es am wenigen Lebenserfahrung von Laila. Sie ist ja weniger als 1 Jahr alt? Vielleicht am mangelnden Selbstbewusstsein. Ich fühle mich auch nicht konstant ängstlich und Bedroht sondern eher Angst empfindlicher, dünnhäutiger also verletzbarer.

VlG

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 13:37
von sbsr
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 6. Nov 2018, 09:58 Müsste ja heißen, dass ich z.B. bei einer steifen Familientreffen, Beerdigung, Business Gespräch oder Gottesdienst das selbe Program fahre wie bei einem CD Stammtisch. Wie schaffst du das nur ?
Genau so ist es. Ich habe nie behauptet, dass ich das schaffe, in den meisten Fällen schafft es mich eher. Ich wäre froh, wenn ich Svenja zusammen mit ihren Kleidern in den Schrank weg packen könnte.

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 15:09
von Vincent
sbsr hat geschrieben: Di 6. Nov 2018, 13:37. Ich wäre froh, wenn ich Svenja zusammen mit ihren Kleidern in den Schrank weg packen könnte.
Oder vielleicht den Mann?

Oder Du arbeitest daran Du selbst zu sein, immer, dich zu kleiden wie Du dich fühlst.
Sei mutig und gehe immer einen kleinen Schritt weiter, bis du an deinem persönlichen Ziel bist.
LG
Vinzent

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 15:35
von Laila-Sarah
sbsr hat geschrieben: Di 6. Nov 2018, 13:37 Genau so ist es. Ich habe nie behauptet, dass ich das schaffe, in den meisten Fällen schafft es mich eher.
Oh je. Ständiger Stress im Alltag ist auf Dauer überhaupt nicht gut für eine Menschen. Ich wünsche dir, dass du den Stress bald los wirst.

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 15:54
von Violetta Arden
Ich bin auch ich - in welchem Modus auch immer. Aber wenn ich als Gerda draussen bin soll es schon so fraulich wie möglich sein. Früher habe ich im MM Feinstrumpfhosen darunter getragen - seit ich Gerda mehr Gelegenheit geben kann verzichte ich darauf - ist meistens doch unbequem. Ich schaue auch im MM auf das Outfit der Damen und auch in den Geschäften fällt mein Blick in die weiblichen Abteilungen. Ich bin einfach ein Mann mit weiblichen Anteilen, die auch zum Vorschein kommen müssen.
LG Gerda Joanna

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 16:47
von Lea92
MichiWell hat geschrieben: Sa 3. Nov 2018, 22:59 Hallo zusammen,

da im Thread "Namensänderung - war das schon mal ein Thema für euch?" von Lady Jenifer zu lesen war, dass sie ihre männliche und weibliche Welt strikt trennt, wollte ich mal die von euch fragen,die nicht in Vollzeit als Frau bzw. Mann leben, ob und wie sehr ihr da trennt oder nicht, und warum.

Ich möchte gerne Eins sein .. nicht Zwei Leben leben, keine zwei Namen haben, und auch eigentlich nicht trennen. Dass ich es dennoch tue, ist einzig darin begründet, dass ich nicht komplett "geoutet" bin, und nach wie vor selbst bestimmen möchte, wer mich komplett kennt. Mir wäre nichts lieber, als so zu leben, wie ich mich gerade fühle, ohne darauf schauen zu müssen, mit wem ich gerade zu tun habe. Aber ich gehe seit Jahren in kleinen Schritten voran.


Liebe Grüße
Michi
Ich trenne schon ein Bisschen, aber auch nicht völlig. Ich habe nur eine Persönlichkeit. Ich fühle mich innerlich beiden Geschlechtern gleichzeitig zugehörig, meine Persönlichkeit ist eine Mischung aus Mann und Frau. Allerdings fühle ich mich unwohl bei dem Gedanken, als solche Mischung auch wahrgenommen zu werden. Also trete ich entweder als Mann oder als Frau auf. Das bezieht sich dabei aber auch nur auf die Klamotten und da auch nur auf die, die man sieht. Ich besitze ausschließlich männliche Unterhosen, denn schließlich habe ich einen Penis und auch Hoden und will die auch irgendwie verstauen. Das geht mit männlichen Modellen einfach am besten. Aber ich würde zum Beispiel keine Sweatshirt-Jacke über ein Kleid ziehen. Nicht, dass Frauen so etwas nicht täten, aber ich habe ja nun einmal den Körper eines Mannes und will, wenn ich ein Kleid trage, als Frau wahrgenommen werden. Da ist es am besten, das wenige an mir, das weiblich wirkt, zu betonen und das männliche zu kaschieren.

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Di 6. Nov 2018, 22:06
von Gaby Bergmann
Guten Abend zusammen,

ich möchte auch nochmal was dazu sagen, zumal mein Name zu der Thematik ja hier gefallen ist. ;)

Wie Ihr ja wisst, versuche ich, zwischen Mann und Frau für mich möglichst streng zu trennen. Das bereitet mir ganz persönlich Freude, und ich mag es, mir gefällt es, wenn der Kontrast zwischen diesen beiden Teilen meiner Seele möglichst groß ist. Der langweilige Typ mit seinen gemeinhin als "typisch männlich" angesehenen Interessen und Hobbies auf der einen, das (wie auch immer) Mädel auf der anderen Seite.

Das war nicht immer so. Früher, als ich wesentlich weniger Möglichkeiten (und vor allem eigenen Mut) hatte, die Frau auszuleben, habe ich viel mehr weibliche Attribute (vor allem Kleidung) möglichst dezent in den männlichen Alltag gemischt. Mal eine Leggings oder Strumpfhose unter der Jeans hier, eine offen getragene Leggings (dann bitte zum Sport/Laufen), ein möglichst neutrales Tuch da, oder eine engere Hose etwas hochgekrempelt... Es war besser als nichts, wenn keine andere Möglichkeit bestand, aber wirklich zufrieden war ich damit für mich nie. Das mache ich heute gar nicht mehr.
Umgekehrt, also "männliche Sachen" in die weibliche Seite eingemischt, habe ich nie, denn dadurch geht ja mühsam aufgebaute Weiblichkeit verloren. Cismädels sind da eben im Vorteil, die sehen immer noch weiblich aus, auch wenn sie beispielsweise eine Hose aus der Herrenabteilung anziehen.

Der Weg zum heutigen Status war lang und wahrlich nicht immer einfach, ich denke, das kennen hier wohl viele. Ich bin jedenfalls froh und glücklich, die Frau nun so auszuleben, wie ich es aktuell mache. Stand heute soll das auch so bleiben und nicht weiter in Richtung "immer Frau" gehen, Ihr wißt schon, was ich meine.

Der "Boyfriend" ist bei mir vor allem ein sprachlicher Gag, der mir eines Tages einfiel, ich lustig fand und daraufhin beibehielt.
Ich ganz persönlich mag halt die Begriffe "Frauenmodus/Männermodus" nicht. Ich bin keine Maschine, die die Betriebsart wechselt. Auch Begriffe wie enfemme oder enhomme sagen mir ganz persönlich nicht zu, ebenso wenig wie "ich habe dasunddas als Mann oder dasunddas als Frau erlebt". Mit mir und dem Boyfriend, das finde ich lustig, mir gefällt es, und ich verwende es gerne mit einem Augenzwinkern, das ich nicht immer mit dem entsprechenden Smilie unterstreiche, aber eigentlich immer gemeint ist. Wer das auch lustig findet, freut mich, wer es nicht mag, auch gut, es muß ja nicht jeder oder jedem gefallen. Eine gespaltene Persönlichkeit bin ich deswegen sicherlich nicht.

Wenn ich unterwegs bin, als was auch immer, habe ich auch nicht den Boyfriend oder die Gaby in der Tasche dabei (auch wenn das, rein physikalisch betrachtet, schonmal vorkommt). Nein, ich ziehe mich als Mann oder als Frau an, so wie mir gerade ist und/oder die Gegebenheiten es eben ermöglichen. Ich leide keine Not als Typ, ich werde nur knatschig, wenn ich nicht ab und an das Mädel ausleben kann. Ich bin es immer, aber ich lebe es eben nicht immer aus. (smili)

Und abschließend: ich fühle mich weder angegriffen, noch rechtfertige ich mich, noch möchte ich, dass sich irgendjemand angegriffen fühlt. :)p

Liebe Grüße
die Gaby. (moin)

Re: Warum trennt ihr ... oder auch nicht?

Verfasst: Mi 7. Nov 2018, 08:43
von Joe95
Ich kann mir eine solche Trennung nicht mal vorstellen.
Da ist diese Sache mit dem männlichen und dem weiblichen Namen. Ok, den männlichen hatte ich schon immer, irgendwie muss man das Kind ja rufen können.
Meinen wirklichen Namen hab ich erst etwa zwanzig Jahre später bekommen, der beschreibt wer oder was ich bin. Diesen Namen benutze ich auch weiterhin, vielleicht dann "die Joe" anstatt "der Joe". Das ich mir einen femininen Namen dazu gesucht habe ist nur für die Papiere. Entschieden habe ich mich dazu als ich danach gefragt wurde, für einen Arzttermin. Überlegt hatte ich mir den im Hinblick auf die (für mich noch sehre weit entfernte) Vä/Pä und weil ich mir in der nächsten Zeit einen Ergänzungsausweis zulegen möchte. Ich versuche mich an diesen Namen zu gewöhnen, aber so wirklich leicht fällt mir das nicht.
Was die Kleidung betrifft, Männerkleidung kann zweckmäßig / sinnvoll sein, ich mag sie aber nicht. Deswegen trage ich sie nur wenn ich einen Grund dafür habe.
Meine Empfindungen / Gefühle - tja, wie kann ich es ausdrücken... "sind immer gleich" stimmt ja garnicht, denn sie verändern sich ja ständig. Ich sage mal so, ich sehe keinen Unterschied in meiner Persönlichkeit, egal ob ich nun auf der Arbeit mit Männern zusammen Arbeite oder (relativ) hübsch gemacht shoppen gehe.