Bei so viel Feedback mache ich mal weiter.
Wird aber trotzdem in einzelnen Teilen kommen, da das WoEnd doch etwas länger war.
Da sitze ich nun im Auto, am hellichten Tag, komplett en femme und bin doch tatsächlich auf dem Weg nach Dresden.
Ein bißchen staune ich schon über mich selbst. Die Fahrt verlief unspektakulär staufrei. Ich stellte nur nach 80 Km mitten in der Pampa hinter Wittingen fest, daß ich weder was gegessen hatte, noch an etwas zu trinken gedacht hatte.
Also bei einem sehr dörflichen Supermarkt gestoppt, Maske auf und rein. Aufgefallen bin ich wohl nur, weil die Einheimischen anscheinend vergessen hatten, wie eine Frau im Kleid aussieht.
Ein paar Stunden später bin ich dann in Dresden im MightyTwice Hotel angekommen. Nun ging es also los, als Frau ins Hotel einchecken. Macht mal etwas Bauchflattern.
In der Lobby sah ich sehr schnell, das auch andere Besucherinnen dieses Events schon da waren. Es war wie im normalen Leben, in der Lobby sitzen und erst mal die Neuankömmlinge checken. Auf jeden Fall wusste ich nun, dass ich hier definitiv nicht verkehrt bin.
Auto geparkt, Koffer geholt, ab aufs Zimmer.
Das war übrigens mein Reiseoutfit, (Foto aus der "Generalprobe") ergänzt durch eine rote Lederjacke:
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Nachdem ich mich sortiert hatte, Ina angerufen und für später verabredet und runter an die Bar. Es gab schon viel zu sehen, viele der Teilnehmerinnen des morgigen Events waren in teils sehr interessanten Outfits anwesend. Mehrere auch mit Partnerin. Mir war nun klar, dass dieses Hotel an diesem Wochenende weitestgehend zu einem TG Refugium wird. Hier bist Du sicher, dachte ich mir. Wenn ich da schon gewußt hätte, was der Abend für mich noch in petto hat, ich hätte mich versteckt.
Nachdem wir uns dann getroffen und erst mal was getrunken hatten, sollte es zu dritt in eine Disco gehen. So 80er und 90er Musik, vermutlich älteres Publikum. Irgendie hatte ich eine Location erwartet, die TG tauglich oder so was in der Art ist. Die anderen beiden verfügten über sehr viel outdoor Erfahrungen und ich bin dann halt mal mit.
Zwei Stationen U-Bahn und dann suchen. So langsam stellte ich fest, dass wir uns in einem angesagten Party-Viertel mit ganz vielen Locations und noch mehr, meist jungem Publikum befanden. So langsam dachte ich - bis hierher biste gekommen, jetzt einfach rein ins Leben. (Ging ja auch nicht mehr anders)
Nach etwas suchen auch die Disco gefunden.
https://downtown-dresden.de/
Da stand ich nun, mitten unter ganz vielen Menschen in einer Dico im sogenannten "Mainfloor", da das 80er/90er Lofthouse noch zu war. Ein Erlebnis, dass ich auch als Mann schon kaum noch in Erinnerung hatte. Mein größter Momenterfolg war das Unterdrücken des einsetzenden Fluchtreflexes.
Bei den anwesenden Mädels war ein sehr gemischter Kleidungsstil angesagt, viele auch in Röcken/Kleidern. Wir fielen also damit schon mal nicht aus dem Rahmen. Die dritte im Bunde verabschiedete sich wieder, weil ihr das Publikum zu jung war. Und ich realisierte so langsam, dass wir nicht im geringsten Aufmerksamkeit erregten.
Ich konnte mir ganz normal ein Bier am Tresen holen, rumstehen, quatschen, gucken, trinken. Irgendwie als müßte es so sein. Selbst als ich mal zum Rauchen draußen im proppe vollen Innenhof war, wurde ich mal um Feuer gebeten, das war auch alles.
Ich verstand so langsam die Welt nicht mehr. Über was hatte ich mir bisher eigentlich Gedanken gemacht? Selbst das Gedränge in der Mädelstoilette war kein Problem. Und das, obwohl die allermeisten deutlich unter 30 waren.
Das Foto im vorherigen Post entstand dann in eben der Disco im abgeteilten Raucherbereich neben der 80er/90er Disco. In der ging es dann wirklich mit Musik los, die bei mir Erinnerungen weckte und echt Spaß machte. Und dann stellten wir fest, dass die Generation, die unsere Kinder sein könnten, dazu abging wie nichts Gutes. Es wurde langsam brechend voll. Da war das Bier holen im Gedränge vorm Tresen schon eine Aufgabe. Wir haben es noch lange ausgehalten, sind dann raus und haben uns ein Taxi zurück ins Hotel genommen. Ein letztes Bier am gerade schließenden Tresen im Hotel und dann ab auf Zimmer.
Damit war dann, nach dem nächtlichen Abschminken, der Tag vorbei. Und bei mir stellte sich die Frage, was das WoEnd noch so alles mit mir vor hat.
Wenns immer noch gefällt, dann gibt es den nächsten Teil über den Samstag.
LG Hilke