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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 14:15
von Kleine Ketzerin
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 00:27Ich hatte selten Probleme mit den "Strukturen" und das bisschen Schreibkram war alles im Nu erledigt.
Es geht nicht um "das bisschen Schreibkram". Es geht darum, dass hier in Deutschland die körperlichen Aspekte von "Transsexualität" vollständig zugunsten psychiatrischer Konstrukte vernachlässigt werden. Die Ärzte stehen Deinen körperlichen Problemen bestimmt nicht deshalb so rat- und machtlos gegenüber, weil hier in Deutschland
zu viel Forschung zu den körperlichen Aspekten von "Transsexualität" und deren Behandlung betrieben wird. Du steckst also mittendrin in Deinen Problemen mit den Strukturen, denn die Strukturen in Deutschland verhindern, dass für Deine Probleme Lösungen oder zumindest Ursachen gefunden werden. Um es mal deutlich zu sagen: Du wirst in diesem Land von der Medizin als geistesgestört betrachtet, deshalb nimmt man Dich weder ernst noch widmet man Deinen Problemen genügend Aufmerksamkeit und behandelt Dich dann in letzter Konsequenz wie ein kleines Kind, das einem mit seiner Nörgelei auf die Nerven geht. Diese Strukturen gilt es aufzubrechen, wenn man sich eine vernünftige Behandlung von trans Menschen in diesem Land wünscht.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 13:32... zu viel Scheiße erlebt und dann nen "Dachschaden" bekommen.
Den "Dachschaden" hattest Du offiziell bereits in dem Moment, in dem Du Dich erstmals einem Arzt gegenüber als "transsexuell" geoutet hast - mit den oben von mir beschriebenen Konsequenzen für Deine weitere Behandlung und den Umgang mit Dir während dieser Behandlung. Nochmal in aller Deutlichkeit: Man hat Dich nie ernst genommen, nimmt Dich nicht ernst und wird Dich auch nie ernst nehmen, weil man Dich wegen Deiner "Transsexualität" sowieso als "gestört" betrachtet. Und solange sich an dieser Sichtweise in der Medizin nichts ändert, wird es weiter solche "Fälle" wie Dich geben, für die man in der Medizin nicht mehr übrig hat als einen Tritt in den Hintern, wenn sie wegen einer gescheiterten Behandlung zu "nervig" werden. Macht Dich das nicht wütend? Und vor allem: Inwiefern hast Du an all dem Schuld?
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 21:24
von dunkles_sternchen
Nochmal zur Erinnerung: Ich wollte lediglich mit dem ersten Post ein paar Gedanken loswerden. Frauen machen das manchmal so ... die wollen nur mal reden. Hätte ich nach Lösungen für irgendwas gesucht, hätte ich das doch so gesagt. Die suche ich aber lieber bei professionellen Fachleuten - da ist man einfach besser aufgehoben und die erheben, im Gegensatz zum Laien - auch eine ausführliche Amnanese.
Ohne ausführliche, persönliche Gespräche kann man doch keinen Menschen und seine Lebensituation einschätzen. Und wenn man die nicht kennt, kann man auch keine Ratschläge geben. Ich merke nämlich, dass wir meilenweit alle aneinander vorbeireden und ich habe auch keine Lust mein ganzes Leben hier in Details darzustellen. Insofern belassen wir das mal an der Stelle.
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 22:08
von dunkles_sternchen
Ich sage mal so: Ich habe nichts gegen einen fruchtbaren Austausch. Aber Dinge wie "Ändere mal deine Sichtweise" könnten pauschaler nicht sein. Wenn das DIE Lösung wäre, könnte man morgen sämtliche depressiven Leute mit einem Schlag vom Leid befreien und auch viele andere Störungen über die Länge einer Mittagspause heilen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich jemand hier in meine Lebenslage hineinversetzen kann. Insofern muss man das jetzt nicht in überflüssiger Weise ausweiten.
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 23:54
von Michi
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 22:08
Aber Dinge wie "Ändere mal deine Sichtweise" könnten pauschaler nicht sein.
Hallo Sternchen,
ich versehe dich ja, aber Ist das nicht ein wenig überzogen? Die Mehrheit hat wohl vornehmlich geschrieben, wie sie das aus ihrer Perspektive angehen würden. Das sind erst mal nichts weiter als freundlich gemeinte Anregungen, die man auch ignorieren kann.
Da ich in der Vergangenheit auch schon über die nicht erkennbare Intention deiner Beiträge gestolpert bin, vielleicht ein kleiner Tipp: In Zukunft einfach "Ich will mich nur mal wieder auskotzen ... keine Ratschläge" o.ä. als einleitende Worte, wenn es schon in der Öffentlichkeit sein soll ... könnte Leid und Mißverständnisse auf allen Seiten vermeiden helfen.
Liebe Grüße
Michi
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Mi 1. Aug 2018, 00:13
von Inga
Hi, Sternchen,
sei gedrückt.
Liebe Grüße
Inga
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Mi 1. Aug 2018, 02:01
von dunkles_sternchen
Genau: Gut gemeint ist schlecht gemacht. Das ist ja keine Weisheit von heute Abend.
Ich beschäftige mich extrem viel mit Sozialpychologie und Psychologie im Allgemeinen. Streckenweise gibt es da ganze Abhandlungen darüber wie man als Individuum die Welt wahrnimmt, was da sensorisch und gedanklich passiert. Die Welt ist ja nicht so, wie wir sie wahrnehmen. Das, was wir meinen wahrzunehmen ist bereits ein geflterter Kontext. Und der wird natürlich auch davon bestimmt, was wir bereit sind wahrzunehmen und wie sehr unsere Aufmerksamkeit geschult ist.
Wir vergleichen uns ständig mit anderen Menschen. Jeder tut das. Das tun wir bereits ab Kindesbeinen, indem wir uns Verhaltensweise von anderen abgucken. Darum ist es auch so wichtig dem Kind das "Richtige" vorzuleben. Es wird später genau das weiterleben, was man ihm vorlebt und was es sich abgeschaut hat. Man vergleicht stets und ständig - das ist ein elemantarer Prozess der Gruppenpsychologie. In dem Glauben zu leben, man stünde über seiner Natur und die Instinkten mag vielleicht populstisch Anklang finden, ist aber natürlich völlig absurd.
Ich lebe eher bewusst in dem Wissen, dass ich da meiner Physiologie, als auch meiner Psychologie unterlegen bin. Das ist ja genau die Krux. Allein etwas zu wollen ist ja kein Garant dafür, dass sich Ergebnisse einstellen. Unsere leistungsorientierte Gesellschaft mag uns das so einimpfen wollen, aber es natürlich Unsinn. Die Natur kennt keinen Umsatz und Überstunden, Leistungsbereitschaft oder Wille. Und wenn jemand an einer Nebennierenhyperplasie leidet, helfen auch keine positiven Gedanken. Man könnte das unter Inkaufnahme hoher Risiken operieren, aber was bleibt, wenn sowas schief geht? Lebenslange Dialyse? Und wenn genetisch das Apfelmuster in der Fettverteilung programmiert ist, helfen auch keine korrekten Strukturen in der Behandlung von Transsexuellen.
Wenn ich eines in der Transition gelernt habe, dann das, dass man Dinge - auch zähneknirschend - akzeptieren muss und das unsere heutige Medizin weitesgehend bezüglich dieser Dinge in jeder Hinsicht machtlos ist. Wenn es nicht gegeben ist, dass man um die 20 beginnt, sollte man sich das wirklich überlegen!
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Mi 1. Aug 2018, 09:31
von Christiane04
Guten Morgen,
Wie immer ein differenzierter Beitrag von dir!
Auch ich befasse mich mit Psychologie, immer wieder, nicht nur in Phasen in denen meine Stimmung getrübt ist.
Ein Kernsatz, der mich oft trägt: wo ich bin, da will ich sein!
Heißt, das ich selbstbestimmt in der Situation, Arbeit, Urlaub , verheiratet etc. befinde. Ich bin nicht fremd bestimmt und dazu gezwungen worden diesen Zustand auszuhalten. In die Entscheidungen so zu leben sind natürlich vorher viele Überlegungen eingeflossen, aber sie sind nie unabänderlich.......es zwingt uns ja keiner. Das rufe ich mir ins Bewusstsein und das führt dazu , dass ich etwas Unangenehmes ruhiger u besser ertragen kann und mich überlegter dem Problem stelle.
Es ist nie zu spät etwas zu ändern!
Schönen Tag euch allen?
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Mi 1. Aug 2018, 14:45
von dunkles_sternchen
Kommt darauf an in welchem Kontext man die Fremdbestimmung definiert: Möchte man Teil dieser Gesellschaft sein, findet eine - für meinen Geschmack - extreme Fremdbestimmung durch die vielen Regelungen statt. Selbst wenn man ein eigenes Unternehmen hat, gibt es dermaßen viele Auflagen, dass von "Freiheit" keine Rede mehr sein kann. Und Konsumfreiheit hat für mich nichts mit Freiheit zu tun. Und auch nicht die "Freiheit" sich eine Arbeit "auszusuchen" - letztlich steht dann trotzdem der Zwang der 40h-Woche auf dem Plan und Wochenende ist, wenn alle Wochenende haben, nicht, wenn ich frei haben möchte.
Unser ganzes Leben ist durchgetaktet: Geburt, Kita, Schule, Ausbildung, Arbeiten, Rente ... alles nur monetär ausgerichtet. Und wenn man zwischendrin mal sagt: nö, bin mal für 5 Jahre in Australien, ist man hier in D "raus" und womöglich obdachlos, etc. - letztens erst einen Bericht gesehen. Wenn man keine Lust hat in diesem Land Geld anzuhäufen, hat man im Grunde schon verloren. Andere Lebensentwürfe sind nicht zugelassen - nur als extremer Aussteiger.
... aber das sind ganz andere Themen. Die beschäftigen mich aber auch.
Heute ist der Earth Overshoot Day 2018 ... interessiert keinen Menschen da draußen. Solange der Rubel rollt, ist alles gut.
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Do 2. Aug 2018, 01:26
von dunkles_sternchen
Kati_nx hat geschrieben: Mi 1. Aug 2018, 14:59
Nicht weil ich das noch mal aufwärmen möchte, aber um es noch mal zu untermauern: Dann würden Placebos ja auch nicht funktionieren.
Placebos funktionieren ja nicht, sondern lediglich der Glaube, dass es "richtige Medikamente" wären. Und wenn man sich da die Studien bisschen anschaut, so sind die Anwendungsgebiete doch arg beschränkt und die Nutzerberichte doch sehr uneindeutig. Vor allem auch im Bereich der Homöopathie, wo sowas u.a. in Form von Globulis zum Einsatz kommt, sind doch weit entfernt erwartbare Ergebnisse zu erzielen. Und sowas wie "Kopfschmerzen" oder "Unwohlsein" kann sehr subjektiv ausgelegt werden. Ich habe da Menschen erlebt, die 200% davon überzeugt waren und welche, die das vollkommen ablehnen. So macht man natürlich keine Medizin. Medizin basiert auch reproduzierbaren Ergebnissen.
Und wenn jemand an Hyperandrogenämie leidet, dann kann man das im Blutbild gut nachvollziehen. Und da müssen dann auch entsprechende Medikamente verabreicht werden, um die Werte zu korrigieren. Die haben aber auch Nebenwirkungen, wie Depressionen, Antriebsschwäche, Gewichtszunahme ... das passiert halt, wenn man Androgene in der Wirkung blockiert. Da helfen weder Placebos, noch kluge Sprüche oder sonst was.
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Do 2. Aug 2018, 07:23
von ExUserIn-2026-04-08
Medizin basiert auch reproduzierbaren Ergebnissen.
Nein, nur die westliche Medizin. Das macht ja ihre Eingeschränktheit aus. Ohne Zweifel hat sie ihre Berechtigung und Nutzen. Aber sie ist nicht alles. Und das weiß die Medizin auch. Deshalb gilt ja auch der Grundsatz: Wer heilt, hat Recht.
Auch die Basis aller Wissenschaft sind Annahmen. Das machen sich viele nicht klar. Man nennt sie Axiome. Aus diesen wird dann die Theorie abgeleitet. Und die Medizin ist ein Bereich der Wissenschaft, in der viele Dinge noch nicht einmal auf Axiomen beruht, sondern auf schlichter Statistik. Damit werden Schlussfolgerungen daraus immer fehleranfällig sein. So ist die Frage, ob und wie ein Medikament wirkt, sehr von der betroffenen Person abhängig. Das gleiche gilt für Placebos.
Die westliche, wissenschaftlich basierte Medizin hat in einigen Bereichen keine besseren Ergebnisse zu liefern als andere Methoden. Der ausschließliche Glaube an die wissenschaftliche Medizin hat für mich etwas von Ignoranz gegenüber anderen Methoden. Für mich gibt es viele Möglichkeiten gesund zu werden bzw. zu bleiben. Es soll aber jeder nach seiner Facon selig werden.
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Do 2. Aug 2018, 09:18
von Exuser-2019-01-04
Kati_nx hat geschrieben: Do 2. Aug 2018, 07:55
....
.... sondern weil mir das bei Dir als wiederkehrendes Merkmal besonders auffällt: das ist ja generell bei Dir der Fall, nichts annehmen zu können, oder zu wollen.
Genau das fällt mir auch schon über einen langen Zeitraum auf.
@dunkles_sternchen
Bitte verzeih', daß ich so direkt frage, aber warum eigentlich postest Du eigentlich fast immer nur die Beschreibung deiner Probleme, ohne erkennbar werden zu lassen, daß Du an einer Lösung selbiger Interesse hast? Du lehnst alles ab, was vielleicht helfen könnte und wiederholst Dich ständig nur - ich verstehe den Sinn dahinter nicht.
VG Sasha
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Do 2. Aug 2018, 09:30
von ExuserIn-2022-03-18
Sasha hat geschrieben: Do 2. Aug 2018, 09:18
Bitte verzeih', daß ich so direkt frage, aber warum eigentlich postest Du eigentlich fast immer nur die Beschreibung deiner Probleme, ohne erkennbar werden zu lassen, daß Du an einer Lösung selbiger Interesse hast? Du lehnst alles ab, was vielleicht helfen könnte und wiederholst Dich ständig nur - ich verstehe den Sinn dahinter nicht.
VG Sasha
Hi,
das hatte sie doch schon geschrieben:
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 21:24
Nochmal zur Erinnerung: Ich wollte lediglich mit dem ersten Post ein paar Gedanken loswerden. Frauen machen das manchmal so ... die wollen nur mal reden. Hätte ich nach Lösungen für irgendwas gesucht, hätte ich das doch so gesagt.
LG, Alexandra
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Do 2. Aug 2018, 09:41
von Exuser-2019-01-04
-Alexandra- hat geschrieben: Do 2. Aug 2018, 09:30
Sasha hat geschrieben: Do 2. Aug 2018, 09:18
Bitte verzeih', daß ich so direkt frage, aber warum eigentlich postest Du eigentlich fast immer nur die Beschreibung deiner Probleme, ohne erkennbar werden zu lassen, daß Du an einer Lösung selbiger Interesse hast? Du lehnst alles ab, was vielleicht helfen könnte und wiederholst Dich ständig nur - ich verstehe den Sinn dahinter nicht.
VG Sasha
Hi,
das hatte sie doch schon geschrieben:
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 21:24
Nochmal zur Erinnerung: Ich wollte lediglich mit dem ersten Post ein paar Gedanken loswerden. Frauen machen das manchmal so ... die wollen nur mal reden. Hätte ich nach Lösungen für irgendwas gesucht, hätte ich das doch so gesagt.
LG, Alexandra
OKk, danke, hatte ich nicht mehr erinnerlich...
Aber warum antwortet denn dann überhaupt noch jemand, es würde doch dann reichen, daß dunkles_sternchen jeden Tag denselben Text neupostet... [Satire off]
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Do 2. Aug 2018, 09:52
von Joe95
Sasha hat geschrieben: Do 2. Aug 2018, 09:41...warum antwortet denn dann überhaupt noch jemand...
Weil es schwer fällt hilflos mitanzusehen wie jemand leidet und man versucht sich gegen diese Hilfslosigkeit zu wehren.
Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Verfasst: Do 2. Aug 2018, 10:06
von Exuser-2019-01-04
Joe95 hat geschrieben: Do 2. Aug 2018, 09:52
Weil es schwer fällt hilflos mitanzusehen wie jemand leidet und man versucht sich gegen diese Hilfslosigkeit zu wehren.
Ja, ja, schon richtig. Aber wenn wir dunkles_sternchen Ernst nehmen wollen: sie merkte doch an, keine Hilfe zu wollen...
Alles andere wäre ja auch eine Frage des eigenen schlechten Gewissens...
Traurig ist das allemal.