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Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Di 3. Apr 2018, 10:35
von Michelle_Engelhardt
Was sind denn "nicht eindeutig ernsthafte Avatarbildchen" :?:

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Di 3. Apr 2018, 13:02
von Michi
Saari hat geschrieben: Di 3. Apr 2018, 10:19 Das Empfinden habe ich auch, wenn Forenmitglieder solche nicht eindeutig ernsthafte Avatarbildchen einstellen.
Manchmal komme ich mich als verspottet vor.
Wenn du diesen Vorwurf in den Raum stellst, kannst du ihn sicherlich auch anhand von 2-3 konkreten Fällen glaubhaft begründen. (poli)

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Mi 4. Apr 2018, 09:05
von ExUserIn-2026-04-08
Zurück also zur Würde.

Ich habe insofern ein Problem mit dem Begriff, als dass ich vermute, dass er unterschiedlich verstanden werden kann. für mich geht es hierbei um eine Haltung. Eine Haltung, die das eigene Denken und Handeln auf den Prüfstand stellt und dabei Verantwortung für sich und andere sowie für seine Umwelt übernimmt.

Aber wer bestimmt denn die Kriterien, die dafür erforderlich sind. Welche sind im eigenen Denken und welche von außen bestimmt ? Letztlich gibt es keine Wertmaßstäbe, die nicht von außen beeinflusst sind. Deshalb muss mMn auch die Zielstellung der Bewertung im Auge behalten werden. Wem also nützt die Bewertung ? Insofern teile ich Jeninas Bedenken, dass Würde auch missbraucht werden kann.

Letztlich geht es um mehr als "nur" moralisches Handeln. Würde steht mMn im Konfliktfeld zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen und eigenen Ansichten. Kann es würdevolles Handeln geben, wenn es ausschließlich um eigene Wertvorstellungen geht ? Gibt es allgemeingültige Werte ? Und was ist mit persönlichen Werten, die davon abweichen ?

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Mi 4. Apr 2018, 12:19
von Ulrike-Marisa
Moin,

...die würde des Menschen ist unantastbar, diese Formulierung kennen wir...
Was heißt das aber im einzelnen? Der Begriff Würde ist sicher auch diskutierbar und jede/r versteht individuell ein klein wenig etwas anderes darunter.
Es geht doch hier um die Einmaligkeit jedes einzelnen Menschen in dem Sein, wie er/sie eben ist und den anderen Individuen begegnet in seinem sozialen Umfeld.
Auch geht es doch darum, dass jeder Mensch so auch anerkannt und geachtet wird, wie er/sie ist und in dieser Weise auch anerkennend behandelt wird.
Persönlich gesehen gilt doch hier der schon mir genannte Grundsatz: behandle deinen nächsten wie dich selbst. Dann sollten wir doch irgendwie in Frieden und gegenseitiger Achtung miteinander leben können (das gilt doch auch für den glauben jedes Einzelnen).

Beste Grüße, Ulrike-Marisa

...ich bin ich und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben... :wink:

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Mi 4. Apr 2018, 19:10
von Mina
Ulrike-Marisa hat geschrieben: Mi 4. Apr 2018, 12:19 Was heißt das aber im einzelnen?
Auch wenn die Antwort auf die Frage der bemängelte Auslöser des Entrüstens über Leichtigkeit in diesem Thema war - ich wiederhole es einfach nochmal. )))(:

Für mich beginnt die Würde im eigenen Denken. Also im "ich-Bewußtsein". Das kann wahr sein, da "Schubladendenken" gerade bei mir ein Paradoxon aufwirft. Nämlich jenes welches die Wahrnehmung nach innen und die Wahrnehmung nach aussen vergleicht.

Und das hat nichts mit Wissenschaft zutun. Eher mit einem Gefühl. Dem Gefühl zu sein. Wann war der Punkt an dem ich das erste mal begriff oder bemerkte das es mich gibt? Aber das Thema ist komplex, denn wir möchten unsere Daseinsberechtigung erfahren. Ein Tier zum Beispiel hätte eine untergeordnete Daseinsberechtigung. Wenn ich es essen will, dann tue ich dies. Wenn ein Mensch leiden muß, entrüste ich mich oder leide mit.
Alles was lebt hat irgendwo seine Würde, denn es "ist". Gewachsen aus der selben Erde wie wir auch.

Ok, doch wissenschaftlich. Da ich ja weiß, das es hier viele wissenschaftlich versierte MitleserInnen gibt welche einzig und alleine auf knallharte Fakten reagieren: )))(:

Das Leben ist entstanden aus der Verkettung der "Ur-RNA" das waren dann ein Fettmolekül, ein Proteinmolekül und dazu noch Aminosäure. Sie verkettenen sich und beschlossen zu leben. Daraus ist alles entstanden!

Bis heute hier hin. Und wir sind auch daraus entstanden. Jedes Lebewesen hat seine Daseinsberechtigung, weil jedes durch den Zug der Evolution einzigartig ist. Und wir einfach ohne Grund "sind". Sonst wären wir nicht.

Gut, wir wissen also das wir sind. Nun, dann bleibt doch nur festzustellen das wir in der Konstellation unseres Seins einmalig sind, wir Eigenschaften haben, wir fühlen, wir in Aktion treten, für etwas einstehen, ein Weltbild zu sehen - ja das alles macht uns zu dem was wir sind. Und das ist es was es in uns ausmacht. Wir erleben uns und handeln so wie wir es für den besten Weg halten. Wir kämpfen dafür, wir geben dafür auf ein Stück weit, wir treffen Entscheidungen und ziehen Konsequenzen.

Und ja, das ist es was es für mich zur Würde macht. Das "Ich", das "Wir", das "Sein, Das "Denken". )))(: (gitli)

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Mi 4. Apr 2018, 19:40
von Valerie Bellegarde
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 3. Apr 2018, 10:35 Was sind denn "nicht eindeutig ernsthafte Avatarbildchen" :?:
Wahrscheinlich meines ?

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Mi 4. Apr 2018, 19:47
von edeka
wenn ich mir Saaris Avatarbildchen anschaue, dann ist das genau ein
Saari hat geschrieben: Di 3. Apr 2018, 10:19 nicht eindeutig ernsthafte Avatarbildchen
nämlich gar nichts zu erkennen, außer einem Türrahmen.
Das ist aber kein Problem. Es braucht sich niemand per Foto hier zu zeigen (ich tue es ja auch nur fast ohne Gesicht). Also kein Bild ist auch in Ordnung.
Und wenn jemand etwas lustiges hinstellt, warum nicht ?

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Mi 4. Apr 2018, 20:06
von Mina
In meinem aktuellen Avartar sind die technischen Details für maximale Eindeutigkeit aufgeführt. *kleine Hilfestellung* )))(: :lol:

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Mi 4. Apr 2018, 21:44
von ab08
Hallo meine Lieben,

natürlich kann und darf man alles Mögliche gern lesen und toll finden. :wink:
Aber ... bzgl. der Person Gerald Hüther https://de.wikipedia.org/wiki/Gerald_H%C3%BCther
möchte ich nur anmerken, dass er zumindest "umstritten" ist. --> Echte Wissenschaft muss nämlich den "Faktencheck" bestehen und
dies bedeutet hier, die Forschung muss evidenzbasiert sein --> https://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin

Liebe Grüße
Andrea

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Do 5. Apr 2018, 06:42
von Joe95
Mina hat geschrieben: Mi 4. Apr 2018, 20:06 In meinem aktuellen Avartar sind die technischen Details für maximale Eindeutigkeit aufgeführt. *kleine Hilfestellung* )))(: :lol:
Die Bildchen sollen aber nicht eindeutig sein sondern eindeutig ernsthaft.
Deswegen warten ja alle drauf das Saari uns erklärt wie das geht.

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Do 5. Apr 2018, 06:59
von Mina
Achso, ja, Ähm also. Ich wollte nur das technische Fundament reflektieren Joe. Alles gut. )))(:

Aber ich mache mich schon wieder der Themenentgleisung schuldig. :cry:

Außerdem hab ich zum Thema an sich keine Argumente mehr welche ich durch wissenschaftliche Belege festigen könnte. Deswegen mach ich in diesem Fred jetzt nen Schuh. )))(:

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Do 5. Apr 2018, 07:17
von Joe95
Ja, Mina, das weiß ich ja.
Ist auch nett von dir, obwohl ich dein voriges Avatar schöner finde.

Ich bin halt nur neugierig zu erfahren was, um alles in der Welt, denn nun ein "eindeutig ernsthaftes Avatarbildchen" ist und warum das so seiun muß.

Ausserdem bekenne ich mich ebenfalls der Themenentgleisung schuldig.








aber wenn ichs doch wissen will...

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Do 5. Apr 2018, 07:20
von ExUserIn-2026-04-08
Warum wird denn immer wieder die Wissenschaft an dieser Stelle angeführt ? ich sehe nicht den Zusammenhang zwischen Würde und Wissenschaft. Das ist eher eine ethische oder philosophische Frage. Es geht auch weniger um Argumente, als um persönliche Sichtweisen.

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Do 5. Apr 2018, 11:02
von Drachenfrau
Guten Morgen Ihr Lieben,

ich hätte ja nie gedacht, dass das Thema so viele Beiträge hervorbringt.

Jetzt einmal ganz unabhängig zur Person von Gerald Hüther, ist das Thema Würde etwas, das uns wohl schon länger bewegt und wenn es sogar ein Gesetz gibt, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, dann muss wohl genügend Entwürdigendes passiert sein bzw. passieren - sonst hätte man das Gesetz als überflüssig erklären können.

Als ich jetzt dieses Thema dank der Beiträge etwas für mich noch näher beleuchtet habe, wurde mir sehr klar in wie vielen Situationen meine Würde mit Füßen getreten wurde und in welchen Situationen mir auch nicht klar war, dass ich die Würde eines anderen Menschen nicht achtete, wie es heute meinen Maßstäben entspricht.

Aufzeigen kann ich, was ich für mich in meinem Leben entdeckt habe.
Würde hat etwas mit Körperhaltung zu tun.
Das wurde mir in der Meditation bewusst.
Ich saß sehr oft und eine gute Weile aufrecht, gerade, Schultern nach hinten sanft weggeschmolzen, aber nicht hängend und nicht künstlich hochgezogen.
Dieses sich in der Meditation und ihrer Körperhaltung dazu übend, ging auch mit mir hinaus in den Alltag, dass ich gerader/aufrechter => würdevoller ging.
Dadurch begegnete ich anderen Menschen auch in den Augen und konnte sie aufrecht ansehen.
Es wurde zu einer Haltung auf die ich sehr achte.

Im inneren hat dies auch etwas bewirkt: ich konnte viel besser, gerader sprechen, mich besser ausdrücken und vor allem hinterfragen, worin ich gerade authentisch = aufrecht bin.

Was lässt einen Menschen nicht gerade durchs Leben gehen?
Kummer, Sorgen, Angst - ganz viele Ängste sogar.

Was braucht man, um Würde in seinem Leben überdenken zu können?
- Eigenverantwortung
=> durch das zurückrufen seiner eigenen Verantwortung für sich selbst überdenkt man die Konsequenzen seiner Handlungen.
Die Schuld einem System oder anderen Menschen zu zuweisen, funktioniert nicht mehr so ganz bis gar nicht mehr
- Vertrauen
=> Man kann nur Entscheidungen in und für seine Würde treffen, wenn man angstfrei seine Entscheidungen fällt

Entwickelt man Eigenverantwortung und Vertrauen, was die Würde stärkt, dann passiert auch, dass man anfängt, differenzierter zu denken.
Man entwickelt wieder viel mehr, ein eigenes Denken, hört auf andere für sich denken zu lassen und wie im Link beschrieben, man fällt viel mehr auf sich selbst zurück - wird dadurch auch weniger angreif- bzw. manipulierbar.

Dass man auf sich zurück geworfen wird, mit sich selbst konfrontiert wird in seinem eigenen stillen Kämmerlein, das kann man für eine Weile und für eine sehr lange Weile sogar sehr schnell als äußerst unangenehm empfinden.

Wir haben Angst vor uns selbst: uns so zu sehen, wie wir tatsächlich sind.
Wir haben Angst davor, dass andere Menschen uns ablehnen, dass sie mit dem Finger auf uns zeigen.
Wir haben Angst, dass wenn der Finger auf uns zeigt, wir dieses Bißchen (teilweise falsche) Zuwendung verlieren und in unserer Angst glauben wir, dass wir sie nicht wieder erleben könnten.
In dieser Angst verkaufen wir unsere Würde für Illusionen.

Vor 10 Jahren als ich mit CFS konfrontiert war und ich wirklich keinen Boden mehr unter den Füßen hatte, weil ich mich nicht mehr wach halten konnte, erfuhr ich aber auch wie die Welt aussieht in all ihrer Rohheit.
Wie kann man etwas ändern. Ein Buch flatterte mir in die Hände, das ich sehr sehr sehr sehr mühevoll mit fast 0 Konzentrationsvermögen las.
Es dauerte 6 Wochen für ein Buch, das ich sonst in 4 Tagen gelesen hätte.
Die Kernaussage war: wenn du etwas in der Welt bewegen/verändern möchtest, beginne mit dir selbst.
Das tat ich auch.

Wenn nun jeder bei sich selbst anfängt und seine Verantwortung für sich lebt, dann ist es schwer, andere zu schädigen.
Dann würde keine Angst vor anderen Menschen uns davon abhalten, unsere Würde zu leben.

Viele Grüße,
Ulla

Re: Es geht um unsere Würde

Verfasst: Do 5. Apr 2018, 11:35
von Tatjana_59
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Mi 4. Apr 2018, 19:40
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 3. Apr 2018, 10:35 Was sind denn "nicht eindeutig ernsthafte Avatarbildchen" :?:
Wahrscheinlich meines ?
Saaris eigenes Avatarbild.....