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Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Mo 14. Aug 2017, 07:46
von SteffiVau
Hi Rabea,

ich freue mich für Dich!
Viel Spaß beim Ausprobieren der Kopfkinobilder.
Ich will ja keinen Druck machen, aber ich erwarte in absehbarer Zeit hier ein Bild von Dir in Bandshirt, Strapsen und High Heels, auf dem Sofa liegend :D

Genieß Deine Pubertät, finde deinen Stil!
Und nicht trotzig werden, wenn Du dich gewagt gekleidet deiner Frau präsentierst und sie sagt: "Fräulein, so gehst Du mir nicht aus dem Haus!"

Liebe Grüße
Steffi

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Mo 14. Aug 2017, 16:43
von Rabea-Marie
Hallo ihr Lieben!

Ich kann mich gar nicht genug für eure Unterstützung bedanken!

Das Wochenende war recht turbulent und aufregend. Heute Abend möchte ich mir dann nochmal die Zeit nehmen und näher auf einige von euren Beiträgen eingehen. Jetzt steht erstmal Hausarbeit an ;-)

LG Rabea

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Di 15. Aug 2017, 06:36
von Rabea-Marie
Guten Morgen ihr Lieben!

Entschuldigt bitte, gestern Abend hat es nicht mehr geklappt. Ich hab mich noch ein wenig durch's Fitnesstudio gejagt...

@Steffi ja wahnsinns Vorstellung :-D allerdings könnte ich mir vorstellen dass das den Toleranzrahmen meiner Frau sprengt ein solches Bild von mir zu veröffentlichen... Aber mal sehen, sollte irgendwann mal diese Fotografie entstehen, lasse ich es dich auf jeden Fall wissen!

@ChrisTina das ist ein sehr schönes Gedicht! Ich mag die melancholischen! Ich gehe mal davon aus dass deine Werke dieser Art, genau wie bei mir auch, in nicht besonders freudigen Lebensabschnitten entstehen... Und trotzdem ist es so schön. Man kann sich so gut verlieren im Leid, sich wiegen um dann wieder Kraft zu schöpfen.
Ich finde auch die Entstehnungsphase eines Gedichts ist so emotional intensiv, wenn man in sich geht und die Worte spürt, sie dir wie ein schauer den Rücken runterlaufen. Hach Fantastisch! Ich glaube ich muss auch mal wieder eins schreiben... Eventuell wäre ein Thread mit Gedichten auch mal interessant?


Der grundstein für Halloween ist dann auch schon gelegt, wir gehen in richtung Steampunk, ausgefallenes Korsett, Vokuhila Rock und ein paar verrückte Accessoires... In der Vorstellung sehen wir ganz gut aus, Kopfkino!

Nach ein paar weiteren kleinen Gespärchen mit meiner Frau, meinte sie dann dass ihr das letztes Jahr schon klar war dass es Rabea gibt. Wenn ich nicht immer alles in mich reinfressen würde und abtun, wäre mir das eventuell auch vorher bewusst gewesen... Naja da hat sie recht die Gute, letztenendes kennt sie mich besser als ich mich selbst.
Ich habe ein ganz anderes Lebensgefühl erlangt, ich bin viel zufriedener.
Jetzt gehen wir diesen Weg gemeinsam und es hat uns wohl auch wieder etwas mehr zusammengeschweißt... Schon alleine weil ich nicht mehr so grantig bin.
So langsam zeichnen sich auch die ersten "Regeln" ab. Ich denke dadurch dass ich mir selbst noch nicht 100%ig darüber im klaren bin wie unser weg mit Rabea aussehen soll, macht es das ganze etwas einfacher. Wir können so gemeinsam entscheiden wo die Grenzen liegen und in unser Zusammenleben einbauen...

Jetzt wird der Bart immer kürzer, von Vollbart zu glatt rasiert ist schon ein Unterschied... Ich möchte die kleine langsam an die fehlenende Gesichtsbehaarung gewöhnen und keinen Radikalschlag durchführen. Mal sehen evtl bleibt der ein oder andere Dreitage Bart stehen...
Meine Frau möchte dass ich mit meinen Eltern auch darüber spreche, die drei haben ein sehr gutes Verhältnis und demnächst fliegen wir auch zusammen in den Urlaub.
Irgendwie hab ich davor nicht weniger angst als bei meiner Frau... Ein bißchen werde ich dieses Gespärch noch vor mir herschieben, erstmal möchte ich mich jetzt weiter mit meiner Frau und Rabea auseinandersetzen.
Unser engster Freundeskreis wird auch noch eingeweiht. Komischweise hab ich diesbezüglich keinerlei bedenken, sind eh alles Verrückte...

Meiner erste Bestellung sollte dann heute oder morgen auch ankommen, bin schon etwas aufgeregt. Die erste Damenjeans und dazu schwarze Stiefelletten, ich dachte mir bei dem Schmuddelwetter hier brauch ich jetzt keine Sandalen und ein Sommerkleid... Natürlich sind dann prompt wieder 28Grad... Tz..

So das wars dann erstmal aus den letzten Tagen.

Lg Rabea

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Do 17. Aug 2017, 08:13
von Rabea-Marie
Hallo ihr Lieben!

Ich möchte euch dann auch an den Erfahrungen der letzten Tage teilhaben lassen... Also, weiter gehts!

Natürlich hat mich die zweite Pubertät voll erwischt und alle Eindrücke und Möglichkeiten sind wie eine Lawine über mich hereingebrochen... Sehr zum Leidwesen meiner Frau.
Nachdem ich mich nun 4 Tage gedanklich mit nichts anderem als Rabea beschäftigt habe, in Form von, was brauch ich? wie geht das? wie mach ich dies? Außerdem noch meine Frau mit Zwölfmillionen Fragen gelöchert habe, wars dann gestern zuviel. Es kam zum Streit, ich war einfach nervig. Ich kann sie auch verstehen und bin ihr überhaupt nicht böse, aber es fällt mir so schwer mich zu bremsen. Ich weiß nicht ob das ein blöder Vergleich ist oder nicht... Ich meinte dann zu ihr sie solle sich vorstellen sie muss für 20 Jahre ins Gefängnis und könne alles nur von außen beobachten und an dem Tag an die sie rauskommt, hat sie endlich die Gelegenheit daran teilzunehmen. Aber irgendwie fühlt es sich so an...

Ich wollte an den freien Nachmittagen eigentlich ein paar Dinge ausprobieren. Geschminkt hat mich bisher ja immer nur meine Frau, ich möchte dies aber selber können...
Anfangen wollte ich eigentlich erstmal mit Nagellack, hab ich auch noch nie selbst gemacht. Da wir aber die ganze Woche wieder bis Spätabends Besuch hatten, ging das nicht. Und so hab ich mich dann gefühlt wie ein kleines Kind dem man Weihnachten immer weiter vor der Nase herschiebt...
Außerdem hatte ich dann gestern Morgen auch noch meine erste "Kaufrausch" Erfahrung. Eigentlich bin ich mit der Intention in die Olinestores ein passables Outfit zusammenzustellen, welches auch meiner Frau gefallen würde. Es sollte eigentlich nur ein Test an mich selbst sein... Ok außerdem hatte ich insgeheim gehofft ich bekäme ein Lob meiner Frau für meine Auswahl.
Hat auch geklappt, sie sagte: "Ist schön, würde ich auch tragen" , hab ich mich gefreut! Leider wurde aus der Freude, "Ich muss es haben!"
Das war dann auch zuviel für sie... Am Nachmittag kams dann zum Streit, das hatte sie sich so nicht vorgestellt. Es sollten nur Schübe sein... Ja waren es bisher auch. Nur jetzt ist alles soooo viel aufeinmal! Ich fühle mich wie in eine neue Welt geboren.
Hinzu kommt dann noch der tagelange Aufschub meiner mir vorgenommenen Projekte, was wieder zum Aufbau eines innerlichen Drucks geführt hat. Klar, es geht nicht immer alles sofort und ich muss lernen damit umzugehen.
Eine Sache ärgert mich dann doch wofür ich irgendwie nur teilweise Verständnis für aufbringen kann. Ich hab angefangen eine Tagecreme für mein Gesicht zu benutzen. Meine Frau hatte sich dies früher schon öfters gewünscht, weil ich ab und zu so trockene Haut habe. Jetzt ist aber so dass sie das ärgert. In gewisser weise kann ich das auch verstehen... Jahre lang hats mich nicht wirklich interessiert wenn sie sagte "Kreme dir doch mal das Gesicht ein" und jetzt schon, ich glaube sie fühlt sich ein wenig veräppelt... Der Grund für das einkremen überschattet den positiven Aspekt dessen wohl so negativ. Und Trotzdem denke ich mir "Wieso kann sie sich nicht denken, "wenigstens schonmal ein postiver Nebeneffekt"

Wir haben dann noch viel über unsere Bedürfnisse und Gefühle gesprochen und gegen Abend hin wurdes es dann besser. Sie hat sich dann auch noch ein, zwei Teile ausgesucht und meine Bestellung abgeschickt. Trotzdem wollte sich kein richtiges Gefühl des "Glücklichseins" einstellen, auch heute Morgen noch nagt das alles an mir.
Ich lasse die letzten Tage geistig revue passieren und kann schon verstehen dass es anstrengend für sie war. Ich hätte einfach mal gerne zwei, drei Tage für mich gehabt, wo ich mich nur um meine Tochter und Frau kümmern muss und den rest der Zeit mich mit Rabea auseinandersetzen kann und ein bischen Mädchenkram machen.

Mal sehen was die nächsten Tag noch so bringen...

Lg Rabea

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Do 17. Aug 2017, 12:41
von Michi
Hallo Rabea,

nur ein kurzer Gedanke zum Problem "Eincremen" ...

Ich habe ähnliches bei mir beobachten können. Oft habe ich etwas abgelehnt, was ich mir doch im tiefsten Inneren gewünscht habe, einfach aus der Angst heraus, dass ich irgendwie verraten könnte, dass ich anders bin. Mit 10 oder 11 bekam ich von einer Bekannten, die selbst nur Mädchen hatte, eine Strumpfhose zum Geburtstag geschenkt, und ein anderes Mal wurde mir im Winterurlaub eine Strumpfhose von meiner Schwester angeboten, weil es so kalt war. Beides habe ich wehement abgelehnt, um nur ja nicht "ertappt" zu werden, dass mir das gefällt.

Verstehst du, was ich damit sagen will? Vielleicht war es ja bei dir ähnlich, und das könnte deine Frau auch verstehen.

Liebe Grüße
Michi

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Do 17. Aug 2017, 12:52
von ULI67
Wir haben das Problem, dass wir die neugewonnene Freiheit so in uns aufsaugen , dass wir an nichts mehr anderes denken können. So ist es bei mir jedenfalls.
Die Gefahr andere damit auf die Nerven zu gehen ist dabei nunmal sehr hoch.
Ich wünsche dir dass du etwas runter kommst (ich weiß es ist sehr schwer) und deiner Partnerin gute Nerven.

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Do 17. Aug 2017, 13:26
von Simone 65
Hallo . Ich war mit etwa 10 Jahren im Winterferienlager in Bodtstett . Zum Fasching wollte unsere Gruppe als Mädchen kommen . Ich habe mich SO gewehrt. Die anderen Jungs haben mich fest gehalten . Ich sollte ein Kleid bekommen . Ich habe geheult und geschrien . Später auf dem Fasching sahs ich in der Ecke und habe die anderen Jungs bewundernd , in ihren Mädchensachen , der Eine hatte so schöne Stiefel . War es erst gestern , nein es war vor 40 Jahren .Ich konnte nicht und war auch nicht verkleidet.
LG Simone

Rabea-Marie , pass auf , seit dem ich frei bin habe ich sehr viel Geld verbraucht. Aber es So schön. Was soll's .

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Do 17. Aug 2017, 21:49
von meisje
Hallo Rabea,

du kennst doch sicher den Ausspruch. ....
Einen Finger..... ganze Hand. ...🖑
Das kann auch der verständlichsten Partnerin
irgendwann mal an die Eier gehen..... ups....
haben wir ja keine 🙄
Ich versteh deinen bzw. euren Nachholbedarf und
ebenso eure zweite Pubertät, aber die Welt kann
sich nicht nur um dieses eine Thema drehen.
You know what I mean?

Es grüßt

meisje

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Fr 18. Aug 2017, 08:04
von Rabea-Marie
Guten Morgen ihr Lieben!

Ich bin nicht wirklich sicher Michi, ob es tatsächlich so ist und unterbewusst passiert ist oder ob es mich schlichtweg einfach nicht interessiert hat. Es wäre ein ähnliches Erlebnis was Simone schildert, man wehrt sich mit aller Macht dagegen damit nur nicht aufzufällt das man eigentlich genau das will... Aber wie gesagt wenn ich jetzt darüber nachdenke, kann ich mir nur vorstellen dass es wenn überhaupt nur eine unterbewusste Reaktion war.

Uli hat völlig recht und Meisje du auch! Allerdings ist es schwer den kleinen Finger zu sehen wenn der ganze Vorgang doch eher dem aufschließen einer Gefängnistür ähnelt. Vielleicht sollte ich das ganze mehr als Ende der Isolationshaft statt gleich der Freilassung sehen... Ja ja ich weiß, ich und meine "Knast-Vergleiche"... Aber irgendwie kann ich das damit assoziieren...

Gestern war ein schöner Tag, wir fokussieren uns bei dem Thema jetzt mehr auf Gefühle statt Bedürfnisse. Manchmal geht dann auch das eine mit dem anderen einher und wir verstehen beide wieder ein bißchen mehr.
Mein Frau hat ebenfalls ein neues Hobby für sich entdeckt, sie bastelt jetzt Schmuck. So kam es dann, als die Kleine im Bett war dass sie ihrem Hobby nachging und ich mich mit Rabea beschäftigt habe. Eigentlich war ich der kreative Bastler, aufgrund eines anderem ungewöhlichen Hobby dem ich mal nachgegangen bin, Tabletop Spiele, wers kennt weiß was ich meine... So kam es dann dass sie mich bei meinem ersten Versuchen im Nägel lakieren unterstützt hat und ich sie beim Basteln. Dass sie sonst für den "Mädchenkram" bei uns zuständig war versteht sich von selbst...

Jaa, meine ersten Versuche im Nägel lakieren... Ich habe ein schönes zartes Rosé gewählt, was sich als schlechte Wahl für das erste mal herausstellte. Hat schonmal jemand versucht Rosé streifen frei hinzubekommen??? Zwei Nägel waren ok der Rest leider eine Katastrophe :lol: nun ich hatte auch keine Ansprüche an mich selbst, also war's nicht mehr als eine schöne Erfahrung und Lernstunde. Eigentlich kann ich mit Pinsel und Farben recht gut umgehen... Aber diese Konsistenz von Nagellack und das Trocknungsverhalten... Ich war wohl schlichtweg zu langsam.
gefallen hats mir aber trotzdem irgendwie, vor Tür wäre ich so allerdings nicht. :D
Ok alles wieder runter und neu. Ne andere Farbe, was dunkleres sollte einfacher sein... Meine Frau hatte in der Drogerie einen Nagellack geholt der laut Vorlage zu dem Violetten Lippenstift für Halloween passen sollte. Ich nahm den, dann würden wir gleich die Farbe in natura sehen... Ist aber leider nicht mal ansatzweise Violett, aber trotzdem eine schöne Farbe, bewegt sich irgendwie zwischen Magenta und Berry.
Dunkler ist definitiv vieeeel einfacher! Für dann das zweite Mal Nägel lakieren hab ich ein recht zufriedenstellendes Ergebniss erziehlt, natürlich weit entfernt von perfekt, aber das hatte ich auch überhaupt nicht erwartet.

Dann sagte meine Frau zu mir, "also wenn dich sowas auch glücklich macht, könntest du die Fussnägel ja so lassen, sieht ja keiner in den Socken" ich meinte dann "wenn es dich denn nicht stört?"
ihre Antwort war "Ein bißchen befremdlich ist es schon, aber wenns dich glücklich macht kann ich damit leben, nur wenn wir (na ihr wisst schon was :D ) wäre es schön wenn du ihn ab machst"
Ich hab mich sehr gefreut, ich liebe sie einfach! Ist auch noch dran jetzt, der Nagellack.

Lg Rabea

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Fr 18. Aug 2017, 08:53
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo Rabea,

diese Zerrissenheit und den Überschwang kenne ich auch. Auch der Wechsel zwischen Männer- und Frauenmodus ist mir nicht unbekannt. Wie kann man damit umgehen ? Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. Was Du fühlst und Deine wie Du Deine Emotionen auslebst, ist eine Seite. Die andere Seite ist die Emotionslage Deiner Frau. Ich denke, eine Beziehung lebt zu aller erst auf der emotionalen Ebene. Und wenn da beide auf völlig unterschiedlichen Wegen unterwegs sind, ist da erst einmal Distanz.

Diese Distanz ist zunächst einmal nicht schlimmes. Im Gegenteil, jeder der Partner braucht seinen Bereich in dem er agieren kann und seine eigenen Bedürfnisse leben. Etwas anderes ist es, wenn diese Distanz für die Beziehung bedrohlich zu werden beginnt. Und jetzt beginnt das Spiel der Erwachsenen, wie es ein Psychologe ausgedrückt hat. Zwei Menschen weben ihre Emotionen ineinander und diese bedingen sich einander. D.h. meine Emotionen beeinflussen die des Partners und umgekehrt. Und weder meine noch die des Partners sind absolute Instanzen. Sie sind vom Moment, vom Zustand der Beziehung etc. abhängig. Konkret bedeutet das, wenn meine Partnerin, meinen Frauenmodus akzeptiert und vielleicht sogar interessant findet, liegt das neben ihren persönlichen Einstellungen und Selbstsicherheit auch daran, ob sie sich in der Beziehung sicher fühlt.

Für mich bedeutet das, wenn ich in einer Beziehung etwas für mich tun will, muss ich zuerst etwas für meine Partnerin tun. Ich meine das nicht in dem Sinn: ich bringe Dir Blumen mit, dann darf ich einen BH anziehen (eine Vorstellung , die mich zum Lachen reizt). Sondern es geht um emotionale Stabilität. Und für mich ist da das stärkste Mittel, das Teilen der Gefühle. Wenn ich meine Stimmungslage, meine inneren Kämpfe und Bedürfnisse, meine Zerrissenheit dem Partner mitteilen kann. ChrisTina hat ein supertolles Gedicht geschrieben, die genau die entgegen gesetzte Situation beschreibt. Das Vergraben in sich selbst und gleichzeitig das stille Schreien nach der helfenden Hand. Das ist in einer Beziehung das trennende Element. Öffnung ist das Mittel, die Beziehung zu vertiefen.

Rabea, Du schreibst:
"Wieso kann sie sich nicht denken, "wenigstens schonmal ein postiver Nebeneffekt"
Meine Erfahrung ist, dass eine Beziehung um so besser funktioniert, je mehr der Partner die Emotionen des Anderen verstehen kann. Dann kann man sich in der Beziehung aufgehoben fühlen und so wird auch die Distanz als Teil einer Beziehung nicht nur tragbar, sondern auch begrüßenswert.

Ich weiß von mir, dass ich im Falle von Transthemen extrem sensibel reagiere. Dann führt jede kleine kritische Äußerung sehr schnell zu heftigen inneren Emotionen. Mir fällt deswegen das Reden sehr schwer und ich kann das auch nur in kleinen Dosen. Aber so nach und nach wird es besser, da meine Frau sich in der Beziehung gehalten fühlt (denke ich zumindest). Wir haben schon schlimme Situationen erlebt, in denen es darauf ankam, für den Anderen da zu sein. Die Sicherheit unserer Ehe gibt uns beiden die Möglichkeit, für uns selber etwas zu tun, ohne das es der Ehe schadet. Im Gegenteil, es entlastet sogar, so lange die emotionale Basis stimmt. Dann wird es auch einfacher, an den Tätigkeiten des Partners Anteil zu nehmen; auch wenn sie nicht meinem eigenen Denken entspricht.

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Fr 18. Aug 2017, 09:59
von Rabea-Marie
Guten Morgen Vicky,

nun ist genau das was du beschreibst dass, woran wir gerade arbeiten. Weg von der Diskssion über Bedürfnisse, hin zum miteinander teilen der Emotionen. Natürlich dürfen auch Bedürfnisse nicht ganz außer acht gelassen werden, nur haben wir festegestellt dass, ein Bedürfnis zu aktzeptieren und zu verstehen, viel leichter fällt wenn man vorher den Emotioanlenrahmen aufgeklärt hat.

Die größte Diskrepanz besteht bei meinem Bart... Das seltsame und irgendwie auch verstörende daran ist, das diese Diskrepanz nicht zwischen mir und meiner Frau besteht, sondern sich mehr als Rabea gegen mich und meine Frau darstellt. Ich mag meinen Bart, ehrlich, als Mann find ich ihn super und ich finde mich auch mit Bart deutlich atraktiver als ohne. Ebenso empfindet meine Frau, sie kennt mich nur mit Bart. Aus dem anfänglichen drei-Tage-Bart wurde ein Vollbart, welcher jetzt langsam wieder zum drei-Tage-Bart schrumpft. Jetzt könnte man sagen, na ist doch ganz klar, zwei gegen eine, der Bart bleibt dran! So einfach ist es dann leider doch nicht. Ich möchte keinesfalls aussehen wie Frau Wurst (ich möchte auf keinen Fall hier Frau Wurst diskreditieren!) nur bin ich leider keine Ikone als dass ich mir sowas leisten könnte, genauso wenig möchte ich eine sein. Wenn ich Rabea bin möchte ich auch Frau sein und auch das Maß an weiblicher Attraktiviät erreichen welches mir möglich ist. Deshalb steht für mich völlig außer Frage dass wenn ich Rabea sein möchte, der Bart muss weg...

Dieses Thema bereitet uns das größte Kopfzerbrechen. Dass ich den Bart abrasieren "will" ist auch das schwierigste von allem für meine Frau. Seit Tagen mache ich mir gedanken über eine Lösung, ob ich durch andere Veränderungen mein Attraktivitätslevel als Mann ohne Bart für meine Frau wieder erhöhen kann? Wenn ja, welche?
Das ließe sich ohnehin nur herausfinden wenn der Bart erst einmal ab ist...
Oder was wenn ich den Bart doch dran lasse, wenigstens für Zuhause? (auf keinen Fall für die Öffentlichkeit!) Aber bin ich dann wirklich Rabea, kann ich mich Bart richtig weiblich fühlen?
Ich glaube nicht...

Hier prallen Emotionen und Bedürfnisse aus drei Ecken ungebremst aufeinander... Meine Frau kann schon verstehen weshalb der Bart eigentlich weg "muss" aber wenns sie das sagt und ich sehe ihren wehmütigen Blick, werd ich traurig und bekomme ein schlechtes Gewissen. Andererseits wäre ich genauso traurig wenn der Brat DRAN bleiben müsste...
Ich hadere mit uns dreien, ob ich ihr das wirklich zumuten kann/will/muss... Welches der drei Endungen zutrifft kann ich noch nicht sagen.

Lg Rabea

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Fr 18. Aug 2017, 10:54
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo Rabea,

mir ist beim Schreiben meines Beitrags etwas bewusst geworden, was ich seit Jahren und Jahrzehnten vor mir her schiebe. ChrisTina hat das mit dem Gedicht auf den Punkt gebracht. Meine Frau weiß von meiner weiblichen Seite. Da habe ich ich auch von Anfang an kein Versteckspiel daraus gemacht. Aber wenn wir darüber gesprochen haben, bin ich immer emotional sehr häufig sehr schnell an meine Grenzen gekommen. Diese Überempfindlichkeit beim Thema Trans war immer ein Hemmnis. Zur Zeit bin ich en femme alleine auf einem Segelurlaub und beim Lesen der Mails ist mir klar geworden, dass ich mich ganz in unsere Beziehung einbringen muss. Ich habe meiner Frau einen langen Brief geschrieben, in der ich genau das versuche, was Du oben angesprochen hast: das Teilen der Emotionen. Es kam mir ja irgendwie immer auch ein Stück lächerlich vor, meiner gegenüber vom Frausein zu reden. Aber das Gefühl ist ja nun einmal da. "Hier stehe ich nun und kann nicht anders". Ich habe keine Ahnung, wohin das führt, aber wenn ich mich als ganzen Menschen sehe und auch so wahrgenommen werden möchte, ist das der Weg.

So ein wenig ist das mit Deinem Bart auch. Weißt Du denn, was Du, unabhängig von Deiner Familie, damit machen willst ? Deinem Kind ist das egal. Es wird sich in Kürze daran gewöhnen. Und Deine Frau ? Meine Frau mag es nicht, wenn ich meinen Körper rasiere, aber es ist wichtig für mich und sie akzeptiert das. Daran hängt keine Ehe und für ein schlechtes Gewissen ist das kein Grund (auch wenn ich Dich da verstehe). Du machst nichts schlechtes. Es ist immer ein Dilemma, wenn wir es anderen nicht Recht machen können. Ist es eine Frage der Priorisierung ? Ich denke nein, denn sonst schwebt ja immer ein wenig der Vergleich im Raum, was denn wichtiger ist, die Gefühle der Partnerin oder der eigene Egoismus. Auf dieser Schiene wird es dann wirklich schwierig. So substanziell ist die Frage nicht. Meine Frau macht auch immer wieder einmal Bemerkungen, dass ich mich kratzig an Armen und Beinen anfühle und das tut mir weh. Aber sie hat es verstanden, dass es mich verletzt und es ist immer seltener geworden. Wichtig ist, dass die große emotionale Ebene stimmt.

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Fr 18. Aug 2017, 11:50
von Rabea-Marie
Hallo Vicky,

eigentlich hat mich auch mehr meine Frau darauf gebracht den emotionalen Weg einzuschlagen als sie sagte
"Erzähl mir noch nicht immer was du alles möchtest, erzähl mir lieber wie du dich dabei fühlst"

So kam es dann dass wir angefangen haben Emotionen und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen...

Du schreibst genau das was ich auch im Kopf hatte, mich aber nicht getraut zu sagen "
denn sonst schwebt ja immer ein wenig der Vergleich im Raum, was denn wichtiger ist, die Gefühle der Partnerin oder der eigene Egoismus.
Eben genau so einfach ist es nicht, sieht aber danach aus... Die Rechtfertigung dafür und der ausschluss des Egoismus lässt sich nur über die offenlegung von Gefühlen erreichen. Nur weiß ich nicht wie ich das in Worte fassen soll...

Mit dem Rest der Behaarung hab ich keinerlei schwierigkeiten. An den Armen hab ich weniger Behaarung als meine Frau, Brust, Achseln und Intimbereich rasiere ich sowieso schon immer. Mit rasierten Beinen hat sie auch kein Problem. Einzig der Bart...
Und dann verfall ich wieder in Gewissensbisse, sie macht mir so viele Zugeständnisse die den "normalen" Rahmen mehr als sprengen, sollte ich ihr dann nicht auch den Bart zugestehen?
Aber der Bart, wieso muss es ausgerechnet der Bart sein?
Egal was ich anziehen würde, egal welchen Aufwand ich betreiben würde mit Schminke, Perrücke, Brüste etc... Der Bart würde alles zunichte machen und keinerlei Gefühl der Weiblichkeit zulassen. Wahrscheinlicher noch, wäre mir das ganze dann auch noch peinlich!
Peinlichkeit... Peinlichkeit ist genau das Gefühl welches sich bei mir einstellt wenn ich nur daran denke mich en femme fertig zu machen und den Bart dran zu lassen.
Das wiederum führt dann dazu dass mir auch die lust daran vergeht...

Lg Rabea

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Fr 18. Aug 2017, 12:02
von Rabea-Marie
Kleiner Nachtrag:

Heute ist mir selbst bewusst geworden wie stark die maskuline Wirkung von einem Bart ist...
Ich war bei FB und beim scrollen schiebt sich nach und nach ein Foto von einem befreundeten Pärchen ins Bild. Beide tragen darauf einen Schnurrbart und als nur die Köpfe zu sehen waren, war mein erster Gedanke "was ist denn das für ein seltsamer Typ mit ihm auf dem Foto" erst als ich das Bild ganz gesehen hab, hab ich den "Typen" als seine Freundin identifiziert...

Re: Rabea„Marie, die Geburt einer Frau

Verfasst: Fr 18. Aug 2017, 14:37
von lexes
ein großes Wow ... ausführlich und ehrlich
dazu gut geschrieben ...
hat mir sehr gut gefallen.
Du musst Deine Frau schon sehr lieben wenn Du in der Beschreibung Deines Weges zur Frau immer wieder Deine Holde erwähnst, schön für Euch

Mach bitte so weiter , lass mehr von Dir hören

Liebe Grüße

Lexi