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Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Mi 29. Mär 2017, 21:50
von ExuserIn-2022-05-28
Hi zusammen: ein kleiner Tipp : vor so einer Entscheidung erst mal eine zeitlang Androcur und Gynokadin verschreiben lassen und nehmen. So kann man relativ gefahrlos testen wie es spàter mal ohne Testofabrik aussehen würde.

LG Chrissie

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Mi 29. Mär 2017, 21:59
von Michelle_Engelhardt
Viele haben mit Androcur ziemlich üble Erfahrungen gemacht (mich eingeschlossen). Das Medikament hat nicht umsonst nicht den allerbesten Ruf, um es mal vorsichtig auszudrücken. Von daher habe ich meine Zweifel an dem sicherlich gut gemeinten Tipp!

LG
Michelle

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Mi 29. Mär 2017, 23:49
von Britt
Hallo,
Ich habe cpa recht gut vertragen. Meiner Meinung nach liegt es in den meisten an einer überdosierung wenn man es nicht verträgt. Es kommt auf die regelmäßig Einnahme gleicher Mengen an. Nicht mehr als 10mg am tag. Und morgens einnehmen.
Auch sollte man Androcur erst einnehmen, wenn man schon mindestens einen Monat e2 eingenommen hat.

Grüße,
Britt

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Do 30. Mär 2017, 08:23
von triona
Und auf jeden Fall sollte man vorher eine Untersuchung des persönlichen Thromboserisikos (APC-Resistenz-Test) durchführen lassen. Sonst kann es schnell tödlich enden oder andere schwerwiegende Folgen mit bleibenden Schäden haben wie z.B. Lungenembolie, Hirnschlag, Herzinfarkt.

Und selbstverständlich macht wie immer die Dosis das Gift. Es gibt Ärzte, die verschreiben locker mal 50 oder gar 100 mg / Tag.

Aber auch von synthetisch hergestelltem E2 ist in dieser Hinsicht dringend abzuraten, das auch in viele Antibabypillen wie z.B. Diane 35 enthalten ist, häufig als Kombinationspräparat mit CPA.


liebe grüße
triona

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Mo 12. Feb 2018, 19:46
von Andrea66
Hi,

ich bin zwar nur noch selten hier aber genau dieses Thema ist sehr interessant für mich.
Es gibt auf jeden Fall mehrere Operateure, die diese OP durchführen würden. Die Vorgespräche beginnen nächsten Monat und ich bin echt gespannt.

Sollte es Probleme mit der GKV geben, könnte ich mir sogar vorstellen diese relativ kleine OP auch aus eigener Tasche zu zahlen, da ich dann sicherlich noch die Möglichkeit der von der GKV bezahlten GAOP habe. Ich könnte mir vorstellen, dass die GKV sich quer stellt, wenn sie 2 OP's zahlen soll.

Eure Andrea

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Di 13. Feb 2018, 10:06
von ExuserIn-2022-05-28
Hi Andrea:

lass die Orchiektomie aber von jemandem durchführen, der auch GaOp macht. Für eine spätere Gaop kommt es dabei nämlich auf die Schnittführung und darauf an, wo die Gefässe, Samenleiter, etc gekappt werden.

Der Schnitt sollte enlang der Mittelnaht des Hodensackes verlaufen und die Trennung sollte möglichst weit oben Richtung Leistenkanal erfolgen, da sonst die Gefahr von Verwachsungen besteht, was bei einer späteren GaOp kontraproduktiv wäre.

Ich kann aus eigner Erfahrung z.B. Klinikum Essen Mitte empfehlen.

Was die KK anbelangt : ich habe meiner Kk ( allerdings Privat ) erklärt, dass eine Gaop in absehbarer Zeit aus beruflichen Gründen nicht in Frage kommt, ich aber wieder Sport treiben möchte ( Schwimmen) und einer langfristigen Einnahme von Androcur bezügl. Spätfolgen kritisch gegenüber stehe. Ich hatte dann die Zusage schnell bekommen.

LG Chrissie

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Mi 14. Feb 2018, 21:16
von ExuserIn-2022-05-28
Hi, ich will noch kurz zu den Mythen bezüglich Kastration Stellung nehmen:

Die Stimme ändert sich nicht , einmal Stimmbruch immer Stimmbruch

Die Erektions- und Orgasmusfähigkeit hat nur indirekt mit dem Testolevel zu tun. Fehlendes Testo senkt den Trieb. Orgasmus und Erketion werden allerdings durch den Kopf gesteuert und funktionieren auch bei extrem niedrigem Testowert. Man hat also weniger Lust, wenn doch funktioniert es, allerdings ist das Gefühl anders, da eine Ejakulation nur geringe Mengen Gleitflüssigkeit liefert

Testosteron wird auch zum Teil in den Nebennieren produziert. Daher bleibt immer ein gewisser Level im Körper.

Testosteron kann durch Östrogen ersetzt werden, darauf zielt ja auch die HRT, eines von beiden ist aber unbedingt notwendig, da sonst Osteoporose entsteht.

Nach einer Orchiektomie, sofern sie korrekt durchgeführt wurde, ist auch nach längerer Zeit noch eine GaOp möglich.

Örchiektomien werden von der Kasse bezahlt, wenn eine Krankheit vorliegt oder eine entsprechende Indikation vom Psychotherapeuten. Bei letzterem muss ggf. etwas gekämpft werden.

Die Hormonumstellungen können die Psyche beeinflussen, man ist z.B. Näher am Wasser.

Nach einer OP ist man ziemlich schnell wieder fit, allerdings muss man sich die ersten Tage auf Phantomschmerzen und heftiges Ziehen in den Leisten einstellen, die nach einiger Zeit , ca 2 Wochen, verschwinden.

LG Chrissie

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: So 18. Feb 2018, 20:09
von triona
1.
Chrissie hat geschrieben: Mi 14. Feb 2018, 21:16 Testosteron kann durch Östrogen ersetzt werden, darauf zielt ja auch die HRT, eines von beiden ist aber unbedingt notwendig, da sonst Osteoporose entsteht.
... entstehen kann (nicht muß).

2.
Chrissie hat geschrieben: Mi 14. Feb 2018, 21:16 Nach einer OP ist man ziemlich schnell wieder fit, ...
Kann bei manchen Ärzten sogar bei lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden.
Ich hatte Anfang 2009 schon einen Termin für diese OP.
Würde leider vom Arzt am Tag vor der vorgesehenen OP abgesagt, weil er sich das mit meinem Faktor IV (Gerinnungsstörung) noch einmal überlegt hatte und dann doch nicht mehr daran wollte. War immerhin so verantwortungsvoll, das dann wieder abzusagen, wenn er es sich doch nicht zutraute.
Sollte damals ca 1.000 € kosten + ca 400 € für die Betäubung.
Aus genau dem Grund, den du genannt hast (später vlt doch noch "ganze" OP auf Kosten der KV) hatte ich auch vor, dies selber zu zahlen. Außerdem lag das eh nicht mehr soviel über meiner Selbstbeteiligung (PKV).

3.
Kurze Ergänzung bezügl verbreiteter Mythen über Testosteron:
Alle Frauen haben normalerweise Testo (erzeugt durch die Nebennieren). Ist halt nur deutlich weniger als bei Männern. Frauen mit zu niedrigem (frauenspezifischem) Testo-Wert haben z.B. selten oder nie Lust auf sexuelle Betätigung, neigen leichter zu Depressionen u.ä.
Zu hohe Testo-Werte hingegen verursachen bei Frauen z.B Bartwuchs, verstärkte Körperbehaarung u.ä. oder auch schlimmere Störungen der Fortpflanzungsorgane oder des Menstruationszyklus.
Im Falle von TS wird das dann Revirilisierung (= "Wiedervermännlichung") genannt.


liebe grüße
triona

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 18:30
von Danny11
Da Selbstbefriedigung meines Wissens nach den Kortisonspiegel senkt, und ein gutes Werkzeug bei zu viel Druck/Stress ist, würde mich intrressieren wie es nach einer Kastration aussieht, da dann die Selbstbefriedigung zur Regulierung des Kortisolspiegels/Stresslevels wegfällt.

Da ich bald mit Androcur beginnen möchte, da mich mein Sexualtrieb im Leben negativ beeinträchtigt, und ueberfordert, würde es mich sehr interessieren.
Habe heute einen Termin beim Urologen ausgemacht, wobei ich nur hoffen kann, dass er mich mit Androcur unterstützt und mich nicht zur Psychotherapie schickt, da es als Asperger Autist sehr schwer ist einen ambulanten Therapeuten zu finden.
Durch meine Nähe Distanzthemen finde ich zwischenmenschlichen Körperkontakt eh schwer, wobei der Sexualtrieb trotzdem vorhanden ist.

Würde mich über eure Antworten sehr freuen.
L.G. Daniel

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 18:52
von Patricia
hmm du hast da echt einen uralten Thread ausgegraben....
Aber mal doof gefragt, wie kommst du denn darauf, dass sexuelle Befriedigung nach eine Kastration (chemisch oder physisch) nicht möglich sei? Konsequent weitergedacht würde das ja bedeuten, dass keine der Frauen nach einer GAOP in der Lage wäre sexuelle Befriedigung zu erfahren, das ist definitiv falsch.
Eine HET (mit oder ohne Anti-Androgene) macht sexuelle Befriedigung nicht unmöglich, es kann sein, dass bestimmte Mittel die Lust/Libido dämpfen und sich so Einiges verändert, aber es wird nciht unmöglich gemacht. Wobei ich sehe du sprichst nicht von einer HET sondern nur von einer Behandlung mit Antiandrogenen. Generell sei gesagt, nur weil das Testosteron weg ist, heisst das nicht, dass man sexuelle Befriedigung nicht mehr erfahren kann. Und evtl. gibt es andere Wege deinen Sexualtrieb in den Griff zu bekommen als CPA/Androcur. Androcur sollte nicht als Dauerlösung eingenommen werden denn es ist leider so, dass es die Entstehenung von Leber- und Hirntumoren begünstigt. Ebenso ist das Blocken von Testosteron ohne der Gabe von Östrogen gesundheitlich sehr bedenklich, denn ein niedriger Spiegel an Sexualhormonen führt unter anderem zu Osteoporose und evtl. anderen Erkrankungen.

LG
Patricia

Re: Kastration Entfernung der Hoden

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 19:29
von Anne-Mette
Ich schließe das Thema an dieser Stelle, damit sich kein Doppelthema mit diesem hier ergibt.

Für "spezielle Fragen" habe ich einen neuen Bereich eingerichtet. Passwort gibt es bei mir.