Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Fr 27. Mai 2016, 20:08
Wie würde es denn in Deutschland aussehen, wenn die Wehrpflicht noch nicht ausgesetzt wäre? Jeder Mann wäre schön doof sich nicht seinen Namen bzw. sein Geschlecht im Ausweis ändern zu lassen, damit er um die Wehrpflicht kommt. Das ist so das Hauptargument der jungen Männer in Österreich, wenn sich mit dieser Methode der Wehrdienst umgehen ließe. Nichts wäre einfacher, als sich den Namen ändern zu lassen aber weiterhin seine männlichen Attribute zu behalten und trotzdem nicht verpflichtet werden kann, weil man laut Personenstandsänderung jetzt eine Frau ist. Muss man ja seiner neuen Flamme nicht auf die Nase binden. Vor den Staat ist man halt die Franziska und für die Frau/Freundin weiterhin der Franz. Kann aber trotzdem als Mann, (im Ausweis Frau) 5 Jahre eher in Rente gehen, wie alle anderen Frauen auch.Anke hat geschrieben: Dass in Österreich die Uhren anders gehen, dass haben wir ja bei deren letzten Wahl zu sehen bekommen. Und das es diese Unterschiede noch gibt, ist für mich ein Unding und auf keinen Fall ein Argument für die Zwangsgutachten.
Weiß ich selber. Sag das dem Gesetzgeber, nicht mir. Das Geschlecht wird anhand der Genitalien bestimmt, wer zum Bund muss, darum sind Transfrauen weiterhin zum Wehrdienst verpflichtet und gehen dort auch 5 Jahre später in Pension, wie die Männer auch. Wenn man ganz paranoid sein würde (Politikern ist ja alles zuzutrauen), könnte man meinen, die spielen mit den Gedanken, dass sich alle Männer umoperieren lassen würden, um gesetzliche Verpflichtungen zu umgehen. Warum an dem Gesetzesentwurf tatsächlich so festgehalten wird, weiß ich allerdings nicht.Anke hat geschrieben: Und der Satz mit dem "Zumpferl" geht gar nicht. Es gibt genug transsexuelle Frauen, die den letzten Schritt zur GAOP aus vielerlei und auch guten Gründen nicht gehen wollen. Das ist Denken von Vorvorgestern.
Erschließt sich aus den vielfältigsten Problemen, wie oben beschrieben. Weißt du was ich machen würde, wenn ich bei geschlechtsspezifischen Versicherungen haufen Kohle sparen kann. Ich ändere meinen Personenstand. Nichts einfacher als das. Frauen sollen bei der Autoversicherung auch begünstigt werden, weil sie vorsichtiger fahren und weniger Unfälle bauen. Jeder männliche Autofahrer wäre schön blöd, mehr zu bezahlen, wo er einfach ohne Gutachten sich zur Frau umbenennen kann. Ich würds tun, allein des Geldes wegen. Und wenn es Sparvorteile bei den Männern gibt, na dann lass ich es rückgängig machen. Ich weiß, das löst das Problem von Betroffenen nicht und ist auch nicht Motivation, aber damit lässt sich alles unterhöhlen.Anke hat geschrieben: So löblich es ist Fehler zu vermeiden, wenn jemand Drittes das für mich tut, dann fängt er an mich zu bevormunden. Damit verliere ich mein Recht auf Selbstbestimmung. Das Ziel ist zwar richtig, aber aus meiner Sicht ist die Maßnahme falsch.
Die Gutachten werden nur wegen rechtlichen und gesetzliche Dingen gemacht. Die Trennung von Männern und Frauen als Sozialkonstrukt ist nicht, wie wenn man aus eigener Entscheidung sich ein Ohrloch stechen lässt. Die Angleichung ist auch nicht das Problem. Das Problem ist die geschlechtliche Bezeichnung, die mit einer Angleichung einhergeht. Wenn du dich angleichen lässt aber weiterhin in deinem Ausweis dein Geburtsgeschlecht vermerkt ist und vor dem Gesetz weiterhin so behandelt wirst, was du genetisch bist, stellt das auch kein Problem dar. Ein Vollkörpertattoo ändert auch nicht das Geschlecht. Transsexuelle wollen aber die amtliche Bezeichnung geändert wissen und damit ändern sich auch rechtliche und gesetzliche Bedingungen.Anke hat geschrieben: Denn warum sollen die einen durch Gutachten geschützt werden und die anderen nicht.
Darum sollen genderangleichende Operationen jetzt willkürlich werden und ohne Gutachten, damit man einfach draulosschnippeln kann? Du betreibst aber ein argumentatives kauderwelsch.Anke hat geschrieben: Im übrigen gibt es trotz der Gutachter immer wieder Fälle, bei denen die Betroffenen hinterher feststellen, dass sie einen Fehler begangen haben. Das spricht nicht gerade für die Wirksamkeit des Verfahrens.
Was denn nun? Reflektion durch Gutachten oder doch einfach Angleichungen ungeprüft lassen, als würde man zum Haare schneiden gehen. Wie gesagt, es geht bei dem Problem weniger um die Selbstbestimmung des Körpers, als um gesetzliche Verpflichtungen und Rechte, die daran gekoppelt sind.Anke hat geschrieben: Statt die Menschen zu Bevormunden halte ich es für besser und wirkungsvoller, sie auf ihrem Weg zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, sich selbst zu reflektieren.
Liebe Grüße
Anke