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Re: Schwedens neutrales Fürwort «hen»
Verfasst: Do 4. Jun 2015, 18:29
von Lina
Sonja hat geschrieben:Diese Einführung eines neutralen Fürwortes halte ich für überflüssig, wenn nicht albern. Gleiches gilt für die Sprachverhunzer, die statt "man sagt" "frau sagt" sagen/schreiben. Da haben wohl einige die Sprache, Grammatik, Bedeutung und herkunft von Wörtern nicht ganz verstanden.
Im Übrigen stellt sich die Frage, ob es keine dringenderen Probleme bzgl. der Situation von TS/TG zu lösen gilt.
Du hast dir wohl nicht im geringsten damit befasst, worum es hier geh - und auchnicht damit, weshalb neue Wörter entstehen.
Re: Schwedens neutrales Fürwort «hen»
Verfasst: Do 4. Jun 2015, 22:18
von Nicoletta
Kornelia hat geschrieben:Sonja hat geschrieben:Diese Einführung eines neutralen Fürwortes halte ich für überflüssig, wenn nicht albern. Gleiches gilt für die Sprachverhunzer, die statt "man sagt" "frau sagt" sagen/schreiben. Da haben wohl einige die Sprache, Grammatik, Bedeutung und herkunft von Wörtern nicht ganz verstanden.
Im Übrigen stellt sich die Frage, ob es keine dringenderen Probleme bzgl. der Situation von TS/TG zu lösen gilt.
Ein neutrales Pronom ist meiner bescheidenen Meinung eben nicht überflüssig. Natürlich ist das auch eine Sache der Sichtweise und des Standpunkts. In einer Welt mit zwei Geschlechtern wäre es tatsächlich nicht notwendig. Welches Pronom soll aber eine Person nutzen die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlt? -> Richtig, das neutrale Pronom! Und sich keinem Geschlecht zugehörig zu fühlen kann und mag es viele Gründe und Ursachen geben, das ist aber hier irrelevant und nicht ins Ziel führend.
Transsexuelle Menschen, meiner Annahme entsprechend, bräuchten wohl kein neutrales Pronom, diese möchten das Pronom des Geschlechts nutzen, dem sie sich zugehörig fühlen. Transvestitisch veranlagte Menschen brauchen wohl auch nicht ein neutrales Pronom, sie möchten jeweils mit dem Pronom des Geschlechts angesprochen werden, welches sie jeweils momentan darstellen.
Daher, ein neutrales Pronom hat für 'TS/TG' keine Bedeutung, da diese jeweils sich einem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlen bzw. darstellen wollen.

Danke, Kornelia, Du hast es auf den Punkt gebracht, ernüchternd nach all der Aufregung um das schwedische "hen". Ergebnis: wir brauchen es nicht. Es gibt nur eine sinnvolle Zielgruppe für ein neutrales Pronomen, und das sind jene Intersexuellen, die sich nicht (noch nicht) mit einer der in unserer Natur vorgegebenen Möglichkeiten identifizieren können. Reicht für diese Gruppe aber nicht unser "es""? Meine österreichische Urgroßmutter sagte noch "das Teller" (richtiger als "der Teller", der ja anders als der Bäcker, Bauer. Maler usw. gar nichts tut, nicht bäckt, nichts anbaut, nicht malt, nicht einmal tellt). Sie unterschird auch zwischen "der Mensch" und "das Mensch". Gibt es Einwände gegen die Verwendung des deutschen Neutrums für Menschen, die sich einem der anderen beiden Genera noch nicht zuordnen wollen?
LG Nicoletta
Re: Schwedens neutrales Fürwort «hen»
Verfasst: Mo 1. Aug 2016, 12:45
von Anne-Mette
Moin,
bei standard.at gibt es dazu ein Interview mit Noura Maan
"Wie Schwedens geschlechstneutrales Pronomen trendy wurde"
http://mobil.derstandard.at/20000325029 ... t-fuer-sie
Gruß
Anne-Mette
Re: Schwedens neutrales Fürwort «hen»
Verfasst: Di 2. Aug 2016, 02:21
von Lina
Nicoletta hat geschrieben:Kornelia hat geschrieben:Sonja hat geschrieben:Diese Einführung eines neutralen Fürwortes halte ich für überflüssig, wenn nicht albern. Gleiches gilt für die Sprachverhunzer, die statt "man sagt" "frau sagt" sagen/schreiben. Da haben wohl einige die Sprache, Grammatik, Bedeutung und herkunft von Wörtern nicht ganz verstanden.
Im Übrigen stellt sich die Frage, ob es keine dringenderen Probleme bzgl. der Situation von TS/TG zu lösen gilt.
Ein neutrales Pronom ist meiner bescheidenen Meinung eben nicht überflüssig. Natürlich ist das auch eine Sache der Sichtweise und des Standpunkts. In einer Welt mit zwei Geschlechtern wäre es tatsächlich nicht notwendig. Welches Pronom soll aber eine Person nutzen die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlt? -> Richtig, das neutrale Pronom! Und sich keinem Geschlecht zugehörig zu fühlen kann und mag es viele Gründe und Ursachen geben, das ist aber hier irrelevant und nicht ins Ziel führend.
Transsexuelle Menschen, meiner Annahme entsprechend, bräuchten wohl kein neutrales Pronom, diese möchten das Pronom des Geschlechts nutzen, dem sie sich zugehörig fühlen. Transvestitisch veranlagte Menschen brauchen wohl auch nicht ein neutrales Pronom, sie möchten jeweils mit dem Pronom des Geschlechts angesprochen werden, welches sie jeweils momentan darstellen.
Daher, ein neutrales Pronom hat für 'TS/TG' keine Bedeutung, da diese jeweils sich einem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlen bzw. darstellen wollen.

Danke, Kornelia, Du hast es auf den Punkt gebracht, ernüchternd nach all der Aufregung um das schwedische "hen". Ergebnis: wir brauchen es nicht. Es gibt nur eine sinnvolle Zielgruppe für ein neutrales Pronomen, und das sind jene Intersexuellen, die sich nicht (noch nicht) mit einer der in unserer Natur vorgegebenen Möglichkeiten identifizieren können. Reicht für diese Gruppe aber nicht unser "es""? Meine österreichische Urgroßmutter sagte noch "das Teller" (richtiger als "der Teller", der ja anders als der Bäcker, Bauer. Maler usw. gar nichts tut, nicht bäckt, nichts anbaut, nicht malt, nicht einmal tellt). Sie unterschird auch zwischen "der Mensch" und "das Mensch". Gibt es Einwände gegen die Verwendung des deutschen Neutrums für Menschen, die sich einem der anderen beiden Genera noch nicht zuordnen wollen?
LG Nicoletta
Für was hat sie denn "das Mensch" und für was "der Mensch" benutzt?