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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 1. Okt 2025, 09:01
von NikkiBi
wow vicky ich bin dankbar dass du das hier geschrieben hast. es berührt mich sehr. habe die letzten Tage gelitten weil eine Frau in die ich mich verliebt hat jetzt einen anderen Kerl hat. Und schon gehen diese Automatismen los in denen ich mich als Mann hasse und in meine weibliche Rolle flüchte. Weiter noch wünsche ich mir sogar einen männlichen Partner der mich in den Arm nimmt und intensiv "liebt"..ich bin bisexuell sollte ich wohl dazu sagen.
Für die Frauen bin ich nicht Mann genug für die Männer nicht Frau genug, für manche schwule Männer auch nicht Kerl genug....ich bin nie genug...ich hasse dieses Gefühl.
Liebe Vicky aber genau für solche Themen bin ich ja hier.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 1. Okt 2025, 12:13
von ExUserIn-2026-04-08
NikkiBi hat geschrieben: Mi 1. Okt 2025, 09:01 ich bin nie genug...ich hasse dieses Gefühl.
Ich kenne das auch, aber bei mir ist es falsch. Warum ? Weil ich mir selber genug bin. Weil, wenn ich mir selber genug bin, auf mich selber achte und nicht den falschen Menschen hinterher laufe. Das ist manchmal schmerzhaft, aber auf Dauer treffe ich so die Menschen, die sich für mich interessieren. Klingt vielleicht etwas radikal und abgedroschen, aber ich denke, dass hilft. Das Stichwort ist Selbstliebe. Charlie Chaplin, wenn er der Autor ist, hat mir hier ein wenig die Augen geöffnet. https://www.selbstbewusstsein-staerken. ... n-gedicht/

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 1. Okt 2025, 15:07
von Franzi42
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 12:56 Das Leben wurde immer öder, obwohl ich in besten Verhältnissen leben kann. Eine vertrauensvolle Beziehung, gute und sinnvolle Arbeit, gutes Gehalt, schönes Haus
Hallo Vicky,
dasselbe trifft auch auf mich zu. Was suchst du denn die ganze Zeit, fragten Freunde, du hast doch alles. Ich fühle einfach eine innere Leere, weiß nicht wer ich bin, was mich ausmacht, kann schwer Stolz sein auf das was ich erreicht habe. Bisher dachte ich, das kommt von frühen Bindungs- und Entwicklungsstörungen. Dein Gedanke, dass es mit der nicht gelebten Weiblichkeit zu tun hat, trifft mich und macht mir auch ein bisschen Angst. Fakt ist, das bekomme ich auch gespiegelt, dass ich en femme kraftvoller, klarer, sicherer bin.
Danke für deine Impulse.
LG Franzi

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 1. Okt 2025, 20:59
von Sophia69
Hallo Vicky,
vielen lieben Dank für deine neusten Beiträge in deinem Thread! Ich stecke in einer ziemlich ähnlichen Situation wie du ( schon sehr verblüffend wie Biographien sich "ähnlen" können (soli) . Kurz gefasst soll heißen, morgens aufwachen und über eine unzufriedene Lebenssituation zu grübeln, die Ehefrau, die zwar sagt, dass sie mich ganz genauso auch im Kleid liebt, aber gleichzeitig mir zu verstehen gibt, dass dies für sie nicht attraktiv ist, wenn sie mich en femme sieht. Aber letztendlich wird auch kein offenes Gespräch gesucht, sondern jeder bleibt in seinen Gedanken verhaftet).
Deine Ausführung haben mich dazu angestachelt oder netter gesagt, die Zuversicht geschenkt, ebenfalls "meine Selbstliebe zu stärken" und mich so zu geben und zu zeigen, wie ich mich wohl fühle, nämlich als Frau, wie ich mich als diese sehe.

Vielen Dank, fürs teilen deiner Gedanken- und Gefühlswelt (dr)

Liebe Grüße
Sophia (ki)

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 1. Okt 2025, 21:01
von Violetta-TransFlower
Liebe Vicky, (dr)
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 1. Okt 2025, 12:13 Charlie Chaplin, wenn er der Autor ist, hat mir hier ein wenig die Augen geöffnet.
https://www.selbstbewusstsein-staerken. ... n-gedicht/
Ein wunderbares Gedicht, in dem ich mich seeeehr oft wiederfinde.
Vielen Dank dafür.
(super)

meine Kernzitate daraus wären folgende:

"Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.

...Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es ERFÜLLUNG.

...Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !"


und genau so ist es, ALLES WAS AUCH MICH ERFÜLLT !

Dankbar
Deine Violetta💜

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Sa 4. Okt 2025, 12:25
von ExUserIn-2026-04-08
Ist das erst drei Tage her, dass ich das letzte Mal hier geschrieben habe ?

Moin in die Runde,
danke für Eure Reaktionen.
Franzi42 hat geschrieben: Mi 1. Okt 2025, 15:07 und macht mir auch ein bisschen Angst.
Genau so ist es. Will ich es wahrhaben, was kann ich tun ? Alles offene Fragen, die auch jetzt keine Antworten beinhalten. Leider habe ich da auch keine Antwort.
Sophia69 hat geschrieben: Mi 1. Okt 2025, 20:59 dass sie mich ganz genauso auch im Kleid liebt, aber gleichzeitig mir zu verstehen gibt, dass dies für sie nicht attraktiv ist, wenn sie mich en femme sieht.
Genau so ist das mit den Ähnlichkeiten. Ich denlke, wir stecken in dem Zwiespalt, für den Anderen da zu sein und gleichzeitig in eine andere Richtung zu tendieren. Und hier greifen wohl auch die frühen Prägungen, die man nie ganz los wird. So meine Befürchtung.
Violetta CD hat geschrieben: Mi 1. Okt 2025, 21:01 meine Kernzitate daraus wären folgende:
Je nach Lebensituation waren bei mir immer andere Kernzitate von Bedeutung. Es hat was universelles.

So, nun noch kurz zu meiner heutigen Situation. Es kam dicke, ziemlich dicke. Nach einer Harnwegsentzündung, die ich schnell in den Griff bekam, hatte ich wahrscheinlich eine heftige Virenentzündung (Corona ?). Ich lag zwischen Hitzeanfällen und Durchgefrorensein im schönen Wechsel. Alles war einfach nur mühsam. Heute bin ich den ersten Tag wieder ein bischen auf den Beinen. Seit Montag bis heute habe ich 4 Kilo abgenommen. Alles war mir verleidet. Jeder Gedanke an Weiblichkeit war einfach nur lästig bis widerstrebend. Und auch heute ist das Thema für mich nicht präsent. Eine so heftige Berg- und Talfahrt habe ich wahrscheinlich nur selten erlebt. Ich war müde, aber so bald ich die Augen zu machte, rasten meine Gedanken in den wildesten Phantasien und Träumen. Ich braucht nur die Augen zu öffnen und schon war wieder alles einigermaßen im Lot. Ich glaube, ich habe mich in den letzten 8 bis 10 Tagen massiv übernommen und mein Körper hat das mit Komplettausfall quittiert. Die Psychologie des Menschen ist und bleibt spannend.

Ich habe jetzt erst einmal 3 Gänge zurück geschaltet und schaue, was mir die Zukunft so bringt. Irgendwie ist es die alte Hin- und Herkiste, die sich aufgeschaukelt hat. Ich werde auch hier im Forum zurückschalten. Mal sehen, wann es wieder etwas Berichtenswertes gibt.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Sa 4. Okt 2025, 13:02
von Alicia
Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 4. Okt 2025, 12:25
Ich glaube, ich habe mich in den letzten 8 bis 10 Tagen massiv übernommen und mein Körper hat das mit Komplettausfall quittiert. Die Psychologie des Menschen ist und bleibt spannend.

Ich habe jetzt erst einmal 3 Gänge zurück geschaltet und schaue, was mir die Zukunft so bringt.
Liebe Vicky,

das ist schlimm zu lesen. Ich wünsche dir eine gute Besserung und danach viel Kraft zum Wiederhochschalten. Die Zukunft wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Darum bleib standhaft.
(nurse)

Liebe Grüße, Alicia. ---)))

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Sa 4. Okt 2025, 14:36
von HeikeCD
Hallo Vicky,

Oh, das ist heftig, ich wünsche dir gute Besserung. (flow)

Liebe Grüße
Heike

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Sa 4. Okt 2025, 16:52
von Daniela04
Liebe Vicky

Gute Besserung!
Ich hoffe Du kommst rasch zu Deiner Form zurück

Herzlicher Gruss
Daniela

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: So 5. Okt 2025, 12:31
von Franzi42
Liebe Vicky,
gut, dass du nach dir schaust.
Und Danke für deine Offenheit, diese Achterbahnfahrten sind wirklich nicht angenehm.
Alles Gute
Franzi

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: So 5. Okt 2025, 15:44
von Lavendellöwin
Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 4. Okt 2025, 12:25 Ich werde auch hier im Forum zurückschalten. Mal sehen, wann es wieder etwas Berichtenswertes gibt.
Liebe Vicky..

spontan wollte ich sagen, du bleibst bitte da und wir stehen das zusammen durch.
Aber ich kann und darf dich zu nichts drängen, ausser das du bitte wieder schnell zu Kräften kommst!
Es passiert immer mal wieder das man überpaced..völlig normal und das wird wieder gut.
Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 4. Okt 2025, 12:25 Alles war mir verleidet. Jeder Gedanke an Weiblichkeit war einfach nur lästig bis widerstrebend. Und auch heute ist das Thema für mich nicht präsent. Eine so heftige Berg- und Talfahrt habe ich wahrscheinlich nur selten erlebt.
Dein weiblicher Anteil darf also nicht krank sein? Bist du eine Schönwetterfrau?

Nein, es ist nicht okay das du deinen weiblichen Anteil dann wegschiebst, du bist die Person die du bist, krank oder nicht krank.
Das Gefühl kann doch nicht einfach erlöschen-zumindest verstehe ich das nicht, es ist doch in jeder Situation ein Integral.
Oder doch nicht?

Oder geht es doch nur um die Äusserlichkeiten? Ist doch nur das Weiblichkeit und nicht die Person die du bist?
Ich kann das zu keinem Zeitpunkt ablegen das ich eine Frau bin..du kannst das?

Wäre mir Frau sein lästig aus den Grund einer Krankheit, wäre ich einfach keine Frau..das ist wirklich alles was ich dazu sagen kann.
Sorry...

oder vielleicht hast du ja doch mehr zu sagen..

Marie (flow)

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: So 5. Okt 2025, 19:51
von ExUserIn-2026-04-08
(flo) Liebe Marie,
Lavendellöwin hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 15:44 spontan wollte ich sagen, du bleibst bitte da und wir stehen das zusammen durch.
Ich gehe doch nicht weg. Sorry, wenn Du das so verstanden hast. Es ist wie Du schreibst:
Lavendellöwin hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 15:44 Es passiert immer mal wieder das man überpaced..völlig normal und das wird wieder gut.
Ich war vor der Infektion heftig "überhitzt". Ich habe Elisabeth Duval an zwei Tagen fast komplett gelesen und größtenteils verstanden. Sie schreibt mir aus der Seele. Und ich genieße nach dem Nachlassen der Fieberschübe die gestiegene Gelassenheit.
Lavendellöwin hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 15:44 Dein weiblicher Anteil darf also nicht krank sein?
Ich war ein paar Tage so heftig krank, dass ich mit nichts einverstanden war. Es gab nur Hitze, Frieren, Trockenheit und wenn ich es einmal direkt ausspreche, den Gestank von Krankheit im Urin und zwar so massiv, wie ich das noch nie erlebt habe. Eine leichte Inkontinenz tat sein Übriges ... :o
Lavendellöwin hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 15:44 Nein, es ist nicht okay das du deinen weiblichen Anteil dann wegschiebst
Ich habe nichts weggeschoben, es sind die Emotionen, die sich so einstellten. Die Krankheit hat alles weggeschoben.
Lavendellöwin hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 15:44 Das Gefühl kann doch nicht einfach erlöschen-zumindest verstehe ich das nicht, es ist doch in jeder Situation ein Integral.
Oder doch nicht?
Es geht doch nicht um "Erlöschen". Es geht um Schwankungen. Ich habe dafür keine Erklärung. Nur dieses Mal war es sehr heftig und extrem. Wir können das Thema gerne später noch einmal vertiefen. Ich finde es wichtig. So wie es mir geht, scheint es anderen ähnlich zu gehen. Es hat etwas Qualvolles, aber auch schönes. Vielleicht muss man sich nicht statisch für etwas entscheiden, sondern muss lernen, einen dynamischen Zustand gelassen hinzunehmen. Ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass andere vielleicht etwas davon für sich mitnehmen können.


Ich danke Dir ganz, ganz herzlich für Deine Unterstützung. )))(: (na) (flow)

Jetzt wünsche ich Dir erst einmal einen schönen Restsonntag.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 6. Okt 2025, 09:55
von Susi T
Hallo meine Lieben,
ist es nicht sogar völlig normal was du Vicky da beschreibst? Außer die intensität, aber ansonsten ist es doch das was viele Frauen häufig umtreibt.
Sich chick machen wenn die Lust dafür da ist, aber auch immer öfter das unisex/oversize Outfit um in Ruhe gelassen zu werden, weil einfach keine Lust nach Aufmerksamkeit ist.
Im Alter wird es immer Häufiger das " lass mich in Ruhe Outfit" . Ob das dann gut ist weiß ich nicht. Manchmal kommt es mir wie eine große Resignation vor und so handhaben ich persönlich das so wie ich es für mich richtig halte. Treffe Frauen und unterhalten mich mit ihnen, die ebenfalls im Alter noch leben wollen, es ähnlich handhaben.
Häufig ist es bei mir mehr Alltagslook, der aber immer leicht über den Durchschnitt liegt, vielleicht auch etwas mehr als nur leicht. Aber die richtigen Ausreißer nach oben lass ich mir nicht nehmen, egal obs altersgerecht ist oder leicht overdresst. Ich lebe im hier und jetzt und ja, ich habe da auch etwas Nachholbedarf ^^. Das ist nicht nur die Klamottenwahl, sondern auch wie man seinen (All)tag lebt, ob passiv oder aktiv...
Aber ich muss auch nicht immer die Überholspur nehmen, auch das ist dann eine Form von angekommen sein.
Liebe Grüße, Tira (flo)

Und wenn ich das Leben so wie letztens im Sport feiere, dann ist das für mich auch okay, auch wenn ich weiß das mir die Anstrengungen meine optische Weiblichkeit ein ganzes Stück austreibt. Keine Zeit für irgendwas, selbst die Klamottenwahl richtete sich nach dem Wetter..
Auch das muss der Kopf dann mitmachen, da bleibt das schön sein, das weibliche auch Mal auf der Strecke. Aber das ist auch eine Form von Freiheit und brachte mir ehr positive Rückmeldungen.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 6. Okt 2025, 11:08
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo Tira,
Tira hat geschrieben: Mo 6. Okt 2025, 09:55 Außer die intensität,
Tira hat geschrieben: Mo 6. Okt 2025, 09:55 Aber ich muss auch nicht immer die Überholspur nehmen
dabei komme ich leicht auf die Gegenfahrbahn ... :lol: Im Ernst, vielleicht brauche ich so eine Art dämpfendes Element, dass die Schwingungen auf ein gutes Maß begrenzt. Es ist ja nicht so, dass es mir bei den weniger intensiven en femme-Phasen schlecht ginge. Im Gegenteil, es ist eher so wie Du schreibst: Ich will einfach mehr Ruhe haben. Was heißt denn "Weiblichkeit (leben)" ? Ich habe da noch nicht viel Substanzielles gefunden. Also nutze ich die Kommunikationsmöglichkeiten, die ich habe. Marie stellt die Frage nach dem Äußerlichkeiten. Sie sind mir wichtig. Aber was passiert, wenn man diese Äußerlichkeiten einschließlich körperlicher Aspekte wegnimmt. Bleiben dann Aspekte der Weiblichkeit übrig ?

Ich glaube ja, kann es aber nicht wirklich festmachen. Es ist das Gefühl, wenn ich z.B. männer- oder frauendominierte oder sogar reservierte Räume betrete. Und da ist es völlig egal, in welcher Phase ich mich befinde. Männerräume bedeuten Stress und innerer Widerstand, Frauenräume Entspannung und Wohlbefinden. Ich glaube, Du weißt, was ich meine.

Ein Gedanke, der mir gekommen ist, zielt darauf, mir mehr Weiblichkeit, in welcher Form auch immer, in den "LOW"-Phasen zuzugestehen, damit der innere Stress nicht zu groß wird. Im Augenblick fühle ich mich sehr gelassen. Ich glaube, andere Menschen, mit denen man einen vertrauensvollen Umgang pflegt, haben da einen wichtigen Anteil. Sie sind der Spiegel, der mir zeigt, wo ich stehe.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 6. Okt 2025, 13:30
von Lana
Liebe Vicky,

ich verfolge deine Texte und die damit transportierten Gedanken ja schon seit einiger Zeit. Und immer wieder regt sich beim Lesen etwas in mir, habe ich das Gefühl:
Das hat auch mit mir zu tun, das kenne ich in ähnlicher Form selbst.

Auch dieses Hin- und Hergerissen sein zwischen diesen beiden Polen Männlichkeit und Weiblichkeit, und der Versuch, sich da irgendwo selbst zuzuordnen bzw. etwas in sich zu finden, woran man diese Zuordnung festmachen könnte.

Ich erinnere mich noch gut an diese "Phase". Bei mir ist das inzwischen Vergangenheit. Darüber bin ich sehr froh, weil dieses ständige Wechselbad zwischen den beiden Teilen in mir sehr viel Energie gekostet hat. Und, schlimmer noch, es hat mich davon abgehalten, die inneren Widersprüche anzunehmen und zu integrieren.

Heute ist es für mich nicht mehr wichtig, ob ich "weiblich" bin (was soll das sein?) und wie sich das äußert. Ich bin ich. Heute so, morgen anders. Aber ich bin immer Mensch. Mit seiner individuellen Ausprägung, mit Eigenheiten und Macken, voller Widersprüche und doch Eins.

In welche Schublade mich Andere stecken, ist mir (fast) egal, so lange man mir mit Respekt begegnet.

Dadurch ist viel Druck von mir abgefallen, viel Stress verschwunden und mehr Ressourcen sind frei geworden, um das zu leben, was ich heute bin.

Vielleicht hilft es dir ja, dich gedanklich von festgefügten Genderkategorien etwas zu lösen und mehr bei dir selbst zu bleiben. Ohne dich ständig im Außen verorten oder erklären zu müssen.

LGL