Dolores59 hat geschrieben: Mi 28. Jul 2021, 11:23
Keine "Gute-Nacht-Lektüre". Weil man danach nicht recht einschlafen kann. Ein guter Einstieg in die Problematik.
Liebe Dolores,
bringt das Buch tatsächlich neue Erkenntnisse, die noch nicht in irgendeiner "Doku" über das Thema enthalten waren?
Ich bin da schon vor ein paar Jahren interessiert an das Thema herangegangen, war jedoch schnell enttäuscht, ob der konstruierten Beispiele, die teils schon bei kurzem Nachdenken einem Realitätscheck nicht mehr standhielten.
Die angeführten Beispiele:
1. Medizin und Medikamente Das in unserer Gesellschaft verankerte Beschützerkonzept gebietet es uns, Menschen-Versuche nicht an Frauen und Kindern durchzuführen. Männer werden von je her eher als entbehrlich angesehen, worüber sich übrigens keine Frau beschwert. Also ist klar, dass Medikamente vorzugsweise an Männern getestet werden .. natürlich mit den bekannten Nachteilen.
2. Crashtestdummys, Airbags und Sicherheitsgurte Hier, und man muss sagen:
wurden(!), weil da bereits vor Jahren eine Änderung erfolgte, nicht Frauen außer Acht gelassen, sondern generell sehr kleine
und ebenso sehr große Menschen.
3. Anzahl öffentlicher Toiletten Ja und nein. Es finden sich als Gegenbeispiele genau so Gebäude, die mehr Damen- als Herren-Toiletten haben, und Herren-Toiletten die teilweise auch weiter weg liegen, während gleichzeitig Damentoiletten gut zugänglich angeordnet werden. Man bringt immer wieder gerne das Toiletten-Beispiel bei der NASA aus den 1950er Jahren, wo eine ganz bestimmte Angestellte jedes Mal viele Minuten und Yards von ihrem Arbeitsplatz bis zur nächsten Toilette und zurück laufen musste. Der Grund war jedoch nicht Frauendiskriminierung,
sondern Rassendiskriminierung, weil sie als Afroamerikanerin damals nicht die Toiletten für Weiße benutzen durfte.
4. Frieren am Arbeitsplatz Wenn man sich anschaut, welche Bekleidung bei Männern erwartet und bei Frauen toleriert wird, dann frage ich mich, wie man diesen gordischen Knoten lösen will, dass Frau im luftigen Sommerkleidchen nicht friert, während der Kollege neben ihr in langer Hose, vlt. noch Schlips und Anzug, nicht wie ein Schwein schwitzt, was die Frau auch noch als Belästigung empfindet.
Und noch ein Beispiel aus ganz privater Erfahrung:
Dass die Behauptung nicht stimmt, dass
alles für Männer gemacht wäre, merke ich jeden Tag in der Küche, weil ich wegen der für Frauen gemachten niedrigeren Arbeitsflächen jedes Mal schon nach kurzer Zeit Rückenschmerzen bekomme.
Auch Schreibtische waren lange Zeit viel zu niedrig, und Bürostühle auf breitere Frauen-Popos zugeschnitten.
Außerdem wird ja auch gerne noch behauptet, dass Männer technische Dinge sexistisch gestalten.
Der "Beweis" dafür sind dann oft Radiogeräte aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, die links und rechts je einen großen Drehknopf hatten, welche angeblich die weiblichen Brüste darstellen sollten. Dass Menschen mit zwei Händen ausgestattet sind, die nun mal symmetrisch .. je eine links und eine rechts .. angeordnet sind, und die Anordnung der Knöpfe somit von der Ergonomie diktiert wird, das blendet man gerne aus, wie auch die Tatsache, dass Drehknöpfe von Grund auf ergonomischer sind, und in der damaligen analogen Welt nicht nur konstruktiv einfacher, sondern auch noch alternativlos waren.
Sorry für die Informationen.
Liebe Grüße
Michi