Re: Die Stimme„was für Empfindungen habt ihr?
Verfasst: Do 23. Mär 2023, 13:13
Von mir nochmal ein herzliches Dankeschön für diesen tollen Treat.
Ich hatte Gestern meinen ersten Termin bei einer trans erfahrenen Logopädin und das war etwas ganz besonderes für mich.
Eigendlich hatte ich erst vor mich durch https://www.youtube.com/@TransVoiceLessons
zu arbeiten, den Link hat eine gute Freundin bekommen die von der Stimmvoraussetzungen ähnlich wie ich ist, um sich schonmal vorzubereiten. Aber außer das erste, sehr eindrucksvolle Video hab ich da noch nichts von gemacht, einfach zu viel zu tun.
Ich hatte ja auch Mal erzählt, das meine Vorraussetzungen anders sind als bei vielen anderen, alleine durch den fehlenden Stimmbruch, aber die Herausforderungen sind dadurch auch andere. Ich war in meiner Jugend ein Mädchen mit Zipfel und in dieser Besonderheit von den Erwachsenen zum Freiwild erkoren. Nur meine Freundinnen haben mich beschützt, so gut sie es konnten und dabei haben sie mich als: "gehört zu uns" reichlich beschenkt.
Mit 17 hatte sich aber mein Lebensmittelpunkt geändert, dadurch waren zwar solche Unterstützungen nicht völlig weg, aber nicht mehr so massiv. Als sich mein Körper änderte und von einem körperlich mehr nach Mädchen aussehendes Wesen, mit 1,57cm und 40kg zu einem 1,84cn großen und 80kg schweren Geschöpf innerhalb kurzer Zeit änderte, habe ich die Gelegenheit genutzt um ein Mann zu werden. So wie ich nur eine halbe weibliche Pupertät hatte, so hatte ich zwar auch nur eine halbe männliche, aber es reichte zusammengenommen um etwas zu erreichen was "normal" war. Ich habe nicht nur massiv Gewichtstraining gemacht, sondern hatte einen guten Kumpel der mir bei den Verhaltensformen alles weiblich/Schwule wegtrainiert hat. Meine Stimme war die dritte Baustelle, die ich massiv anging. Am Ende klang sie männlich, zumindest so weit, das sie unauffällig war. Der gewachsene Brustkorb konnte da natürlich gut helfen und so war ich am Ende ein gut durchtrainierter Mann, auch wenn ich viel mehr Einsatz zeigen musste um so weit zu kommen.
Heutzutage geh ich ja wieder den umgekehrten Weg, da ich erkennen musste, das dieses männliche System mir zwar gut geholfen hat, aber einfach limitiert war, ich war nie wirklich damit glücklich und als die Schicksalsschläge zu heftig waren, war es nicht überlebensfähig. Das mein System in letzter Not wieder eine Möglichkeit gefunden hat auf weiblich zurück zuswitchen war natürlich ein riesen Glück, auch wenn es limitiert war und wir es heute mit einer Hrt stützen müssen.
Bleibt also meine Stimme, massiv ins männliche geblockt und der Versuch diesen Block langsam abzubauen.
Dafür singe ich seid Monaten und ich Danke so mancher hier für tolle Lied Ideen. Das Training in meiner Kopfstimme hat mir viele Möglichkeiten wieder gegeben, denn meine weibliche Stimme war ja nie trainiert. Selbst in der Schule durfte ich nie mitsingen oder vorsingen.
Umsowichtiger war es zu trainieren, auch wenn ich mich ausschließlich aufs singen konzentriert habe und das sprechen noch weit hinter meinen Möglichkeiten hinterher hinkt.
Letztendlich hängt meine Stimme noch sehr stark von meinem Wohlbefinden ab und um da mehr Stabilität zu bekommen habe ich die Möglichkeit genutzt eine Stimmtherapie zu beginnen.
Gleichzeitig hat sich aber auch mein Wohlbefinden geändert, ich werde quasi überall weiblich gelesen und fühle mich so auch. Das scheint ein gutes Wechselspiel zu sein und hilft auch meiner Stimme. So muss man auch das gestrige Treffen in diesem Kontext sehen. Ein Treffen was plötzlich kurzfristig zustande gekommen ist und eine solch emphatische trans erfahrene Logopädin zu finden ist mehr als glücklich.
Meine Lebensgeschichte ist hochkomplex und würde ganze Bücher füllen können, außerdem ist sie verwirrend und so ist Ihre Frage nicht so verwunderlich, als sie nach über einer halben Stunde fragte:
"Jetzt sagen sie mir nochmal zur Sicherheit, wollen sie Stimmtraining von Frau zu Mann, oder Mann zu Frau?
Ich nehme sie als Frau wahr, sie sehen aus wie eine normale Frau und sie klingen auch so, nicht nur in der Tonlage sondern in allem, Modulation..."
Was für ein Geschenk
Wir können nun so manches überspringen, mein Training hat nichts kaputt gemacht, sondern nur das vollzogen, was sie sonst eh mit mir gemacht hätte.
Nun starten wir mit Singtraining, was für ein Traum
Am Ende ist dann bei einem schweren Thema meine männliche Sprache doch noch zum Vorschein gekommen, was sie erfreut zur Kenntnis genommen hat, da es meine Aussage bestätigte, ich selber merke sowas ja leider nur sehr schlecht.
Sorry für den langen Text, ist nicht einfach das richtig zu erfassen und darzustellen. Auch wenn vieles sich durch die Besonderheiten leicht anhört, so ist es das nicht immer. Tagtägliches, teils Stundenlanges Training war auch für mich nötig und wird auch noch lange Bestandteil bleiben. Aber ich singe gerne und so findet sich auch immer wieder dazu Zeit.
Liebe Grüße Tira
Ich hatte Gestern meinen ersten Termin bei einer trans erfahrenen Logopädin und das war etwas ganz besonderes für mich.
Eigendlich hatte ich erst vor mich durch https://www.youtube.com/@TransVoiceLessons
zu arbeiten, den Link hat eine gute Freundin bekommen die von der Stimmvoraussetzungen ähnlich wie ich ist, um sich schonmal vorzubereiten. Aber außer das erste, sehr eindrucksvolle Video hab ich da noch nichts von gemacht, einfach zu viel zu tun.
Ich hatte ja auch Mal erzählt, das meine Vorraussetzungen anders sind als bei vielen anderen, alleine durch den fehlenden Stimmbruch, aber die Herausforderungen sind dadurch auch andere. Ich war in meiner Jugend ein Mädchen mit Zipfel und in dieser Besonderheit von den Erwachsenen zum Freiwild erkoren. Nur meine Freundinnen haben mich beschützt, so gut sie es konnten und dabei haben sie mich als: "gehört zu uns" reichlich beschenkt.
Mit 17 hatte sich aber mein Lebensmittelpunkt geändert, dadurch waren zwar solche Unterstützungen nicht völlig weg, aber nicht mehr so massiv. Als sich mein Körper änderte und von einem körperlich mehr nach Mädchen aussehendes Wesen, mit 1,57cm und 40kg zu einem 1,84cn großen und 80kg schweren Geschöpf innerhalb kurzer Zeit änderte, habe ich die Gelegenheit genutzt um ein Mann zu werden. So wie ich nur eine halbe weibliche Pupertät hatte, so hatte ich zwar auch nur eine halbe männliche, aber es reichte zusammengenommen um etwas zu erreichen was "normal" war. Ich habe nicht nur massiv Gewichtstraining gemacht, sondern hatte einen guten Kumpel der mir bei den Verhaltensformen alles weiblich/Schwule wegtrainiert hat. Meine Stimme war die dritte Baustelle, die ich massiv anging. Am Ende klang sie männlich, zumindest so weit, das sie unauffällig war. Der gewachsene Brustkorb konnte da natürlich gut helfen und so war ich am Ende ein gut durchtrainierter Mann, auch wenn ich viel mehr Einsatz zeigen musste um so weit zu kommen.
Heutzutage geh ich ja wieder den umgekehrten Weg, da ich erkennen musste, das dieses männliche System mir zwar gut geholfen hat, aber einfach limitiert war, ich war nie wirklich damit glücklich und als die Schicksalsschläge zu heftig waren, war es nicht überlebensfähig. Das mein System in letzter Not wieder eine Möglichkeit gefunden hat auf weiblich zurück zuswitchen war natürlich ein riesen Glück, auch wenn es limitiert war und wir es heute mit einer Hrt stützen müssen.
Bleibt also meine Stimme, massiv ins männliche geblockt und der Versuch diesen Block langsam abzubauen.
Dafür singe ich seid Monaten und ich Danke so mancher hier für tolle Lied Ideen. Das Training in meiner Kopfstimme hat mir viele Möglichkeiten wieder gegeben, denn meine weibliche Stimme war ja nie trainiert. Selbst in der Schule durfte ich nie mitsingen oder vorsingen.
Umsowichtiger war es zu trainieren, auch wenn ich mich ausschließlich aufs singen konzentriert habe und das sprechen noch weit hinter meinen Möglichkeiten hinterher hinkt.
Letztendlich hängt meine Stimme noch sehr stark von meinem Wohlbefinden ab und um da mehr Stabilität zu bekommen habe ich die Möglichkeit genutzt eine Stimmtherapie zu beginnen.
Gleichzeitig hat sich aber auch mein Wohlbefinden geändert, ich werde quasi überall weiblich gelesen und fühle mich so auch. Das scheint ein gutes Wechselspiel zu sein und hilft auch meiner Stimme. So muss man auch das gestrige Treffen in diesem Kontext sehen. Ein Treffen was plötzlich kurzfristig zustande gekommen ist und eine solch emphatische trans erfahrene Logopädin zu finden ist mehr als glücklich.
Meine Lebensgeschichte ist hochkomplex und würde ganze Bücher füllen können, außerdem ist sie verwirrend und so ist Ihre Frage nicht so verwunderlich, als sie nach über einer halben Stunde fragte:
"Jetzt sagen sie mir nochmal zur Sicherheit, wollen sie Stimmtraining von Frau zu Mann, oder Mann zu Frau?
Ich nehme sie als Frau wahr, sie sehen aus wie eine normale Frau und sie klingen auch so, nicht nur in der Tonlage sondern in allem, Modulation..."
Was für ein Geschenk
Wir können nun so manches überspringen, mein Training hat nichts kaputt gemacht, sondern nur das vollzogen, was sie sonst eh mit mir gemacht hätte.
Nun starten wir mit Singtraining, was für ein Traum
Am Ende ist dann bei einem schweren Thema meine männliche Sprache doch noch zum Vorschein gekommen, was sie erfreut zur Kenntnis genommen hat, da es meine Aussage bestätigte, ich selber merke sowas ja leider nur sehr schlecht.
Sorry für den langen Text, ist nicht einfach das richtig zu erfassen und darzustellen. Auch wenn vieles sich durch die Besonderheiten leicht anhört, so ist es das nicht immer. Tagtägliches, teils Stundenlanges Training war auch für mich nötig und wird auch noch lange Bestandteil bleiben. Aber ich singe gerne und so findet sich auch immer wieder dazu Zeit.
Liebe Grüße Tira