Re: Andrea — meine Erlebnisse
Verfasst: Di 30. Dez 2014, 10:21
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27.12.2014
Eigentlich hatte ich für dieses Jahr keinen Opernbesuch mehr geplant. Doch dann las ich in der Zeitung, dass im Eduard-v.-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz zwei ganz selten gespielte einaktige Opern von Albert Lortzing (1801 - 1851) zur Aufführung kommen: "Der Weihnachtsabend" und "Andreas Hofer". Letztere um den bekannten Tiroler Freiheitskämpfer wurde hier sogar erstmals aufgeführt, nachdem das Werk, 1832 fertiggestellt, wegen des damals äußerst brisanten Stoffes verboten worden war und seit dem in irgendeinem Archiv vor sich hin schmorte.
Zwei derartige Raritäten lässt sich eine Opernliebhaberin natürlich nicht entgehen und ich bitte um Nachsicht bei all denjenigen, die das Wort Oper schon nicht mehr hören bzw. lesen können.
Meinen Koffer hatte ich bereits am Vorabend gepackt. Nachdem ich mich als Andrea zurechtgemacht hatte, gab es noch einige Einkäufe zu erledigen. Das war diesmal (wieder) ganz entspannt im Zentrum meiner Heimatstadt möglich. Ich wusste, dass meine Exfrau verreist ist und brauchte eine unangenehme Begegnung mit ihr nicht zu befürchten. Kleidungsmäßig hatte ich mich für meinen knielangen Karorock, ein grünes Langarmshirt, braune Strumpfhosen und Stiefeletten in der gleichen Farbe entschieden. Draußen kam dann noch mein cremefarbener Anorak darüber.
Ich ging dann noch in ein Damenmodegeschäft, wo schon mehrmals etwas gekauft hatte und wurde auch diesmal fündig: eine weiß-grau gestreifte Strickjacke und einen blau-schwarzen Schal. So konnte ich endlich einmal den Gutschein einlösen, den ich vor einigen Monaten zum Geburtstag geschenkt bekam.
Gleich nach dem Mittagessen machte ich mich auf den Weg ins Erzgebirge nach Annaberg-Buchholz. Nach 2 Stunden Busfahrt hatte ich mein Ziel erreicht. Die wenigen hundert Meter Fußweg bis zu Hotel hatten es durchaus in sich. Zum ersten Mal in diesem Winter war Schnee gefallen und der Gehweg entsprechend glatt. Da musste ich auf der abschüssigen Straße schon aufpassen, um nicht eher unten zu sein, als mir lieb war.
Nachdem das Einchecken wie üblich ohne Probleme vonstattenging und ich meinen Koffer aufs Zimmer gebracht hatte, machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Es bot sich an, dabei einen kurzen Blick in die Bergkirche St. Marien gleich neben dem Marktplatz zu werfen. Eine zwar nur kleine Kirche, die aber auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann und in den vergangenen Jahren liebevoll rekonstruiert wurde.
Wieder zurück im Hotel, galt es, mich für die Opernaufführung zurechtzumachen. Ich zog wie vorgesehen mein neues dunkelgrünes Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und einige Accessoires (Gürtel, Halskette, Handtasche) auch in Weiß. Ich überlegte noch, ob ich für den Weg zum Theater meine Stiefeletten anziehe und vor Ort die Schuhe wechsele, entschied mich aber dagegen und zog nur meinen cremefarbenen Anorak darüber. Bei schätzungsweise -5-°C Außentemperatur waren die Pumps zwar nicht ganz passend, und es wurde in der Tat etwas kalt an den Füßen, aber für einige hundert Meter war es auszuhalten. Natürlich musste ich auch hier aufpassen, nicht auszurutschen.
Im Theater angekommen, habe ich zunächst an der Abendkasse meine bestellte Karte abgeholt und meinen Anorak an der Garderobe abgegeben. Es blieb noch etwas Zeit, durchs Haus zu schlendern und die anderen Besucher zu beobachten. Klar die meisten waren angemessen gekleidet, aber einige Leute beiderlei Geschlechts sahen eher aus wie beim Einkauf im Supermarkt. Ich denke, ich kann mich mit ruhigem Gewissen zur ersten Gruppe zählen.
Die beiden kleinen einaktigen Opern klangen ganz nett, boten aber sonst nichts besonders spektakuläres. Der Reiz des Besuchs einer Aufführung liegt wohl eher darin, derartige Raritäten überhaupt mal gesehen und gehört zu haben. Eben wegen der äußerst seltenen Aufführungen finden sich so gut wie keine näheren Informationen zu den Werken, außer einigen Pressemitteilungen zu der Annaberger Aufführung, z.B. hier:
http://www.der-neue-merker.eu/annaberg- ... raritaeten
Das kleine Theater war übrigens fast ausverkauft. Ob es an den Stücken lag oder an der um die Weihnachtszeit allgemein stärkeren Nachfrage nach Theaterkarten sein dahingestellt. Mir hat es ganz gut gefallen und ich begab mich über die nach wie vor tückisch glatten Gehwege zurück zum Hotel.
27.12.2014
Eigentlich hatte ich für dieses Jahr keinen Opernbesuch mehr geplant. Doch dann las ich in der Zeitung, dass im Eduard-v.-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz zwei ganz selten gespielte einaktige Opern von Albert Lortzing (1801 - 1851) zur Aufführung kommen: "Der Weihnachtsabend" und "Andreas Hofer". Letztere um den bekannten Tiroler Freiheitskämpfer wurde hier sogar erstmals aufgeführt, nachdem das Werk, 1832 fertiggestellt, wegen des damals äußerst brisanten Stoffes verboten worden war und seit dem in irgendeinem Archiv vor sich hin schmorte.
Zwei derartige Raritäten lässt sich eine Opernliebhaberin natürlich nicht entgehen und ich bitte um Nachsicht bei all denjenigen, die das Wort Oper schon nicht mehr hören bzw. lesen können.
Meinen Koffer hatte ich bereits am Vorabend gepackt. Nachdem ich mich als Andrea zurechtgemacht hatte, gab es noch einige Einkäufe zu erledigen. Das war diesmal (wieder) ganz entspannt im Zentrum meiner Heimatstadt möglich. Ich wusste, dass meine Exfrau verreist ist und brauchte eine unangenehme Begegnung mit ihr nicht zu befürchten. Kleidungsmäßig hatte ich mich für meinen knielangen Karorock, ein grünes Langarmshirt, braune Strumpfhosen und Stiefeletten in der gleichen Farbe entschieden. Draußen kam dann noch mein cremefarbener Anorak darüber.
Ich ging dann noch in ein Damenmodegeschäft, wo schon mehrmals etwas gekauft hatte und wurde auch diesmal fündig: eine weiß-grau gestreifte Strickjacke und einen blau-schwarzen Schal. So konnte ich endlich einmal den Gutschein einlösen, den ich vor einigen Monaten zum Geburtstag geschenkt bekam.
Gleich nach dem Mittagessen machte ich mich auf den Weg ins Erzgebirge nach Annaberg-Buchholz. Nach 2 Stunden Busfahrt hatte ich mein Ziel erreicht. Die wenigen hundert Meter Fußweg bis zu Hotel hatten es durchaus in sich. Zum ersten Mal in diesem Winter war Schnee gefallen und der Gehweg entsprechend glatt. Da musste ich auf der abschüssigen Straße schon aufpassen, um nicht eher unten zu sein, als mir lieb war.
Nachdem das Einchecken wie üblich ohne Probleme vonstattenging und ich meinen Koffer aufs Zimmer gebracht hatte, machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Es bot sich an, dabei einen kurzen Blick in die Bergkirche St. Marien gleich neben dem Marktplatz zu werfen. Eine zwar nur kleine Kirche, die aber auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann und in den vergangenen Jahren liebevoll rekonstruiert wurde.
Wieder zurück im Hotel, galt es, mich für die Opernaufführung zurechtzumachen. Ich zog wie vorgesehen mein neues dunkelgrünes Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und einige Accessoires (Gürtel, Halskette, Handtasche) auch in Weiß. Ich überlegte noch, ob ich für den Weg zum Theater meine Stiefeletten anziehe und vor Ort die Schuhe wechsele, entschied mich aber dagegen und zog nur meinen cremefarbenen Anorak darüber. Bei schätzungsweise -5-°C Außentemperatur waren die Pumps zwar nicht ganz passend, und es wurde in der Tat etwas kalt an den Füßen, aber für einige hundert Meter war es auszuhalten. Natürlich musste ich auch hier aufpassen, nicht auszurutschen.
Im Theater angekommen, habe ich zunächst an der Abendkasse meine bestellte Karte abgeholt und meinen Anorak an der Garderobe abgegeben. Es blieb noch etwas Zeit, durchs Haus zu schlendern und die anderen Besucher zu beobachten. Klar die meisten waren angemessen gekleidet, aber einige Leute beiderlei Geschlechts sahen eher aus wie beim Einkauf im Supermarkt. Ich denke, ich kann mich mit ruhigem Gewissen zur ersten Gruppe zählen.
Die beiden kleinen einaktigen Opern klangen ganz nett, boten aber sonst nichts besonders spektakuläres. Der Reiz des Besuchs einer Aufführung liegt wohl eher darin, derartige Raritäten überhaupt mal gesehen und gehört zu haben. Eben wegen der äußerst seltenen Aufführungen finden sich so gut wie keine näheren Informationen zu den Werken, außer einigen Pressemitteilungen zu der Annaberger Aufführung, z.B. hier:
http://www.der-neue-merker.eu/annaberg- ... raritaeten
Das kleine Theater war übrigens fast ausverkauft. Ob es an den Stücken lag oder an der um die Weihnachtszeit allgemein stärkeren Nachfrage nach Theaterkarten sein dahingestellt. Mir hat es ganz gut gefallen und ich begab mich über die nach wie vor tückisch glatten Gehwege zurück zum Hotel.