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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Sa 30. Aug 2025, 11:04
von Joan Autumn
Vicky Rose,

Ich kann das sehr gut nachempfinden. Ganz ehrlich: kein Geschwurbel, sondern gut beschrieben. Aber ich habe keine Antworten- vielleicht noch nicht.

Schöne Ferien
Joan

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: So 31. Aug 2025, 11:47
von Ninadieflocke
Liebe Vicky_Rose,
wirklich nach-denkenswerte Überlegungen!
Gruß Nina

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 29. Sep 2025, 11:59
von ExUserIn-2026-04-08
ChristinaF hat geschrieben: Fr 29. Aug 2025, 10:55 wenn du wieder mit deinem "Geschwurbel" von dir hören läßt.
Ihr habt es so gewollt...

Der Urlaub war sehr schön. 4 Wochen auf dem Segelboot in den NL unterwegs. Das Wetter war auch besser als zuhause.

Ich war mit meiner Frau im MM unterwegs. Anfangs hatte ich etwas Sorge, wie ich mich eine so lange Zeit ohne en femme zu sein fühlen werde. Deshalb war wenigstens die passende Unterwäsche dabei. Wer es noch nicht weiß, meine Frau ist informiert und hat mich auch schon en femme gesehen, war aber nicht so glücklich darüber. Trotzdem toleriert sie meine weiblich orientierten Interessen. Zu tieferen Gesprächen hat das bisher nicht geführt. Die erste Woche ging noch ganz gut aber dann wurde meine Stimmung etwas trüber. Jede Nacht lag ich längere Zeit wach und was mir nachts so klar war, habe ich an den scheinbaren Realitäten am Tage in Zweifel gezogen. Immer ein hin und her. In der letzten Woche habe ich dann alleine einen Ausflug in meinen Lieblings-2nd-Hand-Shop in den NL gemacht und diese 3 Stunden haben mir sichtlich gut getan. Ich war wieder besser in Stimmung. Am nächsten Tag hat meine Frau noch einen Spaziergang gemacht, so dass die Gelegenheit genutzt habe, um meine neuen Sachen auszuprobieren. Natürlich kam sie früher zurück und sah mich gerade als ich BH ein neues Oberteil anprobieren wollte. Wir waren beide ziemlich überrascht und ich habe meine Sachen zusammen gepackt. Das war vorgestern. Darüber gesprochen haben wir nicht und sie hat auch keine Ablehnung mir gegenüber gezeigt.

Fazit: Dieses Herumeierern mit faulen Kompromissen muss jetzt ein Ende haben. Ich kann meine Weiblichkeit nicht nach einem Stundenplan leben, dass es meine Frau das nicht miterlebt.

Als ich heute morgen sehr früh wach wurde, grübelte ich noch eine Weile vor mich hin. Es ist ganz klar: es geht nicht ohne, Beziehung hin oder her. Und ich habe mich dazu gezwungen, das Gespräch zu beginnen, in dem ich das Frühstück en femme zubereitet habe und mich ihr so präsentierte. Wir haben jetzt nicht lange miteinander gesprochen. Die einzige Frage, die sie stellte war, ob ich jetzt immer so rumlaufen wolle. Ich habe die Frage ausweichend beantwortet und den Hauptaspekt darauf gelegt, dass das ein teil meiner Perönlichkeit ist, den ich nicht umgehen kann. Ab jetzt liegt das Thema auf dem Tisch.

Noch während des Gesprächs ist mir klar geworden, wie sehr ich die Frau in mir immer mehr aus ihrem Schneckenhaus kommt. Als ich nach dem Gespräch mich für das Büro (dort weiß niemand von meiner weiblichen Seite) fertig gemacht habe, ist mir vor dem Spiegel bewusst geworden, dass die Zeit der "Spielereien" und Grübeleien zu Ende geht. Ich habe ein ganz anderes Empfinden meiner Selbst als frau und es ist mir bewusst geworden, dass ich eine Transition anstrebe (Leben als Frau und, Stand heute, keine körperlichen Veränderungen). Das wird sicher nicht über Nacht passieren, da ich meine Frau mitnehmen will. Da ich in zwei Jahren in Ruhestand gehe, werde ich das Thema auf der Arbeit auch nicht auf die Tagesordnung setzen. Aber das wäre für mich der Zeithorizont, den ich anstrebe.

Ich zittere am ganzen Körper, wenn ich nur daran denke, dass das wahr wird. Und es fühlt sich total gut an ...

Edit: ich war gerade bei meinem Optiker, da ich mich auf meine Brille getzt habe. Als der Reparaturauftrag abgeschlossen war, bin ich noch zu den Damengestellen gegangen und habe ein paar Gestelle ausprobiert. Ich habe bereits zwei Gestelle aus dem Damensortiment, doch mit dem Gefühl als Frau vor dem Spiegel zu stehen, hat sich alles noch viel besser angefühlt...

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 29. Sep 2025, 12:13
von Daniela04
Liebe Vicky

Ich habe Dein Bericht mit Spannung gelesen, man sieht es an Deinen Zeilen an, Du fühlst Dich im MM nicht mehr wohl und möchtest diese Ketten sprengen.
Dir ist es auch bewusst, dass das ein langer Weg sein, weil Du die Beziehung behalten möchte. Ich drücke Dir die Daumen!
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 29. Sep 2025, 11:59 Ich zittere am ganzen Körper, wenn ich nur daran denke, dass das wahr wird. Und es fühlt sich total gut an ...
Die Planung ist schon die halbe Miete, es freut mich sehr dass Du Dich freust.

Herzlicher Gruss
Daniela

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 29. Sep 2025, 12:16
von Anne-Mette
Moin,
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 29. Sep 2025, 11:59 hat sich alles noch viel besser angefühlt...
Ich hoffe, ihr komt weiter "ins Gespräch", bleibt dabei - und findet Lösungen, damit dass du das häufiger sagen und empfinden kannst.

Alles Gute dabei und dafür
Herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 29. Sep 2025, 18:21
von Alicia
Liebe Vicky,

deine Gefühle kann ich nachvollziehen. Vielen Dank, dass du sie mit uns teilst. Mir geht es wesentlich besser, wenn ich in den "richtigen" Klamotten stecke. In Sachen Akzeptanz durch die Partnerin falle ich hier etwas aus der Reihe, da mich mein Schatz sogar bestärkt, meine feminine Seite auszuleben. Leider geht das auch nur daheim, bei Ausflügen und im Urlaub. Das tut mir echt leid, dass du ausgerechnet im Urlaub zurückstecken musstest. Ich drücke dir die Daumen, dass deine Frau sich einen Ruck gibt und sich an deine "neue" Erscheinungsform etwas gewöhnt. Mein Ziel hinsichtlich Leben als Frau deckt sich gut mit deinem. Noch die letzten beiden Jahre durch den Job im MM, und dann Bühne frei...
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 29. Sep 2025, 11:59 ...bin ich noch zu den Damengestellen gegangen und habe ein paar Gestelle ausprobiert. Ich habe bereits zwei Gestelle aus dem Damensortiment, doch mit dem Gefühl als Frau vor dem Spiegel zu stehen, hat sich alles noch viel besser angefühlt...
Den Effekt kenne ich auch. Neulich, nach dem CSD, sind wir in einen Optikerladen rein, weil meine Frau ihr Nasenfahrrad anpassen lassen wollte. Da bin ich auch durch die Damenabteilung und habe probiert. Suuuper Gefühl. Plötzlich stand der nette Optiker vor mir und hat die rote Brille und mich wiedererkannt, die er mir vor einem Jahr in einem anderen Geschäft verkauft und angepasst hat. Damals allerdings im Hybridmodus, dieses Mal en femme. Er zeigte sich sehr angetan von meinem Aufzug. :lol:

Liebe Grüße und Kopf hoch, Alicia. (ki)

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 29. Sep 2025, 18:48
von Manuelaw
Liebe Vicky,

das kenne ich. Ich bin auch lieber als Frau unterwegs. Ich habe den Vorteil dass ich es gut ausleben kann und mein bedürfnis komplett als Frau zu leben sich noch die Waage hält, was wahrscheinlich irgendwann mehr ausbrechen wird. Allerdings hätte ich auch gerne eine Frau, mit der ich zusammen leben kann und mich dabei unterstützt. Da habe ich leider bis jetzt keine gefunden.

Liebe Grüße Manuela

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 29. Sep 2025, 19:47
von Desiree Maxima
Liebe Vicky,

Du beschreibst in Deinem Beitrag sehr vieles von dem, was ich zum Teil ebenfalls mit meiner Freundin an offenen Themen habe.

Sie will nichts von Desiree wissen und jedesmal wenn ich das Gespräch darauf bringe, ist sie sehr kurz angebunden. Ich glaube u.a. auch deswegen traue ich mich Ihr (noch) nicht en femme zu zeigen. Bei meinem Outing letzten November habe ich mir bewusst die Zehennägel von meinem Ausgang am Vortag noch lackiert gelassen, um sie ihr zu zeigen und sogar da überkam mich eine gewisse Scham.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 29. Sep 2025, 11:59 Ich zittere am ganzen Körper, wenn ich nur daran denke, dass das wahr wird. Und es fühlt sich total gut an ...
Ich wünsche Dir, daß Du und Deine Frau eine gemeinsame Basis findet und daß Du Deinen Weg weitergehen gehen kannst.

Alles Liebe
Desiree

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 06:49
von ExUserIn-2026-04-08
Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich lebe jetzt tatsächlich en femme. Das ist mit tiefen und guten Gefühlen verbunden. Ich habe auch keine Angst mehr, in Gespräche einzusteigen. Ich habe so lange daran gearbeitet und es selber nicht wirklich wahrhaben wollen, dass ich tatsächlich so leben möchte. In meinem Kopf hat sich etwas verandert. Es gibt da keine Scham mehr, sondern nur noch den Wunsch so zu leben, wie es mir gerecht wird. Mit meiner Frau gehe ich es langsam an. Dass sie mich bisher soweit es sie selber nicht betrifft, akzeptiert hat, empfinde ich schon als großen Schritt. Eine Transition ist noch nicht im Gespräch und da haben wir ja auch noch Zeit.

Hier ein Bild von gestern mit einer "Beute" aus dem 2nd-Hand-Shop:
DSC_2747_01_klein.jpg
Auf dem T-Shirt steht:
"JUST START
WHERE YOU ARE.
USE WHAT YOU HAVE.
AND DO WHAT YOU CAN."

Ist das nicht ein passendes Motiv ?

---))) :()b

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 08:29
von Violetta-TransFlower
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 06:49 Ich lebe jetzt tatsächlich en femme. Das ist mit tiefen und guten Gefühlen verbunden. Ich habe auch keine Angst mehr, in Gespräche einzusteigen. Ich habe so lange daran gearbeitet und es selber nicht wirklich wahrhaben wollen, dass ich tatsächlich so leben möchte. In meinem Kopf hat sich etwas verandert....
Liebe Vicky, (dr)

Vielen Dank für Deine Beiträge in Deinem Thema.

Herzlichen Glückwunsch sage ich dazu, daß Du es in so kurzer Zeit hinbekommen hast, als Frau zu leben. (super)
Tust Du das jetzt auch auf Arbeit ?

Du schreibst oft, daß vieles noch Zeit hat, ich selbst nutze und genieße jede Minute, deswegen rufe ich Dir zu: Verliere keine Zeit.
Zeit in Unserem Dasein ist das Wichtigste neben unserer Gesundheit, das finde ich jedenfalls.

Ein wirklich schönes Bild von Dir hast Du online gestellt und ein gutes Motto auf Deinem neuen Shirt. (ap)
Der Blick von Deinem Balkon würde mich noch interessieren, kannst Du mir das mal zeigen ?


Alles Gute weiterhin bei Deiner Entwicklung wünscht Dir
Deine Violetta💜

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 09:51
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Violetta,
Violetta CD hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 08:29 daß Du es in so kurzer Zeit hinbekommen hast, als Frau zu leben
na ja, es waren schon einige Jahrzehnte. Die meisten kennen den Anfang in ähnlicher Weise von sich selber. In den 1970ern Kleidung von Mutter und Schwester probiert, in den 80ern die erste Bude und der Kauf von FSH und Badeanzug mit hochrotem Kopf, in den 90ern das Verstecken der Kleidung vor der eigenen Frau und der Beginn des Internets mit den neuen Möglichkeiten. Jetzt erst begann sehr zaghaft die Aufbereitung der Schuld- und Schamgefühle. In den 00er Jahren ein Theaterworkshop en femme und das erste Mal unter Menschen sowie Beginn der intnesiven Aufarbeitung der eigenen Gefühle. in den 2010er Jahren neues Glück in der Partnerschaft und erste Versuche alleine en femme auf begrenzte Zeit im Urlaub zu leben und dann in den 20er-Jahren die 4-wöchige Reha en femme mit vielen Kontakten. Es gibt eine lange Reihe der Entwicklung mit viel hin und her in den Gefühlen und eigentlich war klar, dass am Ende fast nur eine Transition stehen konnte. Aber ich konnte nicht wirklich ja sagen. Ich bedaure keinen cm dieses Wegs. Ich habe die Zeit gebraucht und nicht verplempert. Und was heute für mich zählt, ist der Augenblick, das Jetzt, das mich regelrecht beseelt.
Violetta CD hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 08:29 Tust Du das jetzt auch auf Arbeit ?
Ich habe in der Vergangenheit schon darüber nachgedacht und ich bin mir heute zu 95% sicher, dass ich das nicht machen werde. Ich habe noch zwei Jahre zu arbeiten und den Stress tue ich mir nicht an, zumal ich erst die Situation zuhause so weit geklärt haben will, bevor ich damit nach außen gehe. Da habe ich klare Prioritäten. Aber man soll ja niemals nie sagen. Wenn "über Nacht" eine Klärung der Situation zuhause entstünde, könnte ich es mir vorstellen.
Violetta CD hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 08:29 Verliere keine Zeit.
Zeit in Unserem Dasein ist das Wichtigste neben unserer Gesundheit, das finde ich jedenfalls.
Vielleicht ist klarer geworden, wie ich meine Zeitschiene sehe. Es hat für mich so seine Richtigkeit. Jetzt sofort loszulaufen und den Personalausweis zu ändern, käme mir zu schnell, auch wenn ein "Viktoria Rose" im Pass, bei der Bank etc. schön wäre. Ich habe mir diesen Namen vor über 10 Jahren zugelegt, aber jetzt wird er nochmal mit anderem Leben gefüllt. Ich bin Viktoria Rose. Das ist richtig cool...
Violetta CD hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 08:29 Ein wirklich schönes Bild von Dir hast Du online gestellt
Vielen Dank. Ich mach seit über 10 Jahren intensiv Bilder von mir en femme. Ich habe gerade begonnen, mir aus den Jahren die schönsten Bilder heraus zu suchen, um mir meine Entwicklung zu verdeutlichen. Mir ist dabei aufgefallen, dass gerade in den letzten Jahren meine Entwicklung zur "bekennenden Frau" sehr deutlich wird. Hier noch ein aktuelles Bild:
DSC_2653_01_klein.jpg
Violetta CD hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 08:29 Der Blick von Deinem Balkon würde mich noch interessieren, kannst Du mir das mal zeigen ?
Schwierig, heute ist alles diesig. Ich habe nur ein älteres Bild aus dem Obergeschoss kurz nach dem Hausbau im Winter. Damals stand der Balkon noch nicht. Aber vielleicht gibt es Dir einen Eindruck.
Clipboard01.jpg

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 10:53
von Franzi42
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 06:49 In meinem Kopf hat sich etwas verandert. Es gibt da keine Scham mehr, sondern nur noch den Wunsch so zu leben, wie es mir gerecht wird.
Wow, das ist doch ein riesiger Schritt!
Glückwunsch!
Deine Frau wird dadurch die Chance bekommen, ihre Glaubenssätze anzuschauen und zu spüren, was (bzw. wer :)) ihr wirklich wichtig ist.
Liebe Grüße
Franzi

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 12:26
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Franzi,
Franzi42 hat geschrieben: Di 30. Sep 2025, 10:53 ihre Glaubenssätze anzuschauen und zu spüren,
Du drückst aus, was ich in vielen Nächten bereits gedacht habe. Es wäre aber mMn nicht sinnvoll, dieses Thema anzusprechen, da ich darauf vertraue, dass sie diese Schritte von alleine gehen wird. Damit wären sie mit Sicherheit auch dauerhafter. Ich habe da volles Vertrauen ihr gegenüber. Letzlich die Folge daraus sind nicht absehbar.

Im Übrigen ist diese Auseinandersetzung auch für mich von großer Bedeutung, da es mir hilft, meine Glaubenssätze zu hinterfragen. Sie fragte mich einmal, warum mir denn Kleidung so wichtig wäre. Warum könne ich denn nicht Weiblichkeit als Mann leben ? Ich habe eine Weile für eine Antwort gebraucht. Es ist Kommunikation und die Repräsentation des Imaginären. Etwas, was in mir verankert ist und für das sich keine ausreichende Beschreibung finde lässt. Es ist der ausdruck meines Lebensgefühls. Und es macht auch einfach nur Spaß ... ;-)

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 12:29
von ChristinaF
Liebe Vicky,
ich kann dich sehr gut verstehen und auch nachfühlen, was du alles geschrieben hast. Ich glaube, dass es vielen Mädels hier ähnlich geht oder ergangen ist. Denn irgendwann geht das mit dem Verstecken oder Leben als "Teilzeitfrau" nicht mehr. Der innere Druck wird dann so groß, dass du entweder als Mensch tatsächlich "verkommst" oder endlich so leben wirst, als was du dich fühlst.
Ich wünsch dir auf deinen Weg alles Gute und lass dich nicht entmutigen oder stell nicht alles in Frage, wenn dein neues Leben als Frau nicht so ankommen sollte.
LG Christina

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Sep 2025, 12:56
von ExUserIn-2026-04-08
Ich bin gerade sehr produktiv ...

Ich lese gerade bei Elisabeth Duval im Buch "Nach Trans" einen Absatz, den ich gerne mit Euch teilen möchte:
Niemand entscheidet sich freiwillig und guter Dinge für die alltägliche Routine, sich auf dem Nachhauseweg durch enge Gassenbedroht zu fühlen, sich geringgeschätzt und sexualisiert zu wissen, eine untergeordnete Rolle zu spielen, die der Dekoration oder der Quotenvertreterin. Wäre es mir möglich, keine Frau zu sein, dann wäre ich keine. Es ist aber nun einmal so , dass ich mir aus Gründen, die sich mir entziehen und die ich mir nicht ausgesucht habe, niccht vorstellen kann, denn als Frau, und dass ich, wenn ich den Rest meiner Tage so leben müsste, als wäre ich ein Mann, nicht in der Lage wäre, morgens auch nur aufzustehen.
Sehr treffend ausgedrückt, wie ich finde. In den letzten Jahren ist es mir tatsächlich immer schwerer gefallen, aufzustehen. Das Leben wurde immer öder, obwohl ich in besten Verhältnissen leben kann. Eine vertrauensvolle Beziehung, gute und sinnvolle Arbeit, gutes Gehalt, schönes Haus ... Aber wie ich in der Reha und bei früheren Versuchen en femme zu leben, stehe ich mit dem Gedanken, wieder einen Tag als Frau verbringen zu können, mit Leichtigkeit und Fröhlicheit auf. Irgendwie seltsam und schön...