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Re: Blutengel

Verfasst: Sa 30. Apr 2022, 00:20
von Stephanie
Sandras Cousin veräppelt

Der Arbeitstag heute ist auch eher ruhig. Abends ist wieder Üben mit der Band. Nach Feierabend fahre ich erst zu Sandra. Mit Oma Willi wechsele ich draußen ein paar Worte. Die Katzen wuseln uns um die Beine. "Zum Mittag haben sie schon ihre Portion bekommen", sagt Oma Willi. "Alles klar", sage ich lachend, "jetzt werde ich bezirzt. Vielleicht lasse ich ja was springen." "Ein Leckerli geht immer", sagt Oma Willi. "Genau", sage ich und gehe rein, die Katzen immer dicht bei mir. In der Wohnung laufen sie gleich in die Küche. "Ihr seid so Granaten", sage ich zu den Katzen. Dann hole ich die Leckerlis raus und gebe sie ihnen. Allerdings stelle ich den Katzen kleine Aufgaben, die sie natürlich locker umgehen. Während ich den beiden zuschaue, klingelt Sandras Telefon. Auf dem Display steht eine Telefonnummer mit Stuttgarter Vorwahl. "Hm, Ist das vielleicht der Pflegefall?" denke ich mir. Einmal tief Luft geholt, dann melde ich mich. Ich verstelle leicht die Stimme und benutze einen leicht berlinerischen Dialekt: "Jana Krokoschinski, bei Sandra van Rick?" "Äh, ja, äh hier ist Sebastian", sagt tatsächlich der Idiot von Cousin, "äh äh, ist Sandra da?" Ich bleibe bei dem Dialekt. "Nee, tut mir Leid, sie ist noch auf der Arbeit", sage ich. Ich muss die ganze Zeit unterdrücken, dass ich laut loslache. "Ja, äh, und wer bist Du?" fragt der weiter. "Habe ich doch gesagt, Jana bin ich", sage ich. "Ja, OK, aber wie stehst Du zu Sandra?" fragt der Knallkopp weiter. "Ach so", sage ich. Ich muss mich echt zwingen, das so weiterzuspielen. "Ja, ich bin eine Kollegin und musste sie neulich trösten, als sie völlig fertig war nach einem Streit mit ihrer Lebensgefährtin", sage ich. Ich bin auf einmal mitten in einer Verarschungsnummer, und es macht mir auch noch einen riesen Spaß. "Ah ja, weißt Du warum die sich gestritten haben?" fragt Basti. "Nee, aber die Steffi hat wohl Schluss gemacht", antworte ich fies. Irgendwie nehme ich eine Art von Erleichterung in seiner Stimme war. "Ach das ist ja ein Ding, sie waren doch so glücklich", sagt der Penner. Das ist jetzt ja völlig geheuchelt. "Und bist Du jetzt die Freundin von Sandra?" fragt der jetzt plump. "Wird wohl dann so sein", sage ich gespielt treudoof. "Ach noch eine Frage", sagt der Penner, "wird bei Sandra renoviert oder umgebaut?" Nöö, nicht dass ich wüsste", sage ich leicht irritiert. "Ah ja, ich rufe dann später noch mal an, wenn Sandra dann wieder da ist", sagt der noch. "Ist OK", sage ich und verabschiede ich mich. Nachdem ich aufgelegt habe, muss ich erstmal laut losprusten.

Nachdem ich mich halbwegs beruhigt habe, setze ich mir erstmal einen Tee auf. Mit dem Tee gehe ich dann runter zum Fluss und setze mich da auf einen bequemen Liegestuhl. Dann fällt mir nochmal seine letzte Frage ein, wo er nach einer eventuellen Renovierung fragte. "Na klar, das ist wegen der Abhörgeräte", denke ich, "irgendwie muss er sich ja einen Reim darauf machen, dass keine Signale bei ihm auflaufen. Wäre zumindest ein Indiez." Ich überlege, was da jetzt aus diesem Anruf entstehen könnte und wie ich das Sandra beibringe. Irgendwie muss ich die ganze Zeit grinsen. Auf dem Fluss ist heute einiges los, etliche Boote sind unterwegs. Von oben, vom Haus kommen zwei Leute, eine Frau, ein Mann herunter. Sie tragen ein Zweier-Kajak. Ich schaue hin und lächele sie lieb an. "Hallo", sage ich dann. "Ja auch Hallo", sagt die Frau, "jetzt sehen wir uns mal von Nahen." "Ja, ihr seid von oben aus er WG?" frage ich lächelnd, "irgendwie hatte ich noch gar nicht die Zeit mich mal vorzustellen." In Sandras Haus gibt es noch mehr Parteien. Das Haus hat noch zwei Stockwerke und einen riesigen Dachboden. Unten wohnt ja Sandra, in der ersten Etage Oma Willi. Neben ihrer Wohnung gibt es noch eine Wohnung, wo demnächst ein junges Paar einzieht. Derzeit renovieren sie noch. In der zweiten Etage sind zwei große Wohnungen, die als WG für jeweils vier Personen ausgelegt sind. Dort wohnen allesamt Studenten (Braunschweig ist auch Universitätsstadt). Dementsprechend ist auch immer gut was los im Haus. "Ja wir sind oben links in der WG", sagt die Frau, "ich bin Leonie." "Und ich bin Phillip", sagt er. "Angenehm, ich bin Stefanie, Lebensgefährtin von Sandra", sage ich nett. "Ja, so ein bisschen haben wir ja schon von Dir mitbekommen", sagt Leonie. "Von Oma Willi, wahrscheinlich", sage ich grinsend. "Genau", antwortet Leonie lächelnd. "Na dann werden wir uns ja in nächster Zeit öfter über den Weg laufen", sagt Phillip. "Mit Sicherheit", sage ich lächelnd. Dann legen sie ihr Kajak ins Wasser und steigen ein. "Seid ihr eigentlich ein Paar?" frage ich. "Eher gute Freunde", sagt Phillip, während Leonie mit dem Auge zwinkert. Ich zwinkere daraufhin zurück. Die beiden paddeln dann los. Das sieht auch so aus, als hätten sie das schon oft gemacht.

Ich bleibe noch eine Weile sitzen und trinke meinen Tee. Immer mal wieder kommt ein Boot vorbei. Ein Stück weiter den Fluss hoch ist auch ein Bootsverleih. Ein Blickfang scheine ich auch zu sein, ich werde öfter angeschaut und auch nett begrüßt. Dann kommt ein größeres Schlauchboot vorbei. Vier Männer sitzen drin. Einer müht sich ab, das Boot halbwegs auf Kurs zu halten. Die anderen glotzen mich regelrecht an. "Wo ist denn der blonde Engel, der hier sonst immer sitzt?" fragt einer der Glotzer. "Nicht da!" antworte ich frech. "Das rote Teufelchen ist aber auch niedlich", sagt ein anderer Glotzer. "Da sprichst Du aber was gaaaanz großes gelassen aus", sage ich leicht abwertend. "Äh, äh, wieso", stottert der Typ. "Ich hole gleich mein Teufelswerkzeug und schicke euch zur Hölle", sage ich und lege jetzt einen miesen, leicht erotischen Blick auf, was zur völligen Verunsicherung der Typen führt. Am Baum hinter mir lehnt ein Gartendreizack zum Boden auflockern. Da ich sowieso langsam los muss, stehe ich auf, hole das Gartengerät. "So, dass kleine Teufelchen sorgt jetzt dafür, das ihr statt vorwärts abwärts fahrt", sage ich grinsend. Besorgt manövrieren sie ihr Billig-Schlauchboot von mir weg und verziehen sich langsam. "Tse", sage ich nur. Ich nehme meine leere Teetasse und gehe zum Haus zurück. Das Gartenwerkzeug lehne ich wieder an den Baum. Oma Willi steht etwas hinter mir, mit einer jungen Frau zusammen. "Du bist ja locker drauf", sagt die junge Frau. "Danke", sage ich und reiche ihr meine Hand, "gestatten Stefanie." "Gerne, Viola", antwortet sie und reicht mir ihre Hand. "Du wohnst auch in den WGs?" frage ich. "Genau und ich bin ja ein bisschen neugierig, mal schauen wer Du so bist." "Und? Habe ich Dich enttäuscht?" frage ich lächelnd. "Nein, nein, gar nicht", antwortet Viola. "Ich muss mal einen Antrittsbesuch machen, bei euch oben", sage ich grinsend. "Na klar, irgendwer ist immer da", sagt Viola. "Das sieht so nach Aufbruch auf", sagt Oma Willi. "Ja ich fahr jetzt zum Üben mit der Band", antworte ich. Das muss ich Viola erstmal genauer erklären. "Das ist ja cool", sagt sie daraufhin.

Ich fahre zeitig los und komme pünktlich am Übungsraum an. Als ich aus dem Auto steige kommt Tom vom See her eilig über den Platz gelaufen. Zusammen gehen wir in das Treppenhaus. "Na, der See ist euer neues Zuhause, was?" flaxe ich leise. "Steffi, das ist total toll mit Antje", sagt er leise, "und auf dem Wasser macht es nochmal so viel Spaß. Das ist ganz ihr Ding." "Kann ich nachvollziehen", sage ich, "ich mag das auch so." Dann gehen wir die Treppe hoch. "Habt ihr den dicken Angler nochmal gesehen?" frage ich. "Nicht direkt", antwortet Tom, "neulich schien es als wär da jemand abends am See, aber man konnte nichts erkennen." "Hm, OK", sage ich nachdenklich. Wir betreten den Übungsraum. Die anderen sind schon da. "Na ihr beiden?" fragt Carlos und schaut uns grinsend an. Geheimnisvoll grinsen Tom und ich zurück. Tom geht an seine Schießbude. Ich lege meine blaue Strat um. "Passt nicht ganz zum Thema, aber das Ding habe ich kürzlich auf "Spotify" gefunden", sage ich und fange an, einen Riff zu spielen. "Ja geil", sagt Micha, "wieder so ein geiles Stück, was man zwar kennt, aber nicht weiß von wem." "Micha, Junge, du enttäuscht mich", sagt Tom gespielt gelangweilt an seinem Drum sitzend, nebenbei den Fuß kraulend, "das weiß man doch wer das ist." Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen und pruste laut los. Diese Seite von Tom kenne ich noch gar nicht, sonst ist er ja eher der zurückhaltende, verträumte. Da die anderen anscheinend auch nicht wissen, von wem das Stück ist, halten sie lieber den Mund, um nicht auch noch von Tom abgewatscht zu werden. Tom grinst in die Runde. Ich fange nochmal an den Riff zu spielen. Tom setzt mit den Drums ein. Ich merke, das Carlos auch die ganze Zeit am Grinsen ist. Der fängt dann auch an zu spielen. Frank, Micha und Alex sind hingegen am Staunen. Ich fange dann an zu singen. Nach dem ersten Vers stoppen wir. "Unsere "Rhythm Section" macht mich fertig", sagt Micha, "was ist denn das nun?" "Das ist "Sausalitos Summernights" von der niederländischen Band "Diesel", sagt Tom. "Weiß doch jeder", haut Carlos noch raus. Ich neige den Kopf leicht nach unten, lächele nett und klimpere mit den Augen. "Boah, ihr nun wieder", lacht Frank, "und dann noch Steffi dazu, hast Dich gut eingelebt." "Muss ja" sage ich. "Aber das Stück behalten wir mal im Hinterkopf", sagt Alex.

Dann fangen wir aber an, unser eigentliches Programm für das Hoffest abzufahren. Zwischendrin kommt Antje mit einigen Snacks herein, kurz danach taucht Sandra auf und bringt Getränke mit. "Hey hallo, Seminar ist durch?", frage ich. "Ja genau und gleich hierher und gleich Antje geholfen", sagt Sandra. Ich nehme sie zu Begrüßung in den Arm. Wir machen dann eine kleine Pause und verspeisen die Leckereien, die Antje und Sandra mit hochgebracht haben. "Steffi, wir hatten ja neulich mal drüber gesprochen, dass Du die langsameren Stücke, bzw. die Balladen singst, richtig?!" fragt Alex. "Ja hatten wir drüber gesprochen", antworte ich grinsend. "Die hat doch heute wieder den Schalk im Nacken", flaxt Micha. "Heute nur?" fragt Sandra, "eigentlich kannst Du an einer Hand abzählen, wann sie mal keinen Schalk im Nacken hat; im Jahr." "I-hi!" antworte ich. "Und du kommst damit klar?" fragt Alex Sandra. "Ja", sagt Sandra grinsend. "Im Grunde genommen habt ihr Jungs und Sandra eine Gemeinsamkeit", sage ich. "So? Welche denn?" fragt Micha. "Ihr konntet damals noch gar nicht wissen, auf was ihr euch da einlasst, mich einfach so zu kapern", antworte ich frech. "Müssen wir jetzt mit leben", sagt Carlos lachend. "So ist es", sagt Sandra lächelnd. "Und um welche Stücke geht es jetzt?" frage ich treudoof in die Runde, weil ich ja schon weiß, welche das sind. "Ey, Steffi", sagt Alex gespielt vorwurfsvoll, "das wär einmal "Country Feedback" und dann "Everybody Hurts"." "Da werde ich ja jetzt schon traurig", sage ich gespielt mit weinerlicher Stimme. "Das ist eine Schauspielerin", gackert Carlos. Sandra schaut mich stattdessen irritiert an. "Die überrascht immer wieder", sagt sie dann. Zu allem Überfluss lehne ich mich an ihre Schulter, vergrabe mein Gesicht in der Ellenbogenbeuge und schluchze gespielt. "Och man Stefanie", sagt Sandra betroffen. Ich hebe meinen Kopf und sage lächelnd: "Alles gut." "Menno, Stefanie", empört sich Sandra. "Hey, wir üben doch", sage ich dann. Sandra winkt lächelnd ab. Danach spielen wir beiden Stücke. Sandra und Antje sitzen nebeneinander und swingen leicht im Takt mit. "Kann man so lassen, glaube ich", sage ich danach. Die Jungs schütteln grinsend den Kopf.

Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Unsere Repertoire festigt sich immer mehr. Wir machen dann Feierabend und fahren vom Hof, nachdem wir uns alle noch von den Leuten in der Werkstatt verabschiedet haben. Sandra und ich fahren natürlich zu ihr. Sie bleibt die ganze Zeit brav hinter mir. Immer wenn ich in den Rückspiegel schaue, lächelt sie mich frech an. "Mal sehen, was sie im Schilde führt", denke ich mir. Wir kommen bei ihr an und parken unsere Autos unter dem großen Carport. Dann gehe wir in die Wohnung. Die Katzen begrüßen Sandra erstmal hocherfreut. Nachdem sie ihre Streicheleinheiten bekommen haben und auf Wanderschaft gehen, fragt Sandra: "Wo sind die Luftis, die Du repariert hast? "Im Pool", hauche ich ihr ins Ohr. Da zieht sie mich jetzt hin. Diesmal denkt sie sogar daran, die Tür zuzumachen. "Oh, oh", sage ich. Und schon zieht sie mich bis auf das Höschen aus. Dann legt sie den Luftsessel auf das Wasser und bugsiert mich drauf. Etwas kippelig, aber ich halte die Balance. Sandra zieht sich ebenfalls bis auf das Höschen aus. Dann zieht sie mich ran und will ebenfalls auf den Sessel. Sofort werden wir instabil, kippen nach hinten um und landen im Wasser. Als ich wieder auftauche, ist Sandra laut am Gackern. "Toller Trick", sage ich, "kann ich den nochmal sehen?" Sandra kann sich kaum einkriegen. Ich schnappe sie und gebe ihr einen leidenschaftlichen langen Kuss. Die Luftmatratze, die ich neulich zum Abstützen der Füße hatte, dümpelt neben uns. Sandra schnappt sie sich und legt sich mit ihrem Oberkörper drauf. Ich schwimme von hinten ran und ziehe mich leicht auf Sandra. "He da", sagt sie aufgeregt. Mit einer Hand halte ich mich eben falls an der Luftmatratze fest, mein andere Hand findet den Weg in ihr Höschen. "He, Stefanie, ich wollte eigentlich"¦ "¦ oooah!. "¦ uuh! "¦ja, mach weiter", stöhnt sie. Sie gibt jeden Widerstand auf, lässt sich verwöhnen und gibt sich ihrer Lust hin. Ich bringe sie mehrmals zum Schreien. Dann signalisiert sie mir liebevoll, dass sie genug hat. Nach einigen Verschnaufen vervollständigt sie ihren angefangenen Satz: "¦ dich nach Strich und Faden vernaschen." "Du kleiner geiler Engel"¦ "¦", sage ich grinsend. Sandra schaut erstaunt. "Hast Du neulich zu mir gesagt", sage ich leicht trotzig. "Hihi", sagt Sandra. Nach ein paar Minuten signalisiert sie mir, dass ich mich genauso an der Luftmatratze festhalten soll, wie sie es eben tat. Ich mache das natürlich. Sandra macht dann das Gleiche bei mir, was ich eben mit ihr gemacht habe und bringt mich natürlich komplett um den Verstand.
"Ist schon schön, so im Wasser", sage ich, als wir dann später aus dem Pool steigen und uns abtrocknen. "Und du siehst ziemlich niedlich aus, wenn deine Frisur nass ist", sagt Sandra verträumt. "Ja mal schauen, wie die echten Haare jetzt wachsen", sage ich, "wär schön, wenn das genauso aussieht." "So ist aber auch schön", sagt Sandra und gibt mir einen langen Kuss. Wir gehen zusammen noch duschen und kringeln uns dann im Bett ein.

Re: Blutengel

Verfasst: Mi 11. Mai 2022, 13:43
von Stephanie
Erste Vorbereitungen fürs Hoffest

Wir sitzen zusammen am Frühstückstisch. "Ach, da kam ich gestern nicht mehr zu, Dir das zu erzählen", sage ich, "Dein Cousin rief gestern hier Nachmittag an." Sandra schaut mich mit großen Augen an. "Und er hat nicht gleich wieder aufgelegt?" fragt sie erstaunt. "Ich grinse. "Nöö, ich habe die Stimme verstellt und mich mit Berliner Dialekt gemeldet", sage ich, "außerdem habe ich einen anderen Namen benutzt." Ich erkläre ihr das noch genauer. Sandra schaut mich von erstaunt bis erheitert an. "Hat er Dich nicht nochmal angerufen?" frage ich grinsend, "der muss doch jetzt Mega-neugierig sein, wegen deine neuen Flamme "Jana"." "Nöö, mich hat er nicht mehr angerufen", sagt Sandra, nachdem sie den AB überprüft hat, "aber Du bist ja unglaublich, Stefanie." Sandra lacht erstmal herzlich. "Aber was hast Du dir dabei gedacht?" fragt sie mich. "Na ja, hätte ich mich mit Stefanie gemeldet, hätte der wohl gleich aufgelegt", sage ich, "aber so konnte man ja ein bisschen was rauskriegen." Ich erzähle dann auch das mit dem "Renovieren", was er mich fragte. "Aha!" sagt Sandra dann. "Ja, mal schauen, ob wir noch was von ihm hören", sage ich. Sandra schaut mich mit ihrem liebsten Lächeln mit leicht geneigtem Kopf aus den Augenwinkeln an. "Auch wenn ich mich wiederhole", sagt sie lieb, "so jemanden, wie Dich habe ich noch nie kennengelernt." Dann gibt sie mir noch einen leichten Klaps auf den Hintern. "Danke", sage ich und zwinkere ihr zu. Wir gehen zu unseren Autos. "Wollen wir heute Nachmittag eventuell wieder tauchen gehen?" fragt Sandra. "Gute Idee, ich wollte eh zum See, wegen des Festes", antworte ich. "Dann hole ich vorher die Flaschen und wir treffen uns dann da", sagt Sandra. "Sehr gerne", sage ich noch, dann steigen wir in unsere Autos und fahren los.
Der Arbeitstag verläuft ruhig, auch in der Mittagspause in der Kantine ist es normal. "Langsam haben sie sich an uns gewöhnt", sage ich in unsere Runde. "Wie ich Dich mittlerweile kenne, bleibt das aber nicht so", sagt Ulrich grinsend. "Hm!" sage ich schulterzuckend und lächele geheimnisvoll. Um vier fahre ich dann los, Richtung See. Ich fahre auf den Hof. Einige sind draußen. Kalle und Wolle schrauben an einem Motorrad, bzw. machen einige Einstellungen am Vergaser. Wolle dreht dann eine Runde auf dem Hof. "Na ihr?" begrüße ich sie. Jürgen und Thomas kommen raus. "Ste-fa-nie, schön dass Du da bist", sagt Jürgen, "wir wollen dann mal so langsam planen, wie das mit der Wasserrutsche werden soll." "Klingt gut", sage ich grinsend, "ich wollte eh zum See. Sandra kommt auch gleich. Wir wollten dann wieder einen Tauchgang machen." "Das passt ja, kannst Du dann vielleicht mal schauen, warum der Steg so wackelt?" fragt Thomas. "Ja gerne", sage ich. Jetzt fährt Sandra auf den Hof. Sie parkt und wird gleich freudig von den Anwesenden begrüßt. "Danke", sagt sie lieb. Wir plaudern noch eine Runde, dann machen wir uns auf den Weg zum See. Im Bootshaus ziehen wir uns um. Die Flaschen legen wir auch schon an. Sandra überprüft noch mal alles und erklärt es mir dabei. "Wollen wir von hier aus lostauchen?" frage ich, als wir noch im Bootshaus sind. "Ja klar", sagt Sandra. Ich mache das Tor soweit auf das es grade an der Wasseroberfläche ist. "Das ist ja cool", freut sich Sandra, "da kann man schön heimlich rausschwimmen." Ich lache. "Mir ging es eher darum, dass man hier besser sitzen kann, um sich die Flossen anzuziehen", sage ich. "Oder so", sagt Sandra. Nachdem wir die Flossen angezogen haben, sage ich ihr noch, dass ich mir die vorderen Pfeiler vom Steg anschauen will. "Können wir gerne machen", sagt Sandra. "Am besten zum Schluss", sage ich. Dann gleiten wir langsam ins Wasser und setzen die Taucherbrillen auf. Dann noch das Mundstück angelegt. Sandra gibt dann das Zeichen zum Abtauchen. Sie schwimmt als erste raus. Dann schaut sie, wie ich hinterherkomme.

Wir tauchen auf die 10 m Stufe ab. Dort verweilen wir etwas und schwimmen langsam weiter. Dann geht es weiter runter auf die 20 m Stufe. Per Handzeichen erkundigt sich Sandra, ob bei mir alles OK ist. Ich zeige ihr an, dass alles gut ist. Als grobe Richtung schwimmt Sandra das gegenüberliegende Ufer an. Wir bleiben weiter auf 20 m und schwimmen jetzt über der 30 m Ebene, bis auf der anderen Seite die Schräge von unten wieder hochkommt. Wir müssen jetzt irgendwo vor dem Platz vom dicken Angler sein. Jedenfalls liegt hier jede Menge altes Futter zum Anfüttern rum. Dazu noch jede Menge Bierflaschen aus Glas. Sandra fragt, ob ich noch tiefer möchte und kann. Ich stimme zu. Als tauchen wir langsam runter auf die 30 m Ebene. Sandra wechselt die Richtung und schwimmt nach Norden, da wo es noch tiefer runtergeht. Unterwegs stoßen wir auf einen alten Radlader, der auf dem Grund steht. Als ob er gestern noch gebaggert hat. Wir tauchen einmal rings rum. Treibstoff und Öl haben sie hoffentlich damals abgelassen, als sie das Ding hier zurückgelassen haben. Ölauftrieb ist jedenfalls keiner zu erkennen. Langsam geht es weiter. An der Stufe, wo es auf 40 m runtergeht bleiben wir kurz stehen. Dann signalisiert Sandra, dass wir zurückschwimmen. Langsam verlassen wir das tieferere Wasser, bis wir auf 10 m hoch sind. Sandra schwimmt vorweg. Nach einiger Zeit kommen wir an der Schräge an, die zum Strand übergeht. Vor uns tauchen schemenhaft zwei Stützen auf. Das ist der Steg. Mit ihren Händen präsentiert sie ihn. Ihre Augen strahlen, weil sie wahrscheinlich mein Staunen erkennen kann. Ich weiß echt nicht, wie sie hier die Orientierung behalten hat. Ich hätte das nicht geschafft. Jahrelange Erfahrung, denke ich mal. Ich frage sie, wenn wir draußen sind. Erstmal schaue ich mir die Stützen vom Steg an. In zwei dicken Betonfundamenten ist jeweils eine Aufnahme eingegossen. Daran ist ein Träger angeschraubt. Die Aufnahmen sind fast wie neu, während die Stützen stark verrostet sind. An den Aufnahmen wische ich etwas Dreck ab. Sieht aus wie Edelstahl. Sandra schaut gespannt zu. Sandra schaut hoch und deutet dann dahin. Schemenhaft erkennt man jemanden auf dem Steg stehen. Wir tauchen auf.

Auf dem Steg steht Jürgen und grinst uns an. "Na, wie isses?" fragt er lax. "Alles Gut soweit. Wo Du grade da bist, hast nicht zufälligerweise einen Magneten dabei?" frage ich. "Hole ich Dir, im Bootshaus sind welche", antwortet Jürgen. Mit einem Rundmagnet kommt er wieder. Mit dem Ding tauchen wir noch mal runter. An den Stützen zieht der Magnet an. An den Aufnahmen in den Betonklötzen nicht. Ich nicke Sandra zu. Beim Auftauchen schaue ich mir noch den Rest der Konstruktion des Steges an. Dann schwimmen wir wieder in das Bootshaus. Dort steigen wir aus dem Wasser. Jürgen kommt zu uns und Thomas ist auch da. Ich erkläre das gesehene am Steg. "Die Stützen sind ziemlich hin", sage ich, "aber nur da, wo sie an den Aufnahmen angeschraubt sind." "Aber wieso sind dann die Aufnahmen im Beton so gut erhalten?", fragt Sandra. "Warst Du gut in Chemie?" frage ich dagegen. "Geht so", antwortet sie lächelnd. ""Hat das mit der elektrochemischen Spannungsreihe zu tun?" fragt Thomas. "Ach so, ja klar", sagt Sandra, "dann bedingt der Edelstahl die Korrosion der anderen Stahlstreben." "Genau, wenn die womöglich noch verzinkt waren, dann gings noch schneller", sage ich, "aber warum die dann da Edelstahl verwendet haben, wundert mich." "Damit wir was zu tun haben", lacht Jürgen. "Oder so", sage ich. Jürgen und Thomas gehen raus, während wir uns umziehen. "War wieder toll, Sandra, das macht echt Spaß", sage ich zu ihr. "Das freut mich Stefanie", sagt Sandra. "Bist eine tolle Tauchlehrerin", sage ich, "vor allem musst Du mir mal erklären, wie Du da die Orientierung behältst." "Beim nächsten Mal, OK?" fragt Sandra. "OK!" sage ich.

Nachdem wir wieder straßentauglich angezogen sind, gehen wir raus. Thomas und Jürgen sind auch noch da. Antje und Tom kommen grade an. Harald kommt etwas weiter von hinten auch zu uns heran. Ich schaue den Hang hoch. "Wo soll die Rutsche eigentlich langlaufen?" frage ich. "Beim letzten Mal lief sie hier zwischen Steg und Haus durch", sagt Jürgen. "Habt ihr die Folie dann einfach so flach ausgelegt?", frage ich weiter. "Nee, wir haben mit Sandsäcken rechts und links eine Rinne gebildet", antwortet Thomas, "weil man ja eben alles Rückbauen musste." "Ja OK, das braucht man ja jetzt nicht mehr", sage ich grinsend. "Willst Du eine Rinne baggern?" fragt Harald erstaunt. "Klar!" antworte ich, "und nach dem Fest würde ich sie dann begrünen; Substrat rein und Rasen säen." "OK! Cool, Steffi", sagt Jürgen. "Dann wäre der Hang befestigt", sage ich, "falls es mal wieder stärker regnen sollte, dann rutscht es nicht mehr in den See und wir hätten auf Dauer eben die Rinne für die Rutsche." "Unglaublich! Kaum sind wir nicht mehr NSG, und schwupps, baut Steffi um", lacht Thomas. Ich lächele ihn an. "Hätte nie gedacht dass das so schnell ging", sage ich dann, "aber grundsätzlich sollten wir es langsamer angehen." "OK, Chefin!", sagt Thomas lächelnd. Zusammen gehen wir hoch. Antje bleibt mit Tom am See, gemeinsam holen sie ihr Schlauchboot aus dem Haus. Thomas, Harald und Jürgen bleiben oben am Hang stehen und unterhalten sich über den Verlauf. Sandra und ich gehen zu ihrem Auto und legen die Taucherflaschen rein. Dann setzen wir uns auf die Bänke vor der Werkstatt. Ein paar andere sind auch das. Thomas und Harald kommen zu uns, während Jürgen zum Schuppen vom Radlader geht. "Er kann es wiedermal nicht abwarten", lacht Thomas.

Nach einiger Zeit kommt Jürgen mit dem Radlader um die Ecke gefahren. "Ich habe mal die Schaufel gegen den Schieber getauscht", sagt er grinsend. Ich muss auch grinsen. Jürgen fährt Richtung See. "So isser", lacht Thomas. Ein paar Leute gehen neugierig hinterher. Sandra und ich bleiben am Tisch und unterhalten uns mit den anderen. Kristin und Jessi sind auch mit draußen. Die beiden unterhalten sich angeregt mit Sandra über das Tauchen. "Na, da kannst Du bald eine Tauchbasis aufmachen hier, was?" flaxe ich. "Wäre auch eine Idee", sagt Jessi. Die Sonne verschwindet langsam hinter der großen Speditionshalle. Kurz danach kommt Jürgen wieder. "Geht gut, ich bin schon halb runter, morgen nochmal und dann wäre die Rinne grob fertig", sagt er. "Dann können wir ja auch die Teichfolie rausholen", sagt Harald. "Waren das nicht zwei große Teile?" fragt Jessi. "Ja!",, antwortet Harald. "Die können wir ja jetzt zusammenschweißen", freut sich Kristin. "Stimmt ja", sagt Jürgen lächelnd. "Ich glaube das wird eine ganz coole Nummer", sagt Thomas. "Ich bin jedenfalls gespannt", sage ich. "Ich auch", sagt Sandra begeistert, "wir rutschen dann aber auch, oder?" "Natürlich, Bedingung ist ein Bikini", sage ich. "Wenn es weiter nichts ist", grinst Sandra. "Oh weh, ich krieg grade Kopfkino", sagt Jürgen lachend. "Eine Runde Mitleid!", ruft Thomas, und die ganze Runde ruft: "Ooooh!!!"
Mal was anderes Steffi", sagt Harald, "gestern beim Üben hattet ihr ein Stück kurz angespielt, das kenne ich, aber ich weiß nicht von wem das war." "War nicht von R.E.M. das Ding, richtig?" frage ich. "Ja, glaube ich", sagt Harald. "Nee, das war nicht von R.E.M.", sagt Wolle. "Und er muss es wissen, der R.E.M. Wissensspezialist", sage ich, "aber weißt Du von wem das ist?" Wolle zuckt mit den Schultern. "Warte mal, ich hole mal eine Klampfe von oben", sage ich und gehe zum Übungsraum hoch. Ich schnappe mir die blaue, neue Gitarre und meinen Röhrenverstärker und gehe wieder runter. "Ich habe dir mal ein Kabel gelegt", sagt Jürgen grinsend. "Warst Dir ja seht sicher, das ich mit einem Eierschneider komme", sage ich grinsend, "hätte ja auch eine Akustische sein können." "Eierschneider sagt sie zu so einer tollen Gitarre", staunt eine Frau namens Sonja. Ich lächele sie an. "Holla, wir kennen uns auch noch nicht, oder?" sage ich. "Nur von weitem", sagt sie lächelnd, "jetzt hat es mal geklappt, ansonsten habe ich schon viel von Dir gehört." In der Zwischenzeit habe ich die Gitarre angestöpselt und den Verstärker eingeschaltet. Sonja schaut sich das genauer an. "Cool, ein Vox", sagt sie. "Spielst Du auch?" frage ich, während sich der Verstärker noch warmläuft. "Gitarre nicht, aber Gesang und Percussion ist eher mein Ding", antwortet Sonja, "ich singe und spiele ab und zu mal bei einigen Braunschweiger Bands als Gast mit." "Hey, super", sage ich.

Der Verstärker oder besser die Röhren sind jetzt auf Betriebstemperatur. Ich lege mir die Gitarre um. Das rechte Bein stelle ich auf den Verstärker und die Gitarre lege ich auf dem linken Oberschenkel ab. "Das hier meintest Du?" frage ich Harald und spiele wieder den Anfangsriff von "Sausalito Summernights" an. Ich spiele ein paarmal den Riff durch und fange dann an zu singen. Ich singe wie im Original mit einer höheren Stimme. Im Refrain kommt eine dunklere Stimme vor, die ich auch singe. Diese Stimme ist meiner normalen Stimme sehr ähnlich. Vorm zweiten Vers höre ich auf. "Steffi!" sagt Harald begeistert, "genau das ist es." Ich spiele den Anfangsriff noch mal. Dieses Mal lausche ich auf das Echo. Gegenüber der Werkstatt, auf der anderen Seite vom großen Hof sind einige Garagen nebeneinander. Früher waren da eben Autos und Anhänger der Spedition abgestellt. Heute nutzt die Werkstatt die Garagen als Lager und Abstellplatz. "Das Echo ist cool, auch rechts vom großen Gebäude", sage ich. "Dein Gitarrenspiel ist aber auch echt cool", sagt Sonja erfreut. "Danke", sage ich erfreut. "Und diese dunkle Stimme eben im Refrain?" fragt Jessi. "Das ist fast meine Originalstimme, oder die meines Zwillingsbruders", antworte ich. "Wie hört sich die im Original denn an?" bohrt Jessi nach. "Das ist fast ein Bariton", lenke ich ab, "kennst du Brad Roberts, den Sänger der "Crash Test Dummies"? So ähnlich." "Das würde ich gerne mal hören", sagt Kristin. Ich schaue Sandra an. "Hast Du schon mal die tiefe Stimme bei mir gehört?" frage ich sie. Sandra schüttelt lächelnd den Kopf. "Nicht mal im JB", sagt sie dann. "Aha?!" staune ich, "na gut." Dann spiele ich "Mmmm Mmmm Mmmm Mmmm" von den Crash Test Dummies an, und fange an zu singen, mit der tiefen Stimme. Zwischen Staunen und Begeisterung ist bei den Anwesenden grade alles drin. "Muss man sich dran gewöhnen, was", flaxe ich hinterher. "Das ist ja Wahnsinn, was Du mit deiner Stimme machst", sagt Sonja. Ich lege den Kopf schief und lächele sie an.

"Irgendwie sind Intros so ganz Dein Ding, was?" fragt Sandra. "Ja, das ist tatsächlich so", antworte ich, "damit habe ich mich immer mal wieder beschäftigt, damit ich das Spielen nicht ganz verlerne." "Stark, was hast Du denn so alles drauf?", fragt Kalle. "Frag"˜ einfach irgendwas", sage ich, "mal gucken ob ich es kann." "Hm, was von Status Quo?" fragt Kalle. "Biste "Quo"-Fan?" frage ich. "Joa", antwortet Kalle. "Dann sind wir schon zwei", antworte ich und fange spontan an, das Intro von "Down down" zu spielen. Kalle grinst. "Ja geil", sagt er. Ich spiele noch andere Intros von Status Quo an. "Sehr geil", sagt Thomas, "und ACDC?" "Was bestimmtes?" frage ich. "Highway to hell?" fragt Thomas. "Gerne", sage ich und spiele das. Danach spiel ich Hells Bells an. "Das hier ist auch bekannt", sage ich. "Thunderstruck!!", antwortet Kalle lächelnd. Anschließend spiel ich einfach Querbeet irgendwelche Intros durch. Als ich das Intro Blueprint von den Rainbirds spiele, fragt Sonja: "Kannst Du das auch singen? Ich meine auswendig, die Stimme dazu hast Du ja." "Danke", sage ich und lächele sie lieb an. Dann fange ich noch mal neu an. Beim Refrain lege ich wie im Original mehr Druck in die Stimme. Sonja klappt der Unterkiefer runter. Auf der Gitarre macht das Stück auch viel Spaß. "Boah! Ist das heftig gut", sagt Sonja hinterher begeistert.

Ich mache eine kurze Pause. In der ein paar Hundert Meter entfernten Siedlung sieht man Blaulicht. Ein paar Laute schauen hin, ich ebenfalls. Aber wir schenken dem erstmal keine Beachtung. Kurze Zeit später kommt ein Auto recht schnell die Zufahrt zum See hoch und biegt auf den Hof ein. Da es schon dunkel ist, erkennt man jetzt erst, das es ein Polizeiwagen ist, Blaulicht hat er ausgeschaltet. Der fährt auch gleich bis zur großen Halle, wo es runter an den See geht. Verwundert schauen wir uns an. Die Polizisten steigen aus. Jetzt sieht man Antje und Tom vom See hochkommen. Sie gehen direkt zu den Polizisten. "Was ist denn jetzt wieder los?" frage ich, "da gehe ich jetzt aber mal hin." "Ich komme mit", sagt Harald. "Guten Abend", grüße ich als wir dort ankommen. Der eine Polizist erkennt mich. "Ah, Frau Boe, gut das Sie da sind", sagt er. "Was ist denn los?" frage ich besorgt. Auf der anderen Seite vom See steht auch ein Polizeiwagen, ein weiterer kommt vom Wald her angefahren. "Wir sind informiert worden, dass die Person, die wir schon länger verfolgen, sich hier wieder aufgehalten hat", sagt der eine Polizist. "Der dicke Angler?" frage ich. " "Genau", sagt der Polizist. "Wir hatten angerufen", sagt Tom. "Der hat uns massiv angebrüllt und beleidigt, und dann hat er Steine in unsere Richtung geworfen", sagt Antje, "hat aber nicht getroffen." "Daraufhin haben wir die Polizei gerufen", sagt Tom. Unten am See sieht man Taschenlampenlicht von den Kollegen. "Wir gehen auch runter", sagt der eine Polizist, "sind sie noch etwas hier?" "Ja, auf alle Fälle", antworte ich.

Wir bleiben oben stehen und schauen zu, soweit man irgendetwas sieht. "So langsam macht es mir ja Sorgen", sage ich. Sandra, Jessi und ein paar andere kommen zu uns. Sie erkundigen sich natürlich. "So ein Penner", regt sich Antje auf. "Stimmt", sagt Tom, "aber Du hast auch ganz schön ausgeteilt und ihn durchbeleidigt." Ich schaue Antje erstaunt an. "Ja, so ist sie, sie heißt ja nicht umsonst "unser kleiner, roter Teufel", sagt Jessi. Antje grinst. "So so, aha", sage ich staunend. "So sind wir rothaarigen eben, oder Steffi?" sagt Antje keck. Ich nicke. "Dich bringt so schnell nichts aus der Ruhe was?" frage ich Antje. Sie lächelt als Antwort. Tom ist auch einigermaßen erstaunt. Nach einer Weile kommen die Polizisten zurück. "Wir konnten ihn nirgendwo finden", sagt der eine, "alle uns bekannten Plätze sind wir abgegangen." "Na ja, bei der Dunkelheit, ist es eben schwierig", sagt Harald, "wenn der über die Felder abgehauen ist." "Haben wir auch gecheckt, wir haben ein Nachtsichtgerät dabei", sagt der Polizist, "aber nichts zu finden." "Dann bleiben wir wachsam", sagt Harald wieder. "Aber schon erschreckend, das der trotzdem immer noch wiederkommt", sage ich besorgt. "Wenn er wieder kommt, zögern sie nicht anzurufen", sagt der Polizist, "auch wenn er schneller ist als wir, so langsam ergibt sich für uns ja ein Bild." Die Polizisten verabschieden sich dann. "Unser Boot liegt noch draußen", sagt Tom. Mit ein paar Leuten gehen wir runter. Tom legt das Boot ins Bootshaus und schließt ab. Dann gehen wir wieder hoch. "Ich werde das Gefühl nicht los, das der hier irgendwo noch ein Versteck hat, das wir noch nicht kennen", sage ich besorgt. "Lass uns morgen noch mal schauen", sagt Harald. Am Sitzplatz erklären wir den noch dagebliebenen, was wir eben erlebt haben. Kurz danach räumen wir alles, außer den massiven Tischen und Bänken rein. "Ich habe mal so ein paar Nachtsicht-Tierbeobachtungs-Kameras rings um die Werkstatt aufgehängt", sagt Jürgen dann noch. "Mal schauen, ob da dann was zu sehen ist", sagt Harald. Dann verabschieden Sandra und ich uns und fahren zu Sandra.

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 13. Mai 2022, 14:28
von Stephanie
"Du hast keine Chance, nutze sie!"



Nach einem ruhigen Arbeitstag mache ich früh Feierabend, ist ja schließlich Freitag. Ich fahre dann gleich zum See. Sandra kommt später nach. Ich komme auf dem Hof an. Harald, Jessi, Jürgen und ein paar andere sind dabei, die Teichfolien für die Rutsche auf dem Hof auszulegen. "Ganz schön riesig", staune ich, "wie groß sind die?" "Jeweils 50 Meter lang und 4 Meter breit", antwortet Jürgen, "das war mal ein Bachlauf auf einer Gartenschau." "Aha", staune ich weiter, "das sind ja dann 100 Meter, soweit ist das doch gar nicht runter bis zum See." "Verschätz Dich mal nicht", sagt Jürgen grinsend. "Na gut ich lasse mich gerne eines Besseren belehren", sage ich lächelnd, "und die sollen jetzt zusammen geschweißt werden?" "Genau", sagt Jürgen, "wie am besten? Du bist ja die Expertin in Folie schweißen", sagen Kristin und Jessi." "Hier ist es ja egal, wie, es ist ja kaum Belastung drauf", sage ich, "sonst hätte ich auf überlappendes Schweißen gesetzt. Mit unserer Apparatur wäre das aber schwierig." "Am besten, wir tragen erstmal alles rein", sagt Harald. Dazu rollen wir die Folien auf und tragen sie mit mehreren rein zu den Schweißgeräten. "Puh, ganz schön schwer", stöhnt Harald. "Oh ja!" sage ich gespielt aus der Puste, " erstmal was trinken, oder?" "Genau das, Steffi", sagt Harald, "wir verstehen uns." An der Sitzecke steht natürlich eine große Auswahl an Getränken in einer großen Wanne Eiswasser. Während wir dort sitzen und unsere Getränke genießen trudeln so langsam Ines , Karin und Florian von der Naturschutzgruppe nacheinander ein. Heute haben sie einen Neuen dabei. "Hallo, ich bin Paule", sagt er lächelnd, "einfach Paule." Nacheinander stellen wir uns auch vor. Sie bleiben auch eine Weile und auf ein Getränk sitzen. Antje ist auch da und erzählt von der Begegnung mit dem Angler gestern. "Ach gut, das du es sagst", bemerkt Harald und geht in die Werkstatt. Nach einer Weile kommt er mit einem Laptop und einigen Speicherkarten wieder. "Das sind die aus den Beobachtungskameras", sagt Harald und fängt an, sie auszulesen. Kristin und Jessi schauen ihm über die Schulter. Auf der ersten Karte ist auch gleich was drauf. "Och, wie niedlich, ein Dachs", freut sich Jessi. Einen Fuchs und ein Marder hat die Kamera auch eingefangen. "Das ist die hinter der Werkstatt", sagt Harald. Auf zwei anderen Karten ist nichts drauf. Bei der vierten Karte schaut Harald genauer hin. "Die Kamera schaut auf den Hof, zu großen Halle rüber", sagt Harald, "an der Ecke ist irgendwas, guckt doch mal." Ich gehe zu ihm hin. Eigentlich sind die Kameras eher für die Nahaufnahme, aber man erkennt schemenhaft jemanden an der Ecke von großen Gebäude, wo das Büro ist. "Das könnte der Dicke sein", sagt Antje. Mehr ist dann auch nicht zu sehen. "Wann war das?" frage ich. "Um 23:30", sagt Harald, "kurz nachdem die letzten aus der Werkstatt gegangen sind." "Der muss sich irgendwo versteckt haben", sage ich, "auch als die Polizei da war."

"Nur wo?" fragt Jessi. Ich zucke mit den Schultern. "Niklas?" ruft Harald in die Werkstatt, "hast Du grade mal Zeit, dass du mal rauskommen kannst?" Kurz danach ist Niklas da. "Was gibt"™s?" fragt er. "Du hattest doch mal eine Drohne hier?" fragt Harald. "Habe ich immer noch", sagt Niklas. "Kannst Du die mal fliegen lassen?" fragt Harald. "Eigentlich schon, aber darf ich das?" fragt Niklas dagegen. "In Steffis Auftrag bestimmt", sagt Harald. "Was hast Du denn vor?" frage ich Harald. "Ich würde sie über dem See fliegen lassen, ob man von oben irgendwo Auffälligkeiten sieht", antwortet Harald. "Ach so, gute Idee", sage ich, "meinen Segen habt ihr, ist ja Privatgelände und wenn geht es auf meine Kappe. Aber ich wüsste nicht, wer da meckern sollte." "Dann hole ich das Ding mal", sagt Niklas und geht in die Werkstatt. Kurz danach kommt er wieder und hat eine riesige Drohne dabei. "Alter ist das ein Klopper", entfährt es mir. Niklas grinst. "Da haben sich mal ein paar Spaziergänger dran gestört, und die Polizei angerufen", sagt Niklas dann, "da ist nichts passiert, aber ich bin halt vorsichtig." "OK, gibt halt so übergenaue selbsternannte Aufpasser", sage ich, "aber ich gebe dir halt auch einen schriftlichen Auftrag, wenn es dicke kommt." "OK, sagt Niklas und bereitet die Drohne vor, "das geht über Funk, aber ich steuere die mit einem Tablet." "Aha und die Reichweite?" frage ich. "Passt schon", sagt Niklas. Dann koppelt er noch Haralds Laptop und startet das Ding. Die Drohne fliegt Richtung See. "Flieg mal über die flache Zone, wo sie mit dem Abbau damals aufgehört hatten", sage ich, "von unten siehst Du durchs Dickicht nichts." "Na klar", sagt Niklas: Wir schauen gespannt auf den Laptop. "Mach hier mal einen Screenshot", sage ich zu Harald. Er macht dann auch noch mehrere. Nach zwanzig Minuten kommt die Drohne alleine zurück. "Akku alle", sagt Niklas. "Cooles Ding", bestaune ich die Drohne.

Niklas lädt dann den Akku. Währenddessen schauen wir uns die Screenshots an. Ein älteres Ehepaar kommt mit einem Hund auf den Hof. "Was wollen die denn", fragt Jessi. "Die haben die Drohne gesehen und jetzt haben sie ein Frage", sage ich grinsend und stehe auf. Ich gehe den Herrschaften entgegen. "Haben sie hier unberechtigt eine Drohne fliegen lassen?" fragt der Herr streng. "Guten Tag erstmal", sage ich keck. "Äh ja, Guten Tag", sagt der Herr. "Es gehört hier auf dem Hof zum guten Ton, das man sich höflich begrüßt", sage ich weiter, "ich bin Stefanie Boe, Verwalterin des Geländes, wie kann ich Ihnen helfen?" "Äh ja", stammelt der Herr, fasst sich aber schnell wieder, "die Drohne dürfen sie nicht fliegen lassen." "Und warum nicht?" frage ich freundlich. "Nach Gesetz Blablabla, Paragraph Blablabla ist das verboten", sagt der Herr aufgespielt. "Auch auf Privatgelände?" frage ich, "das ist hier Privatgelände und ich habe den Flug in Auftrag gegeben." "Aha und warum?" fragt der Herr. "Gegenfrage, sind sie von der Polizei, Ordnungsamt oder einer sonstigen Behörde?" frage ich. "Äh, nein", antwortet der Herr. "Dann brauche ich Ihnen eigentlich auch keine Auskunft geben", sage ich. Ich sehe dem Typen an, wie er langsam anfängt zu kochen. "Aber bevor sie jetzt zur Polizei laufen und deren Kapazitäten in Anspruch nehmen", führe ich weiter aus, "wir haben es in letzter Zeit mit verstärkten, unbefugtem Betreten des Grundstückes zu tun, und diese Drohnenflüge dienen zur Aufklärung. Und eben wegen dieser Situation haben wir unsererseits auch schon mehrfach die Polizei hiergehabt." Der Herr schaut mich sparsam an. "Bei der Gelegenheit, was haben sie hier zu suchen?" frage ich weiter, "am Tor steht auch das hier Unbefugte das Gelände nicht betreten dürfen und wenn man hier drauf will, dann ruft man die am Tor angebende Telefonnummer an." Der Herr ist jetzt völlig erbost. "Elke, wir gehen", sagt er forsch zu seiner Frau und sie verlassen schnellen Schrittes den Hof.

Ich gehe zurück zum Sitzplatz. "Erbsenzähler", kommentiere ich das geschehene. "Ganz große Klasse, Steffi", sagt Harald lachend. "Macht das eigentlich irgendwer mit dem Telefon?" frage ich grinsend. "Ach was", lacht Jürgen, "das ist nur zur Absicherung im Versicherungsfall. Die meisten, die zu uns kommen haben ja einen Grund." "Aber ist eine gute Argumentationsgrundlage", sagt Kristin grinsend.

Wir schauen weiter auf die Screenshots. "Hier am Südhang, kannst das mal größer machen?", frage ich. Harald zoomt es etwas ran. "Das sieht aus, als wäre da gegraben worden, und der Aushub wurde einfach den Hang runterrutschen lassen", sage ich. "Aber neu ist das nicht", sagt Thomas. "Nee, das ist schon älter", sagt Harald. Thomas schaut Jürgen an. "Wollen wir da mal schauen?" fragt er. "Ja los, machen wir", antwortet Jürgen, "lass uns noch eine Dachlatte als Argumentationshilfe mitnehmen, als Vorsorge." In unserer Runde macht sich Erheiterung breit. Jürgen und Thomas gehen los. Ich gehe mit Kristin und Kalle zu den Schweißgeräten. Wir legen alles zurecht. "Störriges Zeug, diese Folien", sagt Kalle genervt. Aber nach einiger Zeit haben wir es geschafft beide Folien zu positionieren und zu fixieren. Unten liegen sie auf einem Wagen, weil wir sie beim Schweißen Stufenweise weiterschieben müssen. Harald und Jessi haben in der Zwischenzeit eine andere Auffälligkeit auf den Fotos entdeckt. Thomas und Jürgen schauen sich das auch gleich an. Wir fangen an, die Folien zu schweißen. So ganz einfach ist das aber trotzdem nicht. Thomas und Jürgen sind inzwischen zurückgekommen. "Wir haben an den beiden Stellen Gruben gefunden, die mit Holzplatten und-brettern abgedeckt sind", sagt Thomas, "die sind allerdings schon älter. Wir fahren gleich mit dem Radlader rüber und schütten sie zu." "Ok, aber den Typen habt ihr nicht gesehen?" frage ich. "Nee, wir haben schon genauer geschaut", sagt Jürgen. Dann gehen sie zum Radlader. Kristin, Kalle und ich machen weiter. Karin schaut rein. "Wir gehen dann auch mal vorsichtig runter", sagt sie. "Seid bitte aufmerksam", sage ich. "Klar, Steffi", sagt Karin.

Wir sind dann auch mit den Folien fertig. "Sieht doch ganz gut aus", sagt Kristin lächelnd. Zusammen nehmen wir die Folie zusammen und legen sie auf den Wagen zurück. Von draußen hört man vom See Schreie und Gebrüll. Entsetzt schauen wir uns an und laufen raus. Hier ist nichts zu sehen. Kurz danach kommen Karin, Florian und Paule hoch gelaufen. Florian wird von Karin und Paule gestützt und blutet im Gesicht. "Was ist passiert?" frage ich. "Der Scheißtyp, "¦ kam mit einmal aus einem Gebüsch und hat uns angriffen", sagt Karin völlig geschockt. Kristin ruft gleich einen Krankenwagen. "Und wo ist Ines?" frage ich. "Ach du Scheiße, hoffentlich ist die nicht unten geblieben", sagt Paule. Ich schaue von oben runter, ob ich sie sehe. Aber Fehlanzeige. "Mann! Ausgerechnet Ines", sage ich besorgt. Automatisch gehe ich los. "Ich gehe sie suchen", sage ich. "Das ist viel zu gefährlich", sagt Florian. "Wenn der Typ sie erwischt, hat sie doch keine Chance", sage ich und gehe weiter. Unten angekommen schaue ich mich um und taste mich ganz vorsichtig vorwärts. Ich sage oder rufe nicht. Ich versuche sie so zu finden. Rund um das Bootshaus ist nichts zu sehen. Neben dem Bootshaus liegt der Alu Kahn umgedreht auf dem Boden. Ich sehe von hier aus Thomas und Jürgen oben am Hang. Sie schauen angespannt. Ich schaue aufmerksam ins Dickicht und spitze die Ohren, ob ich vielleicht etwas höre. Langsam gehe ich am Weg weiter.

Plötzlich knackst es hinter mir. Im nächsten Moment reißt mich irgendetwas brachial zu Boden und ich bleibe auf dem Bauch liegen. Schnell drehe ich mich auf den Rücken und sehe den fetten Angler fies grinsend vor mir stehen. "So, du dämlich Fotze, jetzt biste dran", sagt er gehässig, "mach mal schön die Beine breit." Widerwillig tue ich das. Was anders bleibt mir grade auch nicht übrig, er hat ein großes Messer in der rechten Hand, welches er auf mich richtet. Von oben hört man die Leute schreien. Polizeisirenen hört man auch. Das Ekelpaket kniet sich vor mir hin. "Zieh das Kleid hoch", befiehlt er. Langsam tue ich das. "Was ist denn das?" fragt er plötzlich. "Ein Badeanzug", antworte ich vorsichtig, weil ich eben ein Badeanzug unter dem Kleid trage. Mittlerweile ist die Polizei angekommen. Über ein Megaphon spricht ein Polizist und versucht den Dicken zur Aufgabe zu bewegen. Der kommt jetzt auf mich zu und legt mir das Messer an die Kehle, dabei schaut er zu den Polizisten. Die setzen jetzt auf Deeskalation. Ein leichtes Ziehen merke ich am Hals. In dem Moment fällt mir mein Ausbilder beim Bund ein. "Gefreiter Boe, sie haben keine Chance, nutzen Sie sie", sagte er damals und hatte mich ganz fies im Schwitzkasten. Dass er mich nach der Befreiung nicht ins "Hallo" gestellt hat, hat mich lange gewundert, das muss eigentlich ziemlich weh getan haben. Aber diese Situation ist grade ganz anders. Ich habe ein megascharfes Anglermesser an der Kehle, der Typ stinkt ekelig nach Schweiß, Zigarette und Alkohol. Der Fette schaut mich wieder an. "So jetzt lege ich dich mal unten frei", sagt er gehässig. Ich winkele die ganze Zeit meine Beine langsam an. Der Dicke kniet sich wieder hin und nimmt Gottseidank das Messer weg. "Du bist so still", sagt er überheblich. "Du hast keine Chance, Steffi, nutze sie!", denke ich mir. "So jetzt schneide ich dir den Badeanzug mal auf, müssen ja endlich mal zur Sache kommen", sagt er mit einem doofen Lachen. Er will grade das Messer ansetzen, da schieb ich meine Beine vor und erwische ihn mit voller Wucht an beiden Schultern. Er kippt nach hinten weg und versucht sich abzufangen. Ich rolle schnell zur Seite und stehe in eins auf. Im nächsten Moment schlage ich ihm ins Gesicht, das er gleich eine Platzwunde in der Augenbraue bekommt. Das Blut flutet sofort das Auge. Er brüllt wie am Spieß. Ich wechsele schnell die Seite und trete voller Wucht gegen seine rechten Unterarm, mit dem er sich aufstützt. Ein leichtes Knacken ist zu hören. Das Messer hat er noch in der Hand. Jetzt schlage ich ihm von dieser Seite ins Gesicht. Auch hier gibt es eine Platzwunde und das Blut läuft ins andere Auge. "Du Scheißvieh!" höre ich ihn brüllen. Er versucht sich auf die andere Seite zu drehen. Ich springe rüber und trete ihn in den Schwabbelbauch. Da ihn das nicht richtig beeindruckt und er ein Bein anwinkelt, um Aufzustehen, trete ich ihm mit aller Kraft ins Knie. Laut brüllt er wieder auf. Jetzt trete ich ihm stumpf vor die Brust. In Zeitlupe kippt er nach hinten um und fällt direkt in einen Sanddornstrauch. Als sich die fiesen Dornen in seine Haut bohren, brüllt er wieder: "Ich bringe dich um, du Scheiß-Fotze!!" Das schlimme ist, je mehr er einstecken muss, desto aggressiver wird er. Selbst jetzt versucht er noch aufzustehen, obwohl er schon einige Brüche davon getragen haben muss. Also trete ich ihm auch noch ins andere Knie und noch mal in den Schwabbelbauch. Und er brüllt immer noch. Ich will ihm grade zwischen die Beine treten, damit endlich mal Ruhe einkehrt, da zieht mich irgendjemand nach hinten weg.

Vor mir taucht eine Frau auf. "Ganz ruhig Frau Boe, wir sind zur Hilfe da", sagt sie. Da es in meinem Blut nur so kocht, versuche ich mich zu befreien und rufe: "Lasst mich los, ich bin noch nicht fertig." Nutzt aber nichts, ich werde immer weiter weggezogen. An uns rennen mehrere Polizisten vorbei, direkt zu dem Dicken. Die Dame vor mir erkenne ich jetzt erst auch als Polizistin. "Ganz ruhig, es ist vorbei", spricht sie beruhigend auf mich ein. Die beiden, die mich zurückgezogen haben, bugsieren mich auf einen großen Findlingsstein. Dort setze ich mich erstmal hin. Jetzt merke ich, dass ich am ganzen Körper zittere. Der Dicke brüllt immer noch die fiesesten Beleidigungen. Einige Dienstwaffen sind auf ihn gerichtet. Jetzt kommt noch ein Notarzt und ein Sanitäter dazu. Der Dicke kriegt erstmal eine Beruhigungsspritze. Nach ein paar Minuten lallt er nur noch leise vor sich hin. "Meine Fresse, ist der zugerichtet", sagt der Sani. Ich sitze auf meinem Stein und atme heftig. "Geht es Ihnen gut?" fragt die Polizistin. Ich stiere auf den Dicken. "Ich hatte keine Chance", sage ich leise, "aber ich habe sie genutzt." Ein leichtes Lächeln läuft über das Gesicht der Polizistin. "Der ist wie ein Terrier, je mehr Schmerzen Sie ihm zufügen, desto aggressiver wird er", sage ich noch leise. Eine andere Frau steht bei uns. "Hallo? Geht es einigermaßen?" fragt sie, "ich bin Psychologin und Unfallseelsorgerin." Ich schaue sie erstaunt an "Alles in Ordnung", stottere ich leise. "Sind Sie ganz sicher?" fragt sie wieder. "Ja, der hat ja nicht geschafft was er wollte", sage ich und zeige auf den Dicken. "Na sie sind ja taff", sagt die Psychologin lächelnd. "Wenn Sie was sagen möchten, plappern sie einfach los", sagt die Psychologin lieb lächelnd. "Ich muss erstmal kapieren, was hier eben grade passiert ist", sage ich. Auf die Umstehenden wirke ich wohl etwas konfus. Jetzt kommt noch der Notarzt auf mich zu. "Darf ich mal schauen?" fragt er, "sie haben da eine Verletzung am Kehlkopf." "Was?" rufe ich laut und versuche aufzustehen, was die Polizisten natürlich gleich verhindern. Ein gehörige Portion Adrenalin schießt ins Blut. "Mistkerl, dämlicher", brülle ich den Dicken an. "Ganz ruhig, Frau Boe", beruhigen mich Psychologin und Notarzt. Ich komme ein wenig zur Ruhe und der Arzt schaut sich die Wunde an. "Ist nur leicht angeritzt, die Haut, ich würde es desinfizieren und ein leichtes Pflaster draufmachen", sagt der Arzt, "ist nicht so groß, vielleicht drei Zentimeter und sieht schlimmer aus, als es ist." Er behandelt die Wunde. "Jetzt habe ich auch noch ein Andenken an den Scheißtypen", sage ich missmutig. Das wiederum bringt Umstehenden zum Schmunzeln. "Galgenhumor haben Sie ja", sagt der Arzt lächelnd. Dann ist er auch schon fertig. "Beobachten sie es noch etwas", sagt der Arzt, "wenn es sich entzündet, bitte sofort zum Hausarzt." "Auf alle Fälle", sage ich, "wer weiß, wo der das Messer vorher drin hatte." "Wie fühlen sie sich jetzt? Sind Sie etwas runtergekommen?" fragt mich die Psychologin. "Es geht soweit", antworte ich und schaue wieder zu dem Dicken rüber. Mittlerweile sind noch zwei Sanis dazu gekommen. Vorsichtig drehen sie den Dicken auf die Seite und ziehen etliche Dornen des Sanddornstrauches, in den er schlussendlich gefallen ist, aus der Haut. Dann legen sie ihn auf eine Trage. "Können sie mir in etwas sagen, wo sie ihn getroffen haben und wie stark", sagt der Arzt zu mir, "einige Brüche hat er ja." Ich gebe dann, soweit ich es weiß die Auskunft.

Zwei Herren in Zivil kommen jetzt auf mich zu. Sie weisen sich als Kriminalpolizisten aus. Mein Erstaunen bringt sie zum Lächeln. "Können sie uns einige Fragen beantworten?" fragt der eine. Ich nicke. Ich beantworte dann die Frage, was vorher passiert ist. "Und warum sind Sie dann runtergegangen?" fragt Kommissar, "wenn sie wussten, dass der gewalttätig ist." "Weil eine Freundin noch hier unten war", antworte ich, "mein Gott, Ines, das habe ich ja völlig ausgeblendet." Ich bin jetzt völlig aufgebracht. "Ach du Scheiße", sie muss hier noch irgendwo sein", sage ich. "Wie sieht sie denn aus?" fragt die Psychologin. Ich beschreibe sie. Sofort schwärmen einige Polizisten aus. "Meine Güte, Ines ist eine ganz sensible", sage ich, und mache mir jetzt echt Sorgen. Zwei Polizisten heben den Alu Kahn an einer Seite hoch. Darunter ist Ines, ganz gekrümmt hingekauert. "INES!" rufe ich laut, "ist alles gut?" Sie hebt ihren Kopf, ihre Augen sind völlig verheult. Die Polizisten helfen ihr raus. Dann läuft sie laut schluchzend zu mir rüber und klammert sich an mir fest. Sie zittert und schluchzt. Nach etlichen Minuten kann sie Worte fassen. "Ich habe das alles gesehen, was der mit Dir gemacht hat", sagt sie dann, "ich habe so eine Angst." Dann spricht die Psychologin vorsichtig mit Ines. Man merkt es Ines an, das die Anwesenheit von dem Dicken ihr unangenehm ist, auch wenn der komplett betäubt ist. Der wird auch immer noch medizinisch betreut. Der Arzt kommt wieder zu uns und erkundigt sich bei Ines, ob sie Verletzungen hat. Sie schüttelt den Kopf. Dann wendet er sich mir zu. "Sie haben ja ganze Arbeit geleistet", sagt er lächelnd, "in der kurzen Zeit." "Ich weiß überhaupt nicht, wie lange das gedauert hat", sage ich. "Solange, wie man braucht hier runter zulaufen", sagt einer der Polizisten, die hinter mir stehen, "30 Sekunden vielleicht." OK, kam mir wie eine Ewigkeit vor", sage ich noch. Ines drückt sich immer noch fest an mich heran und beantwortet die Fragen der Psychologin. "Können wir vielleicht schon hochgehen?" frage ich. "Gerne", sagt Ines leise, "weg von dem Ekelpaket." Langsam stehen wir auf. Ines nehmen wir in die Mitte. Ich werfe noch mal einen abwerten Blick auf den Dicken, dann gehen wir langsam hoch. Von weitem sehe ich Sandra. Die sieht auch völlig fertig und verheult aus. Sie scheint das ganze Drama dann wohl auch mitbekommen zu haben. Als wir oben sind kommt sie auch gleich angelaufen, Karin und Paule folgen ihr. "Mein Gott Stefanie", sagt Sandra schluchzend. "Hey alles gut, ich lebe", sage ich. Hätte ich wohl nicht sagen sollen, jetzt öffnen sich alle Schleusen bei ihr. Karin und Paule stehen bei Ines. Karin ist auch total aufgelöst. "Sie sind ziemlich stabil, Frau Boe?" fragt die Psychologin. Ich nicke. "Ich würde mich dann um die Damen kümmern", sagt sie noch. "Ja gerne", sage ich noch.

"Ich bin hier angekommen, kurz nachdem Du runtergegangen bist", sagt Sandra, "ich musste alles mit ansehen. Wie geht es Dir, Stefanie?" "Ganz gut, der hat ja gekriegt was er wirklich brauchte", sage ich. "Der wollte dich vergewaltigen", sagt Sandra geschockt, "wenn der das wirklich geschafft hätte, was dann? Außerdem, der hätte dich töten können." Ich nicke. "Hat er aber nicht", sage ich. "Du gehst da so locker mit um", sagt Sandra verwundert. "Das stimmt, aber ich bin dem Tod schon etliche Male von der Schippe gesprungen", sage ich. Trotz des Schockmoments muss Sandra kurz lachen. "Ach Menno", Stefanie", sagt sie leise. Die Mädels und Jungs aus der Werkstatt haben uns Stühle rübergebracht. Wir setzen uns erstmal hin. "Hast Du keine Angst gehabt?" fragt Sandra. "Doch hatte ich, aber ich konnte ja nicht mehr flüchten", sage ich. "Ich wäre gestorben vor Angst", sagt Sandra. "Angst kann man nicht besiegen, aber beherrschen", sage ich, "das lernt man auch bei der Feuerwehr." "Wie das?" fragt Sandra. "Zum Beispiel ein brennendes Haus, würdest du da freiwillig reingehen?" frage ich. "Ah ja OK", sagt Sandra, "aber man hat ja dann eine Ausrüstung." "Nutzt aber nicht viel, wenn z.B. über Dir das Dach zusammen bricht", sage ich. "Ist Dir das mal passiert?" fragt Sandra. "Ja und in so einem Moment nimmt Dir keiner mehr eine Entscheidung ab", sage ich, "genau wie vorhin, mit dem Idioten." "Und bist Du aus dem Haus da rausgekommen?" fragt Sandra weiter. "Ja im letzten Moment, mit einigen Trümmerteilen, die mir um die Ohren flogen", sage ich, "eins traf mich sogar noch am Bein." Ich zeige ihr die Stelle. "Durch die Hose, die ja schon recht stabil ist, direkt in die Wade", sage ich, "ich habe so einige Narben und alle können sie eine Geschichte erzählen." Sandra schaut mich erstaunt, aber auch begeistert an. Ines, mit ihren Leutchen und die Psychologin haben ebenfalls die ganze Zeit zugehört. "Wie fühlen Sie sich in einem solchem Moment?" fragt mich die Psychologin, "vielleicht kann man von Ihnen ja lernen. "Was ich fühle?" wiederhole ich die Frage, "erstmal ist es ein Gedanke, so ungefähr wie "Ha! überlebt", ich mache mir dann auch keine Gedanken mehr, was sonst passiert wäre, das macht mein Unterbewusstsein Tage später, in Form von Träumen. Wenn mir so etwas wie vorhin passiert, jemand will mir was böses und ich kann es abwehren, dann habe ich selten noch mal Reaktionen darauf." "Das ist interessant, Frau Boe, darf ich eventuell ihre Kontaktdaten haben? Ich mache u.a. Kurse zur Gewaltprävention und Bewältigungen von Traumata", sagt die Psychologin, "ich glaube ihre Erfahrungen könnten von Hilfe sein." "Ja gerne, warum nicht", antworte ich lächelnd.

Von unten kommen jetzt die Sanitäter mit dem Dicken auf der Trage im Schlepp, sowie einige Polizisten. Ich schaue die ganze Zeit auf den Dicken. Am liebsten würde ich ja noch mal reinschlagen. Aus den Augenwinkeln sehe ich die Psychologin etwas zu Ines und Karin sagen. Die beiden beobachten mich aufmerksam. Die Sanis kämpfen sich ganz schön ab, an jeder Ecke trägt einer. Dann stellen sie die Trage auf das Rollgestell und schieben alles in den Rettungswagen. Ich schaue die ganze Zeit hinterher, bis der Wagen den Hof verlässt. Der Arzt kommt noch mal zu mir. "Immer noch alles gut?" fragt er mich. "Alles Ok", versichere ich ihm. "Und bei Ihnen?" fragt er Sandra. "Jetzt ist es besser. Sie hat mir eben einiges erzählt, wie sie so etwas wegsteckt", antwortet Sandra, "das beruhigt." "Sie sind ein Paar?" fragt der Arzt. "Ja sind wir", sage ich. "Das ist auch gut, da kann man sich gegenseitig stützen", sagt der Arzt, "Sie sind auch nett anzuschauen." "Danke", sage ich verlegen und werde trotz der Situation rot. Der Arzt steigt dann mit seinem begleitenden Sani ins Auto und fährt auch vom Hof. "Selbst das Rot-werden funktioniert noch", sage ich beiläufig. Sandra stubst mich an. Der Kriminal-Kommissar kommt zu mir und nimmt meine Kontaktdaten auf. "Wir melden uns in den nächsten Tage bei Ihnen nochmal", sagt er. "Gerne", sage ich. Dann macht auch er sich mit seinem Kollegen auf. Die Psychologin erkundigt sich auch nochmal nach unseren Zuständen. Auch Ines, die es wohl am schlimmsten mitgenommen hat, sieht einigermaßen stabil aus. "Lasst uns rübergehen zur Sitzecke vor der Werkstatt", sage ich, "um nochmal etwas runterzukommen." "Ja, ein Feuerkorb haben sie auch schon angemacht", sagt Karin. Wir gehen zur Sitzecke. Harald steht auf und fragt: "Möchtet ihr erstmal was trinken?" "Jetzt einen Whiskey", sage ich. Sandra schaut mich erstaunt an. "Jack Daniels?" fragt Harald. "Ja sehr gerne", sage ich. "Dann nehme ich auch einen", sagt Sandra. Nachdem uns Harald versorgt hat, sprechen wir natürlich auch über den Vorfall. Nach einiger Zeit sage ich dann: "Bei allem Stress, den wir hatten, den Idioten sind wir los." "Tse, irgendwie typisch Stefanie", sagt Jürgen. Wir bleiben noch lange bis in die Dunkelheit sitzen und reden.

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 13. Mai 2022, 17:54
von Bibi Melina
ach du je das ging ja grade nochmal gut
ich hoffe steffi erholt sich recht bald davon
bin gespannt wies weiter geht

mit lieben gruß die Bibi-Melina

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 13. Mai 2022, 21:47
von Dunja
Liebe Stephanie,

wieder eine neue, spannende Fortsetzung.
Vielen, lieben Dank.

VLG Dunja

Re: Blutengel

Verfasst: Mi 1. Jun 2022, 01:52
von bella49
Gewiss, Steffi hat oft Stress,
trotz Tatkraft, Jux und Cleverness.
Verständlich, daß sie braucht auch mal Ruh'
vor dem nächsten Geschichten-Clou.
Doch sind es nun fast 3 Wochen her,
seit dem leider keine Fortsetzung mehr! :(
Die Leserschaft ist quasi auf Entzug,
sie bekommt von der Story einfach nicht genug!
Los, laßt uns Steffi liebevoll wecken
und ins nächste Abenteuer stecken! :D

AUFWACHEN STEFFI ! :lol:

Re: Blutengel

Verfasst: Mi 1. Jun 2022, 18:01
von Stephanie
bella49 hat geschrieben: Mi 1. Jun 2022, 01:52 Gewiss, Steffi hat oft Stress,
trotz Tatkraft, Jux und Cleverness.
Verständlich, daß sie braucht auch mal Ruh'
vor dem nächsten Geschichten-Clou.
Doch sind es nun fast 3 Wochen her,
seit dem leider keine Fortsetzung mehr! :(
Die Leserschaft ist quasi auf Entzug,
sie bekommt von der Story einfach nicht genug!
Los, laßt uns Steffi liebevoll wecken
und ins nächste Abenteuer stecken! :D

AUFWACHEN STEFFI ! :lol:
Ich weiß gar nicht, warum mir jetzt grade "the wake up bomb" von R.E.M. einfällt. Muss ich mal die Jungs fragen, ob wir das auf dem Hoffest spielen. :mrgreen:

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 3. Jun 2022, 19:20
von Stephanie
Mein Engel wieder

Ein Auto fährt auf den Hof. "Was ist das denn jetzt wieder?" fragt Kalle genervt. Das Auto fährt bis vor die große Halle. Dann steigen eine Frau und zwei Männer aus. "Öh, nee, Pressefuzzies", sagt Thomas leicht genervt. "Da habe ich ja jetzt keine Lust drauf", sagt Ines. "Ich auch nicht", füge ich hinzu. "Dann bitte ich sie mal höflich, den Platz zu verlassen", sagt Harald grinsend. "Das wäre lieb", sage ich, "kannst Dich durchaus auf die Verwaltung berufen." Harald geht in die Richtung. Die Leutchen kommen ihm entgegen. Einer plappert auch gleich los: "Hallo, können sie uns etwas über den Vorfall heute spätnachmittag erzählen?" "Was für einen Vorfall?" fragt Harald und tut erstaunt. "Das was im Presseportal der Polizei steht", sagt der eine Pressemensch, "tätliche und sexuelle Übergriffe." "Hier bei uns?" fragt Harald, "nee, tut mir Leid, keine Ahnung. Im Übrigen wäre es gut, wenn sie sich vor dem Befahren des Grundstücks anmelden." Die Herrschaften gehen bedröppelt zu ihrem Auto und verlassen den Hof. "Cool, Du kannst das aber auch gut", lobe ich Harald. "Muss ja", sagt er noch. Jürgen tippt auf seinem Laptop rum. "Tatsächlich, hier ist ein Bericht auf besagtem Portal", sagt er. "Das ging ja fix", sage ich, "da wird sich bestimmt bald mein Nachbar melden." "Oder Achim", sagt Sandra. "Genau", sage ich.

Wir lösen unsere Runde langsam auf. "Ich rufe mal ein Taxi", sagt Sandra leicht angeheitert. "Gute Idee", sage ich. Wir haben beide einige Gläser Whiskey getrunken. "Na? Die Dame verträgt aber einen Stiefel, was?" flaxe ich Sandra an. "Puu-uuh!" sagt Sandra nur. "Seid ihr einigermaßen gefestigt?" fragt Harald besorgt in unsere Richtung, an diejenigen, die direkt am Vorfall beteiligt waren. "Ich glaube schon", sage ich. "Die Ines kommt heute Nacht mit zu mir", sagt Karin. Ines kuschelt sich an Karin an. "Danke", sagt sie leise. "Wenn noch irgendwas sein sollte, klingelt uns einfach raus", sage ich noch, "und wenn ihr nur plaudern wollt oder müsst." "Könnt ihr gerne machen", sagt Sandra noch. "Danke nochmal", sagt Ines. Dann kommen einige Taxis und sammeln uns und ein paar andere noch ein. Unser Taxifahrer ist ein gut gelaunter Mensch mit südländischen Einschlag. Wir nenne ihm die Zieladresse. Er fährt vom Hof. "Ich bin Karim und komme aus Syrien", stellt er sich vor. "OK, wir sind Sandra und Stefanie", stelle ich uns vor, weil bei Sandra der Whiskey etwas stärker wirkt. "Schöne Namen", sagt Karim, "ihr seid ja auch schöne Frauen." "Danke", sagt Sandra, die sich grade etwas fängt. "Da wo wir weggefahren sind? War das da, wo einer ein Mädchen angegriffen hat?" fragt Karim. "Das spricht sich ja schnell rum", sage ich grinsend. "Braunschweig ist eben ein Dorf", sagt Sandra. "Kollege schaut auf Pausenplatz immer ins Internet", sagt Hakim, "stand da irgendwo." "Das Mädchen hat sich richtig gewehrt", sage ich dann, "der Typ sah dann aus." Ich erzähle es Karim dann aus der Sicht, als hätte ich dabei gestanden, und nicht dass ich die Beteiligte war. Ist auch eine Art von Stressbewältigung, merke ich dabei. Sandra schaut mich dabei lächelnd an. "Das ist ja eine Geschichte", sagt Karim erstaunt. Dann sind wir schon bei Sandra vor der Haustür. Sandra bezahlt dann und gibt ein großzügiges Trinkgeld. Karim ist jedenfalls erfreut. "Für meine Töchter zu Hause in Syrien, Danke", sagt er dann. Wir winken ihm noch hinterher. "Netter Mensch", sagt Sandra.

Ich stütze Sandra etwas, als wir zur Haustür gehen. "War wohl einer zuviel", sagt Sandra grinsend. Die Katzen sind schon von Oma Willi versorgt worden und irgendwo draußen unterwegs. Ich dirigiere Sandra gleich ins Schlafzimmer und stubse sie ins Bett. "Puh, sagt sie, "endlich halbwegs stabil liegen." "Sicher datt!" sage ich, "im Wasserbett, is"˜ klar." Dann helfe ich ihr, die Kleidung auszuziehen. Ich lege mich dann neben sie. "Wie geht es? Alles OK bei Dir?" fragt sie. "Ja, mal schauen, wie es ist, wenn ich schlafe, ob da noch was hochpoppt", antworte ich. Wir kuscheln uns aneinander. Ziemlich schnell schlafe ich ein. Lange kann ich jedenfalls noch nicht geschlafen haben, als ich schweißgebadet und schreiend aufwache. Sandra hat sich auch richtig erschreckt. "Ganz ruhig, Stefanie", sagt sie beruhigend und nimmt mich in den Arm, "was ist passiert?" "Der Engel mit dem kleinen Mädchen wieder", sage ich schockiert. "Kannst Du Dich erinnern?" fragt Sandra. Ich sammele mich noch, dann sage ich: "Der Engel hatte dieses mal ein reinweißes Gewand an, aber das kleine Mädchen hatte er auf dem Arm und das Mädchen war blutüberströmt, boah, Hilfe." Ich bin völlig fertig. Sandra hält mich fest. "Alles gut Stefanie", sagt sie mit einer ruhigen Stimme, "ich halte Dich." Das beruhigt mich auch ein wenig. "Gut das Du da bist", sage ich, und streichele leicht ihre Wange, "als der Engel das ersten Mal auftauchte, war ich ja alleine und wäre beinahe durchgedreht." Sandra lächelt mich lieb an, sie bleibt ganz ruhig. "Du bist eine gute Trösterin", sage ich zu ihr. "Danke, Stefanie", sagt sie lieb.

"Die Psychologin hatte mir noch ihre Karte gegeben", sagt Sandra, "wir könnten sie jederzeit anrufen, sagte sie noch." "OK, mal sehen, wie die Nacht noch wird", sage ich, "aber das mit dem Engel würde ich ihr schon gerne erzählen, aber nicht jetzt." Eine Weile bleiben wir liegen, dann überrennt uns wieder der Schlaf. Ich träume allerhand blöden Kram, aber nicht so schlimm, dass ich wieder völlig fertig aufwache. Ich wache auf, draußen ist es schon hell. Sandra liegt nicht mehr im Bett, dafür riecht es lecker nach Kaffee und frischen Brötchen. Aus der Küche hört man Geschirr klappern. Kurz darauf kommt Sandra ins Schlafzimmer. Sie hat ein großes Tablett dabei. Brötchen, Aufschnitt, Käse und Marmeladen hat sie liebevoll angerichtet. "Ich hole noch schnell den Kaffee", sagt sie. Dann kommt sie wieder zu mir ins Bett. "Frühstück!" sagt sie dann und lächelt mich an. "Sieht super toll aus", sage ich. Beim Frühstücken lassen wir uns richtig Zeit. "Du bist ja eine richtige Genießerin", sagt Sandra lächelnd. "Sandra, das ist total schön", sage ich, "da fühle ich mich richtig geborgen." "Danke schön", sagt sie. Ich gehe dann ins Badezimmer. Sandra räumt unterdessen alles in die Küche zurück. Sie klopft an und kommt rein. "Ich habe grade mal die Psychologin angerufen", sagt Sandra, "sie hat grade gegenüber im Krankenhaus zu tun, und meldet sich dann nochmal." "OK, alles klar", sage ich, "dann könnten wir sie ja glatt mit dem Boot abholen." "Wäre eine Idee", sagt Sandra lächelnd. Nach einiger Zeit ruft die Psychologin nochmal an. "Ich bin hier fertig und würde jetzt gerne rüberkommen, wenn es Ihnen auch passt", sagt sie. Ich biete ihr an, sie mit dem Boot abzuholen. "Das ist eine tolle Idee", sagt die Psychologin, "aber ich bin mit dem Fahrrad da." "OK", sage ich und nenne ihr noch die Hausnummer. Kurz danach ist sie auch schon da. Ein bisschen Smalltalk halten wir, dann fragt sie nach meinem Befinden. "Soweit ganz stabil, nur ich hatte da einen Traum", sage ich und erzähle es. Auch als ich das erste Mal von dem Blutengel träumte, das erzähle ich ihr. Gespannt hört sie zu. "Das ist ja mal ein umfangreicher Traum", sagt sie lächelnd, "aber Sie merken auch, wie sie das beschäftigt." "Das stimmt", sage ich, "aber der Engel mit dem Mädchen, das kann ich irgendwie nicht auflösen." "Was glauben sie denn, welche dieser beiden Personen sie sind?" fragt mich die Psychologin. "Hm, manchmal glaube ich, das kleine Mädchen zu sein, das Schutz braucht", sage ich, "manchmal könnte ich aber auch der Engel sein. Aber der verhält sich nicht unbedingt so, wie man es von einem Engel erwartet. Das macht mich dann immer so fertig, wenn ich aufwache." Die Psychologin nickt. "In Träumen ist ja alles erlaubt", sagt sie, "haben sie mal überlegt, dass Sie vielleicht beides, also Kind und Engel sind?" Ich schaue erstaunt. "Nein, noch nicht", sage ich dann. "Ihr Hermaphroditismus wäre ja eine Erklärung dazu, sie sind durchaus zwei Persönlichkeiten in einem Körper", sagt die Psychologin weiter, "und wie sie gestern reagiert haben, stützt das durchaus." "Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr erschließt es sich mir", sage ich dann.
Ich bin eine Weile still und nachdenklich. Sandra hat sich die ganze Zeit zurückgehalten und unterhält sich jetzt mit der Psychologin. "Wenn sie das noch weiter vertiefen möchten und noch mehr herausbekommen möchten, dann kann ich Ihnen eine Adresse von einer Kollegin geben, die sich auf so etwas spezialisiert hat", sagt die Psychologin. "Ja gerne", antworte ich. Dann gibt sie mir die Adresse. Ich stutze kurz. "Vor einiger Zeit hatte ich mich mal kurz mit meiner Frauenärztin auch darüber unterhalten", sage ich, "sie gab mir die gleiche Adresse." "Sie ist auch eine richtige Spezialistin auf dem Gebiet", sagt die Psychologin, "und das im größeren Umkreis." "Da rufe ich Montag gleich an", sage ich begeistert. Danach halten wir noch einen Plausch bei einer Tasse Kaffee. "Und wenn sie die Möglichkeit haben sich abzulenken, dann tuen sie das ruhig", sagt die Psychologin, "Bewegung, Denkaufgaben, usw.." "Daran mangelt es uns nicht, nicht wahr, Stefanie", sagt Sandra. "Das stimmt", sage ich, "da hätten wir einiges auf Lager." Jetzt haben wir die Psychologin neugierig gemacht. "Darf ich vielleicht erfahren, was Sie so machen, in ihrer Freizeit?" fragt sie "Gerne", sagt Sandra, "Radfahren, Bootfahren, Tauchen." "Segelfliegen, Fallschirmspringen", ergänze ich. "Meine Güte", lacht die Psychologin, "dann wird Ihnen ja nicht langweilig." Dann muss sie aber auch weiter. Ich bedanke mich recht herzlich. "Ich danke Ihnen auch", sagt die Psychologin, "und Ihre Partnerin ist eine wirklich tolle Stütze für Sie." "Das stimmt", sage ich und schaue Sandra lieb an, "das rechne ich ihr auch hoch an." Die wird auch gleich rot im Gesicht. Dann geht die Psychologin zu ihrem Fahrrad und fährt los. Wir winken noch hinterher. Dann gehen wir wieder rein. "Puh! Das war ja mal eine Erkenntnis", sage ich, "das muss ich aber erstmal verdauen." "Und ich wusste schon immer, dass Du ein Engel bist", sagt Sandra lächelnd. Dafür bekommt sie einen dicken Kuss von mir.

"Zweites Frühstück?" fragt Sandra, "eine Kleinigkeit zumindest?" "Gerne", sage ich. "Während ich an ihrem Kaffeevollautomaten zwei Cappus ziehe, holt sie eine kleine Bäckertüte aus dem Schrank und tut heimlich dabei. Ich schaue sie lieb an und zwinkere mit den Augen. Daraufhin gibt sie mir lächelnd die Tüte. Ich schaue rein. "Mandelhörnchen", sage ich begeistert mit einer leisen, dunklen Stimme. Sandra kommt ran und nimmt mich in den Arm. "Nochmal, ich möchte die Stimme nochmal hören", sagt sie. "Mandelhörnchen!" wiederhole ich. "Total süß", sagt Sandra begeistert. Wir setzen uns an den Tisch und genießen die Hörnchen. "Ich musste sie einfach mitnehmen vorhin beim Brötchen holen", sagt Sandra. "Mmmh!" sage ich nur. "Irgendwie freue ich mich , dass Dich das von gestern nicht so richtig runtergezogen hat", sagt Sandra. "Ja, und mal schauen, ob ich jetzt besser mit meinem Engel umgehen kann", antworte ich. Sandra lächelt mich an. "Von Dir kann man so viel lernen", sagt sie dann. "Danke schön", antworte ich. In Ruhe genießen wir Kaffee und Hörnchen. "Unsere Autos stehen ja noch am See", sagt Sandra, "wie wollen wir die denn abholen?" "Hm, wenn ich jetzt meine Inliner hier hätte, würde ich da jetzt hin rollern", antworte ich so dahingesagt. "Das ist eine Idee", sagt Sandra, "ich brauche sowieso neue. Wir gehen schnell in die Stadt und kaufen uns welche." "Äh, wie jetzt, ich habe doch noch welche, nur Zuhause", sage ich verdattert. "Ja eben", sagt Sandra grinsend, "aber nicht hier, gelle?!" "Los Stefanie, ich krieg neue und Du auch und die lassen wir dann hier", sagt Sandra. "Na denn, es trifft ja keine Arme", sage ich flaxend. "Hihi", sagt Sandra. Sie hat auf einmal die Aura eines kleinen Kindes drauf, was sich über alles noch freuen kann. Das gefällt mir so an ihr. Wenn man mir nachsagt, ich sei vielschichtig, dann ist Sandra das erst recht. "Lässt Du das Kleid an?" fragt mich Sandra. "Na klar, ist doch ein Skaterkleid", antworte ich. "Moment", sagt Sandra lachend, "ich will auch." "Kurz danach kommt sie mit einem mittelblauen kurzarmigen Skaterkleid wieder. "Niedlich", sage ich. Einen Rucksack nehmen wir auch noch mit. Wie neulich gehen wir zu Fuß in die Innenstadt.
Sandra dirigiert uns zu einem großen Sportkaufhaus. Zu meiner Überraschung wird sie hier nicht mit Namen begrüßt. "Aha, das beschränkt sich wohl eher auf Boutiquen", flaxe ich. "Nicht immer", antwortet Sandra lächelnd. Wir stehen dann keine halbe Minute vor den Inlineskatern, da kommt auch prompt ein Verkäufer zu uns. "Kann ich ihnen helfen", fragt er und weiß eigentlich gar nicht, welche von uns beiden er anschauen soll. Während Sandra unseren Wunsch vorträgt, beobachte ich ihn. Was ihn natürlich etwas unsicher werden lässt. Stefanie, möchtest Du zuerst?" fragt Sandra. "Joa, klar", antworte ich. Mit meiner Schuhgröße stelle ich den Verkäufer natürlich vor eine Herausforderung. Die Inliner für Frauen hören hier bei Größe 42 auf. "Also Pink muss es nicht unbedingt sein", sage ich grinsend, "aber rot kann gerne dran sein. Sonst gerne Schwarz oder Grau. Er findet dann Softboot-Inliner in einem dunklen Grau, die teilweise mit rot abgesetzt sind. "Na, die sehen doch gut aus", sage ich und probiere einige Größen durch, "glatt 44 passt am besten." "Wenn sie möchten, können sie hier gerne mal ein Runde um die Sportkleidung drehen", sagt der Verkäufer, "da, wo der Fußboden aussieht wie eine Laufbahn." "OK", sage ich und drehe eine Runde. "Die sind gut", sage ich als ich an Sandra und dem Verkäufer vorbeirolle und noch eine Runde drehe. Dann drehe ich mich, das ich kurz rückwärtsfahre, dann drehe ich wieder zurück. "Die sind gut, schön leicht und wendig", sage ich dann nach der Runde. Sandra hat mittlerweile auch einige durchprobiert und sich für das gleiche Modell entschieden. "Wollen Sie auch mal ein paar Runden fahren?" fragt der Verkäufer. "Ja gerne", sagt Sandra und fährt los. Wir sind mittlerweile eine kleine Attraktion im Laden. Einige Leute schauen zu. Sandra legt zu meiner Aktion noch eine Schippe drauf. Sie fährt vorwärts, rückwärts, übersetzt die Füße, wie beim Eiskunstlauf. "Chapeau, Madame!" sage ich staunend, als sie wieder bei uns steht, "hast Du mal Eiskunstlauf gemacht?" "Ja, als Kind und außerdem habe ich holländische Vorfahren", sagt sie grinsend, "die sind früher im Winter auf den zugefrorenen Grachten unterwegs gewesen." Der Verkäufer kommt jetzt gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. "Wir sollten dann noch Knie- und Armschützer mitnehmen", sage ich, "wir müssen ja dann quer durch die Stadt." "Gute Idee", sagt Sandra. Nach dem wir alles zusammen haben, gehen wir zu Kasse. Natürlich drängelt sich Sandra beim Bezahlen wieder grinsend vor.

Draußen gehen wir noch ein Stück zu Fuß. Am Schloss ziehen wir uns dann die neuen Skater an und laufen los. Dabei halten wir Händchen. Sandra strahlt über das ganze Gesicht. "Das ist Dein Ding, was?" sage ich. "Ja, das ist toll, ich fühle mich glatt 30 Jahre Jünger", sagt Sie erfreut. "Süßes Ding, Du", sage ich. Wir laufen am Theater vorbei, über die Oker. "Wollen wir hier auf der Allee bleiben, oder in die Nebenstraßen, weil es da ruhiger ist?" frage ich. "Hier lässt es sich gut laufen, lass uns hier bleiben", antwortet Sandra. Wir bleiben auf dem Fußweg und nehmen Rücksicht auf die Fußgänger. Die gehen meistens aber schon von alleine an die Seite und bewundern uns beim Vorbeifahren. Am Ende der Allee biegen wir links ab und fahren durch das sogenannte östliche Ringgebiet. Das ist auch eine anspruchsvollere Wohngegend, ähnlich wie in Sandras Ecke, nur haben die hier keinen Fluss. Wir laufen dann durch einige Kleingartenvereine, bevor wir auf eine der großen Ein- und Ausfallstraßen kommen. Hier laufen wir Weile, bis wir zur Zufahrtsstraße zum See kommen. Die laufen wir hoch und biegen dann auf das Gelände ein. Vor der Werkstatt sind einige Leute draußen. Antje und Kristin sind da, auch Jessi. Harald und Thomas schrauben an einem Motorrad. Ich fahre hin, während Sandra auf dem große Hof einige Figuren abläuft. Der ganze Hof ist asphaltiert und schön eben. Ideal zum Rollschuh- und Inliner laufen. "Hey, hallo ihr beiden", sagt Kristin erfreut, "schön euch zu sehen." "Hallo allerseits", grüße ich zurück. Sandra dreht ein paar Pirouetten. "Das hat sie drauf", sage ich, "eben im Laden war das schon ein Augenschmaus." "Total toll", staunt Antje. Dann kommt Sandra zu uns. Ich fange sie ein und nehme sie in den Arm. "Der Platz ist ja total toll", schwärmt sie, "hallo zusammen." "Hallo Sandra", sagt Jessi, "das macht ja Spaß dir zuzuschauen. Wirklich toll." "Danke", sagt Sandra. "Ihr wollt eure Autos abholen?" fragt Harald. "Ja, gestern waren dann doch etwas Knülle", sagt Sandra grinsend, was zu Erheiterung bei allen führt. "Und wie geht es euch sonst, nach der Geschichte gestern?" fragt Jessi. "Ganz gut", sage ich und erzähle, was noch so passiert ist. Antje ist etwas erschrocken, sie war ja gestern nicht da. "Hat auch was gutes, den Wandermops sind wir jedenfalls los", sage ich. "Du scheinst das ja gut weggesteckt zu haben", sagt Jessi lächelnd. "Ich habe ja auch eine richtig liebe, gute und hilfsbereite Frau an meiner Seite", sage ich und drücke Sandra. "Ach Stefanie", seufzt sie leise in mein Ohr.
"Ich habe grade einen schönen Tee fertig", ruft Kristin aus einem Fenster, "möchtet ihr auch einen?" Gerne", sagen Sandra und ich gemeinsam. Dann staune ich nicht schlecht, als Kristin mit zwei riesigen Thermoskannen rauskommt. "Ein guter Tee geht hier weg wie geschnitten Brot", sagt Kristin grinsend und verteilt große Teetassen, "an manchen Tagen gehen hier locker zehn Liter weg." Ich staune nicht schlecht. "Der ist lecker, könnte Darjeeling sein", sagt Sandra. "Ja, ist es, von der Teekampagne", sagt Kristin. "Cool, da bestelle ich auch gerne", sage ich. Kristin lächelt. "Bei einer Tasse Tee lässt es sich doch gut plaudern", befindet Sandra. Nach einiger Zeit klingelt mein Handy. Die Nummer von meinem Onkel wird angezeigt. "Neffin, was war denn da gestern los?" fragt er besorgt, "in der Zeitung ist ein kurzer Polizeibericht drin." Also erzähle ich ausführlich, was passiert ist. "Mein Gott, geht es Dir gut?", fragt er danach. "Soweit ganz gut, Sandra ist eine gute Trösterin und auch die Leute hier auf dem Platz bringen einen auf andere Gedanken", antworte ich. Ein bisschen beruhigt es ihn dann auch. Kurz nachdem wir das Gespräch beendet haben, ruft mich meine Mutter an. Natürlich sind sie und mein Vater besorgt, auch hier kann ich sie schnell beruhigen.

Jessi ist grade wieder reingegangen und kocht nochmal Tee nach. So langsam weicht auch das Thema von gestern den Späßchen, die wir machen. Außerdem planen wir die Wasserrutsche weiter. Nach einiger Zeit erfüllt ein netter Duft von Kuchen den Platz. Antje kommt bald danach raus und trägt ein Blech mit selbstgebackenen Zuckerkuchen. "Da kommt gleich noch mehr", sagt sie grinsend. "Wie jetzt?" sage ich, "eigentlich wollten wir ja nur unsere Autos holen." "Zu spät!" grinst Kristin, die jetzt mit dem nächsten Backblech kommt. "Na ja, ist ja auch schon Kaffeezeit", bemerkt Sandra lächelnd. So nach und nach kommen immer mehr Kuchenbleche nach draußen. "Einfach nur lecker", sage ich. Kurz danach fährt das Auto von meinem Onkel auf den Hof. Außer ihm und meiner Tante steigen auch noch meine Eltern aus. "Unglaublich!" staune ich, "haben sie wieder den Kuchen durch die ganze Stadt gerochen." "Na, rumflaxen kann sie ja schon wieder", sagt mein Vater. "Kommt ran, das langt für alle", sagt Jessi locker. Meine Eltern, Tante und Onkel staunen trotzdem. Dann stelle ich meine Eltern vor. "Hier wart ihr ja noch nicht, zumindest, die letzten 15 Jahre", sage ich. Bei Kaffee, Tee und Kuchen erzählen wir dann noch mal genauer, was gestern passierte. Obwohl wir es schon ein wenig lockerer machen sind die vier einigermaßen ergriffen. "Ganz schön Glück gehabt, Mädel", sagt mein Vater zum Abschluss. "Joa!" kommentiere ich knapp, "aber wo wir grade dabei sind und weil es noch recht frisch ist, spreche ich mal Cornelius eine Nachricht aufs Band, ob er nächste Woche mal Zeit für mich hat. Ich glaube schon, dass da noch ein ordentlicher Prozess ins laufen kommt." "Cornelius?" fragt Harald. "Stefanies Anwalt", antwortet Sandra.

Sandra Handy klingelt. "Oh, meine Eltern", sagt sie und meldet sich. Sie geht ein paar Schritte weg, damit sie uns nicht stört. Trotzdem höre ich einiges mit. Es geht auch um den gestrigen Tag. Während sie telefoniert, klingelt mein Handy mal wieder. Ich melde mich. Am anderen Ende meldet sich Ebi. "Was kann ich für Dich tun?" frage ich freundlich. "Ich habe in verschiedenen Medien gesehen, dass bei euch am See was vorgefallen ist", sagt Ebi vorsichtig. "Aha", antworte ich, "und jetzt möchtest Du ein Exklusiv-Interview?" Stille am anderen Ende. "Äh, Steffi, warst Du daran beteilig?" fragt Ebi weiter vorsichtig. "Joa", antworte ich. "Wo bist Du grade?" fragt Ebi. "Am See", antworte ich knapp. "Kann ich vorbeikommen?" fragt Ebi wieder. "Wenn Du das Exklusiv-Interview haben willst?" frage ich dagegen. "Äh ja, ich sitze hier mit Achim in der Stadt in unserem Stamm-Café, kann Achim mitkommen?" fragt Ebi immer noch sehr vorsichtig. "Ja klar", antworte ich flaxend, "aber so zurückhaltend erlebe ich dich selten." "Äh, ja äh", sagt Ebi unentschlossen, "wir kommen dann." Sandra ist schon fertig mit dem Gespräch mit ihren Eltern und schaut mich grinsend an. "Wenn wir wollen, dann können wir heute Abend noch zu meinen Eltern fahren", sagt Sandra, die platzen auch vor Neugier." "Soso, aha!" sage ich. Jetzt fahren Ebi und Achim auf den Hof. Sie steigen aus und kommen zu uns. Ich gehe ihnen entgegen und begrüße sie. Dann stelle ich sie den anwesenden vor und sage auch gleich woher wir uns kennen. "Ah ja, wenn man die "Presse" persönlich kennt, ist immer gut", flaxt Jürgen. Ebi und Achim lächeln zurückhaltend. "Wir haben uns schon wieder ganz gut gerappelt, nach dem Vorfall gestern", sage ich dann zu den beiden, "das ist eine tolle Gemeinschaft hier. Das lenkt dann schon ein wenig ab."

Dann erzähle ich den Beiden ausgiebig, was da nun passiert ist. Zum Schluss gehen wir auch noch mal zum See runter, an die Stelle. Meine Eltern, Onkel und Tante kommen auch mit. Da Ebi nicht so gut zu Fuß ist, helfen ihm Kalle und Jürgen. "Ach guck, hier genau war es", sage ich, "hier ist überall noch getrocknetes Blut von dem Vollpfosten." "War die schon immer so?" fragt Sandra meine Eltern erstaunt. "Ja, die steckt das ganz gut weg", antwortet mein Vater trocken, "kein Kind von Traurigkeit." "Na ja, ich habe das Gefühl, jetzt als Frau legt sie noch eine Schippe drauf", sagt meine Mutter. Ebi und Achim schauen sie das Ganze erstaunt an. "Jetzt wo ich es nochmal Revue passieren lasse, dem Typen habe ich aber auch welche verpasst", sage ich, "im Moment der Aktion habe ich das gar nicht realisiert." Ebi stellt mir noch einige Fragen. Ein Foto lehne ich dann aber dankend ab. "Der Bericht als solches reicht ja", sage ich, "wenn ich da als Verwalterin genannt werde ist das auch schon sehr viel." "OK", sagt Ebi. Anschließend gehen wir wieder hoch. Tante und Onkel wollen dann auch wieder los. "Fahrt ihr gleich mit oder soll ich euch nachher nach Hause bringen?" frage ich meine Eltern. "Och, wenn Du schon so fragst", sagt meine Mutter, "dann nehmen wir doch dein Angebot an." Wir verabschieden dann noch Tante und Onkel. Dann gehen wir zum Sitzplatz zurück. "Das ist ja ziemlich toll geworden hier", sagt mein Vater", ich war das letzte Mal hier, als hier noch richtiger Speditionsbetrieb war." "Und du fühlst Dich wohl hier mit deinem Nebenjob?" fragt mich meine Mutter. "Absolut!", antworte ich. "Sie ist ja auch eine tolle Chefin", lobt Harald. Und ich glühe natürlich zur Erheiterung aller auf, nach dem Kompliment. Während wir noch mal Kaffee, Tee und Kuchen nachnehmen, fragt Sandra in Richtung meiner Eltern: "Soll ich mal bei meinen Eltern nachfragen, ob ihr auch mitkommen könnt nachher, ich würde euch gerne mal bekannt machen." Meine Eltern schauen sich an. "Ja gerne", sagt meine Mutter dann. Sandra ruft ihre Eltern an. "Sie finden das toll und freuen sich schon", sagt Sandra nach dem Telefonat. Ebi und Achim wollen dann auch wieder los. "Vielen Dank, Steffi, dass Du uns das alles erklärt hast", sagt Achim. "Vor allem, dass Du es uns beiden als erstes erzählt hast", sagt Ebi lächelnd. "Eben die Journalisten meines Vertrauens", flaxe ich. "Ach du nun wieder", sagt Ebi grinsend. Dann fahren sie vom Hof. Wir bleiben auch nicht mehr lange. Nach einer herzlichen Verabschiedung fahre wir dann mit meinen Eltern zu Sandras Eltern.

Re: Blutengel

Verfasst: Sa 4. Jun 2022, 12:57
von Carolin
Hallo Stephanie,

super, endlich eine Fortsetzung.
Du bis einfach Spitze (fwe3)
Deine Geschichten kommen so authentisch herüber und die
Details sind ( zumindest von dem ich eine Ahnung habe) richtig
und genau. (yes)
Es liest sich sehr gut und spannend. (buch)
Mach bitte so weiter, wir schmachten danach wie es weitergeht. (gitli)

Liebe Grüße Moni

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 17. Jun 2022, 14:54
von Stephanie
Elternabend

Meine Eltern haben sich auf die Autos verteilt. Meine Mutter fährt bei mir mit. "Das ist ja typisch für ihn, kaum sieht er eine Blondine"¦ ", frotzelt meine Mutter über meinen Vater. "Dabei sagt er immer, er steht nicht auf blonde Frauen", flaxe ich weiter. "Sie ist aber auch hübsch, die Sandra", sagt meine Mutter dann. Ich schaue sie an und nicke nur. "Ich hätte auch nie gedacht, dass sie sich ausgerechnet für mich entscheidet", sage ich, "und ich wollte ja erst nicht." "Stimmt, das hattet ihr neulich erzählt", sagt meine Mutter lächelnd, "und kannst Du schon sagen, wie ihr miteinander klarkommt?" Ich grinse. "Wir sind beide sehr ähnlich", antworte ich, "spontan, offen für alles und wir nehmen uns gerne gegenseitig auf die Schippe. Und wir haben viele gleiche Interessen." Das ist schön", freut sich meine Mutter. Wir kommen in die Nähe vom Anwesen von Sandras Eltern. Ich kläre meine Mutter auf. "Wenn wir gleich in eine lange Einfahrt mit weißem, geharkten Kies hochfahren, der von in Form geschnittenen Buchsbäumchen flankiert wird und der am Ende in einen runden Wendekreis auch mit weißem Kies übergeht, dann sind wir bei Sandras Eltern", sage ich lächelnd. Meine Mutter schaut mich erstaunt an. "Auch sonst sieht das parkähnlich aus, neben dem Weg, total schön", sage ich weiter. Meine Mutter schaut immer noch erstaunt. "Das Haus ist übrigens auch toll anzusehen von draußen", sage ich. "Das hört sich ja fast nach einem Gutshof an", sagt meine Mutter. "Den Charakter hat das Anwesen", sage ich grinsend. "Und wie sind Sandras Eltern so?" fragt meine Mutter jetzt. "Recht locker, eigentlich so wir ihr", antworte ich, "Hans macht gerne lockere Sprüche, Elvira ist etwas zurückhaltender, hat aber ein total liebes Wesen." "Na dann bin ich mal gespannt", sagt meine Mutter. "Ach so, eine Spezialität von Hans ist, dass er bei Damen gerne ans Auto kommt und die Tür öffnet", sage ich, "wir bleiben dann so lange sitzen, da ist er dann ganz Gentlemen." "Na gut", sagt meine Mutter lächelnd.

Wir kommen in der Nähe des Hauses an. "So wie es aussieht, hat Papa die ganze Zeit Sandra ausgefragt", sage ich grinsend, "da konnte sie ihn jetzt nicht so vorbereiten, wie ich das eben bei Dir gemacht habe." "Ha-ha. Da freue ich mich ja schon auf das Gesicht", feixt meine Mutter. "Ja, genau das", sage ich. Sandra fährt vor uns und biegt jetzt auf den Hof ab, wir hinterher. Der Kopf von meinem Vater geht jetzt hin und her. "Jetzt weiß er nicht, wo er zuerst hinschauen soll", flaxe ich. Sandra schaut in ihren Rückspiegel und sieht uns grinsen. Ich glaube, sie zwinkern zu sehen. Wir halten dann mit beiden Wagen vor der großen Treppe vorm Haus. Sandras Eltern sind grade herausgekommen. Hans kommt zielstrebig zu uns und öffnet die Beifahrertür. Galant begrüßt er meine Mutter und hilft ihr beim Aussteigen. Die ist sofort geschmeichelt. Nach dieser Zeremonie steigen wir anderen auch aus. Elvira geht zu meinem Vater und begrüßt ihn auch. Mein Vater ist sehr überrascht und schaut erstaunt. "Hast Du ihn nicht vorbereiten können?" frage ich Sandra grinsend. "Irgendwie ging das nicht", sagt Sandra ebenso grinsend. "Ich hab"™s von hinten gesehen, er hat dich komplett ausgefragt, richtig?". Sandra lächelt nur. "So ist er", sage ich grinsend. "He , große Tochter"¦ "¦", sagt mein Vater. "I-hi!", lache ich. Auch alle anderen sind erheitert. Dann stellen sich unsere Eltern nochmal richtig vor. Sie kommen auch von Anfang an gleich miteinander klar. "Na da stimmt aber die Chemie", sagt Sandra lächelnd. Sandras Mutter erklärt auch einige Hintergründe zum Haus und dessen Ursprung. Meine Eltern sind beeindruckt. Dann gehen wir langsam zur Treppe zum Haus. Aus der offenen Haustür kommt ein Hund, ein Golden Retreiver, gelaufen, direkt auf mich zu. Mit wedelnden Schwanz läuft er um mich herum. "Hey, wer bist denn Du?" frage ich und knie mich hin, um ihn zu Streicheln. "Das ist unsere Franzi", sagt Elvira. "Du bist ja knuffig", sage ich, "aber beim letzten Mal habe ich dich nicht gesehen." "Ja, genau, da war sie bei meiner Schwester", antwortet Elvira. Franzi wuselt um mich herum. Ich kraule sie ein wenig durch. Dann gehen wir weiter ins Haus. Franzi weicht mir nicht von der Seite. "Na, da hat sie sich aber gleich eine neue Freundin gesucht", freut sich Elvira.

"Könnt ihr vielleicht nach dem Grill schauen und ihn im Gang halten?" fragt uns Hans. "Gerne", sagt Sandra. Hans und Elvira zeigen meinen Eltern das Haus. Ich gehe mit Sandra auf die Terrasse. Franzi ist immer noch dicht bei mir. "Das ist ja cool, das macht sie sonst selten", sagt Sandra erfreut. Dann legt sie noch mal Kohle auf dem Grill nach. Jetzt kommt Franzi mit einem Spielzeug in der Schnauze zu mir und schaut mich erwartungsvoll an. Ich versuche ihr das Teil aus dem Mund zu nehmen. Aber Franzi hält fest. Also überliste ich sie und lenke sie ab. Tatsächlich legt sie ihr Spielzeug ab. Schnell schnappe ich es. Franzi protestiert durch lautes Bellen. "Na los, schnapp es Dir", sage ich. Franzi schnappt sich ihr Spielzeug und geht ein paar Meter weg, dann kommt sie wieder langsam ran und das ganze Spiel geht von vorne los. Sandra lacht sich kringelig, auch weil ich die ganze Zeit kommentiere. "Zu cool, Stefanie", sagt Sandra. "Franzi will das doch so", sage ich mit gespielt treudoofer Miene. Beim nächsten Mal, wo ich ihr Spielzeug erbeute, springe ich auf und laufe in den Garten, Franzi natürlich hinterher. Es geht ein wenig bergab. Unten halte ich kurz inne und tue so, als würde ich das Spielzeug werfen. Franzi tobt sofort in die vermutete Richtung los. Aber sie findet das Spielzeug natürlich nicht. Also kommt sie laut protestierend, bellend zurück. Ich zeige ihr das Spielzeug und renne wieder zurück zur Terrasse. Während des Laufens versucht mir Franzi das Spielzeug aus der Hand zu reißen. Ich wechsele einfach die Richtung. Irgendwann kommen wir auf der Terrasse an. Sandra ist immer noch am Lachen. Unsere Eltern sind inzwischen vom Rundgang zurück und schauen ebenfalls erheitert zu. Ich bin kurz abgelenkt und das nutzt Franzi aus. Zack, hat sie das Spielzeug erbeutet und geht ein paar Meter weg. Immer wenn ich in ihre Nähe gehe, geht sie auch ein paar Meter weiter. Gehe ich zurück, macht sie das auch. Aber immer mit ein paar Metern Abstand. "Klasse, Steffi", freut sich Elvira. "Das hast Du schon immer gerne gemacht", sagt meine Mutter zu mir. "Meine Katzen foppt sie auch gerne", sagt Sandra lachend. "Oh ja, Katzen sind ihre Spezialität", sagt mein Vater.

Hans fragt uns nach Getränken, während Elvira in die Küche geht. "Sollen wir helfen?" ruft Sandra hinterher. "Braucht ihr nicht", kommt es von Elvira zurück, "ich habe alles vorbereitet." Kurz darauf kommt sie mit einem Servierwagen zurück. Eine Auswahl an Würstchen und Fleisch, sowie einige Salate hat sie dabei. "Was ist es heute leckeres?" fragt Sandra. "Das ist alles von den Galloway Rinder, die hinten auf der großen Wiese stehen", antwortet Elvira. Zu dem Anwesen von Sandras Eltern gehören einige Ländereien im Anschluss an das Haus, sowie andere auch weiter weg. Auf der großen Wiese stehen eben diese Rinder von einem Landwirt aus dem Ort. Das gehört zwar alles noch zum Stadtgebiet, hat aber schon einen ländlichen Charakter. Und der Landwirt setzt auch eher auf Nachhaltigkeit, als auf Massentierhaltung. "Das merkt man auch im Geschmack", sagt Elvira. Hans legt die ersten Stücke auf den Grill. Mein Vater steht daneben und beide sind schnell am Fachsimpeln. Meine Mutter grinst. "Hat Stefanie das früher auch gemacht?", fragt Sandra lächelnd. "Wenn sie selber gegrillt hat ja", antwortet meine Mutter, "sonst saß sie immer bei uns Mädels." "Hast das das eigentlich schon früher bemerkt, dass Stefan eher eine Stefanie ist?" fragt Elvira meine Mutter. "Ein bisschen schon", antworte meine Mutter, "aber eher unterschwellig, sie hat den Jungen gut gespielt." Ich zwinkere meiner Mutter zu. "Ich hieß ja bis zur Geburt auch Stefanie", füge ich lächelnd hinzu. "Wir hatten uns schon ein Mädchen gewünscht", sagt meine Mutter. "Das ist ja dann auch ein bisschen später eingetroffen", sagt Sandra. Wir plaudern noch ein wenig über meinen Werdegang, dann kommen die ersten Würstchen und Steaks vom Grill. Elvira geht noch mal in die Küche und holt Brot und gebackene Kartoffelspalten. "Ist das alles lecker", sage ich begeistert beim Essen.

Während einer kleinen Pause erzähle ich nochmal vom Vorfall von gestern. "Unglaublich, das ist noch so frisch, aber Du wirkst so gefestigt", staunt Elvira. "Na ja, ich habe ja auch viele nette Leute um mich herum", sage ich, "vor allem dieses nette Wesen." Ich schaue dabei Sandra an und stupse sie leicht an. Sandra drückt mich leicht. "Sandra wollte als kleines Mädchen gerne Krankenschwester werden", sagt Elvira. "Das kann ich mir auch gut vorstellen", sage ich und schaue Sandra dabei tief in die Augen, "morgens 5:30 Uhr: "guten Morgen Frau Boe, möchten sie süß oder herzhaftes zum Frühstück?"" "Ha!" lacht Sandra und drückt mich nochmal. Auch unsere Eltern sind herzlich am Lachen. "Typisch Stefan-ie", lacht mein Vater. "Aber hey, Bankerin ist auch voll OK", sage ich weiter. "Weil ich mit Zahlen umgehen kann, oder wie?" feixt Sandra. "Joa", sage ich gespielt zurückhaltend. "Ihr seid so zwei", lacht Elvira. Hans legt noch mal ein bisschen was auf den Grill. "Das reicht dann aber auch hin", sage ich, "der Elastikfaden in meinem Kleid ist langsam am Ende." Und wieder bricht Erheiterung aus. "Ist wirklich sehr lecker", lobt meine Mutter. Hinterher fragt Hans noch nach einem Schnaps, "zur Verdauung". "Alternativ könnte ich einen Kaffee, Espresso für die Autofahrerinnen anbieten", sagt Elvira. Sandra steht auf. "Ich mache die Espressos", sagt sie und verschwindet in die Küche. Hans holt die Spirituosen. Wir anderen räumen das Geschirr derweil ab, und stellen das auf den Wagen. Sandra und Hans sind dann auch wieder da und verteilen die Getränke entsprechend. Franzi hatte während der ganzen Zeit auch ihr Futter bekommen. Jetzt steht sie wieder mit dem Spielzeug bei mir. "Da fällt mir etwas ein", sage ich, "als ich vorhin mit Franzi ein bisschen auf dem Grundstück lief, fielen mit Modellbahnschienen aus Messing auf. Hast Du hier eine Gartenbahn?" Ich schaue zu Hans. Der lächelt mich an. Dann sagt er: "Ja, aber nicht diese von LGB, ich habe Spur 1." "Ok, Messingschienen verbindet man immer mit Spur 2m", sage ich. "Nee, nix Schmalspur", sagt Hans grinsend.

Da mein Vater und ich neugierig sind, führt uns Hans in den Garten. Wir stehen dann vor den Gleisen. "Cool, zweispurig", sage ich. "Ja, ist aber länger nicht gelaufen", sagt Hans, "müsste mal gesäubert werden und die Strecke überprüft werden, wegen der Maulwürfe." Ich schaue begeistert dem Streckenverlauf hinterher. "Das ist ja ganz Steffis Ding", sagt mein Vater. "Ich weiß", antwortet Hans, "ich habe ja neulich ihre HO-Anlage bewundern dürfen." "Ach, die hast Du aufgebaut?" fragt mein Vater erstaunt, "passt die denn in die Wohnung?" "Ja, ganz knirschend ins Schlafzimmer." "Tse, und mir nicht Bescheid sagen", feixt mein Vater. Ich grinse wie üblich, dann frage ich Hans: "Was für Loks und Wagen fährst Du?" "Alles was es auf dem Markt gibt oder gab", antwortet Hans, "Kleinserie und Großserie." "Poah!" sage ich staunend, "das H0-Ding im Keller ist ja schon ein Ding. Aber das hier, das sind aber auch etliche 100 Meter." Hans lächelt nickend. "Aber wie bei Dir, immer nach und nach aufgebaut", sagt Hans dann noch. Mein Vater erwacht grade aus seinem Staunen. "Baust Du eigentlich immer noch"¦", fängt er an. "Pscht!" sage ich dazwischen. Nutzt aber nichts, Hans lächelt mich neugierig an. "Was denn Pscht?" fragt er. Mein Vater: "Soviel ich weiß hat Steffi mal die "¦" Ich: "Pscht!" "Wie jetzt?" fragt Hans lachend. ""¦die 43 903-4, die in Emden vor dem Hbf steht, angefangen in Spur 1 nachzubauen", füge ich hinzu, "ist aber noch nicht fertig." "Fahrbereit?" fragt Hans. "Wird sie, wenn sie fertig ist", sage ich. Mein Vater: "Und die 01 "¦" Ich: "Pscht! Verrat doch nicht alles." Hans: "Was für eine 01?" Mein Vater: "Die, die vor"¦" Ich : "Pscht!" Hans lacht sich mittlerweile kringelig. Da die Mädels auf der Terrasse mein "Pscht!" wohl auch gehört haben, schauen sie natürlich auch neugierig zu uns. "Doch nicht die 01 1063, die vor unserem Hauptbahnhof steht?" fragt Hans. "Pscht!" sage ich wieder. "Was ist denn bei euch los?" ruft Sandra von der Terrasse. "Pscht!" rufe ich zurück. "Die immer mit ihrer Heimlichtuerei", sagt Sandra lächelnd. "Oh ja!" sagt meine Mutter, "das kann sie gut. "Und die 01, ist die fahrbereit?" fragt Hans. "Ja, die ist komplett fertig", sage ich, "die 43 könnte ich jetzt wohl auch bald fertig bauen, in der Werkstatt am See sollte das möglich sein." Tatsächlich gibt es da ja schon so einige Maschinen. Und Thomas ist grade dabei, von seinem Arbeitgeber eine Dreh- und eine Fräsmaschine mit CNC Steuerung zu bekommen, die grade durch neue ersetzt werden sollen.

Wir gehen wieder zu Terrasse hoch. Hans und mein Vater direkt. Ich nehme einige Umwege, weil Franzi grade wieder ihren Spieltrieb hat. Irgendwann kommen Franzi und ich aber auch auf der Terrasse an. Weil ich es frecher Weise geschafft habe, Franzi mehrfach das Spielzeug abzunehmen, sucht sie sich jetzt eine ganz sichere Ecke und bewacht es. Natürlich schaut sie mich ganz frech dabei an. "Stefanie, das macht echt Spaß, die zuzuschauen, wenn Du mit Franzi tobst, das ist ganz nach ihrem Geschmack", sagt Elvira erfreut. "Mit Tieren konnte sie schon immer umgehen", sagt mein Vater. "Ich glaube das ist eher umgedreht", sage ich grinsend, "die Tiere konnten ganz gut mit mir umgehen." "Stimmt auch wieder", sagt meine Mutter, "aufgezwungen hast Du denen ja eigentlich nie was." Ich schaue grinsend vom einen zum anderen. "Weißt du noch, der Gelbbrust-Ara, von deinen Eltern?" fragt mein Vater meine Mutter. "Ja", sagt meine Mutter lachend. Bevor irgendwer weiterreden kann, sage ich: "Gelbbrust-Ara deshalb, weil die Blau und Gelb sind, wie die Vereinsfarben unserer Eintracht und mein Opa ist Eintracht-Fan." "Aha, genau wie Sandra", sagt Elvira. "Und was hat Stefanie mit dem Ara gemacht?" fragt Sandra erwartungsvoll. "Bumerang", antwortet mein Vater. "Äh, wie das?" fragt Sandra. "Cora (so hieß sie) saß auf meiner rechten Hand und hat sich ganz klein und windschnittig gemacht", sage ich, "dann habe ich ausgeholt und den Arm nach vorne bewegt, dann ist sie losgeflogen und hat eine große Runde im Garten gedreht. Danach landete sie wieder auf meine Hand und das Spiel ging von vorne los. Stundenlang, mit wachsender Begeisterung." Sandra schaut mich erstaunt an. Elvira und Hans lachen herzlich. "Ich stelle mir das grade bildlich vor", sagt Hans lachend. "Das war immer das erste, was die beiden gemacht haben, wenn wir bei meinen Eltern waren", sagt meine Mutter, "bei Wind und Wetter." "Und wenn ich nicht schnell genug war, landete sie auf meiner Schulter, rief laut "Cora" und kniff mich mit dem Schnabel ins Ohr", erkläre ich weiter.

Elvira hat noch einen Nachtisch serviert. Selbstgemachtes Eis. Obwohl eigentlich nicht mehr reinpasst bei mir, nehme ich mir ein kleines Tellerchen. "Eismonster", flaxt meine Mutter. "Is"˜ aber auch lecker", sage ich zu meiner Verteidigung. "Danke schön", sagt Elvira. Nach einer Weile fragt Hans: "Nochmal zu den Loks, hast Du eigentlich Platz die fahren zu lassen. Ich schüttele mit dem Kopf. "Ich war mal auf zwei Modellbahnbörsen, wo auch Anlagen aufgebaut waren", antworte ich, " bei den Spur 1 Freunden habe ich sie dann auch fahren lassen, mit 10 Reisezugwagen, das war ein Augenschmaus." "Toll", sagt Hans begeistert. "Ich sehe ihn schon morgen hier durch den Garten toben, die Gleise wieder herzurichten", lacht Elvira. Irgendwann ist es dann auch so spät, dass wir die Runde auflösen. "Dankeschön, dass es so kurzfristig geklappt hat", sagt Elvira. "Wir haben auch zu danken", sagt meine Mutter, "für die nette Bewirtung. Es ist sehr schön bei euch" "Und auch das wir mal ein paar mehr Einblicke von Stefanie bekommen haben", sagt Hans. "Pscht!" sage ich. Was natürlich wieder zur Erheiterung führt. Franzi kommt auch zu Verabschiedung. "Kommst Du mit?" frage ich sie, "morgen eine Runde Segelfliegen?" Franzi legt den Kopf schief, dann schnappt sie sich ihr Spielzeug und geht ein paar Meter weg. "Dann wohl eher nicht", sage ich. Als ich dann schon im Auto sitze, kommt sie noch mal ran und lässt sich ordentlich durchkraulen. "Na Franzi, deine neue Freundin?" fragt Elvira. "Woff!" sagt Franzi. Unter winken verlassen wir dann den Hof. Sandra fährt schon mal zu sich, ich bringe meine Eltern nach Hause. Meine Eltern sind immer noch ganz begeistert. "Ich finde das gut, das ihr gleich so gut miteinander klarkamt", sage ich. "Ja, Sandras Eltern sind so unkompliziert", sagt meine Mutter, "sie haben Dich auch sofort in ihr Herz geschlossen. Das sagte Elvira, als ihr im Garten wart." "Ich glaube, das ist meine doppelte Seele", sage ich flaxend, "der Zwillingsbruder kommt immer wieder durch." "Das ist auch gut so", sagt meine Mutter lächelnd. Dann sind wir auch schon bei meinen Eltern. Eine kurze, aber herzliche Verabschiedung gibt es noch, dann mache ich mich auf den Weg zu Sandra. Die empfängt mich auch mit ihrem strahlensten Lächeln. "Ganz toller Abend", sagt sie, "unsere Eltern verstehen sich richtig gut, na ja und Du, gut aufgelegt wie immer." Ich nehme sie in den Arm. "Ich bin halt so", sage ich. "Man gut!" sagt Sandra und gibt mir einen ihrer schönsten Küsse.

Re: Blutengel

Verfasst: Sa 18. Jun 2022, 01:37
von bella49
Hach Franzi.........schnief.........
Da werde ich gleich ganz sentimental. Meine letzte Goldiehündin ist vor einem halben Jahr gestorben. Sie wurde 13 1/2 Jahre alt.
Genau wie Franzi brachte sie Besuchern immer "Geschenke", d.h. ein Spielzeug aus ihrer großen Sammlung und forderte zum spielen auf.
Allerdings war sie nicht so laut wie Franzi. Sie bellte selten, eher kam da mal ein Brummen.
Laß bitte Franzi noch öfters erscheinen, da kommen schöne Erinnerungen hoch.
Danke für diesen neuen Einfall! (flo)

LG bella49

Re: Blutengel

Verfasst: Sa 18. Jun 2022, 13:31
von Stephanie
Huhu Bella, Danke für dein Lob. Die Franzi taucht ab jetzt öfter auf. Später zieht bei Sandra und mir dann auf noch eine aufgeweckte Husky-Dame ein. So viel sei schon mal verraten. (smili)

Re: Blutengel

Verfasst: Mo 20. Jun 2022, 11:11
von SteffiCD
Hallo Stephanie,

vielen Dank für die schönen Momente beim lesen deiner Geschichte.
Super schön geschrieben und bringt mir nicht nur Entspannung, sondern auch Spannung und lässt mich träumen.

vielen Dank dafür und mach bitte
weiter so.

LG Bea

Re: Blutengel

Verfasst: Mi 22. Jun 2022, 10:07
von Stephanie
Aufklärungsflug über dem See

Die Nacht muss ich wohl etwas unruhig geschlafen haben. Einmal bin ich auch etwas verwirrt aufgewacht. Sandra war ebenfalls wach und hat mich durch ihre liebe Art auch sofort wieder beruhigen können. Jetzt sitzen wir beim Frühstück. Ich lächele Sandra an. "Krankenschwester Sandra", sage ich liebevoll. "Niedlich, oder?" fragt Sandra keck. "Ja und sehr wohltuend", antworte ich. "Kannst Du Dich erinnern, was Du geträumt hast?" fragt Sandra. "Nee, war alles irgendwie durcheinander, ergibt keinen Sinn", antworte ich, "ich glaube, das verblasst auch so langsam alles." "Das ist schön", sagt Sandra. Wir bleiben noch lange sitzen und frühstücken in Ruhe weiter. "Wolltest Du heute zum Flugplatz?" fragt Sandra. "Weil ich Franzi zum Segelfliegen eingeladen habe?" frage ich. "Genau", sagt Sandra lachend. "War eher scherzhaft gemeint", sage ich. "Ich hätte schon Lust auf einen kleinen Rundflug", sagt Sandra, "aber nur wenn du magst." "Mit dir immer", sage ich lächelnd. Sandra zwinkert mir zu. "Dann lass uns da hin fahren", sagt Sandra lächelnd, "wir können ja einfach mal die Gegend um unserer Stadt von oben erkunden." "Ja klar, gute Idee", sage ich. Wir räumen unseren Tisch ab. "So, noch einmal dezent aufbrezeln", sagt Sandra und zieht mich an ihren Schminktisch. "Setz dich mal hin", bittet sie mich. Das tue ich auch. Und schon legt Sandra los. Beim Rouge lässt sie sich Zeit, sie kombiniert mehrere dezente Farbtöne. "Aha, so machst du das", sage ich erstaunt. Zum Schluss kommt noch ein Lippenstift in einem zurückhaltenden Pink. "So, das ist mein Seminar Makeup", sagt Sandra. "Toll!" freue ich mich, "gefällt mit super." "Hast Du dir es merken können?" fragt Sandra. "Ja, ich muss mir nur mal die einzelnen Farbtöne aufschreiben"; sage ich. Sandra gibt mir einen kleinen Geschenkkarton. "Brauchst Du nicht, hier ist alles drin", sagt sie lächelnd. "Danke", sage ich überrascht und schaue rein. Sandra schaut erfreut zu. "Das ist immer so niedlich, wenn man dich überrascht", sagt sie dann. Weil mir die Worte fehlen, nehme ich sie in den Arm und küsse sie innig. Sandra nimmt noch ihre Fototasche. Dann gehen wir zum Auto.

Wir fahren zum Segelflugplatz. Es ist schon ein wenig Betrieb. Wir gehen zu den Fliegern. "Na da sind aber noch viele frei heute", sage ich. Einen schnittigen Zweisitzer suchen wir uns aus. Wir legen unsere Sachen rein und schieben Richtung Startplatz. Am Startplatz ist es grade leer, der letzte Flieger wurde grade hochgezogen. Über Funk melde ich uns an. "Hey Sandra und Stefanie", höre ich Daniela, "seid gegrüßt." "Hallo Daniela, machst Du heute Winde?" frage ich. "Ja", antworte sie erfreut. Dann kommt das Seilschleppauto. Das fährt Dirk. "Hallo ihr zwei", begrüßt er uns. "Hallo", grüßen wir zurück, "ungewöhnlich dich im Auto zu sehen." "Ach was" sagt Dirk, "das liegt daran, dass Du länger nicht hier warst, hier muss jeder mal ran. Auch der Vorstand." "OK", sage ich grinsend. Dirk hängt das Seil ein, Sandra und ich steigen in den Flieger. Ich mache die Haube zu, Sandra signalisiert die Startbereitschaft. Dirk gibt die Startfreigabe. "Guten Flug, ihr beiden Engel", wünscht er uns noch. "Danke", sagen Sandra und ich gleichzeitig. Dann zieht uns die Winde hoch. Sandra hält Ausschau nach aufwinden. "Das da, könnte das was sein?" fragt sie. "Schaut gut aus", antworte ich und steuere dorthin. "Jaha, das war was", freut sich Sandra, als wir in den Aufwind reinfliegen. "Na, noch eine andere Thermiknatter, was?" feixe ich. Sandra dreht sich um und strahlt vor Lächeln. "Du siehst aber auch süß aus", kommentiere ich das. "Danke, Stefanie", sagt Sandra. Die Thermik ist zu Ende. "Wollen wir uns den Kies See mal von oben anschauen? So als erstes?" fragt Sandra. "Ja klar gute Idee", sage ich. "Vielleicht sieht man ja von hier oben noch irgendein Versteck, was wir noch nicht kennen", sagt Sandra weiter, "oder lieber nicht, weil dich das an den Idioten erinnert." "Doch, doch ich finde die Idee super", sage ich, "vielleicht gibt es ja wirklich noch eine Ecke, die wir bisher nicht gefunden haben. Mich würde es auf alle Fälle beruhigen." Sandra lächelt mich an. Trotz der Enge im Flieger hat sie sich seitlich auf dem Sitz gedreht, so dass sie einerseits rausschauen kann, anderseits mich anschauen kann.

Wir kommen am See an. Ich fange an zu kreisen. Sandra legt sich ihren Fotoapparat zurecht. Mit dem Fernglas schaut sie aber zuerst. "Die nördlich Ecke kennen wir ja, ich schaue mal ins Dickicht", sagt sie. Ich schaue beim Kreisen auch. Nebenbei habe ich den Höhenmesser im Auge. "ich suche uns mal einen Aufwind", sage ich nach einiger Zeit, "hier über dem Wasser ist nun gar nichts." Neben dem See ist auch gleich ein ordentlicher Aufwärtswind. Sandra schaut von hier aus. Sie sitzt jetzt grade auf ihrem Sitz. "Das sieht vielleicht niedlich aus, wenn Du die Seite wechseln musst und die Locken wirbelst", sage ich begeistert. Sie macht das recht zackig. "Nur für Dich, meine Süße", sagt Sandra und schaut dann zu mir. Als Dankeschön mache ich einen Kussmund. "Hihi", sagt Sandra. Dann fliegen wir wieder über den See. "Vor der Werkstatt sitzen auch schon einige", sagt Sandra, als sie dort hinschaut, "die schauen zu uns hoch." "Wahrscheinlich wundern sie sich über den seltsamen Flieger", sage ich, "ich kann ja gleich mal anrufen." "Warte nur mal kurz", sagt Sandra, "da ist was seltsames." "Wo?" frage ich, "im Dickicht?" "Nee, hinter den Garagen", sagt Sandra und gibt mir das Fernglas, "ich übernehme mal die Steuerung." "Äh, ja OK", sage ich. "Keine Angst, Stefanie", sagt Sandra, "ich habe auch schon einige Male ein Motorflugzeug in der Luft gehalten. Hatte ich doch mal erzählt, bei meinem Onkel in Bayern." "Stimmt", bestätige ich sie. Ich schaue dann zu dem Bereich, den Sandra nannte. Nebenbei merke ich, wie gelassen Sandra den Flieger steuert. Als sie dann noch sagt, "ich flieg mal einen Aufwind an", muss ich trotzdem staunen. Sie fliegt ein Stück vom See weg, direkt in einen Aufwind rein und kreist hoch. In ihrem Rückspiegel sehe ich sie grinsen. "Das ist recht einfach", sagt sie dann, "nur landen und starten musst Du machen." "Na klar, und dann machst Du den Segelflugschein im Crash-Kurs", flaxe ich. "Hihi", sagt Sandra. Dann fliegt sie wieder den See an.


"Ja, von hier sieht man an den Rückseiten der Garagen deutlich, dass da irgendwas gemacht wurde", sage ich. Ich übernehme wieder die Steuerung. "Du fliegst ruhiger als ich", lobe ich Sandra, "dann bist du er ruhigere Engel von uns beiden." "Abwarten, Stefanie", sagt Sandra lachend, "aber trotzdem danke." Sie schnappt sich ihre Kamera. "Mal sehen, ob man das von hier oben drauf bekommt", sagt sie. Mein Handy ist in einer Halterung auf dem Cockpit angebracht. Per Spracheingabe rufe ich in der Werkstatt an. Jürgen meldet sich. "Hallo Chefin", begrüßt er mich, "darf ich auf mithören stellen? "Ja, gerne. Hallo liebe Schrauber", grüße ich zurück. "Hallo Steffi", höre ich aus dem Hintergrund. "Na ihr, wie geht es?" frage ich erstmal. "Alles gut soweit, wir sitzen vor der Werkstatt genießen das gute Wetter und wundern uns über einen Segelflieger, der hier die ganze Zeit kreist", antwortet Jürgen. Sandra muss kurz lachen. "Oh, ist Sandra bei Dir?" fragt Jürgen. "Ja bin ich", sagt Sandra. "Was macht ihr grade?" fragt Jürgen. "Wir sind in der Nähe vom See und sehen euch, wie ihr dem Flieger hinterher schaut", antworte ich. "Wo seid ihr denn? Kommt ihr noch hier her?", fragt Jürgen. Sandra platzt gleich vor Lachen. "Hm, vorbeikommen ist schwierig, ich glaube der Platz unten ist nicht lang genug, für eine sichere Landung", sage ich, "und wie wir anschließend wieder hochkommen sollen, weiß ich auch nicht." "Hä?" wundert sich Jürgen. Sandra muss losprusten. "Stefanie", rüffelt sie mich dann. "Ich stehe auf dem Schlauch, wo seid ihr denn?" fragt Jürgen. Bevor ich antworten kann, höre ich Antjes Stimme. "Da oben sind sie", sagt Antje, "in dem Segler." Jetzt ist erstmal Stille am Telefon. "Hatte ich das noch nicht erzählt, dass ich so "˜n Ding fliegen darf?" frage ich dann. Jetzt sind mehrere "Äh" und "Öh" zu hören. "Nee, nicht so wirklich", höre ich Kristin. "Wartet mal ich schicke euch ein Foto", sagt Sandra dann. Sie nimmt ihr Handy, hält es so, dass wir beide mit drauf sind und da wir grade kreisen, ist der See auch ein wenig zu sehen. Dann schickt sie es Antje. Kurz darauf kommen die Reaktionen. "Boah", "Super", "Toll", hören wir. "Wo muss man sich anmelden?" fragt Jürgen lachend. "Klären wir, wenn wir wieder unten sind", sage ich. "OK", lacht Jürgen.

"Warum wir eigentlich hier sind, ist immer noch die Frage, ob es auf dem Gelände noch ein Versteck gibt, was wir bisher nicht gefunden haben", sage ich. "Und deswegen wollten wir noch mal von oben gucken", sagt Sandra. "Aha, das Nützliche mit dem Praktischen verbunden", sagt Jürgen. "Genau", stimme ich zu. "Habt ihr was gesehen?" fragt Kristin. "Ja, hinter den Garagen, da könnte was sein", sagt Sandra, "das ist zwar nicht neu, aber es sieht ungleichmäßig aus." "Da schauen wir aber gleich mal nach", sagt Jürgen, "bleibt ihr noch in der Nähe?" "Ja machen wir", antworte ich. "Wir müssen eh mal wieder nach oben kreiseln", sagt Sandra. Noch beim Kreiseln im Aufwind ruft Jürgen wieder an. "Das ist unglaublich hier, ich schicke mal ein Bild", sagt Jürgen fassungslos, "alles unterhöhlt. Das uns das noch nicht zusammengebrochen ist." Das Bild kriegen wir beide. "Ach Du dickes Ding", sagt Sandra. "Das schauen wir uns nachher aber noch an", sage ich. "Ja, das machen wir", sagt Sandra. "Bis dann", sage ich noch in die Runde. "Bis nachher, Steffi", verabschiedet sich Jürgen. Wir fliegen noch einmal um die Stadt, um zum Flughafen zurückzukommen. "Das ist ja ein Ding", sagt Sandra, "ich fasse das immer noch nicht." "Echt", bestätige ich, "aber Du hast ein gutes Auge." Sandra lächelt mich zum Dank lieb an. Bald sind wir am Flughafen. Sandra hat vorsichtig ihre Hände und Füße an der Steuerung. "Mal fühlen wie es geht, was?" frage ich. "Genau", antwortet Sandra lächelnd. "Dann mache ich mal eine Standardlandung", sage ich, "und nicht meine übliche "Kampfjet"-Landung." "Obwohl die auch ihren Reiz hat", sagt Sandra. Soft setze ich den Flieger auf. "Sehr schön", sagt Sandra. Zusammen schieben wir den Flieger zum Abstellplatz und stellen ihn dort ab. Vor der Werkstatt gibt es wieder Kaffee und Kuchen. Auf einen Kaffee bleiben wir noch und unterhalten uns mit Daniela. Da wir erzählen, was wir gemacht haben, kommen wir auch nicht drum herum zu erklären, was davor eigentlich passiert ist. "Oh mein Gott, da war das? Ich habe es in der Samstagzeitung gelesen", sagt Daniela geschockt, "aber ist alles gut bei Dir?" "Ja mach Dir keine Sorgen", sage ich. "Das ist aber harter Tobak", sagt Dirk, der auch bei uns steht. Ein bisschen bleiben wir noch, um Daniela zu beruhigen, das hat sie etwas aufgebracht. Dann verabschieden wir uns und fahren zum See.

Als wir am Speditionsgelände ankommen, stehen fast alle Anwesenden an den Garagen. Eine ist offen und ein alter Traktor ein paar andere Sachen stehen draußen. Sandra fährt gleich dahin. "Hallo zusammen", grüßt Sandra. "Hi ihr", grüße ich. "Hallo", grüßt die Gruppe zurück. "Harald ist auch unterwegs hierher", sagt Jürgen dann. Kurz danach fahren Harald und Jessi auf den Platz. Auch die beiden grüßen in die Runde. "Und ihr habt das vom Flugzeug aus gesehen?" fragt Harald dann, "Jürgen deutete da am Telefon was an." "Samtäuglein war das", sage ich und stupse Sandra an. "Oah! Stefanie", sagt Sandra lachend und wird knallrot im Gesicht, "das hat auch noch niemand zu mir gesagt." "Nicht gut?" frage ich vorsichtig. "Doch ist wirklich niedlich", antwortet Sandra, "aber wenn man nicht drauf vorbereitet ist." "Klasse, ihr beiden wieder", lacht Kristin. Nachdem sich alle beruhigt haben, frage ich: "Habt ihr bisher nur geschaut oder muss schon irgendwo eingegriffen werden?" "Wir haben alles so gelassen", sagt Jürgen, "da liegen wohl auch noch private Sachen von dem Typen." "Meine Fresse, was läuft hier für ein Film?" sage ich, "lasst uns mal schauen." Wir gehen mit einigen Leuten um die Garagen herum nach hinten. "Hier ist ein mit Sträuchern getarnter Eingang", sagt Jürgen. Ich schaue rein. "Alte Scheiße", sage ich leise. Unter der Garage ist der Sand so weit rausgebuddelt, das man den Betonboden von unten sieht. Seitlich sind die Wände provisorisch mit Brettern abgestützt, damit der Sand nicht nachrutscht. "Ist der Betonboden der Garagen durchgängig?" frage ich. "Bis zur Hälfte", sagt Jürgen, "dann ist eine Dehnungsfuge." In diesem Raum, wenn man das so nennen kann, stehen zwei alte Sessel. Sandra schießt mit ihrer Kamera und dem Handy abwechselnd Fotos.

"Hier geht"™s weiter", sagt Jürgen und geht durch eine Durchgang in ein nächstes freigebuddeltes "Zimmer". "Ich glaube das nicht", sage ich, "dass das so hält." "Und wo kommen die ganzen Bretter und Hölzer her?" wundert sich Harald, "von uns sind die nicht." Überall liegen irgendwelche Klamotten von dem Dicken rum. Unterlagen und Schriftstücke sieht man auch, von dem ein oder anderen Amt. Eine alte Matratze mit einem Schlafsack liegt hier auch. Und überall Angelutensilien. "Ich glaube, wir sollten mal bei der Polizei anrufen", sage ich. "Auf alle Fälle", sagt Harald. Ich gehe wieder raus und rufe die Polizeistation an. Ich schildere das gesehene. "Das klingt ja irgendwie spannend, Frau Boe, wir schicken gleich mal eine Streife raus", sagt die Polizistin am anderen Ende. Nach zwanzig Minuten fährt ein Polizeiwagen auf den Hof. Eine Polizistin und ein Polizist steigen aus. "Ah, Frau Boe", sagt die Polizistin. Ich erkenne sie auch wieder, sie war bei den allerersten Einsätzen schon mal hier. "Dann zeigen sie mal was es hier spannendes gibt", sagt der Polizist. Wir gehen wieder runter. "Ich sehe ja so eine Erdbehausung nicht das erste Mal", sagt der Polizist, "aber so etwas großes habe ich noch nie gesehen." "Und das ist Ihnen heute aufgefallen?" fragt die Polizistin. "Vermutet hatten wir das schon länger, das der sich hier auch länger aufhält", sagt Jürgen, "aber das hier war von unten nicht zu sehen." Dann zeigt er noch ein Bild, wie getarnt das war, bevor sie den Eingang aufgemacht haben. "Eine Auffälligkeit haben wir erst von oben gesehen", sage ich. "Wie das?" fragt der Polizist. "Wir beide sind mit einem Segelflugzeug hier gekreist und haben Ausschau gehalten", sage ich, "und meine Lebensgefährtin hat dann bemerkt, das hier mal verstärkt gegraben worden sein musste." "Mit einem Segelflugzeug?" fragt der Polizist, "fliegen Sie so eins?" Ja", antworte ich. "Ach dann waren Sie das", sagt die Polizistin lächelnd, "wir haben vor ca. eineinhalb Stunden einen Verkehrsunfall auf der Hauptstraße aufgenommen, da fiel mir ein Segelflugzeug auf, was ziemlich lange an der gleichen Stelle kreiste." "Genau, das waren wir auf unserem "Aufklärungsflug"", antworte ich. "Coole Nummer", antwortet der Polizist. "Ist auch ein bisschen Stressbewältigung", sage ich noch. "Scheint Ihnen ja gut gelungen zu sein", sagt die Polizistin. Dann schauen sich die beiden genauer um. "Das hier sind noch die besten Hinweise darauf, mit wem wir es hier zu tun haben," , sagt der Polizist, als er die verschiedenen Schreiben sieht, "bisher wissen wir kaum was über ihn." Ich schaue ihn mit großen Augen an. "Der ist nirgends gemeldet", sagt die Polizistin. "Ich fordere mal Hilfe an", sagt der Polizist, geht raus und telefoniert.

"Das ist ganz schön gruselig", sagt Jessi, "der muss ja schon sehr lange hier gewesen sein." Ja, so was baut man mal nicht eben an einem Tag", fügt Jürgen hinzu. Der Polizist kommt wieder rein. "Begeistert waren die nicht unbedingt, vom Erkennungsdienst, auf einem Sonntag hier raus zu kommen", sagt er grinsend. Ich rufe in der Zwischenzeit rufe ich meine Onkel an und schildere ihm die Neuigkeiten. Auch er ist fassungslos. "Ich komme mal vorbei, das muss ich sehen", sagt er. Kurz danach kommt ein Auto auf den Hof. Eine Frau und zwei Herren steigen aus. Der Polizist gibt eine kurze Einweisung. Kurz danach kommt noch ein Auto. Den einen erkenne ich auch gleich wieder. Es ist einer der Kriminalpolizisten, die nach dem Vorfall da waren. Er begrüßt mich auch gleich freundlich und fragt nach meinem Zustand. Danach erkundigt er sich nach unseren Erkenntnissen. Als ich vom Aufklärungsflug erzähle, muss er auch staunen. Dann erklären die Polizisten, die zuerst hier waren ihre Ansicht der Dinge. Jetzt fährt mein Onkel auf den Hof. Er und meine Tante steigen aus. "Hallo Neffin", begrüßt er mich, "was habt ihr denn nun wieder ausgebuddelt." "Das ist echt unglaublich, das müsst Ihr mit eigenen Augen sehen", sage ich und gehe mit beiden runter runter. Die Polizisten sind mittlerweile alle unten. Ich stelle Tante und Onkel als Eigentümer vor. Einer der Spurensicherer kommt heraus. "Wir haben soweit alles festgehalten und würden jetzt ein paar relevante Sachen sichern", sagt er. Meine Tante und Onkel können kurz rein und schauen. Meine Tante kommt gleich wieder raus. Sie ist leicht geschockt. "Das ist echt unglaublich", sagt mein Onkel, als er kurz danach wieder rauskommt, "da können wir aber einige Anzeigen starten." "Das sollten sie auch tun", sagt der eine Kriminalpolizist lächelnd, "auch wenn vermutlicher Weise bei dem nichts zu holen ist." "Hauptsache, der wird lange von der Straße weggeholt", sage ich noch.

Die Spurenermittler sind wieder drinnen. "Mal sehen, ob wir das bis zum Hoffest wieder zurückgebaut bekommen", sagt Harald, " sonst müssten wir den Bereich großzügig absperren und noch ein paar Buden organisieren." Einer der Polizisten will grade eine Prognose wagen, das fährt noch ein Auto auf den Hof. "Oh, Kollegen", sagt der eine von der Kripo. Ein Mann und eine Frau steigen aus und kommen zu uns. Kurze Vorstellung, dann kommt Kriminalpolizistin schnell auf den Punkt. "Wir hätten eine eventuelle Parallele zu einem etwas zurückliegenden Vergewaltigungsfall", sagt sie. Ich wundere mich erst, warum sie das ausgerechnet auf einem Sonntag ermitteln, dann wird mir schwindelig. "Das ist mir grade etwas zu viel", sage ich, "könnt ihr mich mal stützen, ich kippe gleich um." Beherzt greifen Harald und Jürgen, mein Onkel und zwei der Polizisten zu, stützen mich und legen mich sanft im Sand ab. Ich sehe Sterne, aber fange mich bald wieder. "Alles gut? brauchen sie einen Arzt?" fragt eine der Polizistinnen. "Ich glaube es geht langsam wieder", antworte ich. "Bleib ruhig noch liegen", sagt Sandra und bleibt an meiner Seite. Nach einer Weile stütze ich mich auf. Die Kriminalpolizistin kommt wieder zu mir. "Was denn für eine Parallele?" frage ich sie. "Ein ungeklärter Fall", sagt sie, "eine damals 15 jährige wird wahrscheinlich mit K.O.-Tropfen betäubt, verschleppt und anschließend vergewaltigt. Sie konnte sich schemenhaft an eine Art Höhle erinnern." Jetzt wird mir richtig schwarz vor Augen. Das ich nach hinten wegkippe kriege ich schon nicht mehr mit.

Re: Blutengel

Verfasst: Mi 22. Jun 2022, 10:49
von Kerstin
Hallo Stephanie
Vielen Dank für deine Fortsetzung der Geschichte.