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Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 14. Dez 2017, 20:38
von Michelle_Engelhardt
Danke Valerie (ki) Ich sehe da ein paar dunkle Wolken am Horizont aufziehen und bin gespannt, wie es mit Erika, Michael und Valerie weiter geht.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 14. Dez 2017, 22:12
von Valerie Bellegarde
Mädels,
das war jetzt heute Abend alles ein wenig hoppla-hopp, und ich muss die zwei Kapitel-Enden 59a und 60 jetzt erstmal wieder zusammenführen. Also ich denke ich mache das so: Zuerst mach' ich morgen Nachmittag ein neues kurzes Kap. 59b fertig und da wird Valerie wohl noch ein bisschen tanzen bzw. flirten und mit ihrem blauen Kleid ein paar anwesenden Männern den Kopf verdrehen, unter anderem wartet der Michael ja geradezu darauf sie zu befingern, der alte Schlawiner...

Am Wochenende bringe ich dann das bereits fertige Kap. 60, dann ist die Party vorbei und ein paar tiefere und ernstere Büroprobleme kommen zurück. Na ja, es geht nicht ohne sie, so ist es halt, das Büroleben, voller Ärger und Intrigen.

Grüße erstmal für heute !

Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 16. Dez 2017, 17:43
von Valerie Bellegarde
Kapitel 59b) Ericas Geburtstag.

Mit dem knielangen blauen Kleid wurde Valerie schnell zum Mittelpunkt von Ericas Party. Einige der Gäste waren Kollegen aus der Firma, aber dann gab es da noch einige Männer, die Valerie noch nicht gesehen hatte, die waren weitgehend von Ericas Sportclub, wie sich herausstellte. Valerie tanzt ja bekanntlich sehr gern, und sie wurde auch reihum aufgefordert vom anwesenden männlichen Publikum, die meisten davon ziemlich jung. Erica und Michael hatten im großen Wohnraum einige Sitzmöbel an die Seite geschoben so dass eine kleine Tanzfläche entstanden war, die das Jungvolk schnell mit Beschlag belegte. Michael machte sozusagen den Discjockey, das heißt er legte seine CDs auf, das waren schwerpunktmäßig Disco-Hits der siebziger und Achtziger, viel von den Bee Gees, von ABBA, aber auch die bekannten deutschen Discohits aus dieser Zeit sorgten dafür, dass die Besucher schnell in Stimmung kamen. Valeries blaues Kleid war ärmellos (Neckholder-style, siehe Tinas Bild weiter oben) und saß oben und in der Taille recht eng, war aber nach weiter unten hin recht weit und glockenförmig geschnitten, so daß es unten eine Art Faltenrock bildete, den sie mit kurzen Hüftbewegungen ins Schwingen bringen konnte, was natürlich ein guter Showeffekt war.

Sie hatte das schnell heraus, wie sie im Rhythmus der Musik mit einer schnellen Körperdrehung oder mit durch einem Hüftschwung das Kleid ins Schwingen und Fliegen bringen konnte, was wirklich hübsch aussah und ihr ein paar Blicke der anwesenden jungen Männer einbrachte. Natürlich tanzte sie zuerst nur mit Gunnar, aber im weiteren Lauf des Abends dann auch mit ein paar anderen Männern, und später ergab es sich auch, dass auch Michael sie aufforderte, mit ihm zu tanzen. Als Michael auf sie zukam, war ihr das aber irgendwie nicht ganz recht war, mit ihm zu tanzen.

Sie erinnerte sich an seine früheren oft ganz unbeholfenen Versuche, sie zu betatschen und zu befummeln und ganz besonders unangenehm war ihr noch dieser eine bewusste Abend in Erinnerung, als sie damals mit den beiden nach der Oper noch auf einen Absacker in Ericas Wohnung mit raufgekommen war und alle Drei schließlich komplett betrunken waren in dieser Nacht. Auch Erica war damals nicht mehr klar im Kopf gewesen und hatte damals mit Micheal Sex gehabt und danach Valerie aufgefordert, sich auch von Michael vögeln zu lassen. Sie war damals allerdings noch nicht so weit gewesen, das zuzulassen und hatte Michael schließlich oral befriedigt, das heißt sie hatte seinen Penis in dem Mund genommen, von Rest der damaligen Nacht wusste sie dann allerdings nicht mehr viel.

Nun, klar, was willst du tun, so sagte sie zu sich selbst. Micheal war der Hausherr, er hatte sie schließlich eingeladen heute und gut, sie vergaß oder verdrängte dann, was damals geschehen war und tanzte dann auch mit ihm. Zuerst hatte er seine linke Hand in ihrer Rechten und führte sie beim Discofox, ihr gefiel das, und sie ließ sich führen, fühlte sich gut. Später kamen langsamere Stücke, er nahm sie dann auch wieder ganz eng in den Arm, und einmal bemerkte sie auch wie er beide Arme auf ihrem Po hatte und ihren Unterleib eng an sich heranzog, sie fasste dann aber sofort mit ihren beiden Händen nach hinten und nahm seine Hände wieder von ihrem Po weg, dabei schaute sie lächelnd zu ihm auf und sagte

"Tzzs tzzz... Michael... was tun diese Hände da schon wieder"?

Er lächelte zurück und entschuldigte sich leise, unterbrach den Tanz aber nicht. Er war breit und groß, sie spürte seine Kraft und seine Körperwärme und er führte sie wirklich gut im Takt der Musik, er konnte gut tanzen. Trotz ihrer sehr hohen Absatzschuhe war er immer noch fast einen Kopf größer als sie sie musste nichts tun als auf den Fußballen aufzutreten und schnell seinen Schritten zu folgen, sie ließ sich von ihm führen, gab sich dem Rhythmus und seiner Führung hin. Er ließ sie Pirouetten drehen, das konnte sie besonders gut, er gab das Zeichen, nahm ihrem Arm hoch und sie wirbelte mit einem Zug sich herum, er machte das zweimal, dreimal hintereinander so dass ihr fast schwindelig wurde. Er fing sie auf, als sie vom Drehschwindel stolpern wollte und sie fiel in seine Arme, beide lachten.

Er brachte sie dann zurück zu Gunnar der sich mit anderen jungen Männern unterhalten hatte, Valerie ließ sich in einen der herumstehenden Sessel plumpsen, lachte, flirtete mit jedem der ihr in die Quere kam und war total aufgekratzt. Gunnar brachte ihr einen Softdrink den sie in einem Zug hinunterschüttete, so heiß war ihr vom Tanzen geworden. Sie schoben ein paar Snacks in sich hinein, aber Valerie kam kaum zum Essen, eigentlich wollte sie auch nichts richtiges essen, sie musste auf ihre schlanke Linie achten. Bei den Getränken blieb bei konsequent bei Säften und Juices. Auf Alkohol würde sie heute ganz verzichten. So etwas wie letztes mal würde ihr nicht mehr passieren, das hatte sie sich fest geschworen. Gegen elf gingen die ersten Gäste, und um zwölf waren nur noch wenige da, nämlich Gunnar, sie, die immer nur getanzt hatte und Alice, die überhaupt nicht getanzt hatte.

Kurz darauf gab es dann auch die allgemeine Verabschiedung, und Gunnar erklärte sich bereit, die beiden Mädels noch nachhause zu bringen. Das heißt, er lieferte zuerst Valerie an ihrer Haustüre ab, wo es eine lange Umarmung gab. Sie hätte ihn noch mit raufgenommen, sie war in Stimmung, aber das ging diesmal nicht, claro, da war ja noch Alice und Gunnar hatte versprochen, sie zum Parkhaus zu bringen, wo beide ihr Auto abgestellt hatten.


Soviel für dieses Wochenende. Vor Weihnachten gibt es dann noch das Kapitel 60, das schon lange in der Schublade schlummert. Aber gut, diese beiden kleineren Zwischenkapitel mussten sein, das blaue Kleid war zu schön, um es zu ignorieren.

Lieben Gruß, Eure Valerie :()b

die heute das Kapitel femme gestylt und geschminkt geschrieben hat. Sie war heute komplett en femme im Kaufhof Strapsstrümpfe kaufen, dann hat sie noch in der Damenabteilung und bei den Schuhen gestöbert. Die nächste Woche wird ebenfalls en femme gelebt, allerdings werden die Nylons getauscht gegen warme wollige Strumpfhosen.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 16. Dez 2017, 22:29
von Valerie Bellegarde
Kapitel 60: Dominanz oder Subordination?

Der Ärger, den Valeries verflossener Lover in der letzten Woche angezettelt hatte, kam nach Ericas Anruf beim Frankfurter Taxiverband schnell zu einem vorläufigen Ende. Ihr Ex mit Namen Karl-Heinz hatte in der ihm eigenen hinterhältigen Art Valerie zu mobben versucht, indem er - wie bekannt - ein kompromittierendes Foto von ihr (mit hochgeschobenem Rock) über ein paar dunkle Kanäle in der Firma XXXXler zirkulieren ließ. Valerie, die sich nicht mehr anders zu helfen wusste, bat Erica schließlich um Hilfe.

Um sich die Sache, die leider passiert war, gründlich zu verbitten und den Missetäter an den Kanthaken zu kriegen, hatte Erica noch am gleichen Abend zweimal vergeblich versucht den Sohn des Frankfurter Taxikönigs ans Telefon zu zitieren, beide Male ohne Erfolg. Sie wurde dann etwas ungeduldig und laut:

"... Er möchte mich bitte in Stuttgart zurückrufen, und zwar SOFORT !!..."

Als schließlich nach wenigen Minuten sein Rückruf aus Frankfurt erfolgte, legte sie dann richtig los und sagte dem verdutzten Karl-Heinz am anderen Ende der Leitung dermaßen klar und deutlich Bescheid, dass dieser gleich darauf völlig konsterniert klein beigab und sich noch am Telefon für sein unangemessenes Verhalten bei Valerie entschuldigte.

Valerie bewunderte Erica für diese Fähigkeit, bei Konflikten und gegenüber Außenstehenden auch einmal dominant zu werden und laut aufzutreten, gerade dann wenn es darum ging, für eine richtige Sache einzustehen oder eine Kollegin zu unterstützen, die man unfair angegangen hatte, wie das hier der Fall war. Sie selbst, das war ihr schon lange klar, besaß diese Fähigkeit nicht, denn sie war eher der konfliktscheue Typ und zog sich schnell zurück, wenn ernstere Meinungsverschiedenheiten anstanden, und weil sie Streitereien am liebsten aus dem Weg ging, konnte sie auch darauf verzichten, jemals laut oder grob zu werden, solche Situationen ging sie aus dem Weg, das war ihr ein Gräuel.

Wenn Erica also eine dominante und laute Frau war, deren Wort Gehör in der Firma fand, dann stellte Valerie hier fast das genaue Gegenteil dar. Bestimmt kann man sie feinsinnig und sensibel nennen. Es ist aber schwierig, weitere passende Adjektive für diese Eigenschaft unserer kleinen Freundin zu finden, "subaltern" ist nicht ganz das richtige Wort, und auch nicht das, was die Franzosen "soumis" nennen, also unterwürfig oder "ergeben". Nein, diese begriffe treffen diesen Charakterzug Valeries nicht. Auch "schüchtern" ist nicht ganz das richtige Wort, aber möglicherweise könnte man sie als "konfliktscheu" bezeichnen, das kommt ihrem Wesen doch ziemlich nahe. Valerie suchte eigentlich immer und überall, wenn es möglich war, die harmonische und einvernehmliche Lösung, und nichts verabscheute sie mehr, als laute Meinungsverschiedenheiten im Büro, oder wenn irgendjemand dachte, sich in aller Öffentlichkeit mit ihr herumstreiten zu müssen, solchen Situationen ging sie instinktiv aus dem Weg, wenn das möglich war.

Inwiefern man das bei Erica jetzt als "männliche" und bei Valerie als "typisch weibliche" charakterliche Züge bezeichnen muss, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Jedenfalls wurde Valerie wieder mal klar vor Augen geführt, dass sich Bürointrigen durch die Methode "Erica" schneller und einfacher zu ende bringen lassen als ihre eigene durch die eigenen Methode, nämlich das Umgehen, Vermeiden oder Aussitzen von solchen Problemen, um sie schließlich irgendwann mal zu vergessen.

Etwas später, die Karl-Heinz-Geschichte hatte sie schon beinahe verdrängt, kam das Thema aber wieder hoch, wie man am besten Konflikte im Büro löst. Nach einer ihrer wöchentlichen After-Work-Parties saß sie spät abends noch in ihrer kleinen Dachgeschoßwohnung mit den Freunden Gunnar und Alice zusammen und diskutierte sich den Kopf heiß bei Wein und Häppchen. Gunnar und Alice waren die richtigen Gesprächspartner für dieses knifflige Thema. Irgendwie waren sie alle davon betroffen und deshalb auch nicht verblüfft, als Valerie plötzlich die Frage auf den Tisch packte, ob es das wohl gäbe, den männlichen und den weiblichen Führungsstil im Büro. Und überhaupt: Warum sie, Valerie, immer und überall auf diese kleinen Niggeligkeiten stoßen würde bei den Kollegen, neuerdings aber auch, wenn sie mit Kunden oder Mitarbeitern zusammenarbeitete.

Sie hob ein klein wenig die Stimme, um die ganze Aufmerksamkeit ihrer zwei Freunde zu gewinnen.

"Ich erzähle euch mal etwas, das euch vielleicht interessiert in diesem Zusammenhang. Seit ich im Büro in weiblicher Kleidung auftrete, und auch selbst körperlich immer mehr frauliche Züge annehme, was jeder sehen kann, bekomme ich dort immer mehr auch ein paar Akzeptanzprobleme. Ich meine: Ich habe dort kaum noch Autorität. Das Problem hatte ich früher eigentlich weniger, ich meine, damals als Mann."

Sie blickte Alice an, diese nickte, sagte aber nichts.

"Ich bin jetzt mal offen gemobbt worden im Taxi-Arbeitskreis. Gut, das konnte Erica für mich regeln. Aber mehr und mehr kriege ich auch bei Alltagskontakten in unserem eigenen Bereich immer häufiger diese kleinen Schwierigkeiten. Ich habe das Gefühl, dass ich mit Abteilungen wie der Werbung oder der Verkaufsförderung, mit denen ich früher jahrelang gut zusammengearbeitet habe, mehr und mehr auf Ablehnung stoße."

"Was ist los"? fragte Alice dazwischen und war offenbar überrascht.

"Ich habe den Eindruck, ich habe neuerdings keine Autorität mehr bei denen. Die kritisieren immer öfter meine Vorlagen, die erledigen ihre Aufgaben nicht mehr so genau wie früher, und ehrlich genau, ich weiß nicht, woran es liegt und wie ich mich da durchsetzen soll bei denen", antwortete Valerie.

Die beiden Freunde waren gleich solidarisch, Valerie freute sich darüber. Trotzdem fanden die Drei nicht gleich eine klare Antwort auf Valeries Problem.

Alice sagte, Valeries Auftreten im Büro und ihr Kleidungsstil als Marketingassistentin sei dezent, korrekt und passend für sie als Führungskraft. Tatsächlich gehörte Valerie ja schon seit Jahren (als Mann und auch jetzt als Frau) zur Ebene der mittleren Führungskräfte, das konnte niemand abstreiten.

"Eines musst du aber schon sehen" sagte Alice und schaute Valerie dabei in die Augen.
"Männer haben eben einen anderen Arbeitsstil und sie führen ihre Mitarbeiter auch anders als Frauen, das ist auch klar".

"Männer zeigen oft einen anderen Arbeitsstil als du ihn zum Beispiel hast. Männer suchen sich überall ihre Kumpel und ihre Verbündeten, Männer machen im Büro immer ihre Sprüche und Witze, Männer sind fordernd, Männer sind konsequent... also ich spreche jetzt natürlich von denen im Büro, die ich kenne, mit denen wir zu tun haben, " setzte Alice noch hinzu.

Valerie war klar, was die Kollegin damit zum Ausdruck bringen wollte. Valerie machte keine Sprüche im Büro, sie riss keine Witze und sie hatte dort auch keine Kumpel. War es das? Gleich kamen ihr aber wieder ihre Zweifel. War das wirklich alles sooo radikal wichtig, ob sie jetzt einen Rock und Nylons im Büro trug oder eine Hose und Socken wie früher? Hatte sie selbst ihren Stil, ihren Auftritt und ihr Verhalten so sehr geändert in den letzten paar Monaten? War sie um so viel weicher und duldsamer geworden, oder forderte sie einfach zu wenig von den anderen, war das ihr Problem? Seit sie vom Äußeren her eine Frau geworden war, hatte sich damit auch ihr Arbeitsstil verweiblicht?

Valerie schwieg, dachte nach. Ja, ihr Charakter hatte sich offenbar wesentlich geändert in den letzten Monaten oder Jahren. Oder möglicherweise war dieser weibliche Charakterzug auch schon immer drin gewesen in ihr, aber sie hatte ihn früher nicht ausleben können in ihrer Männerrolle. Sie ließ neuerdings Gefühle zu. Emotionen wurden nicht mehr sofort weggedrückt, so wie sie das früher als Mann oft gemacht hatte. Dominanz und Coolness schienen jetzt immer weniger angesagt zu sein in ihrer neuen weiblichen Welt, aber auch Subordination war offenbar nicht die angesagte Lösung.

Sie würde einen neuen Stil finden müssen, neue Wege gehen.


Ein besinnlicher Schluss passt doch ganz gut in diese besinnlichen Tage, oder? Valerie macht jetzt mal Pause und meldet sich voraussichtlich erst nach Weihnachten wieder.

Liebe Weihnachtsgrüße, Eure Valerie (wmue)

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 16. Dez 2017, 23:38
von Brigitta
Danke Valerie,
(ki)
danke für die unerwartet schnelle Fortsetzung dieser netten Geschichte!
(ap)
So können wir uns, wenn wir denn Muße finden, in den kommenden Tagen unsere Gedanken machen, wie Valerie wohl ihre Situation meistern und sich weiter entwickeln wird. Ein wenig geht es uns schließlich allen wie Valerie; eine jede Leserin von "Valeries Welt" trägt sicher auf ihre Art auch ein wenig von Valeries Schicksal in sich - und so verstehen wir unsere Protagonistin doch nur zu gut ...
Lassen wir uns überraschen, wie es weitergeht in "Valeries Welt", doch zunächst
(wmue)
wünsche ich Dir, liebe Valerie und allen Mitleserinnen
ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest !
(snow)
Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 17. Dez 2017, 05:51
von Maria T
Danke 😊
Alle 3 Kapitel sehr gut geschrieben und, auch wenn ich einen anderen job habe, doch paar Gemeinsamkeiten. Flurfunk, der Führungsstil, die innere ruhige vermeidende art....
Wünsche einen schönen 3. Advent
LG Maria

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 19:51
von Valerie Bellegarde
Mädels, draußen war kalt und Schneeregen, und mir war langweilig. Also habe ich noch ein Kapitelchen geschrieben, na, eigentlich ist es ein ausgewachsenes Kapitel geworden. Soll ich das noch vor Weihnachten bringen? oder erst nach Weihnachten?
Sagt, wie ihr es haben wollt.

Valerie (wmue)

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 19:55
von Brigitta
Uiihhh, klasse Valerie ...
(ki)
vielleicht stellst Du es am Sonntag ein,
sozusagen als Geschenk für uns unter den Weihnachtsbaum?
(wmue)
Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 19:59
von Maria T
👍 wenn's dir passt Sonntag, das wäre dann ein Geburtstagsgeschenk für mich 😊
Freu mich jedenfalls drauf.
LG Maria

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 20:15
von JanaH
ne, jetzt nicht erst nach Weihnachten, her damit, hibbbel, büdde, bin doch so einsam, ganz lieb guck..

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 20:37
von Michelle_Engelhardt
Valerie, Samstag oder Sonntag wäre lieb, denn danach bin ich ein paar Tage offline

LG
Michelle

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 21:04
von Valerie Bellegarde
Quatsch Bescherung, das ist viel zu hoch aufgehängt. Also claro: SAMSTAG KOMMT'S.

V.B.
und frohe Weihnachten wünsche ich euch dann auch. Und du Maria hast tatsächlich an Weihnachten Geburtstag? kriegst du dann auch zweimal Geschenke??

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 21. Dez 2017, 05:50
von Maria T
Hallo Valerie,
Ja hab ich leider, 2 mal Geschenke nur von meiner Frau. 😊
Lg Maria

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 23. Dez 2017, 16:30
von Valerie Bellegarde
Kapitel 61: Valerie macht sich ein paar Gedanken

Es war Winter. Das Jahr neigte sich dem Ende entgegen, die Tage waren kurz und die Sonne zeigte sich selten. Valerie hatte über die Feiertage zwei Wochen Urlaub genommen und da zur Zeit etwas Ebbe in der Kasse war, verbrachte viel Zeit zuhause. Nun ist sie zwar kein Typ, der von sich aus viel zum Grübeln neigt, allerdings war sie von der Stimmung her gelegentlich doch recht wetterabhängig, und man konnte wirklich nicht sagen, dass die nasse Kälte draußen und das eintönige Grau des Dezemberhimmels viel dazu beitrug, ihre Stimmung zu heben. Unsere kleine Freundin steckte also, man kann es kaum anders sagen, tief in ihrem Dezember-Blues.

Was ihr zu schaffen machte wollt ihr wissen? Natürlich war es ihre im Grunde ungeklärte persönliche Situation, die sie grüblerisch machte und auch etwas beunruhigte. Überall, so schien es ihr zu sein, stieß sie in neuerer Zeit auf versteckte Probleme, mal auf kleinere, mal auf größere, aber ärgerlich fand sie diese allemal. Ja, man kann sagen, sie wurde ärgerlich über bestimmte versteckte Anspielungen, die sie betrafen und die sie mehr und mehr zu Ohren bekam. Es handelte sich weniger um offene Konflikte, nein, das waren eher so versteckte Andeutungen, welche manche Leute von sich gaben wenn sie in der Nähe war (In Bayern nennt man Menschen, die etwas machen "hinterfotzig"). Solches Geschwätz verschaffte ihr mehr und mehr Ärger.

Dabei ging es nicht nur um ihre Arbeitsverhältnisse im Betrieb. Nein, überall dort, wo sie intensiver mit Menschen zu tun hatte, schien sich neuerdings immer mehr solcher Ärger aufzutürmen, der stets mehr oder weniger mit ihrer neuen weiblichen Identität zu tun hatte. Also die sogenannte i-Frage war es, die sich immer öfter stellte. Die i-Frage ist die Frage nach ihrer Identität. Was ist sie eigentlich, die Valerie, ist sie Weiblein oder Männlein?

Der Zoff mit dem sexistischen Foto, das diese Taxi-Jungs da in Umlauf gegeben hatten, war eigentlich nur ein Einstieg in dieses Thema. Scheinbar hatte sie das ja nun glücklich überstanden mit tatkräftiger und lautstarker Hilfe ihrer Busenfreundin Erica. Aber das Thema war nur scheinbar weggedrückt.

Dann kamen wieder neue Zweifel auf, und zwar bei Valerie selbst, das heißt, sie war sich selbst nicht mehr ganz sicher. War es unanständig, was sie getan hatte damals in Frankfurt? War es schlimm, dass sie jetzt in Nylons, High Heels und Rock im Büro saß und nicht mehr wie früher in langen Hosen, Halbschuhen und Socken? mehr und mehr bemerkte sie, dass man sie einfach nicht mehr so akzeptierte und anerkannte, wie sie das von früher eigentlich gewohnt war. Niemand hatte damals ihre fachliche Kompetenz angezweifelt, zum Beispiel.

Valerie wäre nicht Valerie gewesen, wenn sie der Sache nicht sofort auf den Grund gegangen wäre oder dieses wenigstens versucht hätte. Sie machte sich also Gedanken, wollte die Situation aufklären. Den Weg zur geschlechtlichen "Transition" hatte sie bisher ja nur halb zurückgelegt, nur äußerlich. Nur, was ihre Kleidung und Aufmachung betraf, war sie "weiblicher" geworden. Oder etwa nicht? Gut, vielleicht hatte sich auch ein wenig ihr Arbeitsstil und ihr persönliches Auftreten im Büro verändert. Das mochte schon so sein. Aber vielleicht sollte sie diesbezüglich doch noch mehr tun? Biologisch war sie unbestreitbar immer noch männlich geblieben. Ein Mann in Frauenkleidern. War das schlimm? War sie also ein Freak, solange sie hier an halber Stelle stehen blieb und nicht den ganzen Weg ging?

Irgendwann stand sie da in aller Klarheit, die Frage nämlich, ob sie Hormone zu sich nehmen sollte oder ob sie gar noch weiter gehen sollte, nämlich ihr Geschlecht operativ im Krankenhaus verändern lassen sollte. Lief es darauf hinaus? Musste sie diese geschlechtsverändernde OP ins Auge fassen, um Anerkennung in ihrer Umwelt zu finden? Umoperieren zur Frau? Grässliches Wort, und ein grässlicher Gedanke dazu. Mindestens für Valerie.

Kaum stand die Idee mal sozusagen bei Valerie im Raum, drängte sie diese aber ganz schnell und instinktiv wieder von sich weg. Eine Operation? Sie erschrak vor sich selbst. No, never, niemals würde sie so weit gehen. Bei aller Liebe zum Weiblichen an sich, aber an ihren Kronjuwelen würde sie nicht rumschnippeln lassen.

Was war also zu tun?

Als Analytikerin war Valerie sowieso immer unschlagbar gewesen. Und aus ihrer Selbstanalyse, die sie da ziemlich gnadenlos an sich durchzog, blieben schließlich folgende Aktionsfelder übrig. Die schrieb sie einfach mal auf einen Zettel (eine beliebte Arbeitstechnik bei Analysten). Diese wenigen Worte standen schließlich drauf:

Aktionsfelder:

a) Mein Body

a1) Gewicht, Körperform, Taille
a2) Bartwuchs, Haare
a3) Stimme
a4) Adamsapfel

b) Meine soziale Verortung (ex. Fa.)

b1) Meine Clubs
b2) Kohabitation Gunnar???

So war sie, die Valerie. Sie machte über alles, was sie in den Griff kriegen wollte, erst mal einen Aktionsplan, dabei konnte sie auch ganz streng mit sich selbst sein. Analytisch und unerbittlich wenn es darauf ankam. Was sie mit Kohabitation andeuten will, soll (unter anderem) morgen, am Heiligabend weitergeklärt werden.

Bis denne, erst mal einen schönen Abend, eure Valerie. :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 23. Dez 2017, 16:53
von Valerie Bellegarde
Habe das da oben nochmals gelesen und bin über mich selbst erschrocken. Logisch, der Text kommt nicht erst zum Heiligabend, sondern schon morgens. Und wenn ich es recht überlege, könnte ich ihn (noch besser) auch gleich heute, Freitagabend absetzen. Dann hättet ihr morgen Ruhe vor mir.
Besser so. (wmue)