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Re: Doku Soap
Verfasst: Fr 6. Okt 2017, 23:30
von sandra93
Hinterher habe ich noch lange mit Dimitri über das Thema gesprochen. Er war unheimlich verständnisvoll. "Solange du als Laura lebst, werde ich dich lieben und wenn Laura geht, dann werde ich unsere Zeit nie vergessen." Als wir uns an diesem Abend liebten, konnte ich mich zum ersten Mal richtig fallen lassen. Die nächsten Tage fühlte ich mich unheimlich befreit. Endlich hatte ich aufgehört nachzudenken, wer ich bin und ob und wie lange ich die sein würde die ich jetzt gerade war. Ich bin Laura und solange ich glücklich bin als Laura kann ich auch Laura sein. Und wenn ich mir sicher bin, ein Leben lang Laura sein zu wollen, dann kann ich ja den gleichen Weg gehen wie Hannah. Dabei war ich mir überhaupt nicht sicher, ob ich jemals diesen Weg gehen würde, aber es belastet mich einfach nicht mehr.
Am nächsten Tag habe wir Erdkunde bei Herrn Dr. Rodenstock. Niemand schafft es so langweilig und ermüdend von fernen Ländern zu berichten. Aber heute hat er Mitleid mit uns und zeigt einen Film. Der ist zwar auch sterbenslangweilig und handelt vom Bergbau in Südafrika, aber zumindest merkt niemand, wenn ich mit meinem Handy spiele. Da erreicht mich mit einem Mal die Nachricht von der Agentur, ob ich heute Nachmittag Zeit zum Modeln hätte. Eine andere sei ausgefallen, und sie bräuchten dringend Ersatz. Erst bin ich ein wenig beleidigt, weil ich nur Ersatz bin, dann stimme ich aber doch zu und ich soll um 14.00 an der Schule warten; dann werde ich abgeholt. Als ich gegen Mittag das Schulgebäude verlasse, steht dort ein Bus mit verdunkelten Scheiben. Als ich mich nähere geht die Tür auf und ich erkenne eine Mitarbeiterin der Agentur, die mich eilig heranwinkt.
Als ich in den Bus einsteige, bin ich zunächst etwas verwirrt. Ab der Mitte sind keine Sitzbänke mehr sondern eine Reihe mit Schminkplätzen und auf der gegenüberliegenden Seite Kleiderständer. Sofort sehe ich, dass es sich um Dessous handelt. Eine Frau um die vierzig, perfekt geschminkt abr mit einem sehr kalten Blick mustert mich. Dann wendet sie sich an die Agenturmitarbeiterin, deren Namen ich vergessen habe: "She is not looking very professionell; its a school girl". Die beiden beginnen ein leises Gespräch auf Englisch, während ich durchgehe und einen Sitzplatz suche. Dabei mustern mich die anderen Models ebenfalls kritisch, sagen aber nichts sondern nicken mir nur kurz zu. Sie sind aus allen Gegenden der Erde und ich scheine neben einer sommersprossigen Rothaarigen, die einzige Europäerin zu sein. Alle sehen extrem gut aus und machen einen sehr professionellen Eindruck. Da niemand mit mir reden will, setze ich mich etwas weiter nach hinten.
Dann schaue ich zu den Kleiderständern. "Victorias Secret" steht ganz klein auf den Dessous. Das ist die No. 1 für feine Wäsche in den USA. Jetzt wird mir klar, warum ich so kritisch beäugt werde. Ich bin bei der Traummarke aller Models gelandet!
Re: Doku Soap
Verfasst: Sa 7. Okt 2017, 13:56
von Lea Michele
Hallo Sandra,
schöne und sehr interessante Fortsetzung!
LG Lea Michelle

Re: Doku Soap
Verfasst: Sa 7. Okt 2017, 17:18
von Drachenwind
Kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen.
Allerdings hat deine Fortsetzung einen kleinen Fehler:
Sie ist viel zuuuuuuuuu kurz.........

Trotzdem:
LG
Drachenwind
Re: Doku Soap
Verfasst: Do 12. Okt 2017, 21:42
von sandra93
Kurz darauf erreichen wir eine Mischung aus alten Fabrikgelände und Großbaustelle. Dort werden wir bereits erwartet und der Bus fährt direkt auf ein altes Gebäude zu. Dort warten auch schon die Visagistinnen und die Beleuchter. Ein Typ mit Handy und grünen Haaren und Melone stürmt hektisch auf die Frau von Victorias Secret zu. Er fuchtelt wichtig herum. Aus den Wortfetzen höre ich heraus, dass es der Location Scout ist und er macht Stress, weil die Fotographen das gerade perfekte Licht nutzen wollen. Gerade als wir aussteigen wollen, werden die Rothaarige und ich direkt wieder zurück in den Bus geschickt. Eine Visagistin steigt mit in den Bus. "Mia, ich hoffe ihr könnt ein wenig deutsch, mein Englisch ist eher mittelmäßig." "Ami, mein Vater war Soldat bei der Britischen Rheinarmee. Auch wenn ich britisch aussehe, ich komm aus Duisburg." "Laura, ich hab bis jetzt nur gelegentlich gemodelt." "Dann, lass dich mal anschauen! Wir haben keine Zeit zu verlieren."
Etwas zögerlich ziehe ich mich bis auf den Slip und den BH aus. Mia mustert mich sehr intensiv: "Wir modeln hier Dessous, da darfst du nicht schüchtern sein. Los ganz ausziehen. "Kein Problem", lüge ich und lasse zügig die letzten Hüllen fallen. Auch Ami steht inzwischen nackt da. Inständig hoffe ich, das Mia nicht meinen kleinen Silikonkäfig zwischen den Beinen erkennt. "Zum Glück keine Bikinistreifen und die Figur ist auch sehr gut zum Dessous modeln. Wenn du heute deinen Job gut machst, dann hast eine Top Referenz; also versau es nicht, Laura. Dann schmeißt sie uns zwei Seidenbademäntel rüber. Schnell ziehe ich ihn an.
Mit einem kurzen "Hallo" kommt eine zweite Visagistin hinzu. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit bekommen wir beide das perfekte Makeup und wallendes offenes Haar. Dann bekomme ich einen sehr durchscheinenden Body mit viel Spitze zugeworfen und schlüpfe schnell hinein. Ami erhält ein ganz ähnliches Teil in burgunderrot. Dann ziehen wir unsere Badmäntel über und gehen in die Halle. Sie hat ein riesiges Fenster und überall stehen große verstaubte Maschinen herum, deren Sinn sich mir in keiner Weise erschließt.
Vor einem riesigen Rad mit Speichen ist unser Set. Von weitem sehe ich die anderen Teams. Wir posieren abwechselnd und dauernd bekommen wir neue Wäsche. Mia flucht ein wenig, weil wir uns dauernd an den alten Maschinen dreckig machen und sie uns in Windeseile wieder herrichten muss.
Ich kann mir kaum merken, was ich alles angezogen habe. Schließlich ist eine kleine Pause und ich bücke mich kurz nach dem BH, der mir gerade runtergefallen ist. Als ich mich wieder aufrichte sehe ich in Amis Gesicht. Mit einer Mischung aus Überraschung und freudiger Erregung schaut Sie mich an: "Wow, ein Transmädchen. Das überrascht mich jetzt echt." "Bitte, verrate mich nicht..bitte" Ami kommt nahe an mein Gesicht und flüstert: "Keine Angst, aber sei vorsichtig. Meine letzte Freundin war auch wie du." Dann berührt sie ganz leicht wie zufällig mit Ihren perfekten Fingernägeln meinen Busen. Ich bin völlig elektrisiert, aber schon müssen wir — diesmal gemeinsam - zum Set zurück. Wir sollen und in den Speichen des Rades etwas herumräkeln. Ich kann ihre Blicke kaum aushalten, aber der Fotograf ist begeistert. Das Knistern zwischen uns schein gut für die Fotos zu sein.
Re: Doku Soap
Verfasst: Fr 13. Okt 2017, 14:40
von ExuserIn-2019-12-20
Ich habe voll übersehen das es weiter gegangen ist
Aber jetzt bin ich wieder up to date
Ja die Laura, wer wäre nicht gerne sie.
Bzw würde einen ähnlichen Lebenslauf haben wollen
Danke für die Fortsetzung und ein schönes Wochenende

Re: Doku Soap
Verfasst: Di 17. Okt 2017, 23:09
von sandra93
Aber schneller als uns beiden lieb ist, ist dieses Shooting vorbei und dann werden wir auch noch getrennt. Ich muss nach draußen und mich vor irgendwelchen Baumaschinen räkeln. Einmal sogar mit einem Bauhelm auf dem Kopf. Das sieht bestimmt total bescheuert aus, aber die Fotografin schein es ganz toll zu finden. So plötzlich wie es begonnen hat ist dann auch alles wieder vorbei. Wir müssen noch einen englischen Text unterschreiben in dem wir und verpflichten nichts über die neue Kollektion zu erzählen oder sogar private Fotos davon gemacht zu haben. Schnell sind wir wieder umgezogen und dann sehe ich auch Ami wieder. Gerade als gefragt wird, wer wieder mit dem Bus in die Innenstadt gebracht werden möchte und ich mich melden will, greift Ami meine Hand und zieht mich zur Seite. Dann führt sie mich zu einem riesigen Glasturm. Dort ganz oben ist so eine Art Meisterbüro mit einer fantastischen Aussicht. Ich ahne, dass sie mir nicht nur die Aussicht zeigen möchte und folge ihr mit klopfendem Herzen. Als wir das Gebäude betreten führt sie mich zu einem Lastenaufzug; er ist noch in Betrieb und Sie drückt einen großen roten Knopf und die Tür schließt sich. Dann legt sie einen Hebel um und ganz langsam setzt sich der Aufzug in Bewegung.
Wir können es beide nicht mehr erwarten und ihre Küsse machen Lust auf mehr. Oben angekommen führt sie mich zu einer Tür. Ami hat nicht zu viel versprochen. Es ist tatsächlich ein Büro, aber was Sie nicht verraten hat. Die Agentur hat es leergeräumt und in der Mitte ein großen Jugendstilbett aufgebaut. Eine Wand besteht komplett aus kleinen Glasfenstern. Das Licht der untergehenden Sonne und die Aussicht sind atemberaubend und schön warm ist es auch.
In Windeseile haben wir uns beide gegenseitig ausgezogen und ich erforsche mit meiner Zunge ihren perfekten Körper. Er ist übersät mit Sommersprossen und sie hat einige wenige, perfekt getrimmt rote Schamhaare. Mit einem Mal spüre ich einen unglaublichen Druck zwischen den Beinen und als Ami anfängt an meinem kleinen Latexversteck zwischen meinen Beinen zu spielen fällt auch mein letztes Kleidungsstück.
Die Lust als ich in sie eindringe ist unbeschreiblich. Gleichzeitig berühren sich unsere Brüste, aber diesmal fühle ich nur Amis fantastischen Körper und spüre sehr Lustvoll meine Männlichkeit. Wir haben noch mehrmals Sex, auch wenn ich zwischendurch die eine oder andere Pause brauche. Schließlich schlafen wir beide völlig erschöpft in den armen liegend ein. Als ich wieder aufwache ist es stockdunkel und Ami ist verschwunden.
Re: Doku Soap
Verfasst: Mi 18. Okt 2017, 00:45
von Diana.65
Hallo Sandra.
Interessante Fortsetzung. Da wird das Warten auf die nächste wieder heftig!
Weiter so!
Liebe GRüße,
Diana.
Re: Doku Soap
Verfasst: Mi 18. Okt 2017, 00:49
von Kerstin
Besten Dank für die Fortsetzung Sandra du hast einen tollen Schreibstill und ein Talent dafür die Sache spannend zu halten.
LG Kerstin
Re: Doku Soap
Verfasst: So 29. Okt 2017, 14:13
von larissa22tv
Sandra bitte schreib weiter, wir sind auf die Fortsetzung schon ganz gespannt.
Re: Doku Soap
Verfasst: Di 31. Okt 2017, 23:01
von sandra93
Alles ist in ein aschfahles Neonlicht getaucht. Das Gebäude eine Art riesiger glasverkleideter Turm wird anscheinend von innen beleuchtet. Zumindest muss ich mich so nicht im Dunkeln anziehen. Ich beeile mich, denn es ist empfindlich kalt geworden. Ich nehme meinen Rucksack und schaue in den Schminkspiegel. Ich sehe ganz schön zerzaust aus, aber mit ein paar geübten Handgriffen habe ich mein Gesicht schnell wieder in einem halbwegs passablen Zustand. Ich verlass das das Zimmer und werfe noch kurz einen Blick auf den Raum; Alles wirkt sehr unwirklich, als hätte Ami nur in meinen Gedanken existiert. Gegenüber auf dem Gang sehe ich die Aufzugtür. Ich drücke den Knopf, doch nichts passiert. Jetzt erst wird mir meine Einsamkeit bewusst. Etwas verzweifelt schaue ich mich um, dann entdecke ich eine Stahltreppe. Sie scheint nach unten zu führen. Aber schon nach wenigen Stufen verhake ich mich mit meinen Absätzen in den Gitterrosten; beinahe wäre ich gestürzt. Bestimmt hätte mich niemand gefunden, wenn ich mich verletzt hätte. Ich ziehe meine Schuhe aus und stecke sie in Rucksack, der linke Absatz hat einiges abbekommen. Dann mache ich mich auf Strümpfen, weiter auf den Weg nach unten. Die Gitter der Stufen schmerzen bei jedem Schritt höllisch und das Treppenhaus scheint kein Ende zu nehmen. Endlich erreiche ich nach gefühlten zwanzig Stockwerken das Erdgeschoß. Ich schaue an meinen Beinen herunter und sehe, dass meine Strumpfhose völlig zerfetzt ist. Verzweifelt ziehe ich sie aus und schlüpfe barfuß in meine Schuhe.
Zum Glück erkenne ich einen Notausgang. Er scheint zu zu sein, aber er hat einen Hebel ähnlich wie idie Türen in der Schule und als ich an dem Griff ziehe, gelange ich schließlich ins Freie. Erleichtert atme ich auf, aber ich kann nur einige hundert Meter entfernt das Rauschen einer Straße wahrnehmen und das Gelände scheint ein einziger lehmiger Baustellenmorast zu sein. Ich entferne mich Richtung Straße von dem Glasturm, aber schon nach wenigen Metern reicht das Licht des Turms nicht mehr aus und sehe kaum noch etwas. Dann höre ich aus der Entfernung das Bellen eines Hundes; "Wer geht hier um diese Zeit mit seinem Hund spazieren?", denke ich noch als mir klar wird das das Bellen sehr schnell näher kommt. Dann steht ein riesiger laut bellender Schäferhund direkt vor mir. Bei der kleinsten Bewegung knurrt er mich drohend an. Vor Angst bin ich wie erstarrt.
Sekunden später blicke ich das grelle Licht einer Taschenlampe. "Bist du allein?" fragt die Taschenlampe mit einem ganz leichten südländischem Akzent und der Hund verstummt, aber beobachtet mich ganz genau. Vor Aufregung bekomme ich kein Wort heraus und nicke nur. "Ist keine gute Idee, hier nachts allein rumzulaufen, aber das scheinst du ja auch bemerkt zu haben." Dann leuchtet de sich selber mit der Lampe an und ich kann seine Uniform — Securata — erkennen. Er ist sieht tatsächlich türkisch aus und trägt einen sehr gepflegten Bart. Von der Statur her scheint er sehr regelmäßig Sport zu treiben. Sein Lächeln wirkt sehr höflich und vertrauensvoll, aber trotzdem überwiegt die Angst. "Das das hier alles gefährlich ist, brauche ich dir wohl nicht zu sagen und normalerweise müsste ich dich nach deinen Personalien fragen oder die Polizei rufen, aber du siehst nicht so aus als wolltest du einen Bagger klauen. Dann nimmt er meinen Arm und führt mich langsam Richtung Ausgang, der in der anderen Richtung liegt. "Murat, ist übrigens mein Name. Und du?"
"Laura" antworte ich leise und er führt mich weiter durch das riesige bis auf die paar Ruinen menschenleere und dunkle Gelände. "was hat dich hierhingeführt?" "Beziehungsprobleme", antworte ich ausweichend. Er hält an und fasst mich an den Schultern und schaut mich mit besorgtem Blick an: "du wolltest dich doch nicht umbringen?" "Nein er hat mich nur hier alleingelassen und ich schaue zu dem Glasturm hoch." "Ah, ihr habt das kleine Liebesnest im Dachgeschoss "¦und dann ist er einfach weg. Wenn du willst, dann komm ich mal mit meinen Brüdern bei ihm vorbei und wir erklären ihm das so etwas nicht mit einer Lady macht."
Der Weg bis zum Ausgang scheint ewig lang, und zwischendurch erzählt Murat mir fast seine ganze Lebensgeschichte. Die Bagger hier auf dem Gelände, die gehören alle seinem Onkel. Die letzten zwei Jahre hat er für ihn gearbeitet und er sollte seine Tochter heiraten und in den Laden einsteigen. Aber seine Tochter Azra ist sehr, sehr groß und schwer. Dann hat mein Onkel mich mit einer blonden Deutschen Frau erwischt und mich rausgeschmissen. Dann musste ich beim Sicherheitsdienst anfangen und jetzt bin ich wieder hier, für 8,50 €. Schließlich erreichen wir den Ausgang und er zeigt mir noch den Weg zur S-Bahn. Mitkommen darf er nicht, sonst verliert er auch noch den Sicherheitsjob. Ich fasse ihn fest und beiden Händen und sage Danke. Sein Lächeln ist sehr liebevoll und macht mich fas t schwach. Dann drehe ich mich um und gehe auf das in der Ferne leuchtende S-Bahnschild zu.
Re: Doku Soap
Verfasst: Di 31. Okt 2017, 23:41
von Lea Michele
Hallo liebe Sandra,
einen ⤠Danke und weiter so!
LG Lea Michelle

Re: Doku Soap
Verfasst: Do 23. Nov 2017, 19:30
von Lea92
Kommt diesen Monat noch was?
Re: Doku Soap
Verfasst: Sa 25. Nov 2017, 22:36
von sandra93
ich denke ja,
hatte nicht viel zeit und war dann oft zu müde.
Re: Doku Soap
Verfasst: Di 12. Dez 2017, 12:03
von Lea92
Ich kann die nächste Folge kaum erwarten
Re: Doku Soap
Verfasst: Sa 16. Dez 2017, 22:11
von sandra93
Etwas durchfroren erreiche ich den Bahnsteig; Die nächste Bahn Richtung Hauptbahnhof geht in 10 Minuten. Alles ist etwas gespenstisch; zunächst denke ich, ich bin allein aber anderen Ende des Bahnsteigs steht ein Typ mit Lederjacke etwas untersetzt, mehr kann ich nicht erkennen. Als ich mich umdrehe kann ich den beleuchteten Glasturm deutlich sehen. Von außen ist ein großes blaues G zu erkennen. Noch 8 Minuten bis die Bahn kommt. Die Kälte kriecht meine Beine hoch; Im hebst wärmen die Strumpfhosen nur noch eingeschränkt. "Na meine Kleine, is dir kalt höre ich da eine Stimme im Hintergrund." Es ist der Typ mit der Lederjacke, die Jacke ist voller Abzeichen; "Ghost Bikers" steht auf einem Abzeichen. Er scheint recht stark tätowiert und so richtig viele Haare hat er auch nicht mehr auf dem Kopf; damit jeder die Glatze sieht hat der die vorhandenen Haare zum Pferdeschwanz gebunden.
Ich lächle kurz und dünn und schaue dann stur Richtung Anzeige. Hoffentlich kapiert er es und hält seinen Munde und geht am besten weiter. "Du erinnert mich an jemanden" "Oh, Gott der dümmste Spruch den es gibt", aber er unterbietet sich noch: " Die arbeitet im Köln im Pascha, das ist eine ganz seriöse Sache, die zahlt sogar Steuern und so." Ich schaue zum im rüber. Das feiste Grinsen in seinem von Schlägereien vernarbten Gesicht ist nur widerlich und es macht mir außerdem Angst. Ich will mir meine Unsicherheit auf keinen Fall anmerken lassen. "So siehst du auch aus; Jemand mit Klasse kannst du dir eh nicht leisten. Klebst dir einen Button von irgend einer kleinen Motorradgang auf die Jacke und meinst du wärst der Boss der Hells Angels."
Plötzlich spüre ich einen eisernen Griff um mein Handgelenk. Erzieht mich ganz nah zu sich rüber; Sei Atem stinkt nach Rauch. "Wir Ghost Biker kontrollieren die gesamte Türsteherszene am Niederrhein und bezahlen kann ich jemanden wie dich locker. Mit der einen Hand hält der mich fest; ich habe keine Chance dem Griff zu entkommen. Das heißt es also zum schwachen Geschlecht zu gehören. Er steckt sich eine Zigarre in den Mund und mit einem dann zündet er sie mit einem 500 EUR Schein an.
"Ich kann mir eine ganze Menge leisten, aber ich weiß nicht, ob ich dich bezahlen will. Er bläst mir den Rauch ins Gesicht." Jetzt spüre ich nur noch Angst. 4 Minuten steht auf der Anzeige. Er zieht mich weg vom Licht, vor Angst schaffe ich es nicht zu schreien. Er presst seinen Körper gegen meinen. Dann fasst er mir mit der Hand brutal an meine Brust, sodass ich vor Schmerz aufschreie. Er ist kurz erschreckt und ich kann mich losreißen und laufe direkt los.
Nach zehn Schritten werde ich abrupt gestoppt. Ich bin in eine Gruppe Nachtschwärmer gelaufen. 4 Jungs und zwei Mädels. "Kann ich dir helfen?" "Der Typ.." ich drehe meinen Kopf zu dem Typen in der Lederjacke. "Jungs lasst die Finger von meinem Mädel, das ist unsere Privatsache.." Etwas fragend schaut er mich an. Sehr sportlich er erinnert mich an Dimitiri. "Bitte, helft mir, ich kenne den Typen gar nicht."
Zum Glück haben sich die anderen drei Jungs direkt zwischen uns gestellt. Dann fährt der Zug ein. Die drei halten den Typen fest, der noch etwas von Freiheitsberaubung ruft, währen die Mädchen und mein Retter mit mir in die Bahn steigen. Eine der beiden setzt sich neben mich. "Geschafft" sagt sie, aber ich kann nicht mehr und breche in Tränen aus. Sie hält mich einfach. Ich habe keine Ahnung wieviel Zeit vergangen ist. "Wo musst du eigentlich hin?"
Als ich nach draußen schaue sehe ich das Schild "Düsseldorf-Bilk". "Noch eine Station. Dort wohnt direkt um die Ecke mein Freund." "Ist er da?" fragt sie mich. Schnell schicke ich eine Nachricht an Dimitri. "Bist du zu Hause? Darf ich vorbeikommen? Ich brauch dich." Sofort kommt die Antwort:" Heiße Schokolade oder heißer Tee? Und ein großes Herz.
Als ich an der nächsten Station aussteige bestehen die drei darauf, mich noch bis zur Tür zu bringen. Erst will ich es nicht, dann bin ich aber doch froh. Denn überall sehe ich Typen mit Pferdeschwanz und Lederjacken.
An der Tür verabschieden Sie mich. Aber außer "Danke" fällt mir nichts ein. Dann laufe ich das Treppenhaus hoch und Dimitri steht an der Tür. Ich falle in seine Arme: "Halt mich, ganz fest"¦Bitte" Ich spüre wir er mir sanft durchs Haar streicht. Jetzt endlich fühle ich mich sicher.