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Re: Blutengel

Verfasst: Do 27. Jan 2022, 08:50
von Engelchen
Liebe Stephanie,

danke für die neuen Teile und ich bin immer noch begeistert.
Im Moment habe ich nicht ganz soviel Zeit - meine Heirat, wie du weißt.., aber nicht minder herzlich nochmal Danke

Liebe Grüße

Lisa

Re: Blutengel

Verfasst: Do 27. Jan 2022, 10:41
von Stephanie
Vielen lieben Dank, Lisa.

Es freut mich dass es dir gefällt.
Ich wünsche euch alles alles Gute für euren gemeinsamen Weg.

Viele liebe Grüße
Stephanie

Re: Blutengel

Verfasst: Do 27. Jan 2022, 23:48
von Karla
Liebe Stephanie,
Du hast einiges bei mir getriggered!
...mein "Zwillingsbruder" war mal Fallschirmjäger...
Gewalterfahrungen gibt es leider auch: Ich KANN noch in den Spiegel gucken! Einiges ist passiert!
...bin auf die Fortsetzung neugierig!!!

LG Elly

Re: Blutengel

Verfasst: Mo 31. Jan 2022, 15:03
von Stephanie
Mal wieder am See

Ich fahre wieder zum See. Vor der Werkstatt parke ich und gehe mal rein. "Na Chefin, wie war es?" fragt Thomas. "Abgefahren", sage ich lachend und erzähle das ausführlich. Meine Zuhörer sind erheitert. "Na dann schauen wir mal, was das wird",, sagt Jürgen. "Die Nachfolgerin macht einen aufgeschlossenen, netten Eindruck", sage ich. "Frauenpower eben", sagt Jessi grinsend. Die Kerle schauen sie erstaunt an. "Schätze, sie hat recht", bestätige ich sie. "Ach Mädels, wenn wir euch nicht hätten", sagt Mark lächelnd. "Was machst Du jetzt mit dem angebrochenen Tag?" fragt mich Thomas. "Ich schnappe mir eine dicke, fette Lufti und lege mich aufs Wasser", antworte ich grinsend. "Nackt?" fragt Jürgen frech. "Wenn es gewünscht wird", sage ich lachend. "Nee nee, Jungs, das halten eure Adern nicht aus", grätscht Jessi lachend dazwischen. "Na gut, dann lieber nicht", sage ich grinsend und gehe Richtung See. "Ich komme auch kontrollieren", ruft Jürgen mir noch hinterher. Ich drehe mich um und zwinkere ihm zu. Im Bootshaus unten habe ich außer einigen Luftis, die ich da schon deponiert habe, auch Badesachen liegen. Am See angekommen, gehe ich erstmal ein Stück des Trampelpfades in die Richtung, wo die meisten Angler normalerweise sitzen, aber heute ist keiner zu sehen. Von einer Stelle kann ich auch ganz gut den Zaun sehen. Von hier aus kann ich auch keine neuen Beschädigungen sehen. Ich drehe um und will wieder zum Bootshaus gehen. Mein Blick fällt auf etwas, was neben dem Pfad im Gras liegt. Ich bücke mich und hebe das Ding auf. "Eine Zwille?" sage ich leise und wundere mich. Sieht aus wie eine Jagdzwille. "Die war bestimmt nicht billig", denke ich weiter und begutachte sie. In der Lasche vorne klebt noch Futter. Dann hat bestimmt einer der Angler damit Anfütterungsmittel auf den See geschossen. Ich nehme sie einfach erstmal mit und lege sie im Bootshaus ab. Im Bootshaus blase ich mit einer E-Pumpe eine große Badeinsel in Form eines weißen Schwanes auf. Dann schaue ich in die Tasche mit dem Badesachen und befördere einen knallroten Bikini heraus. "Jepp, den nimmste", denke ich und habe ihn auch schon an. "Der war doch früher größer", sage ich leise, weil das Oberteil fast zu knapp ist. Natürlich, als ich mir den letztes Jahr gekauft hatte war meine Brust bedeutend kleiner. Aber verboten sieht es jetzt nicht aus. Also schnappe ich die Lufti und gehe zum Wasser. Mit einem kleinen Paddel fahr ich ein Stück, bis zu einer alten Boje, die da schon ewig im Wasser dümpelt. Dort binde ich den Schwan an und lege mich in die Sonne. Genau, das brauche ich jetzt. Ein bisschen abspannen, bis zum Üben nachher.

Ein bisschen weggedöst bin ich zwischendrin mal. Jetzt höre ich leise Stimmen. Ich schaue in die Richtung. Antje und Tom sind grade angekommen. "Hallo ihr beiden", grüße ich freundlich. "Oh Steffi, ich dachte Du schläfst", sagt Antje. "Habe ich vorhin auch", sage ich lächelnd, "ist ja auch entspannend, auf dem Wasser." Ich stütze mich etwas auf. Tom schaut mich an. "Na, na Freundchen, wo peilst Du denn hin?" feixt Antje. Tom errötet leicht. "Öhm", sagt er ertappt. "Bist aber auch gemein", sagt Antje grinsend zu mir. ""˜Tschuldigung", sage ich unschuldig, "ich hätte nicht gedacht, das noch irgendwer hier runterkommt." "Hihi", sagt Antje, während Tom ins Bootshaus geht und ein Schlauchboot raus holt. "Steffi, das sieht wirklich toll aus, Du kannst so was Knappes gut tragen", lobt Antje. "Danke", sage ich, "wobei das Oberteil letztes Jahr noch mehr abgedeckt hat." "Respekt", sagt Antje lachend, "mal sehen, ob Tom jetzt noch geradeaus rudern kann." Die beiden steigen in das Boot und fahren erstmal in meine Richtung. Ich drehe mich auf die Seite und stütze mich auf. Ein Bein ziehe ich leicht heran. "Ey, Steffi, ich muss nachher noch irgendwie trommeln", sagt Tom. "Ich mache doch gar nichts", gebe ich gespielt entrüstet zurück. "Darf ich Dich mal fotografieren?" fragt Antje, "das sieht zu gut aus." "Na klar für den Eigenbedarf", sage ich. Antje knipst mich, dann zeigt sie mir das Foto. "Niedliches Mädchen", kommentiere ich das Bild, "wer ist das?" "Hihi, Du bist so eine Granate", lacht Antje. "Schick das Bild doch mal an Sandra", sage ich grinsend, "die freut sich bestimmt. Sie hat heute wieder ein Treffen mit ihren Freundinnen zum Nähen." "Wird gemacht, Steffi", sagt Antje. Die Antwort von Sandra lässt nicht lange warten. "Boah! Super süß!" schreibt sie. "So, Tom, fahr mal in unsere Ecke, ich glaube ich muss Dich mal etwas herunterholen", sagt Antje grinsend. Tom grinst auch. Ich zwinkere ihm zu. "Bis nachher", sagt Tom noch. Die beiden fahren langsam weiter. Ich lege mich noch mal hin und döse vor mich hin.

Ist schon cool, die Antje, wie sie reagiert, wenn ihr Tom wegen eines anderen Mädchens durcheinander kommt. Ich finde sie jedenfalls toll. Langsam wir es Zeit, zum Übungsraum zu gehen. Ich mache die Lufti von der Boje los und paddele zurück. Die Lufti lege ich so ins Bootshaus. Dann ziehe ich mich um und gehe hoch. Von Tom und Antje ist noch nichts zu sehen. Vor der Werkstatt sitzen wieder ein paar Leute, Carlos und Alex sind auch dabei. Jürgen spricht mich auch gleich an. "Du weißt aber, was Du anrichtest, wenn Du so wie eben auf dem Wasser liegst?" sagt er fragend. "Oh ja", antworte ich, grinsend "es macht mich total scharf." Jetzt sind ein paar Leutchen irritiert. Nur Jürgen lacht. "Das machst du doch nur für dich?" sagt er. "Natürlich", antworte ich mit leicht süffisanten Unterton. "So und jetzt nehmen wir das kleine Schnuckeltierchen mit hoch, damit ihr euch wieder den wichtigen Themen widmen könnt", sagt Carlos grinsend und hakt mich ein. "He da", sage ich gespielt empört. Dann gehen wir ins Treppenhaus und hoch zum Übungsraum. "Wo ist denn eigentlich Tom?" fragt Micha. "Antje kühlt ihn grade runter", sage ich grinsend, "er hat mich im Bikini auf einer Badeinsel gesehen und war dann etwas abgelenkt." Dann zeige ich noch das Foto, was Antje gemacht hat, sie hatte es mir auch geschickt. "Find ich jetzt nicht so schlimm, oder?" flaxe ich. "Immer muss sie tiefstapeln", sagt Carlos lachend. "Wunderschön, Steffi", sagt Frank, "kein Wunder, dass Du damit Heten in Schnappatmung versetzt." "Ja, das ist der pure Sex", sagt Micha grinsend. "War klar, dass sie jetzt rot wird", sagt Alex. "Ey menno, hört jetzt auf", sage ich gespielt entrüstet, "ich bin doch nur froh, dass ich endlich mal Mädchen sein darf, in allen Facetten." "Hihi", sagt Alex. "Ich finde es aber ziemlich gut, dass Du mit dieser Freizügigkeit so locker umgehst", sagt Carlos. Ich tue so, als würde ich checken, dass uns keiner abhört, dann sage ich leise: "Unter uns, es macht mir aber auch einen riesen Spaß." Die Jungs grinsen.

Tom kommt hektisch die Treppe hochgelaufen. "Mach langsam", sagt Alex, "wir haben noch gar nicht angefangen." Trotzdem ist es ihm unangenehm. Es ist ziemlich interessant die Jungs so langsam genauer kennenzulernen, so viel Zeit hatten wir bisher ja auch nicht. Im Gegenzug realisieren sie ja auch, wen sie sich mit mir eingefangen haben. "Ich finde uns schon ziemlich gut", sagt Micha, als ob er meine Gedanken lesen konnte. Dann schnappen wir unsere Instrumente und machen da weiter, wo wir vor einer Woche aufgehört haben. Zwischendrin legen wir eine Pause ein, weil Antje mit einem Tablett voller belegter Brote hereinkommt. Jessi kommt hinterher und bringt ein paar Getränke mit. "Hey, super, Mädels", freut sich Frank, wir anderen bestätigen das. Ich schaue auf das Tablett und suche mir ein Brot mit Schinken aus. "Das ist hier nämlich die Selbsthilfegruppe für Ohrwürmer", sage ich und grinse dabei die Jungs an, "ich nehme mir erstmal ein "¦ belegtes "¦ Brot "¦ mit "¦ Schinken." "SCHINKEN!" antworten Alex und Frank. Da ich vom letzten Song noch die akustische Gitarre umgehängt habe, fange ich leise an zu spielen und singe dann: "Eisgekühlter Bommerlunder"¦ ." Im Treppenhaus sind einige aus der Werkstatt, die das sofort mit aufgreifen. "Bommerlunder eisgekühlt", singen sie. Im Nu singt die ganze Werkstatt mit. Und natürlich werden sie auch immer schneller, bis sie sich zum Schluss fast überschlagen. Der ganze Laden ist danach am Lachen. "Herrlich", sagt Jessi, "sind wir nicht alle ein verrückter Haufen." "Klar", sagt Carlos, "und wir passen hier genau rein. Ich glaube Steffi wusste das, als sie uns den Raum vermittelt hat." "Absolut!", sage ich und versuche gespielt ernst auszusehen, was mir natürlich (absichtlich) misslingt. Was zur nächsten Erheiterung führt. Tatsächlich sagt dann erstmal keiner was und wir können in Ruhe essen.

Nach einiger Zeit kommt Harald hoch. "Ich habe einen Gast dabei, darf er reinkommen?" fragt er höflich. "Öh, ja, wir haben eigentlich keine Geheimnisse", sagt Tom. "Na klar gerne", antworte ich. Harald kommt herein und nach ihm einer, der mir bekannt vorkommt. "Guten Abend", sagt der, "nett von euch, dass ich mal reinschauen kann, das ist sonst nicht bei allen Braunschweiger Bands üblich." "Also wir haben da keine Probleme mit", sagt Micha, "wenn die Tür offen ist, ist auch jemand da. Einfach kurz klopfen." "Danke schön", sagt Haralds Gast. "Ach, jetzt erkenne ich Dich", sage ich, "Du bist doch Jack Migger von "The Last Time", der überregional bekannten Stones-Coverband." Der absichtliche Buchstabendreher sorgt für das nächste Gekicher. "Ja, das bin ich, aber der Name ist ja cool, muss ich mit merken", sagt der lächelnd, "dann bist Du die rote Unbekannte, von der in der Musiker-Szene hier neuerdings gesprochen wird. Schön dich kennenzulernen." Mir steht dann vor Staunen der Mund leicht offen, weil ich mit so was gar nicht gerechnet habe. "Wenn sich ihre Gesichtsfarbe wieder normalisiert, wird sie bestimmt antworten", flaxt Micha. Ich atme tief ein und schüttele leicht den Kopf. Alle anderen lächeln mich an. "Is"˜ so"™n running Gag bei uns", sage ich dann. Jack lächelt mich an. "Warum ich hier bin", sagt er, "bei uns passt es ganz kurzfristig, dass wir am Freitag auf dem Hoffest spielen können." "Ja, geil!" sagt Frank sehr erfreut. Ich schaue erfreut mit großen Augen. "Das ist klasse, da freue ich mich aber drauf", sage ich. "Bist auch Stones-Fan?" fragt mich Frank und legt einen Arm um meine Hüfte. "Ja, "˜türlich", antworte ich. Jack zeigt sich erfreut. Aus den Augenwinkeln sehe ich Tom, wie er seine Hände in die Hüfte stemmt. "Frank, kannst Du bitte Deine Hand von meiner Steffi nehmen", haut er dann ganz trocken raus. Der nächste Lachanfall. "Ihr seid ja gut drauf", sagt Jack. "Ich weiß gar nicht, was heute los ist, sonst sind wir nicht so albern", sage ich mit treudoofer Miene. "Sicher?" fragt Antje auch ganz trocken. "Ach Mensch, ihr strahlt so eine Unbekümmertheit aus, das fehlt mir bei anderen immer", sagt Jack begeistert.

"So langsam können wir aber weitermachen", sagt Alex dann. "Kann ich noch kurz zu schauen?" fragt Jack. "Na klar", sagt Micha. "Danke", sagt Jack erfreut. "Was war jetzt noch mal das nächste?" fragt Tom. Statt ihm gleich zu antworten, frage ich grinsend: "Was ist dir denn heute passiert? Du bist ja ein bisschen durch den Wind." "Ein bisschen ist gut", wirft Antje grinsend rein. "Keine Details bitte", sagt Tom. Und wieder sind wir am kichern. "Ich habe mir extra ein Megaphon von Jürgen geliehen", sagt Alex, "Orange Crush ist das nächste." "OK", sagt Tom und zählt an, "zwo drei!" Zeitgleich steigen Micha, Tom, Carlos und ich ein. Im Gesangspart wechseln Alex und ich mich ab ich. Das Lied gelingt uns gut und geht auch richtig los. Mittendrin singt Alex über das Megaphon, wie im Original. Jack zeigt uns den Daumen hoch. "Leute, sehr geil", sagt er, als wir fertig sind, "eure beiden Stimmen passen super zusammen." "Wobei keiner so genau weiß, welches Steffis Originalstimme ist", sagt Tom grinsend. "Er fängt sich langsam", gebe ich trocken zurück. "Da habe ich schon ein paarmal von gehört, das Steffis Stimme richtig genial ist." "Wenn Du sie lobst, wird sie rot", sagt Alex. "So wie jetzt", sage ich , "grrr!" Nachdem sich alle wieder beruhigt haben und auch alle "niedlich"-Bekundungen erledigt sind, fragt Jack etwas zurückhaltend: "Könntet ihr euch vorstellen, das Steffi den Abend mal ein Stück bei uns mitsingt?" "Gimme shelter, was?", frage ich keck. Jetzt staunt Jack. "Ja, das meinte ich", sagt er vorsichtig. "Ich habe da nicht das Problem mit", sage ich. "Ich auch nicht", sagt Micha grinsend, "wir machen dann nur noch schnell ein Knebelvertrag mit Steffi." "Ja, nicht das sie stiften geht", sagt Alex. "Und dann wird eure Steffi in Ketten auf die Bühne geführt, wie in der Muppet-Show der Schlagzeuger, das "Tier"", sage ich. "Genial, wie sie sich selber immer wieder auf den Arm nimmt", lacht Harald. Als wieder Ruhe einkehrt, gehe ich ans Mikro und singe die Textzeilen der weiblichen Stimme: "War children, it"™s just a shot away." Aber ganz hinten aus Kehle geschmettert. Alle schauen mich an. "Boah, die überrascht immer wieder", sagt Micha. "Geile Stimme", sagt Jack völlig fasziniert. "Sollten wir vorher vielleicht dann zusammen noch mal üben", sage ich noch. "Auf alle Fälle", sagt Jack, "ich gebe Dir dann noch Bescheid." "Tom, hol schon mal die Ketten", flaxt Frank. Nächster Lacher. Jack verabschiedet sich dann. "Hey Leute, das war super", sagt er, "danke dass ich mal schauen durfte." "Gerne", sagt Micha. "Tschüss", sage ich noch. Wir spielen dann noch einige Stücke, natürlich auch die bekannteren, wie "Shiny happy people".

"Ja Mädels, das wird immer runder", sagt Micha später sichtlich zufrieden. Wir anderen stimmen da gerne zu. Wir machen dann unsere Anlage aus und verlassen den Raum. Vorm Gebäude sitzen einige aus der Werkstatt an diesem warmen Abend. "Das war wieder richtig super heute", sagt Wolle, "da freut man sich auf das Fest." "Das freut uns", sage ich dann noch. Wir verabschieden uns und fahren nach und nach vom Hof. Bis auf Tom, der wird von Antje nochmal Richtung See gezogen. Ich fahre heute mal zu mir. Unterwegs rufe ich per Freisprecheinrichtung bei Sandra an. "Huhu Steffi", sagt sie erfreut, "seid ihr fertig?" "Ja sind wir", antworte ich und erzähle ein bisschen, auch von Jack. "Das ist ja cool", sagt Sandra, die finde ich ja auch gut." "Bei Gimme shelter singe ich dann mit ihm zusammen", sage ich. "Oh, das wird ja spannend", sagt Sandra erstaunt. "Wir sind ab heute eine mehr beim Nähen", sagt sie dann, "Deine Gattin ist jetzt mit dabei." "Aha", sage ich erstaunt, "seid ihr noch dabei?" frage ich. "Ja", kommt als Antwort. "Dann grüße mal alle schön", sage ich noch. "Mache ich", sagt Sandra, "wir sehen uns morgen dann?" "Aber so was von", antworte ich, "schlafe nachher schön." "Du auch, meine Stefanie."

Re: Blutengel

Verfasst: Do 3. Feb 2022, 10:28
von Stephanie
Angler sind meine Spezialität Teil 2

Das Wetter soll heute richtig gut und warm werden. Dementsprechend habe ich heut ein luftiges, einfarbiges Kurzarmkleid in einem sattem Rot an, dazu trage ich rote Slingpumps mit einen mittleren Pfennigabsatz. Bevor ich zur Arbeit fahre, gehe ich noch schnell in den Keller. Ich suche meine Schwimmflossen, sowie Taucherbrille und Schnorchel. In einem Karton finde ich alles, zusammen mit zwei Neoprenanzügen. Die nehme ich auch noch mit. Nachmittags will ich wieder zur Kiesgrube. Ich will im Wasser nach weiteren Plätzen suchen, wo die Angler die Fische anfüttern. In der Kiesgrube ist es deshalb auch sinnvoll, einen Neoprenanzug zu tragen. Ich fahre dann zur Arbeit und bin als erste im Büro. Nach und nach trudeln die Kollegen ein. "Ui, Steffi in Rot", bemerkt Andreas. Ulrich erscheint dann auch und kommt erstmal zu mir. "Das ist aber auffällig", sagt er grinsend, "aber steht dir super." Ich bedanke mich lieb. Mittags gehen wir in die Kantine. Sandra ist schon da und schaut mich begeistert an. Nachdem ich mein Essen bezahlt habe gehe ich zu ihr. "Wow, Stefanie", staunt Sandra, "schlicht, aber so was von überzeugend, boah, das ist definitiv Deine Farbe." "Danke Dir, Liebste", sage ich leise. Sandra strahlt. "Was steht heute bei Dir auf dem Programm?" fragt sie. Ich antworte ihr, das ich im See nach den Futterplätzen suchen will. "Oh cool, kannst Du dann auf mich warten?" fragt sie, "da würde ich gerne mitkommen, ich mache das auch total gerne." "Na klar, gerne", antworte ich. Sandra hat wieder so ein Funkeln im Auge, von dem ich noch nicht so richtig weiß, was das bedeutet. Entweder ist es Begeisterung oder sie hat eine Überraschung. Wahrscheinlich ist es beides. Nach dem Essen lädt Sandra ihre Kolleginnen und uns noch auf ein Eis am Eiswagen ein. "Das ist ja nett", sagt Ulrich erstaunt.

Ich mache Feierabend und rufe Sandra an. "Ich fahre jetzt zum See und warte da auf dich", sage ich, "ich lege mich vielleicht auf meine Lufti zum Sonnen." "Alles klar, meine Süße, ich freu mich schon", sagt eine gut gelaunte Sandra. Vor der Werkstatt treffe ich wieder einige Leute und halte etwas Smalltalk. Im Büro schaue ich noch die Post durch. Dann hole ich die Sachen aus dem Auto und gehe runter zum See. Im Bootshaus ziehe ich wieder den roten Bikini an und gehe dann mit der Schwan-Badeinsel von gestern auf das Wasser. Ich setze mich so drauf, dass ich mich am Hals des Schwanes anlehnen kann. Irgendwann nickere ich auch leicht ein. Nach einiger Zeit werde ich wach, weil ich unterschwellig ein leises Blubbern höre. Auch wird die eine Luftkammer etwas schlapp. "Das gibt es doch nicht", rege ich mich leise auf, "das Ding ist nagelneu. Zweimal benutzt und schon undicht. Wieder so "™n Schrott vom Chinaversand." Leicht genervt paddle ich zum Ufer zurück. Netterweise hat das Ding mehrere Luftkammern, so dass ich halbwegs trocken am Ufer ankomme. Zufällig schaue ich auf den See und sehe da ein kleines Modellboot fahren. Ich sehe bloß nirgends jemanden, der das Ding steuert. Erstmal suche ich das Loch in meiner Lufti. Ich finde auch eins, zu meiner Überraschung aber nicht an einer Naht, so wie ich es vermutet habe. Mitten in der Folie ist ein rundes Loch, wie gestanzt. Beim Rausholen und Transportieren war ich sehr vorsichtig und von Anfang an hätte ich es ja sofort mit bekommen. Ich schaue wieder zu dem Modellboot. "Hm, sollte das Ding da was mit zu tun haben?" frage ich mich. Ich lasse die Luft aus der entsprechenden Kammer und flicke das Loch. Dann gehe ich ins Bootshaus und schaue nach, was ich noch an Luftis da habe. Ein Einhorn, noch original verpackt bekomme ich in die Finger und blase es auf. Ich lege es schon mal raus.

Ich habe ja schon so einen Verdacht, dass dieses Modellboot irgendwas mit dem Loch in der andern Lufti zu tun hat. Also stelle ich demjenigen, der da eventuell hinter steckt jetzt mal eine Falle. Dann fällt mein Blick auf die Zwille, die ich gestern gefunden habe. Die nehme ich mit. In einer Blechdose finde ich alte Muttern unterschiedlichster Größe. Ein paar davon fülle ich ein eine Tüte und gehe dann mit dem Einhorn auf das Wasser. Wieder paddele ich zur Boje und binde die Lufti dran fest. Ich setze mich wieder so hin, wie vorhin. Dann tue ich so, als würde ich einnickern. Ich muss echt aufpassen, dass ich nicht wirklich einschlafe. Das Einhorn hat im Gegensatz zu dem Schwan nur eine große Luftkammer. Ich würde dann nass werden, sollte tatsächlich jemand hier am See Löcher pieken. Nach einiger Zeit höre ich hinter mir ein leises Surren eines Elektro-Motors. Langsam nehme ich die Zwille, die zwischen meinen Beinen liegt. Eine Mutter nehme ich dazu. Dann drehe ich mich schnell um. Tatsächlich fährt dieses kleine Modellboot auf mich zu und ist vielleicht 3 Meter weg. Jetzt biegt es schnell nach rechts weg. Ich erkenne, dass das ein sogenanntes Futterboot ist, mit denen Angler weiter draußen Futter verteilen. Es sieht irgendwie selbstgebaut aus und hat hinten einen Löffel oder eine Kelle dran, mit der man das Futter werfen kann, per Funkauslösung. In die Lasche an der Zwille lege ich eine verrostete Mutter ein und ziehe die Zwille auf. Kurz das Boot anvisiert. Hinter dem Boot spritzt eine kleine Fontäne auf. "Zu weit links!" rufe ich. Hinter einen Strauch auf der anderen Seeseite ruft jemand erbost: "Ey!!!" Ich ziehe die Zwille erneut auf. Mittlerweile knie ich auf meinem Einhorn. Ich lasse die Zwillen-Lasche los. Die Mutter rauscht auf das kleine Boot zu und trifft. "Treffer mittschiffs!", rufe ich euphorisch. Die 15er Mutter hat ein kleines Loch und den Kunststoffrumpf geschlagen. Aber das kleine Boot fährt noch weiter. Ich ziehe die Zwille abermals auf. Jetzt habe ich eine Vierkantmutter drin. Kurz gezielt und losgelassen. Die Mutter trifft das Heck und schlägt ein großes Stück raus. Sofort läuft Wasser rein und das Boot stellt sich langsam senkrecht. Spätestens jetzt fällt die gesamte Elektrik aus. Vorne am Bug sieht man etwas langes, spitzes, so etwas wie eine Nadel oder so. "Ey, du blöde Fotze", brüllt das Gebüsch drüben. Im nächsten Moment fliegt ein faustgroßer Stein in meine Richtung, platscht aber weit vor mir ins Wasser. Dann noch einer. Ich merke mir die Stelle, von wo sie etwas geworfen wurden. Dann ziehe ich meine Zwille mit einer 19er Mutter auf. Die klatscht am Ufer ins Wasser. "OK, also höher halten", sage ich leise. Die nächste Mutter fliegt auch ins Gebüsch, als Folge davon höre ich ein "Aua!". Also schieße ich eine zweite hinterher. "Ah! Scheiße", höre ich. Die Geschosse scheinen trotz der Entfernung ja noch einiges an Kraft zu haben. Hinter mir höre ich jemand reden. Jürgen, Kalle, Ines und Florian stehen am Ufer, etwas dahinter Sandra. Kalle telefoniert. Dem Anschein nach hat er die Polizei angerufen. Am anderen Ufer hört man ein Rascheln, und dann erstmals nichts mehr. Dann fährt oben ein Auto weg. Ich wundere mich, dass ich niemanden gesehen habe, der die Böschung hochgelaufen ist.

Ein Polizeiauto fährt nach ein paar Minuten oben schnell in Richtung Wald. Ich schaue nochmal zu dem Futterboot, das versinkt grade endgültig. Ich mache das Einhorn von der Boje los und fahre ans Ufer. "Na Schnell-Boot Steffi?" fragt Kalle lachend. "Capricorn and Unicorn, eine gefährliche Mischung, mit einigem an Durchschlagskraft", sage ich grinsend. "Wow, Steffi", sagt Ines, "das ist mal eine Aussage." "Soso, mein Engel ist ein Steinbock", sagt Sandra lächelnd. "Steinzicke, Sandra", antworte ich. "Meinetwegen auch das", lacht Sandra. "Bei der Gelegenheit, haben wir uns noch nie über unsere Geburtstage ausgetauscht?" frage ich erstaunt. "Nein, wir hatten wichtigeres", sagt Sandra lasziv und zieht sinnlich die Unterlippe nach innen. "Oh Mann, ihr beiden", lacht Ines, "seid ihr immer so?" "Eigentlich nicht", antworte ich, während Sandra bestimmend "Doch!" sagt. "Ich merke, ihr seid euch einig", sagt Kalle lachend. "Wann hast Du denn Geburtstag", Stefanie?" fragt Sandra dann. "Am 18. Januar", antworte ich, und Du?" "Am zweiten Weihnachtsfeiertag", antwortet Sandra grinsend. "Ach deshalb haben wir so ein Potenzial", sage ich nüchtern, "zwei Steinzicken und immer mit dem Kopf durch die Wand. Und Du obendrein auch noch ein Weihnachtsengel." Sandra grinst. "Haben wir das auch geklärt", sagt sie dann. "Das wird spannend", sage ich. Thomas kommt mit dem kleinen Radlader heruntergefahren. "Ich habe hier eine Lieferung für Sandra", sagt er grinsend. Sandra geht hin. Neugierig gehe ich hinterher. "Druckluftflaschen, Schwimmflossen?" frage ich. "Ja, hilf gleich mal mit ausladen", sagt Sandra. Zusammen stellen wir die Sachen an das Bootshaus. "Du hast Deine Ausrüstung schon hier?" fragt Sandra, "also Neopren-Anzug, Flossen, Brille?" "Ja, habe ich", antworte ich vorsichtig. "Dann lass uns mal umziehen", sagt Sandra, "der Bikini ist übrigens eine Wucht." "Danke", sage ich trotzdem leicht irritiert. "Keine Bange, Stefanie, ich kläre Dich gleich auf", sagt Sandra beruhigend.

Nachdem wir uns die Anzüge angezogen haben, gehen wir wieder raus. "Ich bin hier im Braunschweig seit Jahren im Tauch-Club und habe auch einen Ausbilderschein", sagt Sandra, "bist Du schon mal mit Flaschen getaucht?" "Bisher nur geschnorchelt", antworte ich wahrheitsgemäß. "Und hattest Du schon mal Interesse, mit Flaschen zu tauchen?" fragt Sandra weiter. "Ja, aber nie Gelegenheit", antworte ich. "Na dann ist das hier heute dein erstes Mal", sagt Sandra lächelnd, "wenn Du willst." Ein wenig erstaunt schaue ich sie an. "Äh ja gerne", sage ich. "Wie niedlich, Stefanie ist wieder etwas von der Rolle", sagt Sandra lächelnd. Die anderen stehen noch bei uns. "Ist auch mal eine interessante Facette, bei unserer Chefin", sagt Thomas, "das macht sie so liebenswert." "Glüh! Glüh!" sage ich und hoffe dass die Röte gleich weggeht. Dann weist mich Sandra in die Geräte ein. "Das dürfte eigentlich nicht das Problem sein, mit den Flaschen", sagt Sandra, "Du erzähltest ja mal, das Du AtemschutzträgerIn bei der freiwilligen Feuerwehr bist. Das ist dann nicht so die Umstellung." "Nur das jetzt ein bisschen Druck dazu kommt", sage ich. "Genau, das erkläre ich Dir auch gleich", sagt Sandra. Jetzt gibt es erst einmal ein bisschen Theorie. "Wir gehen erstmal bis maximal 25 m", sagt Sandra. "Ok, bis 20 m habe ich schon öfter ohne Geräte gemacht", sage ich. "Respekt", sagt Sandra, "weißt Du, wie tief der See ist?" "Hier vor uns geht es in 10 m Stufen bis 30 m tief runter", sage ich, "inwiefern aber der Sand, der bei einem Unwetter hier reingespült wurde, das verändert hat, weiß ich nicht." Deswegen war ja auch das Bootshaus und die Rinne verlandet. "Weiter rechts, wo er breiter wird der See, geht es nach Angabe meines Onkels dann in 10 m Stufen bis 50 m runter", sage ich weiter. " OK, Wollen wir?" fragt Sandra. "Ja los", sage ich. Wir legen schon mal alles an und gehen dann auf den Steg. Der wackelt ziemlich stark. "Das nächste Bauprojekt", sage ich grinsend zu Jürgen, Kalle und Thomas. "Gerne Stefanie", sagt Jürgen, "aber nur mit Dir." Ich zwinkere. Wir ziehen uns die Flossen an, dann setzen wir die Brillen auf und lassen uns langsam ins Wasser gleiten.

Langsam schwimmen wir los. Sandra ist neben mir. Durch Zeichen gibt sie mir zu verstehen, wo es langgeht. Wir kommen am Seil der Boje an. Sandra deutet nach unten. Langsam tauchen wir runter. Die Boje ist auf der 20 m Stufe an einer Stein- oder Betonplatte festgemacht. Die Stufe ist ca. 10 m lang, bevor eine Schräge auf die 30 m Stufe geht. Kurz vor der Kante liegt das versenkte Futterboot. Sandra signalisiert mir, das Boot erstmal liegen zu lassen. Dann schwimmen wir weiter auf der 20 m Stufe. Hier liegt wenig Müll herum, wahrscheinlich zu weit weg vom Ufer. Nach einiger Zeit taucht schemenhaft etwas vor uns auf. Das Wasser im See ist ziemlich klar, dementsprechend weiter weg ist das Objekt. Als wir näher kommen erkennen wir eine Baggerschaufel eines Radladers. Wir schwimmen drum herum. Das Ding scheint hier schon länger zu liegen. Wir sind mittlerweile im größeren Teil des Sees angekommen. Wir schwimmen über die 20 m Stufe raus. Die 30 m Stufe kann man noch erahnen, danach wird es dunkel nach unten. Sandra hat eine Lampe dabei und leuchtet nach unten. Man könnte sich einbilden, die 40 m Stufe noch ganz schwach zu sehen. Dann drehen wir um. An der Boje hole ich das versenkte Boot. Wir tauchen langsam auf die 10 m Stufe. Hier lege ich das Boot noch mal ab. Dann schwimmen wir noch ein Stück weiter. Hier liegt jetzt schon mehr rum, Müll in Form von Getränkedosen und-flaschen, sowie ziemlich viel Futter. Dann geht es wieder zurück. Ich sehe dann auch den reingespülten Sand. Das ist doch nicht so viel, wie wir angenommen haben. Es ist überwiegend auf die 10 m Stufe gerutscht und hat vor dem Bootshaus, sowie rechts und links davon einen passablen Strand geformt. Sandra gibt ein Zeichen, das wir zurückschwimmen. Ich nehme noch das Futterboot auf, dann tauchen wir neben dem Steg wieder auf. Jürgen und Co. sind noch da. Mein Onkel steht da ebenfalls und auch zwei Polizisten sind da.

Sandra und ich legen Flossen und Brillen ab, dann kommen wir aus dem Wasser. Mein Onkel und die Polizisten schauen erstaunt. "Habt ihr nix erzählt?" frage ich die anderen grinsend. "Nöö, so weit waren wir noch nicht", antwortet Kalle lächelnd. "Hallo zusammen", grüße ich. "Hallo Neffin, hallo Sandra", sagt mein Onkel erfreut. "Guten Tag" sagen die Polizisten und dann einer der beiden zu mir: "Sie sind Frau Boe?" "Ja, das bin ich", antworte ich. "Wir sind ja gerufen worden, weil der Angler wieder hier war", sagt der eine Polizist, "wir hatten bei unserer Ankunft gesehen, dass sich ein Fahrzeug schnell von hier in Richtung Wald bewegte und sind gleich hinterher gefahren. Das Fahrzeug haben wir dann verlassen im Wald gefunden, von der Person fehlt jedoch jede Spur." Ich schaue erstaunt. "Das wird ja langsam ein Krimi", sage ich leicht sorgenvoll. Beim anderen Polizisten geht das Funkgerät. Er hört zu , was am anderen Ende gesagt wird und sagt dann nur: "Aha. Danke." Dann wendet er sich zu seinem Kollegen und sagt, dass wir es auch hören können: "Das Fahrzeug ist nicht zugelassen, das Kennzeichen und die Plaketten sind gefälscht und das Auto existiert offiziell gar nicht, das ist seit drei Jahren verschrottet." "Das hatten wir doch neulich schon mal", sage ich erstaunt. "Genau das", sagt der eine Polizist, "und die Person, die sie neulich anhand eines Fotos identifiziert haben ist nirgends gemeldet." "Oh Gott", sagt Ines besorgt, "womit haben wir es denn hier zu tun?" "Mit einem Phantom", sagt mein Onkel, aber auch eher sorgenvoll, als lustig.

"Gibt es hier auf dem Gelände noch irgendwelche Gebäude, Einrichtungen, Gerätschaften, wo man sich verstecken kann", frage ich, "teilweise vielleicht verschüttet oder zugewachsen." "Mit Sicherheit, das müsste man aber auch noch in den Zeichnungen finden", sagt mein Onkel. "Da schauen wir nachher mal drauf", sage ich. "Ist alles sortiert oben in der Werkstatt", sagt Jürgen. "Bei dir kommt nichts weg, was?" versuche ich die Situation aufzulockern. Jürgen lächelt. "Nee, Jürgen ist da ein ganz akribischer", lobt ihn Thomas. "Wie sieht es eigentlich mit dem Wald da oben aus?" frage ich, "gibt es da eventuell noch Bunker oder Stellungen aus den Krieg? Ich denke, das hier auch Flak-Stellungen waren, vom Flak-Gürtel um Braunschweig." "Stimmt Neffin", sagt mein Onkel, "aber da haben wir keine Zeichnungen von, weil das nicht mehr zu unseren Grundstücken gehört. Aber ich mache mich mal schlau." Bei den Polizisten geht wieder das Funkgerät. "Die Kollegen, die oben im Wald sind haben gemeldet, das der Abschleppwagen das Fahrzeug aufgenommen hat und abtransportiert", sagt einer der Polizisten, "in dem Fahrzeug befanden sich auch Utensilien zum Angeln." Ich sage dann noch, was vorher passiert ist. Bei der Stelle mit der Versenkung von dem Boot mit der Zwille müssen alle schmunzeln. Die Zwille muss ich dann auch zeigen. Ich darf sie aber hier weiter verwahren. Den Tauchgang erwähnen wir dann auch noch genauer. "Wenn sie Unterstützung brauchen, dann melden sie sich gerne bei uns, vielleicht auch in Bezug auf die ein oder andere Institution wegen der Bauwerke im Wald, falls sie da nicht weiterkommen", sagt einer der Polizisten, "wir halten sie unsererseits auch gerne auf dem Laufenden." Sehr gerne, vielen Dank" sage ich. "Wir haben auch zu danken", sagt der Polizist. Dann gehen sie zu ihrem Wagen und fahren vom Gelände. "So ein bisschen unwohl ist mir ja dabei", sagt Ines. "Ja, wir sollten auf alle Fälle sehr aufmerksam sein in nächster Zeit", sagt Thomas.

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 15:52
von Stephanie
Angler sind meine Spezialität Teil 3

Sandra und ich gehen ins Bootshaus zum Umziehen. Die anderen gehen schon mal zur Werkstatt. "Bringt ihr dann den Radlader mit?" fragt Thomas, "ihr braucht den bestimmt wieder zum Transportieren." "Ja machen wir", sagt Sandra. Dann pellen wir uns aus den Neoprendingern. "Ich würde sagen, wir lassen alles außer den Flaschen hier", sagt Sandra, "dann können wir noch weiter üben, das ist ideal hier." "Ja gerne", sage ich, "wo lässt Du die Flaschen füllen?" "Im Tauch-Club haben wir eine Befüll Station", antwortet Sandra, "und ich habe die erforderlichen Schulungen und Lizenzen." "Stark", sage ich und zwinkere ihr zu, "ich habe schon ein tolle Freundin." "Knutsch!" ein dicken Kuss gibt es von Sandra. "Ich finde es toll, dass wir so viel gemeinsame Interessen und Hobbies haben", sagt sie dann noch. Jetzt gibt es von mir einen dicken Kuss. "Und verliebt sind wir", sage ich lächelnd. Jetzt kommt von Sandra einer ihren Küsse, die einen komplett außer Gefecht setzen. "Habe ich verstanden", sage ich hinterher. Sandra lacht und hat ein wunderschönes Funkeln in den Augen. Wir nehmen dann die Flaschen und legen sie in die Baggerschaufel. Unten liegt zur Dämpfung eine Decke drin. "An alles gedacht", sage ich. Ich lege noch das Futterboot in die Schaufel. Sandra fährt dann vorsichtig hoch. Ich stehe in der offenen Tür. "Gleich gibt es wieder was zu gucken, wenn sie wieder draußen sitzen", sage ich, "da werden einige hin und weg sein." Sandra schaut zu mir und lächelt. "Seitdem Du hier bist hat sich so einiges geändert", sagt Sandra, "auch die Frauen hier profitieren davon, hat Jessi mir erzählt." "Schön", sage ich lächelnd. Sandra fährt vorsichtig über den Hof. Ein paar anerkennende Pfiffe und Rufe sind leise zu hören. Sandra parkt neben ihrem Auto. "Wunderschön, ihr beiden", sagt Wolle begeistert. Danke", sage ich, als ich vom Bagger steige. Sandra kommt hinterher. "Und beide in schicken Kleidern", sagt Mark. "Ihr sollt doch auch was zu gucken haben", sage ich. Einige schauen uns verträumt an. Wir laden die Flaschen in Sandras Auto. "Dann lass uns drinnen noch mal auf die Zeichnungen vom Gelände schauen", sage ich zu Sandra. Im Treppenhaus hält Sandra kurz an. "Wie findest Du das eigentlich, wenn Du so angeschaut und bewundert wirst?" fragt sie mich leise. "Anfangs war es ungewohnt, mittlerweile genieße ich es", antworte ich, "und wenn ich dabei nicht zu derb angemacht werde, ist es auch OK." "Schön , Stefanie, man sieht dir auch an, das Du es genießt", sagt Sandra lächelnd, "und Du spielst auch gerne mit deinen Reizen. Ich finde das völlig OK." "Danke, Sandra", sage ich lieb und drücke sie, "ich bin total glücklich, "¦ mit Dir." Und Sandra gibt mir wieder einen dicken Kuss.

In der Werkstatt hat Jürgen schon einige Zeichnungen ausgerollt und schaut mit meinem Onkel, sowie den anderen drauf. "Mich interessiert hauptsächlich das Westufer, wo der Dicke immer sitzt", sage ich. "Haben wir hier", sagt Jürgen und zieht eine Zeichnung unter einer anderen raus. "Das hier ist ein kleines Beton-Häuschen, wo früher Starkstromanschlüsse drin waren", sagt mein Onkel, "das ist teileweise verschüttet." "Stimmt, da hatten wir früher unseren Beobachtungsstand", sagt Ines, "da schaute immer etwas Beton aus dem Hang." Ich zeige auf ein Dickes Rohr, was schräg mit Stufen am Hang hochgeht. "Was ist das?" frage ich. "Da lief ganz früher ein Förderband nach oben", sagt mein Onkel, "das ist aber zugeschweißt worden. Und es liegt mittlerweile auch verschüttet im Hang." "Aha!", sage ich und schaue weiter gebannt auf die Zeichnung. "Wenn sie so guckt, dann ratterts in ihrem Hirn", sagt mein Onkel lächelnd. "Interessant", sagt Sandra. "DN 800", sage ich beiläufig. "Was bedeutet das?" fragt Sandra. "Die Nennweite, also ca. der Innendurchmesser", antworte ich, "800mm, also 80 cm, da würde selbst dieser fette Wandermops durchpassen." Erstaunt schauen mich alle an. "Ist das Förderband noch drin?" frage ich. "Nein, das wurde damals schon zeitnah ausgebaut und weiterverkauft", antwortet mein Onkel. "Ich würde gerne mal nachschauen, was mit dem Rohr ist", sage ich. "Nicht nur Du", sagt Jürgen grinsend. Also gehen Sandra, mein Onkel, Jürgen und ich rüber. Dort wo der Dicke üblicherweise immer runterging, ist der Zaun vom letzten Mal reparieren noch zu. Auch die Trampelspuren sind schon älter. "Aber er war ja definitiv hier unten", sage ich, "und konnte relativ schnell flüchten." "Hier müsste jetzt das Rohr sein", sagt mein Onkel. Nur zu sehen ist nichts. "Hier liegt ein Teil des Daches, vom ehemaligen Unterstand von Ines ihrer Gruppe", sagt Jürgen. Zusammen ziehen wir das Ding an die Seite. Dahinterkommt das Rohr zum Vorschein. "Bingo", sagt mein Onkel, "der Deckel, der angeschweißt war, wurde rabiat abgerissen. Man sieht noch Spuren von Meißel und Brechstange." "Die Bruchspuren sind schon verrostet, das muss schon länger so sein", sage ich.

Jürgen geht auf die Knie und schaut ins Rohr. Mit einer kleinen Taschenlampe leuchtet er rein. "Ach schau an, da liegt eine Angelausrüstung", sagt er. "Da hat Schnüffel-Steffi wieder die Nase richtig im Wind gehabt", sagt mein Onkel grinsend. "Schnüffel-Steffi?" fragt Sandra interessiert. "Onkelchen, erzähl nicht so viel aus dem Nähkästchen", ermahne ich ihn gespielt ernsthaft. "Den Spitznamen Steffi hat sie schon sehr lange, auch als sie noch als Stefan unterwegs war" sagt mein Onkel, "und "Schnüffel", weil sie schon immer eine gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe hat. Eigentlich hätte sie genauso gut Geheimagentin werden können." "Das ist mir auch schon aufgefallen", sagt Sandra begeistert. "Wollen wir mal schauen, ob man da oben auch wieder rauskommt?" versuche ich abzulenken. "Na, wirst Du wieder zu doll gelobt?" flaxt mein Onkel. "Hihi", sagt Sandra. Jürgen schaut sich das ganze grinsend an. "Na kommt, gehen wir mal hoch, bevor Steffi wieder aufglüht", sagt mein Onkel. "Danke!" sage ich energisch, "aber zu spät." "Ach ist das herrlich", lacht Sandra dann noch. "Hauptsache, Du hast Deinen Spaß, was?" feixe ich Sandra an. Nachdem sich alle wieder etwas beruhigt haben, sagt Jürgen: "Ich klettere mal durch die Röhre, das sieht hier auch so aus, als ob hier Leitern drin liegen." Er macht ein kurze Pause und überlegt, dann sagt er weiter: "Uns sind doch mal Leitern geklaut worden, die hinter der Werkstatt unter dem Schauer standen." "Stimmt", sagt mein Onkel. "Dann ist dieser Drecksack auch bis dahinten hin gekommen", sagt Jürgen richtig sauer. "Scheiße!" sage ich leise, "das nimmt ja langsam beunruhigende Züge an." Dann gehen wir langsam am Hang hoch, während Jürgen durch das Rohr klettert. Er ist auch schon oben, als wir ankommen. "Na, auch schon da?" flaxt er, "das geht ziemlich fix hier hoch. Das sind auch unsere ganzen Leitern." "Aha, dann geht er hier also ein und aus", sage ich. "Und hier ist der Zaun präpariert", sagt mein Onkel und öffnet ihn. "Das ist ja schon gut gemacht", sage ich, "was geht nur in diesem Patienten vor? Der muss sich doch irgendwas einbilden." Die anderen sind genauso ratlos, wie ich.

"Was machen wir jetzt?" fragt mein Onkel, "alles wegräumen und wiederherstellen oder erstmal so lassen." "Ich würde es so lassen", sagt Sandra, "wenn der so aggressiv reagiert, dann weiß man ja nicht, was dem sonst noch so einfällt." "Das sehe ich auch so, zumal die Polizei vorhin ja "sein" Auto einkassiert hat, außerdem habe ich ja sein Futterboot versenkt", füge ich hinzu, "mir wäre es am liebsten, die Polizei fängt ihn hier weg. Deswegen würde ich so tun, als ob wir nichts bemerkt hätten." "Wir müssen dann nur extrem aufmerksam sein", sagt Jürgen. "OK", sagt mein Onkel, "wenn er denn noch mal wiederkommt, der muss doch mitkriegen, das ihr hier aufpasst." "Der kommt wieder", sage ich, "der ist so doof. Der hat grade mal eine Gehirnzelle mehr als ein Huhn." Die anderen schauen mich verwundert an. "Damit er beim Gehen nicht auf den Hof scheißt", sage ich grinsend. "Oh Mann, Neffin", lacht mein Onkel. Etwas erheitert machen wir uns auf den Weg nach unten und dann rüber zur Werkstatt. Drüben treffen wir Ines, Karin und Florian. Kalle, Thomas sind auch da. Zusammen gehen wir zum Sitzbereich vor der Werkstatt und berichten dann den Stand der Dinge. Ines ist besorgt. "Florian ist ja schon mal von ihm angegriffen worden", sagt sie. Ich schaue Florian besorgt an. "Der hat uns irgendwie aufgelauert", sagt Florian dann, "ich habe noch versucht die Mädels zu beschützen." "Ich vermute mal, der hat hier noch mehrere Verstecke", sagt Karin dann. "Das vermute ich auch", sage ich, "ich habe auch schon auf der verwilderten Fläche gesucht, aber keine Hinweise gefunden." Antje ist mittlerweile zu uns gekommen. "Hinten in der Ecke, wo ich immer mit Tom hinfahre, ist doch auch noch irgendein Bau im Hang", sagt sie. "Stimmt", sagt mein Onkel, "da war der alte Steuerstand. Aber der war schon vor langer Zeit verschüttet." "Wollen wir da noch mal schauen?" frage ich. "Ja unbedingt", sagt mein Onkel.

Wir gehen zusammen einen anderen Weg herunter, nicht am Bootshaus entlang, sondern direkt zum Ufer des größeren Seebereiches. Es ist schon etwas später und etwas dämmerig. Unten am See sitzt doch tatsächlich ein Angler. Der wird auch gleich panisch, als er uns alle anrücken sieht. Flüchten kann er nicht mehr. "So mein Freund, du bleibst jetzt hier, bis die Polizei kommt", sage ich frech zu dem Angler. Dem fallen jetzt tausend Ausreden ein, warum er hier "zufälligerweise" reingeraten ist. Unbeeindruckt nehme ich mein Handy. Jetzt versucht der Typ auch noch zu verhandeln. "Pass auf, ich sehe davon ab, die Polizei zu rufen", sage ich im Befehlston, "wenn Du mir deinen Namen sagst und den Verein nennst, in dem Du Mitglied bist. Hektisch holt er einige Ausweise raus. Nachdem ich das notiert habe, sage ich bestimmend: "Kannst gehen, aber lass Dich hier nie wieder blicken, sonst gibt es wirklich eine Anzeige." Er packt seine Sachen und haut hektisch ab. "Das Kennzeichen von seinem Auto habe ich auch", sagt Jürgen grinsend. "Mal nur zur Info. Warum hast Du jetzt nicht die Polizei informiert?" fragt mein Onkel. "Ich wollte wissen, von welchem Verein der ist", antworte ich grinsend, "und die werde ich demnächst damit konfrontieren. Ich will ja immer noch rauskriegen ,wie der Domb"¦ damit drinhängt." "Schnüffel-Steffi, ich habe es ja vorhin schon gesagt", sagt mein Onkel lachend. "Das ist aber auch ein schöner Name für Dich", flaxt Antje. "He Du", sage ich und buffe sie leicht an. "Hihi", sagt sie. Sandra steht neben uns und grinst. "Und wo ist jetzt dieser ehemalige Steuerstand?" frage ich. Jürgen und mein Onkel schauen genau hin. "Hier sind Fußspuren", sagt Jürgen. Dann fängt er an Äste zur Seite zu räumen. "An dir ist aber auch ein kleiner "James Bond" verloren gegangen, was?" feixe ich. "Jepp!" sagt Jürgen grinsend. Wir helfen ihm. "Tada!" sagt er dann, "sieht nach einem Eingang aus." "Tatsächlich, das ist die alte Eingangstür", sagt mein Onkel. Jürgen rüttelt dran. "Ist nicht abgeschlossen", sagt er und öffnet sie. Mit einer Taschenlampe leuchtet er hinein und geht dann rein. Ich folge ihm. Mein Onkel und die anderen kommen kurz danach rein. "Unglaublich!" bemerkt mein Onkel, "das war hier alles voller Kies und Sand." Davon ist jetzt nichts mehr zu sehn. Außerdem ist es hier trocken.

Neben dem großen Raum in dem wir grade stehen, gibt es dahinter noch zwei kleine. Jürgen geht in einen hinein. "Hier ist die Küche", sagt Jürgen lachend. Ich gehe hin und schaue. "Tatsächlich, hier steht ein Gaskocher und jede Menge leere Dosen", sage ich zu den anderen. "Dann ist im anderen Raum bestimmt das Schlafzimmer", sagt Sandra grinsend. Jürgen geht hin und leuchtet rein. "Korrekt", sagt er, "eine Matratze und einige Decken", sagt er dann. Mein Onkel und ich schauen rein. "Das gibt es doch nicht", sagt mein Onkel fassungslos", wie lange geht das schon?" "Ja, und vor allem ist uns das nie aufgefallen", sagt Jürgen. "Da rechnet man ja auch nicht mit", sage ich, "vielleicht ist das auch nicht vom Dicken angelegt. Vielleicht hat er das nur von anderen übernommen, annektiert." "Stimmt, wenn man sich so eine "Infrastruktur" schafft, dann setzt man die doch nicht so auf"™s Spiel, wie es der Dicke grade macht", sagt Sandra. "Genau", stimme ich zu. Langsam verlassen wir die Räume. Draußen trifft mich fast der Schlag. Ein anderer Angler lässt sich grade nieder und breitet sein Equipment aus. Erschrocken schaut er uns an, als er uns entdeckt. "Wer sind sie und was machen Sie hier?" fragt der dann noch naiv. Ich grinse ihn frech an und sage: "Ich bin die Verwalterin des Geländes und der Herr hier neben mir ist der Besitzer. Wir sind heute hier um Angler zu stellen, die sich hier unberechtigt aufhalten und angeln." "Wie unberechtigt?" fragt der Angler, "ich habe die Info, das der See zum Angeln freigegeben ist." "Aha!" sagt mein Onkel, "da weiß ich aber nichts von, als Besitzer sollte ich das aber." "Von wem haben sie die Info?" frage ich. "Von unserem Vorsitzenden vom Angelverein", sagt der Angler. "Welcher Verein ist das und wie heißt der Vorsitzende?" frage ich weiter. "Das ist der BAV und der Vorsitzende ist Herr Domb"¦", sagt der Angler treudoof. Mir entgleisen grade völlig die Gesichtszüge. Entgeistert schaue ich mein Onkel an. Der schaut zum Angler. "Nehmen sie bitte ihre Sachen und verlassen augenblicklich das Gelände", sagt mein Onkel, "dann sehe ich von einer Anzeige ab. Und teilen Sie ihrem Vorsitzenden mit, dass der See nicht freigegeben ist." Der Angler nickt und verlässt das Gelände.

Langsam fasse ich mich. "Mit was für Psychopathen haben wir es hier eigentlich zu tun?" frage ich unverfroren. Mein Onkel schüttelt den Kopf. "Keine Ahnung, so was habe ich auch noch nicht erlebt", sagt er. Langsam gehen wir zur Werkstatt zurück. "Was machen wir denn da jetzt am besten?" fragt mein Onkel, "wenn sich diese Falschmeldung rumspricht, dann wimmelt es hier bald von wilden Anglern." " Das ist wahrscheinlich die Strategie", sagt Antje. "Sag deiner Verwalterin Bescheid, sie soll die Vereine anschreiben", sage ich grinsend, "ich werde das außerdem beim nächsten Treffen mit Frau Riem vom Umweltamt thematisieren." "OK, Neffin, setzt Du ein Schreiben auf?" fragt mein Onkel lächelnd. "Klar mache ich gerne", sage ich. "Ihr seid so knuffig", sagt Sandra begeistert. Mein Onkel schaut auf die Uhr. "So langsam sollten wir Feierabend machen", sagt er, "ist schon ganz schön spät." "Bevor wir auseinander gehen, hattest Du in der Vergangenheit Probleme mit dem Umweltamt? Oder sogar mit dem Domb?" frage ich meinen Onkel. "Nein, wir haben immer brav gemacht, was die wollten", antwortet er, "aber sie haben uns meistens in Ruhe gelassen." "Und bei euch?" frage ich Jürgen und Harald. "Wir hatten überhaupt keine Berührungspunkte mit denen", sagt Harald, "und das obwohl wir hier mit Schmiermitteln und Öl zu tun haben. Selbst der Ölabscheider wurde nie kontrolliert." "Ich verstehe es irgendwie nicht", sagt mein Onkel. "Damit bist Du nicht alleine", sage ich. "Na ja, bleiben wir am Ball", sagt mein Onkel lächelnd, "Danke euch, gute Leute muss man halt kennen." "Oh, danke der Ehre", sagt Harald erfreut. Ich zwinkere meinem Onkel zu. Dann fährt der vom Hof. Sandra und ich verabschieden uns auch von den Leuten. "Kommst Du mit zu mir?" fragt Sandra lächelnd, als wir an unseren Autos stehen. "Na-türlich!" sage ich, "ich brauche doch meinen üblichen Stressabbau." "Durch Sex, wie immer?" fragt Sandra frivol. "Genau das", sage ich mit meinem treuesten Schlafzimmerblick. "Du bist so süß", sagt sie lächelnd und steigt in ihr Auto. Dieses Mal bleibt sie brav hinter mir. An den diversen Ampelhalten stehen wir, wenn möglich, nebeneinander und flirten uns an. Bei ihr zu Hause geht es auch gleich ohne Umwege ins Schlafzimmer.

Re: Blutengel

Verfasst: Do 10. Feb 2022, 09:34
von Stephanie
Business Steffi Teil 3

Wir sitzen gemütlich beim Frühstücken. "Ich fahre vor der Arbeit noch bei Heike vorbei", sage ich, "ich habe gleich um acht Uhr einen Kontrolltermin für die Brust." Alles klar", sagt Sandra. "Wenn sie alles für OK befindet, dann bin ich heute Nachmittag auf dem Flugplatz", sage ich grinsend. "Darf ich mitkommen?" fragt Sandra verschmitzt. "Wer redet von dürfen?" frage ich lachend, "Du musst!" "OK, gerne", sagt Sandra, ist aber im nächsten Moment etwas nachdenklich. Ich lächele sie an. "Wenn sie doofe Fragen stellen sollten, wegen Deines Cousins, dann grätsche ich dazwischen", sage ich. Leicht verunsichert schaut sie mich an. "Woher weißt du"¦?" fragt sie zögerlich. "Ich habe den Funkverkehr mitbekommen", antworte ich, "weil ich zu der Zeit mit meiner Kleinen in der Luft war. Na ja und hinterher musste ich halt hingehen und neugierig nachfragen." Sandra schaut mich eine Weile an, dann sagt sie nur: "OK." "Mach dir keine Sorgen, die haben das schon genau getrennt", sage ich, "und außerdem sind sie doch froh über jedes neue Mitglied, jetzt mal auf uns beide bezogen. Und obendrein kann man uns doch auch ganz gut vorzeigen, oder." Jetzt lacht Sandra wieder. "Du mit deinem ansteckenden Optimismus", sagt sie und umarmt mich herzlich. Ich lächele sie an. Wir steigen in unsere Autos und fahren einen Teil der Strecke zusammen. Ich biege dann in Richtung Ärztin ab. Sprechstundenhilfe Rita schließt grade die Tür auf. "Ah, Stefanie, pünktlich wie die Maurer", sagt sie lächelnd, "hereinspaziert. Warte noch mal kurz im Wartezimmer, Heike kommt gleich." "Danke schön", sage ich nett. Nach ein paar Minuten kommt Rita wieder. "Kommst Du mit?" fragt sie lächelnd. "Na klar", sage ich lieb und folge Rita. Ich gehe dann in ein Behandlungszimmer. "Hallo Steffi", begrüßt mich Heike freundlich, "ich habe schon mal das Gerät vorgewärmt. "Klasse" sage ich und mache mich obenrum frei. Heike tastet erst die Brust ab. "Ja, das fühlt sich schon mal gut an", sagt sie , "schallen wir mal rein." Sie führt die Sonde über die Brust. "Super, gut verheilt", sagt Heike, "überhaupt keine Auffälligkeiten." Ich verfolge das auf dem Bildschirm. "Wie fühlt es sich für Dich an? Hast Du noch Schmerzen gehabt?" "Den Freitag hatte schon ein leichtes Zwicken", antworte ich, "Samstag dann nichts mehr. Und Samstag und Sonntag war ich Segelfliegen, das war auch unauffällig." "Sehr schön", sagt Heike, "dann komme ich gleich zum Springen, wie liegen eigentlich die Gurte vom Fallschirm?" "An der Seite, die Brust liegt in der Mitte frei", antworte ich, "und dann hast Du noch welche unter dem Hüftgelenk an den Beinen, die nehmen die meiste Kraft auf. Ich würde am Boden erstmal schauen, ob es da Einschränkungen gibt." "Genau, das würde ich auch so machen", sagt Heike.

Ich ziehe mich wieder an. "Ich sehe, das Peer grade angekommen ist", sagt Heike, "die Analyse Deiner letzten Blutprobe ist nach einiger Verspätung angekommen." "Ah, sehr gut, dann gehe ich gleich mal hin", sage ich. Peer fängt zwar später an, als Heike, aber die Sprechstundengehilfinnen sind schon eher da. Ich verabschiede mich freundlich von Heike und gehe dann runter. Ich habe die Tür noch gar nicht ganz geöffnet, das begrüßt mich Martina schon. "Hallo, meine Lieblings-Stefanie, schönen guten Morgen", sagt sie. "Hallo Martina", sage ich leicht überrascht. Peer hat das wohl mitbekommen und schaut auch gleich herein. "Hallo Steffi", sagt er erfreut. Dann sagt er flaxend zu Martina: "Hast Du Dich etwa in meine Patientin verliebt, nach der Ansprache?" Martina errötet leicht. "Na ja ein bisschen, vielleicht", sagt sie dann. "Interessant", sage ich lächelnd. Martina zwinkert mit dem Auge. Das kann ja jetzt alles Mögliche bedeuten, aber das lassen wir einfach im Raum stehen. "Ich war grade bei Heike oben", sage ich zu den Beiden. "Und alles gut?" fragt Peer. "Ja, unauffällig alles", antworte ich. "Super", sagt Peer, "die Analyse ist endlich da, wollen wir kurz draufschauen?" "Ja gerne", sage ich. "Geht auch ganz schnell", sagt Peer, "viel neues gibt es nicht. Die Hormone halten sich in einem gesunden Gleichgewicht. Der Haarwuchs geht am ehesten auf den gesunkenen Testosteron-Spiegel zurück. Das könnte ein Spezialist weiter analysieren, aber will man das?" "Nee, eigentlich nicht", sage ich, "ich würde mich dann eher selbst beobachten. Bei einer Abweichung komme ich sowieso erstmal zu Dir." "Fein Steffi", sagt Peer, "kann ich vielleicht noch mal schauen, oder hast Du die Perücke fixiert?" "Die hält im Moment nur mit den Gummizügen", sage ich, "kleben traue ich mir nicht mehr und nur mit den Klemmen muss ich nochmal üben." Ich setze dann die Perücke ab. "Toll", staunt Peer, "das wächst ja gleichmäßig zu, selbst vorne an der Stirn, super." Martina schaut auch. "Steht Dir aber gut, so eine Kurzhaarfrisur", sagt sie, "und auch das grau-melierte ist OK." "Soso, Martina steht auf den Oberlehrerin-Typ", flaxe ich. "Ey, Steffi", entrüstet sich Martina gespielt. Peer schüttelt lachend den Kopf. "Also schulterlang wäre schon mein Traum", sage ich dann noch. "Ja stimmt, dieses verspielte passt auch super zu Dir", sagt Martina. "Danke schön", sage ich lieb, verabschiede mich und fahre zur Arbeit.

Bei Sandra melde ich mich auch noch mal. Heute habe ich viel Schreibtischarbeit. Mein Schreibtisch ist höhenverstellbar. Ab und zu fahre ich ihn hoch und arbeite im Stehen. Von hier aus kann ich auch den größten Teil des Großraumbüros überblicken. Ulrich kriegt das irgendwann mit. "Ich kann so nicht arbeiten, wenn Du mich beobachtest", flaxt er. Ich lächele ihn an. "Kommst Du mal auf einen Kaffee nach vorne?" fragt er dann, "ich habe ein, zwei arbeitstechnische Fragen an Dich." "Na klar, Kaffee geht immer", sage ich und gehen nach vorne. "Hat die Beine", höre ich Andreas hinter mir sagen. Der Rockteil meines Kleides endet Dresscode-mäßig eine Handbreit über meinen Knien. Dementsprechend viel Bein ist zu sehen. Die Pumps runden das elegant Erscheinungsbild elegant ab. Vor der Glastür des Büros muss ich mich nochmal schnell bewundern, bevor ich zu Ulrich in die Kaffeeküche gehe. Er grinst mich an. "Ich muss halt ab und zu selber mal schauen", sage ich lächelnd. "Sieht schon stimmig aus", sagt Ulrich. Dann kommen wir zu unserem eigentlichen Thema. Bis kurz vor der Mittagspause sind wir dabei. "Hätte ich nicht gedacht, dass das Thema so umfangreich ist", sagt Ulrich. "Ich staune auch", sage ich. Von hier aus starten wir auch zur Kantine. Sandra kommt etwas später dazu. "Übrigens ist heute springen angesagt", sagt sie, "ich habe eben noch mit Fritz telefoniert." "Und gab es einen doofen Spruch?", frage ich. "Nöö, alles gut", sagt Sandra grinsend. Warum grinst Du?" frage ich sie neugierig. "Der Holger vermisst uns", sagt Sandra, "Fritz flaxte eben, der hat Liebeskummer." "Ph! Teenager, alles Teenager", sage ich und winke ab. Die anderen lächeln.

Später mache ich dann Feierabend und gehe einfach mal unangemeldet zu Sandra rüber. Frank, der Abteilungsleiter aus der Nachbarabteilung ist bei ihr im Büro. "Stefanie! Das ist ja gut, dass Du grade kommst", sagt Sandra erfreut. Ich stutze kurz und begrüße Frank. "Es geht um diese Umstrukturierung, die wir hier vorhaben", sagt Frank, "was ich damals angedeutet habe, als Du wegen der Sache mit Karla hier warst." "Ja stimmt, ich erinnere mich", sage ich, "mein Chef hat mir schon grünes Licht gegeben." "Ja gut, ich hatte ihn auch gleich zeitnah angerufen", sagt Frank, "ich habe ihm auch eine Ausgleichzahlung angeboten, das ist so üblich." "Wir beide würden das dann zusammen machen", sagt Sandra freudestrahlend zu mir. "Da freue ich mich schon drauf", sage ich. In dem Bereich sollen aus drei Abteilungen zwei werden. Sandra und Frank sollen die beiden neuen Abteilungen leiten. Der dritte Abteilungsleiter geht in den Ruhestand, sowie mehrere Mitarbeiter auch. "Wir würden vor dem Urlaub einen Auftakt machen", sagt Sandra, "und nach dem Urlaub dann zwei Workshops zur Neustrukturierung. Während des Urlaubs wird baulich noch was angepasst." "Jetzt könnte es aber zu Befindlichkeiten der Kollegen kommen", sagt Frank, "weil die ja dann vermuten, sie müssten für die anderen mitarbeiten." "Deswegen sollten wir ermitteln, ob es Doppelarbeiten gibt", sage ich, "da habe ich eine Methode zu." "Mit Sicherheit gibt es das hier", sagt Sandra. Frank nickt. "Das kriegen wir raus", sage ich zuversichtlich. Ich erkläre den Beiden die Methode. "Die Kollegen schreiben ihre Tätigkeiten auf und schätzen die ungefähre Dauer", erkläre ich, "das führen wir hinterher zusammen und schauen ob es gleiche oder doppelte Tätigkeiten gibt. Das filtern wir dann und schauen ob und wie man das verteilen kann. Das schreiben sie dann jeder für sich auf einem ca. 1 m langen Papierstreifen in Prozenten auf. Und dann schauen wir mal, dass wir alle unter 100% kriegen. Ganz einfach ausgedrückt." "Das klingt ja spannend", sagt Sandra. "Ja, das kenne ich so auch nicht", fügt Frank hinzu . Wir sollten uns vorher noch mal treffen und das genau absprechen", sage ich dann noch. "Jawohl, ich suche mal einen Termin, wo es uns dreien passt", sagt Frank. "Prima", sage ich. "Ja dann können wir auch Feierabend machen", sagt Frank. "Ja OK", sagt Sandra und fährt ihren Rechner runter. "Ich freue mich schon", sagt Frank. "Wir auch", sage ich.

Sandra räumt noch schnell ein paar Sachen weg, dann fährt sie ihren Rechner runter. Anschließend verlassen wir ihr Büro. Sie nimmt meine Hand. Nebeneinander gehen wir die Treppe runter. Ich lasse meine Absätze ein wenig lauter klacken. Sandra macht mit. Sie strahlt über das ganze Gesicht. Unten wartet einer und lässt uns vorbei. "Das freut mich aber, Sie so glücklich zu sehen. Frau van Rick", sagt der. Ich erkenne den dann auch, vor einiger Zeit saß ich neben ihm in der Kantine, wo er sich Sorgen über Sandras Gemütszustand gemacht hat. Das war zu der Zeit, als es den Stress mit Karla gab. Sandra nickt dem Herrn zu und wünscht einen schönen Feierabend. Draußen frage ich: "Das ist aber ein ganz harmonischer, was?" "Ja, da muss man schon aufpassen, was man sagt", antwortet Sandra, "der fängt auch mal ganz schnell an zu weinen." Erstaunt schaue ich Sandra an. "Ist der auch in Deiner oder Franks Abteilung?" frage ich. "Nein keine Bange", lacht Sandra, "der wär auch nicht in den Workshops dabei." "Aber Du musst mich dann vorher trotzdem mal bezüglich der Kollegen briefen", sage ich, "weil ich ja gar nicht euren Umgang hier kenne. Wir Fertiger sind ja manchmal ganz schön direkt." "Ja, das seid ihr", grinst Sandra, "das kriege ich ja in der Kantine mit." "Und das ist noch harmlos", sage ich lächelnd. Wir steigen in Sandras Auto und fahren zum Flugplatz.

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 11. Feb 2022, 21:29
von Stephanie
Vorsichtig ans Fallschirmspringen ran getastet.

"Ich fahre dann über die Autobahn", sagt Sandra. Weit kommen wir aber nicht. An der nächsten Kreuzung hat es einen Unfall gegeben. Die Unfallstelle wird zwar schon geräumt, aber die Kreuzung ist noch gesperrt. Wir stehen auf der linken Abbiegerspur, weil wir an der nächsten Ampel schon auf die Autobahn wollen. Wir haben beide die Fenster unten. "Ist angenehmer, als die Klimaanlage", sagt Sandra. Wir schauen uns beide lächelnd an, dann schaut Sandra an mir vorbei. "Der neben uns steht will wohl Kontakt aufnehmen", sagt sie leise zu mir. Ich grinse. "Oha, wenn Du schon so grinst", sagt Sandra leise. "Da hatte ich mal von Susanne eine Lektion, "Flirtabwehr im Stau"", sage ich lächelnd. "Stefanie, aber bitte vorsichtig", sagt Sandra schon kichernd. "Kommt ja auf die Frage an, aber ja, ich versuche mich zurückzuhalten", sage ich grinsend. Mit einer schnellen Kopfbewegung drehe ich mich zu dem Typen hin und habe die Augen groß. Auf dem Beifahrersitz sitzt auch jemand. Der Fahrer schaut mich etwas verwundert an, wegen meiner Aktion. Den Beifahrer scheint das weniger zu jucken. "Ha-llo was für zwei süße Käfer haben wir denn da?", fragt der dann auch plump. Ich suche übertrieben die Straßen ab. "Wo hast Du denn die Käfer gesehen?" frage ich, "ich bin da auch Fan von, hatte früher selber einen." "Hä? Nee, nicht das Auto, ihr!" sagt der Beifahrer. Ich mache die Augen wieder groß, schaue kurz zu Sandra, dann wieder zu den Typen. "Oh je", höre ich Sandra kichernd sagen. "Wir? Aha", sage ich, "wie kommst Du darauf?" Na ja, äh", sage der Typ etwas verdattert. "Immer dieses Drumherum-Gerede", sage ich genervt, "ihr wollt ficken? Richtig?" Äh,äh", höre ich jetzt von dem Typen. Sandra hingegen schaut aus ihrem Fenster und ist laut an Lachen. Mit der rechten Hand schlägt sie gegen meinen Oberschenkel. "Stefanie!!!" sagt sie dann. "Hehe, so direkt hat mich aber auch noch keine gefragt", sagt der Fahrer. "Moment!!!" Ich habe nur gefragt, ob IHR! wollt", sage ich forsch, "ob wir das wollen, ist noch eine ganz andere Geschichte." Ich schaue zu Sandra. "Oder?" frage ich sie. Sandra nickt nur und muss aufpassen, dass sie nicht gleich wieder losprustet. Ich schaue wieder zu den Typen. "Aber danke für die Info", sage ich noch. Total pikiert schauen sie sich an. Kurz danach wird die Kreuzung wieder freigegeben. Wir kriegen grün und Sandra fährt sportlich an. "Hier musste ordentlich Gas geben, damit Du die nächste Ampel noch bei grün kriegst", sagt Sandra grinsend. "Natürlich, mein "Bleifuß-Engel"", sage ich grinsend. Sandra schaut mich super lieb lächelnd an und zwinkert mir zu.

Zügig fährt sie die Auffahrt der Stadtautobahn hoch. Da die Abfahrt zur A2 sich gleich anschließt, bleiben wir auf der Spur. Und genauso schwungvoll fährt sie die Auffahrt zur A2 runter. Ich schaue in der Kurve nach hinten. "Die beiden in ihrem Japan-Toaster meinen es wohl ernst", sage ich beiläufig, jedenfalls fahren sie in die gleiche Richtung. "Hihi, was ist denn ein Japan-Toaster?" fragt Sandra kichernd. "Deren Auto, ein Toyota", antworte ich. "Oh Mann, Stefanie, typisch Autobauerin", lacht Sandra, "aber ich lerne gerne dazu." Die nächste Ausfahrt fahren wir wieder runter. Einmal noch links rum, unter der Autobahn durch und schon sind wir da. Nachdem wir einen Parkplatz haben, bleiben wir noch kurz sitzen. "Warum reagierst Du abwertend, wenn Dich fremde Männer ansprechen?" fragt Sandra lieb, "Du warst doch selber auf deren Seite." "Ui, das ist eine längere Geschichte", sage ich, "aber ich konnte nie etwas mit diesem Anmach- und Aufreißer Getue etwas anfangen. Ich brauchte das irgendwie nicht, am Wochenende durch die Kneipen und Discos zu ziehen und eine nach der anderen flachzulegen." Sandra lacht. "Ich habe mich ja früh gebunden, meine Noch-Frau kenne ich seit dem ich 16 bin", sage ich weiter, "zusammen haben wir in der Liebe alles ausprobiert was gefällt. Da brauchte ich nicht unbedingt eine Alternative." "Das Du ein treues Ding bist, hat sie mir auch erklärt", sagt Sandra. "Ding, tse", sage ich grinsend. "Ein Toy, quasi", flaxe ich. "Du bist eine Granate, Stefanie, das mag ich so an dir", sagt Sandra lachend. Wir steigen aus. Ich lasse schnell den Blick schweifen, ob ich die beiden Typen sehe. Ich sehe sie, tue aber so als hätte ich sie nicht gesehen. "In der übernächsten Reihe stehen sie", sage ich zu Sandra. Dann gehen wir zum Flughafengebäude. Sandra legt ihren Arm um meine Hüfte. Ich tue das auch. Im nächsten Moment bleibt Sandra stehen und küsst mich. Eine Weile bleiben wir schmusend stehen. Ein aufheulender Motor und quietschende Reifen unterbrechen uns. Die beiden Typen fahren zügig vom Parkplatz. "Ja ist schon gemein, erst so fies abblitzen, und dann realisieren, dass man an zwei Lesben geraten ist", sage ich feixend. Sandra lacht sich schon wieder kringelig. "Deine Kommentare immer", gackert sie.

Gut gelaunt gehen wir zu den Fallschirmspringern. "Ach wie schön, ihr beiden Süßen", begrüßt uns Ulrike, "gut gelaunt kommt ihr hier rein. Das versüßt einem den Tag nochmal." "Oh Danke", sage ich. "Danke für die liebe Begrüßung", sagt Sandra. Dann kommt auch Burkhard. "Na ihr beiden? Schön dass ihr da seid", sagt er, "wollt ihr springen?" "Liebend gerne", sage ich, "ich würde nur vorher testen, ob der Schirm auch nichts abdrückt. Von meiner Ärztin habe ich ein OK." "Ach schön", sagt Ulrike. "Dann gehen wir doch rüber zu den Spinden", sagt Burkhard. "Mit Pumps springen sollte man auch mal versuchen", flaxt Sandra, als sie ihre Pumps gegen Turnschuhe tauscht, "nur fliegen die wahrscheinlich weg." "Kannst Du mit Tesafilm fixieren", ein paarmal über den Spann wickeln. So wie ich das gemacht habe, als ich diesen Dürren im JB abgefertigt habe." "Das habe ich gar nicht so richtig mitbekommen, was da los war", sagt Sandra. "Bist wahrscheinlich nur unruhig geworden, weil die Rothaarige kurzfristig nicht mehr zu sehen war, was?" flaxe ich. Sandra schaut mich lächelnd mit großen Augen an. "Die ist immer so direkt, aber echt liebenswert", sagt Sandra. Ich nehme sie in den Arm und drücke sie lieb. "Es macht so ein Spaß euch zuzuschauen", sagt Ulrike. "Ich bleibe trotzdem Die den Turnschuhen. Burkhard kommt mit den Schirmen. Ich setze meinen vorsichtig auf. Holger kommt herein. "Oh, hallo", begrüßt er uns etwas überrascht. "Gut das Du da bist", sage ich, "Du könntest mal mit Burkhard zusammen einen sich öffnenden Schirm simulieren." Burkhard stellt sich hinter mich und hält das Paket. "Du könntest mal hier oben gegenhalten", sage ich zu Holger und deute etwas unter der Schulter. Holger ziert sich etwas. "Trau dich", sage ich lieb. Vorsichtig schiebt er von außen seine Hände hinter die Gurte. "Jetzt halte mal ordentlich gegen", sagt Burkhard , "ich ziehe mal kräftig." Holger nickt. "Auf drei", sagt Burkhard, "zwo, drei!" Burkhard zieht ordentlich an und Holger hält auch gut gegen. Ein ordentlicher Ruck geht durch meinen Körper. "Geil, nochmal", sage ich. "Nee tut mir Leid, geht grade nicht", lacht Burkhard los, während Holger wieder verträumt schaut. "Danke schön", sage ich zu Holger und drücke ihn. Er wird leicht rot. "Und, Steffi, irgendwelche Auffälligkeiten oder Schmerzen?" fragt Burkhard. "Schmerzen keine, aber eure Simulation ist dreimal heftiger, als der Ruck, wenn der Schirm aufgeht", antworte ich lachend. "Gut zu wissen", sagt Burkhard, "dann können wir ja los." Sandra hat inzwischen auch alles angelegt.

Wir gehen raus aufs Vorfeld. "Wir sind heute die ersten", sagt Holger, "Henrik holt grade das Flugzeug." Sandra schaut sich etwas um. "Du Stefanie, da auf der Besucherterrasse stehen, glaube ich, die beiden Typen, die du vorhin so frech hochgenommen hast", sagt Sandra dann. Da die anderen um uns schon wieder neugierig schauen, erklären wir, was wir auf der Herfahrt erlebt haben. "Aha, aber das passt zu Steffis Art", sagt Burkhard. Ich lächele und drehe mich unauffällig um. "Ja, das sind sie", sage ich dann. "Der blonde von den beiden kommt mir auch die ganze Zeit bekannt vor", sagt Sandra. "Woher?" frage ich. "Das war vor vielen Jahren mal auf einer Geburtstagsparty einer guten Freundin, wo er auch da war", sagt Sandra, "der hat mich die ganze Zeit umgarnt und beinahe hätte er es geschafft mich abzuschleppen." "Beinahe?" frage ich nach, "warum hat er es dann nicht geschafft?" "Na ja, dann kam Juliane in den Raum, die kannte ich bis dahin nicht", antwortet Sandra grinsend. "OK, alles klar, wie das bei dir geht, weiß ich ja aus eigener Erfahrung", antworte ich lächelnd und dann als Erklärung zu den anderen, "wenn das passiert, kann sie keiner mehr stoppen." Sandra lacht. "Und wenn die betreffende Person rote Haare hat ist es ganz vorbei, bei Sandra", sage ich weiter. "So ist es", sagt Sandra und nimmt mich in den Arm. "Ach ist das schön, wenn man bei euch mal reinschauen darf", sagt Karin. Dann rollt der Flieger an. Beim Einsteigen schaue ich noch mal zu den beiden Typen. Ich führe die Hand zum Kopf und grüße sie zackig. Die schauen ziemlich erstaunt. Ich grinse, als ich mich im Flieger hinsetze.

Henrik lässt den Flieger in Richtung Startbahn rollen. Unterwegs bekommt er die Startfreigabe. Er rollt auf die Startbahn und gibt gleich Gas, aber richtig. "Hui!", sage ich. "Kann das sein, dass Henrik ein bisschen griffiger fliegt?" fragt Sandra lächelnd. "Jepp", sagt Henrik. "Er kann seine Vergangenheit schwer verbergen", sage ich. "Warum?" fragt Sandra. "Ich war Kampfjet-Pilot bei der Luftwaffe", antwortet Henrik stolz. "Cooo-oool", sagt Sandra. Ich schaue sie leicht erstaunt an. "Welche Jets hast Du geflogen?" fragt Sandra weiter. "Erst Phantom, dann Tornado", antwortet Henrik. "Stark", sagt Sandra. "Hat auch Spaß gemacht", sagt Henrik, "aber Du scheinst ja ein einiges an Wissen zu haben." "Schon immer, ich habe gerne im Urlaub an der Nordsee den dröhnenden Dingern fasziniert hinterher geschaut", antwortet Sandra. Ich nicke ihr zustimmend zu. "Na ja, und ich durfte mal in einem Eurofighter Trainer mitfliegen", sagt Sandra dann. Stille in unserem Flieger. Alle schauen Sandra an. Ich bin sprachlos nach der Ansage. Nur Henrik grinst. "Das geht fast nur, wenn Du da Angehörige hast", sagt Henrik. "Einer meiner Cousins (Sandra hat ein paar mehr Cousins, nicht nur den einen komischen Vogel) fliegt so ein Ding", antwortet Sandra. "Wo?" frage ich, nachdem ich mich einigermaßen gefasst habe. "Luftwaffengeschwader 71", antwortet Sandra. "Ah super, da war ich auch auf der Phantom, damals", sagt Henrik, "Sandra, das ist ja toll. Da kannst Du gerne mal ein Kontakt herstellen." "Na klar, gerne", antwortet Sandra. "Du bist ja eine Partie, mein lieber Scholli", sage ich grinsend. "Das kann man so stehen lassen", sagt Burkhard lächelnd.

"So, wir sind fast im Absprunggebiet", sagt Henrik. "Huch, das ging ja fix", sage ich, "jetzt konnte ich gar nicht meine übliche Absprungangst aufbauen." "Irgendwann musst du ja mal auch drüber weg sein", flaxt Burkhard. Die Tür ist mittlerweile auf und die ersten Springer springen raus. Wir sind ziemlich weit hinten gewesen und mit Holger und Karin die letzten, die den Flieger verlassen. Sandra ist ein Stück unter mir. Ich winkele meine Beine etwas an. Die Arme halte ich leicht seitlich. Ich liege dadurch nicht waagerecht, sondern etwas angeschrägt. So falle ich langsam an Sandra vorbei. Die muss Lachen. Dann verändere ich meine Position leicht, dass ich in eine Rückwärtsdrehung komme. Die fange ich dann ab und komme wieder in die stabile X-Lage (so nenne ich das immer). "Cool ein "Backflip"", höre ich Holger im Funk. Sandra lächelt. Ich mache noch einen Salto vorwärts, dann setze ich mich ein wenig von Sandra ab und ziehe den Schirm. Und "wusch" saust sie an mir vorbei. "Hui", sagt sie noch, dann zieht sie auch ihre Reißleine. "Und, Steffi, alles OK?" fragt Burkhard an. "Alles super", gebe ich zurück. Ich fliege auch ziemliche enge Kurven, um andere Belastungen zu bekommen. Aber auch hier ist nichts zu merken. Dann setze ich zu Landung an. Sandra rauscht an und landet ein Stückchen weiter neben mir. Sie strahlt mal wieder über das ganze Gesicht. Ich nehme meinen Schirm auf und gehe zu ihr rüber. "Super meine Stefanie", sagt sie und gibt mir einen Klaps auf den Hintern, "dich unbekümmert in der Luft rumtoben zu sehen, ist schon eine Augenweide." "Ja, absolut", sagt Karin, "schön, dass es wieder so reibungslos geht." Wir setzen uns in Bewegung und gehen zu unserem Startplatz. "Nochmal", sage ich, "ich will nochmal." "Ist ja gut drauf, deine Kleine", sagt Fritz, der grade angekommen ist zu Sandra. "Kleine!?", sage ich erstaunt. "Hihi", sagt Sandra. Fritz schnappt sich dann auch meinen Schirm und packt ihn. Ich schaue ihm dabei genau über die Schulter. "Das hast Du früher aber auch selber gemacht, oder?" fragt er mich. "Ja, habe ich", antworte ich, "aber ich würde trotzdem den Kurs machen, sicher ist sicher." "Ist auch richtig so", sagt Fritz dann. "Ich mache dann auch mit", sagt Sandra. Ihr Schirm ist dann auch wieder gepackt.

Wir warten auf das Flugzeug. Sandra schaut zur Besucherplattform. "Unsere beiden Freunde von vorhin stehen da immer noch", sagt sie dann. "Sollen sie doch", sage ich grinsend. Ulrike und Peter kommen auch noch dazu. "Oha, jetzt wird es aber voll", flaxt Burkhard, "wir saßen ja eben schon ziemlich eng." "Ach, es sind bestimmt ein paar Jungs darunter, die uns Mädels auf den Schoß nehmen", flaxe ich mit. Das führt zur Erheiterung. "Ob wir dann noch geradeaus springen können, fragt aber keiner", feixt Peter. Wieder lachen wir, nur Holger hat eine leichte Röte im Gesicht. "Kopfkino?" fragt ihn Peter dann auch noch, was Holger zum kompletten Durchglühen bringt. Es muss auch etwas hart für ihn sein. Ulrike und Karin sind zwei gutaussehende Frauen, dann noch Sandra dazu und mich scheinen sie ja auch ganz niedlich zu finden. Wir vier Mädels stehen auch zusammen. Von Holger weiß ich auch so gut wie gar nichts, aber ich will ihn auch nicht direkt fragen. Fritz kommt zu mir und gibt mir eine Helmkamera. Während ich sie anbaue, rollt das Flugzeug an. Sandra, Karin und Ulrike steigen als erste ein. Das macht man, wenn man zuletzt raus will. Ich steige mittendrin ein, gehe aber dann in die eine der hinteren Ecken, weil ich auch mit als letzte raus springen will. Es ist jetzt doch ziemlich eng und ich lege meine langen Beine über die von einigen anderen Springern, natürlich ist Holger einer davon. "Ich bin Long-Legged-Steffi, darf ich?" frage ich keck. "Natürlich", antwortet einer, der Manfred heißt, "mit kurzer Hose wäre es aber noch schöner." "Och, da hätte ich sie aber erst noch rasieren müssen", sage ich grinsend. Sandra schaut mich grinsend an. "Seit wann rasierst Du deine Beine?" fragt sie, "du hast doch da gar nichts zu rasieren." "Ey, pscht! Verrate doch nicht immer alles", tue ich empört. Gekicher im Flugzeug. "Nee, das wäre auch viel zu kalt", sage ich, "is"˜ jetzt nicht so warm in über 4000m Höhe. Selbst neulich im Segelflieger mit dem kurzen Rock war es am Ende der Thermik arschkalt." "Wie, drüben bei den Seglern bist Du im Röckchen in der Luft?" fragt Peter gespielt aufgeregt. Gespielt naiv nicke ich und sage: "Und ohne Strumpfhose, aber das ist ziemlich kühl, mache ich nicht wieder." "Das ist eine Ulknudel", gackert Ulrike. "Jetzt ist aber genug, ihr müsst ja auch noch heile unten ankommen", sage ich oberlehrerinnenhaft. "Genau, Frau Boe, gut dass Sie das sagen", sagt eine gut gelaunte Stimme im Funk, "hier ist der Tower, nicht dass wir morgen in der Zeitung sind; mehrere Männer mit ungeöffneten Schirmen und Grinsen im Gesicht auf dem Flugfeld aufgefunden." Jetzt bricht schallendes Gelächter im Flieger aus. "Ihr habt aber auch einen deftigen Humor", sage ich gackernd. "Alles Gute", wünscht die Stimme im Funk. "Danke" rufen wir im Chor. "Ist das eigentlich ein interner Funk?" fragt Sandra, "also nur für die Springer?" "Ja", antwortet der Herr vom Tower, "wir sind mit draufgeschaltet, wenn man in Gefahrsituationen handeln muss." "Okay", sagt Sandra, "Danke."

Sandra, Karin und Ulrike sprechen sich irgendwie ab. Langsam kommen wir der Absprungzone näher. "Steffi, kannst Du uns von oben filmen?" fragt mich Karin, weil ich ja eine Kamera auf dem Helm habe. "Na klar gerne", antworte ich. Die Tür ist schon offen. Dann geht es los. Teilweise springen sie in Grüppchen gleichzeitig. Dann gehen die drei Mädels zur Tür. Ich stelle mich dahinter. Die drei stellen sich so hin, wie beim Training. Karin zieht Ulrike raus und Sandra schiebt von hinten. Dann sind sie draußen. Ich springe gleich hinterher. Die Mädels haben sich zu einem kleinen Stern zusammen gefunden. Ich bin einige Meter über ihnen. Die drei fangen an, den Stern leicht rotieren zu lassen. "Sieht schon gut aus", kommentiere ich es. Ich kann zwar Sandra nicht sehen, aber mit Sicherheit strahlt sie wieder über das ganze Gesicht. Gefühlt zu schnell sind wir so weit unten, das wir die Schirme ziehen müssen. "Ich ziehe jetzt", sage ich und tue das. Die Mädels stoßen sich voneinander ab und ziehen kurz nacheinander auch ihre Reißleinen. In einigen Abstand schweben sie nebeneinander hinab. "Einmal kreiseln, auf drei", sagt Karin und zählt an, "zwo, drei." Gleichzeitig drehen alle drei einmal nach rechts. "Co-ool", kommentiere ich das. "Hihi, stark höre ich Sandra. Dann landen die drei fast gleichzeitig. Ich lande kurz danach etwas neben den dreien. "Toll, das sah richtig gut aus", lobe ich. "Danke Steffi", sagt Ulrike, "ich bin ja auf den Film gespannt. Und Sandra strahlt natürlich. Fritz kommt zu uns. "Na Steffi, da haben sich aber drei gefunden, was?" fragt er lächelnd. "Toll, oder?" frage ich dagegen. Die drei Mädels klatschen mit ihren Händen ab. "Gebt mir fünf", sagt Karin lachend. Zusammen gehen wir zum Vereinsheim.

"Kaffee und etwas Kuchen?" fragt eine Frau, die ich bisher nicht kennengelernt habe. "Ja gerne", sage ich, "ich bin Stefanie, gerne auch Steffi." "Ah, schön, habe schon einiges von dir gehört", sagt sie, "ich bin Gundula. Und du bist dann die "reaktivierte?" "Genau", sage ich, "und die Dame dahinten ist Sandra, relativ neu dabei und nebenbei meine Lebensgefährtin." "Habe ich auch schon gehört", sagt Gundula freundlich. Sandra hat natürlich gesehen, dass wir über sie reden und kommt freudestrahlend heran. "Ich habe schon mal ganz wenig erzählt", sage ich grinsend. Dann stellen sich die beiden gegenseitig vor. Ulrike und Karin kommen auch heran. Bei einer Tasse Kaffee unterhalten wir uns weiter. "Ich finde das toll, dass auch mal wieder zwei Frauen dazu kommen", sagt Gundula und zwinkert mir zu. Peter kommt zu uns. "Darf ich die Mädelrunde mal stören?" fragt er . "Mh, ungern", lacht Ulrike, "nee, Spaß beiseite, wobei können wir dir helfen?" "Ich wollte Steffi mal was fragen", sagt Peter. "Ich kann grade nicht", flaxe ich, "die Kaffeesucht greift um sich." "Kaffeenatter halt", sagt Sandra so ganz nebenbei. Die Mädels kringeln sich vor Lachen. "Ja, OK, was möchtest Du fragen?" frage ich Peter. "Wegen des Trainings zum Tandemspringen", sagt Peter, "was meinst Du wann das wieder geht?" "Lass uns das morgen mal probieren, erstmal nur am Boden", sage ich, wenn es dann unauffällig ist, würde ich es mit dem leichten Gewicht versuchen." "OK", sagt Peter. "Saaaandraaa?!", frage ich lieb in ihre Richtung, weil sie schon wieder mit den anderen Frauen in Gange ist. "Jaaaah!, Steeefaaaniiiie?!" fragt Sandra lächelnd. "Die sind zu süß, die beiden", freut sich Karin. Dann sage ich zu Sandra: "Wir sind dann morgen wieder hier, habe ich grade entschieden." Sandra steht kurz vor Erstaunen der Mund leicht offen. "Äh ja, OK, gerne", sagt sie dann, "ich wollte vormittags auch in die Stadt." "Passt doch, erst shoppen, dann"¦", fange ich an. Natürlich geht auch schon wieder ein Grinsen durch die Leute. ""¦dann Springen", vervollständige ich, "oder was dachtet ihr?" "Is"˜ schon OK, Steffi", lacht Fritz. "So machen wir das Stefanie", sagt Sandra, stellt sich vor mir hin und legt ihre Arme über meine Schultern, "holen wir das letzte Wochenende nach." Genau das!" sage ich.

Burkhard hat in der Zwischenzeit die Speicherkarten aus den diversen Kameras ausgelesen und gespeichert. Auf einem Laptop zeigt er uns die Filmchen. Dann sind Sandra, Ulrike und Karin mit ihrem Dreierstern zu sehen. "Boah, sieht das gut aus", sagt Manfred, "das haben wir gar nicht mitbekommen, weil wir ja schon draußen waren." "Cool, auch die Drehung", sagt Gundula. "Dann müssten wir ja eigentlich noch mal hoch, was?" fragt Fritz lax in die Runde. Sandra schaut mich lächelnd an. "Was meinst Du?" frage ich grinsend. "Na los", sagt Sandra erfreut. Also legen wir wieder die Schirme an. Ein bisschen Zeit haben wir noch, weil Henrik zwischendrin immer wieder Gruppen nach oben gebracht hat und eben auch noch auf dem Weg nach oben ist. "Die Piloten sind aber auch unermüdlich hier, was?" frage ich. "Ja, das ist schon so eine eigenen Art", flaxt Fritz. "Homo Sapiens Propellerus, quasi", sage ich. "Hihi, genau", lachen einige. "Ich glaube, ich das wär auch was für mich", sagt Sandra beiläufig. Wir schauen sie gespannt an. "Ich überlege mir das mal", sagt sie dann noch. Zusammen mit Karin und Ulrike stehen wir zusammen. Dann kommt Gundula zu uns, auch mit einem Schirm auf dem Rücken. "Hey super", freut sich Karin. "Ja, mal schauen, wie das so ist mit euch", feixt Gundula. Diesmal habe ich keine Kamera, dafür hat Fritz sie. Der Flieger rollt an. "So, Mädels, ich würde es ja toll finden, wenn ihr zuerst springt", sagt Burkhard nett. "Weil ihr uns dann schön auf die Hintern gucken könnt, was?! flaxe ich. "Öhm, äh, ja", stottert Burkhard, während die anderen, die es gehört haben, lachen. "Jetzt hat sie dich endlich mal erwischt", sagt Fritz lachend und haut voll in die Kerbe rein. "Böses Mädchen", sagt Burkhard dann lachend zu mir.
Wir warten vorm Flieger bis alle eingestiegen sind. Karin fragt leise in unsere Runde: "Wollen wir mal versuchen, zu fünft einen Stern hinzubekommen?" "Au ja", sagt Sandra. Auch wir anderen stimmen zu. Dann steige ich ein. "Rückt mal zusammen", sage ich, "wir wollen auch mitkuscheln." Das klappt dann auch, dass wir einen Platz kriegen. Langsam schraubt Henrik den Flieger hoch. "Tür kann langsam aufgemacht werden", sagt er nach einiger Zeit. Gundula und ich stehen auf und machen das. Die anderen drei Mädels stellen sich auch hin und halten sich fest. "Absprunggebiet erreicht", sagt Henrik. Sandra stellt sich dicht neben mich, Ulrike stellt sich genauso neben Gundula. Karin steht in der Mitte und ruft: "Los!" Gundula zieht Ulrike und kurz danach ziehe ich Sandra raus, gleich danach springt Karin. Ziemlich schnell haben wir uns formiert und reichen uns die Hände. "I-hi, soll jetzt mal einer sagen, wir können nix", sage ich keck. "Mädels, das sieht total toll aus", hören wir Peter im Funk. Karin winkelt das linke Bein leicht an und dreht den Fuß leicht nach außen, wir machen das Gleiche. Kurz danach fängt unser Stern leicht an zu rotieren. "Wuhu", ruft jemand im Funk. Ich schaue in der Runde herum, alle vier sind am Lächeln. Nebenbei schaue auf den Höhenmesser. "2000 m", rufe ich. Karin zählt leise mit. "Vier, drei, zwei, eins und loslassen", ruft sie bei 1500 m dann in die Runde. Sandra zieht als erste die Reißleine, kurz danach ich und die anderen im Zweisekundenabstand. Im größeren Abstand reihen wir uns hinter Sandra auf. "Hihi, cool", sagt Sandra, als sie nach hinten schaut. Dann steuert sie in eine Rechtskurve. So nach und nach machen wir das auch. Vor der Landung fächern wir uns etwas auf. Eine nach der anderen landet dann.

Etwas verstreut landen nach und nach die anderen. Dann gehen wir alle wieder zum Vereinshaus. "Mädels, ihr habt ja vielleicht was drauf", sagt Peter begeistert, "einfach mal eben so einen Fünfer-Stern gezaubert und dann auch noch mit Rotation, als ob ihr nie etwas anderes gemacht habt. Klasse." "Frauenpower halt", sagt Gundula keck. Die Schirme werden noch von denen die es dürfen gepackt. Dann gehen wir rein und ziehen uns um. Anschließend gehen wir nochmal raus und setzen uns in die Abendsonne. Ich schaue Sandra an. "Und wie isses?" frage ich flapsig. "Toll, richtig toll, das macht mir richtig Spaß", antwortet Sandra. "Das sieht man Dir auch an", sage ich. Aus einer Tür des Gebäudes kommt jemand heraus und zündet sich eine Zigarette an. Dann grüßt er uns freundlich. "Hallo Ehrhard, haste Pause?" fragt ihn Peter. "Ja, die ganze Zeit auf die Bildschirme schauen ist schon anstrengend", antwortet Ehrhard und kommt in unsere Richtung, "auch wenn hier nicht so viel landet, haben wir ja den Betrieb rund um uns herum immer im Auge." Das ist allerdings war. Bei entsprechender Windrichtung kommen hier überwiegend Flieger vorbei, die in Hannover oder Hamburg landen wollen. Außerdem liegt hier eine Flugstraße Richtung Asien/China. Erhard schaut in der Runde herum. "Zwei neue Gesichter sehe ich", sagt er, als er Sandra und mich sieht. "Meins ist nicht ganz so neu", feixe ich, "sah früher nur etwas anders aus. Aber die nette Lady hier (ich deute auf Sandra) ist ganz frisch." Lächelnd bufft Sandra mich an. Der Ehrhard schaut mich erstaunt an. Dann sind sie Frau Boe?" fragt er. "Bevor ich antworte, sagt Peter: "Ehrhard, wir sind doch auf Du." Ich nicke mehrmals mit einem netten Lächeln. "Ja, äh, stimmt", sagt Ehrhard. "Ja, ich bin Stefanie Boe, vormals Stefan", antworte ich auf seine Frage. "Meine Güte", sagt Ehrhard erstaunt, "jetzt hat man aber auch mal ein Gesicht zu den lockeren Sprüchen." Weil Ehrhard noch etwas am Staunen ist, ergreift Sandra das Wort. "Ich bin dann die neuste in der Runde, Sandra van Rick"¦ ist mein Name", sagt sie, "außerdem Lebensgefährtin von Stefanie." "Angenehm", sagt Ehrhard lächelnd, "Du bist dann das Ausnahmetalent, das in kürzester Zeit die Springer-Ausbildung durchlaufen hat?!" Genau", sagt Sandra selbstbewusst. "Schön dich kennenzulernen", sagt Ehrhard begeistert. "Wer ist denn noch oben im Tower?" frage ich. "Hartmut ist noch da", sagt Erhard, "und dann ein jüngerer Kollege, Justus heißt der." "Dann seid ihr ja die Alterspräsidenten", flaxe ich. "Genau", lacht Ehrhard, "der Justus soll dann Hartmut ablösen, wenn er Ende des Jahre in Rente geht." "Du bist doch auch bald dran", sagt Peter. "Ein Jahr habe ich noch", sagt Ehrhard.

"Ich bin ja etwas neugierig", sagt Sandra, "kann man sich das da oben mal anschauen?" "Ja klar, wenn ihr soweit seid, da vorne durch die Tür und an der nächsten Tür links klingeln", antwortet Ehrhard. Dann geht er wieder hoch. Wir sitzen noch eine Weile zusammen, dann gehen schon die ersten nach Hause. So langsam löst sich die Runde auf. "Bis morgen dann", sagt Karin, "ich freue mich schon." Sandra und ich statten dem Tower noch einen Besuch ab. "Ah ja, zwei bezaubernde Damen", sagt Hartmut zur Begrüßung, "Ehrhard hat schon etwas erzählt." Ehrhard erklärt Sandra die Technik und die Abläufe. Justus steht dabei. Ich bin bei Hartmut. "Du hast ja eine ordentlich Verwandlung hingelegt", sagt er, "Hut ab." "Danke", sage ich lieb. "Auch bei deinen Wortmeldung über den Funk, da hast du im Gegensatz zu früher auch noch mal eine Schippe draufgelegt", sagt Hartmut. "Ja, da ist was dran", sage ich, "ich bin seitdem viel gelöster." "Stimmt das ging ja neulich beim Segelfliegen schon los", lacht Hartmut, "Stichwort Bienchen." Ich lächele. "War aber auch griffig, der Flieger", sage ich grinsend. "Dein "Monolog" mit dem "Bienchen" war schon groß", sagt Hartmut, aber auch das was vor dem Springen von dir kommt, lässt uns gerne mal schmunzeln." "Ich bin halt so", sage ich lächelnd. "Bleib auch so", sagt Hartmut. Dann muss er auf seine Monitore schauen. "Es kommt gleich der Abendflieger rein", sagt er, "wollt ihr noch so lange bleiben?" "Ja klar, gerne", sage ich. "Unbedingt", sagt Sandra. Nach einiger Zeit macht sich der Flieger am östlichen Himmel bemerkbar. Fast behäbig kommt er heran. Langsam wird er immer größer. "Sieht von hier schon mal etwas spektakulärer aus", sage ich. Dann ist er auch schon da und setzt auf der Landebahn auf. Mit einer respektablen Geschwindigkeit rauscht er vor dem Flughafengebäude lang. Dann rollt er auf die Runway. "Cool, muss nicht immer Airport Frankfurt sein", sage ich lächelnd. "So ein kleiner Flughafen hat auch seine Reize", sagt Hartmut. "Aber so war", sage ich. Kurz danach verabschieden wir uns. "Schön dass ihr da wart", sagt Erhard, "bis bald mal wieder." "Ja, bis dahin", sagen Sandra und ich gleichzeitig.

"Du bist ganz schön technik-affin, was?" frage ich Sandra, als wir zum Parkplatz gehen. Sie lächelt mich an. "Ja, das bin ich", sagt sie, "umso schöner ist es, dass Du mich das auch lässt." Die Antwort verwundert mich etwas. Sandra sieht das und sagt weiter: "Einige meiner früheren Partnerinnen kamen da gar nicht mit klar." "Ganz klar, typischer Fall von gelebter Geschlechtertrennung", sage ich grinsend. "Kennst Du nicht", sagt Sandra lächelnd. ""¦nicht mehr", antworte ich auch lächelnd. "Ach Stefanie, du hättest echt viel früher auftauchen sollen", sagt Sandra verliebt und legt ihren Arm um meine Hüfte. "Ja"¦", sage ich zurückhaltend. Als wir an Sandras Auto ankommen, fallen ihr wieder die beiden Typen von der Herfahrt auf. "Waren die etwa die ganze Zeit her?" fragt sie erstaunt, als wir eingestiegen sind. "Scheint so", antworte ich. "Tse!" sagt Sandra. Sie startet das Auto und fährt vom Parkplatz. "Die beiden fahren auch los", sage ich. "Na mal sehen, ob ich die abhängen kann", sagt Sandra grinsend und schon rauscht sie auf die Autobahn. "Ich hab irgendwie heute Lust auf Luftis und Luftballons", sagt sie dann mit einer erotisch unterlegten Stimme, "fahren wir zu Dir?" Na klar", sage ich lachend. Sandra schaut in den Rückspiegel, um zu schauen, wo die beiden sind. "Äh, hättest Du hier nicht am Kreuz Nord runterfahren müssen, Miss Rennfahrerin?" frage ich erstaunt. "Hätte ich machen können", sagt Sandra grinsend, "ich fahr die nächste runter. Vertrau mir." "Sowieso", antworte ich lächelnd. Sandra fährt dann Abfahrt Hafen ab und fährt dann auf die lange Straße die am Hafen vorbeiführt. Sie fährt knapp unter 50 km/h auf der linken Spur und schaut ab und zu in den Rückspiegel, was die beiden Typen machen. Es scheint ihr irgendwie Spaß zu machen, jedenfalls ist sie die ganze Zeit am Lächeln. "Jetzt schließen sie rechts auf", sagt sie, als wir grade über die Kanalbrücken gefahren sind. Die beiden fahren jetzt neben uns. "Schön, dass es hier grade recht leer ist", sagt Sandra, "halt dich mal fest." Im nächsten Moment geht Sandra voll in die Eisen und biegt links in eine Straße ein. "Brauchst Du noch ein Klavier?" fragt sie und schüttet sich halb aus vor Lachen. Tatsächlich ist am anderen Ende der Straße der Klavier und Flügelhersteller Grotrian-Steinweg. "Beim nächsten Mal, wenn wir mehr Zeit haben", antworte ich trocken.

Am Ende der Straße biegt will Sandra links abbiegen, muss aber erst ein Auto in die Straße lassen. "Ach guck, die beiden wollen auch ein Klavier haben", sage ich, als ich unsere beiden Verfolger erkenne. "Meine Fresse, sind das schlechte Verfolger", lacht Sandra und zieht links heraus. Ich erkenne noch, dass die beiden drehen, dann rangiert ein LKW davor. "Schade", kommentiere ich das grinsend. Jetzt kommen wir in dem Stadtteil an, wo ich meine Wohnung habe. Sandra fährt durch die Nebenstraßen zu meiner Wohnung. "Fahr mal vor die Garage", sage ich und hole die Funkfernbedienung raus. Ich öffne das Tor. "Ja! Ganz nach meinem Geschmack", sagt Sandra und fährt rein. In Ruhe steigen wir aus. Ich schaue noch kurz raus, ob ich die Typen noch sehe. Dem ist nicht so. Wir verlassen die Garage. "Gib Papis Tochter mal die Bedienung", fordert Sandra. Und Zack, schließt sie das Tor. "Hihi, find ich gut", sagt sie. Wir gehen zum Haus. Meine Nachbarn sitzen draußen auf den Bänken. Wir bleiben noch kurz stehen und erzählen mit Ihnen, dann gehen wir hoch in die Wohnung. Da es etwas stickig ist, öffne ich die Balkontür. Von hier kann man zum Teil in die Felder schauen. Auf dem Feldweg der in die Felder führt fährt ein Auto. Ich nehme mein Fernglas, was auf der Fensterbank neben der Balkontür steht. "Unsere Beiden Spezies mit ihrer fernöstlichen, überdachten Zündkerze fahren da grade den Weg hoch", sage ich, "die müssen es ja echt nötig haben. Sandra sitzt mittlerweile auf dem großen Luftsofa und hopst ganz leicht auf und ab. "Ich habe es auch nötig!", sagt sie wuschig. "Habe ich verstanden", sage ich grinsend und setze mich schwungvoll daneben. Sandra wirft mich um und legt sich auf mich. Den Rest erledigen ihre Küsse , um mich "willenlos" zu machen.

Re: Blutengel

Verfasst: Di 15. Feb 2022, 19:48
von Stephanie
Shoppen mit Sandra

Auf dem Weg in die Stadt holen wir mein Auto ab, das noch vorm Werk steht. Dann fahren wir zu Sandra. Von hier aus gehen wir zu Fuß in die Innenstadt. Das ist auch gar nicht so weit. Wir gehen von ihrem Haus ein Stück die Straße lang, kommen dann in einen kleinen Park und biegen dann in Richtung Innenstadt ab. "Ist schon eine tolle Gegend hier", sage ich, "die Häuser stehen weiter auseinander und viel Grün dazwischen." "Deshalb wollte ich hierhin", sagt Sandra, "mitten in der Stadt und trotzdem recht natürlich." Wie zum Beweis läuft dann auch noch ein Eichhörnchen vor uns über die Straße. "Niedlich", sage ich noch. Dadurch das der Fluss sich vor der Innenstadt teilt, umgibt auch ein grüner Gürtel parallel zum Fluss die Innenstadt. Wenn man auf dem Fluss paddelt kann man mal ganz schnell vergessen, dass man mitten in einer Stadt ist. Wir gehen durch den Garten eines Seniorenheims, durch den der Fußweg durchgeht. Am Ende des Weges sind wir dann aber raus aus dem ruhigen Bereich. Vor uns liegt der innerer Straßenring. Es ist einiges an Verkehr los, aber nicht vergleichbar, was z.B. in Berlin oder Hamburg los ist. Ein Übergang ist auch gleich vorhanden, da gehen wir rüber. "Machen wir die Tweten-Tour?" frage ich Sandra. Eine Twete ist die in der Gegend gebräuchliche Bezeichnung für eine Gasse. Die Bezeichnung Gasse gibt es in Braunschweig nicht. "Na klar", antwortet Sandra lächelnd, "obwohl du lange draußen im Gifhorner "Exil" gewohnt hast, hast Du nicht verlernt, was?" "Einmal Braunschweigerin, immer Braunschweigerin", antworte ich lächelnd. Dafür gibt es einen Kuss von Sandra. "So ist es", antwortet sie dann. Langsam kommen wir an den ersten Geschäften an.

"Suchst Du was bestimmtes?" frage ich. "Nicht direkt", antwortet Sandra," ich möchte mich mal inspirieren lassen." Dabei lächelt sie mich an. "Und Du?" "Ich brauche noch mal wieder Unterwäsche, vor allem werden meine BHs langsam zu klein", antworte ich. Sandras Augen füllen sich erwartungsgemäß mit einem Funkeln. "Ich würde gerne zu dem Shop im Schloss gehen", sage ich weiter. "Das ist eine ganz hervorragende Idee, Stefanie", sagt Sandra erfreut. Dazu müssen wir die Innenstadt einmal fast durchqueren. An nicht wenigen Shops bleiben wir hängen. "Zweites Frühstück?" fragt Sandra, als wir vor einem Dean&David Laden stehen. "Hey, Mädel, schau Dir nicht meinem Telegramm-Stil ab", sage ich grinsend. Sandra lacht. "Da siehste mal deinen Einfluss auf mich", sagt Sandra, "wollen wir was essen?" "Gerne", antworte ich. Drinnen stehen wir vorm Tresen. Ich bestelle mir ein Sandwich und einen großen Cappuccino. Sandra nimmt eine andere Variante des Sandwiches. Dann suchen wir uns einen Tisch. "Darf ich mal bei Dir probieren?" fragt Sandra. Ich muss Lachen. "Ist das normal, als Mädel?" frage ich, "meine Gattin hat das so auch immer gebracht." "Natürlich", antwortet Sandra, "erst schauen, was Du bestellst, dann selber was anders bestellen und "Schwupps" hat man eine Variante, Vielfalt halt." "Na gut", lache ich und halte ihr mein Sandwich hin. Genussvoll beißt Sandra ab. "Mhh! lecker", sagt sie. Dann darf ich mal an ihrem knabbern. Dabei lege ich einen leicht verklärten erotischen Blick auf. Sandra lächelt mich an und gleichzeitig streichelt sie mit ihrem Fuß meine Wade. Sie kommt mit ihrem Kopf etwas heran. "Dein Lippenstift, der ist ja eine Wucht", sagt Sandra, was ist das für einer?" "L"™Oreal, glaube ich", antworte ich. "In eine Parfumerie müssen wir dann auch wohl", sagt Sandra lächelnd und beißt genussvoll in ihr Sandwich. "Puh! Da schießt Wärme in den Unterleib", sage ich leise, "Ja, Essen ist schon was sinnliches", sagt Sandra augenzwinkernd. Am Nachbartisch sitzt ein Paar. Er schaut die ganze Zeit verstohlen zu uns rüber, während sie versucht seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Das klappt wohl nicht so recht. Ab und zu zischelt sie ihm etwas zu. Wir sind dann auch fertig mit unserem Essen und stehen auf. "Vielleicht haben wir jetzt schlimmeres verhindert", sage ich leise zu Sandra. Sie zwinkert mir zu.

"Stefanie, das ist halt so als Frau", sagt Sandra, als wir wieder draußen sind, "da muss man sich dran gewöhnen, das angeschaut, im schlimmsten Fall auch angegafft wird. Aber mit der Zeit gewöhnst Du Dich dran." "Na gut", sage ich lächelnd, "aber manche ziehen einen ja förmlich mit den Augen aus." Wir gehen weiter über den Burgplatz Richtung Schloss-Arkaden. Da kommen wir dann auch bald an, weil wir unterwegs diverse Läden ausgeblendet haben. "Zuerst zu den Dessous", sagt Sandra gespielt aufgeregt. Also betreten wir den Laden, wo ich damals auch mit Susanne war. "Guten Tag Frau van Rick"¦, guten Tag die Dame", werden wir von der Inhaberin begrüßt. Wir grüßen zurück. Im nächsten Moment frage ich Sandra lächelnd: "Gibt es in Braunschweig eigentlich irgendeinen Laden, in dem sie Dich nicht kennen?" "Hihi", sagt Sandra nur. Auch die Verkäuferin lächelt. Dann trage wir ihr unsere Wünsche vor. Nach einiger Zeit erkennt mich die Verkäuferin auch wieder. Bei den BHs entscheide ich mich für schlichte, für jeden Tag, sowie einige Sport-BHs. Ich stehe grade in der Umkleide, als Sandra zu mir in die Kabine kommt. "Probiere die auch mal, bitte", sagt sie mit tiefer erotischer Stimme. "Wow, sehr verspielt-romantisch", sage ich, als ich sie begutachte, "mit Spitze, aha." Zum Anprobieren lasse ich aus Hygienegründen mein Unterhemdchen an. Trotzdem entfaltet der BH eine gute erotische Ausstrahlung. Ich schaue kurz hinter dem Vorhang raus, ob noch wer im Laden ist. Da dem nicht so ist, öffne ich den Vorhang. "Guck mal Sandra, der ist niedlich, den nehme ich", sage ich. Sandra steht leicht der Mund offen. "Sehr schön", sagt die Verkäuferin, "das können Sie gut tragen." Sandra sieht man an, dass bei ihr grade ein Film abläuft. "Einen Euro für deine Gedanken", feixe ich. Sandra wird knallrot im Gesicht. "I-hi!" sage ich und verschwinde wieder in der Umkleide. Nachdem ich wieder straßentauglich angezogen bin, gehe ich mit meine "Beute" zur Kasse. Da liegt schon ein beachtlicher Haufen. "Nanu, wann hast Du denn das alles anprobiert", frage ich erstaunt. "Von dem Hersteller habe ich schon einiges", sagt Sandra grinsend, "das brauche ich nicht anprobieren, die sind ziemlich passgenau." "Nice!" sage ich lächelnd.

Die Verkäuferin scannt ein Teil nach dem anderen ein. "Äh"¦?!" fange ich an. "Nee", unterbricht Sandra, "ist schon OK so." "Tse", bemerke ich. Zum Schluss kommt ein ordentlicher Betrag zustande. Sandra bezahlt das alles zusammen. Wir halten dann noch etwas Smalltalk mit der Verkäuferin. Dann gehen wir weiter zur Parfümerie. Beim Reingehen erkennt mich eine Verkäuferin wieder. Und zwar diejenige, die mich damals beraten hat, als ich mir vorher die Jacke für mein Kleid gekauft habe. Die Jacke hatte ich dann auf der Party bei Jens und Bernie getragen. Lächelnd kommt die Verkäuferin auf uns zu. "Guten Tag Frau "¦Boe?" fragt sie (ich hatte damals auch gleich ein Kundenkonto anlegen lassen). "Genau", antworte ich lächelnd. "Guten Tag Frau van Rick"¦", sagt die Verkäuferin dann zu Sandra. Wobei Sandra etwas erstaunt ist. "Eben beschwert sie sich noch, dass ich in allen Läden persönlich begrüßt werde", sagt Sandra dann lachend, "und dann so was." "I-hi!" sage ich nur. Sandra und die Verkäuferin lachen. "Was kann ich für Sie beiden tun", fragt die Verkäuferin. "Den Lippenstift, den Stefanie aufgelegt hat, der fasziniert mich", antwortet Sandra. Zusammen gehen wir zu den Lippenstiften. Ich nenne noch Hersteller und Farbton. "Das ist doch auch der, den Du im JB hattest?" fragt Sandra. "Nee, das war ein anderer", antworte ich. "Ich glaube mich noch zu erinnern", sagt die Verkäuferin und holt den Tester. "Eigentlich ist das ja mein Geheimnis", flaxe ich. "Zu spät", sagt Sandra und zieht einen Strich auf ihrem Handrücken. Sie schaut mich an. "Wenn ich den heute aufgelegt hätte, dann wären wir nicht bis hierhergekommen", flaxe ich. "Boah, ist das ein tolles Rot", sagt Sandra, "kein Wunder, das ich dann an dir klebte." Die Verkäuferin und ich lächeln. "Sie beide sind ein Paar?" fragt sie. "Ja, anscheinend dank dieses Lippenstiftes", sage ich grinsend. "Ob der mir auch steht?" fragt Sandra. "Probieren wir es aus", sagt die Verkäuferin und bittet uns an einen Schminktisch. Vorsichtig entfernt sie Sandras jetzigen Lippenstift und trägt den andern mit einem Pinsel auf. "Stefanie, was meinst Du?" fragt Sandra unschlüssig. "Ich muss mich erstmal sammeln", antworte ich lächelnd. "Nicht gut?" fragt Sandra. "Doch, achte mal auf deine Augen im Zusammenspiel mit dem Rot", sage ich. Sandra schaut und ist sprachlos. Sie hat wie ich braune Augen, nur sind ihre dunkler als meine. "Sie haben Recht Frau Boe, das passt super zusammen", sagt die Verkäuferin. Sandra schaut uns an. "Hey, das ist "dein" Lippenstift, der sieht bei Dir noch besser aus als bei mir", sage ich lieb lächelnd. "Danke", sagt Sandra fast schüchtern.

Nachdem Sandra sich wieder etwas gefestigt hat, suchen wir uns noch weitere Kosmetikartikel heraus. Sandra gibt mir dann auch die ein oder andere Empfehlung. Der Korb, den ich trage, ist dann auch gut gefüllt. Natürlich hat Sandra auch den passenden Nagellack zum Lippenstift. An der Kasse gebe ich den Korb unserer Verkäuferin. Sandra drängt mich liebevoll zurück. "Ja, OK, habe verstanden", sage ich lächelnd. Auch hier möchte Sandra unbedingt bezahlen. "Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende", sagt die Verkäuferin lächelnd, als sie mir die Tasche mit unserem Einkauf gibt. "Danke ebenso", sagt Sandra. Bis zum nächsten Mal", sage ich noch. "Immer wieder gerne", sagt die Verkäuferin noch und begleitet uns noch bis zum Ausgang. "Vielen Dank nochmal", sage ich dann noch. Langsam gehen wir weiter. Sandra schaut nach oben. "Lange kein Kaffee mehr getrunken, was", flaxe ich, weil ich vermute, dass sie zu dem Café schaut, dass sich im Obergeschoss über die Ladenzeile erstreckt. Da saß ich ja auch mit Susanne, als uns dann noch Alexander getroffen hat. Sandra war da auch mit einer Freundin. Jetzt schaut sie etwas sentimental dorthin. "Lecker Kaffee aus Braunschweiger Traditionsrösterei?" frage ich, "ich weiß, dass Du grade an unsere Begegnung dort denkst." "Ach Stefanie", seufzt Sandra. "Lieber nicht?" frage ich. "Doch, bitte", sagt Sandra. Mit der Rolltreppe fahren wir hoch. "Die Mandelhörnchen dort sind oberlecker", sage ich. Sandra hat sich mittlerweile wieder gefangen. "Das ist deine andere Sucht, was? Mandelhörnchen?" fragt Sandra lächelnd. Ich bleibe stehen und halte Sandra am Arm fest. Mit großen Augen schaue ich sie an. "Unbedingt", sage ich, "gar nicht auszudenken, was passiert, wenn es eines Tages keine Mandelhörnchen mehr gibt." Sandra versucht sich das Lachen zu unterdrücken, was ihr aber nicht gelingt. Sie prustet los. Um uns herum die Leute schauen uns kurz an. "Menno Stefanie", lacht Sandra, "immer ohne Vorwarnung." Händchenhaltend gehen wir ins Café. Mitten auf der Brücke ist ein Tisch frei. "Wie gemacht für zwei Prinzessinnen", sage ich grinsend. Eine Bedienung kommt in unsere Richtung. "Guten Tag, Frau van Rick", sage ich leise und lächele. "Steffi!" rüffelt mich Sandra, aber sie muss dabei lächeln.

Die Bedienung wurde kurz aufgehalten, dann kommt sie zu uns. "Guten Tag, Frau van Rick, guten Tag die Dame", sagt die Bedienung. Ich kann mir das Lächeln nicht verkneifen. "Ist irgendwas?" fragt die Bedienung etwas irritiert. "Nein, ist alles in Ordnung", sage ich, "ich wundere mich nur weil meine Begleiterin in gefühlt jedem Laden mit Namen angesprochen wird." Jetzt ist die Dame etwas gelöster. "Nun ja, da sind sie schon mit einer Persönlichkeit unterwegs", gibt sie schlagfertig zurück. Sandra wird rot im Gesicht. Ich zwinkere ihr diesmal nur zu. "Was darf ich Ihnen bringen?" fragt die Bedienung. "Zwei Cappuccini und zwei Mandelhörnchen", ordert Sandra. "Sehr gerne", sagt die Dame. Nach einer Weile bringt sie uns die Cappus und die Hörnchen. Sandra probiert erst das Hörnchen. "Oh ja, das ist wirklich sehr lecker", sagt sie, "da ist noch ein Hauch von einem Gewürz drin." "Ja genau, aber das verraten sie nicht", sage ich, "habe schon mal nachgefragt." Eine Weile schauen wir uns nur verliebt an, während wir nebenbei Kaffee und Hörnchen genießen. "Ist das sonst OK, dass wir hier sitzen?" frage ich vorsichtig. Sandra nickt. Ich habe sie den Tag ja ein wenig ablaufen lassen. "Ist OK, Stefanie", sagt Sandra, "ich war nur eifersüchtig auf Susanne, weil ich dachte, sie wäre Deine "neue". Aber nach einer Partnerschaft sah es eigentlich nicht aus." Ich nicke still. "Und den netten Herrn, er sich dann zu euch gesellte, den kenne ich auch", sagt Sandra. "Alexander?" frage ich und erkläre ihr, wie ich ihn kennengelernt habe. "Ja, das passt zu ihm", sagt Sandra lächelnd, "aber Frauen lassen ihn kalt." "Ich weiß, ich kenne sogar seinen Lebensgefährten", antworte ich. Ich gehe davon aus, das Sandra ihn auch kennt. "Cornelius?" fragt sie, "woher denn?" "Ist mein Rechtsanwalt", antworte ich, "außerdem kennen wir uns seit der Grundschule." "Ach, das ist ja ein Ding", staunt Sandra, "Du bist nicht wirklich die Landpomeranze, für die Du Dich immer ausgibst." Jetzt muss ich verhalten, aber trotzdem etwas lauter loslachen. Natürlich schauen wieder einige Leute. ""˜Tschuldigung, wir sind eben etwas"¦ "¦ausgelassen", sage ich zu den Nachbartischen. "Oh Mann Stefanie", sagt Sandra, schaut leicht nach unten und lacht in ihren Handrücken. Weil die Bedienung grade bei uns ist, ordern wir noch ein Cappu. "Ihr seid aber gut drauf?" sagt sie noch lächelnd, als sie unser Geschirr abräumt, "es macht Spaß euch zuzuschauen." "Danke", sage ich.

"Wenn Du mal wieder Alexander oder/und Cornelius triffst, dann kannst Du sie gerne von mir grüßen", sagt Sandra. "OK", sage ich. Dann bekommen wir unseren Cappu. Ich sehe von weitem zwei bekannte Personen und mache mich durch dezentes winken aufmerksam. Die beiden sehen mich und winken lächelnd zurück. Da Sandra mit dem Rücken dahin sitzt, fragt sie: "Was machst Du?" "Ich möchte Alexander und Cornelius grüßen", sage ich, "die kommen da grade." Sandra schaut mich an. "Du willst mich wohl foppen", sagt sie grinsend. Dann stehen die beiden schon neben uns. "Hallo, das ist ja schön, euch beiden hier zu treffen", sagt Cornelius. "Hallo", sagt Sandra etwas überrascht. "Wollt ihr euch dazu setzen?" frage ich. "Auf alle Fälle", sagt Alexander, "eure Geschichte interessiert mich jetzt aber." Cornelius nickt. Zuerst geben sie noch eine Bestellung auf. Dann erzählen wir den Beiden unsere Geschichte. "Hey super, da haben sich die beiden richtigen gefunden", sagt Cornelius. "Ich freue mich für euch", sagt Alexander freudestrahlend. Danach unterhalten wir uns noch eine Weile weiter. Dann ist es auch Zeit zum Aufbruch. Sandra lädt uns alle ein. "Danke schön", sagen wir. Ein Stück gehen wir noch gemeinsam. Dann machen wir beide uns auf den Weg zurück. Die ein oder andere Boutique machen wir natürlich noch unsicher.

"Auf dem Altstadtmarkt ist doch Samstag immer Wochenmarkt, oder?" fragt Sandra. "Ja und der müsste noch da sein", sage ich, "ist noch nicht Mittag durch." "Ich hätte ja mal Lust auf einen schönen Sonntagsbraten", sagt Sandra. "Au ja, und Kartoffelklöße dazu, halb und halb, nach Thüringer Art", sage ich. "Stefanie, wie jetzt? Kannst Du das?" fragt mich Sandra. "Ja, klar", antworte ich. "Das wäre ja ein Ding", sagt Sandra erfreut. Wir kommen auf dem Markt an. Sandra führt mich zu einem Verkaufswagen einer Landschlachterei. "Die haben hier die tollste Qualität", sagt Sandra, "ich überlege, ein bisschen mehr zu nehmen, und meine Eltern einfach mit einzuladen." "Klar gerne", sage ich. Auf Verdacht kaufen wir dann einfach für vier Personen. An einem Gemüsestand kaufen wir dann noch Gemüse und ausreichend Kartoffeln. "Da bin ich ja mal gespannt, auf deine Klöße", sagt Sandra, "bei mir gelingen die nicht und meine Mutter kriegt auch immer eine Krise." "Man muss schon ein bisschen Thüringer Blut haben, dann geht s von alleine", flaxe ich und erzähle von Verwandtschaft, die ich in Thüringen habe. "Interessant", sagt Sandra, "am besten noch in der Nähe von Lauscha, wegen des Weihnachtsschmucks." "Ja, in größerer Umgebung", sage ich grinsend. "Klasse Stefanie", sagt Sandra und gibt mir einen Klaps auf den Hintern, "da fahren wir dann mal hin." Ich lächele sie lieb an. Dann gehe wir zurück zu Sandra. In ihrer Wohnung angekommen, verstauen wir die Einkäufe. Sandra fragt bei ihren Eltern wegen des Mittagsesse am Sontag an. Die sagen sofort begeistert zu. "Meine Eltern kommen extra eher, um dir bei den Klößen auf die Finger zu schauen", sagt Sandra. "Gerne", sage ich. "Hast schon wieder Hunger?" fragt Sandra, "ich würde dann eine Kleinigkeit zu essen machen, bevor wir wieder zum Springen fahren." "Sehr gerne, Sweetheart", sage ich. Sandra schaut mich lieb an. "Meine süße Stefanie", sagt sie dann noch. Ich helfe ihr dann ein paar Zutaten für einen Salat kleinzuschneiden. Sandra brät noch ein Hühnerbruststreifen an. Dann mixt sie ein Dressing an. Im Nu hat sie einen leckeren, erfrischenden und sattmachenden Salat gezaubert. "Sehr lecker, das alles zusammen, meine kleine Küchenelfe", lobe ich sie. Verträumt schaut sie mich an. Nach den Essen stellen wir alles in den Geschirrspüler. "Bevor wir zum Flugplatz fahren", sagt Sandra und umarmt mich, "möchte ich mich mal bei Dir bedanken. Die Art, wie du mit mir umgehst finde ich total toll." Und es gibt einen Riesenschmatzer von ihr. Ich bin grade etwas überrumpelt. "Manchmal nimmst Du mich ja ordentlich hoch, aber liebevoll", sagt Sandra weiter, "aber Du lobst mich sehr oft, das finde ich richtig schön." Jetzt bekommt sie von mir einen Riesen Kuss als Dankeschön. "Du hast wirklich ein breites Spektrum, ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der das konnte", sagt Sandra. "Ach Sandra, du süßes Ding, jetzt muss ich mal weinen", sage ich und ein paar Tränen kullern mir über die Wange, "so was Schönes habe ich sonst selten gehört." Sandra schmiegt sich an mich ran, ich halte sie liebevoll. "Wollen wir dann langsam los?", fragt sie nach einer Weile. "Gerne", sage ich. Wir packen ein paar Sachen zusammen und gehen dann händchenhaltend zu ihrem Auto.

Re: Blutengel

Verfasst: Di 1. Mär 2022, 18:31
von Stephanie
Tandemsprung-Übung

Sandra fährt wieder über die Autobahn. Heute haben wir mal keine Verfolger. Dann sind wir auch schon wieder am Flughafen. Man hört schon das Brummen des Flieger. Am Himmel sehen wir ihn dann auch und dazu kleine Punkte, die sich vom Flieger entfernen. "Die sind schon wieder unermüdlich dabei", kommentiert Sandra. Wir gehen dann ins Gebäude. Fritz ist grade da und begrüßt uns. Freundlich grüßen wir zurück. "Möchtest Du gleich testen, ob es mit dem Dummy geht?" fragt mich Fritz. "Ich würde gerne erstmal Solo springen", antworte ich lächelnd. "Auch gut", sagt Fritz. Sandra und ich ziehen uns um. Dann legen wir die Schirme an und setzten die Helme auf. Mit Fritz gehen wir raus. Karin und Gundula sind auch schon da. Freudig begrüßen wir uns. So nach und nach kommen noch ein paar mehr Leute dazu. Dann landet der Flieger und rollt zu uns rüber. Heute fliegt Burkhard den Flieger. Erfreut begrüßen wir ihn. Dementsprechend nett grüßt er zurück. Dann geht es auch schon los. Gestern ist mir schon an mir aufgefallen, dass ich nicht mehr die übliche Anspannung habe. Zum größten Teil trägt auch Sandra dazu bei, sie ist unbekümmerter dabei. Das färbt positiv auch mich ab. Sandra hat sich recht schnell im Verein eingelebt. Da sie ein kommunikativer Mensch ist, hält sie die Gespräche im Flieger am laufen. Die Zeit geht so auch schneller rum, bis man oben ist. Holger und Manfred haben die Tür aufgemacht. So nach und nach stehen wir alle auf. "Ich springe mal alleine", sagt Sandra. "OK", sage ich, "mal ein bisschen was ausprobieren, was?" "Genau", sagt sie lächelnd. Die ersten springen raus. Wir springen im letzten Drittel. Sandra zuerst. Ich stehe noch an meinem Platz, gegenüber der Tür. Als Sandra grade draußen ist, laufe ich los und springe weit nach vorne. Ich mache eine Schraube nach links, dann einen Salto vorwärts, Schraube nach rechts, Salto rückwärts. "Oha, Steffi dreht ab", höre ich Fritz im Funk. Jetzt nehme ich eine Position ein, als würde ich in einem bequemen Lehnstuhl sitzen. Dann drehe ich mich wieder langsam rückwärts, bis ich in die stabile Lage komme. Eine vertikale Drehung nach links schaffe ich noch, dann ist auch schon Zeit, den Schirm zu ziehen. Als der geöffnet ist, schaue ich wo Sandra und die anderen sind. Sandra ist in meiner Nähe und grinst mich an. Fast gleichzeitig landen wir mit einigem Abstand nebeneinander. "Ey, Du", ruft sie lächelnd rüber. Ich gehe zu ihr hin. "Was denn?" frage ich keck. "Ich habe bei deiner Show eben grade total vergessen, was ich machen wollte", sagt sie lachend. "Das war schon gut", sagt Manfred, der grade zu uns gekommen ist.

Wir gehen zurück zum Stützpunkt. "Das musste vorweg einfach mal sein", sage ich, "halt ein bisschen "Freestyle" vorm Training." "Das war schön anzusehen", sagt Sandra lächelnd, "wie lange dauert das, bis man das so kann?" "Schwer zu sagen", antworte ich, "ich habe mich langsam ran getastet. Immer eine Figur nach der anderen. Und immer ein Gefühl dafür haben, wie die Luft um dich rumströmt, wenn du die Haltung veränderst." "Wenn du das in den nächsten Sprüngen ausprobieren möchtest, kann ich dich gerne begleiten", sagt Fritz zu Sandra, "Steffi ist ja dann gleich anders beschäftigt." "Ja gerne", sagt Sandra begeistert. Peter kommt schon mit dem Dummy ran. "Na, da hat Dir aber das Ohr geklingelt", flaxe ich. Peter grinst nur. Ich lege alles an. Dann bauen wir den Dummy an, einfach nur um erstmal zu schauen, ob es noch geht. "Poah!" ganz schön schwer so als Trockenübung", sage ich. In der Luft wird man das nicht so merken. Die Anwesenden grinsen. Als Sahnehäubchen gehe ich jetzt in den Vierfüßlerstand. Ich ruckele etwas, um das Schirmöffnen zu simulieren. Erheiterung macht sich im Raum breit. "Die ist sich auch für nichts zu schade", lacht Fritz. "Im sich selbst auf die Schippe zu nehmen ist Stefanie ganz groß", sagt Sandra lachend. Ich stehe auf und schaue treudoof in die Runde. "Wie jetzt?" frage ich dann auch noch. "Herrlich!" lacht Gundula. Peter und Fritz nehmen mir den Dummy wieder ab. "Ist doch einfacher ohne das Ding zum Flieger zu gehen", flaxe ich. Wir gehen wieder raus und warten auf den Flieger.

Der Flieger rollt wieder an und wir steigen ein. Drinnen wird mir der Dummy wieder angelegt. Peter und Fritz sind sehr ordentlich dabei. Wir wollen dann als Letzte raus. Peter und Fritz bleiben erstmal bei mir. Sandra will auch bei uns mitspringen. "Mal schauen, wie sich meine Steffi schlägt", sagt sie grinsend. Die Tür ist offen und die ersten springen. Ich rutsche langsam nach vorne und schaue runter. "Macht mal Platz da unten, ich komme jetzt", rufe ich in den Funk. Dann kippe ich nach vorne, verlasse das Flugzeug und ziehe den Bremsfallschirm. Fritz und Peter sind neben mir, greifen aber nur ein, wenn ich in Schwierigkeiten kommen sollte. Sandra ist auch in der Nähe, ich bemerke jetzt erst, dass sie eine Helmkamera trägt. "Sehr gut, Steffi", sagt Fritz. "Jau, die liegt wie ein Brett", flaxt Peter, "eine hervorragende Plattform." "Natürlich", feixe ich, "ich nehme alles mit." "Oh Mann Steffi", höre ich jemand im Funk lachen. "Nächstes Mal dann einen Bauchladen, was? flaxt Peter. "Na klar, Cola, Bier, heiße Würstchen, "¦ "¦ Haschisch, Trips, LSD!" flaxe ich zurück!" "Ste-fa-nie!!!" höre ich Fritz lachend im Funk. Dann ziehe ich mein Schirm. "Wupp!" sage ich als er sich entfaltet. Fritz, Peter und Sandra sausen noch ein Stück weiter und öffnen dann ihre Schirme. Ich kreisele ein wenig um verschiedene Belastungen hinzukriegen. "Und Steffi? Alles gut?" fragt Fritz. "Bisher ja", antworte ich. Die Landung gelingt auch. Peter befreit mich vom Dummy. Zusammen tragen wir ihn zu unserer Springer-Basis. An der Basis sind einige Leutchen da, natürlich haben sie den Funk mit gehört. "Du nun wieder", sagt Manfred erheitert. Ich lächele und zwinkere links. "Fünf oder Zehn Kilo mehr?" fragt Peter. "Lass uns Zehn nehmen", sage ich, "die 30 kg habe ich fast nicht gemerkt." Nach kurzer Zeit kommt Peter mit einem anderen Dummy. Dann bekomme ich Schirm und alle anderen Utensilien angebaut. Wir warten auf den Flieger. "Das macht echt Spaß mit Dir, Steffi", sagt Peter. "Sie ist so unkompliziert", fügt Fritz hinzu, "das war schon beim Segelfliegen so, ohne Murren und Knurren." Ich zwinkere beiden zu. Rot werde ich grade mal nicht.

Dann ist der Flieger wieder da. Wir steigen ein und ab geht es nach oben. Manfred ist jetzt mit dabei und bleibt mit Peter bei mir. Fritz bleibt bei Sandra und hilft ihr dann bei einigen Figuren. Peter hat den Dummy angebracht und überprüft die Gurte. "Alles gut", befindet er. "Und wie geht es Dir dabei?" fragt mich Sandra. "Alles bestens", antworte ich lächelnd, "willste mal mitfliegen?" "Alleine macht es ein wenig mehr Spaß", sagt Sandra lieb. "Das stimmt", sage ich. "Lass Dich mal so fallen, dass Du dich auf den Rücken drehst", sagt Peter, "Mal schauen, wie Du dann da raus kommst." "OK, das habe ich aber letztes Mal schon gemacht." "Stimmt", sagt Fritz. "Aber zum Üben ist schon OK", sage ich noch. "Du musst deinem Passagier in so einer Situation zeigen können, das alles unter Kontrolle ist", sagt Peter. "Nicht so, wie letzte Woche der Typ, den Burkhard mitgenommen hatte", lacht Fritz. "Hör mir bloß auf", sagt Sandra, "habe ich mich vielleicht geschämt." "Alles gut", sagt Fritz beruhigend zu Sandra. "Da ist das auch passiert, das die durch zu viel Schwung kurzzeitig auf dem Rücken lagen", sagt Peter. "Hat der Typ gezappelt", lacht Fritz. "Jetzt kann ich mir das bildlich vorstellen, was ich im Funk mitbekommen habe", sage ich und schaue zu Sandra rüber. "Das ist das schwarze Schaf der Familie", sagt Sandra, "alle anderen sind so weit OK." "Und du bist von allen das Topping", sage ich lieb lächelnd zu ihr. "Hu, hu", sagt Sandra und fächelt sich Luft zu. "Hihi, ihr habt aber auch ein Talent euch gegenseitig die Röte ins Gesicht zu treiben", lacht Karin. Sandra schaut mich dann an. "Dafür liebe ich sie ja auch", sagt sie.

Wir sind wieder im Absprunggebiet einige Springer sind schon draußen. Ich rutsche nach vorne. Sandra und Fritz sind vor mir raus. Fritz zeigt Sandra, wie der "Backflip" geht den ich vorhin gemacht habe. Mit Schwung lasse ich mich wieder nach vorne kippen und drehe mich wie erwartet auf den Rücken. Problemlos komme ich in die stabile Lage. "Super, Steffi", sagt Manfred. Ich mache eine horizontale Drehung nach rechts. Ein bisschen behäbiger ist es schon, als ohne Zusatzgewicht. "Sieht auch gut aus", sagt Fritz. "Mann will seinem potenziellen Passagieren ja schon was bieten", flaxe ich. "Und "Zupf!"" kommentiere ich dieses Mal die Öffnung des Schirmes. Der Ruck ist schon heftiger, aber immer noch locker auszuhalten. "Um die Antwort auf die nächste Frage vorwegzunehmen, ja, es geht mir gut", sage ich. "Woher weiß sie bloß, was ich fragen wollte?" feixt Fritz. Die Landung wird langsam zur Routine. Beim Abnehmen des Dummys helfen mir Manfred und Peter. "Und?" fragt Peter, als wir zu Basis gehen. "Fuffzig", antworte ich grinsend, "wir müssen ja auch mal irgendwann fertig werden, oder." Peter schüttelt lachend den Kopf. Er bringt dann den 40 kg Dummy weg und kommt mit dem größeren wieder. Ich mache dann aber trotzdem erstmal eine Pause, d.h. ich setze mal eine Runde aus. Sandra springt in dieser Runde aber. Der Flieger startet grade wieder. Holger kommt zu mir, und gibt mir ein Fernglas. "Oh Danke, das ist ja nett", sage ich und lächele ihn an. Das muss bei ihm schon wieder eine mittelprächtige Hormonausschüttung verursacht haben. "Ja, äh, hmpf", stammelt er. "Komm her setzt dich doch einfach neben mich", sage ich locker. Ulrike beobachtet uns und lächelt.

Mit dem Fernglas beobachte ich den Flieger. Er kommt ins Absprunggebiet. Dann sieht man die ersten springen. Sandra erkenne ich auf Anhieb mit ihrem leuchtend roten Kombi. Fritz ist bei ihr. "Cool!", sage ich, als ich sehe, das Sandra in kurzer Folge Schrauben nach links und rechts macht. "Sie ist ja ein Naturtalent", sagt Holger, was mich etwas überrascht. "Das kann man so sagen", sage ich ohne die Augen vom Fernglas zu nehmen. Kurz danach schaue ich zu Holger. Der ist wohl von seiner Aussage selber überrascht und glüht schon wieder im Gesicht. Kurz danach steht er dann auf und geht ins Gebäude. Ich schaue wieder nach oben. Sandra hat ihren Schirm schon offen. Sie zieht einige Schleifen, teilweise ganz schön mutig. Ulrike setzt sich zu mir. "Sage mal, was ist Holger denn für einer?" frage ich locker, "ist der Frauen gegenüber generell so schüchtern?" "Ja, ist er", antwortet Ulrike, "er hat wohl schon mal schlechte Erfahrung gemacht. Er wohnt auch noch bei seiner Mutter." "Aha? Wie alt ist er eigentlich?" frage ich. "Anfang 40!?" antworte Ulrike lächelnd, "und Mami redet auch ein Wort mit, bei zukünftigen Partnerinnen." "Oh je", sage ich, "aber Fallschirmspringen darf er?" "Ja, das ist in den Augen seiner Mami nicht so gefährlich, wie eine Frau", sagt Ulrike. "Tse", sage ich nur. In dem Zusammenhang fällt mir ein Mutter-Sohn-Gespann ein, die ich vor Jahren bei einem Tanzkurs (im Zwillingsbruder-Modus) kennengelernt hatte. Mann, war dem Sohnemann das peinlich, mit seiner Mutter dahinzugehen. Aber sie hat es wohl "gut gemeint". Ulrike erzähle ich davon. "Weißt Du noch wie die aussahen?" fragt sie erwartungsvoll. Ich beschreibe die beiden. "Ha, ich weiß wer das ist", sagt Ulrike, "die wohnen drüben auf der anderen Seite der Autobahn, in der Siedlung neben der ehemaligen Kaserne. Er steht öfter mal auf der Besucherterrasse und schaute uns und den Fliegern zu." "Interessant", sage ich lächelnd.

Sandra ist mittlerweile bei uns angekommen. "Hey, das sah gut aus", sage ich zu ihr. "Das macht auch total Spaß", sagt sie. Fritz kommt zu uns. "Machst Du in der nächsten Runde wieder mit?" fragt er mich. "Ja gerne", antworte ich. Der Flieger ist wieder da und wir steigen ein. Übliche Prozedur mit Anlegen der Gurte, dann kommt der Dummy dran. Die sind auch entsprechend der Größe an die Dimensionen eines Menschen angepasst. "Was ist da eigentlich drin?", frage ich, "kann doch nicht nur Sand sein." "Da sind verschieden Materialen drin", sagt Peter, "unter anderem auch Styropurkugeln." "Aha", sage ich. Ich habe jetzt 50 kg dran, mehr als meine Töchter einzeln wiegen. Dann kommen wir wieder ins Absprunggebiet. Vor mir springen erstmal einige Leute, damit ich mehr Zeit habe in Position zu rutschen. Mit viel Schwung drehe ich mich raus und komme wieder beabsichtigt in die Rückenlage. Auch dieses Mal drehe ich mich problemlos um. "Gekonnt", lobt mich Peter. Ich mache jetzt keine Figuren und schaue zu was Sandra so macht. Sie ist ein Stück unter mir. Fritz leitet sie an. Sandra macht einen Salto vorwärts, dann schnell einen rückwärts hinterher. Das sieht recht gut aus und sie macht auch einen sicheren Eindruck. Sie ist mittlerweile genauso agil wie ich. Meine Landung gelingt mir dann auch sehr gut. "Klasse Steffi", sagt Peter, als wir zurückgehen. Vor unserer Basis ist wieder ein Tisch mit Kaffee und Kuchen aufgebaut. "Eine Kaffeepause ist jetzt genau das Richtige", sage ich grinsend. Beim Kuchen halte ich mich erstmal zurück. Voller Bauch springt nicht gerne. Sandra tippt auf ihren Handy rum. "Mal ein paar Bilder in den Status gesetzt", sagt sie dann, was mich dazu veranlasst, gleich mal nachzuschauen. "Tolle Bilder", kommentiere ich, "bei der Gelegenheit, hast Du meine Gattin und die Mädels auch in deinen Kontakten?" "Deine Gattin ja, die Mädels nicht", antwortet Sandra lächelnd. "Du weißt ja, die Kleine ist ja ganz erpicht auf Fallschirmspringen", sage ich. Nach ein paar Minuten zeigt mir Sandra ihr Handy. Eine Nachricht von meiner Gattin ist da zu sehen: "Wir sind grade in der Stadt und schauen auf dem Rückweg mal vorbei." "Hä? Wie jetzt?" frage ich erstaunt, "wenn die Kleine sieht was ich hier mache, will die doch sofort mit. Und, was hat denn meine Ex da für eine Kehrtwende hingelegt?" "Tja", sagt Sandra lächelnd.

"So, Steffi", spricht mich Peter an, "das war überdurchschnittlich gut bisher. Traust Du dich auch jemanden mitzunehmen?" "Die Frage ist doch eher, wer traut sich mit mir", antworte ich grinsend. "Haben wir schon geklärt", sagt Peter mit einem breiten Grinsen, "Gundula hat sich bereiterklärt." "Mutig, mutig", sage ich lächelnd zu Gundula, die neben Peter steht. "Steffi, wir schaffen das", sagt Gundula zuversichtlich. Dann gibt es von Peter noch eine Anweisung an mich, wie sich Passagiere zu verhalten haben. Anschließend besteigen wir den Flieger. Sandra ist natürlich auch mit dabei. Im Flieger werden wir zusammengegurtet. "Machst Du das öfter?" frage ich Gundula. "Ja, ich bin dann der Abschlussdummy", sagt sie grinsend. Mit im Flieger ist eine Dame, die bei Manfred im Tandem als Gast springt. Sie sieht etwas angespannt aus. Schließlich fragt sie uns: "Sie machen grade Ausbildung?" "Ja", antworte ich, "oder besser gesagt Auffrischung, ich hatte eine lange Pause." "Aha", sagt die Dame, "ich habe diesem Sprung zum Geburtstag bekommen." Sie ist immer noch etwas angespannt. "Entspannen Sie sich ruhig", sagt Gundula beruhigend, "und genießen sie die Aussicht." Die Dame lächelt wenigstens etwas. "Wenn sie möchten, bleiben Gundula und Steffi bei uns", sagt Manfred. Ich nicke. "Ja gerne", antwortet die Dame, "sie alle strahlen so eine Ruhe aus." Das schmeichelt mir, obwohl ich auch sehr angespannt bin. Sandra hat wieder eine Helmkamera auf. Auch Peter trägt eine. "So, wir sind gleich da", kommt von Burkhard. Die Tür ist offen, die ersten Springer sind draußen. Wir rutschen nach vorne. Manfred springt zuerst. Dann springe ich. Peter mit mir. Ich drehe mich leicht auf den Rücken, drehe mich aber dann gleich richtig hin. Peter braucht wieder nicht eingreifen. "Tolle Technik", lobt er mich. Wir sind dann neben Manfred und seiner Passagierin. Die ist jetzt völlig gelöst und genießt den Sprung. Sandra filmt dabei.

Manfred zieht zuerst die Reißleine, einige Sekunden danach ich. Langsam schweben wir alle nach unten. Landung ist auch wieder problemlos. Schnell werden wir auch getrennt. "Das war ja dann doch richtig schön", schwärmt die Dame. "Das freut mich", sagt Gundula lächelnd. "Und wie geht es dir?" frage ich sie. "Alles Gut Steffi", sagt Gundula, "Du strahlst so eine Ruhe und Gelassenheit aus." "Danke schön", sage ich lieb. Beim Weg zurück über die Grasflächen und der großen Landebahn, sehe ich von weitem meine Family. Meine Kleine grinst über das ganze Gesicht. "Nanu, wer hat euch denn auf dem Platz gelassen?" frage ich grinsend, als wir ankommen. "Ich kenne doch die Leute hier", sagt meine Kleine lächelnd. "Sie haben ordnungsgemäß geklingelt", sagt Fritz dann, "na ja und da hat sie recht, wir kennen uns doch." Meine Gattin staunt etwas. Meine Kleine kommt auch schnell auf den Punkt. "Und du darfst jetzt Leute mitnehmen?" fragt sie mich. "Eigentlich bin ich noch im Training", sage ich, "das war eben der erste Sprung mit Passagier, vorher hatte ich bisher nur Dummys." Ein wenig enttäuscht sieht sie jetzt aus. Ich schaue meine Gattin an. Die grinst schon. Trotzdem frage ich: "Was sagst Du dazu?" "Wenn ich was dagegen hätte, dann hätte ich auch nicht die Bilder von Sandra gezeigt." "Okee", sage ich, aber glauben kann ich das grade gar nicht. Sandra grinst sich ebenfalls einen. "Dann machste eben noch einen Trainingssprung", sagt Peter, "dann halt mit Deiner Tochter." Alle schauen mich erwartungsvoll an, am meisten die Kleine. "Na ja, wenn keiner was dagegen hat", sage ich. "Juhu!" jubelt die Kleine. Wir gehen dann ins Gebäude zu den Spinden und suchen die Ausrüstung raus. Wir finden auch die passende. Dann gebe ich der Kleinen die Einweisung. "Die Beine lässt Du beim Absprung lang und die Arme verkreuzt Du vor der Brust", sage ich, "wenn wir dann stabil liegen kannst Du die Arme auch vorsichtig, gleichzeitig ausfahren." Peter beobachtet mich genau. Dann bekommt die Kleine die Gurte angelegt, was ich dann auch noch kommentiere. Dann gehen wir wieder raus.

Meine Gattin schießt ein paar Fotos. Meine Große begleitet das mit ein paar flapsigen Sprüchen. "He, wenn Du weiter so Sprüche klopfst, bist Du als nächstes dran", sage ich grinsend. "Nee, lass mal", sagt die Große dann. Ich schaue meine Gattin an. Die lächelt. "Ist wirklich OK", sagt sie dann. Der Flieger setzt zur Landung an. Gespannt schaut die Kleine hinterher. Dann rollt er an und bleibt ein paar Meter vor uns stehen. "Und du willst immer noch?" frage ich die Kleine, "Du kannst jederzeit vorm Absprung abbrechen." "Papperlapapp", sagt sie selbstbewusst, "ist doch auch nicht viel anders als im Segelflugzeug." "Na ja, da hast Du immerhin noch eine Scheibe dazwischen", sage ich lax, "aber na gut, dann los." Wir besteigen den Flieger. "Ach cool, die kleine Lady", begrüßt Burkhard meine Tochter, "jetzt geht es endlich los?" "Genau!" sagt die Kleine, dann winkt sie zu meiner Gattin, der Großen und Sandra. Sandra bleibt die Runde auch mal unten. Dafür ist Gundula dabei und hat auch eine Kamera. Fritz ist ebenfalls dabei. "Möchtest Du auch ein Funkgerät?" fragt er meine Tochter. "Ja gerne", sagt sie begeistert. Fritz hilft ihr beim Anlegen. Dann werden wir beide zusammen gegurtet. "Immer noch alles gut?" frage ich. "Jepp", sagt sie und zeigt den Daumen hoch. Burkhard steuert den Flieger mittlerweile in Richtung Startbahn. Über Funk hören wir Sandra. "Habt ihr beide ein Funkgerät?" fragt sie. "Jawoll!" antwortet meine Tochter. "Du bist echt zu cool", hören wir Sandra lachend sagen. Burkhard fliegt mittlerweile die große Schleife nach oben. Manfred ist auch wieder mit einem Tandempassagier an Bord. Ein jüngerer Mann, der mit zunehmender Höhe immer unruhiger wird. Meine Kleine hingegen bringt gar nichts aus der Ruhe.

Peter und Gundula machen die Tür auf und bleiben da gleich stehen. "Willst Du nach dem Rausspringen kurz gucken, wie die anderen den Flieger verlassen?" frage ich meine Tochter. "Ja, gerne", sagt sie, obwohl sie wahrscheinlich nicht weiß wie das geht. "Sehr unerschrocken", sagt Fritz locker. "Das unterschreibe ich glatt", hört man meine Gattin im Funk. "Is"˜ so!", sage ich noch. Die ersten springen. Dann rutsche ich nach vorne, hinter mir Manfred. An der Türkante lasse ich kurz die Beine baumeln. Die Kleine schaut runter. "Cool", sagt sie. Bevor ich fragen kann, sagt sie: "Kann losgehen." "Na denn und hopp", sage ich noch und schiebe uns mit ordentlich Schwung raus. Natürlich drehen wir uns erstmal auf den Rücken. "Alter, coooool, juhu", jubelt die Kleine. Oben sieht man Fritz, Peter, Gundula und Manfred abspringen. "Das ist ja heiß", freut sich die Kleine weiter. Dann drehe ich uns richtig hin. "Fahr mal gleichzeitig deine Arme aus", sage ich zur Tochter. "Alter, ist das ein Windzug", sagt sie. "Dreh jetzt mal deine rechte Hand leicht nach außen", sage ich weiter. Sie macht das. "Ist ja heiß, wir drehen uns langsam", staunt sie. Ein bisschen experimentiert sie noch, dann sage ich: "Ich mache jetzt den Schirm auf." Es gibt einen Ruck. "Hihi, geil", sagt sie. Ich drehe ein paar Kurven, dann sind wir fast unten. "Zieh mal die Beine leicht an", sage ich und setze uns dann soft auf. "Das ist ja toll gewesen", freut sie sich. Fritz hilft uns, die Gurte zu lösen. Ich nehme dann den Schirm auf. "Ist der schwer?" fragt die Kleine. "Versuchs mal", sage ich und drücke ihr den zusammengenommenen Schirm in die Hände. Grinsend geht sie dann mit mir zum Platz zurück. "Na, wie wars?" fragt die Große. "Absolut geil", kommt spontan als Antwort. "Nicht mal irgendwie Angst oder Bedenken?", fragt die Große. "Wieso?" fragt die Kleine dagegen. "Man sieht doch von so weit oben bestimmt kaum, wo man hin muss", sagt die Große. "Ach was eine gute Fallschirmspringerin weiß das", antwortet die Kleine und lässt offen, wen sie damit meint. "Du bist ja locker", lacht Peter. "Echt, ne? Sie hat noch weniger bis keine Muffen als ich", sage ich lächelnd. Die Kleine genießt es wieder mal, im Mittelpunkt zu stehen.

"Steffi, wie sieht es bei dir aus?" fragt Peter, "geht es noch?" "Na ja, so langsam merke ich schon einige Muskeln", sage ich. "Ja, das kann ich bestätigen", sagt Gundula, "Steffi hat eine schon eine gute Körperspannung", sagt Gundula lachend, "deshalb kam ja vorhin auch "Plattform" auf." "Das stimmt schon", sagt meine Kleine", "Frau Papi hat schon eine ordentliche Stabilität." Meine Gattin grinst nur, ich weiß auch warum. Peter nimmt den Faden wieder auf. "Noch einen Absprung zum Abschluss?" fragt er mich. "Na komm, einen noch", sage ich und schaue die Große an, "hast Du Lust mitzukommen?" "Mh, nöö", sagt sie unschlüssig, "vielleicht ein anderes Mal." Ich schaue die Gattin an. "Nee, ich bin doch nicht ganz schwindelfrei", sagt sie, "fliegen geht noch, aber das wär zu viel." Meine Kleine grinst über das ganze Gesicht. "Na dann musst Du wieder mit", sage ich feixend. "Aber so was von gerne", sagt die Kleine begeistert. "Ich komme dann auch mit", sagt Sandra. "Cool", freut sich meine Kleine. Der Flieger rollt vor. Nacheinander steigen wir ein. Peter und Fritz gurten uns dann wieder zusammen. "Willst Du vielleicht auch mal eine Kamera haben?", fragt Fritz meine Tochter. "Au ja!" sagt die begeistert. Also bekommt sie die Kamera angebaut. Sandra schaut uns die ganze Zeit begeistert an. "Du bist echt gut drauf", lobt sie die Kleine. Meine Kleine zwinkert. Der Flieger ist mittlerweile gestartet und zieht wieder in einer langen Kurve nach oben. Diesmal sind wir das einzige Tandem. Der Flieger ist wieder gut gefüllt. Wir sitzen ziemlich weit hinten. "Ich würde sagen, wir gehen zum Schluss mit raus", sage ich, "dann haben wir einen schönen Blick auf die anderen." "OK", sagt meine Tochter. "Ich krabbele dann schnell nach vorne", sage ich leise zu ihr. "Jaha, wie früher", grinst meine Tochter. Da saß sie als kleines Mädchen immer auf meinem Bauch und ich bin rückwärtig auf Händen und Füßen durch die Wohnung gekrabbelt. Die Tür vom Flieger wird auf gemacht. "Und los!" ruft vorne einer. "Zieh mal deine Beine an", sage ich zur Kleinen. Dann krabbele ich auch zur Tür. Die, die jetzt noch im Flieger sind lachen sich schlapp. "Oh Mann Steffi", gackert Peter. Auch Sandra lacht. An der Tür bleibe ich kurz sitzen, dann lasse ich uns leicht nach vorne kippen. Draußen fange ich das gleich ab und drehe uns leicht nach hinten. So kommen wir in eine Art "Sitzposition", bevor ich uns auf den Bauch drehe. "Ha ha!" sagt die Kleine begeistert. Dann drehen wir uns leicht nach links, dann nach rechts, weil wir die Arme und Hände entsprechend in den Luftstrom drehen. "Total cool", sagt die Kleine. "Und Achtung", sage ich und ziehe die Reißleine. Der Schirm entfaltet sich. "Wupp", sage ich. "Wupp", wiederholt meine Tochter. Unter uns ist ein ganzer Blumenstrauß von offenen, bunten Schirmen zu bewundern. "Das sieht ja gut aus", freut sich die Kleine. Sandra und Peter sind in unserer Nähe. Mein Tochter winkt herüber. "Huhu", sagt sie.

Aber auch dieser Sprung ist dann zu Ende. Wieder setze ich uns sanft auf. "Wenn ich alt genug bin, dann mache ich das selber", sagt die Kleine forsch. "Wie alt bist Du jetzt?" fragt Peter. "Noch 13, aber fast 14", antwortet meine Tochter. "Dann könntest Du ja bald anfangen?" sagt Peter. "Da müssen wir aber in aller Ruhe mit Mami mal drüber reden", sage ich als wir zur Basis gehen. An der Basis sammelt Peter die Speicherkarten der Kameras ein und lädt die Bilder auf einem Laptop hoch. "Ich schiebe sie gleich auf die Cloud", sagt er, dann könnt ihr sie euch von da holen." Einen Link schickt er auch an meine Tochter. Die schaut gleich nach. "Oh, coole Fotos" staunt sie. "Da kannst Du morgen aber bei deinen Freundinnen punkten", flaxt meine Große. "Bei mir punktet jetzt Kaffee und Kuchen", sage ich grinsend. Es ist noch genug da schlagt zu", sagt Gundula. "Ihr könnt euch auch gerne bedienen", sage ich zu meiner Gattin. Während sie sich noch etwas ziert , schlagen die Mädels schon mal zu. "Das reicht schon für alle", sagt Gundula dann noch. "Total lecker", befindet meine Große. Meine Gattin traut sich dann auch. Wir bleiben noch eine ganze Weile sitzen und schauen noch den Springern der letzten Runde zu. "Morgen mache ich aber eine Pause", sage ich, "das gibt bestimmt einen ordentlichen Muskelkater." Ich habe zwar einen recht gut trainierten Körper, aber die letzten beiden Tage waren trotzdem recht anstrengend. Ist schon was anderen, als alleine zu springen. "Das Wetter soll morgen auch etwas durchwachsener sein", sagt Fritz, "der Wetterbericht kam eben grade vom Tower." "Dann könnten wir ja mal in den Harz", sagt Sandra begeistert. "Ey Du, wer weiß, ob ich einigermaßen krauchen kann", feixe ich, "außerdem sind Deine Eltern zum Mittagessen bei Dir." "Dann eben hinterher", sagt Sandra lächelnd, "zum Kaffeetrinken, ich kenne da schnuckelige Cafes." Meine Töchter sind ebenfalls Feuer und Flamme und ruckzuck hat Sandra mit meiner Gattin was ausgeheckt. Ich schüttele nur lächelnd den Kopf. So langsam löst sich unsere Runde auf. Herzlich verabschieden wir uns alle. Auf dem Parkplatz stehen wir noch kurz zusammen. "Wir telefonieren am besten morgen noch mal", sagt Sandra zu meiner Gattin. "Ja gerne, bis dann", sagt diese. "Wir sind aber auch gut drauf im gegenseitig vor vollendete Tatsachen stellen, was?" flaxe ich, als wir dann nach Hause fahren.

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 18. Mär 2022, 00:44
von Stephanie
Lecker Essen

Wir sind gestern relativ früh ins Bett gegangen. Das Springen hat ja einiges von uns abverlangt. So viel Sprünge macht man ja eher selten. Der große, erwartete Muskelkater bleibt netterweise aus, bei mir. Heute sind wir auch recht früh auf den Beinen. Nach dem Frühstück bereiten wir dann schon mal alles vor. "Wann kommen dann deine Eltern?" frage ich. "Um zehn", antwortet Sandra, "und essen wollten wir dann um halb eins. Ich fange dann auch gleich mit dem Braten an." "OK", sage ich, "bei der Gelegenheit, hast Du hier einen Entsafter, der den Trester halbwegs trocken rauswirft?" "Ja, habe ich", antwortet Sandra und holt den aus einem Schrank. "Was hast Du damit vor?" fragt sie lächelnd. "Da jage ich die rohen Kartoffeln durch, dann muss ich nicht mit der Hand reiben", antworte ich, "geht schneller." "Aha", sagt Sandra grinsend. "Und man muss die geriebenen Kartoffeln nicht noch mühevoll auspressen", antworte ich weiter. "Na da bin ich ja gespannt", sagt Sandra. Ich helfe ihr dann erstmal beim Vorbereiten. Ich schneide schon mal das Gemüse, während Sandra das Fleisch von allen Seiten anbrät. Zwischendrin kommen ihre Eltern an. "Ui, hier wird schon schwer gearbeitet", sagt Hans. Elvira trägt eine große Frischhaltebox und tut geheimnisvoll. Da ich neugierig schaue, geht sie gleich zu Sandra. "Da ist eine Überraschung für Stefanie drin, bitte gut verstecken", sagt Elvira. "Soso", sage ich grinsend. Sandra tut auch geheimnisvoll. Die beiden scheinen sich vorher über irgendwas abgesprochen haben. Sandra hat mittlerweile den Braten zum Schmoren in den Ofen getan. "So, jetzt haben wir noch ein Bisschen Zeit zum Plaudern", sagt Sandra, "Stefanie braucht ungefähr eine Stunde für die Klöße." "Ja schön", sagt Elvira, "da bin ich aber gespannt." Wir plaudern eine ganze Weile. Ich hole dann die Kartoffeln ran und fange an zu Schälen. Elvira hilft mir spontan. "Wieviel braucht man?" fragt Hans. "Ich nehme immer so ungefähr 750 Gramm Kartoffeln pro Person", antworte ich. "So viel?" fragt Hans erstaunt. "Na ja, erstmal werden sie ja noch geschält und von einem Anteil der Kartoffeln ziehen wir ja das Wasser raus", sage ich, "so ungefähr von der Hälfte. Und ganz ehrlich die Klöße sind so Megalecker, da kann man gar nicht genug von essen." "Na gut Steffi", sagt Hans lachend.

Nachdem die Kartoffeln geschält sind teile ich sie zur Hälfte auf. "Ein Teil wird gekocht und zu Kartoffelbrei verarbeitet", sage ich, " die andere Hälfte wird gerieben." "Jetzt habe ich gleich eine Frage", sagt Elvira, "wenn ich sie reibe, werden sie hinterher grün." "Das passiert, wenn Sauerstoff mit der Stärke der Kartoffeln reagiert", sage ich, "das ist nicht schlimm, man schmeckt das auch nicht. Wenn du mit der Hand reibst, dann solltest Du das in einer Schüssel unter Wasser machen." "Aha, das leuchtet ein", sagt Elvira. "Oder man macht es mit einem Entsafter, so wie ich gleich", sage ich, "wenn es trockner raus kommt wird oxidiert es nicht so schnell." Ich schnipple nebenbei den Anteil der Kartoffeln für den Brei klein und koche ihn. "Wenn der Brei fertig ist, schranze ich die rohen Kartoffeln durch", sage ich. Sandra lacht. "Durchschranzen habe ich ja auch noch nicht gehört", gackert sie. "Landpomeranzen-Slang", sage ich grinsend. "Du und eine Landpomeranze", lacht Sandra, "das werde ich dir nie glauben." Elvira staunt die ganze Zeit darüber, wie Sandra und ich uns unterhalten. "Das ist schon interessant, euch beiden zuzuschauen", sagt sie nach einiger Zeit, "so kenne ich meine Sandra noch gar nicht. Ihr ergänzt euch so schön." Sandra lächelt. Nebenbei habe ich schon einen großen Topf mit Wasser zum Kochen gebracht. Den brauchen wir dann für das garziehen der Klöße. "Die gekochten Kartoffeln sind gar", sage ich und verarbeite sie zu einem recht flüssigen Brei. Den lasse ich dann leicht weitersimmern und kümmere mich jetzt um die rohen Kartoffeln. Ich schiebe eine nach er anderen durch den Entsafter. Nebenbei schiele ich immer mal zum Brei, dass der nicht zu stark kocht. "So mal schauen, ob sich im Kartoffelsaft noch Stärke sammelt", sage ich, "die kommt dann noch mit in den Kloßteig. Aber eigentlich hatte die Stärke keine Zeit sich irgendwohin zu verkrümeln." Elvira steht die ganze Zeit neben mir und schaut fasziniert zu. Jetzt rühre ich langsam, Kellen weise den heißen Brei unter die geriebenen Kartoffeln. Der Teig zieht langsam an. "Genauso wollte ich das", sage ich lächelnd zu meinen Zuschauern. Zum Schluss kommt noch etwas Salz ran, dann fange ich an, die Klöße zu formen und lasse sie dann ins siedende Wasser gleiten. Nachdem der letzte drin ist schaue ich noch mal nach. "Die sind gelungen", resümiere ich.

Sandra schaut nach dem Braten. "Der ist fertig", sagt sie dann und holt ihn aus dem Ofen. Hans steht schon mit einem großen Messer bereit. "Das ist jetzt mein Job", sagt er grinsend. Sandra verfeinert nebenbei die Soße. "Das ist aber ganz schön viel Soße geworden", sagt sie dann. "Das ist völlig OK, de Klöße brauchen viel Soße", antworte ich. "Können wir schon anrichten?" fragt Sandra. "Ja, die Klöße schwimmen oben", sage ich, "das ist das Zeichen, dass sie fertig sind." Sandra legt die Bratenscheiben auf die Teller. Ich lege dann einen Kloß daneben. Jetzt kommt ordentlich Soße dazu. "Riechen tut es schon mal sehr lecker", stellt Hans fest. Wir gehen zusammen ins Esszimmer und setzen uns dann an den Tisch. Während ich erst mal den Braten probiere, probieren Sandra, Elvira und Hans die Klöße. Stille am Tisch. "Sind die aber lecker", sagt Elvira als erste. Hans macht übertrieben große Augen. "Stefanie!" sagt er erfreut, "so was leckeres." "Ich schließ mich da mal an", sagt Sandra, "da braucht man gar keinen Braten." "Man gut das Du! das sagst", sage ich lächelnd, "der ist aber sehr lecker, der Braten und vor allem ganz zart." "Das stimmt" sagt Hans, "meine Güte, ist das alles lecker. Hier kommen wir jetzt öfter her." Eine ganze Weile sagt keiner etwas, dazu sind sie zu sehr am Genießen. "Hast Du noch mal einen Kloß, Stefanie?" fragt Hans. "Na klar, mehr als genug", sage ich lächelnd und verteile noch mal. "Die haben aber einen Suchtfaktor", sagt Elvira nett.

"Meine Güte, war das alles lecker", sagt Hans, nachdem wir fertig sind. "Das freut uns", sagt Sandra lächelnd. Gemeinsam räumen wir beide das Geschirr ab. Dann setzen wir uns wieder an den Tisch. "Mit dem Nachtisch warten wir dann noch etwas?" fragt Sandra. "Ja", antwortet Elvira, "erstmal warten bis wieder etwas Platz ist." "Nachtisch?" frage ich erstaunt, "wir haben doch gar nichts vorbereitet." "Nee, wir nicht", antwortet Sandra geheimnisvoll, "aber Mama schon." Stimmt! Elvira hatte ja vorhin eine Box dabei. "Na gut, dann bin ich mal gespannt", sage ich. "Sage mal Töchterchen", sagt Hans zu Sandra. Die glüht erstmal im Gesicht auf. "Menno Papa, das sollst Du doch nicht immer sagen", protestiert sie. "Niedlich!", sage ich lächelnd. "Hach je", seufzt Sandra. "Was ich fragen wollte", sagt Hans weiter, "der Poolumbau, ist das immer noch ein Thema?" "Oh ja", antwortet Sandra. "Wie hast Du Dir das vorgestellt?" fragt Hans. "Ich habe schon mal ausgemessen und erste Entwürfe angelegt", antworte ich. "Okay", sagt Hans etwas erstaunt, "da habe ich jetzt nicht mit gerechnet." Ich lächele. "Ich habe zwar mein Laptop nicht dabei", sage ich, "aber wenn ich deins nutzen kann, kann ich das gerne zeigen." "Jaaha, gerne", sagt Sandra leicht verwundert und gibt mir ihr Laptop. "Online-Speicher, Sandra", antworte ich vorweg auf die vermutete Frage. "Boah! Sie immer mit ihrem Telegrammstil", feixt Sandra. Ich rufe online die Datei auf. Die geht natürlich erstmal nicht auf, weil sie eine CAD-, eine .dgn Datei ist. "Typisch Bankerin", flaxe ich, "hast keinen dgn-Viewer drauf." "Ey Stefanie", spielt sich Sandra übertrieben auf. "I-hi!" sage ich nur. "Und dann dieses "I-hi" auch noch", sagt Sandra weiter. Elvira und Hans lächeln. "Ist schon schön euch beiden zuzuschauen", sagt Elvira. "Das hat bisher auch kaum jemand geschafft, mich so liebevoll hochzunehmen", sagt Sandra dann lächelnd zu mir "und das ist echt noch harmlos." "Tütü", sage ich nur und schaue zur Decke. "Klasse, Steffi", sagt Hans lachend. Ich habe nebenbei den Viewer drauf geladen. "Moment!" sagt Sandra, "nicht dass ihr glaubt, das kleine blonde Dummerchen hat keine Ahnung von Elektronik". "Du kannst das aber auch sehr gut, dich selber auf den Arm zu nehmen", sage ich lachend. "Von wem ich das wohl habe"¦?" sagt Sandra lächelnd zu mir. Sie steht auf und geht zu ihrem Fernseher. Das ist ein recht großes Ding und steht auf einem Ständer mit Rollen. Das ganze Ding schiebt sie an unseren Tisch. Elvira und Hans staunen die ganze Zeit über unsere lockere Interaktion. Sandra hält mir dann noch ein Kabel hin, welches ich am Laptop anschließen soll.

Auf dem Fernseher erscheint dann das Bild was ich auf dem Laptop habe. Als erstes sieht mal da Poolhaus von außen. "Das sieht ja fast wie ein Foto aus", staunt Hans. "Ja, mit den CAD-Programmen heutzutage kann man schon einiges anstellen", sage ich grinsend. "Ich habe zwar nicht viel Ahnung", sagt Hans, "aber welches hast Du benutzt?" "Micro-Station", antworte ich, "das wird gerne für 3D-Layouts genommen. Das habe ich auf der Technikerschule kennengelernt." Hans nickt anerkennend. Als nächstes klicke ich ins Haus. "So sähe es aus, wenn nichts drinsteht", sage ich. Dann klicke ich eine Funktion an, die langsam die Konstruktion aufbaut. Staunend schauen die Drei hin. "Sagenhaft", sagt Elvira. Zum Schluss ist ein rechteckiger Pool zu sehen, der 10 x 20 Meter groß ist. "Das ging ja alles ein bisschen fix", sagt Hans, "aber ich habe kurz so was wie Rohre gesehen." "Jepp", sage ich in und klicke in die entsprechende Ebene. "Boah, wann hast Du denn das alles gemacht?" fragt Sandra. "Immer mal zwischendurch", antworte ich lächelnd, "aber ob das so funktioniert, muss dann ein Schwimmbadbauer entscheiden." Sandra schaut ihren Vater an. "Du kanntest doch mal den Chef von der einen großen Firma hier", sagt sie. "Den kenn ich immer noch gut", sagt Hans lächelnd, "den kann ich gerne mal fragen." "Das wäre toll", freut sich Sandra. "Ich melde mich dann wieder bei euch", sagt Hans, "auf die Zeichnungen können die dann zurückgreifen?" "Natürlich", antworte ich.

"Passt schon wieder etwas rein bei euch?" fragt Elvira lächelnd. "Ich glaube schon", antworte ich. "Möchtet ihr einen Kaffee dazu?" fragt Sandra. "Gerne einen Cappuccino", antworte ich. Sandra geht mit Elvira in die Küche. "Kannst Du mit dem Programm auch eine Modelleisenbahn zeichnen?" fragt mich Hans. "Na klar", antworte ich, "habe ich bei meiner auch gemacht. Zwar nicht ganz von Anfang an, aber der ganze Bahnhof ist damit konstruiert." "Na dann bist Du schon mal gebucht", sagt Hans lachend. "Ja gerne", antworte ich, "das Schöne daran ist, das man relativ schnell Änderungen einbringen kann." Elvira und Sandra sind wieder aus der Küche zurück. "Na? Es geht wieder um deine Eisenbahn, was?" scherzt Elvira. Sandra stellt uns die jeweiligen Kaffeespezialitäten hin. Elvira hat einen großen Teller mit einem Tuch drüber, den sie auf den Tisch stellt. Dann zieht sie langsam und lächelnd das Tuch weg. Zum Vorschein kommen "¦ "¦ Mandelhörnchen! Ich mache große Augen vor Staunen. "Mein Gott, das halten meine Arterien nicht aus", flaxe ich dann. Elvira lacht. "Ich habe da einen dezenten Hinweis von Sandra bekommen", sagt Elvira. "Das ist ja toll", freue ich mich, "selbstgemacht?" "Ja, ist ein Familienrezept", sagt Elvira. Ich probiere dann auch gleich eins. "Mmmh, oberlecker", sage ich. "Das freut mich", sagt Elvira. "Die haben aber ein Suchtpotenzial", flaxe ich weiter und nehme mir noch eins. "Auf die Figur brauchst Du auch nicht achten", sagt Sandra lächelnd, "du wirst gestern mit Sicherheit einige Kilos verloren haben." Ich zwinkere ihr zu. Wir erzählen dann auch noch vom gestrigen Tag.


"Habt ihr heute noch was auf dem Programm?" fragt Elvira. "Ich wollte Stefanie in den Harz schleppen", sagt Sandra, "ihre Family wollte auch dahin kommen." Ich verdrehe nur die Augen. "Sandra hat das gestern alles schon gemanagt", sage ich dann noch. "Dann kannst Du ja am Haus mal nach dem Rechten schauen", sagt Hans. "Das wollte ich auch tun", sagt Sandra und schaut mich verschmitzt an. "Du wirst es sicherlich gleich aufklären", sage ich grinsend, "oder soll ich erstaunt tuen?" Die drei lachen. "Diese Art mag ich einfach an Steffi", lacht Hans. "Na ja, Mutter und Vater im Immobilien- und Bankgeschäft ganz oben", flaxe ich, "da bleibt eigentlich nur die Frage, wie groß die Überraschung ist, die da gleich kommt." "Hihi!" sagt Sandra. Ihre Eltern lächeln auch. "Die Familie meiner Mutter kommt aus ursprünglich Bad Harzburg", sagt Elvira, "das Elternhaus haben wir Kinder behalten und nutzen es gerne als Wochenendhaus." "Das ist aber schön", sage ich "und wo ist es gelegen?" "In der Nähe vom Stadtpark", sagt Elvira lächelnd und nennt noch die genauer Adresse. Ich nicke leicht. "Ja, das ist schon eine noble Ecke da", sage ich leicht flaxend, "bin ich denn dann richtig angezogen?" "Na klar, Steffi, Du bist immer chic", sagt Hans lächelnd, Elvira nickt. Sandra lächelt mich an. "Und eine gesunde Gesichtsfarbe hast Du", sagt sie dann. Ich winke nur ab. "So wir würden dann wieder losfahren", sagt Sandras Vater. "Ja, schön dass ihr da wart, dass das so kurzfristig geklappt hat", sagt Sandra. "Gerne und vielen Dank für das leckere Mittagessen", sagt Elvira, "das mit den Klößen müssen wir aber noch mal vertiefen." "Sehr gerne", antworte ich. Wir begleiten die Beiden dann noch zum Auto und winken dann noch hinterher.

Re: Blutengel

Verfasst: Mi 6. Apr 2022, 11:03
von Stephanie
Bad Harzburg

Sandra ruft bei meiner Gattin an und klärt mit ihr den weiteren Verlauf. "Ich koche jetzt noch Kaffee, Kakao und einen Tee zum mitnehmen", sagt Sandra, "außerdem hat Mama uns noch jede Menge Mandelhörnchen hiergelassen, die wollte ich auch mitnehmen." "Prima, falls wir eine Runde gehen, können wir noch ein zweites Kaffeetrinken unterwegs machen", sage ich. "So dachte ich mir das", sagt Sandra. Wir packen noch Becher ein und natürlich die Hörnchen. "Ich glaube ich ziehe mich nicht mehr um", sage ich. Ich lasse das Kleid einfach an. Wie üblich trage ich ein Skaterkleid. Heute ist es ein Blaues mit kurzen Armen. Passende Turnschuhe zum Spazieren gehen habe ich auch. "Für die meisten Wege da reicht das auch", sagt Sandra und zieht sich ebenfalls welche an. Dann gehen wir zu ihrem Auto. "Fährst Du?" fragt sie mich und hält mir den Schlüssel hin. "Kann ich machen", antworte ich. "Dann kann ich noch mal mit deiner Family telefonieren", sagt Sandra. Wir steigen ein und fahren los. Auf der Stadtautobahn ruft sie meine Family an und sagt, wo sie hinfahren sollen. "Ihr könnt dann schon mal auf den Hof fahren", sagt Sandra, "falls ihr eher da seid." Wir verlassen das Stadtgebiet. "Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben", sagt Sandra grinsend, "jetzt kannste mal richtig Gas geben." Ich schaue sie an. "Ich traue mich nicht", sage ich mit schüchternen Blick. Sandra schüttet sich vor Lachen aus. "Du bist so eine", sagt sie dann noch. Ich trete dann aber doch aufs Gas. "Ja, das ist schon ordentlich", sage ich als der Wagen loszieht. Aber richtig schnell fahren kann man trotzdem nicht. "Ziemlich viele Ausflügler hier", befindet Sandra, "ganz schön voll für einen Sonntag."

Trotzdem kommen wir gut durch. In einer knappen Dreiviertelstunde sind wir da. Ich fahre an der angegebenen Adresse auf den Hof und staune erstmal über das Haus. Sandra genießt mein Staunen. "Ja OK, ihr habt in der Familie mit Immobilien zu tun, aber erstaunen tut es mich doch immer wieder", sage ich lächelnd. Kurz danach kommt meine Gattin auf den Hof gefahren. Die Mädels sind auch mit dabei. Auch sie steigen staunend aus. "Das ist ja toll, das fiel mir früher immer schon auf, das Haus", sagt meine Gattin staunend. "Herzlich willkommen", sagt Sandra mit einem strahlenden Lächeln. "Coole Hütte", sagt meine Kleine noch. Dann gehen wir neugierig rein. Sandra führt uns durch. "Es sind in den oberen beiden Stockwerken so eine Art Ferienwohnungen drin", sagt Sandra, "unten ist es dann für die Familie. Vermieten tuen wir es aber nicht. Nur für Familie und Freunde." "Toll", sagt meine Gattin. Noch bevor sie weiter fragt, sagt Sandra zu ihr: "Wenn ihr mal Bedarf habt, könnt ihr mich gerne anrufen." Jetzt ist meine Gattin richtig erstaunt. "Danke schön", sagt sie dann erfreut. Ich staune die ganze Zeit, wie gut sich Sandra mit der Gattin versteht. "Wollen wir nur Kaffeetrinken oder noch eine Runde gehen?" fragt Sandra. "Den Burgberg hoch!" fordert die Kleine. "Können wir gerne machen", sagt Sandra, "Kaffee, Kakao, Tee, und was Süßes haben wir mit." "Ja toll", sagt meine Gattin, "dann lass uns das machen." Wir packen unsere Sachen für Unterwegs zusammen und machen uns auf den Weg.

Durch den Kurpark geht es zur Talstation der Seilbahn. "Wo ich grade das Restaurant an der Talstation sehe", sagt meine Gattin, "da könnten wir hinterher noch einen Hamburger essen." Die Idee hatte ich auch", sagt Sandra lächelnd. "Unbedingt!", antwortet die Große lachend. "Gehen wir dann hier vorne den kürzeren Weg hoch?" fragt Sandra. "Ja klar!", antworten meine Töchter und ich. Unterwegs bewundern wir öfter den Ausblick. Entgegenkommende bewundern unsere Mädelsgruppe dann auch. Ich werde verstärkt angeschaut, weil ich die einzige bin, die im Kleid unterwegs ist. Ein älterer Herr bleibt stehen und schaut hinter uns her, was aber sofort zum Unmut seiner Frau führt. "Wo schaust Du denn schon wieder hin?" schnauzt sie ihn dann auch an. Beim Weitergehen grinse ich und schüttele leicht den Kopf. Meine Gattin beobachtet mich hin und wieder. "Wie nimmst Du das denn wahr?" fragt sie mich dann auch. "Solange sie normal schauen, ist es mir eigentlich egal", antworte ich, "aber es sind auch so einige dabei, die glotzen so doof, das regt mich bisweilen auf." Meine Gattin grinst zustimmend. "Jetzt kannste mich bestimmt ein wenig verstehen", sagt sie dann noch. "Joa!" antworte ich, "aber mit einen Unterschied, ich weiß, was die Kerle denken." "Da hat sie uns was voraus", sagt Sandra. "Teilweise, früher hat mir der"¦, wie sagst du immer? Zwillingsbruder? "¦ die Geheimnisse männlicher Denkweisen beim Auftauchen von Frauen erzählt", sagt meinen Gattin grinsend. "Soso, aha!" "sagt Sandra lachend.

Wir kommen dann oben auf dem Burgberg an der Bergstation der Seilbahn an. Dort steht eine Gruppe von Männern. Natürlich glotzen sie uns an. Meine Gattin ist schon wieder leicht genervt. Leichte Pfiffe sind auch zu hören. Ich gehe schneller vor den anderen auf die Gruppe der Typen zu. "Oh, oh", sagt Sandra grinsend. Ich komme bei der Gruppe an. Etwas irritiert schauen sie. "Wer ist hier der Anführer?" frage ich. Da sie wohl nicht damit gerechnet haben kommt keine Antwort. "Hier, ey, ihr wollt doch nicht sagen, dass ihr kein Alpha-Männchen habt", frotzele ich weiter. Umstehende und vorbeigehende schauen amüsiert zu. Der Gruppe wird das allmählich peinlich. "Passt auf, wir haben Minderjährige dabei und ich fände es ganz OK, wenn die nicht durch doofe Sprüche versaut werden!" sage ich weiter. Meine Family und Sandra haben sich das ganze angeschaut und sind am Grinsen. Zusammen gehen wir an den Typen vorbei. Sandra zwinkert frech. Ich gehe hinten. "Unglaublich, ohne Alpha-Tierchen", sage ich beim Passieren, "in meiner Sturm und Drangzeit ging das ja gar nicht." Jetzt fällt den Typen anscheinend nichts mehr ein, betreten schauen sie weg. Meine Mädels laufen jedenfalls schnell vor. Außer Reichweite müssen sie erstmal lachen. "Ist sie immer so?" fragt meine Gattin Sandra, "ich kenne das so von früher gar nicht." "Ich kenn sie nur so", sagt Sandra gackernd. "Ich bin tatsächlich etwas forscher und mutiger geworden", sage ich dann noch, "frau muss ja Prioritäten setzen." "Ja, OK, lacht die Gattin. Meine Töchter sind auch maximal erheitert. "Hinten an der Säule sind noch Bänke frei", ruft meine Kleine und läuft mit er Großen hin. Wir drei gehen hinterher. Dort setzen wir uns hin. "Schöne Aussicht heute", sage ich, "da kannste bis nach Braunschweig schauen." Sandra verteilt die Becher und fragt, wer was trinken möchte. Nachdem das erledigt ist, holt sie die Mandelhörnchen raus. Meine Gattin und die Kids staunen. "Boah! So viele", staunt die Kleine. "Greift zu", sagt Sandra. Meine Gattin grinst mich an, was Sandra verwundert. "Sie kennt das Mandelhörnchen-Geheimnis auch", sage ich dann zu Sandra. Dann erklärt Sandra noch die Hintergründe warum wir die Hörnchen mit haben. "Steffi kann übrigens auch Mandelhörnchen backen", sagt meine Gattin dann. "Und die sind auch ziemlich lecker", sagt meine Große. "Verratet doch nicht gleich alles", protestiere ich gespielt. "Gut zu wissen", lächelt Sandra. "Aber deine Mutter muss ich mal nach dem Rezept fragen", sage ich, "die schmecken genauso, wie die im Cafe im Schloss neulich." "Stimmt", sagt meine Gattin. "Ja, jetzt wo du es sagst", bemerkt Sandra.

Wir bleiben eine ganze Weile sitzen. Meine Töchter haben Ferngläser mit und schauen in die Ferne. "Die ganzen hohen Gebäude in Braunschweig sieht man total gut", sagt die Große begeistert. "Ist schon toll hier oben", sage ich dann noch. So langsam sind wir dann auch fertig mit der Kaffeezeit. Unsere Utensilien haben wir verstaut. Wir gehen noch mal über das Gebiet der Burgruine. Von da aus machen wir uns auf den Weg nach unten. Wir gehen jetzt den einen gefestigteren Weg hinunter. Unterwegs rufe ich in dem Restaurant an der Talstation an uns reserviere uns einen Platz. "Gute Idee", sagt meine Gattin, "das ist immer sehr voll da." Ich nicke zustimmend. Sandra und meine Gattin gehen zusammen und sind die ganze Zeit am Erzählen. Ich gehe mit meinen Töchtern dahinter. Wir drei sind die ganze Zeit am rumblödeln. Bald sind wir dann unten im Tal und machen uns auf zum Restaurant. Fast pünktlich zur reservierten Zeit kommen wir dort an. Ein Tisch ist auch schon frei. Wir setzen uns hin. Meine beiden Mädels setzen sich auch gleich zu mir. Meine Gattin schaut uns an, bevor sie etwas sagen kann, sagt meine Kleine: "Das ist schon ganz schön cool, mit Frau Papi!" Meine Gattin lächelt dann auch nur. Ein älterer Herr am Nachbartisch schaut erstaunt zu uns rüber. Ich schaue zu ihm, lege ein bezauberndes Lächeln auf und schiebe mit beiden Händen meine Haare aus dem Gesicht nach hinten. "Rudolf!" zischelt die Begleiterin des Herrn ihn an. Ertappt dreht er sich um. Sandra und meine Gattin müssen sich das Lachen verkneifen. "Die weiß wie es geht", sagt meine Gattin grinsend. Die Aussage erstaunt mich mal wieder, aber ich lasse sie unkommentiert.

Eine Bedienung kommt und nimmt die Bestellung auf. Da wir schon öfter hier waren, erkennt sie zumindest meine Frau und die Mädels. Das sie Sandra persönlich kennt überrascht mich schon gar nicht mehr. "Heute mal nur mit Freundinnen unterwegs?" fragt die Bedienung locker, " den Vati mal zu Hause gelassen?" Mir läuft ein leichtes Grinsen über die Wangen. Mein Große beantwortet die Frage dann kurz mit: "Fast!" Die Bedienung ist leicht verwirrt. "Kommt dann noch nach?" fragt sie weiter. Ich schaue die Bedienung lieb lächelnd an, schüttele den Kopf und sage nur: "Nee." ""OK", sagt die Bedienung, schaut mich aber genauer an, dann geht sie zurück. Unterwegs dreht sie sich noch mal um. Ich zwinkere ihr zu. "Natürlich könnte ich auch mit der Tür ins Haus fallen", sage ich grinsend, "aber man kann die Leute auch mal auf die Folter spannen." "Ja, das kannst Du gut", lacht meine Gattin. Die Bedienung kommt mit den Getränken wieder. Man sieht schon von weitem, dass es in ihrem Kopf rattert. Als sie mir die bestellte Apfelschorle hinstellt, fragt sie etwas unschlüssig: "Äh, hm, sind Sie"¦?" Sie macht eine kurze Pause und verteilt die anderen Getränke. "Ja und Nein", antworte lächelnd ich auf die angefangene Frage. Dann erkläre ich es doch etwas genauer. "Das ist ja ein Ding", sagt die Bedienung lächelnd. "Aber die Ähnlichkeit müsste man noch sehen", sage ich noch. Die Bedienung nickt, dann geht sie wiederum zurück. Dann bekommen wir auch unsere Hamburger serviert. "Die sind aber auch oberlecker", sage ich erfreut. "Stimmt", ergänzt die Kleine.

Wir lassen uns Zeit beim Essen, genießen es und reden auch ganz wenig. "Sehr lecker", sagt Sandra dann. Da können wir anderen nur zustimmen. Eine Weile erzählen wir noch. Die Bedienung kommt und räumt ab. "Haben Sie noch einen Wunsch?" fragt sie freundlich. "Ich könnte noch einen Espresso zum Aufräumen gebrauchen", sage ich lächelnd. "Gute Idee", sagen meine Gattin und Sandra gleichzeitig. Meine Große nimmt auch einen, was mich etwas erstaunt. "Ich konnte es nicht verhindern", sagt meine Gattin grinsend, "sie schlägt halt zu doll nach Dir." "Noch "˜ne Kaffeenatter", sage ich kopfschüttelnd. "Genau!" sagt die Große lachend. Beim Bezahlen drängelt sich diesmal meine Gattin vor. "Ein heftiges Kopf an Kopf-Rennen, welches P. knapp für sich entscheiden konnte", frotzele ich. "Menno", sagt Sandra gespielt trotzig. Sandra bedankt sich dann aber ganz lieb bei meiner Gattin, ich natürlich auch. Auf dem Weg zurück zum Haus von Sandras Mutter, sagt meine Gattin: "Wir müssen uns dann bald mal zusammensetzen, wie das dann mit der Wohnung weitergehen soll." "Ja gerne", antworte ich und kratze dabei leicht an, dass ich nach dem Urlaub etwas mehr Gehalt bekomme. "Oh, cool, vielleicht reicht das ja, das wir die Wohnung behalten", freut sich die Große. "Wäre auch mein Wunsch", sage ich. Meine Gattin nickt leise.

Dann stehen wir schon vor dem Haus. "Wir würden dann auch schon nach Hause fahren", sagt meine Gattin. "Ja, ich denke wir auch, oder Stefanie?" fragt Sandra. Ich nicke. Dann verabschieden wir uns voneinander. "Danke nochmal", sagt meine Gattin. "Ich danke euch auch, das war doch ein schöner Nachmittag", sagt Sandra. "Finde ich auch", füge ich hinzu. Dann fährt meine Gattin vom Hof. Sandra schaut nochmal, ob am Haus alles zu ist. "Fährst Du wieder?" fragt sie mich. "Na klar", sage ich. Dann fahren auch wir vom Hof. Das Hoftor geht automatisch zu. "Auch cool", sage ich. Die Autobahn ist jetzt etwas freier und ich trete mal ordentlich aufs Gas, da wo keine Geschwindigkeitsbegrenzung ist. "Holla Madame", grinst Sandra, "mal sehen, ob wir deine Family noch einholen." "Keine Chance", sage ich grinsend, "die Dame fährt auch nicht grade langsam." "Hihi", sagt Sandra, "die passt schon in die Welt." Ich schaue Sandra kurz an. "Sie hat das jetzt akzeptiert, dass Du Stefanie bist", sagt Sandra, "hat sie mir vorhin gesagt, als wir runtergegangen sind." "Aha! Sie kennt ja auch alle Unterlagen und Gutachten zu dem Thema", sage ich, "mal sehen, wie es dann weitergeht." Wir kommen dann an der Stadtgrenze von Braunschweig an. Meine Familie haben wir nicht mehr einholen können. "OK. Dann fährt sie ja auch einen ordentlichen Socken", kommentiert Sandra das noch. Bald fahren wir dann bei ihr auf den Hof. "Hast Du noch Appetit auf ein Abendbrot?" fragt Sandra. "Nöö, das war schon reichlich heute", antworte ich lächelnd, "aber ein Mandelhörnchen geht noch." "Einen Cappuccino dazu?" fragt Sandra. "Gerne", sage ich. "Dann mach doch schon mal eine Lufti seeklar", sagt Sandra lächelnd. "Sehr gerne", sage ich und gehe zum Pool. Kurz danach kommt Sandra mit den Cappus und den Hörnchen. Nacheinander klettern wir auf die Badeinsel. "Hach, ein schöner Ausklang des Tages", freut sich Sandra. Wir bleiben noch lange sitzen und lassen uns über den Pool treiben.

Re: Blutengel

Verfasst: Sa 16. Apr 2022, 18:56
von Stephanie
Folgetermin mit Umweltamt

Sandra hat die nächsten drei Tage ein Seminar mit Übernachtung im Schulungscenter im Harz. "Da hätteste auch gleich da bleiben können", feixe ich. Sandra lächelt. "Habe ich auch schon ein paarmal gemacht", antwortet sie, "aber ich muss nachher noch kurz in die Firma, ein paar Sachen holen." Ich bereite schon mal das Frühstück zu, während Sandra noch im Bad ist. Kurz danach kommt sie dann auch. Ich schaue sie an. "Was denn?" fragt sie frech. "Das Makeup ist cool", sage ich, "ganz dezent. Das musst du mir unbedingt mal zeigen." "Gerne", sagt Sandra, "das lege ich gerne für Seminare auf. Damit man etwas unauffälliger wirkt." "Das ist echt toll", sage ich. Meine Makeups sind eher etwas auffällig. Das kommt halt noch aus der Zeit, wo ich den Bartschatten wegtarnen musste. Ein wenig dezenter würde mir auch stehen. Aber jetzt frühstücken wir erstmal. "Was machst Du dann so den Rest des Tages?" fragt Sandra. "Ich wollte zur Spedition, schauen ob Post aufgelaufen ist", sage ich, "und dann wollte ich mal versuchen, die Regenbogen-Badeinsel zu reparieren." "Ja, schön", sagt Sandra, "da fällt mir noch was ein, was du vielleicht auch mitnehmen könntest." "Was denn?" frage ich neugierig. "Ich habe da so einen Luftsessel", sagt Sandra, "da ist die Rückenlehne vom Sitz teilweise abgerissen." "Wie sieht denn der Sessel aus?" frage ich weiter. "Ziemlich groß, Sitz, Seiten- und Rückenlehne alles Rechteckig", sagt Sandra, "und nur eine Luftkammer." "Ich glaube ich, weiß was du meinst", sage ich und suche auf meinem Smartphone ein Bild. Das habe ich auch bald gefunden. Ein Bild, wo ich ziemlich lasziv in so einem Luftsessel sitze. "So einer hier?" frage ich und zeige ihr das Bild. Sandra schaut hin, macht große Augen und sagt erstaunt: "Stefanie!!? Ja"¦aa"¦ genau, "¦so einer. Und dann Du darauf. Ist das ein schönes Bild." Sandra kann gar nicht ihre Augen von dem Bild nehmen. Begeistert tippt sie auf das Handy, wenn das Bild verschwindet. "Ich schicke dir mal die Serie", sage ich lächelnd. "Ja gerne!" sagt sie verträumt.

Während ich den Frühstückstisch abräume, holt Sandra den defekten Sessel aus dem Keller. Auf dem Rückweg bringt sie auch noch die kaputte Regenbogen-Insel vom Pool mit. "Da bin ich aber gespannt", sagt sie. "Wenn ich es nicht hinkriegen sollte, von den Sesseln habe ich noch den ein oder anderen", sage ich. "Wie jetzt, die waren doch schon immer total selten und schwer zu kriegen", sagt Sandra. "Wenn man weiß, wo man suchen muss", sage ich und lasse den Satz offen. "Du bist schon ein Geschenk des Himmels", sagt Sandra begeistert. "Hui, das ist mal eine Ansage", antworte ich und glühe sofort auf. "Niedliches Ding, Du", sagt Sandra dann noch. Lächelnd atme ich tief durch. Anschließend gehen wir zu ihrem Auto und verstauen alles. Zuerst fährt Sandra wieder zu meinem Auto, das noch auf dem Parkplatz am Werk steht. Dort laden wir alles um. Dann bringt sie mich natürlich wieder vor die Halle. "Stefanie, mir geht dieses Bild mit dem Luftsessel nicht aus dem Kopf", sagt Sandra aufgeregt. "Auweia, dann hätte ich Dir die Serie nicht schicken sollen", sage ich grinsend, "am besten Du schaust Dir das erst nach Seminarende heute Abend an." "Natürlich!" sagt Sandra lachend, "ich bin ja Gottseidank nicht neugierig." Ich zwinkere ihr zu. "Ach noch was", sage ich, "soll ich vielleicht bei Dir so lange übernachten? Dann hätten Deine Schnurrer jemanden." "Ja klar, sehr gerne", sagt Sandra. Einen Kuss gibt es noch zum Abschied. "Wir hören uns im Laufe des Tages", sagt sie dann noch. Dann fährt sie los.

Mein Arbeitstag verläuft ruhig. Zwischendrin klingelt mein privates Handy. Die Nummer vom Umweltamt wird angezeigt. "Na, mal sehen, wer sich da jetzt meldet", denke ich mir und melde mich ganz normal. "Hallo Frau Boe", sagt eine nette Frauenstimme, "Rie"¦ hier." "Ja guten Tag", sage ich erfreut. "Frau Boe, ich habe mich durch die Unterlagen gewühlt und eine Entscheidungsvorlage vorbereitet", sagt Frau Rie"¦ , "wann hätten Sie Zeit für mich?" "Oh", sage ich erstaunt, "Online sofort, sonst könnte ich halb Drei bei Ihnen sein." "Hm, ich habe dann bis Drei zu tun", sagt Frau Rie"¦, "können wir uns auch um halb vier vor Ort treffen?" "Ja gerne, das können wir machen", antworte ich, "melden Sie sich einfach in der Werkstatt, da werde ich wohl anzutreffen sein." "OK, bis dahin", sagt Frau Rie"¦ dann. Ich informiere noch meinen Onkel, dann widme ich mich meiner Arbeit. Da Sandra heute nicht in der Firma ist, mache ich auch nur einen kurzen Aufenthalt in der Kantine. Um kurz vor drei mache ich mich auf den Weg zum See. Eine gute Viertelstunde später bin ich dann da. "Gut durchgekommen", denke ich mir und parke vor der Werkstatt. Draußen ist eben keiner, aber die Tür ist offen. Ich hole die reparaturbedürftigen Luftis aus dem Kofferraum und gehe in die Werkstatt. "Chefin, schön Dich zu sehen", begrüßt mich Thomas, "was hast Du denn dabei?" "Ich wollte mal schauen, ob ich das mit den Kunststoffschweißgeräten reparieren kann", sage ich. "Ja cool, gib mal Rückmeldung", sagt Thomas. Ich sage ihm auch, dass die Dame vom Umweltamt gleich erscheint. "Sie ist ganz anders drauf, als ihr Vorgänger", sage ich, "viel netter." "Na dann", sagt Thomas erfreut. Ich gehe noch mal zum Bootshaus runter, weil ich da eine Tasche mit verschiedenen, farbigen PVC-Folienstücken zum Flicken habe. Alles aus Luftis, die nicht mehr zu retten waren. Mit der Tasche gehe ich wieder hoch. Als ich über den Hof gehe, kommt ein Auto auf selbigen gefahren. Ich erkenne Frau Riem"¦ und weise sie auf den Parkplatz. "Hallo, Frau Boe", sagt sie erfreut. Genauso nett grüße ich zurück.

"Wir können dahinten ins Büro gehen", sage ich, "oder in die Werkstatt hier." "Das ist egal", sagt sie lächelnd, "nur ein Tisch wäre gut. Aber die Werkstatt macht neugierig." "Na dann gehen wir mal herein", sage ich. Drinnen stelle ich den anwesenden Frau Rie"¦ vor. Frau Rie"¦ schaut sich um. "Nett hier", sagt sie, "sagen Sie mal, nehmen sie auch Aufträge an?" "Ja seit einigen Wochen", sagt Thomas, "wir haben eine GbR gegründet. Können wir ihnen irgendwie helfen?" "Ja ich habe eine alte Vespa, die nicht mehr so richtig will", sagt Frau Rie"¦ . "Da können wir gerne mal draufschauen", sagt Thomas, "Kalle und ich haben da Ahnung von." "Das wäre ja Prima", sagt Frau Rie"¦ erfreut. Dann wenden wir uns dem eigentlichen Thema zu. Wir stellen uns an den großen Tisch in der Werkstatt. "Ja, der ist gut" sagt Frau Rie"¦ . "Brauchen wir noch mal die Zeichnungen vom Gelände?" frage ich. "Ja gerne", sagt Frau Rie"¦ . Ich breite die Zeichnungen aus. Frau Rie"¦ packt ihre Unterlagen aus. Zwischendrin kommt mein Onkel an. Ich stelle ihn vor, aber er hält sich zurück. Wir gleichen dann die Unterlagen mit der Zeichnung ab. "Prima, die ganzen Bezeichnungen der Flurstücke passen", sagt Frau Rie"¦ , "nichts vergessen." "Ja, sieht gut aus", sage ich. Dann legt sie das Schriftstück vor, welches die Rücknahme des Gebietes aus dem Naturschutz heraus nimmt. "Das ist soweit fertig und von allen Fakultäten unterschrieben", sagt Frau Rie"¦ , "von Ihnen brauche ich nur die Unterschrift, dass sie es gesehen haben." Ich schaue zu meinem Onkel. "Mach mal", sagt er lächelnd, "Du hast es ja die ganze Zeit begleitet und die Vollmachten hast Du ja auch." "Ok", sage ich . Frau Rie"¦ lächelt. Ich schaue mir die Dokumente noch kurz an, dann bestätige ich sie durch meine Unterschrift. "Super", sagt Frau Rie"¦ lächelnd , "wenn Sie jetzt keine ganz großen allgemeine Verstöße machen, dann lassen wir sie auch in Ruhe. Sie haben ja auch eigene Regelungen, wie ich neulich erfahren habe." "Genau", sagt mein Onkel, "das Gelände ist mit Stefanie schon in guten Händen." "Unsere "Bio-Steffi"" flaxt Harald, der seit einiger Zeit dabei steht. "Ey!" sage ich nur grinsend. "Dann war es das, von meiner Seite", sagt Frau Rie"¦, "wenn keine Fragen mehr sind, ansonsten jederzeit gerne anrufen." Dann begleite ich sie noch raus. "Vielen Dank nochmal", sage ich, "aber eine Frage hätte ich noch." Frau Rie"¦ lächelt. "Ja?!" fragt sie. "Ihr Vorgänger, der Herr Domb, was macht der jetzt?" frage ich. "Auf die Frage haben ich gewartet", sagt Frau Rie"¦ lächelnd, "der ist in das Bauamt versetzt worden. So nach und nach sind da einige Verfehlungen seinerseits aufgedeckt worden." "Aha", sage ich staunend und erzähle ihr von den Vorfällen, das einige Angler sagten sie hätte von Herrn Domb"¦ die Mitteilung bekommen, der See wäre zum Angeln freigegeben. "Ja, das ist aber nur ein Teil", sagt Frau Rie.. ," da sind noch ganz andere Sachen gelaufen. Aber da darf ich nichts zu sagen." "OK", sage ich, "Hauptsache, hier kehrt etwas Ruhe ein." "Auf alle Fälle", sagt Frau Rie"¦ . Dann fährt sie vom Hof.

Ich gehe zurück in die Werkstatt. "Die Dame ist ja mal schwer in Ordnung", sagt Thomas. "Ja, und vor allem weiß sie wovon sie spricht", sage ich. "Man muss ja auch mal Glück haben", sagt Harald. "Ich fahre dann mal wieder", sagt mein Onkel, "Post habe ich schon erledigt." "Ja cool", freue ich mich, "Grüße auch an Tantchen." Ich gehe dann weiter nach hinten, wo die Kunststoffschweißgerät stehen. Die Geräte schalte ich schon mal an. Dann messe ich die Materialstärke der Luftis. Der Sessel von Sandra hat die dickere Folie, dafür ist die Regenbogeninsel vom Aufwand her leichter zu schweißen. Ich teste erstmal an zwei Folienstücken aus meinem Flickenarsenal. Nach ein paar versuchen habe ich die Einstellungen raus. Zwischendrin kommen Kristin und Jessi rein. "Wie schauen dir mal auf die Finger", sagt Kristin lächelnd. Die Schweißgeräte stehen auf einem langen Tisch. Darauf breite ich die Insel aus. "Das ist ja mal ein cooles Ding", sagt Jessi, "aber woher kommen den die Risse?" Während ich das erkläre bereite ich das Schweißen vor. "Alter, das ist ja ein scheiß Typ", sagt Jessi, als ich mit der Erklärung fertig bin. Ich nicke still. Ich habe ein passendes Stück Folie von innen unter den Riss gelegt, damit beim Schweißen nicht die untere Folie mit angeschweißt wird. Dann fixiere ich an einigen Stellen den Riss mit Punktschweißen. Dann lege ich den eigentlichen Flicken von oben drauf. Am zweiten Schweißgerät habe ich die entsprechenden Sonotroden aufgebaut. Eine entsprechende Vorrichtung für die ganze Apparatur haben einige aus der Werkstatt schon gebaut. Ich positioniere die Insel unter dem Schweißapparat. Pressen muss man mit der Hand. Ab einer bestimmten Kraft löst der Schweißprozess aus. "Coo-ool!" sage ich, "das sieht gar nicht schlecht aus." Ich begutachte das Ergebnis und ziehe die Überstände von Flicken leicht hoch. "I-hi! Hält!" sage ich begeistert. "Cool", sagt Kristin. Das Gleiche mache ich jetzt beim Regenbogen, nur hier nehme ich durchsichtige Folie, damit man die Farben noch sieht. Auch die Schweißung gelingt. Ich lasse es ein wenig abkühlen, dann hole ich eine E-Pumpe. "Mal schauen, ob es auch Luftdicht ist und unter Druck hält", sage ich. Recht schnell ist das Ding aufgeblasen.

Mit Seifenwasser kontrolliere ich die Schweißstellen. "Unglaublich, auf Anhieb alles Dicht", wundere ich mich. Dann wische ich die Seifenlösung ab. "So Belastungstest", sage ich grinsend, "setzt euch mal drauf." Jessi zögert etwas, Kristin setzt sich gleich drauf. "Wenn das nicht hält?" sagt Jessi vorsichtig. "Dann lieber jetzt, als irgendwann auf dem Wasser", sage ich lächelnd. "Na gut", sagt Jessi und setzt sich vorsichtig hin. Aber nix passiert. Ich kontrolliere noch mal die Schweißstellen. "Sieht gut aus", sage ich und setze mich auch noch mit drauf. "Huh!" sagt Jessi. "In der Gebrauchsanweisung stand eine Belastbarkeit on 200 kg", sage ich. "Die erreichen wir doch gar nicht", sagt Kristin, "außerdem haben die doch bestimmt eine Sicherheit drin." "Ja!" sage ich und nicke. Wir bleiben eine Weile sitzen. "Scheint OK zu sein", sage ich. "Super, Steffi, jetzt wissen wir wer nach dem Badeurlaub die ganzen Luftmatratzen und Schlauchboote flickt", lacht Kirsten. "Tse", sage ich grinsend, "aber das war erst die Kür, jetzt wird es wohl schwieriger." Ich nehme mir Sandras Luftsessel vor. Jessi und Kristin verlassen erstmal den Raum. Ich mache mir einen Plan, wie ich vorgehen will. Zum Teil muss ich den Sessel an einigen Stellen aufschneiden, damit ich von innen ein Gegenhalter einstellen kann. Der Sessel ist Durchsichtig, das macht die Sache einfacher. Ich habe die Vorbereitung abgeschlossen und setze die ersten Schweißungen. Die Folie vom Sessel ist dicker, was mir auch entgegenkommt. Nach gut zwei Stunden bin ich fertig und blase den Sessel auf. Ich setze mich drauf. Auch der ist auf Anhieb dicht. Ich mache noch einen Selfie und schicke den an Sandra. Kristin ist auch grade reingekommen. "Ey, der ist cool, der Sessel", sagt sie, "ein früherer Freund von mir hatte auch so einen." Dabei verdreht sie die Augen. "So so", sage ich grinsend. "Die sind leider selten geworden", sagt Kristin. "Beim Reparieren habe ich gesehen, wie der aufgebaut wird", sage ich, "mit den Geräten hier müsste man die rekonstruieren können. Und dann auch gleich Schwachstellen verbessern." "Das wär ja cool", sagt Kristin. "Ich habe noch einige davon, aber die haben alle irgendwo schon eine Beschädigung", sage ich. "Das wäre ja was", sagt Kristin, "seitdem ich den mal in einem Musikvideo gesehen habe, wollte ich den unbedingt haben." "Das ging mir genauso", sage ich. "Weißt Du, welches Video, das war?" fragt Kristin. "Ja, das war "Lutricia McNeal" mit "It ain"™t just the way"", antworte ich. Kristin tippt das sofort in ihr Handy ein. "Ja, ja genau Steffi, das ist es", freut sich Kristin. Im nächsten Moment fällt sie mir um den Hals und küsst mich leicht hinterm Ohr. "Danke Steffi, da hast du aber ein kleines Mädel glücklich gemacht", sagt sie, "ich bestelle schon mal einen vor." "Gerne", sage ich lächelnd, "ich brauche dann nur noch eine Quelle für die Folie." Habe ich, kriegst Du", sagt eine erfreute Kristin. Ich entlüfte die beiden Luftis und räume dann alles zusammen. Dann gehe ich rüber in die Werkstatt.

Ich lege meinen Kram nochmal auf dem großen Tisch ab. In der Werkstatt ist einiges an Betrieb. Es wird an verschiedenen Fahrzeugen gewerkelt. Wolle steht etwas abseits und lackiert Kotflügel. Er sieht mich und winkt mich dezent heran. Ich gehe hin. "Jessi erzählte eben grade, du hast da hinten ein paar Aufblassachen geschweißt?", fragt er vorsichtig. "Ja, das stimmt", antworte ich, "hast Du auch was?" "Ja, ähem, na , ja", druckst Wolle herum. Ich muss grinsen, weil ich mir schon was denken kann. "Du bist ja eigentlich ziemlich aufgeschlossen", sagt er immer noch vorsichtig, "und eben auch einigermaßen freizügig." "Joa, eigentlich schon", sage ich lächelnd, "ich spring zwar nicht gleich mit jeden in die Heia, aber ich vertrage schon einiges." "Hm, öh", zögert Wolle. Das was er mir sagen will ist ihm wohl ziemlich peinlich. "Los komm hau es raus", sage ich grinsend, "ich kann mir schon was denken." "Na ja, ich habe so "˜ne Liebespuppe, ziemlich teuer, aber die hat einen Riss an einer Naht", sagt Wolle, "soll aber auch keiner mit bekommen." "I-hi, die Probleme hatte mein Zwillingsbruder früher auch", sage ich, um ihn etwas aufzulockern. Erstaunt schaut mich Wolle an. "Ist doch nix schlimmes, die etwas teureren Dinger sehen doch schon recht gut aus", sage ich beruhigend, "bring einfach mit, zur Not schließ ich mich hinten ein, dann kann keiner gucken." "Ja OK", sagt Wolle. Dann klingelt mein Handy. Sandras Nummer. "Huhu", grüße ich. "Hallo meine Süße", sagt Sandra, "wir sind hier für heute durch und gehen gleich noch mal was trinken." "Schön", sage ich, "ist alles gut gelaufen?" "Bis Mittag ja", sagt sie, "aber dann habe ich mir die Fotos von deiner Serie angesehen, du verdorbenes Mädchen." "I-hi, das nehme ich jetzt als Kompliment auf", sage ich. "Auf alle Fälle", lacht Sandra, "ich hatte Mühe, mich den Rest des Tages zu konzentrieren." "Hihi", sage ich. "Und dann noch das Bild eben grade, mmmh", sagt Sandra mit einer erotischen Stimme, "ich freue mich schon auf meinen kleinen geilen Engel!" "Sandra!" sage ich mit gespielter spitze Stimme, "so was sagt ein gut erzogenes Mädel aber nicht." "Stimmt", sagt Sandra, "die machen das nicht." "Du bist so eine, ich wünsche Dir noch einen schönen Abend", sage ich. "Ich dir auch", sage Sandra, "dann hören wir uns morgen."

Wolle schaut mich erstaunt an. "Nun ja ich habe ihr das Bild hier geschickt", sage ich und zeige es ihm, "das hat sie wohl etwas erregt." "Ja, das ist nachvollziehbar", sagt Wolle leise. Ich zwinkere ihm zu. Ich bringe meine Sachen raus zum Auto. Dort sitzen einige in der Sitzecke vorm Eingang. Thomas und Jürgen sehe ich, aber auch ein paar Gesichter, die ich noch nicht kenne. "Chefin, kommst Du noch auf ein Getränk vorbei?" fragt Jürgen. "Na klar", antworte ich. Ich lege meine Sachen ins Auto und gehe dann rüber. Aus einem großen Kübel mit Eiswasser zeihe ich mir ein alkoholfreies Hefeweizen raus. "Genau das richtige zum Durstlöschen", sage ich und setze mich dazu. Ich öffne die Flasche und schenke mir das Bier ein. "Das kannse", sagt Jürgen grinsend. Ich schaue zu den Leuten, die ich noch nicht kennengelernt habe. "Langsam müsste ich euch doch alle mal durchhaben", sage ich lächelnd, "oder wie viele seid ihr denn noch?" "Na ja, es gibt hier einen festen Stamm von Leuten, die immer da sind", sagt Thomas, "und dann recht viele, die ab und zu vorbeischauen, ist halt so gewachsen." "Ah ja, OK", antworte ich, "aber wer ich bin, hat sich schon rumgesprochen?" "Ja klar", antwortet einer, der Udo heißt, "mich hat das neugierig gemacht und dann bin ich mal hergefahren." Hinter ihm steht eine Harley. "Deine?" frage ich. "Ja, mein ganzer stolz", antwortet Udo. "Schickes Ding", sage ich. "Fährst Du auch Motorrad?" fragt er mich. "Ich habe eine alte Yamaha TT 250 rumstehen, die mal wieder zum Leben erweckt werden könnte", antworte ich. "Cool, das möchte ich aber gerne mal sehen", sagt Udo. "Mal schauen, ob ich es vorm Urlaub noch hinkriege", sage ich, "aber auf alle Fälle danach." "Wir sind gespannt", sagt Jürgen. Eine Weile bleibe ich noch, dann mache ich mich auf den Weg. Ich fahre wie abgesprochen zu Sandras Haus. Erstmal werde ich von den beiden Katzen belagert. Die kriegen zuerst das Futter. Solange sie essen, bringe ich die Badeinsel und den Sessel zum Pool und blase beides dort auf. Dann gehe ich zurück zum Haus. Oma Willi kommt mir mit Bademantel und Badekappe entgegen. "Hallo Stefanie, ich gehe mal meine Runde schwimmen", sagt sie gut gelaunt. "Viel Spaß", wünsche ich ihr. "Ich schließe dann ab", sagt sie noch. "Super" sage ich lächelnd. Ich mache mir noch einen kleinen Happen zu essen. Nebenbei telefoniere ich mit Sandra. Es geht natürlich nicht ohne kleine erotische Neckereien. "Du bist schon eine Rakete", sage ich noch zu ihr. Dann verabschieden wir uns gaaaaanz kurz über ein paar Minuten. Ich mache noch mal eine Spielrunde mit den Katzen. Nach einer Weile haben die genug und gehen raus. Ich mache mich derweil bettfertig und lege mich ins Bett. Kurz danach kommen die Katzen wieder und legen sich dazu. "He, seid ihr denn nicht nachtaktiv?" frage ich. "Brr, Mau", sagt die eine Katze, dann kringeln sich beide ein und schnurren. Kurz danach fallen mir die Augen zu. War ja auch ein ereignisreicher und abwechslungsreicher Tag heute.

Re: Blutengel

Verfasst: Sa 16. Apr 2022, 21:14
von bella49
Huiii....von Steffi ein Osterhase!
DANKESCHÖN! (has-o)

Liebe Ostergrüße
bella49

Re: Blutengel

Verfasst: Fr 22. Apr 2022, 17:45
von Stephanie
Lisa hebt ab

Ich bin heute wieder früh aufgestanden. Nachdem ich die Katzen versorgt habe und mir selbst ein kleines Frühstück gemacht habe, breche ich auf zur Arbeit. Ich trage heute mal wieder eine recht enge Jeans, ein flatteriges Shirt und an den Füßen habe ich heute mal cremeweiße Lackslipper an. Im Büro bin ich mal wieder die erste. Da ohne Kaffee bei mir der Anfang etwas schwieriger ist, stelle ich als erstes den Kaffeevollautomaten an. Während das Reinigungsprogramm abläuft, kommt Ulrich herein. "Ah! Die Kaffeeministerin bereitet schon mal alles vor", sagt er grinsend, "ist ja auch ein Frauenjob." "Ey, pass bloß auf", rufe ich ihm gespielt aufgeregt hinterher. Ich weiß ja wie er es meint und er grinst mich deswegen auch breit an. Nachdem er seinen Rechner gestartet hat, kommt er zu mir. Die Maschine ist einsatzbereit und ich ziehe grade einen Kaffee. Ulrich scannt mich erstmal von oben bis unten ab. "Und?" frage ich frech. "Steht dir auch", sagt er anerkennend, "unglaublich, was du für lange Beine hast." "Danke", sage ich lieb. Dann unterhalten wir uns über das, was heute so anliegt. Zwischendrin trudeln die anderen Kollegen nach und nach ein. Torsten kommt auch zu uns und nimmt sich einen Kaffee. "Sieht gut aus", sagt er, nachdem er mich auch erstmal von oben bis unten angeschaut hat, "muss nicht immer Kleid sein." "Gelle?!" sage ich.

Ich bin zwischen der Schreibtischarbeit immer mal wieder in der Fertigung. Kurz vor Mittag bin ich wieder am Platz. Kurze Zeit später klingelt mein Handy. Nachbarin Lisas Nummer wird angezeigt. Ich melde mich. "Hallo Stefanie", grüßt Lisa, "die Post war eben da und ich habe ein Paket für Dich angenommen." "Oh, das ist aber lieb, danke", sage ich, "ich weiß nur nicht, was das sein könnte, ich habe längere Zeit nichts bestellt." "Sieht aus, wie ein Schuhkarton", sagt Lisa, "Da steht "Gennia" drauf." "Ach, das ist ja toll, dass das noch gekommen ist", sage ich, "da habe ich schon gar nicht mehr mit gerechnet." "Kommst Du dann demnächst hier vorbei?" fragt Lisa, "oder bist Du die ganze Zeit bei Sandra?" Ich erkläre ihr, dass ich grade bei Sandra bin, weil sie auf Seminar ist. "Aber ich wollte nachher mal zum Flugplatz", sage ich, "dann könnte ich sie vorher abholen." "Das wäre eine Idee", sagt Lisa. "Bei der Gelegenheit", fällt es mir spontan ein, "hast Du Zeit, du wolltest doch gerne mal eine Runde mitfliegen." "Steffi, das wäre ja toll", sagt Lisa begeistert, "Herbert ist heute mit seinen Kegelbrüdern auf einer Radtour, da komme ich doch gerne bei dir mit." "Super", sage ich und verabrede mich mit Lisa um Vier. "Ich komme dann dahin und bringe den Karton mit", sagt sie noch.

Mittags bin ich mit meinen Kollegen in der Kantine. Danach habe ich noch einige zu tun. Um halb vier mache ich langsam Feierabend und gehe zu meinem Auto. Auf dem Weg dahin rufe ich im Vereinsheim an. Daniela meldet sich. "Haaaaallo Steffi", begüßt sie mich freudig. "Hallo Daniela, ich bin auf dem Weg zum Flugplatz und wollte mal wieder eine Runde drehen", sage ich, "ich habe heute mal wieder einen Gast dabei, ist ein Zweisitzer frei?" "Unter der Woche doch immer", sagt Daniela erfreut, "ich freu mich schon auf dich." Der Weg zum Segelflugplatz ist nicht so weit und ich komme zehn Minuten vor Vier an. Ich steige grade aus, da fährt Lisa auch schon auf den Platz. Sie parkt und kommt zu mir. "Sehr pünktlich", sage ich lächelnd. "Ja, als ehemalige Lehrerin ist das im Blut", antwortet sie, "zeig dich mal, das sieht sehr schick aus, dich sieht man ja selten in der Hose." "Danke", sage ich lieb. "Und die Schuhe dazu, toll, das kenne ich so auch noch nicht", sagt Lisa weiter, "ich kenne dich nur mit Ballerinas oder Pumps." Ich lächele. Dann gibt mir Lisa den Karton. "Ach, jetzt weiß ich was das ist", sage ich. Lisa schaut neugierig. "Das sind auch solche Slipper", sage ich, winkele ein Bein an und zeige auf den Schuh, "nur in einem kräftigen Blau." Ich mache den Karton auf. "Ui!", sagt Lisa, "Stefanie, das sind ja tolle Schuhe." "Ja, ich staune selber", sage ich erfreut, "auf dem Bild sahen die schon toll aus, aber in Original übertrifft das ja alles." Die Schuhe sind aus knallig-blauem Nubukleder, wo dann Wörter aus gleichfarbigem Lackleder eingearbeitet sind. Daniela ist mittlerweile aus dem Vereinsheim gekommen und schaut uns amüsiert zu. "Na ihr beiden? Habt ihr ein typisches Frauenthema?" flaxt sie. Lisa und ich gehen zu Daniela. Ich stelle sie untereinander vor. "Wir können gerne bei "Du" bleiben", sagt Lisa. Wir gehen ins Haus. Ich ziehe einen der neuen Schuhe an. "Meine Güte, das sind ja tolle Schuhe", sagt Lisa und schaut nochmal auf den Karton, "gibt es die auch in 41?" "Ich glaube ja", sage ich und erkläre noch, wo ich sie im Netz gefunden habe. Lisa fotografiert das Etikett ab.

"Weswegen sind wir eigentlich hier?" flaxe ich. "Typisch meine Nachbarin", flaxt Lisa zurück. Wir drei unterhalten uns noch kurz, dann gebe ich Lisa eine kurze Einweisung. "Ich bin schon ganz aufgeregt", sagt sie. "Aber geflogen bist du bestimmt schon mal?", fragt Daniela. "Ja, aber nicht im Segelflugzeug", antwortet Lisa. "Am spektakulärsten ist das Hochziehen", sage ich, sonst fliegen wir ziemlich viele Kurven." "Jetzt untertreibt sie wieder", lacht Daniela, "alleine die Rundumsicht, wegen der großen Haube, ist schon ein Erlebnis." "Ich bin gespannt", sagt Lisa. "Na dann lass uns loslegen", sage ich lächelnd. Wir gehen zum Flieger. "Ein bisschen Arbeit vorweg", sage ich, "wir müssen den Flieger auf Startposition selbst schieben." Lisa staunt dann auch, wie einfach das geht. Es ist einigermaßen was los, beide Winden sind im Einsatz. Während wir warten und den Flieger stückweise nach vorne schieben, unterhalten wir uns mit den anderen Wartenden. Lisa hat durch ihre unkomplizierte, kommunikative Art auch gleich Gesprächsstoff. Dann sind wir vorne. Wir schieben unseren Flieger auf die Startposition und warten auf das Seil. In der Zwischenzeit erkläre ich kurz die wichtigsten Instrumente. Dann kommt Rainer mit dem Seil. "Hey Rainer, du mal im Auto", sage ich. "Hallo ihr zwei", sagt Rainer grinsend, "ja klar, ich wollte euch einen guten Flug wünschen." Dann hängt er das Seil ein. "Danke schön", sage ich noch und schließe die Haube. Ich zeige Rainer das erste Mal den Daumen. "Beim Zweiten Mal Daumen zeigen geht es los", sagt ich zu Lisa. "OK", sagt sie mit etwas Aufregung in der Stimme. Rainer hat inzwischen meine Startbereitschaft an die Winde durchgegeben. "Verstanden", kommt von der Winde zurück. "Nanu, das ist doch Dirk", sage ich erstaunt. "Jepp!" kommt es gut gelaunt zurück. Ich zeige das zweite Mal den Daumen. "Start frei", sagt Rainer. "Verstanden", kommt von Dirk, "guten Flug." Dann strafft sich das Seil und zieht uns langsam an. Wir werden schneller und schweben, dann ziehe ich Steuerhebel ran. "Und hoch!", sage ich. "Das ist ein bisschen wie Achterbahn", sagt Lisa begeistert. Das Seil klinkt aus. "Meine Güte, die ziehen aber heute recht weit hoch", staune ich, "fast tausend Meter, deswegen hat das Warten auf das Seil-Auto so lange gedauert." "Ab und zu müssen wir mal das ganze Seil nutzen", kommt von Dirk auf seine übliche verschmitzte Art über Funk.

"So, dann suchen wir mal einen Aufwind", sage ich zu Lisa, "vor unserem Zuhause über dem Feld kreisen einige Greifvögel, da fliegen wir mal hin." "Sehr gerne, Stefanie", sagt Lisa erfreut. Und prompt fliegen wir da auch gleich in einen Aufwind rein. Ich gebe meinen Standort durch und einige andere Flieger finden sich gleich ein. "Hier gibt es auch die ganze Zeit was zu schauen", sagt Lisa begeistert. Weil sich einer der Flieger bei mir bedankt und natürlich meinen Spitznamen "Thermiknatter" benutzt, kläre ich Lisa darüber auf. "Sehr schön", lacht Lisa. Nebenbei schauen wir auf die Siedlung. "Ich glaube, da sitzen unsere Nachbarn draußen", sagt Lisa, "haben wir hier oben Empfang?" "Den besten weit und breit", antworte ich lächelnd. Lisa nimmt ihr Handy und wählt eine Nummer. "Hallo Anne, ich sehe Dich", sagt Lisa dann. Anne scheint am anderen Ende etwas irritiert zu sein. "Über Dir", sagt Lisa dann wieder und stellt ihr Handy laut. "Wie über mir?" hört man jetzt Anne. "Schau mal hoch, da siehst Du ein paar Segelflugzeuge", sagt Lisa. "Ach so", sagt Anne lachend, "bist Du mit Stefanie unterwegs?" "Genau", antwortet Lisa. "Toll, da freue ich mich aber für dich", sagt Anne wieder, "mach doch mal ein Foto und schicke es dann." "Mache ich, bis dann", sagt Lisa noch. "So, wir haben eine ordentliche Höhe erreicht", sage ich, "hast Du einen speziellen Wunsch, wo du mal hinmöchtest?" "Hm, am liebsten mal nach Celle", antwortet Lisa, "das ist meine Geburtsstadt. Ist das weit?" "Von hier eine halbe Stunde", sage ich, "können wir gerne machen. Ist ein schönes Städtchen, auch von oben." "Au ja, gerne", freut sich Lisa. Also nehme ich Kurs auf Celle. Nebenbei unterhalten wir uns über alles Mögliche, während Lisa immer am Schauen ist. "Das ist echt zu toll, Stefanie", sagt Lisa. Dann holt sie ihr Smartphone noch mal heraus. "Ich mache mal ein Foto für Anne", sagt sie, "darf ich dich mit drauf nehmen. "Na klar, ich bitte da drum", sage ich lachend. "Ja, die Vergangenheit als Lehrerin, das kann man nicht so schnell ablegen",, sagt Lisa lächelnd. Dann macht sie ein paar Selfies. Sie dreht sich um und zeigt sie mir. "Das hier ist doch schön, beide am lächeln", sagt Lisa. "Stimmt!" sage ich. Dann schickt sie es an Anne weiter. Die meldet sich prompt zurück. "Anne findet das ziemlich gut", sagt Lisa, "aber mitfliegen traut sich nicht." "Weißt Du warum?" frage ich. "Sie hat Platzangst", antwortet Lisa, "das ist ja schon etwas kompakt hier drin." "OK, auch wenn die Haube wie hier komplett durchsichtig ist?" frage ich weiter. "Ja, dann wohl auch", antwortet Lisa. "Ist immer schwer vorstellbar, wenn man sowas nicht selber hat", sage ich. "Das stimmt", sagt Lisa. Mittlerweile kommt Celle in Sichtweite. Vorher suche ich noch eine Thermik. "Nicht das wir in der Fußgängerzone zwischenlanden müssen", flaxe ich. "Dein Humor immer", lacht Lisa.


Dann fliegen wir über die Stadt. "Hach, ist das eine Ansicht", schwärmt Lisa. Sie zeigt mir von oben ihr Elternhaus. Dann kreisen wir über dem Schloss. Lisa schaut die ganze Zeit aufmerksam. "Ganz toll, Stefanie", sagt sie. Ich halte schon wieder Ausschau nach Anzeichen einer Thermik. Über dem Schützenplatz kreisen wir hoch. "Das ist doch toll, da hat man noch mal ein schönes Stadtpanorama", sage ich, "ist aber auch ein schönes Städtchen." "Ganz meiner Meinung", sagt Lisa lächelnd. "Wieviel Zeit hast Du noch?", frage ich. "Na ja, der nette Gatte sollte schon um sieben sein verdientes Abendbrot bekommen", sagt Lisa lachend. "Oh ja, so eine Radtour ist anstrengend", flaxe ich. Lisa nickt. "Wir liegen aber gut in der Zeit", sage ich. Dann fliege ich über Gifhorn zurück. Auch hier schaut Lisa genau hin. Nach kurzer Zeit sind wir wieder am Flughafen. Meinen üblichen Landeanflug kann ich mir auch dieses Mal nicht verkneifen, was sich auch im Funk niederschlägt. "Achtung, Kampfjet-Steffi kommt rein", höre ich Fritz im Funk. Fritz gibt heute wieder Flieger-Ausbildung und lässt seinem Schüler die üblichen Platzrunden drehen. "Du hast aber auch Spitznamen", lacht Lisa, "aber der Landeanflug ist schon sportlich, im Gegensatz zum restlichen Flug." "Das ist immer mein Special zu Schluss", sage ich grinsend, "wenn ich alleine fliege, ist es ein wenig heftiger." Soso", finde ich aber gut", sagt Lisa. Dann setze ich den Flieger sanft auf. Langsam lasse ich uns ausrollen und öffne das Kabinendach. "Stefanie, vielen, vielen Dank für den schönen Flug", sagt Lisa, "das war sehr schön und du bist eine tolle Pilotin." "Danke dir, Lisa", sage ich. Dann schieben wir den Flieger aus der Landebahn und gehen zurück zum Vereinsheim.

Daniela ist auch grade draußen. Wir erzählen von unserem Flug, dann verabschieden wir Lisa herzlich. Ich bleibe noch auf dem Platz. "Grüße mal alle schön", sage ich, "aber wenn ich es schaffe schaue ich noch mal vorbei." Ja gerne", sagt Lisa, "bei dem Wetter sind sie doch alle draußen." Dann fährt sie vom Hof. "Nette Erscheinung, deine Nachbarin", sagt Daniela. "Ja, aber auch die anderen aus unserer Partei", sage ich, "die sind auch OK. Die haben mich total schnell so angenommen." Daniela lächelt. Die Winden ziehen immer noch Flieger hoch. "Wir haben immer noch starke Aufwinde", sagt Daniela, "ich wollte auch grade noch mal hoch." "Och, dann komme ich auch noch mal mit", sage ich. "Oh, toll Steffi", freut sich Daniela. Zusammen gehen wir zum Startplatz. Einsitzer sind auch grade einige da. Ich habe dann auch einen schnittigen Flieger. "Typ "Bienchen"", freue ich mich. Wir verteilen uns auf beide Winden und werden dann auch nacheinander hochgezogen. "Ich würde dann mal schauen, wo abends noch ordentliche Aufwinde sind", sage ich. "Mir nach, ich kenne einige", sagt Daniela. Daniela fliegt vor und zeigt mir die Stellen. Eine gute Stunde sind wir unterwegs, dann lassen die Aufwinde langsam nach. Wir steuern den Flughafen an. In der Nähe des Flughafens haben wir noch eine gute Flughöhe. Ich bleibe ein Stück hinter Daniela. "Ich möchte mal was probieren", sage ich grinsend. "Okay", sagt Daniela. Ein beherzter Tritt auf das rechte Querruder-Pedal, und schon dreht sich der Flieger einmal um seine Längsachse. "Ey cool", sagt Daniela, "so lange Pause und dann gleich auf Anhieb. Die meisten machen ja nur maximal ein Viertel, und dann wieder zurück." "Der Körper erinnert sich", flaxe ich. Dann drehe ich nochmal zu andern Seite, diesmal aber langsamer, um zu merken, wie der Flieger reagiert. "Na, nächstes Mal dann Rückenflug, was?" feixt Daniela und dreht ihren Flieger auf den Rücken. "Ja cool, Madame!" sage ich begeistert. Dann dreht sich Daniela wieder richtig hin. Wir fliegen einen Halbkreis Richtung Landebahn und setzen zum Landeanflug an. Nachdem wir stehen helfen uns ein paar Leute, die Flieger auf die Abstellposition zu schieben. Vor der Werkstatt unterhalten wir uns noch kurz mit Dirk, Rainer und ein paar anderen. "Wir müssen echt mal öfter zusammen in die Luft", sagt Daniela zu mir, "das machte echt Spaß mit Dir." Mit Dir aber auch", sage ich lächelnd. "Na, die Steffi hast Du aber liebgewonnen, was?" scherzt Rainer Daniela an. "Ein bisschen schon", sagt Daniela grinsend. "Beruht auf Gegenseitigkeit", sage ich lächelnd. Dann schließen wir langsam alles ab du verabschieden uns.

Ich fahr nochmal bei meiner Wohnung vorbei, um nachzuschauen, ob alles In Ordnung ist. Meine Nachbarn sitzen tatsächlich draußen. Ich setze mich noch eine Weilchen dazu und erzähle mit Lisa zusammen unsere Tour. "Das finde ich richtig gut", sagt Herbert, "aber in so ein Ding kriegt mich keiner rein." Lisa grinst ihn nur von der Seite an. Ich fahr dann bald weiter zu Sandras Wohnung. Die Katzen erwarten mich schon, obwohl Oma Willi für sie sorgt, wenn ich nicht da bin. "Sie haben schon ihr Abendfutter", sagt Oma Willi dann. "Ok, dann gibt es noch ein kleines Leckerli", sage ich. Danach gehe ich ins Poolhaus. Den reparierten Luftsessel lege ich auf das Wasser und setze mich drauf. Weil das etwas kippelig ist, stütze ich mich vorne mit den Füßen auf eine Luftmatratze ab. So ist das ganze stabil, dass ich es wagen kann, Sandra anzurufen. "Ach, Stefanie", schwärmt Sandra nachdem ich ihr erzählt habe, was heute so passiert ist, "das war ja ein schöner Tag, was?!" "Genau, und jetzt teste ich deinen Luftsessel auf dem Wasser", sage ich und schicke ihr ein Selfie. Das Bild lässt bei Sandra das klare Denken sofort aussetzen. "Boah, wenn ich morgen Abend wieder da bin, dann jage ich Dich durch den Pool", sagt sie kichernd. "Ich bin gespannt", antworte ich. "Bis dann", verabschiedet sich Sandra gut gelaunt. Ich bleibe noch etwas auf dem Pool, dann verschwinde in Richtung Bad und dann ins Schlafzimmer.