Doku Soap
Doku Soap - # 16

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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sandra93
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Re: Doku Soap

Post 226 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Ein paar Tage später habe ich mich mit Marja und Hannah zum Shoppen verabredet. Eigentlich suche ich eine Lederjacke für den Herbst. In den großen Kaufhäusern auf der Schadowstraße werden wir nicht fündig. Alles ist irgendwo zu bieder und langweilig. Schließlich beschließen wir, Richtung Altstadt weiterzugehen; dort gibt es einige Läden, die nicht so ein ganz langweiliges Programm haben. Während wir so fröhlich schnatternd die Altstadt erreichen, bemerke ich auf einmal einen Regentropfen auf meiner Nase. Ich schaue nach oben und bemerke, dass sich der Himmel kräftig zusammengezogen hat. Natürlich haben wir alle keine Regensachen dabei und ehe wir uns versehen ist aus den paar Tropfen ein heftiges Gewitter geworden. Wir flüchten uns in einen kleinen Hauseingang in einer Seitenstraße und sind zunächst in Sicherheit. Erst jetzt bemerke ich, dass wir uns im Eingangsbereich eines Tattoostudios befinden. Ich schaue durch die Tür in den Laden; alles sieht sehr ordentlich aus. "Seit wann interessiert du dich für Tattoos, Laura?", fragt Hannah mich auf einmal unvermittelt. "Seit dem es regnet. Aber ein Bild auf meinem Körper, dass mich ein Leben lang begleitet, dass macht mir ein wenig Angst. Außerdem sind Tattoos was für Prolls."
"Wie kommst du denn darauf", meint Hannah. Sie scheint ein wenig eingeschnappt. "oder findest du, ich bin prollig?" Dann entblößt sie ihre Schulter und man sieht eine winzige wunderschöne zarte Schwalbe. Sie sieht wirklich sehr geschmackvoll aus. Auch Marja findet Gefallen an dem Vogel: "Lasst uns doch einfach mal reingehen. Der Regen hört eh nicht so schnell auf. Wie in Trance folge ich den beiden in den Laden. Im Hintergrund höre ich eine Filmmusik; ich glaube es ist von Herr der Ringe.
"Kann ich den Ladies helfen?" höre ich eine Stimme hinter mir. Es ist ein leichter englischer Akzent. Als ich mich umdrehe staune ich nicht schlecht. Der Typ ist mindestens zwei Meter groß und sein ganzes Gesicht ist mit Mustern übersät. Aber alles sieht sehr harmonisch aus.
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 227 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Er fragt uns zunächst ob wir schon Tattoos hätten und als wir verneinen klärt r uns in aller Ruhe auf. Das man Tattoos grundsätzlich auch wieder entfernen könne, aber das sei sehr teuer und langwierig. Für den Anfang empfiehlt er uns etwas kleines an einer unauffälligen Stelle; dann zeigt er uns Beispiele. Natürlich sind viele Maorimuster mit dabei. Mir gefallen die recht gut, aber Marja und Hannah sind eher bei den Blümchen und Schmetterlingen. Außerdem bestehen sie darauf, dass wir uns alle das gleiche Bild stechen lassen. Mir gefällt der Gedanke nicht so sehr; schließlich möchte ich nicht mein Leben lang mit einer Rose auf der Schulter herumlaufen. Ich will aber nicht zugeben, dass das mein Sorge ist. Als er mein sorgenvolles Gesicht sieht, schlägt Marc — so heißt der Maorikrieger aus Neuseeland- vor die Tattoos an einer sehr unauffälligen Stelle zu machen. "Dort wo sie nur euer Freund sehen kann !" Einen Moment lang verstehe ich nicht; dann wird mir klar, dass er zwischen den Beinen meint." Die beiden anderen sind sofort begeistert; Mein Blick verfinstert sich noch mehr. "Die Boyfriendtattoos steche meistens nicht ich, sondern meine Kollegin," beruhigt er mich. "Na wenn das so ist"¦" ,beginne ich. Aber die beiden anderen umarmen mich vor Freude und statt meiner Zweifel taucht aus dem Nebenraum eine junge Frau auf. Sie ist eher schick im Buisinessrock, aber ganz in schwarz gekleidet. Ihre blonden Haare sind zu einem Zopf gepflochten. Nur das dezente Nasenpiercing und der Schwanz eines geheimnisvollen Tieres, der auf ihren Schultern beginnt verraten, dass sie nicht in einer Bank arbeitet.
Dann erklären und die beiden noch mal alle Risiken beim Tätowieren. Das mit dem Schmerz sei bei den modernen Nadeln nicht mehr so schlimm, aber ein richtiges Vergnügen ist es für die meisten aber auch nicht. Das Ganze würde ca. eine Stunde dauern, da es nur ein kleines nicht flächiges Bild ist. Sie könnten auch erst einmal das Bild nur mit Spezialfarbe aufmalen und wenn es uns gefällt könnten wir in ein paar Tagen wiederkommen und es endgültig stechen lassen. Marja und Hannah wollen natürlich direkt loslegen. "Wie sollen wir es machen? Wollt ihr alle zu mir? Möchtet ihr bei den anderen zuschauen?"
Marja schaut zu Marc rüber. Sie hat diesen Blick wie bei unserem ersten Diskobesuch. "Wenn ihr nichts dagegen habt, dann gehe ich mit Marc" , dann haben wir hinterher noch etwas Zeit zum Shoppen; und schon ist sie mit ihm im Nebenraum verschwunden.
"Ich fände es gut, wenn du mit dabei bist. Ich fang auch an; dann musst du hinterher auch nicht so viel Angst haben, Laura" Sie scheinen alle zu meinen, ich hätte Angst vor dem tätowieren. Niemand scheint in den Sinn zu kommen, dass ich nicht später als Mann mit einer Rose zwischen den Beinen rumlaufen möchte.
Dann folge ich Hannah und der blonden Frau in den Nebenraum. Alles ist sehr sauber und hell im Raum sind eine Liege und eine Art Stuhl, der entfernt an eine Frauenarztpraxis erinnert.
"Ich heiße übrigens Janette, und jetzt entspannt euch erst mal ein wenig." Sekunden später kommt sie mit drei kleinen Sektgläsern zurück. Wir stoßen kurz an und dann führt sie Hannah zu dem Stuhl.
"Es reicht, wenn du dich unten rum freimachst; wie beim Frauenarzt." Dabei legt sie ihr sorgfältig eingeschweißtes Werkzeug und Desinfektionsmittel bereit." Jetzt erst zögert Hannah etwas. "Wenn du es nicht wirklich willst, dann kannst du ohne weiteres jetzt noch nein sagen. Es kostet dann auch nichts. Wir möchten, dass unsere Kundinnen in jedem Fall zufrieden sind." "Das ist es nicht; ich möchte es wahnsinnig gerne"¦ aber da ist etwas, was du vielleicht vorher wissen solltest.."
Fragend schaut sie uns an. "Also Hannah meint, du bist vielleicht etwas überrascht, wenn sie sich freimacht"¦ das gilt übrigens auch für mich." An Janettes fragendem Blick erkenne ich, dass sie keinen Schimmer hat. "Also wir beide haben da ein Stück Vergangenheit zwischen unseren Beinen und du solltest dich nicht erschrecken.." Noch nie war ich so schlecht im Erklären. Schließlich hilft mir Hannah: "Wir sind beide transsexuell und wir haben noch nicht unsere letzte Operation gehabt; also untenrum sehen wir noch wie Jungs aus, aber das wird sich bald ändern. Ich hoffe du hast kein Problem damit."
Einen Moment lang scheint sie überrascht: "Cool, das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht. Ich seid alle drei total hübsch und natürlich:" "Marja ist nicht trans; sie ist nur lesbisch, zumindest meistens." Dabei blicke ich in Richtung des Nachbarraums."
Vom Tätowieren merke ich kaum etwas; die Zeit vergeht im Flug, so viele Fragen hat Janette. Am Ende zeigt sie uns noch ihr Rückentattoo. Es ist ein wunderschöner Drache, der sich von links nach rechts über ihren Rücken schlängelt; Im Pobereich ist er noch nicht fertig sondern es sind nur einige Konturen zu sehen. "Wann läßt du ihn vollenden?", frage ich. "Wahrscheinlich nie; Es ist ein Symbol einer japanischen Yakuza-Prostituierten; Ich war als Au Pair in Japan und bin in die falschen Kreise geraten; Marc hat mich schließlich gerettet."
Jetzt sind wir beide erstaunt; aber bevor sie uns alles erzählen kann klopft es. Es sind Marja und March der Maori-Krieger. Sie machen beide einen etwas erschöpften Eindruck. Aber an Marjas verträumten Blick erkenne ich, dass sie gerade nicht nur ein Tattoo erhalten hat.
Als wir wieder auf der Straße sind, spüre ich das leichte Brennen im Schritt. Das ist die Rose; sie wird mich ein Leben lang begleiten und der Gedanke macht mich einfach nur glücklich..
Lea Michele
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Re: Doku Soap

Post 228 im Thema

Beitrag von Lea Michele »

Hallo Sandra,

ein wundervoller Gedanke! (fwe3)

LG Lea Michelle (he) (ki) (he)
Auf dem Weg endlich so zu sein wie ich mich fühle❣️
Lea92
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Re: Doku Soap

Post 229 im Thema

Beitrag von Lea92 »

Hab ich irgendwas verpasst? Ich dachte, zwischen den Beinen wäre alles so "verspachtelt", dass es wie bei nem "normalen" Mädel aussieht. Irgendwie ist mir der Moment entgangen, wo das weg gekommen ist.
Körper ganz Mann, Kopf halb Mann, halb Frau, doch auch eine halbe Frau braucht auch Freiheiten und will sich gelegentlich mal zeigen.
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 230 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Hallo zusammen,

hier noch mal ganz herzlichen dank für die vielen Besuche
und Leserinnen. 100.000 mal angeklickt, das hätte ich nie
gedacht, als ich mit der Geschichte begonnen habe.

Das macht Mut und ich werde natürlich weiterschreiben

Vielen Dank :) :) :)
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 231 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Ein paar Tage später treffen Hannah und ich uns mit Kati in einem Cafe an der Kö. Wir sitzen drinnen im ersten Stock. Es geht um Hannahs OP. Da ich sie begleiten soll, oll ich auch dazukommen. Es ist recht leer, aber trotzdem finde ich den Gedanken solche intimen Dinge in einem Cafe zu besprechen nicht optimal. Aber Hannah scheint damit kein Problem zu haben und außerdem schmeckt der Eiskaffee mit Trüffel total lecker. Zunächst reden wir auch nur über Belangloses; Kati hat einen neue kurze Lederjacke mit ganz viel Nieten; so auf im Bikerbraut-Stil. Es steht ihr im Grunde super; nur die Rückenbeschriftung mit "Bandita" finde ich ein wenig platt. Gerade als ich überlege, wie ich ihr trotzdem etwas Nettes zu der Jacke sagen kann wird es ernst. "Also der Sender übernimmt alle Kosten und wir können uns in Thailand auch etwas Luxus gönnen. Die sind von der exotischen Einlage mittlerweile total begeistert und hoffen auf ordentlich Quote." Ich sehe Hannahs erwartungsvollen Blick. Mich macht die plötzliche Großzügigkeit des Senders etwas skeptisch und ich Frage nach. "Keine Sorge Laura", antwortet Kati, "die haben recherchiert und haben eine Klinik gefunden, die die OP umsonst macht und sogar noch Unterkunft und Unterhaltungsprogramm bezahlt. Den Sender kostest es also nichts und es kann sich auch noch großzügig zeigen."
Trotzdem bin ich noch etwas besorgt. "Ist das denn eine auch eine wirklich gute Klinik?" Hannah lacht: "Du machst dir ja fast mehr Sorgen als ich, aber recht hast du. Ich möchte auf gar keinen Fall an einen Pfuscher geraten."
"Da müsst ihr du dir auch keine Sorgen machen. Die Klinik von Dr. Kumintipul hat einen hervorragenden Ruf und die Senderjuristen haben alles sehr genau abgescheckt. Die Klinik zählt zu den fünf besten in ganz Thailand und ist auf Jahre hinaus ausgebucht. Der Chef selber wird die OP durchführen." Hannah scheint erleichtert, aber ich habe heute meinen skeptischen Tag: "Wenn die so beliebt sind, warum sponsoren die uns dann?"
Kati wird etwas stiller, "darüber habe ich auch schon nachgedacht und ein wenig recherchiert. So wie es aussieht will Dr. Kumintipul unbedingt die Nr. 1 werden. Dafür braucht er noch mehr noch reichere europäische Patientinnen. Außerdem hat er etwas von einer neuen OP-Technik erzählt."
"Siehst du, Hannah, da ist der Haken! Die wollen dich als Versuchskaninchen missbrauchen! Nur damit der Sender ein paar Euro sparen kann!" Aber Kati fasst beruhigend meine Hand: "Ich finde das kannst lieb von dir, wie du dir um Hannah Sorgen machst. Aber ich glaube, deine Sorge ist unbegründet. Wenn bei einer Vorzeigepatientin etwas schief geht, das wollen die auf keinen Fall riskieren. Aber ich mach mich nochmal schlau und sag euch Bescheid. Außerdem dürft ihr ja bis zum letzten Tag noch nein sagen, wenn ihr es euch plötzlich anders überlegt."
"Ihr? Euch? Ich schaue Kati etwas überrascht an. Ich will definitiv nur zum Händchenhalten nach Thailand. Kommt ja nicht auf dumme Gedanken"¦" Kati kommt dann recht stockend mit der Wahrheit raus: "Also die Redaktion meinte, es wäre für die Entwicklung der Story etwas lahm, wenn du nur als gute Freundin mitkommst. Sie meinten es wäre viel spannender, wenn du so tust, als wolltest du dich ebenfalls operieren lassen und dir dann am Ende Zweifel kommen und du dann im letzten Moment einen dramatischen Rückzieher machst. Und ehrlich"¦ das wertet die Geschichte enorm auf."
Mir gefällt die Idee gar nicht. Nicht mal zum Schein möchte ich mich auf GAOP vorbereiten. Kati redet auf mich ein, aber ich bleibe zunächst stur. Erst als sie indirekt droht, ich müsse dann eben hier bleiben und Weihnachten mit meiner Familie verbringen werde ich wieder etwas gesprächsbereiter. Sie verspricht mir hoch und heilig, dass ich nichts unterschreiben müsse und wir nur ein paar Fakeszenen drehen für die Quote. Schließlich gebe ich nach; schließlich muss ja jemand auf Hannah aufpassen.
Annabelle-R.
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Re: Doku Soap

Post 232 im Thema

Beitrag von Annabelle-R. »

Toll, was Dir immer wieder für spannende Wendungen einfallen.
Toleranz ist die Möglichkeit, dass der Andere Recht haben könnte
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SusiS
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Antwort: Doku Soap

Post 233 im Thema

Beitrag von SusiS »

Könnte Laura wenn sie Ärztin wird, die Fachrichtung für Geschlechtsangleichende OP einschlagen. Diese Fachrichtungsaubildung dann beim Dr. Kumintipul machen. Sie könnte ihn in dieser Richtung ansprechen und die Behandlung von Hannah aus ärztlicher Sicht erklärt werden.

Mit freundlichen Grüßen
SusiS
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 234 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Am nächsten Morgen finde ich direkt eine Whats App von Kati. "Hast du am Wochenende ein paar Stunden zum Drehen? Ich brauch noch ein paar Szenen vor der Thailandreise. Bring bitte auch Dimitri mit. Du sollt ihm dann für die Kamera erzählen, dass du nach Thailand fliegst; er tut dann ein wenig besorgt und am Schluss freut er sich, dass ihr nun für immer zusammen sein könnt. Was hälst du von der Skihalle in Neuss (wg. Sponsoring)?"
Schnell und professionell antworte ich: "Nur wenn wir hinterher noch ohne Kamera Skifahren dürfen." Schnell erhalte ich das o.k. und wir vereinbaren Sa um 12.00 vor der Halle. Ich will direkt Dimitiri Bescheid geben, aber dann zögere ich doch etwas. Mir fällt ein, dass er bislang fas gar nicht vor der Kamera zu sehen war und wir als Paar schon gar nicht. Ich beschließe bis zum Abend zu warten.
Am Abend sitzen wir bei einem Cocktail am Medienhafen. Es ist ein ungewöhnlich warmer Tag und Dimitri ist total glücklich, weil er beim Dritten mal endlich Numerik bestanden hat. Schließlich landen wir bei mir zu Hause und er ist unglaublich zärtlich zu mir. Als wir schließlich gemeinsam eng umschlungen wieder wach werden streiche ich sanft über sein Bartstoppeln. Er scheut mir tief in die Augen. In solchen Momenten kann ich alles um uns herum vergessen.
Trotzdem fasse ich mir ein Herz: "Ich muss am Samstag mit Kati in der Skihalle drehen. Hast du Lust mitzukommen? Wir können hinterher auch noch bleiben." "Kein Problem, ich kann ja schon mal ein paar Runden fahren, während ich dreht." "Ich glaub Kati hat das diesmal etwas anders gemeint"¦" "Was meinst du mit anders?" er schaut mich mit einem winzigen Stirnrunzeln an. " Ich glaube Kati wollte dass du diesmal mit vor die Kamera kommst." Sichtlich überrascht zuckt er zusammen. Er scheint tatsächlich ein Problem damit zu haben. "Immer diese blöde Kamera; können die uns nicht einfach mal in Ruhe lassen?" "Du weißt, dass das nicht geht und außerdem hast du gerade noch gesagt, dass es kein Problem ist"¦ " Das hätte ich lieber nicht gesagt. Er richtet sich auf und holt tief Luft: "Ich glaube du hast keine Ahnung wie sehr mich dieser Kameramist nervt; wenn ich dich nicht so unglaublich gern hätte"¦Immer ist irgendetwas wegen dem Sender. Manchmal kann man kaum unterscheiden was ist echt; was ist Fake und dann diese völlig überdrehten Fernsehtypen.."
"Sag jetzt nicht gegen Kati. Die ist echt nett und immer fair" "Genau diese Kati meine ich: Immer Bussi Bussi und buisi, buisi ist sie wichtig, wichtig mit Ihren Handy beschäftigt. Jede Geste zeigt, wie toll sie sich findet und wie clever sie das angeblich gegenüber anderen nicht zeigt."
"Das stimmt nicht! Du weiß gar nicht wie die anderen vom Sender teilweise drauf sind! Und warum sagt du das erst jetzt? Bisher hast du immer so getan als wenn dich das Gedrehe nicht stört; aber jetzt wo du mir einmal helfen sollst, stellst du dich auf einmal an..." erschrocken halte ich inne. Zum ersten Mal streite ich mich mit Dimitri!
"Das ist kein Angestelle! Ich mag es einfach nicht wenn Millionen von Menschen in meinem echten oder gefakten Privatleben rumschnüffeln können. Dir scheint das ja nichts auszumachen, aber ich möchte nicht zur Schau gestellt werden.."
"Wahrscheinlich du willst du ja nur nicht vor die Kamera nicht jeder wissen soll, das du mit einer Transsexuellen zusammen bist." Als ich es gesagt habe bereue ich es auch schon, aber es ist zu spät. Wütent steht Dimitri greift seine Sachen. Er ist so aufgeregt, dass er beim Anziehen seiner Shorts stolpert. Als er zur Tür geht, laufe ich hinterher und versuche ihn festzuhalten, aber er reißt sich los und ist verschwunden.
Annabelle-R.
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Re: Doku Soap

Post 235 im Thema

Beitrag von Annabelle-R. »

Wie aus dem echten Leben !
Manchmal weiß frau, dass sie jetzt Schaden anrichtet und sagt's trotzdem (aus Eitelkeit ?)
Danke für die neue Episode, Du wirst immer besser.

Liebe Grüße
Annabelle
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sandra93
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Re: Doku Soap

Post 236 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Weinend schlafe ich ein. Zwischendurch überlege ich noch, ob ich ihn noch anrufen soll oder eine Nachricht schicken soll, aber dazu bin ich dann doch zu stolz. Am nächsten Morgen schaue ich sofort auf mein Handy. Aber keine Nachricht. Vielleicht schläft er ja noch. Im Badezimmer schaue ich erschrocken in den Spiegel, ein völlig verheultes Makeup starrt mir entgegen; sofort muss ich wieder weinen. Ich gehe Duschen: erst heiß dann kalt und dann wieder heiß. Dann überlege ich, ob ich zuhause bleibe und nicht in die Schule gehe; schließlich mache ich mich doch fertig. Ein wenig Lidstrich und Lippenstift müssen heute reichen. Trotzdem sehe ich halbwegs passabel aus. Jeans und ein enger schwarzer Pullover müssen reichen. Am liebsten wäre ich heute unsichtbar.
Weil ich solange geheult und geduscht habe, verpasse ich meine Straßenbahn und bin schließlich zu spät in der Schule. Ich hetze die leeren Gänge entlang und versuche mich in den Klassenraum zu schleichen. Das geling natürlich nicht. Wir haben Mathe bei Frau Dr. Müller-Merseburg. "Oh, unsere Musterschülerin hat verschlafen. Möchten Sie zum Wachwerden mal direkt die Hausaufgabe vorrrechnen?" Gerne würde ich jetzteinfach verschwinden, aber ich nehme meine Unterlagen und schaffe es die Aufgabe halbwegs richtig zu erklären. Dann werde entlassen und darf mich auf meinen Platz neben Marja setzen.
Dem Unterricht folge ich kaum. Zum Glück kenne ich den Stoff ja schon. Stattdessen versuche ich Dimitiri eine Nachricht zu senden. "Ein kleines Herzchen und ein Sorry schreibe ich in die Nachricht...aber bevor ich Sie abschicke lösche ich sie wieder; Schließlich hat er ja ziemlich gemeine Sachen zu mir gesagt. "Nenn bitte nie wieder überdreht. Du weißt genau warum ich das alles mache.." Dann drücke ich auf senden.
Bis zur Pause höre ich nichts von Dimitiri. Dann die Nachricht: "Ich glaub ich habe keine Ahnung, warum du das alles tust? Wenn du wirklich nur Geld für dein Studium brauchen würdest..Warum hast du dich dann auf mich eingelassen? Weil es Spaß macht mit den Gefühlen anderer zu spielen. Du spielst nur Laura, aber ich hatte mich in Laura verliebt. Jetzt ist mir klar du bist nur ein Phantom..."
Das Wort hatte versetzt mir einen Stich ins Herz. Er kann doch unmöglich wegen diesem einen Streit Schluß machen wollen. "Wir müssen uns unbedingt sehen.." texte ich zurück. Anrufen trau ich mich nicht. Aber die die nächste Nachricht ist umso grausamer: "Besser erst mal nicht. Ich brauch Zeit.. viel Zeit" Den ganzen Nachmittag lang, versuche ich Dimitri zu erreichen, aber er antwortet nicht sondern drückt mich weg.
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Re: Doku Soap

Post 237 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Für den Nachmittag bin ich mit Marja zum Lernen verabredet. Zuerst will ich absagen, aber dann würde sie erst recht Verdacht schöpfen. Also versuche ich alles so normal wie möglich zu machen. Ich koche grünen Tee vom Chinaladen um die Ecke. Dazu echt chinesisches Reisgebäck.
Zunächst läuft auch alles nach Plan. Die Lineare Algebra lenkt mich ab und wir sind richtig in die Arbeit vertieft. Als wir bei einer sehr merkwürdig formulierten Aufgabe nicht mehr weiterkommen machen wir eine kleine Teepause. "Im Bambi läuft diese Woche eine Vorpremiere; eine französiche Komodie.", beginnt Marja: "Normalerweise nicht mein Fall aber der soll wirklich gut sein. Wir könnten zusammen rein gehen..naja wenn du nicht schon mit jemand anders dort hin willst.." Sie zwinkert mir zu.
Jetzt kann ich nicht mehr. Sofort kommen mir die Tränen. Ganz lautlos aber Marja sieht es sofort.
"Oh Gott, was ist passiert? Habt ihr euch gestritten?" Ich nicke nur erstickt und dann schlluchtze ich einfach nur noch. Sie hält mich in den Armen und sagt nichts. Es tut gut zu weinen. Erst jetzt merke ich, wie verliebt ich (gewesen?) bin. Allein der Gedanke dass Dimitri nun vielleicht Vergangenheit sein könnte wirft mich für weitere tränenreiche Minuten aus der Bahn.
Als ich gefühlte fünf Liter Tränen vergossen habe, schaffe ich es endlich, Marja alles zu erzählen. "Mein großer dummer Bruder. Immer macht er den gleichen Fehler. Er kann sich mit Frauen einfach nicht streiten. Er frisst alles in sich rein und dann platzt es aus ihm heraus. Und wenn er dann noch nicht alles kaputt gemacht hat, dann schämt er sich so, dass er sich nicht mehr traut nochmal anzufangen. Ich habe gehofft, mit dir wäre es etwas anderes, er war diesmal ganz anders als sonst. Ich durfte kein bisschen über dich lästern, da ist er sofort an die Decke gegangen."
"Kannst du nicht mit ihm reden?", ich schaue Marja hoffnungsvoll an. Ihr Blick ist nachdenklich und ein wenig traurig. "So direkt geht das gar nicht. Er ist viel zu stolz um sich von seiner kleinen Schwester in Liebesdingen Rat geben zu lassen. Aber ich würde euch beiden furchtbar gerne helfen. Solen wir lieber aufhören mit Lernen für heute?"
"Nein bleib, ich will jetzt auf keinen Fall allein sein." Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Spaß an Mathematik. Es ist so klar und unerotisch, dass es wunderbar von meinem Leid ablenkt. Schließlich ist es zehn Uhr und Marja geht. Als ich allein bin schaue ich noch etwas Fern; auf irgend einem Privatsender läuft "Schlaflos in Seattle". Ich verbrauche einige Packungen Taschentücher, aber am Ende kriegen die beiden sich und das tröstet ungemein.
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 238 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Schließlich gehe ich erschöpft zu Bett. Trotzdem werde ich immer wieder wach. Erst als es fast morgen wird kann ich einschlafen. Als ich aufwache sitzt Marja neben mir an Bett und hinter ihr steht Dimitri und lächelt mich an. Ich kann mein Glück zunächst kaum fassen. Marja schaut mir in die tief in die Augen: "Es war die einzige Lösung und von nun an steht eurem Glück nichts mehr im Weg. Wenn ich dich vorher gefragt hätte, dann hättest du bestimmt nicht zugestimmt, aber deine Therapeutin hat auch direkt zugestimmt." Verständnislos schaue ich Marja an; Dimitiris Lächeln gibt mir dabei etwas Sicherheit. Dann sehe ich den großen Strauß Rosen in seiner Hand. Rot, weiß und rosa wechseln sich ab. Er ist riesig. Das kann nur Versöhnung bedeuten. "Dimitri hat mir erzählt, dass er das mit dem Fernsehen gar nicht so schlimm findet, aber du bist seine große Liebe geworden und er konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass in ein paar Monaten alles zu Ende sein sollte. Außerdem dass du keine ganze Frau ist, dass hat ihn auf Dauer doch belastet"¦" Jetzt erst bemerke ich, dass ich gar nicht in meinem Zimmer bin. Ich kann vom Bett aus dem Fenster auf den Bodensee blicken. Der Bodensee durchzuckt es mich! Es ist die Klinik! Wie bin ich hierher gekommen? Dann dreht sich alles um mich mit letzter Kraft fasse ich mir zwischen die Beine. Da ist kein Silikonkäfig mehr"¦.Weil es nicht mehr nötig ist! Sie haben mich ohne mich zu fragen einfach operiert. Ich kann es nicht fassen!
Wütend versuche ich aufzustehen; aber ich taumle nur und falle in seine Arme. Er fängt mich sanft auf küsst mich zärtlich. Ich kann ihm mit einem Mal nicht mehr böse sein. Fest umschlingt er mit seinen Händen meine Hüfte. Ich spüre die Härte zwischen seinen Beinen. "Es ist alles vollständig verheilt, du musst keine Angst haben"¦" flüstert er mir ins Ohr. Aus den Augenwinkeln sehe ich wie Marja leise die Tür hinter und schließt.
Gleich werde ich zum ersten Mal richtigen Sex als Frau haben. Große Angst und eine noch größere Erregung durchfährt mich. Völlig hilflos gebe ich mich ihm hin. Ich lasse es geschehen. Seine Küsse werden intensiver und fordernder. Ohne das ich genau weiß wie es passiert ist stehen wir uns nackt gegenüber. Ich nehme seine Hand und führe ihn zum Bett. Aber er greift mich hebt mich hoch und ich schlinge meine Beine um seinen Oberkörper. Das geschieht das Unfassbare. Ganz langsam lässt er mich nach unten gleiten und ich spüre wir er in mich eindringt. Jetzt erst bemerke ich wie feucht ich zwischen den Beinen bin. Eine unglaubliche Erregung durchfährt meinen Körper.
Dann wache ich auf. Der Wecker klingelt und ich muss zur Schule. Völlig verwirrt stolpere ich ins Bad. In der Straßenbahn denke ich noch lange über meinen Traum nach.
Annabelle-R.
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Re: Doku Soap

Post 239 im Thema

Beitrag von Annabelle-R. »

:roll: Da fang ich doch auch gleich an zu träumen
Toleranz ist die Möglichkeit, dass der Andere Recht haben könnte
Kurt Tucholsky
larissa22tv
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Re: Doku Soap

Post 240 im Thema

Beitrag von larissa22tv »

Sandra schreib bitte weiter.
Wir sind ganz gespannt auf die Fortsetzung
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