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So spät wie in dem Lied von Hans Albers war es zwar noch nicht, aber bereits mit Einbruch der Dunkelheit, wenn die Lichter auf der Reeperbahn angehen, kommt dort eine ganz besondere Stimmung auf.
Besonders freut es mich, dass meine Berichte auch Anregungen für eigene touristische Aktivitäten liefern.
25.10.2014
Heute sollte es zu einem Treffen mit der Hamburger Crossdressergruppe kommen. Dazu wähle ich ein Outfit mit einer leicht festlichen Note: kurzer rot-schwarz melierter Rock, weinrote Satinbluse, schwarze Strumpfhose mit Rautenmuster und schwarze Pumps.
Bei Frühstück im Hotel war diesmal mehr los: Mehrere Paare und auch die beiden Damen vom Vortag stärkten sich hier für den kommenden Tag. Die Damen grüßten mich kurz, was ich gern erwiderte.
Ich zog dann noch meinen grau melierten Blazer darüber und machte mich auf den Weg in die Innenstadt. Draußen bei Tageslicht merkte ich, dass ich mich mit der Strumpfhose vergriffen hatte. Das war ja dunkelblau und nicht schwarz! Zur Umkehr war es zu spät. Ich wusste auch nicht, ob die "richtige" Strumpfhose im Koffer oder noch zu Hause lag. Ich hatte mich mit
Regina in einem Kosmetikgeschäft verabredet, wo sie sich schminken ließ. Als ich den Laden betrat, war die Kosmetikerin noch bei der Arbeit.
Regina und ich winkten uns kurz zu und während ich mich ein wenig im Laden umschaute, kamen (ungeplant) noch drei weitere CD-Damen aus der Hamburger Gruppe herein. Was mögen da die anderen Kundinnen gedacht haben bei dieser geballten Ladung "Weiblichkeit"? Ich nutzte die Gelegenheit und kaufte mir etwas Lidschatten und einen neuen Kajalstift.
Als
Regina fertig geschminkt war, verließen wir 5 CD-Damen den Laden. Schuh Kauffmann, das Geschäft für die, die auf großem Fuß leben, da wollte wir alle mal reinschauen. Auf dem Weg dorthin hatte fast jede in einem Einkaufszentrum noch die eine oder andere Kleinigkeit zu besorgen. Ich kaufte mir dort drei schwarze Strumpfhosen mit dezenter Musterung, die besser zu meinem derzeitigen Outfit passen sollten.
Bei Schuh Kauffmann suchte ich nach einem Paar Stiefel für die kommende kalte Jahreszeit. Eine schlichte Form sollte es sein mit moderatem Absatz, eng anliegendem Schaft und vor alles sollte es sich gut darin laufen. Das waren aber eindeutig zu viele Wünsche auf einmal. Fast 10 Paar probierte ich an, irgendetwas passte immer nicht. Entweder der Absatz war zu hoch, der Schaft zu weit oder zu eng, die Spitze verlängert (als wäre Größe 43 nicht schon lang genug) oder es drückte irgendwo.
Etwas enttäuscht schaute ich noch nach Stiefeletten. Hier zeigte sich eine ganz andere Situation: In allen probierten Modellen ließ es sich gut laufen, aber welche Form und Farbe passte am besten zu meinen anderen Sachen? Ich entschied mich letztendlich für eine schlichte Form in schwarz.
Meinen Begleiterinnen dauerte das alles zu lange und sie gingen schon vor in eine Selbstbedienungsgaststätte ganz in der Nähe. Aber sie waren so freundlich und warteten, bis auch ich mit dem Mittagessen fertig war.
Der Beginn des Treffens rückte unaufhaltsam näher. Teils mit dem Auto, teils mit der S-Bahn, machten wir uns auf den Weg nach Altona. Mein Hotel befand sich nur wenige 100 Meter vom Treffpunkt entfernt. Das ermöglichte es mir, meine Einkauftüten dorthin zu bringen und die Strumpfhose zu wechseln. Ja, eine der neuen schwarzen passte tatsächlich besser zum restlichen Outfit.
Da kam ich nun in den "blauen Raum" im KISS-Altona und wurde freundlich empfangen. Aus unserem Forum war nur
Regina mit von der Partie. Schade, da hätte ich mir etwas mehr gewünscht! Trotzdem hat es mir hier sehr gut gefallen, insbesondere die Vorstellungsrunde, die ich in dieser Form von den Chemnitzer Treffen nicht kannte. Da neben mir noch einige andere zu ersten Mal den Weg hierher gefunden hatten, war das die denkbar beste Möglichkeit für ein erstes Kennenlernen.
Den Abschluss des Abends bildete der schon traditionelle Besuch in der Gaststätte "Zum Falkenstein". Eine andere "Dame" aus der Gruppe nahm mich dorthin mit dem Auto mit und brachte mich später wieder zurück.
Anfangs war es im "Falkenstein" wegen zahlreicher anderer Gästen noch etwas laut, was eine Unterhaltung erschwerte. Aber im Laufe des Abends entspannte sich die Situation und es wurde richtig gemütlich. Ich denke, die angenehme Atmosphäre hat vor allem denjenigen gut gefallen, die sich an diesem Abend erstmals mit Gleichgesinnten trafen, und sie werden bestimmt wiederkommen. Auch ich werde, wenn sich wieder mal eine Gelegenheit ergibt, gern noch einmal reinschauen.
Das Essen im "Falkenstein" hat übrigens auch sehr gut geschmeckt. Danke an alle, die diesen schönen Abend ermöglicht haben!