Re: Andrea — meine Erlebnisse
Verfasst: So 3. Aug 2014, 14:57
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Hallo Monika und MEL,
ich freue mich, dass meine Berichte auch euch so gut gefallen. Deshalb geht es mit meiner Geschichte auch gleich weiter:
21.7.2014
Wie schon erwähnt, bin ich heute etwas zeitiger als gewohnt aufgestanden. Mein erstes Ziel sollte das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände sein und ich wollte bereits kurz nach der Öffnung um 9 Uhr mit der Besichtigung beginnen, um danach noch Zeit für weitere Aktivitäten zu haben und um nicht allzu spät die Heimreise anzutreten. Schließlich musste ich am nächsten Tag wieder arbeiten.
Ich wählte noch einmal mein "formelles" Outfit vom Vortag: kniefreier roter enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, transparente schwarze Strumpfhose und Pumps.
Nach dem Frühstück bezahlte ich im Hotel meine Rechnung, deponierte meinen Koffer in einem Schließfach im Hauptbahnhof um machte mich auf den Weg zum ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Nach einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn erreichte ich schließlich den zum Dokumentationszentrum umgebauten Teil der unvollendet gebliebenen Kongresshalle, die einmal 50000 Personen (welch ein Größenwahn!) Platz bieten sollte.
Bereits vor dem Eingang und erst recht drinnen an der Kasse und in den Ausstellungsräumen traf ich auf Massen von Jugendlichen. Zahlreiche Schulklassen nutzen wohl die letzten Tage des alten Schuljahres für einen etwas anderen Geschichtsunterricht. Abgehalten hat mich das nicht von meinem Besuch. Trotzdem blieb die bange Frage, ob nicht doch mal eine blöde Bemerkung zu meiner Person fallen wird.
Aber nichts dergleichen passierte. Im Gegenteil: Einige junge Männer traten einen Schritt zur Seite, wenn es in einer Tür mal etwas eng wurde. Ich bin sogar einmal etwas gefragt worden und nach meiner hoffentlich hilfreichen Antwort schien immer noch kein Verdacht aufzukommen, dass ich nicht "echt" sei.
Die Ausstellung selbst bot interessante Einblicke in die Machenschaften der Nationalsozialisten, insbesondere die hier an historischem Ort praktizierten Demonstrationen ihrer Macht.
Neben alldem ist zur Zeit eine Sonderausstellung aus Anlass des 100. Jahrestages des Beginns des 1. Weltkriegs zu sehen. Den Mittelpunkt dieser Ausstellung bildet eine riesige Videoleinwand, auf welcher ein Dokumentarfilm über das historische Ereignis gezeigt wird. Die Betrachter sitzen dabei in Liegestühlen an einem künstlich aufgeschütteten Sandstrand. Der Film beginnt dann auch mit einem Blick aufs Meer, obwohl diese Idylle mit den Schrecken eines Weltkrieges nun überhaupt nichts zu tun hat. Aber in einer ähnlichen Stimmung müssen viele Leute gewesen sein, als vor 100 Jahren das Unheil begann.
Nebenbei konnte ich so erstmals die Erfahrung machen, wie es sich in Pumps im Sand läuft. Mit etwas Mühe konnte ich verhindern, dass sich Sand in den Schuhen festsetzt.
Kurzzeitig stand ich dann doch einmal im Mittelpunkt, als ich einen anderen Raum der Sonderausstellung betrat, in dem ein Lehrer oder Mitarbeiter der Einrichtung gerade eine "Unterrichtsstunde" abhielt. Für einen Moment richteten sich die Blicke zahlreicher Schüler und Schülerinnen auf mich. Mein Anblick war offenbar interessanter als die Geschichte des 1. Weltkriegs.
Zum Abschluss meines Besuches genehmigte ich mir noch einen kleinen Imbiss in der Cafeteria des Dokumentationszentrums. Auch hier war ich von Jugendlichen umringt, aber erneut fiel bestenfalls ein kurzer Blick auf mich, jedoch keinerlei Bemerkung.
Die nächste und letzte Station meiner Reise war Special-Trade, der Laden extra für "uns". Das erste Mal am neuen Standort im Nürnberger Vorort Schwaig traf ich mich dort mit Kerstin aus unserem Forum. Auch wir hatten uns viel zu erzählen. Fast hätte ich dabei vergessen, dass ich mich auch mal nach Damenschuhen in Größe 43 umsehen wollte. Das Angebot an solchen mit moderatem Absatz (3 bis 5 cm) hielt sich allerdings in Grenzen. Ich beließ es bei einem Paar schwarzer Pumps, den gleichen übrigens, die ich gerade trug und vor etwa 5 Jahren an gleicher Stelle gekauft hatte. Ich trug sie immer gern, aber inzwischen sind die Sohlen brüchig geworden und drohen komplett zu zerfallen. Die Neuen werden hoffentlich genauso lange halten.
Jetzt galt es bereits wieder, mich zu verabschieden. Ich nutzte den Schminktisch bei Special-Trade, um mein Makeup etwas nachzubessern und fuhr anschließend mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof zurück, um meinen Koffer aus dem Schließfach zu holen. Pünktlich fuhr der Zug Richtung Chemnitz ab, blieb aber auf einem kleinen Bahnhof vor den Toren Nürnbergs stehen. Die Strecke war für unbestimmte Zeit gesperrt, weil sich ein Lebensmüder auf die Gleise gelegt hatte. Was nun? Zum Glück fuhr ein Regionalzug nach Nürnberg zurück, wo ich gerade noch den nächsten Zug nach Chemnitz erreichte, der wegen der Streckensperrung umgeleitet wurde.
So kam ich mit einer Stunde Verspätung zu Hause an und ärgerte mich ein wenig, diese Stunde nicht länger bei Special-Trade geblieben zu sein. Trotz diesem Zwischenfall hat es mir aber in Nürnberg sehr gut gefallen, sodass ich sicher bald einmal wieder hinfahren werde.
Hallo Monika und MEL,
ich freue mich, dass meine Berichte auch euch so gut gefallen. Deshalb geht es mit meiner Geschichte auch gleich weiter:
21.7.2014
Wie schon erwähnt, bin ich heute etwas zeitiger als gewohnt aufgestanden. Mein erstes Ziel sollte das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände sein und ich wollte bereits kurz nach der Öffnung um 9 Uhr mit der Besichtigung beginnen, um danach noch Zeit für weitere Aktivitäten zu haben und um nicht allzu spät die Heimreise anzutreten. Schließlich musste ich am nächsten Tag wieder arbeiten.
Ich wählte noch einmal mein "formelles" Outfit vom Vortag: kniefreier roter enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, transparente schwarze Strumpfhose und Pumps.
Nach dem Frühstück bezahlte ich im Hotel meine Rechnung, deponierte meinen Koffer in einem Schließfach im Hauptbahnhof um machte mich auf den Weg zum ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Nach einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn erreichte ich schließlich den zum Dokumentationszentrum umgebauten Teil der unvollendet gebliebenen Kongresshalle, die einmal 50000 Personen (welch ein Größenwahn!) Platz bieten sollte.
Bereits vor dem Eingang und erst recht drinnen an der Kasse und in den Ausstellungsräumen traf ich auf Massen von Jugendlichen. Zahlreiche Schulklassen nutzen wohl die letzten Tage des alten Schuljahres für einen etwas anderen Geschichtsunterricht. Abgehalten hat mich das nicht von meinem Besuch. Trotzdem blieb die bange Frage, ob nicht doch mal eine blöde Bemerkung zu meiner Person fallen wird.
Aber nichts dergleichen passierte. Im Gegenteil: Einige junge Männer traten einen Schritt zur Seite, wenn es in einer Tür mal etwas eng wurde. Ich bin sogar einmal etwas gefragt worden und nach meiner hoffentlich hilfreichen Antwort schien immer noch kein Verdacht aufzukommen, dass ich nicht "echt" sei.
Die Ausstellung selbst bot interessante Einblicke in die Machenschaften der Nationalsozialisten, insbesondere die hier an historischem Ort praktizierten Demonstrationen ihrer Macht.
Neben alldem ist zur Zeit eine Sonderausstellung aus Anlass des 100. Jahrestages des Beginns des 1. Weltkriegs zu sehen. Den Mittelpunkt dieser Ausstellung bildet eine riesige Videoleinwand, auf welcher ein Dokumentarfilm über das historische Ereignis gezeigt wird. Die Betrachter sitzen dabei in Liegestühlen an einem künstlich aufgeschütteten Sandstrand. Der Film beginnt dann auch mit einem Blick aufs Meer, obwohl diese Idylle mit den Schrecken eines Weltkrieges nun überhaupt nichts zu tun hat. Aber in einer ähnlichen Stimmung müssen viele Leute gewesen sein, als vor 100 Jahren das Unheil begann.
Nebenbei konnte ich so erstmals die Erfahrung machen, wie es sich in Pumps im Sand läuft. Mit etwas Mühe konnte ich verhindern, dass sich Sand in den Schuhen festsetzt.
Kurzzeitig stand ich dann doch einmal im Mittelpunkt, als ich einen anderen Raum der Sonderausstellung betrat, in dem ein Lehrer oder Mitarbeiter der Einrichtung gerade eine "Unterrichtsstunde" abhielt. Für einen Moment richteten sich die Blicke zahlreicher Schüler und Schülerinnen auf mich. Mein Anblick war offenbar interessanter als die Geschichte des 1. Weltkriegs.
Zum Abschluss meines Besuches genehmigte ich mir noch einen kleinen Imbiss in der Cafeteria des Dokumentationszentrums. Auch hier war ich von Jugendlichen umringt, aber erneut fiel bestenfalls ein kurzer Blick auf mich, jedoch keinerlei Bemerkung.
Die nächste und letzte Station meiner Reise war Special-Trade, der Laden extra für "uns". Das erste Mal am neuen Standort im Nürnberger Vorort Schwaig traf ich mich dort mit Kerstin aus unserem Forum. Auch wir hatten uns viel zu erzählen. Fast hätte ich dabei vergessen, dass ich mich auch mal nach Damenschuhen in Größe 43 umsehen wollte. Das Angebot an solchen mit moderatem Absatz (3 bis 5 cm) hielt sich allerdings in Grenzen. Ich beließ es bei einem Paar schwarzer Pumps, den gleichen übrigens, die ich gerade trug und vor etwa 5 Jahren an gleicher Stelle gekauft hatte. Ich trug sie immer gern, aber inzwischen sind die Sohlen brüchig geworden und drohen komplett zu zerfallen. Die Neuen werden hoffentlich genauso lange halten.
Jetzt galt es bereits wieder, mich zu verabschieden. Ich nutzte den Schminktisch bei Special-Trade, um mein Makeup etwas nachzubessern und fuhr anschließend mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof zurück, um meinen Koffer aus dem Schließfach zu holen. Pünktlich fuhr der Zug Richtung Chemnitz ab, blieb aber auf einem kleinen Bahnhof vor den Toren Nürnbergs stehen. Die Strecke war für unbestimmte Zeit gesperrt, weil sich ein Lebensmüder auf die Gleise gelegt hatte. Was nun? Zum Glück fuhr ein Regionalzug nach Nürnberg zurück, wo ich gerade noch den nächsten Zug nach Chemnitz erreichte, der wegen der Streckensperrung umgeleitet wurde.
So kam ich mit einer Stunde Verspätung zu Hause an und ärgerte mich ein wenig, diese Stunde nicht länger bei Special-Trade geblieben zu sein. Trotz diesem Zwischenfall hat es mir aber in Nürnberg sehr gut gefallen, sodass ich sicher bald einmal wieder hinfahren werde.