Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ... - # 13

Lebensplanung, Standorte
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Susi T
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 181 im Thema

Beitrag von Susi T »

Danke Vicky,
Ich glaube das ist der Part den ich meinen Schatz geben kann, so wie ich einfach seine/ihre Frau sein darf.
Ich hatte befürchtet das mich diese klare Prioritäten für die ich mich in meinem Leben als Frau entschieden habe stressen würde, aber es macht mir alles soviel leichter.
Umgekehrt geht es meinen Schatz, nur schon meine damalige Aussage das ich lesbisch bin, in einem Zusammenhang mit einer Erzählung über einem kurzen Flirt hat mein Schatz aus dem Gleichgewicht gebracht, weil versucht wurde nochmehr Weiblichkeit für sich zu leben.
Heute weiß er das es für mich völlig egal ist, wie viel männlichkeit/Weiblichkeit gerade aktiv ist, denn ich akzeptiere nicht nur den ganzen Menschen, sondern ich liebe alles.
Das macht den Umgang mit der Außenwelt so einfach, das wir selber manchmal staunen. Wir akzeptieren/lieben uns gegenseitig, dadurch uns auch selbst und erleben auch anderweitige Akzeptanz. Wir loten nicht alles aus was möglich ist, aber vieles und das reicht um Glücklich zu sein.
Auch Sozialisierung findet nicht nur in der Kindheit statt, sondern im ganzen Leben. Ein Leben zu führen das erfüllend ist, kann manches sehr leicht machen.
Das trans Frauen weiblicher sind, nur weil die in Transition gegangen sind und dort weit gekommen sind, kann ich so nicht bestätigen. Es gibt auch etliche Beispiele das auch ein regelmäßiger Wechseln zwischen den Geschlechtern gut klappen kann. Mit meiner Freundin kann ich genauso gut alles unternehmen wie mit meinem Freund und das zwischendrin hat mein Schatz auch oft genug drauf. Da muss nichts 100%ig sein, zumal wir beide eh nach der 20/80% Regel leben.
Liebe Grüße, Tira (flo)
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 182 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Tira,

ein bewegender Beitrag. Muss der Satz "Wir akzeptieren/lieben uns gegenseitig, dadurch uns auch selbst", nicht umgedreht werden ? Werden wir dadurch liebesfähig, in dem wir uns selber lieben ? Aber egal wie rum, das sehe ich auch als einen entscheidenden Punkt. Dein "denn ich akzeptiere nicht nur den ganzen Menschen, sondern ich liebe alles" bringt es auf den Punkt. Meine Frau hat eine Tante, die kann praktisch alles schön finden und mit 98 Jahren hat sie ein bewegtes und nicht gerade einfaches Leben gelebt und trotzdem (oder vielleicht weil) sie die Welt in einem positiven Licht sieht, ist sie immer guten Mutes. Das nimmt die Menschen um sie herum immer positiv mit. Ich lasse das jetuzt auf mich wirken ... :()b ))):s
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 183 im Thema

Beitrag von Lana »

Liebe Tira,
Tira hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 10:01 Heute weiß er das es für mich völlig egal ist, wie viel männlichkeit/Weiblichkeit gerade aktiv ist, denn ich akzeptiere nicht nur den ganzen Menschen, sondern ich liebe alles.
du scheinst ein ganz besonderer Mensch zu sein (he)
Ich denke, dein Schatz weiß das, denn das ist vielen Menschen nicht gegeben, sein Gegenüber einfach vollständig zu lieben, mit allen Facetten, die da auch immer sein mögen, vor allem, wenn da geschlechtliche Mehrdeutigkeiten im Spiel sind. Aber genau das tust du.

Und weil ich das fast beneidenswert schön finde, bin ich natürlich neugierig, wie du dorthin gelangt bist? Oder war das schon immer so bei dir?

LGL
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 184 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 08:48
Für mich habe ich das Gefühl, dass in Lanas Antwort genau das steckt, was Knäckebrötchen nicht versteht. Was ist meine "wirkliche Identität" ? Es geht darum, dass es mich ständig hin und her wirft in dem, was ich empfinde. Ich habe ziemlich die Nase voll davon. Es ist wahnsinnig anstrengend, nicht eindeutig sagen zu können, ich bin so, wie ich bin. Das einzig Eindeutige ist die Uneindeutigkeit. Das bringt mich ständig an mein Limit und kann dem doch nicht entkommen. Ich habe schon öfter den Satz gehört, dass ich es doch einfach annehmen kann, wie es ist. Würde ich gerne, wenn ich wüsste, was es ist, was ich annehmen soll. Sage ich ja zur Weiblichkeit, empfinde ich plötzlich die Verschiebung in meiner Perspektive zu anderen Prioritäten. Weiblichkeit ist nicht etwas, was ich so "nebenbei" und alltäglich leben kann. Es bindet meine Aufmerksamkeit. Damit treten andere Dinge in den Hintergrund, die mir auch wichtig sind.
Danke VIcky,
Du hast das sehr gut auf den Punkt gebracht! Ich kann dem kaum etwas hinzufügen.
Mir geht es gerade ähnlich. Es unheimlich aufwändig und kostet sehr viel Kraft und Zeit, aber es muss sein.

Auch Lana spricht mir in diesem Zusammenhang aus dem Herzen:
Lana hat geschrieben: Mo 2. Jun 2025, 14:20 Dann bin ich dann wieder am Anfang, wo ich mir "esoterische" Gedanken über mein Sein mache, die natürlich um den Punkt Weiblichkeit kreisen. Das scheint ja der wunde Punkt zu sein, sonst hätten nicht so viele ihre Probleme damit, und ich auch nicht, oder?
Endlose Gedanken, auch richtig. Ich habe aber die Hoffnung nicht aufgegeben, irgendwann an einem Ziel anzukommen, einen Endpunkt zu erreichen.

Liebe Grüße
Anja
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 185 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hallo Vicky,

sorry wenn ich die gut Stimmung unterbreche, aber ein voller Tag Arbeit läßt keine Zeit für Forumsaktivitäten.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 08:48 Was ist meine "wirkliche Identität" ?
Ketzerische Frage: warum ist das relevant? Was versprichst Du dir davon, deine "wirkliche Identität" zu kennen und bist Du der Meinung, sie bleibt dann unveränderlich so, wie Du sie erkannt hast - oder ändert/entwickelt sie sich nicht kontinuierlich weiter und ist damit nie endgültig erfahrbar?
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 08:48 Sage ich ja zur Weiblichkeit, empfinde ich plötzlich die Verschiebung in meiner Perspektive zu anderen Prioritäten. Weiblichkeit ist nicht etwas, was ich so "nebenbei" und alltäglich leben kann. Es bindet meine Aufmerksamkeit. Damit treten andere Dinge in den Hintergrund, die mir auch wichtig sind.
Ich kann jetzt nur schreiben, welchen Eindruck deine Worte auf mich machen. Damit kann ich ganz falsch liegen, dann tut es mir leid. Aber deine Worte klingen für mich, als hättest Du an deine "Weiblichkeit" sehr (zu?) hohe Erwartungen.

1. Was ist denn an dem Perspektivenwechsel so schlimm? Welche anderen Prioritäten setzt Du denn, wenn Du deine Weiblichkeit annimmst (ich vermute im Gegensatz zu Dingen, die Du im Männlichen bevorzugst?)
2. Was genau erwartest Du von "Weiblichkeit", wenn Du sie nicht dauerhaft leben kannst? Welche Hürden setzt Dir deine Vorstellung von "Weiblichkeit", dass sie nicht nebenbei, selbstverständlich und schlicht alltäglich wird?
3. Was genau am ausleben deiner Weiblichkeit bindet deine Aufmerksamkeit? Was genau nimmt Dich so sehr in Anspruch am "weiblich sein"?

Ich will das kurz in meine Perspektive setzen, vielleicht nimmt das etwas Schärfe aus meinen Fragen (die bitte kein Angriff sein sollen!): Für mich bedeutet "Weiblichkeit" so sein wie ich bin. Das könnte aber genauso gut auch "Männlichkeit" sein.

Es ist aber so natürlich, wie atmen. Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob ich nun weiblich, männlich oder etwas dazwischen bin. Denn am Ende kann ich doch nur sein, wer/wie ich bin. Alles andere wäre ja wieder eine Maske. Und die habe ich nunmal abgelegt. Insofern bedeutet der Schritt in die Transition auch: Freiheit.

Und was das Rollenverständnis angeht, die Frage warum ich für mich das Attribut "weiblich" wähle, das ist nunmal das, was mir am nächsten liegt. Wenn ich mich frei äußern darf, dann entspricht das dem, was wir/die Gesellschaft als weiblich lesen. Wie ist das für euch?

Insofern reproduziere ich die typischen Muster (Klischees, nicht nur implizit, @Lana), aus dem selben Grund, aus dem die meisten Frauen (oder weiblich gelesenen Menschen) in der (westlichen) Welt das auch machen. Wir handeln, wie es für "uns" "natürlich" ist. Weil wir es von anderen mit denen wir uns identifizieren vorgelebt bekommen, weil es uns leichter fällt, so und nicht anders zu handeln. Und umgekehrt machen das Männer ja auch.

Damit schließt sich aber auch für mich ein Gedankenkreis, denn das ist wohl, was ich unbewußt als Kind und Jugendliche gemacht habe: die Menschen um mich herum beobachten, mir ihre Bewegungsmuster und Sprechweisen anschauen und dann so zu reproduzieren, wie ich es als "zu mir passend" wahrgenommen habe. Darum wurde ich dann als homosexuell vermutet - worauf ich mein Verhalten soweit angepasst habe, dass es eher meinem sozialen Kontext "Männer" entspricht.


Nochmal: das sind so Gedanken, die das von euch (Vicky, Lana und jetzt auch noch Anja) Geschriebene in mir auslösen. Vielleicht liege ich da total falsch, aber ich werde manchmal voll traurig, wenn ich eure Texte lese und das Gefühl bekomme, ihr seid so gar nicht im Positiven mit euch.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 186 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Kleiner Nachtrag, ist mir so beim weiteren Nachdenken gekommen: ich glaube, was mich so verwirrt - eher als "nicht verstehen" ist folgendes:

Das Hadern mit der eigenen Identität, die Frage nach dem "was bin ich denn eigentlich?" sobald ich gemerkt habe, dass ich nicht so natürlich in die Rolle "Mann" falle, das war vorher. Ab dem Zeitpunkt, wo ich für mich akzeptiert habe trans zu sein, eine Transfrau, ist diese ganze Unsicherheit wie eine alte Klamotte von mir abgeglitten und hat sich aufgelöst. Und ich glaube, das wundert mich so. Für mich war das anscheinend alles genau umgekehrt.

Oder würdet ihr sagen, ihr habt eure Transidentität noch nicht vollständig annehmen können? Das wäre natürlich auch möglich (aber nur reiner Spekulatius meinerseits an dieser Stelle).
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 187 im Thema

Beitrag von Susi T »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 16:14 Hallo Tira,
ein bewegender Beitrag. Muss der Satz "Wir akzeptieren/lieben uns gegenseitig, dadurch uns auch selbst", nicht umgedreht werden ? Werden wir dadurch liebesfähig, in dem wir uns selber lieben ?
Danke Vicky für die Aufmerksamkeit, natürlich hast du auch Recht, aber mir war es wichtig diese Komponente so darzustellen.
Wenn wir uns nicht selbst lieben, wie können wir einen anderen lieben?

Aber wir haben uns nicht mit diesem Ziel angenähert, da war erst nur ein Austausch von 2 Menschen, die merkten das sie mit ihren Erleben nicht alleine sind und sich viel zu erzählen haben. Die anfangen Ihre ersten Schritte in einem neuen Lebensabschnitt zu machen und sich dabei unterstützen. Für mich im wesentlichen das Leben außerhalb meinen 4 Wänden und außerhalb meines Bettes und für meinen Schatz waren es die ersten Schritte in der Öffentlichkeit als CD. Es hat uns beide gestärkt und vieles leicht gemacht. Das Leben hatte vorher in uns beiden Spuren hinterlassen und so brauchte es Zeit, nicht nur wegen Trans und Sexualität, das kam aber erschwerend dazu.(Zumindest letzteres, wobei ersteres den Ausgleich versuchte. Aspekte von :"Bauch sagt Ja und Kopf sagt Nein")

Heute ist vieles noch so wie es sich damals schon früh abgezeichnet hat, es ist wie ein Tanz, ein Tanz des Lebens.
Keiner wo einer führt und der andere sich führen läßt, sondern mehr wie ein Flirt bei dem mal die ein oder andere neckt oder folgt, mal ein umkreisen und mal ein nebeneinander, weil das Leben nunmal auch andere Erfordernisse hat.

Trans ist nicht immer leicht und wie viele verzweifeln? Werfen ihre gegengeschlechtliche Kleidung fort, verstecken sich und trauen sich nicht so zu leben wie sie glauben das es ihnen gut tun würde. Es erleichtert so angenommen zu werden wie man sein möchte/wie man sich fühlt und deswegen auch" dadurch uns auch selbst"
Wenn ich zu meinem Schatz fahre blühe ich regelrecht auf und wenn ich mich zuviel mit Problemen beschäftige geh ich ein. Ein anderer Mensch ist nicht dafür da, dafür zu Sorgen das es mir immer gut geht, das einzufordern wäre fatal. Aber ab und zu ein kleines Geschenk der Aufmerksamkeit hilft Licht in die Welt zu bringen. Ein Lächeln, eine Berührung oder wenn ich durch den hinteren Garten schlenderte, sehe wie schön die Walderdbeeren gedeihen, weil mein Schatz so fleißig das Unkraut gerupft hat und pflücke welche, weil ich welche für mein Müsli Brauch und um eine Freude zu machen. Als ich zurück komme steht da schon eine andere Schale da mein Schatz im Vorgarten fleißig war, wahrscheinlich mit ähnlichen Gedanken. Und so sitzen wir anschließend bei einem Kaffee Händchenhaltend gegenüber und erfreuen uns.

2 empathische Menschen, das ist nicht immer leicht eine Balance zu halten, sich hochzuziehen und nicht runter, denn das wäre dann auch verstärkend. Vielleicht gehen wir deswegen so vorsichtig miteinander um, um keine alten Fehler zu wiederholen. Fordern ist leicht, würde aber Druck aufbauen, geben ist noch leichter, kann aber auch leicht zu Ungleichgewicht führen, es ist schön sich ein solches Miteinander zu gestalten, denn auch hier gilt :" Der Weg ist das Ziel"
Soviel aus einer momentanen Betrachtung von Dingen die viele Facetten haben.
Liebe Grüße,Tira (flo)
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 188 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 21:29 vielleicht nimmt das etwas Schärfe aus meinen Fragen (die bitte kein Angriff sein sollen!)
Hi Knäckebrötchen,

die Deutlichkeit Deiner Fragen ist doch gerade das Salz in der Suppe. (yes) Ich muss da noch ein wenig in mich gehen, bis ich antworten kann. Soviel schon jetzt:
ihr habt eure Transidentität noch nicht vollständig annehmen können?
Die Betonung liegt für mich, und ich kann nur für mich schreiben, auf "vollständig". Ich habe schon große Schritte gemacht. Und das macht es in der Tat einfacher. Du schreibst von Deiner Verwirrtheit. Das ist ein guter Ausdruck für das, was ich in der Frage empfinde. Da lebe ich tagelang, vielleicht auch wochenlang vor mich hin, mache die Dinge, die ich tun möchte und bin recht zufrieden. Und auf einmal über nimmt etwas in mir die Regie. Da ist mit einem Mal das Bedürfnis Weiblichkeit zu leben. Das verwirrt und verunsichert mich. Wo kommt das her ? Was soll das für mich bedeuten ? Na klar lebe ich das. Mal mehr, mal weniger. Wie will ich das Anderen verständlich machen ?

Lexes hat einmal etwas schönes geschrieben. Sie schrieb, dass ihre Frau zur ihr sagte, dass sie spüre, dass Lexes wieder en femme auf die Straße müsse, damit sie, Lexes, ausgeglichener sein könne. Das hat mich beeindruckt, da das im Prinzip auch auf mich zutreffen könnte. Es rührte sich wohl etwas in Lexes, was raus musste. Deshalb lebe ich das auch von Zeit zu Zeit.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 189 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Tira hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 10:01 Auch Sozialisierung findet nicht nur in der Kindheit statt, sondern im ganzen Leben.

Hey...das finde ich super wichtig und es sagt auch, das Rollen nicht in Stein gemeißelt sind.
Es ist also auch eine Anders-Sozialisierung möglich, und wieder sind wir bei Simone de Beauvoir.

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Jun 2025, 10:33 Und auf einmal über nimmt etwas in mir die Regie. Da ist mit einem Mal das Bedürfnis Weiblichkeit zu leben. Das verwirrt und verunsichert mich. Wo kommt das her ? Was soll das für mich bedeuten ? Na klar lebe ich das. Mal mehr, mal weniger. Wie will ich das Anderen verständlich machen ?
Liebe Vicky..

ich verstehe das, weil ich es ja auch zum Teil so spüre, nur das ich mich immer auf der weiblichen Seite wahrnehme. Aber schon mal stärker und mal schwächer.
Und so gut wie alle cis Frauen die ich dazu gefragt habe, haben mir das so auch bestätigt, das die Intensität schwankt. Das ist so dieser flux-fluider Ansatz.
Und auch wenn man weiblich ist, kann der männliche Anteile enthalten-zum Beispiel Durchsetzungsfähigkeit, was ja oft männlich verklischeelisiert (gibt es das im Duden, egal) wird.
Tatsache ist es gibt Alphas auch bei Frauen. Und nicht nur noch Betas, es gibt viele und auch Misch-Archetypen.
Jedenfalls denke ich immer mehr, das es einfach kein 100% Prozent gibt, wobei wir trans*/inter* Frauen das am Anfang oft zur Abgrenzung brauchen. Ja ich war echt mal so...
es sollte kein Blatt Papier dazwischen passen (offen gesprochen musstest du ja auch für Indikationen und Gutachten fürs TSG so agieren, da glaubst du fast selbst irgendwann, das das im Leben so sein muss).
Leben ist aber kein klassisches Projektmanagement. Die Latte lag etwas hoch und ich merkte lege ich sie etwas nach unten entsteht nochmal eine andere Freiheit, wie auch Tira sagt...

nur verwirrt mich das Ganze nicht mehr, ich bin damit fein. Und das könnte vielleicht auch Knäckebrötchen meinen, was wundert mich das, ich machs einfach und dann ist das auch gut so.

Ich weiss auch, du möchtest gerne darüber nachdenken und lässt dir die Möglichkeit dazu auch nicht ausreden, ich wünsch dir aber das du immer sicherer wirst

gute Zeit,
Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 190 im Thema

Beitrag von Lana »

Puh, liebe Alice, da steckt Stoff für lange Nächte drin. Und weil ich gerade eh noch wach bin, fange ich mal an (das war irgendwann spät letzte Nacht)
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 21:29 Was versprichst Du dir davon, deine "wirkliche Identität" zu kennen
Du fragst zwar Vicky, aber ich mache mir natürlich auch Gedanken, warum mich das umtreibt. Ich habe für mich festgestellt, dass es mir aber gar nicht so sehr darum geht, irgendwo anzukommen, wo ich es mir dann gemütlich einrichten kann, sondern meinen Weg zu gehen. Dabei möchte ich aber wissen, wo ich gerade bin, um mich orientieren zu können. Das geht besser, wenn ich weiß, wer ich eigentlich bin, weil ich sonst Abzweigungen wählen könnte, die nicht gut für mich sind.

Um mal ein konkretes Beispiel zu bringen:
Ist meine Weiblichkeit so tatsächlich stark, dass ich mit einem männlichen Körper nicht glücklich sein kann? Um diese Frage zu beantworten, muss ich eine stabile Vorstellung von dem haben, was meine Weiblichkeit für mich und mein Leben bedeutet. Das gilt in ähnlicher Weise natürlich für alle anderen Aspekte meiner Persönlichkeit.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 21:29 Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob ich nun weiblich, männlich oder etwas dazwischen bin. Denn am Ende kann ich doch nur sein, wer/wie ich bin. Alles andere wäre ja wieder eine Maske. Und die habe ich nunmal abgelegt. Insofern bedeutet der Schritt in die Transition auch: Freiheit.
Da bin ich vollkommen bei dir. Und mir wäre es sehr recht, wenn andere Menschen das auch so sehen würden. Das ist aber nicht der Fall. Nahezu überall und von allen wird man geschlechtlich zugeordnet und entsprechend behandelt. Man kann sich dem nicht entziehen, wenn man der Gesellschaft nicht komplett den Rücken kehren will. Und das macht etwas mit mir, wenn ich einem Geschlecht zugeordnet werde, das mir nicht entspricht.

Blöderweise sind das bei mir beide gängigen Varianten. Der Unterschied ist nur, dass mir im Mittel die Zuweisung zum weiblichen Geschlecht eher entspricht. Aber reicht das, um mich voll dazu zu bekennen? Oder ist das "wieder eine Maske"? Wäre es nicht in gewisser Weise anmaßend, sich den Schuh "Weiblichkeit" einfach so, ungefragt, anzuziehen? Auf Dauer, mit allen Konsequenzen?
Andererseits:
Den männlichen Schuh, der mir nie gepasst hat, habe ich irgendwann in den letzten Jahren einfach in der Ecke stehen lassen, wo er nun versauern kann. Das war einfach, und dennoch ist er noch da, wird immer wieder präsent. Und dann kommt es schon vor, dass er mich einschränkt, weil ich bewusst Dinge vermeide, die für mich mit Männlichkeit verbunden sind. Ich muss mich dazu nicht zwingen, es fällt mir sogar sehr leicht, darauf zu verzichten. Und trotzdem entsteht da ein kleine Leerstelle, für die ich keinen Umgang habe.

Ähnlich wie Vicky fühle ich manchmal von meiner Weiblichkeit überfordert. Nicht immer kann ich Ihrem Drängen nachgeben, es stellt in gewisser Weise meine Autonomie auf die Probe. Bin ich das überhaupt noch? Oder werde ich gerade von irgendwelchen Hirngespinsten ferngesteuert? Wo bleibt da noch die eigene, positive Entscheidung für all das?
Vielleicht sind meine Ansprüche an die Ausführung dieser Rolle auch zu hoch? Vielleicht habe ich falsche Vorstellungen von Weiblichkeit? Bei dir hört sich das ganz einfach an. Es entspricht deiner Natur am ehesten, also bist du Frau. Ich kann deinen Gedanken zwar nachvollziehen, ihn aber in dieser einfachen Klarheit nicht für mich annehmen. Das ist tief in mir verankert und hat mit dem Gender nur am Rande zu tun. Aber es ist ein Teil von mir, mit dem ich mich auseinander setzen muss: Dinge einfach annehmen zu können. Ohne ständiges Hinterfragen, ohne ignorant zu wirken.

Trotz all dem geht es mir besser, seit ich meine ungeklärte Geschlechtsidentität erkannt und nach und nach akzeptiert habe (und ja, das ist noch nicht abgeschlossen, und wird es wahrscheinlich auch nie sein). Weil nur so überhaupt Entwicklung möglich wird. Die Möglichkeiten, mein Leben zu führen, haben sich schlagartig vervielfacht. Mit dieser neuen Freiheit muss ich jedoch einen guten Umgang finden, sonst droht sie mich zu überwältigen.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 22:51 Ab dem Zeitpunkt, wo ich für mich akzeptiert habe trans zu sein, eine Transfrau, ist diese ganze Unsicherheit wie eine alte Klamotte von mir abgeglitten und hat sich aufgelöst.
Das freut mich für dich. Bei mir ist es in der Tat nicht so. Vielleicht, weil ich meine Transidentität nur soweit annehmen kann, wie es mir mein Umfeld ermöglicht. Mein Leben gab es auch schon vor der Transition, und vieles aus diesem alten Leben ist mir lieb und teuer. Das bringt aber auch Einschränkungen mit sich, die eine Transition beschwerlich und kompliziert machen können. Es ist diese permanente Suche nach einem Kompromiss, wo es vielleicht gar keinen geben kann, dieses ständige Herumlavieren zwischen den äußeren Gegebenheiten und den inneren Befindlichkeiten.

Nein, mein Leben ist nicht schlecht, überhaupt nicht. Ich bin in so vielen Dingen privilegiert, dass ich es manchmal gar nicht glauben kann. Vielleicht ist auch das ein Grund, Dinge besonders zu hinterfragen, bei denen das nicht gilt. Dazu gehört in meinen Fall mein Genderausdruck, die Art und Weise, wie ich mich Anderen präsentiere. Da gibt es Widerspruch aus der Partnerschaft, aus dem alten Freundeskreis, nicht zuletzt aus der Gesellschaft, weil meine (in diesem Fall) modischen Vorlieben weit jenseits von dem liegen, was meinem Alter, meiner Körperform und meiner gesellschaftlichen Stellung entsprechen würde. Klar trage ich die Sachen trotzdem, wenn mir danach ist. Aber das ist mitunter anstrengend. Und das alles, obwohl meine körperliche Erscheinung mit dem üblichen Bild einer Frau gut harmoniert.

Ist das nun etwas, das meine Weiblichkeit ausmacht? Oder sind Kleider nicht nur Oberflächlichkeiten, sogar sprichwörtlich?

Für mich nicht. Kleidung war schon immer sehr wichtig für mich, ich hatte schon immer klare Vorstellungen davon, was mir gefällt. Nur war das nie für mich vorgesehen, weil ich kein Mädchen war. Und im Prinzip hat sich daran bis heute kaum etwas geändert. Ich nehme mir inzwischen die Freiheit, das zu tragen, was mir gefällt, aber ich spüre, dass Viele denken, es stünde mir nicht zu. Ich werde halt als bunter Vogel toleriert, der ich für sie in anderen Bereichen immer schon war.

Das macht natürlich was mit mir, weil Kleidung die Krücke ist, die ich brauche, um mich meiner Identität vergewissern zu können. Im Prinzip so ähnlich wie du es beschreibst:
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 21:29 Insofern reproduziere ich die typischen Muster (Klischees, nicht nur implizit, @Lana), aus dem selben Grund, aus dem die meisten Frauen (oder weiblich gelesenen Menschen) in der (westlichen) Welt das auch machen.
Ich habe mein Leben lang beobachtet, was andere Menschen tragen und versucht herauszufinden, was davon für mich passend sein könnte. In den allermeisten Fällen waren es Teile aus der Damenabteilung. Nicht, weil sie von dort stammten, sondern wegen ihrer Art, ihrer Schönheit, ihres besonderen Zaubers. Sie gefielen mir einfach.

Das war es, was ich wollte, diesen Kleidern nahe sein. Damals war mir noch nicht klar, dass es einen Zusammenhang mit meiner Identität gibt. Ich hatte leider die gesellschaftlich vorgesehene Verknüpfung übernommen, dass ich diese Kleider deshalb schön fand, weil sie von Menschen getragen wurden, die ich begehrte, nämlich von Frauen. Das war aber nicht richtig.
Diese Kleider symbolisieren für mich Weiblichkeit wie kaum etwas anderes, ja. Aber sie tun dies unabhängig von der Trägerin. Sie stehen in gewisser Weise für sich. Überspitzt ausgedrückt: Ein Rock ist ein Stück Weiblichkeit zum überziehen.

Das klingt jetzt wahrscheinlich so, als ob ich meinen Fetisch beschreiben würde. So war das vielleicht mal in meiner Jugend, aber davon ist nicht mehr viel übrig. Vielleicht nur noch, dass der Rock mir heute dabei hilft, mich als das zu sehen, was ich bin. Da verspüre ich, vielleicht ganz ähnlich wie du, einen natürlich Fluss, nur auf einer anderen Ebene:
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 3. Jun 2025, 21:29 Wir handeln, wie es für "uns" "natürlich" ist.
Und weil da innerlich noch so viele Knoten sind, brauche ich wohl auf absehbare Zeit noch das Äußere, um mich daran festzuhalten, um mich meiner selbst zu vergewissern, ganz alltagspraktisch, wenn ich an mir runterschaue und da einen Rock sehe. Dann bin ich für einen kurzen Moment wieder geerdet - solange, bis der Übernächste mich wiedermal mit großen Augen anschaut, und schon sind die Fragen und Zweifel wieder da.

Klar, ich könnte solche Situationen entschärfen, indem ich mich um besseres Passing bemühe. Aber dann sind wir wieder bei der Maske, die nur eine andere Art von Einschränkung ist.

Also ja, zum einen bin ich wohl noch nicht angekommen, aber wie soll das bei einer notorischen Streunerin überhaupt gehen? Ankommen wo genau?
Zum anderen zu viel Fokus auf abträgliche Botschaften von außen, die mein permanentes Grübeln bestärken.
Und zu guter letzt noch übergeordnet die große Frage aller Fragen, die nach dem Sinn des Ganzen...

So, es ist wieder mal sehr lang geworden. Danke an alle, die bis zum Ende gelesen haben!
(moin)

LGL
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 191 im Thema

Beitrag von Wally »

Hallo Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 2. Jun 2025, 10:58 Eine Freundin schrieb mir, was ich denn bereit wäre aufzugeben, wenn eine Fee mir die Möglichkeit gäbe, zur Frau zu werden.
Meine Männlichkeit.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 2. Jun 2025, 10:58 Und jetzt die Frage an Euch: Ist Euch bewusst, dass ihr das allgemein bestehende binäre Denken unterlauft, aber Euch gleichzeitig genau den Standards und Normen unterwerft, die damit verbunden sind ? Wie würdet Ihr Euch fühlen, wenn alle Menschen Einheitskleidung z.B. a la Mao tragen würden und keine Geschlechtsunterschiede äußerlich erkennbar wären ?
Schrecklich. Der Mensch ist genauso ein geschlechtliches wie ein soziales Wesen. Mann/Frau-Sein - wie auch immer das im Einzelfall ausgeprägt sein mag - gehört unmittelbar und untrennbar zur Würde des Menschen im Sinne von §1 unseres Grundgesetzes. Geschlechtskaschierende Einheitskleidung a la Mao beraubt die Menschen in einem sehr zentralen Punkt ihrer Menschenwürde und ist deshalb überhaupt nur in menschenverachtenden Diktaturen möglich; aber selbst dort hat man es nicht geschafft, damit die Gender-"Normen" plattzumachen. Die sind nämlich KEINE Normen, sondern lebendiger Ausdruck menschlicher Geschlechtlichkeit. Maos Einheitskleidung war dagegen tatsächlich eine Norm: ein gewaltsam übergestülptes, einengendes Verhaltenskorsett - ein virtuelles Gefängnis.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 2. Jun 2025, 10:58 Was bedeutet Weiblichkeit jenseits der Normen ?
Was bedeutet Weiblichkeit ÜBERHAUPT?

Das ist letztlich die entscheidende Frage, die das Leben an uns Transgender stellt: und zwar NUR an uns Transgender, weil's für die überwältigende cis-Mehrheit gar keine Frage, sondern ein Ausrufezeichen ist. Die machen sich überhaupt keine Gedanken darum, die leben es einfach; die kollidieren nicht immer wieder mit ihrem körperlichen Geschlecht, wie es für uns Transgender identitätsprägend ist.

Ich kann diese Frage nicht allgemeingültig beantworten. Dazu ist die Sache viel zu komplex und viel zu grundlegend mit dem Mensch-Sein an sich verwoben, um eine auch nur annähernd vollständige und allgemeingültige Antwort zu geben. Letztlich ist es genauso eine philosophische Frage wie die Frage nach dem Mensch-Sein überhaupt.

Als Transfrau kann (und muss!) ich diese Frage aber individuell beantworten: was bedeutet Weiblichkeit für mich ? Das ist jetzt, nach meinen 76 Jahren individueller Lebenserfahrung, zum Ende hin doch noch sehr klar und einfach geworden: Weiblichkeit ist mein Leben. Ich habe nur dieses eine Leben. Ich hatte in Wahrheit nie die Wahl, als Mann oder als Frau zu leben; ich hatte nur die Wahl, mein Leben zu leben - oder eben darauf zu verzichten.

Die gesamte, erste Hälfte meines Lebens habe ich in diesem Sinne schlicht vergeudet: ich habe damals nicht mein Leben gelebt, sondern ein mir fremdes, das mir meine damalige Umwelt aufgrund meines als "männlich" identifizierten Körpers aufoktroyiert hat. Dabei war das durchaus gut gemeint: als cis-Normalos konnten sich die Leute damals (50er Jahre...) gar nichts anderes vorstellen, als dass "mein Leben" eben zwangsläufig ein männliches wäre. Aber für mich war die männliche Gender-Rolle eben nicht - wie für die allermeisten Männer - lebendiger, harmonischer Ausdruck psychischer Männlichkeit, sondern tatsächlich eine mir fremde, mich einengende und meinen emotionalen Bedürfnissen zutiefst zuwiderlaufende Norm, ein mich grotesk verformendes und verbiegendes Korsett.

Ich wusste das in meiner ganzen, ersten Lebenshälfte nicht; ich konnte es nicht wissen, weil es den Begriff "Transsexualität" im damals üblichen Sprachgebrauch noch gar nicht gab. Ich merkte nur, dass mit mir als Junge und später als Mann "irgendwas nicht stimmte", dass ich in vielerlei Hinsicht den Vorstellungen und Anforderungen nicht gewachsen war, die die Leute an einen Mann stellten. Ich versuchte jahrzehntelang verzweifelt, dem zu entsprechen, und erlebte mich selber als "pervers" und als "Versager", weil mir das nie wirklich gelang. Am schlimmsten war's im Bereich Partnerschaft und Sexualität: bei dem Typ Frauen, zu denen ich mich schon damals instinktiv hingezogen fühlte, hatte ich damals nie auch nur den Hauch einer Chance - und mit denen, an die ich rankam, machte ich fast durchweg katastrophale Erfahrungen. Das gipfelte schließlich in einer schrecklichen, fünfjährigen Ehe mit einer gewalttätigen Frau, die mich nahezu täglich misshandelte, bis hin zu ärztlich behandlungsbedürftigen Körperverletzungen. Ich war kreuzunglücklich und auch danach noch viele Jahre lang akut suizidgefährdet.

Mit 40 - nach Ende dieses Ehe-Martyriums - begab ich mich dann endlich in Psychotherapie: einerseits, um das Trauma dieser Ehe aufzuarbeiten, andererseits mit dem Wunsch, auf diese Weise vielleicht doch endlich noch ein "normaler Mann" werden zu können. Katalin (ich blieb danach mit ihre befreundet und "per du") hatte damals schon viel Erfahrung mit Transsexuellen und führte mich im Lauf von zwei Jahren sehr behutsam zu der Erkenntnis, dass das in meinem Fall nicht möglich war: weil ich einfach kein Mann bin. Ich bin transsexuell. Ich musste in der Folge erst mühsam herausfinden, was denn wirklich mein Leben sein konnte: ein dezidiert männliches konnte es jedenfalls nicht sein, wenigstens das wusste ich nun endlich.

Katalin (und ein paar andere Psychotherapeuten, bei denen ich parallel dazu Therapiegruppen besuchte) hat mir damals beigebracht, konsequent auf meine "innere Stimme" zu hören, auf mein "Bauchgefühl" zu vertrauen - und vor allem auch, meine authentischen Emotionen von verinnerlichten, gesellschaftlichen Introjekten (Rollenerwartungen, "Klischees") unterscheiden zu lernen und mich von letzteren zu befreien. Das war das eigentliche Verdienst der Therapie, die sich dann für mein weiteres Leben als außerordentlich segensreich erwies: je konsequenter ich mich auf den (immer noch jahrzehntelangen) transsexuellen Weg begab, um so mehr gewann ich einen positiven Bezug zum eigenen Körper, ich spürte zunehmend Lebensmut und Lebensfreude, die Suizidgedanken verschwanden vollständig, ich fand erstmals befriedigende Partnerschaften und lebe jetzt schon das zwanzigste Jahr in glücklicher Ehe mit meiner lieben Barbara. Bei all dem ging es primär nicht um "Weiblichkeit", sondern buchstäblich um Selbstfindung: darum, endlich mein Leben zu leben, anstatt mich auf irgendein fremdbestimmtes, für mich falsches Gleis schieben zu lassen. Aber mit verblüffender Regelmäßigkeit fügten sich die Schritte, die mich am meisten auf diesem Weg voranbrachten, jedes Mal exakt in die gängigsten "Klischees" von Weiblichkeit...

Das ist bis zum heutigen Tag so geblieben: Obwohl ich nun schon das fünfte Jahr 24/7 als Frau lebe, genieße ich es immer noch jeden einzelnen Morgen, Rock/Bluse oder ein Kleid aus dem Schrank zu holen, mich mit Halskette und Ohrhängern vor dem Spiegel zurecht zu machen und in meine Pumps zu schlüpfen. Noch immer atme ich jedesmal befreit auf, wenn ich so vor die Tür trete und mich in die Öffentlichkeit begebe. Der ehemalige Nervenkitzel hat sich nach rund zweitausend Malen natürlich abgeschliffen, es ist nix Aufregendes mehr, es ist für mich längst banale Normalität geworden - aber nach wie vor ist es eine wohltuende Normalität, die mir eine tiefe, innere Befriedigung vermittelt; ich möchte sie keinesfalls mehr missen.

Dabei kommt's nicht mal darauf an, ob mich die Leute als Frau wahrnehmen; tatsächlich sehen mich fast alle als "Transvestiten" - als einen "verkleideten" Mann. Ich versuche das auch gar nicht mehr zu verstecken, weil das viel zu aufwändig wäre und am Ende doch weitgehend unwirksam bliebe. Schon allein mich offen so betont weiblich zeigen zu dürfen, wie ich es für mich selber als zu mir passend erkannt habe, und wie ich mir selber im Spiegel am besten gefalle, ist für mich pure Lebensfreude. Und obwohl mich die meisten Leute rational als "Tunte" einordnen (ich merke das häufig an versehentlichem Misgendern), behandeln sie mich sozial - auf einer wohl eher unbewussten Ebene - tatsächlich wie eine Frau: keiner konfrontiert mich seitdem mehr mit männlichen Rollenerwartungen, niemand verlangt mehr von mir, "meinen Mann zu stehen". Sozial werde ich tatsächlich sehr weitgehend als Frau respektiert, trotz meines "tuntigen" Aussehens. Auch in dieser Hinsicht erlebe ich meinen weiblichen Alltag durchgehend als erfüllend und befreiend - weit mehr, als ich es vorher auch nur zu träumen gewagt hätte. So kann ich jetzt tatsächlich sehr weitgehend mein Leben genießen, trotz des nach wie vor "falschen" Körpers.

-----

Es wundert mich nicht, dass Du nach der Erfahrung der Reha erst mal wieder ins Mann-Sein zurückgekehrt bist: da konntest Du Dich endlich mal mit dem Frau-Sein so richtig "satt essen" - der Heißhunger war erst mal weg, Du konntest Dich endlich auch wieder auf andere Dinge fokussieren. Es hätte mich aber doch seehr gewundert, wenn Dieser Hunger danach auf Dauer weggeblieben wäre :-) Sehr entgegen Deiner Interpretation halte ich nämlich - aufgrund meiner gesamten Lebenserfahrung - unsere Transgender-Identität (wie JEDE geschlechtliche Identität) nicht für "fluide", sondern ganz im Gegenteil für schicksalhaft und unveränderlich festgefügt, wahrscheinlich sogar hardwaremäßig im Gehirn verschaltet. Fluide - also veränderlich - war und ist Gottseidank nicht mein psychisches Geschlecht, sondern meine Einstellung dazu, meine rationale Selbsterkenntnis und mein bewusster Umgang damit. Nur so konnte ich dieses mir von der Natur gestellte Lebensrätsel am Ende doch noch zufriedenstellend lösen. Maos Einheitskleidung hätte mich nicht vor dem Problem bewahrt, sondern ganz im Gegenteil meine Selbsterkenntnis und erst recht die Problemlösung verhindert: so hätte ich NIEMALS zu meinem Leben finden können.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 192 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Wally hat geschrieben: Mi 4. Jun 2025, 15:43 ---
Lana hat geschrieben: Mi 4. Jun 2025, 14:42 ---

Liebe Lana, liebe Wally,

das waren 2 schon wirklich beeindruckende und auch lange Texte..
ich möchte aber nochmal das Ende von Wally´s Text aufgreifen
Wally hat geschrieben: Mi 4. Jun 2025, 15:43 Sehr entgegen Deiner Interpretation halte ich nämlich - aufgrund meiner gesamten Lebenserfahrung - unsere Transgender-Identität (wie JEDE geschlechtliche Identität) nicht für "fluide", sondern ganz im Gegenteil für schicksalhaft und unveränderlich festgefügt, wahrscheinlich sogar hardwaremäßig im Gehirn verschaltet. Fluide - also veränderlich - war und ist Gottseidank nicht mein psychisches Geschlecht, sondern meine Einstellung dazu, meine rationale Selbsterkenntnis und mein bewusster Umgang damit. Nur so konnte ich dieses mir von der Natur gestellte Lebensrätsel am Ende doch noch zufriedenstellend lösen. Maos Einheitskleidung hätte mich nicht vor dem Problem bewahrt, sondern ganz im Gegenteil meine Selbsterkenntnis und erst recht die Problemlösung verhindert: so hätte ich NIEMALS zu meinem Leben finden können.
Ich weiss nicht ob du das wirklich so meinst Wally oder ob etwas falsch verstehe..

Maos Einheitschic hätte mich vermutlich auch sehr gefrustet..trotzdem kann und möchte ich gar nicht Weiblichkeit an Kleidung festmachen, das ist nur ein Teil eines Gesamtbildes.

Würde man nur auf die Kleidung gehen, müsste ich selbst sagen dann bin ich nicht trans* oder trans oder Trans oder Transgender oder nicht mal ein tuntiger Typ..dann bin ich davon gar nichts, sondern hätte nur meine Interanteile.
Weil ich aber nicht mehr mit dem Körper in alter Form konnte bin ich eben aber auch doch trans, oder..was auch immer. Ob das nun gehirn-physiologisch oder doch auch ein Teil meiner Sozialisation ist ich weiss es nicht.

Aber ich muss es auch nicht rechtfertigen, ich rede nur manchmal darüber. Ich muss mir keinen Grund suchen um es mit mir oder anderen zu klären, oder nicht mehr im Grunde.
Denn ich mache nichts Falsches..es geht mir besser und in den letzten Wochen habe ich laut meinem Lieblingsmenschen einen grossen Sprung gemacht, von einer Freundin die ich etliche Jahre nicht gesehen habe und die bei
uns zu Gast war, die Aussage das ich umgänglicher, offener und einfach lebendiger bin. Von einer anderen die kurz da war einfach nur ein "Wow".
Auch in der Weiterbildung hinterfragt niemand was ich war, ich bin die die ich bin..und ehrlich, das erfüllt mich total, alles richtig gemacht, nun ja fast-es ging Zeit ins Land die verschwendet war, die bekomme ich nicht wieder.

Die körperliche Transition ist für mich nichts was rational durchgedacht werden kann, ich bin aufgewacht und die Zeit war für jeden weiteren Schritt reif. Ich sage immer noch, für nur 1 Tag in einem wirklich
weiblichen Körper würde ich mein Leben geben ohne zu zögern. Ob ich an dem Tag Pumps trage wäre mir egal, ich glaube sogar ich würde gerne nackt bleiben wollen..

Letztendlich ist Weiblichkeit für mich doch sehr körperdefiniert und mehr in letzter Zeit wie mich die anderen sehen, nicht nur was ich zu mir fühle und ich glaube ich kann das nun sehr gut in den Augen der
anderen lesen. Aber trotzdem spüre ich mal mehr mal weniger Weiblichkeit und setze es dann ins Aussen um..und das ist völlig normal

Okay, war das jetzt wirr?
Bis später Marie (flo)
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Mi 4. Jun 2025, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 193 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Lana hat geschrieben: Mi 4. Jun 2025, 14:42 Man kann sich dem nicht entziehen, wenn man der Gesellschaft nicht komplett den Rücken kehren will.
Das stimmt nach meiner Erfahrung nicht. Du wirst vielleicht aus Deinem jetzigem Umfeld katapultiert (sicher ist das vielleicht auch nicht), aber es gibt viele Menschen, die Dich akzeptieren oder wenigstens respektieren, wenn sie nur wüssten, wie Du tickst. Das ist ja gerade das Fazit meiner Reha en femme. Ich habe mich ganz normal dort eingelebt. Niemand hat mich auf mein Transdasein angesprochen (doch es gab eine Ausnahme, für sie war es selber ein Thema aus dem Freundeskreis) und ich war mit Frauen wie mit Männern im Kontakt. Ich wurde eingeladen, wandern zu gehen oder man hat beim Essen auf mich gewartet. Eine Frau, mit der ich mich angefreundet hatte, fragte mich, ob ich mit ihr shoppen ginge, da sie dringend etwas für eine Beerdigung brauchte. Andere freuten sich sichtlich bei der Morgengymnastik auf mich. Nie ein böses Wort und wenn es Blicke gab, habe ich sie nicht bemerkt.

Deshalb war mein Fazit: Ich kann mich nicht hinter vermeintlichen Ablehnungen verstecken. Was mich zögern lässt, ist ausschließlich die Angst, abgelehnt und verlassen zu werden. Und jeder Zweifel in mir kommt aus dieser Angst. In archaischen Gesellschaftssystemen kommt ein Ausschluss aus der Gemeinschaft einem Todesurteil gleich. Vielleicht steckt das in mir ? Oder hat das mit Sozialisation zu tun ? Egal was es ist, ich habe es in der Hand, zu leben, wie es mir zusteht. Das mich Gefühle nach Weiblichkeit "überfallen", ist vielleicht Teil meiner Persönlichkeit. An welcher Schraube versuche ich also zu drehen ? Kann man von seiner Persönlichkeit "ferngesteuert" werden. Oder sind es nicht eben die Lebensumstände, die ich anpassen kann ?

Ich weiß das alles und doch ist die Angst noch groß. So groß, dass ich manchmal eher meine Persönlichkeit verbiege, statt die Umstände. Das sagt doch etwas über mich aus. Mein Grübeln und Nachdenken ist nichts anderes als das Bemühen, die Ängste in den Griff zu bekommen und meinen Weg gehen zu können. Ich bin schon ein ganzes Stück vorwärts gekommen. Den Durchbruch habe ich noch nicht geschafft. Aber eines ist klar, ich bin für mich selber verantwortlich und keine Gesellschaft und keine Sozialisation und auch keine Partnerschaft oder Arbeitgeber.

Wenn ich hier schreibe, will ich das auch nicht als Gejammer verstanden wissen. Es ist eine ernsthafte Auseinandersetzung. Und an Euren Reaktionen spüre ich, dass das nicht umsonst ist. Und irgendwo in meinem Hinterstübchen habe ich das Gefühl, dass es bei Dir, Lana, ganz ähnlich ist ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 194 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Lavendellöwin hat geschrieben: Mi 4. Jun 2025, 17:21 Letztendlich ist Weiblichkeit für mich doch sehr körperdefiniert
Das sehe ich auch so. Und da wir nicht nackt herum laufen, ist Kleidung der Ersatz für die Körperlichkeit. Weiblichkeit ist aber auch eine Frage der Haltung. Und da Haltung immer vor den gesellschaftlichen Definitionen beeinflusst wird, spielt auch die Gesellschaft eine Rolle. Weiblichkeit bedeutet auch eine biologische "Funktion". Das ist vielleicht der heikelste Punkt. Ich frage mich manchmal, wie das wäre, wenn ich gebähren könnte. Der Gedanke ist faszinierend und schön. Aber er ist auch illusionär und deshalb in Gefahr, von mir "verkitscht" zu werden. Aber er gört trotzdem zur Weiblichkeit, auch wenn es Cis-Frauen gibt, die das für sich nicht wollen. Geschecht ist äußerst vielschichtig und das macht es schwierig und auch schön.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 195 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Jun 2025, 17:42 Ich frage mich manchmal, wie das wäre, wenn ich gebähren könnte. Der Gedanke ist faszinierend und schön. Aber er ist auch illusionär und deshalb in Gefahr, von mir "verkitscht" zu werden.

Ja, das ist ein grosser, wunder Punkt.

Deshalb war ich meiner Begleitthera, die zu der Zeit schwanger war, total dankbar das wir über Schwangerschaft, Mutterschaft und ein Elternteil sein gesprochen haben,
das war super wertvoll...
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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