Re: Andrea — meine Erlebnisse
Verfasst: So 8. Jun 2014, 01:27
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31.5.2014
Auch den heutigen Tag konnte ich nicht ohne die übliche Schminkprozedur beginnen, nur mein Outfit sollte heute ein anderes sein: kniebedeckender roter Faltenrock, hellblaue Bluse mit Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhose, weiße Pumps und darüber meinen grau melierter Blazer. Heute waren außer mir noch zwei andere Frauen beim Frühstück, die der klassischen Damenbekleidung den Vorzug gaben.
Mein Ziel war der Petticoatshop in Berlin-Steglitz, ein Geschäft, das sich auf die Mode der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts spezialisiert hat. Einige aus dem Forum hatten zwar Interesse bekundet, mitzukommen, sich aber dann aus verschiedenen Gründen wieder zurückgezogen.
Mich störte das aber nicht. Kurz vor 10 Uhr verließ ich das Hotel und war nach etwa einer Stunde in dem Laden, wo mich die Verkäuferin freundlich begrüßte.
Ich sagte kurz, was ich gern hätte und sie zeigte mir einige der schönen Kleider. Ich suchte etwas kurzärmliches und da war das Angebot recht überschaubar. Von 6 Kleidern kamen zwei in die engere Wahl, weil sie mir auch farblich gut gefielen: Ein pastellfarbenes mit blauen Blumenmotiven und ein schwarzes mit Kirschen als Farbtupfer. Jetzt begann das große Anprobieren. Zunächst die Größe: Die 42 passte, aber vielleicht etwas zu knapp, also doch lieber die 44!
Dann die Frage, welcher Petticoat? Da gibt es einmal die weichen, die sich sehr gut anführen und zum anderen die etwas steifen, die mehr Volumen bringen und dadurch ein anderes besonderes Gefühl erzeugen. Schließlich musste ich mich noch für die Farbe des Petticoats entscheiden, ob mit oder ohne andersfarbigen Rand und welcher Gürtel am besten dazu passt.
Ich hatte genügend Zeit zum überlegen, da ich fast die gesamte Zeit die einzige Kundin im Laden war. Entschieden habe ich mich dann für das pastellfarbene Kleid mit blauen Blumenmotiven, einen weißen steifen Petticoat mit rotem Rand und dazu passend einen roten Gürtel. Ich fragte noch nach einem passenden Kopfschmuck, probierte auch verschiedene Ansteckblumen aus, war damit aber nicht zufrieden. Die Verkäuferin empfahl mir dagegen einen roten Haarreifen, den es in jedem guten Schmuckgeschäft geben sollte.
Nach diesem großen Einkaufserlebnis verspürte ich Lust auf ein richtiges Mittagessen. Doch dafür eine geeignete Lokalität zu finden, war in der Gegend gar nicht so einfach. Gastronomische Einrichtungen gab es zwar reichlich, aber ich fand nur Cafés, Eisdielen oder verschiedenes aus der Fastfood-Ecke. Ich begnügte mich schließlich mit einem Selbstbedienungsrestaurant in einem großen Einkaufszentrum.
Nachdem mein Hunger gestillt war, hätte ich, einmal an der richtigen Stelle, den Einkaufstag gleich fortsetzen können. Doch heute hatte ich dazu keine rechte Lust. Das bisher Erlebte war durch nichts mehr zu toppen. Nur in ein Schmuckgeschäft ging ich rein und fand dort den roten Haarreifen, der mir zu meinem 50er-Jahre-Outfit noch fehlte.
Ich fuhr zurück in den Sonntagsclub und hatte das neue Kleid dort gleich mal probegetragen. Petra war so freundlich und hat ein Foto für meine Galerie gemacht: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9140
Nach einer Stunde musste ich mich aber schon wieder verabschieden, denn ich hatte noch einen Opernbesuch geplant. Es gab im Vorfeld zwar Absichtserklärungen einiger Forumsmitglieder, aber mitgekommen ist doch niemand. Das kann ich in diesem Falle gut verstehen, denn das Programm im Sonntagsclub war auch nicht zu verachten. Auch mir war die Entscheidung schwergefallen.
Wieder im Hotel, bereitete ich mich für den Opernbesuch vor und wählte dazu einmal mehr mein bewährtes Theateroutfit: weinroter, knöchellanger Rock, dunkelblaue halbtransparente Bluse, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten.
Diesmal fuhr ich mit der Straßenbahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Von dort sind es zu Fuß noch etwa 700 Meter bis zur Komischen Oper in der Behrenstraße. Wegen der geringen Nachfrage an diesem Abend hatte ich vorher keine Karte reserviert und stellte mich erst einmal an der Abendkasse an. Das Angebot war in der Tat noch reichlich.
Danach hatte ich noch etwas Zeit, durch das Haus zu schlendern. Interessante Architektur, war mein erster Eindruck. Zur Kleidung der anderen Besucher(innen) fällt es mir diesmal schwer, etwas zu schreiben. Es war eigentlich wie (fast) immer, ohne dass mir etwas positiv oder negativ aufgefallen wäre.
Heute stand Mozarts "Cosi fan tutte" (So machen"™s alle) auf dem Spielplan. Es war eine in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Inszenierung. Das begann damit, dass die Handlung in eine Gemälde-Restaurationswerkstatt der Gegenwart verlegt wurde. Zwischendurch gab es aber als Besonderheit einen Sprung in die Entstehungszeit der Oper (18. Jahrhundert). Da änderte sich nicht nur die Kostümierung, auch von der vorgetragenen deutschen Fassung wurde stellenweise auf das original italienische gewechselt. Mögen derartige Eskapaden nicht nach dem Geschmack aller Zuschauer gewesen sein, der Einfallsreichtum des Regisseurs und anderer Beteiligter war jedenfalls enorm! Ein wenig leid taten mir nur 4 Statisten, die fast während der gesamten Vorstellung an verschiedenen Gemälden herumpinseln mussten bzw. so tun, als würden sie diese restaurieren.
Mein kurzes Fazit nach dieser Aufführung könnte lauten: Nach meiner dritten Oper von Wolfgang A. Mozart finde ich immer mehr Gefallen an dieser Musik. Wie üblich für Interessent(inn)en ein Link zu mehr Informationen über die Oper: http://de.wikipedia.org/wiki/Cos%C3%AC_fan_tutte
Nach der Vorstellung schaute ich noch einmal in den Sonntagsclub rein. Es waren noch viele von "uns" da, auch einige, die ich erstmals in natura kennenlernen konnte. Nach etwa einer Stunde, es war bereits nach Mitternacht, löste sich die Veranstaltung dann allmählich auf und auch ich machte mich auf den Weg ins Hotel.
31.5.2014
Auch den heutigen Tag konnte ich nicht ohne die übliche Schminkprozedur beginnen, nur mein Outfit sollte heute ein anderes sein: kniebedeckender roter Faltenrock, hellblaue Bluse mit Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhose, weiße Pumps und darüber meinen grau melierter Blazer. Heute waren außer mir noch zwei andere Frauen beim Frühstück, die der klassischen Damenbekleidung den Vorzug gaben.
Mein Ziel war der Petticoatshop in Berlin-Steglitz, ein Geschäft, das sich auf die Mode der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts spezialisiert hat. Einige aus dem Forum hatten zwar Interesse bekundet, mitzukommen, sich aber dann aus verschiedenen Gründen wieder zurückgezogen.
Mich störte das aber nicht. Kurz vor 10 Uhr verließ ich das Hotel und war nach etwa einer Stunde in dem Laden, wo mich die Verkäuferin freundlich begrüßte.
Ich sagte kurz, was ich gern hätte und sie zeigte mir einige der schönen Kleider. Ich suchte etwas kurzärmliches und da war das Angebot recht überschaubar. Von 6 Kleidern kamen zwei in die engere Wahl, weil sie mir auch farblich gut gefielen: Ein pastellfarbenes mit blauen Blumenmotiven und ein schwarzes mit Kirschen als Farbtupfer. Jetzt begann das große Anprobieren. Zunächst die Größe: Die 42 passte, aber vielleicht etwas zu knapp, also doch lieber die 44!
Dann die Frage, welcher Petticoat? Da gibt es einmal die weichen, die sich sehr gut anführen und zum anderen die etwas steifen, die mehr Volumen bringen und dadurch ein anderes besonderes Gefühl erzeugen. Schließlich musste ich mich noch für die Farbe des Petticoats entscheiden, ob mit oder ohne andersfarbigen Rand und welcher Gürtel am besten dazu passt.
Ich hatte genügend Zeit zum überlegen, da ich fast die gesamte Zeit die einzige Kundin im Laden war. Entschieden habe ich mich dann für das pastellfarbene Kleid mit blauen Blumenmotiven, einen weißen steifen Petticoat mit rotem Rand und dazu passend einen roten Gürtel. Ich fragte noch nach einem passenden Kopfschmuck, probierte auch verschiedene Ansteckblumen aus, war damit aber nicht zufrieden. Die Verkäuferin empfahl mir dagegen einen roten Haarreifen, den es in jedem guten Schmuckgeschäft geben sollte.
Nach diesem großen Einkaufserlebnis verspürte ich Lust auf ein richtiges Mittagessen. Doch dafür eine geeignete Lokalität zu finden, war in der Gegend gar nicht so einfach. Gastronomische Einrichtungen gab es zwar reichlich, aber ich fand nur Cafés, Eisdielen oder verschiedenes aus der Fastfood-Ecke. Ich begnügte mich schließlich mit einem Selbstbedienungsrestaurant in einem großen Einkaufszentrum.
Nachdem mein Hunger gestillt war, hätte ich, einmal an der richtigen Stelle, den Einkaufstag gleich fortsetzen können. Doch heute hatte ich dazu keine rechte Lust. Das bisher Erlebte war durch nichts mehr zu toppen. Nur in ein Schmuckgeschäft ging ich rein und fand dort den roten Haarreifen, der mir zu meinem 50er-Jahre-Outfit noch fehlte.
Ich fuhr zurück in den Sonntagsclub und hatte das neue Kleid dort gleich mal probegetragen. Petra war so freundlich und hat ein Foto für meine Galerie gemacht: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9140
Nach einer Stunde musste ich mich aber schon wieder verabschieden, denn ich hatte noch einen Opernbesuch geplant. Es gab im Vorfeld zwar Absichtserklärungen einiger Forumsmitglieder, aber mitgekommen ist doch niemand. Das kann ich in diesem Falle gut verstehen, denn das Programm im Sonntagsclub war auch nicht zu verachten. Auch mir war die Entscheidung schwergefallen.
Wieder im Hotel, bereitete ich mich für den Opernbesuch vor und wählte dazu einmal mehr mein bewährtes Theateroutfit: weinroter, knöchellanger Rock, dunkelblaue halbtransparente Bluse, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten.
Diesmal fuhr ich mit der Straßenbahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Von dort sind es zu Fuß noch etwa 700 Meter bis zur Komischen Oper in der Behrenstraße. Wegen der geringen Nachfrage an diesem Abend hatte ich vorher keine Karte reserviert und stellte mich erst einmal an der Abendkasse an. Das Angebot war in der Tat noch reichlich.
Danach hatte ich noch etwas Zeit, durch das Haus zu schlendern. Interessante Architektur, war mein erster Eindruck. Zur Kleidung der anderen Besucher(innen) fällt es mir diesmal schwer, etwas zu schreiben. Es war eigentlich wie (fast) immer, ohne dass mir etwas positiv oder negativ aufgefallen wäre.
Heute stand Mozarts "Cosi fan tutte" (So machen"™s alle) auf dem Spielplan. Es war eine in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Inszenierung. Das begann damit, dass die Handlung in eine Gemälde-Restaurationswerkstatt der Gegenwart verlegt wurde. Zwischendurch gab es aber als Besonderheit einen Sprung in die Entstehungszeit der Oper (18. Jahrhundert). Da änderte sich nicht nur die Kostümierung, auch von der vorgetragenen deutschen Fassung wurde stellenweise auf das original italienische gewechselt. Mögen derartige Eskapaden nicht nach dem Geschmack aller Zuschauer gewesen sein, der Einfallsreichtum des Regisseurs und anderer Beteiligter war jedenfalls enorm! Ein wenig leid taten mir nur 4 Statisten, die fast während der gesamten Vorstellung an verschiedenen Gemälden herumpinseln mussten bzw. so tun, als würden sie diese restaurieren.
Mein kurzes Fazit nach dieser Aufführung könnte lauten: Nach meiner dritten Oper von Wolfgang A. Mozart finde ich immer mehr Gefallen an dieser Musik. Wie üblich für Interessent(inn)en ein Link zu mehr Informationen über die Oper: http://de.wikipedia.org/wiki/Cos%C3%AC_fan_tutte
Nach der Vorstellung schaute ich noch einmal in den Sonntagsclub rein. Es waren noch viele von "uns" da, auch einige, die ich erstmals in natura kennenlernen konnte. Nach etwa einer Stunde, es war bereits nach Mitternacht, löste sich die Veranstaltung dann allmählich auf und auch ich machte mich auf den Weg ins Hotel.