Seit Wochen..
bin ich, bin ichs nicht, bin ich, bin ichs nicht...perfekt, überzeugend, gut genug dafür? Frau genug?
Ich hatte noch nie so viel Gedanken und Bammel vor einem Gespräch wie vor dem heute.
Ja, oft zeige ich auch meine harte Schale und drinnen ist ein so weicher Kern.
Ich hatte vor einem Wort riesengrosse Angst, vor einem "Nein"
vor dem "Nein" zu dem Indikationsschreiben für die OPs. Vor einem "Nein" für ein Schreiben wo ich dachte,
neee ist nicht wichtig, wirst du vielleicht nie brauchen.
Und doch so wie ich zuletzt zitterte, nervös war, kaum einen anderen Gedanken fassen konnte, wie kam
ich je auf den Gedanken, nein ist nicht so wichtig.
Doch ist es.
Wie ich schon öfter sagte, der Körper ist für mich das wichtige am trans* sein, nicht die Klamotten,
nicht das rechtliche oder Rollenbilder die längst überholt auf Steintafeln in einer Höhle ruhen.
Trotzdem dachte ich ich werde keine OPs brauchen.
Also ich schaff es an mir runter zu schauen ohne einen Ekel zu bekommen und könnte auch mit
meiner Brust zufrieden sein. Ja wirklich könnte ich. Aber nein, da ist die Unvollständigkeit,
die Uneindeutigkeit die ich mir immer wieder schön reden konnte.
Frau mit Penis? Ja geht, kann man machen...nein, nicht mehr. Es stimmt einfach nicht.
Von links nach rechts, von oben nach unten und wieder zurück habe ich es gewälzt, umgeschichtet,
kaputt gedacht, mir selbst Angst gemacht und mir Angst machen lassen.
Und dann war da der Morgen am ich aufgewacht bin, fühlte ich musst los, tu es Marie, das bist du wirklich.
Kein gedankliches oder rechtliches Konstrukt, sondern ein Geist in einer Hülle und in der Hülle möchte
ich mich wohl fühlen. Wirklich richtig wohl fühlen, nicht nur ein bisschen oder soweit sogut halt.
Das ist mir jetzt doch zu wenig..
mhmmm, dann war heute das Gespräch, und alles ist gut, ich werde das Schreiben bekommen.
Nein es muss nichts perfekt sein, aber die Ausstrahlung muss stimmen, man erkannt werden.
Und letztendlich
und auch eine Portion für mich selbst i am a rich girl
Alles Liebe Marie
