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Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 25. Okt 2017, 21:02
von Brigitta
Dem möchte ich mich anschließen - bon voyage!
(smili)
Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 25. Okt 2017, 21:51
von Michelle_Engelhardt
Auch von mir gute Besserung, Valerie. Mach Dir keinen Stress ;)

Liebe Grüße
Michelle

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 27. Okt 2017, 12:28
von Valerie Bellegarde
Kapitel 45: Wer bin ich eigentlich?

Er hatte sie später dann noch nach Hause gebracht, bis zu ihrer Haustüre, und sich dann noch auf der Straße mit einer kleinen und fast formellen Umarmung verabschiedet, ohne Überschwang, mehr angedeutet als wirklich umarmt. Sie hatte dann auch ganz bewusst nichts mehr gesagt in der Art, ob er vielleicht mit raufkommen wollte in ihre Wohnung, denn eigentlich wollte sie das nicht, sie wollte ihn jetzt nicht in ihrem Bett haben, wollte sich nicht von ihm vögeln lassen, wenigstens nicht heute Abend, nicht in dieser Nacht. Was nicht an Gunnar lag, nein. Es lag einfach nur daran, dass sie den Kopf nicht frei hatte, sie war einfach nicht bereit dafür.

Sie ging dann allein die drei Treppen rauf in ihre kleine Wohnung, ließ sich in ihren einzigen gemütlichen Sessel plumpsen, machte die Beine lang, streifte die High heels ab und starrte erstmal ins Leere, dachte an überhaupt nichts mehr; das ging eine ganze Zeit lang so. Dann kam ihr Gunnars Frage zurück in den Kopf (oder war es mehr als eine Frage gewesen? vielleicht Vermutung ?) Eine Vermutung, die er so einfach mal kurz und knackig in den Raum gestellt hatte, bzw. eigentlich hatte er sie ziemlich schockiert mit dem Transen-Begriff. Sowieso: TRANSE, was ist das eigentlich für ein Wort? Schon vom Gefühl her klang ihr das dann doch sehr abwertend, negativ, böse. Aber ihr fiel kein anderes Wort ein, und wahrscheinlich hatte auch Gunnar keine bessere Terminologie drauf gehabt, obwohl er bald ein richtiger Deutschlehrer sein würde und von daher wohl eher prädestiniert für eine klare und unmissverständliche und faire Ausdrucksweise, welche das betroffene Gegenüber nicht runtersetzt.

Diese von ihm so gestellte Transen-Frage hatte sie fürs erste mal unbeantwortet gelassen, und zwar nicht, weil sie nicht antworten WOLLTE, sondern weil sie nicht antworten KONNTE, weil sie sich selbst im Grunde völlig unklar war über ihre eigene Identität bzw. über die Ursache der deutlichen und inzwischen auch äußerlich sichtbaren Veränderungen, die sie an sich selbst, an ihrem Körper und Geist während der letzten zehn Jahre etwa beobachtet hatte. Gut, sie hatte inzwischen kleine Brüste entwickelt, eigentlich waren es schon mehr als Ansätze, es war ein Busen der A-Größe, mit deutlicher Tendenz zu mehr. Den hatte sie vor zehn Jahren noch nicht vor sich hergetragen, aber jetzt war er da, unübersehbar. Was ihr jedoch geblieben war, war (claro) dieses Ding da zwischen den Beinen, das zwar auch ziemlich klein war (man muss dazu nur die Meinung von Erica einholen, dann weiß man Bescheid !) aber trotzdem hatte sie da unten noch immer einen völlig normalen und funktionierenden Penis. Na ja, es gibt für dieses Teil mit dem lateinischen Namen bekanntlich keine Verniedlichungsform, also nennen wir es sagen wir lieber einmal, Valerie hatte da vorne ein niedliches kleines Schwänzchen, aber immerhin war es funktionsfähig, wurde also schon hart und war ihr von daher bisher ein steter Quell der Freude gewesen beim Masturbieren.

Dann aber die Veränderungen im Kopf, die waren ja nicht zu leugnen und offensichtlich. Sie wollte es ja so, es war ihr fester Wille, jetzt von der Umwelt als Frau wahrgenommen zu werden, deshalb trug sie Frauenkleider, deshalb hatte sie sich in dieses Frankfurter Abenteuer gestürzt, deshalb hatte sie sich bei Dr. Schmidt geoutet und trug seither ihre weibliche Kleidung auch alltags und seit einigen Wochen sogar immer im Büro. Aber war sie deshalb jetzt eine Transe? Hatte sie deswegen jetzt eine andere Identität, bewegte sich ihr Geschlecht in eine andere Richtung? Änderte sich ihr Charakter wegen der Frauenkleider, die sie trug? Würde sie jetzt also ihr ganzes Leben ändern müssen? Fragen über Fragen, die sie sich selbst nicht beantworten konnte in diesem Augenblick als sie da so im Sessel lag, völlig ratlos.

Wer also war diese Valerie? Sie starrte ins Leere, war tief versunken in den eigenen Gedanken, betrachtet sich quasi selbst mal von ganz oben runter. Dann, unvermittelt kam dann ihr die Situation heute Abend im Tanzcafè wieder in den Sinn, als Gunnar diese T-Frage gestellt hatte. Sie hatte nicht geantwortet. Einfach zuzugeben, ja ich bin eine Transe, wäre ihr zu einfach gewesen, hätte ihrer eigenen intellektuellen Neugier nicht genügt, entsprach überhaupt nicht ihrer Person, war ihr zu oberflächlich, zu banal, zu nichtssagend.

Was ist eigentlich eine Transe? Gibt es jemanden, der mir das sagen kann? Und wer ist diese Valerie eigentlich? Ihre Gedanken begannen sich im Kreis zu drehen, aber eine überzeugende Antwort kam ihr nicht in den Sinn, die Fragen blieben stehen.

Dann dachte sie an das Frankfurter Abenteuer, an die Nacht mit Karl-Heinz. Ja, sie hatte das Interesse dieses Jungen bemerkt, seine Geilheit, und ja, das hatte ihr sehr gefallen dass sie einen Mann soweit bringen konnte. Es war schön gewesen, als Frau begehrt zu werden, sie fand das damals himmlisch, es hatte sie sehr gereizt, und deshalb war es auch sie gewesen, die die Initiative ergriffen und diesen Karl-Heinz zuerst verführt und dann vernascht hatte dort in ihrem Hotelzimmer im 21. Stock des Frankfurter Intercontinental Hotels. Was für eine Nacht das gewesen war! Die Bilder gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf.

Warum eigentlich hatte sie das getan? Warum hatte sie den Karl-Heinz, den sie vorher kaum kannte, dermaßen provoziert und auch sexuell angemacht, und es dann zugelassen, oder ihn sogar ermutigt, sie noch mehr zu begehren?

Valerie blieb war ganz gelöst und in sich gekehrt, dort in ihrem Sessel, überlegte lange und kam dann zu dem Schluss, dass es wohl nichts anderes gewesen war als ihre Neugierde, sie wollte einfach mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, als Frau von einem Mann begehrt und später dann auch richtig gefickt zu werden. Es war Neugierde gewesen, nichts anderes. Und mit welchem Resultat? Eigentlich war sie zufrieden gewesen nach der Nacht dort, zufrieden, befriedigt. Eigentlich war es wirklich schön gewesen, und sie war sicher, sie würde es noch öfter tun in der Zukunft, und wenn nicht mit Karl-Heinz (der ja bereits begann, sich etwas zu zieren und den Kontakt zu lockern), dann mit anderen Männern.


Für heute lassen wir Valerie mal allein mit ihren seltsamen Gedanken, demnächst mehr. Dann geht es um Erica und Michael, dort kriselt es etwas...

P.S. Diesen Absatz habe ich für euch im Hotel geschrieben.

Lieben Gruß, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 27. Okt 2017, 12:37
von Maria T
Hallo
Die Gedankenkreise kenne ich ähnlich, bitte mehr davon. Schön geschrieben, wie immer 😊
Schönes Wochenende
LG Maria

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 27. Okt 2017, 12:52
von Valerie Bellegarde
Dankeschön, Maria
LG. V.B. :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 27. Okt 2017, 14:36
von Brigitta
Hallo Valerie,
)))(:
vielen Dank, dass es so schnell weitergeht!
:()b
Valeries Sinnkrise können wohl viele von uns nachvollziehen.
Mir geht es von Zeit zu Zeit ähnlich. (wo)
Jetzt bin ich gespannt, wie Valerie aus ihrem Gedankenlabyrinth herauskommt
und freue mich schon auf das nächste Kapitel!

Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 27. Okt 2017, 18:59
von Valerie Bellegarde
Liebe Mädels,
Für heute ist mal Feierabend mit Business, gleich gehe ich runter ins Restaurant, und vorher kann ich euch kurz zurückschreiben. Vielen Dank erst mal dafür, dass ihr so emotional mitgeht in dieser Story, Das macht mir sehr viel Spaß und Freude, wenn ich mitbekomme, dass ihr diese Figuren, die ja in der Realität nicht gelebt haben sondern im Grunde nur Produkte der Phantasie sind, genau so lieb habt wie ich, und ich für mich kann sagen, ich mag die junge Valerie und ein paar ihrer Freundinnen und Kollegen/Kolleginnen schon sehr, sie sind mir sozusagen ans Herz gewachsen inzwischen. Na gut, schon klar, das ist natürlich so weil sie stellvertretend für uns all das erleben und fühlen, was ich und wir alle in irgendeiner Form schon mal ähnlich erlebt oder gefühlt haben.

Liebe Brigitta: Noch zu dem Wort "Gedankenlabyrinth".

Ich für mich denke, Valerie ist weniger ein Mensch der sich allzu viel Gedanken über all diese Theorien über die Dinge des Frau- oder Mannseins macht, sondern sie lebt vollkommen aus ihren Gefühlen heraus. Wenn sie etwas plant, z.B. für eine Zeit in Weiberklamotten zu schlüpfen um dann einen Mann zu verführen, (denk mal an Frankfurt) dann macht sie das, und das war es dann auch. Das heißt, sie macht eben ihr ganzes Crossdressing weil sie das eben so will, und weil ihr das CD auch etwas bringt, nämlich Freude. Das heißt aber noch nicht, sie machte sich überhaupt keine Gedanken, wie sie damit nach außen wirkt, oder sie handelte unüberlegt, oder es wäre ihr egal, wie andere darauf reagieren.

In den nächsten Abschnitten der Story möchte ich darüber berichten, wie sie bei den Kollegen damit im Job, in der Abteilung damit zurechtkommt. Nein, wie du weißt ist sie sehr klug, sonst könnte sie auch diesen Job als Assistentin bei Dr. Schmidt nicht machen. Also sie ist schon clever und hat auch was drauf. Also wird sie auch mit dem Gegenwind zurechtkommen, der aus den Kollegenbereich zu erwarten ist. Das Leben ist kein Ponyhof.

Demnächst mehr, zunächst mit Erica und Michael, der inzwischen auch in Auslandsimmobilien macht.

Lieben Gruß an euch alle

Valerie.

P.S. Morgen ist Rückreise für mich.

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 29. Okt 2017, 14:10
von Valerie Bellegarde
Mädels, hallo

Gerade steige ich aus dem Bus vom Flieger und habe mein Gepäck in die Montpellier-Halle gefahren im Trolley. Noch ein wenig Pause für 'nen Kaffeee. Ich denke heute am späteren Nachmittag oder abends kann ich mich wieder bei euch melden mit einer weiteren kleinen Fortsetzung,
Tschüssi und bis denne an alle die die Valerie Geschichten mögen!

V.B. (Valerie Bellegarde)

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 29. Okt 2017, 14:13
von Brigitta
Hallo Valerie,
(888)
ich freu mich schon drauf, dass es weitergeht!
(ki)
Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 29. Okt 2017, 17:45
von Valerie Bellegarde
Kapitel 46: Nichts bleibt wie es ist, auch in der Liebe

Viele werden sich fragen: "Was ist eigentlich aus diesem Michael geworden?"

Der Michael, das war doch dieser gutaussehende, große und stattliche Mensch, dieser Stuttgarter Unternehmer da, der unter anderem in Auslandsimmobilien machte und der in der Stuttgarter Oper damals in dieser Nacht da (eines der ersten Kapitel dieser Story) seine Finger nicht immer bei sich halten konnte. Wie geht es dem eigentlich inzwischen? Sein sexueller Geschmack war ja bekanntlich nicht klein, was aber der Erica damals gar nicht einmal unrecht war, denn auch ihre Bedürfnisse in der betreffenden Sache waren ja nicht unbedeutend, und somit bewahrheitete sich auch im Fall der Beiden wieder die alte Volksweisheit: Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen.

Erica und Michael waren dann fast zusammengezogen, bzw. er besaß zwar immer noch sein Haus in Halbhöhenlage (das ist in Stuttgart ein Synonym für eine Wohnlage, die gut und teuer ist) Er war inzwischen aber so oft bei Erica, dass man hätte meinen können, er wohnt jetzt ganz bei ihr. Das ging eine ganze Zeit lang gut. Da wir nun aber wissen, dass gerade in der Liebe der Teufel ein Eichhörnchen ist und oft nichts bleibt wie es ist, begannen sich auch bei Erica bald darauf ein paar Fragen einzuschleichen, und die betrafen vor allem Michaels sexuelle Vorlieben. Damit meinte sie nicht seine sexuelle Ausstattung (die groß war und stark) oder die Häufigkeit, mit der er sie begehrte (praktisch immer und überall), sondern (wir ahnen es) seinen Wunsch nach Oralsex, insbesondere diese deepthroat-Sache hatte es ihm offenbar sehr angetan. Deepthroat ist etwas, das er wohl mal in irgendwelchen amerikanischen Filmen (Linda Lovelace läßt grüßen) gesehen hatte und das ihn dann offenbar dermaßen angemacht hatte, dass er dann fast alle seine Freundinnen, und er hatte nicht wenige, auch neben Erica, damit löcherte. Hier kommt dann wieder das gemeine Volk zu Wort, und, so einfach es klingt, darin liegt viel Weisheit:

"Was dem een sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall."

Also der Erica war es keine Nachtigall, nein wirklich nie, es war ihr immer eklig gewesen, aber sie tat es trotzdem, bzw. sie ließ es gelegentlich zu, lies es über sich ergehen, des lieben Friedens willen.

Die drei Mädels saßen also einige Zeit später noch etwas länger in der Kantine, die sich schon geleert hatte und hatten noch einen Kaffee vor sich. Der Chef, Dr. Schmidt war nicht da und somit war zwar nicht sturmfreie Bude, aber die drei konnten es sich schon mal erlauben, die Pause mal ein wenig zu überziehen. Valerie und Alice waren gut drauf, aber Erica schien etwas auf dem Herzen zu haben, das sie unbedingt loswerden musste. Als sie eine Weile herumgedruckst hatte, kam es aber doch recht unvermittelt aus ihr:

"Ehhh, was ihr noch nicht wisst, mit Michael und mir, ich weiß nicht so recht, wie das in Zukunft noch weitergehen wird..."

Sie stoppte dann unvermittelt und wartete auf die Rückfrage der beiden Freundinnen, die auch sofort die Ohren gespitzt hatten. Dann war es Valerie, die ganz naiv fragte:

"Was ist denn los? Stimmt was nicht mit ihm?"

Aber sie hatte, als sie das sagte, wirklich überhaupt keine Ahnung über das was Erica so sehr bedrückte. Diese ließ es dann aber auch sofort und in voller Gänze raus, was ihr Problem mit Michael war, wie sehr sie sich bedrängt fühlte von seinen eigenartigen Wünschen oder Bedürfnissen, die doch wirklich sehr "exquisit" waren, wie sie es bei sich selbst nannte, wie sehr sie es zwar verstünde, aber wie sehr sie sich jedes mal dabei ekelte, wenn er versuchte, ihr die Spitze seines Schwanzes in den Hals zu schieben. Frauen reden über solche intimen Dinge, Frauen sind da anders als Männer, Frauen machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube.

Valerie konnte die Freundin voll verstehen. Sie erinnerte sich noch sehr gut an Michaels Versuch, sie selbst zum Deepthroat zu überreden. Damals, als die drei, Erica, Michael und sie selbst nach dem Opernabend halb betrunken dort noch rumgemacht hatten in Ericas neuer Wohnung in Cannstatt und er gleich mit seinem Spezialwunsch auf sie zugekommen war. Wie sehr sie es ihm zuliebe versucht hatte, sein Glied im Hals aufzunehmen, was aber erfolglos blieb, weil sie diesen speziellen Trick nicht draufhatte, den es wohl dafür braucht. Und schließlich, wie blöde sie dann darauf seinen Anweisungen gefolgt war, es doch mit großen Chiquita-Bananen zu versuchen, um zu quasi zu trainieren für diese Sache. Valerie kam verstand sich selbst nicht mehr, eigentlich kann man auch sagen, sie schämte sich.

Die drei fanden so schnell keine Lösung, aber dann war es Alice, die Erica zuriet, sie solle den Michael in seine Schranken weisen, sie solle halt auch mal massiv werden, wenn er damit nicht aufhörte. Manchen Männern muss man auch mal sagen, wo es langgeht, so die Alice, sonst würden sie übermütig.


Wir lassen das Krisengespäch für heute mal so stehen. Wem die Geschichte gefällt, der darf gerne liken, so was baut die Autorin ungeheuer auf. Die nächsten Kapitel werden sich dann wieder mit mehr mit Valerie beschäftigen, und zwar damit wie ihre Arbeitswelt umgeht mit ihrer neuen Rolle als Frau.

Lieben Gruß und kommt gut in den November.

Eure Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 29. Okt 2017, 19:05
von Simone 65
Valerie , das Kapitel 45 . Viele , nein ich frage mich , wer bin ich ,was bin ich ? Ich weiss es ist eine Geschichte , aber die Sinnkriese ist real .
Liebe Grüße Simone

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 29. Okt 2017, 20:00
von Valerie Bellegarde
Simone,
Ich bin kein Psychologe, nur ein Geschichtenerzähler, und solche Fragen wie du sie stellst, sind schwer zu beantworten für mich. Aber ich denke, eine Sinnkrise kann nur dann real werden oder , wenn man an sich selbst zweifelt und sich von den Vorurteilen oder Ideen/Gedanken/Argumenten der Gegenseite überzeugen lässt. Wenn deine eigenen Überzeugungen in dieser Sache aber stärker bleiben als die der Gegenseite, dann kann keine Krise daraus entstehen. Du musst zu dem stehen, was du tust, denn du schadest niemandem damit. Genau so ist die Valerie in meiner Geschichte: Sie steht zu dem, was sie tut. Sie weiß in sich selbst drinnen: Es ist gut für sie, was sie macht, es macht ihr Freude, und es schadet niemandem damit. Deshalb hat sie keine Krise.

Komm gut in den November, und alles Gute für dich.

Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 29. Okt 2017, 20:05
von Simone 65
Danke . Ich weiss es ist nur eine Geschichte. Ein grosses Aber . Es steckt so viel drin. Träume , Wünsche und viel mehr .
LG Simone

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 31. Okt 2017, 09:54
von Valerie Bellegarde
Hallo Mädels,
Wollte euch nur kurz vorwarnen: heute Nachmittag geht es weiter, so jedenfalls meine Planung...

Ciao bis dann

Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 31. Okt 2017, 13:56
von Valerie Bellegarde
Kapitel 47: Körper pflegen und Seele baumeln lassen

Endlich Wochenende ! Valerie hatte eine strenge Woche im Büro hinter sich, und auch das Kantinengespräch der drei Mädels , in dem Erica ihre Probleme mit Michael vor ihnen ausgebreitet hatte, lag auch erst einige Tage zurück. Die Sache mit hatte sie schon ein wenig belastet und ging ihr auch hinterher nicht so schnell wieder aus dem Kopf. Nicht, weil es sie selbst jetzt direkt betroffen hätte, nein. Natürlich waren das erst mal Ericas Probleme, das heißt es ging zunächst nur sie etwas an und niemanden anderen, wenn sie mit den etwas doch sehr ausgefallenen Sex-Wünschen ihres Partners nicht zurechtkam. Aber irgendwie betraf das Thema auch sie selbst, Valerie.

Sie versuchte dann erst mal, die ganze gedankliche Problematik, auf die sie spontan keine Antwort fand, etwas von sich wegzudrücken, was ihr aber nicht sehr gut gelang. Zu sehr war sie selbst in das Thema eingebunden. Nicht nur deepthroat, nein, Sex allgemein. Sie würde den Gedanken an ihre eigenen Sexualität nicht wegdrücken können. Genau dort gab es ja noch eine Reihe von offenen Fragen und auch von ungelösten Problemen, das wusste sie. Diese mussten beantwortet werden, wenn nicht jetzt dann später, auf jeden Fall aber würden sie irgendwann immer wieder in den Vordergrund des Bewusstseins rücken, denn, darüber war sie sich schon klar: Auch zu einem Leben wie deines, sei es nun ein Leben als "Mann" oder auch als "Transe" gehört Sexualität immer dazu, das lässt sich nicht ignorieren und nicht wegdrücken.

Nun gut. es war Wochenende und das Wetter war vielversprechend. Ignorieren konnte sie das Thema "Sex" zwar nicht, aber vielleicht konnte sie es kurzzeitig oder mittelfristig ein wenig verdrängen? Ja, sie musste es einfach verdrängen, das wollte sie. Wegdrängen, verschieben, sich ein andermal darum kümmern, ja so wollte sie es machen. Und heute war Sonntag, ein sonniger Herbstmorgen, sie hatte den ganzen Vormittag Zeit für sich selbst und erst für den Nachmittag hatte sie mit Gunnar einen gemeinsamen Spaziergang in Richtung untere Anlagen und Zoo vereinbart, er wollte sie gegen vier Uhr abholen.

Nach dem Frühstück ließ sie erst mal eine Badewanne einlaufen, ein herrliches heißes Schaumbad sollte es werden, und sie würde sich viel Zeit nehmen dafür. Sie schlüpfte aus ihrer Wäsche, steckte BH, Höschen und Strümpfe in ein Wäschenetz und warf alles alles in die Waschmaschine Dann ging sie ins Bad, das angenehm temperiert war. Valerie betrachtete sich in ihrem großen Badspiegel, sie war nackt. Waren diese Brüste etwa schon wieder gewachsen? Sie hatte wirklich den Eindruck, nahm einen Handspiegel zu Hilfe und betrachtete sie von der Seite, nahm dann beide Brüste in die Hand und versuchte ihr Gewicht zu schätzen, ja sie mochte sie wirklich gerne, ihre beiden Kleinen. Sie war inzwischen ganz zufrieden mit ihrer Linie, die Schultern eher schmal, untenrum war eine Taille zu erkennen, seit sie wieder etwas abgenommen hatte. Gut, vielleicht fehlte noch etliches an den Hüften, aber damit sie wollte sich Zeit lassen, keinesfalls zu früh beginnen mit den Hormonen, das betrachtete sie für sich selbst eher als langfristiges Projekt, diese Hormon- Ersatztherapie, über die jetzt allgemein so viel geredet wurde.

Sie nahm eine Nagelschere zur Hand und schnitt die Fußnägel, wusch sich dann in der Duschwanne im Schritt ganz intensiv, was ihr ein wohliges Gefühl verlieh. Duschte dann erst mal kurz, und als die Wanne voll war, verließ sie die Dusche und stieg sie voller Erwartung in ihr heißes Wannenbad rein. Was für ein wunderbares und tolles und Gefühlt das war! Im Sitzen shampoonierte sie dann ihre natürlichen Haare, die auch wieder länger geworden waren, zwar noch nicht lang genug um als weibliches Frisur daraus zu machen, aber sie war auf dem besten Weg dazu, bisher musste sie sich halt noch mit ihren Perücken behelfen. Sie fühlte sich wirklich wohl im warmen Wasser und plätscherte noch mindestens eine Viertelstunde drin herum. Total entspannt verließ sie die Wanne, ließ das Wasser ablaufen und rubbelte sich mit einem großen Badetuch trocken. Warum nur war nicht jeden Tag Zeit für ein Bad? Sollte sie sich wirklich nehmen, diese Zeit.

Sie schlüpfte in ein knapp sitzendes Höschen und trat an den Badezimmerspiegel, cremte das Gesicht mit ein wenig Pflegelotion ein, legte dann den BH an, und als die Lotion eingezogen war, puderte sie ihr Gesicht, um die Röte aus den Wangen zu bekommen, sie war nicht sehr geschickt in diesen Make-up Dingen, leider. Nun für heute Nachmittag sollte ein leichter Lippenstift genügen.
Sie setzte ihre Silikonbrüste ein, diesmal die kleinen, sie wollte nichts Auffälliges tragen heute Nachmittag. Top und Pulli sollte genügen, zusammen mit einer Jeans und halbhohen Stiefeletten. Als sie die Perücke, den braunen Bob, aufhatte, war sie zufrieden mit sich und sie wußte, sie würde Gunnar gefallen. Dieser klingelte Punkt vier Uhr.


Das war es erst mal wieder. Schönen Feiertag an alle Leserinnen und Leser


Liebe Grüße, Valerie