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Re: In mir ist auch ein Mädchen

Verfasst: Mi 5. Nov 2014, 15:51
von Lukretia
Was verstehst du nicht? Jemand kann doch männliche und weibliche Anteile in sich gemischt haben. Die Mischungsverhältnisse können unterschiedlich sein.
Wer, theoretisch, biologisch ein Mann ist, aber zu 100 Prozent weibliche Anteile in sich hat, ist eine 100prozentige Transfrau. Wer nur 80 Prozent weibliche Anteile in sich hat, ist es eben zu 80 Prozent. Das ist natürlich, wie gesagt, Theorie. Niemand kann das exakt bestimmen, aber es könnte so sein.

Lukretia

Re: In mir ist auch ein Mädchen

Verfasst: Mi 5. Nov 2014, 16:12
von Marielle
Guten Tag zusammen, Hallo Lukretia,

"... und ich habe endlich das Gefühl, hier im Forum an der richtigen Adresse angekommen zu sein ...

Prima!

"... dass es auch bei transsexuellen Menschen voluntaristische Tendenzen gibt. Eine Transfrau kann zu 80 Prozent Transfrau sein, definiert aber, dass Transfrauen immer zu 100 Prozent Transfrauen sind ...

Sieht so aus, als ob wir unterschiedliche Auffassungen von 'Voluntarismus' haben. Ich hatte es im Sinne einer willentlichen Höherbewertung äusserer Normen gegenüber dem eigenen Empfinden (der Vernunft gesund zu bleiben, nicht zu leiden) innerhalb einer Person gemeint (was ja schon schlimm genug sein kann, wenn man dadurch leidet).

Wenn ich es richig verstehe, siehst du in der Volontär_in aber jemanden der zwar 'will' aber nicht 'kann' und trotzdem definiert oder gar missioniert. Das halte ich zwar für noch schlimmer als obiges, es hat aber auch wieder zwei Seiten:

Erstens wäre das 'nicht können', jedenfalls ohne den Missionsversuch, für diese Person eigentlich nur tragisch. Aber auch die äussere Feststellung des 'nicht könnens' bedürfte einer Definition, wie 'richtiges Können' geht. Damit bliebe es der Vorwurf des 'nicht richtig könnens'. Obendrein müsste es ein 'richtiges können' geben, dass dann quasi auch zur Missionierung befugt; nee, Danke, hab schon.

Zweitens müssen wir definitiv nicht darüber streiten, dass es tatsächlich zu viele dieser Festlegungsversuche von 'richtigen' Verhaltens- und Denkweisen (eben Missionierungen) in der Comunity gibt, davon bin ich selbst mehr als überzeugt.

All das kann man Vivian aber m.E. nicht vorhalten, da gibt es andere Kandidat_innen, die, vermutlich wegen ihrer Selbstdefinitionsprobleme, anfangen andere als 'richtig' oder 'falsch' zu definieren. Womit ich keinesfalls das Bemühen um Begriffsdefinitionen als solche meine, sondern die 'eine Anpassung fordernde' Anwendung von Definitionen auf andere.


Kaffeepause ist um; habt's gut

Marielle

Re: In mir ist auch ein Mädchen

Verfasst: Mi 5. Nov 2014, 16:39
von Lukretia
Hallo Marielle,

ja, da müssen wir uns über den Begriff Voluntarismus austauschen. Ich verstehe darunter ganz platt, dass der Wille entscheidet.
Ausdrücklich habe ich von einer Vermutung gesprochen. Ich vermute, dass es Personen gibt, die sich an bestimmte Begrifflichkeiten und Definitionen klammern, um Sicherheit zu haben. Sie wollen, dass es so ist. Das heißt, dass dasjenige, was an Sicherheit fehlt, durch den Willen ergänzt wird.
Wenn andere die "falschen" Begrifflichkeiten wählen, muss das sofort abgestraft werden ("auf die Finger hauen"), um die eigene, gefährdete Sicherheit und Gewissheit zu retten.
Es handelt sich um "Ergänzungen", also einen Rest von Unsicherheit. Deshalb sprach ich von 20 Prozent. Ich würde nie jemandem vorwerfen, er wolle nur transsexuell (eine Transfrau) sein. Aber ich erlebe es an mir selbst, dass Unsicherheiten bleiben und vermute, das diejenigen, die mit der größten Sicherheit strafend auftreten, eigene Unsicherheiten überspielen könnten, ich betone könnten.

LG
Lukretia

Re: In mir ist auch ein Mädchen

Verfasst: Do 6. Nov 2014, 00:34
von Marielle
Einen ganz frischen, guten Morgen zusammen,

eigentlich habe ich keine Lust auf eine vertiefte Debatte um lateinische Fremdwörter. Sowas mindert auch das allgemeine Interesse an den entsprechenden Threads erheblich :wink: Mir würde es reichen, dass wir uns, nach meiner Auffassung ist das so, über die Schwierigkeiten von Begriffen und Definitionen und, was viel mehr Wert hat, über das individuelle Recht auf Selbstsicht und -definition verständigen konnten.

Was die 'Unsicherheiten' und das 'Abstrafen' angeht: Wer aus passendem Grund Mitglied_in in diesem Forum ist und behauptet, es gäbe in der eigenen Person keine Unsicherheiten, hat sich aus meiner Sicht nur noch nicht intensiv genug selbst befragt oder verdrängt das Ergebnis dieser Befragung. Andererseits, ich wiederhole mich leider, sind wir eine relativ kleine Gruppe, die einer begriffsbestimmenden Masse gegenüber steht. Sofern es überhaupt möglich ist, wäre es daher schon wünschenswert, wenn wenigstens wir unter uns einen ..... nunja .... sprachlichen Respekt (ja, ich weiss, dämlicher Begriff) walten liessen., Das Ganze hat daher m.E. weniger mit 'Abstrafen' als vielmehr mit dem streben nach individuelll passender Wahrnehmung zu tun.

habt eine gute Nacht

Marielle

Re: In mir ist auch ein Mädchen

Verfasst: Do 6. Nov 2014, 10:49
von Lukretia
Akzeptiert.
Aber ich mag es nicht, wenn frau sich hier im Forum anmeldet und dann gleich die Sprachpolizei auftritt und einer droht, ihr auf die Finger zu hauen und in den Hintern zu treten. Abgesehen davon, dass ich das als ausgesprochen männlich finde, habe ich vielleicht etwas zu empfindlich reagiert.

Lukretia