Hallo!
Ich hatte es an anderer Stelle auch schonmal gepostet, aber hier pass es auch gerade hin...
Klar war gestern Nicole wählen... ich sehe es auch gar nicht mehr ein, mich wegen soetwas zu verstellen. Aber es steht nunmal noch der männliche Name auf dem Wahlschein. Doch auch das war mir jetzt völlig Wurst. Ich freute mich eher schon auf die Verwirrung, die deshalb ganz sicher kommen würde. Im Wahllokal gab dann zuerst meine Frau ihren Zettel ab, die erste Wahlherlferin teilte dann der zweiten Name und Wahlbezirk mit "Frau K., Nummer ...". Oha dachte ich. Die sagen also die Anrede dazu, das wird ja spannend. Dann war ich dran und gab ihr lächelnd meinen Zettel. Sie schaut drauf, liest und sagte dann "Aber da stimmt was nicht, das ist doch nicht ihr Zettel?" - "Doch doch, das stimmt schon so." - "Oh, entschuldigen Sie bitte, das habe ich jetzt nicht erkannt." - "Danke

Ich nehme das als Kompliment." - "Das können Sie wirklich.".
Sehr schön
@Julia, richtig, das war wieder so ein netter Glücksmoment
@Gina - ich würde das auch wie Jaqueline sagen, das hat bei "uns" nichts mehr mit Mut zu tun. Wenn es das noch wäre, dann würde es ganz schrecklich. Ein wesentlicher Unterschied, völlig wertfrei, zwischen TV/CD und TS ist, das CD/TV es sich aussuchen können, wie sie auftreten möchten. Für TS gibt es diese Alternative eigentlich nicht, denn dann würde man sich wieder selbst verleugnen und das führt wieder zu all dem Negativen, was uns so lange belastet hat. Also gibt es nur die eine Möglichkeit, auch zur Wahl.
Lange Zeit, sehr lange Zeit, hätte ich das, was ich da gestern tat, auch für völlig ausgeschlossen und unglaublich mutig gehalten! Doch ist dann mal der Groschen gefallen, dass dies die eine einzige eigene Identität ist, dann ist das alles alternativlos und Mut braucht es dann praktisch nicht mehr. Das ist schon recht seltsam... aber auch gut so. Ich wüsste sonst nicht, wie ich den Alltag bestehen sollte, wenn ich permanent Mut zur Überwindung von irgendwelchen Schwellen aufbringen müsste.
Doch so ist es jetzt völlig normal, wie jeder anderer Tag zuvor auch - nur richtig, besser und einfach nur gut.
Was aber jetzt bitte nicht als Motivationsaufruf verstanden werden sollte!
Wer es nicht wirklich unbedingt _muss_ und es noch Alternativen gibt, der/die sollte den Schritt einer völligen Transition besser nicht angehen. Es gibt viel zuviele Dinge, die dabei schief laufen können und damit weitgehende und teils irreparable Folgen haben können. Wenn dem nicht die dringende altenativlose Notwendigkeit entgegen steht, dann wird das nicht auf Dauer gut gehen. Ich schreibe das vor allem mal so explizit, weil ich manchmal schon fast so etwas Bewunderung oder Neid bei manchen heraushöre/-lese und die Gefahr sehe, dass so eine Art Gruppenzwang dadurch entstehen könnte "Oh, da möchte ich dazu gehören!". Ich halte es für ganz und gar nicht erstrebenswert, sein Leben so radikal umzukrämpelm. Im Gegenteil gehört für mich schon fast mehr Mut dazu, zur Dualität zu stehen und diese offen zu leben. so wie es auch hier im Forum einige bravurös tun.
Liebe Grüße
nicole