Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?
Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt? - # 2

Lebensplanung, Standorte
Sabrina Verena
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Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 16 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Sophie Amundsen hat geschrieben:So, jetzt ist meine Stimmung im Keller.
Im Gespräch hat mir meine Vermieterin gesagt, dass ich nicht mädchenhaft auf sie wirke, im Verhalten und so, und dass ich nicht mit meinem Körper zu hadern scheine, sondern mit meinem Platz in der Welt.
Ich sehe in mich hinein und finde - nichts. Dort ist nichts. Ich bin keine Frau im inneren. Sie hat recht.
Ich wünschte ich wär tot.
Mein ganzes, Leben ist jetzt eine einzige Tristesse, ohne Licht. Alles ist sinnlos. Ich habe jedes Interesse verloren. Ich werde als Mann sterben, früher oder später, das weiss ich genau. Lieber früher als später.

Hallo Sophie!
Ich kann mich noch an die Fotos erinnern, die Du damals in der Galerie hattest.
Ich hatte immer eine junge Frau gesehen.
Dein Platz in der Welt? Den must Du Dir möglicherweise erkämpfen.
Aber woher wissen Andere (deine Vermieterin) wo dieser Platz ist?
Nur Du kennst Dein wahren Platz.
Wäre es nicht schön, diesen Platz einzunehmen?
Willst Du den wirklich Anderen überlassen?
Liebe Grüße
von einer nachdenklichen Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.

Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
Exuser-2014-02-18

Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 17 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

.
Hallo Sophie

Zu erst mal: Pfeiff doch auf Deine Vermieterin. Was geht die das an.

Was soll man aus der Ferne, mit den Nachteilen der schriftlichen Kommunikation sagen ??

Wenn ich in Deiner Nähe wäre, würde ich Dich in den Arm nehmen. So geht es nur virtuell.

Deine letzten vier Zeilen habe ich auch andauernd im Kopf, ich weiss aber nicht, ob Dir das jetzt was nützt/hilft.

Wenn Du vorzeitig als Mann stirbst, hast Du auch keine Chance mehr, als Frau zu leben.
Es würde Dir leid tun......

Liebe Grüße Tina ))):s

PS.....ein Gedanke: Ist denn dieses "entweder-oder" sooo wichtig ??
kann man nicht auch beides sein.....oder irgendwo dazwischen ? (smili)

Edit: "böses" Unwort^^ rausgenommen, sorry (smili)
Zuletzt geändert von Exuser-2014-02-18 am Mi 11. Dez 2013, 13:19, insgesamt 2-mal geändert.
Inga
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Wie auch immer „ du gehörst hierher

Post 18 im Thema

Beitrag von Inga »

Liebe Sophie!

wie auch immer, - Du gehörst zu uns hier!


Lss mich aus der Ferne sagen, nun mal etwas Gelassenheit und Geduld.
Du bist du und keine Kopie eines anderen Menschen oder ein Exemplar einer anderen Schablone.
Was an dir männlich, was weiblich ist, ist bei keinem anderen so. Was die gespürten anteile in dir sind, ist einmalig.

Wenn du zu der Erkenntnis kommst, dass du zu wenig Frau bist, dich zu wenig als Frau fühlst, ist doch eigentlich auch eine Erkenntnis. zumindest für jetzt. ein Mann der anders als andere Männer ist, der das Hobby hat, als Frau sich zu zeigen, oder sich mit weiblichen Attributen zu schmücken, ist ja auch etwas.

Da stellt sich mir die Frage: Warum willst du denn unbedingt mehr Frau sein? Warum ist es denn dir so wichtig?

Hier im Kreise des Forums bist du so oder so und auf jeden Fall so wie du bist, willkommen und bleibst willkommen.

Sei umarmt und gegrüßt

Mit vielen lieben Grüßen
Inga
eilinfox
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Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 19 im Thema

Beitrag von eilinfox »

ddaniela hat geschrieben:

Vor kurzem habe ich sie gefragt, und..? wie sehe ich aus? Dann sagte sie: Man sieht das Du keine echte Frau bist! Tja,
..ich wollte die Wahrheit wissen und die habe ich bekommen und ich danke ihr dafür! Was sollte ich denn auch anderes hören..
Liebe Daniela,
ich glaube, dass alle Personen, die uns als Mann kennen, wenn sie ehrlich sind, so antworten würden.
Zu fest ist das männliche Bild in ihren Köpfen verankert.
Bei fremden Personen, die uns als Mann nicht kennen, dürfte das Urteil in vielen Fällen anders ausfallen.
Und so wie ich dich von deinen Bildern kenne sowieso - 100 % Frau
exuserIn-2014-04-20

Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 20 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-04-20 »

Warum sollte man den Boten einer unangenehmen Nachricht bestrafen?
Sie hat mir das ehrlich mitgeteilt. Ich habe gespürt das es stimmt. Und das ist genau der Punkt!
Wäre ich wirklich TS, dann dürfte ich nicht solche Zweifel haben. Ich müsste es definitiv spüren, genau wie meine Umwelt, besonders wenn sie davon weiss. Ich bin mir absolut sicher das es so sein sollte.
Ich muss mich vor drei Jahren in diese Vorstellung hineinmanövriert haben. Es ist die einzig realistische Erklärung.
Mein Äußeres ist irrelevant, es geht um das Innere, die Seele oder Identität, nennt es wie ihr wollt.
Ich kann doch nicht einfach so weiter machen, behaupten dass sie sich irrt, mich noch nicht kennt oder tausend weitere Ausreden erfinden. Es wird immer wieder so ein Moment wie heute kommen.
Auf professionelle Hilfe brauche ich erst gar nicht setzen - ich lasse mich schon seid drei Jahren bequatschen und quassele selbst, ohne jeden Sinn für die Menschheit. Ich meine, trotz der unzähligen Therapiestunden bin ich genau da, wo ich angefangen habe. Hilfe im Sinne von echter Veränderung zum positiven habe ich nie erhalten. Warum sollte ich mich weiter damit quälen?

Ich habe einfach keine Lust mehr auf diesen ganzen Unsinn. Es reicht mir, komplett. Warum sollte ich nicht schlussmachen dürfen? Ich will dieses Leben nicht.
Lina
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Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 21 im Thema

Beitrag von Lina »

ddaniela hat geschrieben:Hallo Sophie,
Man sieht das Du keine echte Frau bist! Tja,
..ich wollte die Wahrheit wissen und die habe ich bekommen und ich danke ihr dafür! Was sollte ich denn auch anderes hören..



Lieben Gruß
Daniela
Das muss ja kein Ist-Zustand sein. Sie kann ja auch nur den momentanen Eindruck beschreiben und nicht in die Zukunft blicken.
Exuser-2014-02-18

Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 22 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

.
Hallo Lina

Hier entsteht durch fehlerhaftes Zitieren ein völlig falscher Eindruck !!

Könntest Du das mal in Ordnung bringen.

elgetina ))):s
exuserIn-2014-04-20

Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 23 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-04-20 »

Hallo zusammen,
Ich hab mich schon wieder beruhigt. Wie gesagt, es passiert nicht das erste Mal und wird wahrscheinlich noch öfters passieren.
Verrückterweise kommen diese Gedanke wieder, ich weiss nicht woher.
Ich habe beschlossen weiter zu machen - am Montag ist Epi, und bei meiner nächsten Psychosprechstunde am Dienstag versuche ich meiner Therapeutin eine Überweisung zur Logopädie aus den Rippen zu leiern. Ein Termin bei einem Spezialisten dür TS ist dann mitte Januar.

Zu denken hat mir folgende Aussage meiner Therapeutin gegeben: "Es wird Ihnen das niemand verwehren können, wenn sie das wollen"
Wenn ich sie nicht missverstanden hab, meinte sie die HRT. Ist das wirklich möglich? Sind die Richtlinien schon so flexibel geworden, das auch solche, die keine einwandfreie und langandauernde Diagnose für TS haben, Hormone nehmen dürfen?

Dieser Punkt wäre mir schon wichtig, darauf gesch***en ob ich TS bin oder nicht. Die sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale machen mich wahnsinnig, die Panik und Verzweiflung und Abscheu denke ich mir ganz bestimmt nicht aus. Auch stößt mich die männliche Sexualität ab, ich finde das extrem quälend. Wenn ich daran denke, dass in Amerika eine HRT vor dem Alltagstest gang und gäbe ist...

LG, Sophie
ChristinaF
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Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 24 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Sorry der Nachfrage. Versteh echt nicht was du mit "Psychsprechstunde" und "Spezialisten für TS" meinst.
lg
Chrissie
Exuser-2014-02-18

Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 25 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

.
Hallo Sophie und alle

Erstmal schön, daß es nicht mehr ganz so schlimm ist. :()b

Wo kommen diese Gedanken bzw. Stimmungs-Schwankungen her ?? ( obwohl das Wort "Stimmung" wahrscheinlich noch untertrieben ist ).

Ich denke mal, so etwas haben ganz viele von uns.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ich hab sowas mit einer gewissen Regelmäßigkeit, daß man schon abergläubig werden könnte.
In einem festen Rhythmus von 7...10 Tagen.
Allerdings keine typische bipolare Störung, die Euphorie ist kaum bzw. gar nicht vorhanden.
Aber von "fast normal" bis "ganz unten".

Wo kommt das her..??.da gibt es sicher viele Deutungs-Möglichkeiten....
Auf jeden Fall ist es da.

Vielleicht nützt es Dir ein wenig, wenn Du weisst, Du steht mit sowas nicht allein.

In die anderen Probleme will ich mich nicht "reinhängen" ^^, da hab ich keine Ahnung von.

Liebe Grüße Tina ))):s
exuserIn-2014-04-20

Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 26 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-04-20 »

@Tina
Es nützt mir tatsächlich. Den Rythmus habe ich auch schon bemerkt, allerdings mit einer länge von vier bis fünf Wochen von Tief zu Tief (oder normal zu normal). Ich hatte schon mal die Idee, dass es mit dem männlichen Hormonzyklus (ja, Männer haben auch so was) zu tun haben könnte. Wäre echt interessant, wenn jemand mehr dazu weiss!
Dornröschen hat geschrieben:Sorry der Nachfrage. Versteh echt nicht was du mit "Psychsprechstunde" und "Spezialisten für TS" meinst.
lg
Chrissie
Das erste sollte eigentlich mit "psycho" anfangen, aber die virtuelle Tastatur hat das o verschluckt. Damit habe ich meine wöchentliche Sitzung bei der Psychotherapeutin gemeint, bei der ich in Behandlung bin. War nur zu faul das hinzuschreiben :)
Und mit einem Spezialisten für TS ist ein Psychater/Psychologe gemeint, der als erfahren auf dem Themengebiet Geschlechtsidentitätsstörung gilt. Von denen gibt es einige in München, denn meine reguläre Therapeutin hat auf dem Gebiet fast keine Erfahrung. Eine passende Liste hab ich mal bei der SHG in München bekommen.
exuserIn-2014-04-20

Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 27 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-04-20 »

Ein kleines Update:
Ich habe jetzt die ganze Woche als Frau verbracht. Und es lief wirklich besser als gedacht! Ich hatte keine Angst oder Panik als ich raus ging, es war recht normal. Auch als ich am Dienstag mich mit einer netten Mitforistin getroffen hab lief es super. Ich habe mich eigentlich zu 100% als Frau gefühlt.
Auch mit meiner sozialen Phobie wird es besser - als ich gestern in der Stadt war, lief gerade eine Unterschriftenaktion gegen den Moscheeneubau am Stacchus, und ich hab die Gelegenheit genutzt,mich mitden verschiedensten Leuten zu unterhalten. Völlig ohne Hemmungen. Das hätte ich früher nie gemacht, ganz bestimmt nicht!

Leider kommt die nächste Krise bestimmt, keine Angst ich bin diesmal nicht Suizidgefährdet oder jammere herum.
Es ist njr so, dass ich mich seid etwas 2 Tage immer unwohler in meinem Erscheinungsbild fühle. Irgendwie geht mir das alles auf den Keks! Dieses Theater mit der Frisur,die unbequemen Schuhe, die Sillies sind auch unbequem, und überhaupt hängt mir mein girly-mädchenhaftes Aussehen gehörig zum Halse hinaus.
Was nun? Ich habe sogarernsthaft überlegt, alle Termine ( Psycho, Logopädie) abzusagen, weil ich überhaupt keinen Bock auf Transition habe.

Trotzdem fühle ich mich nicht richtig als Mann, irgendwie bin ich im inneren immer noch feminin.
Es gibt ja das Phänomen "Bigender", also dass man zwischen Mann und Frau hin und her schaltet. Ich fühle mich, als ob ich zwischen Frau und Androgyn hin und her schalte. Denn eingebildet hab ich mir in meiner Girly-Phase nichts.
Aber jetzt fühle ich mich nicht richtig dem weiblichen Geschlecht zugehörig, eben geschlechtslos.

Ergibt das in eueren Ohren irgendeinen Sinn? Hat schon jemand von so einem Fall gehört?

LG, Sophie
ab08
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Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 28 im Thema

Beitrag von ab08 »

Sophie Amundsen hat geschrieben:Aber jetzt fühle ich mich nicht richtig dem weiblichen Geschlecht zugehörig, eben geschlechtslos.
Ergibt das in eueren Ohren irgendeinen Sinn? Hat schon jemand von so einem Fall gehört?

Liebe Sophie,

Deine Worte sind sehr ehrlich und machen - zumindest für mich - sehr viel Sinn. Denn Unsicherheit, Zweifel gehören dazu. Das ist häufig so.
Zwischen M und F gibt es ein weites Feld. Dort gibt es viele Möglichkeiten.
Menschen unterscheiden sich recht stark, daher sind 'allgemeine' Regeln sehr problematisch - bzw. in der Regel einfach falsch. :wink:

Ein wichtiger Wegweiser ist, ob Du Dich wohlfühlst.
Änderungen, die bewirken, dass Du Dich gleich oder nach einiger Zeit besser fühlst, zeigen Dir meist den für Dich richtigen Weg.
- Mich plagten Selbstzweifel sehr lange. Nach dem CO war ich glücklich - vgl. Galerie - Ergo war der von mir beschrittene Weg für mich richtig.
- Inzwischen, 6 Jahre später, bin ich mir längst sicher, dass ich TS/IS bin.
- Naja..., wenn ich mich wirklich irre, ist das auch egal, denn es geht es mir gut. --> Und das war früher nie so. :lol: *)

Ganz liebe Grüße!!
Viel Erfolg beim Suchen ---> Hoffentlich findest Du Dich bald und kommst bei Dir an, denn in sich ruhende Menschen sind glücklich

ab

*) Humorvolle "mathematische" Erläuterung:
Ein Bäcker erzählt "Die Herstellung von 10 Semmeln kostet mich 1 €. Ich verkaufe die Semmeln für 2 €, das 1% ist mein Gewinn."
---> Auch wenn es mathematisch falsch ist... Gewinn macht der Bäcker trotzdem :wink:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
nicole.f
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Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 29 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Sophie!
Es ist schon spannend, was Du da von Dir beschreibst und ich kann es, in gewissen Grenzen, nachvollziehen.

Ich denke, ein Problem, das nicht nur Du hast, ist, dass es für jeden von uns nur schwer zu fassen ist, was es denn *eigentlich* bedeutet, Frau oder Mann zu sein und das andere sein zu wollen. Äußerlichkeiten wie Kleidung etc. sind nur ein Ausdruck dessen. Wenn Du Dich selbst hinterfragst, stelle mal diese ganzen äußerlichen Dinge ganz weit hinten an. Versuche Dich vom Äußeren so weit zu trennen, wie nur irgendwie möglich. Dann überlege Dir, was für *Dich* die wesentlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau sind - zunächst einmal unabhängig von Deiner Person. Was macht für Dich allgemein einen Mann aus? Was eine Frau?

Wenn Du diese Unterschiede gefunden hast, betrachte Dich mit diesen Kategorien selbst. Welche der männlichen Eigenschaften hast Du an Dir? Verbindest Du diese mit einem positiven oder eher negativen Gefühl? Und welche der weiblichen Eigenschaften findest Du bei Dir? Und wie stehst Du zu ihnen?
In Folge dessen ist es nun eine Abwägungssache, wieviel und was Du findest.

Von mir ausgehend, so kann ich mit einiger Sicherheit nun sagen, dass ich mich gefunden habe. Und was ich gefunden habe ist recht sicher überwiegend Frau. Und das hat höchstens sekundär etwas mit Äußerlichkeiten zu tun - sollte es auch nicht. Ich habe nur gemerkt, dass je mehr ich mir eingestehe, dass da eine Frau in mir ist, desto mehr bröckelt eine über 30 Jahre alte Fassade - und das ist teilweise ziemlich erschreckend festzustellen, was man sich alles so lange selbst vorgemacht hat. Bei mir ist es vor allem Emotionalität, jeder Art, die ich nun endlich zulasse und langsam wiederfinde. Ich konnte 30 Jahre lang nicht weinen, ist das nicht schrecklich? Das hat sich grundlegend geändert, seit ich mir immer sicherer werde, was mit mir los ist. Ich habe das auch mal versucht in meinem Blog zu beschreiben:
http://nicolebeaux.blogspot.de/2014/01/emotionen.html
Und das reicht viel weiter, als nur mal heulen zu können. Unsere ganze Menschlichkeit gründet sich auf Emotionen - Mitgefühl, Empathie, Liebe. Was ich früher nur erahnte, dass mir alles dies fehlte, wird jetzt zur Gewissheit. Ich habe 43 Jahre lang nur ein halbes Leben geführt, ich habe funktioniert und Erwartungen erfüllt.

Nun, jetzt könnte man sagen, alles das, jetzt wo ich es gefunden habe, könnte ich ja nun einfach in mein männliches Leben übernehmen und könnte mir den ganzen "Unsinn" mit Transition etc. sparen? Das ist in der Tat ein Punkt, über den ich auch schon länger nachdenke. Aber ich bin mir langsam sicher, dass es nicht funktionieren würde. Ich merke es jede Woche wieder. Bis Sonntag Abend habe ich mich wiedergefunden, bin gefestigt. Doch ab Montag und jeden Tag der folgenden Woche, in der ich wieder im Betrieb bin, zerfällt es. Ich falle wieder zurück in den "Mann-Modus" und das gefällt mir ganz und gar nicht mehr. Hinzu kommt, dass ich langsam beginne zu verstehen, dass dieses Unterdrücken dieser Eigenschaften bei mir damit begonnen hat, als ich in meiner Jugend gemerkt habe, dass alles dies weibliche Eigenschaften sind, und sich diese für einen Jungen nicht gehören.

Kurz gesagt, mit der Frau in mir habe ich meine Menschlichkeit gefunden und das ist mir jeden Preis wert!

Und nochmal zu den Äußerlichkeiten. Andere hier im Thread haben es auch schon mehrfach betont, es kommt ganz und gar nicht darauf an, wie andere Dich sehen, für was sie Dich halten oder ob es ihnen gefällt. Das allerwichtigste bist Du, Du musst Dir gefallen und es muss Ausdruck Deiner Persönlichkeit sein. Niemand schreibt einer Frau vor, nur noch Mädchenhaft herumzulaufen - schau mal auf die Straßen, von den jungen Dingern abgesehen, wer macht das denn? Vielleicht hast Du eine zu hohe Erwartungshaltung an Dich selbst? Spannenderweise hatte ich soetwas auch eine Weile. Da dachte ich, weiblich/fraulich bedeutet auf jeden Fall Rock und Pumps etc.. Doch auch das hat sich geändert - auch wenn ich eine Hose und flache Schuhe trage, ist es immernoch da. Und das zeigt sich auch auf subtile Art nach außen, sodass wir es selbst kaum bemerken und es passieren einem dann Dinge wie hier beschrieben:
http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 25&p=86461

Vielleicht hast Du Dich noch nicht ganz gefunden? Dann überstürze nichts und vor allem, erzwinge es nicht. Es passiert ganz von alleine, wenn Du es zulässt. Irgendwann ist sie da, die Erkenntnis. Für mich ist sie ein Mosaik aus Dutzenden Details und für jedes einzelne musste kämpfen - etwas loslassen, etwas zulassen. Das kann dauern, leider. Doch ganz sicher kommt dann irgendwann der Punkt, an dem es "Klick!" macht. Natürlich haben wir alle dennoch mal Zweifel, gerade wenn sich als einzige Lösung herauskristallisiert, vollständig transitionieren zu müssen. Auch dies hatten wir hier im Forum diskutiert, meine Antwort darauf war dieses Pamphlet:
http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 929#p84897

Doch eine vollständige Transition ist ja auch kein Zwang oder einzige mögliche Lösung? Was Du daraus machst, bleibt ganz und gar Dir überlassen. Also fast zumindest, leider, denn wenn Du medizinische Massnahmen wie Hormone für Dich möchtest, kommst Du um Psychologen etc. nicht vorbei und wirst diese auch erst bekommen, wenn Du die klare Absicht und Sicherheit vermitteln kannst, vollständig transitionieren zu wollen und vor allem zu müssen.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute auf Deinem Weg und das sich Deine Unsicherheit bald reduziert! Wenn Du magst und meinst es könnte Dir helfen, dann kannst Du mich auch gerne per PN anschreiben.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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JaquelineL
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Re: Wie kann man sich sicher sein? Geht das überhaupt?

Post 30 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo Sophie,
Sophie Amundsen hat geschrieben:Ein kleines Update:
Ich habe jetzt die ganze Woche als Frau verbracht. [...]
Es ist njr so, dass ich mich seid etwas 2 Tage immer unwohler in meinem Erscheinungsbild fühle. Irgendwie geht mir das alles auf den Keks! Dieses Theater mit der Frisur,die unbequemen Schuhe, die Sillies sind auch unbequem, und überhaupt hängt mir mein girly-mädchenhaftes Aussehen gehörig zum Halse hinaus.
Was nun? Ich habe sogarernsthaft überlegt, alle Termine ( Psycho, Logopädie) abzusagen, weil ich überhaupt keinen Bock auf Transition habe.

Trotzdem fühle ich mich nicht richtig als Mann, irgendwie bin ich im inneren immer noch feminin.
Es gibt ja das Phänomen "Bigender", also dass man zwischen Mann und Frau hin und her schaltet. Ich fühle mich, als ob ich zwischen Frau und Androgyn hin und her schalte. Denn eingebildet hab ich mir in meiner Girly-Phase nichts.
Aber jetzt fühle ich mich nicht richtig dem weiblichen Geschlecht zugehörig, eben geschlechtslos.

Ergibt das in eueren Ohren irgendeinen Sinn? Hat schon jemand von so einem Fall gehört?
da ja schon längere Antworten gekommen sind, hier in relativer Kürze: Ja, das klingt für mich sehr bekannt. Ich bin derzeit in einer "männlichen" Phase, scheinbar deutlich ausgeprägter als in Deinem Fall ("androgyn"), aber vom Prinzip her vergleichbar.

Nach Dekaden(!) verfolge ich dieses Mal zum allerersten Mal diese Wechsel bewusst. Es waren viele, sehr intensive Wochen als (vor allem innerlich) Jackie, dann merkte ich den vollzogenen Wechsel zum männlichen Ich und fing mit der Beobachtung an. Jetzt, bereits einige Wochen später, fange ich schon an das Gras wachsen zu hören... bin aber immer noch "male", wenngleich Jackie immer mal wieder aufflackert. Was davon durch die "Messung" beeinflusst wurde, kann ich bei der ersten "Runde" natürlich nicht sagen.

Meinst Du, dass Du schon voll im "male mode" angekommen bist? Bei mir dauert entweder der Wechsel recht lange (Wochen gradueller Änderung), oder aber mein "male mode" ist eben immer mal wieder durch "flash backs" begleitet. Die von Dir genannten zwei Tage "Unwohlsein" hätte ich ursprünglich für den Wechsel f->m gefühlt auch so bestätigt, aber der aktuelle Verlauf (m->f) zieht sich derart hin, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob es nicht in Wirklichkeit auch f->m viel länger dauert und ich lediglich irgendwann recht spontan das finale Ergebnis wahrgenommen hatte.

Liebe Grüße
Jackie (oder eben auch grad mal nicht ;) )
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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