Regina hat geschrieben:
ich nehme mal den Vorstellungsthread von Dani zum Anlass etwas anzumerken was mir auch in anderen Vorstellungsthreads bereits unangenehm auffiel. In dem Thread gab es bereits einen gewissen Austausch. Da es aber dort nicht hineingehört ziehe ich es hier noch einmal heraus:
einige Foremteilnehmer lassen meiner Meinung nach, bei ihren Antworten ein wenig Feingefühl vermissen. Wie kann man einer Partnerin bzw. Ehefrau in aller fröhlichkeit mitteilen, dass ihr Ehemann ja auch vielleicht Transident ist? So spannend es für den einzelnen auch sein mag und so erstrebenswert für manche evtl. auch eine Transsexualität sein mag, das ist sicher nicht die Art von Information die eine ängstliche und verwirrte Partnerin in den ersten Tagen benötigt.
Hi,
ich bin recht jung in diesem Forum.
Doch haben meine Frau und ich mehrere Jahre ein Projekt / Forum geleitet. Es war ihre Idee das Forum zu starten, um mich und uns besser zu verstehen.
Eine Ehepartner in, welche sich in einem Crossdresser / TG Forum anmeldet, hat schon ein Kopfkino, sonst würde sie das nicht tun.
Das die TG / TS / CD / DWT von ihrer eigenen Art geschützt werden ist normal.
Für die Partnerinnen sieht es anders aus.
Sie haben "uns" zu tollerieren und zu "akzeptieren" und wir sagen nicht wo die Reise hin geht, die meisten kenne ihre Gefühle ja selbst nicht und sind verwirrt oder wissen sehr genau was ihr Traum ist .. ein Leben als ... .
Doch wie steht es um die Partnerinnen, wo ist unsere Tolleranz, unser Mitgefühl, unsere weibliche Intuition.
Die bleibt meistens auf der Strecke.
Jede Facette wird sich ein System suchen und schaffen, das seine eigene Welt aufrecht erhält.
Der Mensch denkt erstmal im "Ich".
"Ich habe meine Gefühle so lange unterdrückt, jetzt lebe ich sie ... peng und die Partnerin steht vor vollendeten Tatsachen. Sie muss einen Weg finden ihn zu tollerieren oder zu akzepieren."
Muss sie das, nein wahrscheinlich nicht.
Ich bin meiner Frau sehr dankbar, das sie mir die Freiräume gab mich zu finden. Es war eine gemeinsame Arbeit.
Wäre sie zu mir gekommen und hätte gesagt: Du, ich fühle mich als Mann und würde gern als Mann leben, wenigstens Zeitweise. Ich glaube nicht das sie ein Kumpel geworden wäre, ich hätte mir eine neue Partnerin gesucht, ihr auf dem Weg geholfen so gut es geht, als Freund, und ich hätte mich scheiden lassen. Es wäre nicht das Leben, welches ich mit ihr leben wollte.
Hut ab vor meiner Frau. Tausend Dank.
Sie hatte gelernt mich zu tollerieren und hat mich gelehrt zu tollerieren, als es dann endete und die Gefühle sich wandelten war sie doch sehr froh.
Wir sind 18 Jahre verheiratet.
Wenn die Partnerin ein Forum betritt möchte sie mehr erfahren, sie möchte auch etwas über die Facetten erfahren.
Sie möchte meist das es irgendwie, irgendwann endet, es sei denn sie steht darauf und kann so eine eigene Neigung leben.
Ich hab in den letzten 13 Jahren mit vielen TG, TS, Paaren und Frauen gearbeitet.
Einige Partner entwickeln sich weiter, einige Lügen wie gedruckt, bei anderen verändern sich die Gefühle.
Manchmal ist es sogar die Partnerin die das TG sein fördert.
Ich erinnere mich an einen Fall in dem der Mann ein riesen A... ist und schlecht zu den Kindern. Als Frau ist er anders. Als der TG das Frau sein ablegen wollte steuerte sie dagegen.
Lieber mit der Teilzeitfrau leben, als ständig den Mann im Haus haben. Der Mann geht zur Arbeit ist zu Hause Frau, für sie eine super Regelung.
Bei einem TG kam heraus, das sein weibliches Ausleben nach einer Kur begann, dann kam heraus, das es einen Kindstod gegeben hatte ... der Glaubenssatz war: Ich bin der Mann, ich darf nicht trauern, Frauen dürfen weinen und Trauern.
Wir lösten die Trauer und seine Gefühle wandelten sich. Er dresst auch heute noch ab und an, wenn der innere Ruf kommt, doch es nimmt mehr und mehr ab und das Gefühl hat keine Macht mehr über ihn.
Mir geht es heute ähnlich, wenn ich alte Bilder betrachte denke ich manchmal: Ist das wirklich alles passiert?
Ich habe auch geglaubt ich muss mich mit dem Frau sein arrangieren, ich werde mein Leben lang so sein, weil die Szene mir genau das erklärte und auch die Psychologen früher dieser Meinung waren.
Doch das ist anders. Früher schleiften die Frauen ihre Männer zum Psychologen: Können sie ihn ändern?
Nein, das kann der Therapeut nicht.
Wir selbst sind es die endscheiden wo die Reise hin geht und niemand sonst.
In den Leitfäden zur Begleitung von TS steht:
Der begleitende Arzt und Therapeut hat die Neigung des Patienten weder zu stärken noch abzuschwächen. Seine Aufgabe ist für die Krankenkasse eine Bewertung und ein Gutachten zu erstellen ob der Patient im neuen Wunschgeschlecht wahrscheinlich leben kann.
Die Selbstfindung liegt bei uns.
Die Endscheidung über unser Leben liegt bei uns, wenn die Gefühle nicht übermächtig sind (Lebst du deine Gefühle oder leben deine Gefühle dich).
Die Selbstmordrate ist imme noch sehr hoch.
Wenn wir uns endscheiden was wir sein wollen, werden wir uns eine Umgebung schaffen, die dieses Bild festigt und bestätigt.
Daher kommt es uns manchmal so vor als, wenn TS auf einer Bekehrungsfahrt sind ... doch das ist nicht richtig.
TG / CD sind da of nicht anders, sie wollen halt ihr System aufrecht erhalten.
Viele TG haben ihren Partnerinnen damals z.B. nicht erzählt was mir passierte ... weil es ihre Welt verkomplizieren würde.
Versetzt euch mal in die Situation der Partnerin, setzt euch auf ihre Seite: Was würdet ihr erwarten?
Eine kleine Geschichte die gut zu uns passt:
"In meiner Brust wohnen zwei Wölfe. Einer ist der Wolf der Dunkelheit, der Angst,
des Mißtrauens, der Verzweiflung und des Neids. Der andere ist der Wolf des
Lichts, der Liebe, des Vertrauens und der Lebensfreude."
Der Enkel fragt: "Welcher der beiden wird gewinnen?"
Der alte Indianer antwortet: "Der, den ich füttere."
Das gilt auch für uns, was füttern wir und warum?
Gruß
Kalen