Hallo Ihr Lieben,
als Ergänzung zu meinen eigenen Kleidungsstücken hatte ich vorgestern Abend im Internet nach einem Damenstrickoberteil/ längeren Pullover
oder ein kurzes Strickkleid für kuscheliges Lesevergnügen gesucht. Online bin ich bei einem Modevertrieb mit Filialbetrieb, bei dem ich bereits vor ein paar Wochen
eine Bluse u n d ein kurzes Kleid erstanden habe, auf einen grobgestrickten Damenlongpullover mit rückwärtigem Reißverschluss gestoßen.
(Ein Onlineversand ist leider nur ab 40,00 € möglich, mein ausgesuchtes Strickteil war etwas preiswerter.)
Also habe ich meinen Einkaufswunsch ganz, ganz vorsichtig meiner lieben Frau eröffnet. Sie war nicht begeistert, gab mir aber dennoch ihr OK mit den Worten,
es bei diesem e i n e n Teil zu belassen. (Hintergrund: seit vielen Jahren tragen ich keine Herrenpullover, weil sie a l l e kratzen. Damenstricksache sind viel weicher...)
Die örtliche Adresse als Bezugsquelle/ Filiale des o.a. Modebetriebes >V... ...a< ist mir bekannt, also wollte ich dort hin, um das ausgesuchte Teil zu finden und zu erwerben
Meine Frau schloss ihre Begleitung in diese Filiale sofort mit Nachdruck aus, ich sollte das, wenn überhaupt, alleine erledigen.
Da wir uns am Nachmittag mit unserer erwachsenen Tochter in der Stadt zu einem gemütlichen Einkaufsbummel mit Weihnachtsmarktbesuch treffen wollten,
konnte ich mich bei dieser Gelegenheit kurz ausklinken und das betreffende Geschäft aufsuchen. Meine beiden Mädels wollten einen Kaffee trinken gehen.
Ich trug zum Stadtbummel normale Herrenbekleidung mit einer FSH unter der Jeans und (wie so oft) ein paar dezente Damenstiefelchen.
Nachdem ich die Filiale betreten hatte, kam direkt eine nette junge Verkäuferin auf mich zu und fragte, ob sie mir helfen könnte. Ich bezeichnete den von mir gewünschen
Artikel und sie ging mit mir sofort zielstrebig zu einem Kleiderständer und reichte mir genau den schwarzen Longpullover im gewünschten XL-Format.
Meine Freunde war groß, ich dankte und ich folgte der jungen Dame zur Kasse. Dort fragte sie mich, ob der Pullover für meine Frau sei. Ich nickte, oder hauchte ein zurückhaltendes "ja",
(ich kam mir in diesem Moment und auch noch lange Zeit danach äußerst schlecht vor, ich bin in der Regel ein wahrheitsliebender Mensch) worauf sie mir noch einen passenden Schal aussuchte und ihn hübsch um den Ausschnitt des Pullovers legt. Ich kaufte beide Teile, zahlte, dankte erneut und verließ sehr glücklich das Geschäft.
Jetzt, wo ich diese Zeilen nach gut 24 Stunden schreibe, habe ich immer noch ein schlechtes Gefühl (im Bauch) der netten jungen Verkäuferin nicht die Wahrheit gesagt zu haben, dass der Pullover für m i c h ist. ... Ich werde noch an mir arbeiten müssen. Das Erlebnis von gestern war für mich eine neue Erfahrung.
Anmerkung: Bisher kaufte ich Damenbekleidung im Internet, beim Discounter mit anderen Sachen zusammen oder im Beisein und mit Unterstützung meiner lieben Frau.
Meine Frau weiß seit langen Jahren über meine "geheime"Vorliebe. Was früher, von uns beiden, immer verdrängt wurde.
Mit der in letzter Zeit häufiger anzuteffenden "weibl. Seite" hat sie (noch) große Probleme.
Meiner Tochter habe ich mich vor 1,5 Jahren offenbart, sie war seiner Zeit sehr überrascht, hat es aber "geschluckt", wir waren und sind immer offen und ehrlich miteinander umgegangen
und sie ist für mich aber auch in diesem Sinne heute noch mehr zu einer Vertrauensperson geworden.
Viele Grüße
Atreida
Ps. Den Schal bekommt meine Frau zu Nikolaus
