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Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 00:32
von Marlen
Hallo,

Ich finde das hast Du schön und treffend geschrieben Isabel. So ist es nunmal!
(Außer man geht neben Ellen und alle Umstehenden wundern sich, was diese tolle Frau mit der Transe will? - So Ellen, das Kompliment mußte jetzt mal gemacht werden! (smili) )

Wobei, "Vielleicht seht ihr mich ja mal und erkennt mich nicht?!? :lol: "
wahrscheinlich würde man mich am breiten Grinsen erkennen, das dann in mein Gesicht gebügelt sein wird....

Und ansonsten? Geht raus, Mädels, wenigstens einmal.
Nur Mut!

Liebe Grüße
Marlen

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 06:44
von Joselle
Marlen hat geschrieben:
Und ansonsten? Geht raus, Mädels, wenigstens einmal.
Nur Mut!

Liebe Grüße
Marlen
Das kann ich doppelt unterstreichen! (na)

@Ellen (flo)

ein sehr schöner Bericht, der den unentschlossenen Mut macht, Danke für diese positive Erfahrung und

liebe Grüße wünscht
Joselle

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 10:44
von Julia65
Hach ja, das Passing, ein irgendwie ewiges Thema.
Eigentlich hab ich keine Ahnung wie mein Passing ist. Selbst sieht man sich ja meist anders. Mal zu positiv, mal zu negativ. Mir selber fällt es sehr schwer, mein Passing vor dem Spiegel einschätzen zu können.
Daher ist man eigentlich auf Rückmeldungen angewiesen. Aber auch die sind sehr schwer zu bekommen. Freunde, oder andere TG bzw. TS beim Stammtisch, äussern sich ja gelegentlich. Zumindest, wenn man fragt. Nur, woher soll ich wissen, dass das ehrlich gemeint ist oder ob die einen nur nicht verletzen wollen? Und in der Öffentlichkeit? Eigentlich gar kein Feedback. Die Leute sind normal und freundlich wie immer. Überhaupt gar keine Reaktion. Da frage ich mich immer: Ist das Passing so gut oder die Toleranz?
Ich müsste mal einen Detektiven beauftragen und hinter mir herschicken, der die Leute im nachhinein befragt, z.B: Umfrage für Statistik: 1. Frage: Wieviele Kunden hatten sie etwa, in der letzten halben Stunde. War der Letzte Kunde männlich oder weiblich... bla bla... so könnte man ja ein glaubhaftes Feedback schaffen. ^^
LG
Julia

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 12:29
von Andrea aus Sachsen
.
Julia65 hat geschrieben:Ich müsste mal einen Detektiven beauftragen und hinter mir herschicken, der die Leute im nachhinein befragt, ...
Das würde ich auch gern machen, wenn ich jemanden wüsste, der Zeit und Talent dafür hat. Am sinnvollsten erschiene mir eine Nachfrage etwa in der Art (wenn ich außer Sichtweite wäre): Ist Ihnen an der Frau eben etwas aufgefallen, mir kam da irgendetwas eigenartig vor, ich weiß nur nicht was ...

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 13:20
von ChristinaF
Zum Passing gehört für mich in erster Linie, dass ich mich darin auch wohl fühle. Ob nun draußen oder zuhause. Und seitdem ich mich als normale fast 50jährige Frau (oh graus) kleide habe ich mit meiner Umwelt keine Probleme mehr.
LG
Chrissie

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 21:14
von Ellen
`n Abend zusammen,

muß kurz nachtragen das es mir bei der Erzählung oben nicht um "fishing for compliments" ging (okay, schöner Nebeneffekt - ganz lieben Dank auch dafür ;-) ...) sondern darum, das hier auch mal positive Erlebnisse dargestellt werden, auch um andere zu motivieren :-) ... hey, wieviel Frauen da draußen sind "perfekt" - gerade wenn man nicht wie Barbie auftritt ist es authentisch !

Lieben Gruß Ellen (flo)

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: So 13. Jan 2013, 10:49
von exuserIn-2014-09-15
guten tag mädels,

passing - ich passe nicht und nirgendwo........dass trifft bei mir wohl ( im gegensatz zu allen anderen forumsmitglieder ) am ehsten zu , zumal ich ja meistens bartträger bin. ich möchte nicht näher auf diesen umstand eingehen. dass es allerdings auch ohne geht, könnt ihr den bildern in meinem album entnehmen.
dass das passing für TS sehr wichtig ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, zumal ja die meisten als "voll frau" leben möchten. für mich als bekennender CD ist es allerdings nicht so wichtig. mir geht es vor allem darum, dass ich meine weibliche seit zu meiner bestmöglichen zufriedenheit ausleben kann, und dazu brauche ich nicht unbedingt voll " aufgebretzelt " zusein, zumal ich eben auch sehr gerne Mann bin. allerdings die "en femme erfahrung " damals in hamburg ,war schon sehr interessant und sich werde ich dies auch wiederholen.
wie auch immer. mich interessiert es nicht, wenn sich ander über mein "passing" aufregen, den mund zerreissen oder auch sonst wie aufregen, denn wie gesagt - in erster linie geht darum, wie ich mich in dieser rolle wohl und zufrieden fühle ! ---)))

euch allen einen schönen sonntag )))(:

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 14. Jan 2013, 10:34
von Julia65
Hallo,
das mit dem Detektiven meinte ich ja auch nicht so, dass ich das wirklich machen will. Ich wollte damit deutlich machen, was ich mich so frage, wenn ich so manche Begegnungen hatte.
Unter Passing verstehe ich: Wenn man als TS oder CD oder wie auch immer, also als Frau zurechtgemachter Mann in die Öffentlichkeit geht und als Frau wahrgenommen wird. Wenn man dann bei den Begegnungen keine Reaktion darauf feststellt, stellt sich ja die Frage, ob die Gegenüber sich nichts anmerken liessen, oder ob ihnen tatsächlich nichts "verdächtiges" auffiel. So wäre das Passing also am ehesten durch diese "Detektiven-Idee" zu messen.
Aber @Andrea: Wenn dieser "Detektiv" dann diese Frage stellen würde, wie du sie vorgeschlagen hast, dann würde das Ergebniss warhscheinlich auch wieder beeinflusst, denn dann würden die kleinsten Auffälligkeiten, die vielleicht da waren in den Focus gerückt: Die Frage würde besser so lauten, denke ich: Guten Tag, ich machen für ein Projekt eine Statistik: Wieviele Kunden hatten sie etwa in den letzen ca. 30 Minuten. Wieviele Männer, wieviele Frauen? War ihr letzter Kunde ein Mann oder eine Frau?... und so könnte man ganz heimlich rausfinden, als was man wahrgenommen wurde. Und selbst da könnten einige antworten: Letzter Kunde war eine Frau, aus dem Grund, weil sie zwar was bemerkt haben, aber eher Frau sagte, weil sie glauben, dass das so richtiger und gewünscht sei.
@Nadine: Ja, das Selbstbewusstsein ist von grandioser Wichtigkeit. Natürlich kann auch ein noch so sebstbewusstes Auftreten ein äusseres sehr sehr mangelhaftes Passing nicht wett machen, aber kleinere "Fehlerchen" werden mit einem selbstbewussten Auftreten überdeckt, da bin ich mir sehr sicher.
Passing , so denke ich, ist für viele zunächst so wichtig, weil man damit die schamvollen Momente zu verhindern wünscht. Aber ich habe sehr schnell gelernt, dass es gar nicht so sehr wichtig ist. Denn selbst wenn das Passing mal versagt, wenn man also wohl offensichtlich als Mann erkannt wird, passiert dann auch kein SuperGAU, sondern eigentlich quasi gar nichts. Die Leute sind dennoch freundlich. Es kann mal neugierige Blicke geben oder auch mal einen Schmunzler. So what?
Wenn man das herausgefunden hat, verringert sich die Angst, und somit erhöht sich das Selbstbewustsein, was dann wiederum das Passing verbessert.

Ein Beispiel für mein Passingversagen:
Es war noch sehr am Anfang meines Alltagstestes. Ich war in einem Einkaufszentrum unterwegs, fühlte mich soweit ganz wohl, obwohl immer eine Gewisse Unsicherheit mich noch begleitete. Bei Famila fand ich nicht, was ich suchte und wollte also ohen Waren durch die Kassen den Laden wieder verlassen. An einer Kasse versperrte mir ein kleiner Junge den Weg, dass ich kurz stehenbleiben musste. Neben mir stand ein Mann mit einem Einkaufswagen. Er sprach zu dem kleinen Jungen, wohl sein Sohn: "Lass doch den jungen Mann man vorbei. " - Grummel, na herzlichen Dank. Es war schon ein wenig unangenehm, sicher. Aber auch kein Weltuntergang. Einerseits denke ich: Grr, na toll, war das nötig, mir das so beizustecken? Andererseits denke ich heute: Naja, danke, das war mal eine Meldung der Art, wie man sie doch eigentlich braucht. Für diese Situation brauche ich den o.g. Detektiven jedenfalls nicht mehr. ^^

LG
Julia

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Mo 21. Jan 2013, 18:55
von rena
hi,

ich habe letzte woche die ehrfahrung gemacht, dass man in einer gruppe gar nicht mehr darüber nachdenkt,ob ich jetzt gut ausseh oder sonstwie perfekt bin,da einfach das wohlfühlen in der entsprechenden kleidung im vordergrung ist/war
war mit einem pärchen und einen anderen CD zusammen essen und danach sind wir zu zweit weitergezogen erst als ich wieder daheim war und in den spiegel schaute wurde mir bewusst dass ich den gesamten abend als frau unterwegs war obwohl ich vorher noch bedenken hatte habe ich mich während des abends nicht schlechter/ besser behandelt gefühlt als wenn ich in männlicher optik unterwegs gewesen wäre

liebe grüße
rena

Re: Passing - ich passe nicht und nirgendwo...

Verfasst: Di 22. Jan 2013, 23:28
von Lina
Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
Julia65 hat geschrieben:Ich müsste mal einen Detektiven beauftragen und hinter mir herschicken, der die Leute im nachhinein befragt, ...
Das würde ich auch gern machen, wenn ich jemanden wüsste, der Zeit und Talent dafür hat. Am sinnvollsten erschiene mir eine Nachfrage etwa in der Art (wenn ich außer Sichtweite wäre): Ist Ihnen an der Frau eben etwas aufgefallen, mir kam da irgendetwas eigenartig vor, ich weiß nur nicht was ...
Kennst du die Foto-Ausstellung von Sofie Calle - die Bilderserie die ein Detektiv von ihr gemacht hat (War u.a. im Martin Gropius Bau in Berlin). Er wurde über einen Strohmann von ihr beauftragt, sie zu beobachten. Das genialste sind die völlig divergierenden Darstellungen davon, was man in dem Bildern sieht.

Eigentlich schreit das nach einer Neuaufegung mit einer Transfrau in der Hauptrolle.