Re: Andrea macht Urlaub
Verfasst: Do 24. Mai 2012, 06:20
Hallo Anni, Bianca und Heidi,
auf eure Beiträge werde ich noch einmal zurückkommen. Hier aber erst einmal der letzte Teil meines Urlaubberichtes:
22.5.2012
Um 7 Uhr bin ich zum vorläufig letzten Mal als Andrea im Hotel aufgestanden und habe mich geschminkt. Wie am Vortag zog ich meinen roséfarbenen engen Rock mit Lochstickerei, dazu die blau-grün-weiß gemusterte Bluse, hautfarbene Strumpfhosen und cremfarbene Sandaletten an. Im Frühstücksraum traf ich eine größere Gruppe Jugendlicher, die offensichtlich alle zu einer Reisegruppe gehörten. Als gut gekleidete reifere Dame bin ich da sicher etwas aus dem Rahmen gefallen, aber die Jugendlichen waren alle mit sich und untereinander beschäftigt, dass ich denen gar nicht aufgefallen bin. Auf der Hotelrechnung stand natürlich wieder "für Frau Andrea ...".
Ich bin noch einmal ins Atelier Changeable gefahren und habe dort Fotos mit allen Outfits, die ich in den letzten Tagen getragen hatte, machen lassen. Ich werde in den nächsten Tagen mal die Besten davon heraussuchen und in meine Galerie stellen.
Meinen Koffer brachte ich in ein Schließfach am Hauptbahnhof und ging erneut durch die Prager Straße. Natürlich hätten mich wieder die Damenmodeläden gereizt, aber diesmal sprachen andere Gründe dagegen:
- Ich hätte die neuen Sachen den ganzen Tag mitschleppen müssen.
- Kurzfristig hätte ich gar keine Gelegenheit, die neuen Sachen zu tragen.
- Die sommerlichen Temperaturen brachten mich schon ins Schwitzen, da geht Umziehen (Anprobieren) schlecht.
- Mein Budget war sowieso verbraucht.
Also ging ich weiter. Für richtiges Mittagessen hatte ich bei den sommerlichen Temperaturen keinen Appetit, ein kleiner Imbiss musste reichen. Ich war als Kind und später als Mann schon oft in Dresden, aber noch nie in der Gemäldegalerie "Alte Meister". Zugegeben, mein künstlerisches Interesse hält sich sonst in Grenzen, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass es mich, wenn ich Andrea bin, doch dorthin zieht.
Ich ging also zu dem Seitenflügel des Dresdner Zwingers, in dem die weltberühmte "Sixtinische Madonna" und andere bedeutende Bilder untergebracht sind. Dort wollte ich mir auch ein Audioguide (elektronischer Museumsführer) ausleihen, dafür wurde aber ein Ausweis als Pfand verlangt. Was nun? Sollte ich mich hier etwa outen? Nein, ich hatte doch meinen ÖPNV-Ausweis mit dem weiblichen Passbild bei mir. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als der akzeptiert wurde.
Bei etwa 750 ausgestellten Bildern auf drei Etagen war mein Programm für den Rest des Tages festgelegt. Angenehm machte sich die Klimaanlage bemerkbar. Weniger angenehm meldeten sich wieder meine Füße zu Wort. Eigentlich konnte ich mit meinen Sandaletten, die nur einen kleinen Keilabsatz hat, gut laufen und natürlich auch sitzen. Aber länger an einem Ort stehen, um hier einzelne Bilder zu betrachten ging nicht. Zum Glück gab es in den großen Räumen in der Mitte gut gepolsterte Sitzgelegenheiten (runde oder ovale Ledersofas).
Mit dem richtigen Wechsel zwischen gehen, stehen und sitzen konnte ich es fast vier Stunden aushalten, bis ich alle Räume besucht hatte und es Zeit wurde, wieder heim zu fahren. Als ich zum Schluss noch einmal auf die (Damen-)Toilette musste, war das für mich grundsätzlich nichts Besonderes mehr. Hier an einem stark frequentierten Ort, als ich im Vorraum mit 8 bis 10 anderen Damen warten musste, bis eine Kabine frei wurde, war das schon noch ein prickelndes Gefühl.
Die Heimfahrt verlief ohne Besonderheiten. Damit ging mein Urlaub - sieben Tage Andrea am Stück - zu Ende. Es waren einmalige Erlebnisse und viele neue Erfahrungen, die ich jetzt, wieder in den Alltag zurückgekehrt, erst einmal verarbeiten muss.
auf eure Beiträge werde ich noch einmal zurückkommen. Hier aber erst einmal der letzte Teil meines Urlaubberichtes:
22.5.2012
Um 7 Uhr bin ich zum vorläufig letzten Mal als Andrea im Hotel aufgestanden und habe mich geschminkt. Wie am Vortag zog ich meinen roséfarbenen engen Rock mit Lochstickerei, dazu die blau-grün-weiß gemusterte Bluse, hautfarbene Strumpfhosen und cremfarbene Sandaletten an. Im Frühstücksraum traf ich eine größere Gruppe Jugendlicher, die offensichtlich alle zu einer Reisegruppe gehörten. Als gut gekleidete reifere Dame bin ich da sicher etwas aus dem Rahmen gefallen, aber die Jugendlichen waren alle mit sich und untereinander beschäftigt, dass ich denen gar nicht aufgefallen bin. Auf der Hotelrechnung stand natürlich wieder "für Frau Andrea ...".
Ich bin noch einmal ins Atelier Changeable gefahren und habe dort Fotos mit allen Outfits, die ich in den letzten Tagen getragen hatte, machen lassen. Ich werde in den nächsten Tagen mal die Besten davon heraussuchen und in meine Galerie stellen.
Meinen Koffer brachte ich in ein Schließfach am Hauptbahnhof und ging erneut durch die Prager Straße. Natürlich hätten mich wieder die Damenmodeläden gereizt, aber diesmal sprachen andere Gründe dagegen:
- Ich hätte die neuen Sachen den ganzen Tag mitschleppen müssen.
- Kurzfristig hätte ich gar keine Gelegenheit, die neuen Sachen zu tragen.
- Die sommerlichen Temperaturen brachten mich schon ins Schwitzen, da geht Umziehen (Anprobieren) schlecht.
- Mein Budget war sowieso verbraucht.
Also ging ich weiter. Für richtiges Mittagessen hatte ich bei den sommerlichen Temperaturen keinen Appetit, ein kleiner Imbiss musste reichen. Ich war als Kind und später als Mann schon oft in Dresden, aber noch nie in der Gemäldegalerie "Alte Meister". Zugegeben, mein künstlerisches Interesse hält sich sonst in Grenzen, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass es mich, wenn ich Andrea bin, doch dorthin zieht.
Ich ging also zu dem Seitenflügel des Dresdner Zwingers, in dem die weltberühmte "Sixtinische Madonna" und andere bedeutende Bilder untergebracht sind. Dort wollte ich mir auch ein Audioguide (elektronischer Museumsführer) ausleihen, dafür wurde aber ein Ausweis als Pfand verlangt. Was nun? Sollte ich mich hier etwa outen? Nein, ich hatte doch meinen ÖPNV-Ausweis mit dem weiblichen Passbild bei mir. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als der akzeptiert wurde.
Bei etwa 750 ausgestellten Bildern auf drei Etagen war mein Programm für den Rest des Tages festgelegt. Angenehm machte sich die Klimaanlage bemerkbar. Weniger angenehm meldeten sich wieder meine Füße zu Wort. Eigentlich konnte ich mit meinen Sandaletten, die nur einen kleinen Keilabsatz hat, gut laufen und natürlich auch sitzen. Aber länger an einem Ort stehen, um hier einzelne Bilder zu betrachten ging nicht. Zum Glück gab es in den großen Räumen in der Mitte gut gepolsterte Sitzgelegenheiten (runde oder ovale Ledersofas).
Mit dem richtigen Wechsel zwischen gehen, stehen und sitzen konnte ich es fast vier Stunden aushalten, bis ich alle Räume besucht hatte und es Zeit wurde, wieder heim zu fahren. Als ich zum Schluss noch einmal auf die (Damen-)Toilette musste, war das für mich grundsätzlich nichts Besonderes mehr. Hier an einem stark frequentierten Ort, als ich im Vorraum mit 8 bis 10 anderen Damen warten musste, bis eine Kabine frei wurde, war das schon noch ein prickelndes Gefühl.
Die Heimfahrt verlief ohne Besonderheiten. Damit ging mein Urlaub - sieben Tage Andrea am Stück - zu Ende. Es waren einmalige Erlebnisse und viele neue Erfahrungen, die ich jetzt, wieder in den Alltag zurückgekehrt, erst einmal verarbeiten muss.