Seite 2 von 2

Re: Kansas erklärt Ausweise von trans* Personen für ungültig | watson

Verfasst: Di 10. Mär 2026, 03:11
von Beatrixtg
girlnamedliz hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 02:05 2) warten und hoffen. Es wird vermutlich auf dem Wege durch die gerichtlichen Instanzen eine einstweilige Verfuegung geben, die das Ganze fuer eine Zeit aussetzt. Wer seinen Fuehrerschein dann schon geaendert hat, steht doof da. In der Zwischenzeit besser nicht in eine Verkehrskontrolle geraten, dann wird eine Ordnungswidrigkeit mit einer Strafe von $1,000 faellig.
Und da sind wir wieder froh, dass wir nicht im freien Amerika leben :-)
Ich jedenfalls

Liebe Grüsse Beatrix

Re: Kansas erklärt Ausweise von trans* Personen für ungültig | watson

Verfasst: Di 10. Mär 2026, 10:52
von Lina
Nein, davon gehe ich ebennicht aus. Sie werden ja gezwungen, den FS neu zu beantragen anhand der original Geburtsurkunde, die immer noch ist wie sie ist... usw. Der dokumentenmäßige Gender-Wechsel wird ihnen so, Stück für Stück weggenommen. Eben WEIL es nicht so geregelt ist wie z.B. in Deutschland.

Man hofft natürlich, dass sie das einfach so hinnehmen - und wenn sie dagegen prozedieren, kann die finanziell stärkere Partei viel leichter als bei uns durch fadenscheinige Anträge es in die Länge ziehen.

Re: Kansas erklärt Ausweise von trans* Personen für ungültig | watson

Verfasst: Di 10. Mär 2026, 18:03
von girlnamedliz
Lina hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 10:52 Nein, davon gehe ich ebennicht aus. Sie werden ja gezwungen, den FS neu zu beantragen anhand der original Geburtsurkunde, die immer noch ist wie sie ist... usw. Der dokumentenmäßige Gender-Wechsel wird ihnen so, Stück für Stück weggenommen. Eben WEIL es nicht so geregelt ist wie z.B. in Deutschland.
Wie oben schon geschrieben laeuft es dann darauf hinaus, dass der Geschlechtseintrag auf das Geburtsgeschlecht zurueckgedreht wird. Der weibliche Name bleibt aber weiter bestehen, denn die entsprechende Court Order bleibt gueltig. Das ist natuerlich aeusserst unschoen, aber weder lebensbedrohlich, noch verhindert es eine Teilnahme an Wahlen.
Beatrixtg hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 03:11 Und da sind wir wieder froh, dass wir nicht im freien Amerika leben
Amerika ist aber alles andere als homogen. In Washington State lebt es sich weiterhin gut und sicher. Natuerlich gibt es dunkle Wolken am Horizont, aber das ist in Deutschland nicht anders. Das sind am Ende alles Momentaufnahmen - fuer eine Lebensentscheidung muss ich aber eine Prognose fuer die naechsten 30 Jahre machen. Da bin ich dann nicht mehr so sicher, wo der bessere Ort ist. Sonst haette ich das Land schon lange verlassen.


LG, Liz

Re: Kansas erklärt Ausweise von trans* Personen für ungültig | watson

Verfasst: Di 10. Mär 2026, 21:10
von Lina
@Wie oben schon geschrieben laeuft es dann darauf hinaus, dass der Geschlechtseintrag auf das Geburtsgeschlecht zurueckgedreht wird. Der weibliche Name bleibt aber weiter bestehen, denn die entsprechende Court Order bleibt gueltig. Das ist natuerlich aeusserst unschoen, aber weder lebensbedrohlich, noch verhindert es eine Teilnahme an Wahlen.



Das ist ja genau das Problem, dass es aufs Geburtsgeschlecht zurückgestellt wird. Zumindest ein Teil vom Problem. Und das erwartet man, dass die Leute so hinnehmen.

Dazu kommt noch: Selbst wer es hinnimmt muss 45 Tage warten bis der neue FS da ist. In einem Land oder Bundesstaat ohne vernünftiges öffentliches Verkehrsnetz. Jede Chance gefeuert zu werden wegen nicht punktlichem Erscheinen, oder Strafanzeigen wegen Fahrens ohne gültigem FS. So oder so, ist es eine bewusste schwerwiegende Schikane.

Re: Kansas erklärt Ausweise von trans* Personen für ungültig | watson

Verfasst: Di 10. Mär 2026, 22:26
von girlnamedliz
Lina hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 21:10 Das ist ja genau das Problem, dass es aufs Geburtsgeschlecht zurückgestellt wird. Zumindest ein Teil vom Problem. Und das erwartet man, dass die Leute so hinnehmen.

Dazu kommt noch: Selbst wer es hinnimmt muss 45 Tage warten bis der neue FS da ist. In einem Land oder Bundesstaat ohne vernünftiges öffentliches Verkehrsnetz. Jede Chance gefeuert zu werden wegen nicht punktlichem Erscheinen, oder Strafanzeigen wegen Fahrens ohne gültigem FS. So oder so, ist es eine bewusste schwerwiegende Schikane.
Wir sind uns doch einig. Schliesslich betrifft mich das alles weitaus mehr als Dich - denn ich muss in diesem Land leben, lieben, arbeiten und reisen. Jeden Tag und nach abgeschlossener Transition.

Der Punkt an dem wir uns nicht einig sind ist, dass Du Aussagen machst, die ich so mit meiner Lebenserfahrung in den USA nicht in Deckung bringen kann. Und ich bin immerhin schon 20 Jahre hier. Deshalb bleibe ich dabei: Das Fuehrerscheinthema ist irgendwo zwischen aergerlich, deprimierend und moeglicherweise gefaehrlich. Hat aber darueber hinaus kaum Auswirkungen - ausser das es ein weiterer Schritt zur systematischen Verbannung von Transmenschen aus der Oeffentlichkeit ist. Damit ist diese Angelegenheit aber bei weitem nicht so lebensbedrohlich, wie z.B. der Versuch, Gender-Affirming Care fuer alle Altersgruppen zu unterbinden, oder das leidige Toilettenthema.

Was mich daran stoert, ist das Leute es lieben, die USA zu hassen. Dabei kann die Situation in Deutschland nach der naechsten Wahl genauso schnell kippen, wie hier. Denn strukturell ist die Deutsche Verfassung wohl kaum stabiler gegen Angriffe als die amerikanische.

Und glaub mir: kaum jemand in der Community nimmt das einfach so hin. Diejenigen, die so gestrickt sind wie ich, sind laut und versuchen die zunehmende Erosion unserer Rechte aufzuhalten. Und viele andere sind leider inzwischen so veraengstigt oder ausgepowert, dass sie es einfach nicht mehr koennen. Man kann es ihnen nicht verdenken.

LG, Liz