Klara hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 17:36
da ich so gerne lange Haare hätte und ich habe lange darüber nachgedacht und getrauert. Die Nachricht, dass keine Transplanation möglich ist hat mich richtig erwischt. Ich habe dann alles angezweifelt, und mich gefragt ob eine Transition dann überhaupt Sinn macht. Nun ich hab entschieden dennoch eine Transition anzustreben aber es schmerzt mich immer noch jeden Tag
Hey..
ich fühl das total..und du hast eine gesunde Einstellung zu dir selbst, wenn du weisst
wann du was brauchst um es gut zu haben.
Es war in dem Corona Winter und da war ich schon eine Weile offiziell in der HRT,
als ich einen massiven Haarverlust bekommen habe, das hat sich langsam immer
mehr gesteigert, bis es um die 400 - 500 Haare am Tag waren. Also das Waschbecken
war nach dem bürsten und kämmen voll. Und ja ich habe angefangen die zu zählen.
Ich habe angefangen mit dem Kosmetikspiegel meinen Hinter- und Oberkopf zu beobachten.
Ich bin morgens schon völlig verschwitzt und im Horror aufgewacht.
Und dann in dem Januar, die Friseure durften ja nicht arbeiten, habe ich meinen Lieblingsmenschen
gebeten mir die Haare abzuschneiden, weil die völlig frizzelig und kaputt aussahen.
Ich war bei zig Hautärzten, beim Endo, beim Homöopathen and so on und glaub mir ich wäre
auch zum Schamanen gegangen, hätte ich einen gefunden. Ich habe Bluttests fast bei allen
gemacht und niemand hatte dazu eine Erklärung..seit dem ist mir klar, Arztpersonen können auch nicht alles lösen.
Und Götter sind es schon gleich gar nicht, die peilen meist was an und hoffen das klappt mit dem kleinsten Aufwand.
Heute sind meine Haare wieder über schulterlang (so die obere Grenze vom Schulterblatt) und es ging wie es kam.
Sie sind sogar wieder recht dicht.
Was ich damit sagen möchte, bist du selbst mit dir fein, kann das total viel Frieden und Heilung geben.
Kein Arzt, kein Psychologe schafft das in der Art.
Alicia hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 19:09
Ich denke da gerade an all die Frauen, die mit ihrem dünnen Haar hadern oder an diejenigen, die mit einer Chemo zwar den Brustkrebs besiegt haben, und dennoch all ihrer Haarpracht beraubt wurden. Für diese Frauen ist der notwendige Griff zum Zweithaar auch kein Grund, nicht glücklich zu sein.
Sie sind ganz bestimmt nicht glücklich damit, haben es aber geschafft damit zu leben.
Das ist das was man an der Stelle lernen muss..der Weg ist weder leicht noch schön
und frisst ganz schön an der Seele. Und sei mir nicht böse, ich glaube nicht das du das wirklich
nachfühlen kannst...eine Brustprothese ist einfach nicht die eigene Brust, eine Perücke sind
nicht die eigenen Haare, sie sind nur ein Ersatz und bleiben das auch..
Klara hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 21:52
Ich kenne auch Transfrauen die seit 2 Jahren+ auf Hormonen sind und manchmal Zweifel haben.
Sich im Prozess zu hinterfragen, was brauche ich, was tut mir grade gut ist genau richtig.
Die Transition ist nicht linear..die ist sogar recht kurvig, wellig und mit vielen Abzweigern,
da man sich ja selbst über Jahre mitändert. Am Anfang steht aber schon ein gewisses Grundgefühl
und eine Art Unausweichlichkeit, wie aber alles wird ist eher multidimensional.
So sehe ich das für mich...
Nico hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 21:41
Dass man ohne Arzt auskommt, halte ich für Selbstüberschätzung. Was wenn die Werte nicht passen?
Welche Werte genau meinst du denn? Wenn man zur Blutabnahme geht, ist das eine Momentaufnahme
und wenn man schon länger in HRT ist, ist der Intervall mit einen Jahr oder mehr so gross
das es halt ein Checkup ist, man weiss man ist gut eingestellt und man fühlt sich wohl-das ist
sogar die Hauptsache. Ich weiss das mein Cholesterin seit Jahren hoch ist, deswegen achte ich auf die
Ernährung..aber die Hormongabe ändern muss ich deswegen nicht.
Geht es einer Person akut nicht gut, gehört es ja fast zum Grundprogramm das ein Blutbild gemacht wird
und dann sollte man auch angeben, das Hormone gegeben werden..
trotzdem finde ich es gut wenn man ärztlich und auch psychologisch jemanden in der Hinterhand hat,
der eingebunden ist und Bescheid weiss..
Eine HRT ist viel mehr try and error als eine exakte Wissenschaft.
Grade im Monotherapie Bereich, gibt es nicht viel was man falsch machen kann, man ändert ja nur
die Level der Stoffe die man eh schon hat.
Das ist jetzt auch stark vereinfacht, ja, das für sich klar zu haben ist aber auch keine Selbstüberschätzung,
wenn man achtsam bei sich ist...
Klara hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 21:52
leider werden Dysphorien und Wünsche nach mehr täglich mehr, da muss ICH eben abwägen.
Achte auf dich, wir sind hier..
alles Liebe Marie
