Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe
Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe - # 2

Joan Autumn
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 16 im Thema

Beitrag von Joan Autumn »

Liebe Violetta,

Eigentlich ist alles gesagt, aber auch, wenn es einer schwer fällt, es zuzugeben, wir können es uns noch so oft sagen, dass es niemanden etwas angeht, wie wir sind: es ist nicht so wie es sein sollte.

Gestern waren wir zum Beispiel auf dem Aethercircus in Buxtehude, einem Steampunk Festival. Tagsüber völlig entspannt, zigmal „Fotomodell“ gestanden, viele Komplimente, insbesondere von Damen, aber auch von Gentlemen :-) Aber bereits auf dem Heimweg am frühen Abend, nun schon leerer, wenig Familien mehr da, sah ich den Alkohol wirken und bereits manche „mutiger“ werden zu dem, was sie sich in der Menge nicht trauten. Manche Blicke wurden anders, In einer Gruppe eher kein Problem, allein vielleicht schon. Es ist leider wie‘s ist.

Ich denke Prävention ist die beste Verteidigung und wenn‘s doch zum Zusammenstoß kommt und keine Hilfe in Sicht, um Hilfe laut rufen, schreien. Selbst angriffslustige Hunde halten dann inne.

Die Erfahrung einer Hundebesitzerin.

LG Joan
Es gibt nur zwei Tage im Leben, die Du nicht ändern kannst: Gestern und Morgen. (Dalai Lama)
SometimesSophie
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 17 im Thema

Beitrag von SometimesSophie »

Hallo Violetta,

tut mir leid das zu lesen. Ich fürchte der beste für die Zukunft ist es mit wirklich nur größeren Gruppen zu solchen Veranstaltungen, gerade zu späterem Atunden zu gehen. Wenn es sich leert und die Leute besoffen sind,,lieber gehen sonst. Den Mann würde ich anzeigen, wenn du weißt wer es ist oder ich würde ihn je nach persönlichen Möglichkeiten zur rede stellen.

Überlege dir mit dme Pfefferspray bitte ein paaf Dinge,
1. es sollte Schaum sein, der haftet besser, kann mich aber irren
2. teste es und übe, also kaufe eher 2, Reichweite, Treffer ist immer das Gesicht
3. Kommst du da früh genug ran, es klingt,,als ob es eher zu spät gewesen wäre
4. und am wichtigsten:
- Du du jemand der sowas ohne Probleme einsetzt?
- Der ist klar, der Einsatz gegen Menschen ist strafvar, Mitführen gegen Tiere nicht
- Fühlst du dich sicher und relaxter oder tritt das Gegenteil ein? Beispiel, ich hatte eine Woche lang ca. ein Militärmesser in der Handtasche in Berlin, 4 mal war meine Hand in der Tasche mit leicht gezogenem Messer und einmal habe ich es gezogen... danach blieb es immer zuhause. Und ich bin wirklich kein Mensch der außer juristische Skrupel (diese sidm aber stark) welche hätte. Ich fühlte mich durch das Messer nur unsicherer ... ist aber eben auch noch mal eine Stufe krasser und illegal, Mitführen und Totschlag wird schnell zu Mord.
- Wenn du Pfefferspray ziehst, setze es sofort ein ab einer Reichweite von 3 Metern, sonst ist es zu spät, weitere Reichweiten gehen ggf. zum Abschrecken. D
h. unter 2-3 Metern muss es überraschend kommen umd nicht sichtbar.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 18 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Violetta,

ich schließe mich den Meinungen an, die dir raten, nicht ein Pfefferspray zu benützen. Es könnte zur Eskalation kommen und körperlich für dich noch schlimmer enden. Da ich eher zu den zurückhaltenden Frauen gehöre, wäre ich an deiner Stelle schon während der beleidigenen Worte "abgetaucht".
LG Christina
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 19 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Violetta

Bin ja auch so grün und naiv in meinem Frausein, dass mich Dein Post mich sehr erschrocken hat. Die Realität, vor allem bei Anlässen wie Dorffeste mit dem Akohol kenn ich schon aus männlicher Perspektive, mir ist mit dem Übergriff bewusst worden, welche Risiken wir eingehen wenn wir als Frau und auch die cis Frauen in einem solchen Umfeld ausgehen. Dein Post und der leider traurigen Erfahrung, die Du gemacht hast ist mir eine Hilfe.
Empfehlungen habe ich Dir keine, ich profitiere einfach, wüsste selbst nicht was tun.

Ich bin aber keine "Profiteuse", bin einfach traurig, dass Du ein solches Ereignis über Dich gehen lassen mustest.

In Gedanken bei Dir
Deine Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 20 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Kleiner Nachtrag, Pfefferspray wirkt sehr verzögert bei alkoholisierten und/oder mit anderen Drogen vollgepumpten Personen. Genauer, nach dem Einsatz hätte die Person noch die Möglichkeit dennoch zuzuschlagen, dann womöglich noch mit mehr Rage.
"Es ist nicht die Zeit in deinem Leben, es ist das Leben in deiner Zeit." Bruce Springsteen
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 21 im Thema

Beitrag von Lana »

Liebe Violetta,
Violetta CD hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 14:28 Damit ich in Zukunft so etwas irgendwie abwehren kann, muß ich mir eine Strategie ausdenken.
ja, du brauchst einen guten Weg für dich mit so etwas umzugehen. Weil du es nicht wirklich verhindern kannst, und auch Abwehr nur bedingt möglich ist. Selbst wenn sie äußerlich erfolgreich sein sollte (so wie dieses Mal), wird so ein Vorfall immer seine Spuren in dir hinterlassen.

Die Aufgabe lautet in meinen Augen nicht, wie man es abwehren kann, sondern wie man selbst damit umgeht, ohne sich im Nachhinein noch mehr zu schaden oder zu belasten, sei es durch Selbstvorwürfe, etwas falsch gemacht zu haben oder versagt zu haben, sei es durch Angst vor ähnlichen Situationen in der Zukunft, die einen hemmen kann, im Extremfall bis zu dem Punkt, wo man sich nichts mehr traut.

Wie du die Situation für dich selbst am besten verarbeiten und in dein Leben einordnen kannst, weißt nur du. Ein paar Hinweise wurden ja schon gegeben.

Ich finde es ganz wichtig, dass du dir im klaren darüber bist, nichts falsch gemacht zu haben. Egal, wie spät es war und egal, was du an hattest.

Du warst und bist nicht "falsch".
Deine Anwesenheit ist keine Provokation.


Niemand hat das Recht, sich so zu verhalten wie dieser Typ, und nichts gibt ihm das Erlaubnis dafür. Das Problem liegt ganz allein bei ihm, du warst nur ein mehr oder weniger zufälliger Auslöser seiner Aggression.

Zur falschen Zeit am falschen Ort?
Einige legen diesen Gedanken nahe, in anbetracht der Uhrzeit und des Anlasses.
Aber auch das trifft es meiner Meinung nach nicht, weil es bedeuten würde, dass es Orte gibt, die zu bestimmten Zeiten nicht aufgesucht werden könnten. Zumindest nicht von allen Personen.

Nun sind Dorffeste für Minderheiten schon immer schwierige Anlässe gewesen. Dafür gibt es Gründe, die (meiner Meinung nach) hauptsächlich im übermäßigen Alkoholkonsum und männlichen Minderwertigkeitsgefühlen liegen. Beidem kommst du auf rationaler Ebene nicht bei. Du musst es wohl hinnehmen, weil alkoholisierte Männer, die sich oder anderen was "beweisen" müssen (oder auch nur ihren Frust abladen) sich auf keine vernünftigen Argumente einlassen werden. Da hilft tatsächlich nur, sich abzugrenzen.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
Die einfachere aber schlechtere Lösung wäre es, frühzeitig nach Hause zu gehen, oder solche Anlässe komplett zu meiden. Das wäre eine unzumutbare Einschränkung, finde ich.

Die bessere ist es, diese unangenehmen und nervigen Gesellen loszuwerden oder einzuhegen. Und zwar am besten, bevor etwas passiert. Dazu brauchst du Unterstützung, sei es vom Ordnungsdienst, sei es von Bekannten, die sich der problematischen Person annehmen und sie ablenken oder aktiv einschreiten. Das ist ja zum Glück auch so gewesen.

Letztlich spricht es für die Anwesenden und die Dorfgemeinschaft, dass man dich unterstützt und dir sofort geholfen hat. Das zeigt doch ganz deutlich, dass sie hinter dir stehen, bereit sind, für dich einzustehen und andere in die Schranken zu weisen.

Und war es nicht genau das, was du immer wissen wolltest? Was die Leute im Dorf wirklich von dir denken?

Nun hast du die Antwort. Nicht schwarz auf weiß, aber in Wort und Tat. Auch wenn der Anlass nicht schön war, so ist doch das Ergebnis mehr als zufriedenstellend :P

Damit würde ich mich auseinander setzen, und mit den Leuten, die dich unterstützt haben. Nicht mit dem besoffenen Kerl.
Versuche, das Positive zu sehen und im Nachgang zu verstärken. Auf jeden Fall für dich selbst, und bei Gelegenheit auch zusammen mit anderen, die dafür bereit sind. Pfefferspray brauchst du dafür sicher nicht :wink:

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 22 im Thema

Beitrag von Flora »

Liebe Violetta,

auch ich kann wenig tun als dir mein Mitgefühl ausdrücken und mich - wie Daniela - dafür bedanken, dass du das hier teilst und somit durch deinen Bericht und die Antworten gerade uns weniger Erfahrenen ein Beispiel lieferst, was passieren, wie so etwas ablaufen und wie man reagieren kann.

Oder eben auch nicht - wenn man folgendes mal gegenüberstellt...
ChristinaF hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 09:48 wäre ich an deiner Stelle schon während der beleidigenen Worte "abgetaucht".
Violetta CD hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 14:28 griff mir im selben Augenblick an die Perücke und wollte sie mir vom Kopf reißen.
...dann sollte man bei aller Umsicht sich wohl überlegen, ob man sich nicht selber etwas vormacht, wenn man meint, man könnte immer rechtzeitig reagieren.

Wie nun damit umgehen?
HeikeCD hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 16:52 und ob du da juristisch was machen willst ist ja auch immer so eine Sache, durch Akteneinsicht hat der Typ dann auch deine Adresse.
Vorab ein Hinweis nebenbei:
Wenn man die eigene Adresse nicht preisgeben möchte und insbesondere der Wohnort eh schon kleinräumig bekannt ist, sollte man beachten, dass Fotos mit dem unmittelbaren eigenen Wohnumfeld im Bildhintergrund mit ein wenig Übung selbst für Ortsunkundige ohne großen Aufwand lokalisiert werden können und würde mir daher schon überlegen, ob ich die auch für Externe sichtbar hier reinstellen würde. Das auch als allgemeiner Hinweis für alle, aber speziell nachdem du z.B. auch das vor deinem Arbeitsplatz aufgenommene Bild anders als die meisten anderen klugerweise nur eingeschränkt sichtbar machst, solltest gerade du als jemand der beruflich sicherlich auch mal mit Luftbildauswertung zu tun hat das wissen. Das wie gesagt nur nebenbei.

Für den Beitrag von Heike zunächst mal vielen Dank, das wäre mir als jemand, der mit der Polizei bisher praktisch gar nichts zu tun hatte, gar nicht so präsent gewesen. Läuft hier aber natürlich ins Leere, weil man annehmen darf, dass das in einem Ort dieser Größe für einen alten Bekannten eh kein Geheimnis sein dürfte. Andererseits - zumal das ganze ja Gott sei Dank relativ glimpflich ausgegangen ist - kann man da, auch wenn man im Recht ist, mit einer Anzeige natürlich schnell die Dorfgemeinschaft unnötigerweise gegen sich aufbringen (ein bisschen so wie der Typ, der bei Lärmbelästigung gleich die Polizei holt statt selber mal nachzufragen ob's ein bisschen leiser geht - ich weiß, nicht der beste Vergleich, aber manches kannst du halt in kleineren Orten einfach nicht bringen.) Die Ausgangssituation an dieser Stelle ist schließlich gar nicht schlecht - du hattest viele gute Gespräche, man honoriert deine Offenheit, mit der du den Gerüchten gleichzeitig ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt und du bist offenbar einigermaßen gut vernetzt. Insofern fände ich den hier genannten Ansatz, die Tochter nochmal anzusprechen, eigentlich auch ganz gut, oder, wenn du sie gar nicht weiter kennst, dann evtl. auch andere Personen aus dem Umfeld; leichter wäre es natürlich, wenn den Vorfall weitere Bekannte mitbekommen haben oder gar welche von denen, die vorher positiv auf dich reagiert haben. Einfach mal freundlich und sachlich über den Vorfall reden, ok, der war betrunken, ok, muss nicht jedem gefallen was ich mache, Beleidigungen schon nicht mehr ok aber ist mir auch klar dass das manchen Typen spätabends beim Dorffest im Suff halt rausrutscht, aber anhaltende wüste Beschimpfungen und tätliche Angriffe GEHEN GAR NICHT. Wer würde dir da widersprechen? Gerade bei so viel positivem Zuspruch vorher. Es wäre einfach zu schade, wenn dieser Vorfall dir das jetzt vermiesen würde. Ich lese sowieso fasziniert bei dir mit, wie man in so einem kleinen Ort so schnell und mit solcher Konsequenz als Crossdresser rausgehen kann - ich glaube, das haben sich wenige hier getraut - und es in aller Regel einfach nur genießen kann.

Fühl dich ganz fest gedrückt!
Flora
Rusza
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 23 im Thema

Beitrag von Rusza »

Hallo Violetta !
Ich kann dir bei aller Euphorie,die du momentan zeigst nur raten,keine Risiken einzugehen.Dazu gehören auf jeden Fall abendliche Veranstaltungen,wo Alkohol konsumiert wird.Immer wenn ich irgendwo hin gehe,plane ich alles vorher durch.Zum Beispiel wie komme ich nach einer Veranstaltung schnell zu meinem Fahrzeug.Am 21.April war ich im Nationaltheater Weimar und bin nach der Veranstaltung in Schwierigkeiten geraten.Die Oper "La Cenerentola" ging eine halbe Stunde länger als ich dachte.Um 21 Uhr 20 war es dann auf einmal dunkel.Da sich auf der Theatertreppe eine größere Zahl von Jugenlichen lautstark stritt,es waren zwei Gruppen verschiedener Nationalitäten, bin ich vorsichtshalber rechts statt links um das Theater gelaufen und schon war ich auf dem falschen Weg.Niemand ist mir gefolgt und trotzdem war ich leicht panisch,weil Regen und Gewitter drohte.So bin ich in die Erfurter Straße gelaufen und damit in die falsche Richtung.An der Kirche habe ich eine Gruppe junger Leute getroffen.Sie haben mir den Weg zur Schwanenseestraße erklärt.Hinter der dunklen Mozartstraße war dann gesperrt und ich war ratlos.Schließlich tauchte hinter mir eine junge Frau auf und hat mir den richtigen Weg gezeigt.Schnell bin ich los in die besser beleuchtete Fuldaer Straße und dann sah ich von weitem die Wohnmobile am Parkplatz stehen.Dort gibt es eine Pizzaria,wo ich eigentlich noch was essen wollte,aber der Appetit war mir vergangen.Rein ins Auto und ab nach Hause.Fünf Minuten später hat es in Strömen geregnet.So hatte meine Panik dann doch noch Sinn gemacht,schnell zu laufen.Du siehst also,das Leben als Frau ist nicht einfach.Vielleicht habe ich ja am Ostermontag überreagiert,aber ich gehe jeder nur möglichen Gefahr aus dem Weg.So etwas ist mir im September 2020 schon mal in Meißen passiert als auf dem Elbeparkplatz abends eine große Gruppe von Jugendlichen Party feierte und ich bange Minuten überstehen mußte.Auch da hatte ich die Zeit falsch eingeschätzt.
Viele liebe Grüße,Rusalka
Alicia
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 24 im Thema

Beitrag von Alicia »

Liebe Violetta,

fühle dich getröstet und gedrückt nach diesem ekelhaften Vorfall.
Ich möchte hier jetzt auch nicht weiter klugscheißern und "gute Tipps" geben, zumal schon alles geschrieben wurde und ich eine derartige Erfahrung noch nicht machen musste.
Trotzdem sei mir die Bemerkung gestattet, dass Waffen jeglicher Art in solchen Fällen nichts bringen, wenn man deren Benutzung nicht profimäßig, also ständig und unter Anleitung übt. Unser Hund wurde angefallen, obwohl das Spray in der Tasche war.

Für mich hat sich die Erkenntnis herausdestiliert, zu solchen Veranstaltungen nicht alleine zu gehen. Zu zweit schreit es sich einfach lauter und eindrucksvoller.

Wenn du den Typen kennst, kannst du ihn im nüchternen Zustand mit seiner Aktion konfrontieren. Sollte er immer noch uneinsichtig sein, kannst du ihn immer noch anzeigen. Er schläft dann bestimmt nicht gut, egal wie die Sache letztlich ausgeht. Leider gibt es bei uns den "Promille-Paragraphen", der bei Taten unter Alk-Einfluss auf vermindert schuldfähig plädiert. Dabei ist es eigentlich schon eine Straftat, in der Öffentlichkeit berauschende Mittel zu konsumieren.

Tröstende Grüße, Alicia (ki) (sym)
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 25 im Thema

Beitrag von Lina »

SometimesSophie hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 09:15 Hallo Violetta,

tut mir leid das zu lesen. Ich fürchte der beste für die Zukunft ist es mit wirklich nur größeren Gruppen zu solchen Veranstaltungen, gerade zu späterem Atunden zu gehen. Wenn es sich leert und die Leute besoffen sind,,lieber gehen sonst. Den Mann würde ich anzeigen, wenn du weißt wer es ist oder ich würde ihn je nach persönlichen Möglichkeiten zur rede stellen.

Überlege dir mit dme Pfefferspray bitte ein paaf Dinge,
1. es sollte Schaum sein, der haftet besser, kann mich aber irren
2. teste es und übe, also kaufe eher 2, Reichweite, Treffer ist immer das Gesicht
3. Kommst du da früh genug ran, es klingt,,als ob es eher zu spät gewesen wäre
4. und am wichtigsten:
- Du du jemand der sowas ohne Probleme einsetzt?
- Der ist klar, der Einsatz gegen Menschen ist strafvar, Mitführen gegen Tiere nicht
- Fühlst du dich sicher und relaxter oder tritt das Gegenteil ein? Beispiel, ich hatte eine Woche lang ca. ein Militärmesser in der Handtasche in Berlin, 4 mal war meine Hand in der Tasche mit leicht gezogenem Messer und einmal habe ich es gezogen... danach blieb es immer zuhause. Und ich bin wirklich kein Mensch der außer juristische Skrupel (diese sidm aber stark) welche hätte. Ich fühlte mich durch das Messer nur unsicherer ... ist aber eben auch noch mal eine Stufe krasser und illegal, Mitführen und Totschlag wird schnell zu Mord.
- Wenn du Pfefferspray ziehst, setze es sofort ein ab einer Reichweite von 3 Metern, sonst ist es zu spät, weitere Reichweiten gehen ggf. zum Abschrecken. D
h. unter 2-3 Metern muss es überraschend kommen umd nicht sichtbar.

@- Der ist klar, der Einsatz gegen Menschen ist strafvar, Mitführen gegen Tiere nicht


Jede Körperverletzung ist strafbar - außer wenn aus unterschiedlichen Gründen Straffrei. Eine davon ist Notwehr. Wenn tatsächlich eine Notwehrsitiuation gegeben ist, dann ändert die Tatsache, dass es ein Tierabwehrspray ist auch nichts an der eigentlichen Situation. Das würde höchstens Auswirkung auf den Strafmaß haben, wenn der benutzt werden würde in einer Situation, wo Notwehr oder Notrecht nicht greift.

Egal welche Waffe man benutzt, Schusswaffe, Messer, Pfefferspray oder Tactical Flashlight, muss man sich natürlich klar machen, was der Notwehrparagraph nun wirklich aussagt. Ich habe nicht spezifisch Einwände gegen Messer als Defensivwaffe - wenn man es tatsächlich gelernt hat, es als solche zu benutzen - das haben die Meisten aber nicht. Es kommt natürlich auch darauf an, wo man sich befindet. Zu Hause in Deutschland, im öffentlichen Raum in Deutschland, oder wo ganz anderes, wo die Rechtsprechungen über Notwehr ganz anders sein können. Wenn beispielsweise jetzt jemand versuchen würde, in meine Wohnung einzudringen, dürfte ich hier in Malta anders darauf reagieren als in der Wohnung in Hamburg. Ganz anders!

Ich empfehle aber immer, keine tödliche Waffe zu tragen ohne auch eine begrenzt tödliche Waffe zu tragen, wie beispielsweise Pfefferspray oder Tactical Flashlight. Und selbst ein Pfefferspray KANN u.U. tödlich sein - jemand kann beispielsweise allergisch darauf reagieren - man muss also sicher sein, dass der Einsatz berechtigt ist. Also vorab Szenarien durchdenken, wo es berechtigt oder nicht berechtigt sein könnte.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 26 im Thema

Beitrag von SometimesSophie »

Alicia hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 19:47 Leider gibt es bei uns den "Promille-Paragraphen", der bei Taten unter Alk-Einfluss auf vermindert schuldfähig plädiert. Dabei ist es eigentlich schon eine Straftat, in der Öffentlichkeit berauschende Mittel zu konsumieren.
Vermutlich müsste derjenige aber das beweisen und erst ab einem höheren Promillestand sollte das gelten, oder?
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 27 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

SometimesSophie hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 19:29 Vermutlich müsste derjenige aber das beweisen und erst ab einem höheren Promillestand sollte das gelten, oder?
Das wäre ja Beweisumkehr. Wie soll das funktionieren? Als Beschuldigter darfst du schweigen und sogar lügen weil DEM etwas nachgewiesen werden muß.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 28 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

HeikeCD hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 19:37
SometimesSophie hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 19:29 Vermutlich müsste derjenige aber das beweisen und erst ab einem höheren Promillestand sollte das gelten, oder?
Das wäre ja Beweisumkehr. Wie soll das funktionieren? Als Beschuldigter darfst du schweigen und sogar lügen weil DEM etwas nachgewiesen werden muß.
Ich glaube hier geht es darum, dass der Beschuldigte angeben kann, er hätte zum Tatzeitpunkt unter erheblichem Alkoholeinfluss gestanden und wäre demnach nicht so doll haftbar. Dann müsste er schon nachweisen, dass er richtig betrunken gewesen ist.

Also "Promilleparagraf" als strafmildernder Umstand.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 29 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 20:02 Dann müsste er schon nachweisen, dass er richtig betrunken gewesen ist.

Also "Promilleparagraf" als strafmildernder Umstand.
Ein Beschuldigter muß gar nichts nachweisen, es muß ihm nachgewiesen werden.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 30 im Thema

Beitrag von Desiree Maxima »

Liebe Violetta,

grade erst soeben habe ich, völlig fassungslos, Deinen Beitrag gelesen.

Es wurde nun schon so viel dazu geschrieben, daß ich Dich erst mal einfach in Gedanken fest drücke.
Lana hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 17:54 Du warst und bist nicht "falsch".
Deine Anwesenheit ist keine Provokation.

Niemand hat das Recht, sich so zu verhalten wie dieser Typ, und nichts gibt ihm das Erlaubnis dafür. Das Problem liegt ganz allein bei ihm, du warst nur ein mehr oder weniger zufälliger Auslöser seiner Aggression.
Ich stimme sehr mit Lanas Gedanken und Worten überein.
Lana hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 17:54 Zur falschen Zeit am falschen Ort?
Einige legen diesen Gedanken nahe, in anbetracht der Uhrzeit und des Anlasses.
Aber auch das trifft es meiner Meinung nach nicht, weil es bedeuten würde, dass es Orte gibt, die zu bestimmten Zeiten nicht aufgesucht werden könnten. Zumindest nicht von allen Personen.
Für mich liegt in dieser Passage ein wenig "der Hase im Pfeffer". Selbstverständlich sollte es jedem Menschen möglich sein, sich zu jeder Zeit an einem beliebigen Ort gefahrlos aufhalten zu können. Doch leider sieht die Realität anders aus. Es gibt nun mal in jedem Ort Bereiche, wo es für einige Menschen - seien es Frauen, Crossdresser oder andere Mitglieder der queeren Community, usw. - gefährlich werden könnte. Selbst wenn man Kenntnisse in Selbstverteidigung hat oder sonst irgendwelche Waffen in der Handtasche hat, ist das kein Garant dafür, sicher aus einer brenzligen Situation wieder herauszukommen.

Ich muß gestehen, ich fühle mich nicht immer 100% sicher, wenn ich zu den Trans*/CD-Treffen fahre, weil sich das Vereinslokal in einem Viertel befindet, dessen Einwohner nicht grade bekannt für Ihre Queerfreundlichkeit sind.

Und - was eh schon einige geschrieben haben: Wenn Alkohol im Spiel ist, wird so mancher "Eierkopf" übermütig oder gar aggressiv. Leider!

Ich möchte und kann Dir gar nicht konkret sagen oder raten, was Du nun am besten tun solltest. Versuch mal in Dich hineinzufühlen, welcher Schritt als nächstes für Dich gangbar wäre. Ein paar gute Empfehlungen haben einige meiner Vorrednerinnen ja schon geschrieben. Z.B. wenn es für Dich passt, den Typen zur Rede zu stellen - auf jeden Fall mit einer weiteren Person, die ev. schlichtend eingreifen kann. Oder Ähnliches.

Ich drück Dich nochmals ganz fest meine liebe Violetta.

Alles Liebe
Desiree
"Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige." (Seneca)
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