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Re: Vorstellung Valerie

Verfasst: Mi 26. Mär 2025, 10:11
von Val44721
Hallo Violetta,

Danke für die liebe Nachricht. Ich find das Forum hier auch ziemlich schön.
Violetta CD hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 08:06 Sind die Professoren an der Uni so ultrakonservativ und rückschrittlich, daß Sie dem Thema trans so negativ gegenüberstehen, wie Du meinst ?
Wenn Du Angst wegen der Bewertung hast, kann ich Dein Verhalten schon verstehen, dann würde ich es wohl auch so halten, man will sich ja nicht die Zukunft verbauen.
Also tbh ich weiß es oft einfach nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass unser Ethik-Prof damit offener umgeht als z.b. unser Wirtschafts-Prof. Vielleicht wär es auch für die meisten nicht schlimm. Nur: ich kann es halt nicht zurücknehmen. Einmal gesagt wissen sie es, und wenn das negative Konsequenzen hat, kann ich es nicht ungeschehen machen.

Ich frag mich auch jeden Tag, soll ich es nicht einfach sagen? Ich seh auch ein gutes Stück anders aus als vor einem Jahr, wie lang geht es überhaupt das nicht zu sagen? Aber getraut hab ich es mich bisher noch nicht. Mal gucken.

LG
Valerie

Re: Vorstellung Valerie

Verfasst: Mi 26. Mär 2025, 10:40
von Violetta-TransFlower
Val44721 hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 10:11 Nur: ich kann es halt nicht zurücknehmen. Einmal gesagt wissen sie es, und wenn das negative Konsequenzen hat, kann ich es nicht ungeschehen machen.

Ich frag mich auch jeden Tag, soll ich es nicht einfach sagen? Ich seh auch ein gutes Stück anders aus als vor einem Jahr, wie lang geht es überhaupt das nicht zu sagen? Aber getraut hab ich es mich bisher noch nicht. Mal gucken.
Hallo liebe Valerie,

Danke für die Erklärung.
Da bist Du wohl sehr hin- und hergerissen. Ich finde diese Situation furchtbar.
Zu sagen, folge Deinem Herzen, so wie ich es meist halte, wäre wohl zu einfach für Deine Situation.
Sehr schwierig. Auch wegen Deiner sich verändernden Optik.
Am Ende kannst es nur Du selbst entscheiden, ich wünsche Dir für Deine Zukunft viel Glück und Alles Gute !

fühlt mit Dir
Deine Violetta💜

Re: Vorstellung Valerie

Verfasst: Mi 26. Mär 2025, 10:56
von Malvine
Val44721 hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 10:11 Ich frag mich auch jeden Tag, soll ich es nicht einfach sagen? Ich seh auch ein gutes Stück anders aus als vor einem Jahr, wie lang geht es überhaupt das nicht zu sagen? Aber getraut hab ich es mich bisher noch nicht. Mal gucken.
Hallo Valerie,

dich zwingt kein Mensch, dich vor den anderen zu outen. Wenn, dann ist es dein alleiniger Wunsch, es den anderen mitzuteilen. Dies kann aber durchaus eine befreiende Wirkung auf unsere Selbstwahrnehmung haben!
Müssen sich deine Kommilitonen auch outen und sagen, sie sind cis? Jeder sollte doch so angenommen werden, wie er ist - ohne sich erklären zu müssen.
Es gibt so viele besondere Menschen auf der Welt, die nicht so ganz in das allgemeingültige Schema passen, aber erwarten wir von diesen Menschen, dass sie sich in der Öffentlichkeit offenbaren?
Meistens ist es die eigene Scham, die uns versucht, etwas einzureden, was es so nicht gibt. Für deine Profs wirst du nicht der erste besondere Mensch sein...

LG
Malvine

Re: Vorstellung Valerie

Verfasst: Mi 26. Mär 2025, 12:23
von Sandra
Hallo Valerie,

auch von mir herzlich willkommen in diesem einmaligen Forum!
Val44721 hat geschrieben: Mo 24. Mär 2025, 14:04 Ich studiere gerade und bin schon in einem höheren Semester (also nicht mehr ganz so lange) und in meiner Freizeit übe ich etwas das mit dem Schminken (was mir noch etwas schwerfällt),..
So genau kenne ich zwar nicht dein Umfeld und auch nicht die Stärke deines inneren Verlangens, die Transition möglichst schnell auch nach außen sichtbar zu machen….aber vom Alter her hast du alle Zeit der Welt und musst sie nicht möglichst schnell nach außen kommunizieren.

Finde deinen Stil, gewinne an Selbstsicherheit und an Erfahrung im Umgang mit deinem Umfeld und wenn du die Namensänderung angehen willst oder es um einen Job geht, dann wäre es meiner Meinung nach spätestens Zeit für ein Outing (evtl. auch erstmal nur im begrenzten Umfeld). Wenn dich Menschen aus dem Umfeld direkt ansprechen, kannst du natürlich, sagen dass du den Weg der Transition angehst, aber noch ist es evtl. zu früh, es aktiv mitzuteilen.

Frauen sind eigentlich immer offen, inklusiv und interessiert. Männer dagegen sind oft unsicher, reserviert und öffnen sich einfacher in einer Gruppe.

Meiner Meinung nach hat es deine Professoren nicht zu interessieren, solange sie dich nicht mit anderem Namen oder Anrede ansprechen sollen. Ich denke, für die Professoren ist es auch recht unwichtig. Sie interessieren sich primär für deinen Beitrag im ihrem Fachgebiet.

Ich wohne ich Frankfurt und du glaubst nicht, wie vielseitig das Erscheinungsbild hiesiger Studenten und generell junger Erwachsener ist. Wenn da die Professoren schnell Bedenken hätten würden sie ihre fachliche Arbeit sehr erschweren.

…soweit meine persönliche Sicht darauf.

Liebe Grüße, Sandra

Re: Vorstellung Valerie

Verfasst: Mi 26. Mär 2025, 15:19
von Knäckebrötchen
Val44721 hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 10:11 Nur: ich kann es halt nicht zurücknehmen. Einmal gesagt wissen sie es, und wenn das negative Konsequenzen hat, kann ich es nicht ungeschehen machen.
Hallo Valerie,

das ist eines der größten Probleme, nicht? Ich würde da relativ frei nach der Bedeutung des Profs/Fachs für mein Studium prüfen, ob mich eine ablehnende Haltung wirklich hindern würde oder nicht.

Dann: es gibt doch mit Sicherheit einen AStA und/oder queere Hochschulgruppen und/oder Gleichstellungsbeauftragte oder oder. Da dürfte es viel Wissen um trans* Themen an deiner Uni geben. Und die meisten, wenn nicht alle, sind dann sogar an die eine oder andere Form der Schweigepflicht gebunden.

Ansonsten, so aus der eigenen Erfahrung heraus: ich renne jetzt, nach Vornamens- und Personenstandsänderung in die Uni-Verwaltungen um meine Urkunden ändern zu lassen. Das ist ein Aufwand, den Du dir mit einer frühzeitigen Änderung sparen kannst. Dazu kommt: ich habe noch so viele Dokumente hier rumliegen, auf denen mein alter Name steht. Sachen wo nicht nur ich unterschrieben habe, das heißt, solange ich diese Dokumente verwalten muss... (soll heißen: bis zur Rente (hoffentlich))

Wenn ich könnte, würde ich zurück gehen und das früher ändern*. Die nächste Frage ist dann nämlich: wo und wie bewirbst Du dich bei deinem ersten Arbeitgeber? Wirst Du da mehr Mut haben, dich zu outen? Oder willst Du die Zwischenzeit nutzen? Dann hast Du Wartezeiten und wieder die Urkunden auf falschen Namen...

Also, es gibt eine Menge gute Gründe für ein Coming Out vor dem Abschluß (finde ich). Aber natürlich musst Du deine Situation einschätzen (kann ich nicht) und entsprechend entscheiden.

Krümmelige Grüße



*ja, ich bin neidisch und so. Ich wünschte, ich hätte damals schon den Mut aufgebracht.
Sandra hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 12:23 ch wohne ich Frankfurt und du glaubst nicht, wie vielseitig das Erscheinungsbild hiesiger Studenten und generell junger Erwachsener ist. Wenn da die Professoren schnell Bedenken hätten würden sie ihre fachliche Arbeit sehr erschweren.
Das war schon damals (um 2000 rum, Frankfurt ist meine Heimatstadt) so, und trotzdem konnte ein missliebiger Prof das Ende eines Studiums bedeuten. Den Professoren ist es herzlich egal, denn ihre "fachliche Arbeit" leidet mit Sicherheit nicht an der Ausgrenzung einer einzelnen studierenden Person. Wenn die ein Problem mit dir haben - egal ob Herkunft, Hautfarbe, Dialekt oder sexuelle Orientierung, musst Du schon echt kämpfen.

Re: Vorstellung Valerie

Verfasst: Mi 26. Mär 2025, 16:14
von Violetta Arden
Auch ein herzliches Willkommen von mir ....und wie einige Vorschreiberinnen es schon gesagt haben: Laß Dir Zeit, Du bist noch jung ...hin und wieder sollte man den ersten Euphorieschub auch abwarten.
Alles Gute
Violetta

Re: Vorstellung Valerie

Verfasst: Mi 26. Mär 2025, 21:45
von Nicole Fritz
Hallo Valerie,

erst einmal herzlich willkommen hier.

Ich habe die Beiträge hier gelesen, und wüsste in der Situation auch nicht wirklich, was ich machen sollte. Aber ein ständiges Versteckspiel ruiniert nur die Nerven. Meine Idee: Wie wäre es mit einem Outing, dann alle Unterlagen ändern und danach die Uni wechseln. Dann gibt es an der neuen Uni keine Professoren mehr, die das Outing negativ bewerten könnten. Man kennt dann nur Deine neue Identität. Es wird sicherlich Zeit kosten. Aber ist die Zeit wichtiger als eine möglicherweise schlechtere Bewertung aus einer konservativen Sicht heraus. Eigentlich sollte trans* einen Prof. nichts angehen. Aber eigentlich heißt ja bekanntlich eigentlich eigentlich nicht.

Liebe Grüße
Nicole