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Re: Ein Gespräch

Verfasst: So 4. Aug 2024, 22:20
von MiriamR
Hallo Jade.

Ich habe den Eindruck das Dein Mann sich seiner selbst in dieser Frage nicht sicher ist.
Er möchte es schon, aber auf der anderen Seite ist es ihm dann doch unangenehm darüber zu reden, bzw. angesprochen zu werden.
Mir scheint das er noch seinen persönlichen Umgang mit dem Thema sucht. Auch wenn die Suche anscheinend schon ein paar Dekaden andauert. ;-)

Es ist schwierig sich selbst einzugestehen das man nicht der "Norm" entspricht. Wie auch immer die aussieht. Wir alle haben gegen diese Dämonen zu kämpfen, was sagt die Familie, sagen die Nachbarn, die Arbeitskollegen oder Freunde...
Wenn er mal seinen Umgang mit seinem "Hobby" gefunden hat, wird es einfacher für ihn, wie auch für Dich. Aber bis dahin....

Nun ja, Du hast es schon richtig gemacht....nur, sei behutsam.

weibliche Grüße )))(:

Miriam

Re: Ein Gespräch

Verfasst: So 4. Aug 2024, 22:48
von Ninadieflocke
Jade hat geschrieben: So 4. Aug 2024, 16:35
Anne-Mette hat geschrieben: So 4. Aug 2024, 16:21 Moin,
Ninadieflocke hat geschrieben: So 4. Aug 2024, 16:07 weil er zeigt, dass man als Frau akzeptiert wird.
wenn ich die Beiträge richtig gelesen habe, dann ist es wohl noch nicht "so weit".

Gruß

Anne-Mette

Hallo Anne - Mette,

da hast du wohl Recht. Mein Mann und ich haben vermutlich noch einen ziemlichen Weg vor uns - wer weiß wohin er führt. Ich könnte ihn tatsächlich im Moment als Frau neben mir nur schwer akzeptieren und er will im Moment auch garnicht diese Position einnehmen. Insofern passt es gerade, den Rest lassen wir auf uns zukommen.

Liebe Grüße
Jade
Hallo An Jade und Anne-Mette,
ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich meinte mit meinem Vorschlag, dass Jade ihrem Partner auf diese Weise eine Bereitschaft signalisiert, ihm/ihr ein Stück entgegen kommen zu wollen.
Nina

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 07:15
von ExUserIn-2026-04-08
Jade hat geschrieben: So 4. Aug 2024, 17:41 ein bisschen Angst vor der Entwicklung hier und davor, das ich vielleicht irgendwann doch nicht mehr mitkomme.
Moin Jade,

ich habe es schon einmal geschrieben: genau hinschauen, was Angst macht und prüfen, ob das wirklich so viel Angst machen muss...

Ihr seit 40 Jahre zusammen und jetzt beginnt ein neues Kapitel. Die nächsten, spannenden 40 Jahre sind gesichert ... ;-)

Andere Perspektive: Wie viele Menschen gibt es, die das erleben dürfen ? Ich meine damit, dass Du das Thema auch aktiv angehen kannst. Ich nehme an, Ihr wollt das schaffen und das ist doch ein guter Ausgangspunkt, den Ihr auch kommunizieren könnt. Meine Frau ist von meiner weiblichen Seite nicht gerade begeistert (genauer gesagt, bisher konnte sie nicht viel damit anfangen), aber sie zeigt mir immer wieder, dass sie mir mir zusammen sein will. Das ist für mich sehr hilfreich und gibt mir Sicherheit. Ich habe auch den Freiraum, mich auszuprobieren. So kann ich ein paar Tage alleine auf unserem Boot verbringen, was ich nutze. Ich habe einen eigenen Kleiderschrank für meine weibliche Garderobe und Damenwäsche trage ich täglich. Und ja, Gespräche sind äußerst schwierig, da u.a. da ich emotional in dieser Frage sehr empfindlich bin. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass sie mehr auf mich zukommen und mich in dieser Frage ansprechen würde, wenn ich nicht in die Puschen komme. Es ist immer eine Gratwanderung, aber ich hoffe, die Routine kommt mit der Zeit, wenn sich beide Seiten bemühen.

Das schwierigste ist für mich, dass es schier unmöglich ist, meine Befindlichkeit verständlich auszudrücken. Wie will ich jemanden erklären, dass tief in mir eine Weiblichkeit steckt, wenn die äußeren Merkmale so ganz anders sind ? Und ja, es ist klar, dass ich keine weibliche Sozialisation habe, mein Hormonspiegel in einigen Bereichen irgendwo zwischen weiblich und männlich steht und jeder in mir den Mann sieht. Es gibt in mir etwas, das etwas ganz anderes sagt. Was das ist ? Keine Ahnung, es ist da, solange ich denken kann. Das geht vom Alltag bis in die Sexualität. Es ist für mich wirklich verwirrend. Mit der männlichen Welt kann ich nicht viel anfangen und in der weiblichen kann ich nur schwer ankommen. Vielleicht überschätzen wir auch die Bedeutung des Geschlechts. Das steht aber im Widerspruch zu meinem eigenen Empfinden. Sehr, sehr kompliziert und das zu kommunizieren, ist wirklich schier unmöglich. Und da sind ja auch die eigenen Ängste, abgelehnt zu werden und die Scham, etwas "Falsches" zu tun. Es gehört unheimlich viel dazu, das alles zu überwinden. Und gerade das Nicht-Binäre, das irgendwo zwischen den Geschlechtern stehen, ist nicht zu vermitteln. Entweder-oder geht ja noch, aber heute so und morgen anders ? Wer soll da noch mitkommen, der das nicht kennt ? Wir leben in einer binären Welt.

Mein Ideal ist es, wenn Menschen als das genommen werden, was sie sind, ohne bewertet zu werden. Mein Gefühl für Weiblicheit ist ein Talent, eine Fähigkeit, die ich, nicht nur für mich, als wertvoll einschätze. Ich habe das Gefühl, ich müsste immerzu rufen, "Leute macht doch die Augen auf, schaut, was es alles gibt", statt immerzu die ignoranten Einstellungen wahrzunehmen. Aber die Wertschätzung für die Talente von Menschen steckt bei uns wohl in den Kinderschuhen.

Ich finde Menschen so wertvoll, die versuchen, ihre eigene Sichtweisen zu hinterfragen und sich mutig mit dem zu konfrontieren, das sie verwirrt. Ich glaube, das sind die Menschen, die wir dringend brauchen, damit wir als Gemeinschaft unsere Möglichkeiten entwickeln können.

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 13:15
von Jade
Liebe Vicky,

die Situation bei dir ist glaube ich grob so ähnlich wie bei uns, bis auf das fehlende Boot/ den fehlenden Freiraum für meinen Mann und das er nicht täglich DW trägt. Wobei ich oftmals am Wochenende arbeite und er dann alleine zu Hause ist.

Ich finde gerade garnicht die richtigen Worte um auszudrücken was in mir vorging nachdem ich den Teil der Nachricht, in dem du über dich und deine Gefühle schreibst las. Es ist so ähnlich wie der Moment, als mein Mann am Samstag von seiner Scham und seiner Verunsicherung sprach. Wenn ich mein Bedauern über die blöde Lage in der ihr steckt Ausdrücke, mache ich nur alles schlimmer weil es der falsche Ausdruck ist. Trotzdem kommt dieses Wort dem was ich fühle am nahsten. Dafür, das es für euch so eine "Hängepartie" ist. Dafür, das ich manchmal einfach auch die anerzogenen Denkmuster nicht hinter mir lassen kann. Dafür daß die Gesellschaft mit allem, was nicht der Norm entspricht schlecht umgeht und ihr (und auch alle anderen Menschen) nicht einfach leben könnt wie ihr möchtet.

Es ist wirklich nicht leicht ständig seinen eigenen Stand zu hinterfragen, manchmal wäre ich glücklich wenn wir ein Leben innerhalb der Norm hätten. Aber dann wäre mein Mann nicht mein Mann und das würde ich auch nicht wollen. Also kämpfe ich weiter. Mit meinen eigenen Grenzen, um meine Ehe, für meinen Mann und dafür, das ich wirklich denke jeder sollte so leben dürfen wie die Person es möchte.

Ich wünsche dir einen schönen Start in die Woche 😉 meiner ist nun eher sehr nachdenklich....

Liebe Grüße Jade

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 13:19
von Jade
MiriamR hat geschrieben: So 4. Aug 2024, 22:20 Hallo Jade.

Ich habe den Eindruck das Dein Mann sich seiner selbst in dieser Frage nicht sicher ist.
Er möchte es schon, aber auf der anderen Seite ist es ihm dann doch unangenehm darüber zu reden, bzw. angesprochen zu werden.
Mir scheint das er noch seinen persönlichen Umgang mit dem Thema sucht. Auch wenn die Suche anscheinend schon ein paar Dekaden andauert. ;-)

Es ist schwierig sich selbst einzugestehen das man nicht der "Norm" entspricht. Wie auch immer die aussieht. Wir alle haben gegen diese Dämonen zu kämpfen, was sagt die Familie, sagen die Nachbarn, die Arbeitskollegen oder Freunde...
Wenn er mal seinen Umgang mit seinem "Hobby" gefunden hat, wird es einfacher für ihn, wie auch für Dich. Aber bis dahin....

Nun ja, Du hast es schon richtig gemacht....nur, sei behutsam.

weibliche Grüße )))(:

Miriam
Hallo Miriam,

du hast wohl sehr Recht mit der Einschätzung, man könnte sagen: den Nagel auf den Kopf getroffen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass nach dem Gespräch wieder ein Puzzleteil an eine richtige Stelle gerutscht ist. Hoffentlich ist es wirklich so - das wird dann die Zeit zeigen. Und dann puzzlen wir weiter.

Liebe Grüße
Jade

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 16:32
von ExUserIn-2026-04-08
Jade hat geschrieben: Mo 5. Aug 2024, 13:15 Es ist wirklich nicht leicht ständig seinen eigenen Stand zu hinterfragen, manchmal wäre ich glücklich wenn wir ein Leben innerhalb der Norm hätten. Aber dann wäre mein Mann nicht mein Mann und das würde ich auch nicht wollen. Also kämpfe ich weiter. Mit meinen eigenen Grenzen, um meine Ehe, für meinen Mann und dafür, das ich wirklich denke jeder sollte so leben dürfen wie die Person es möchte.
Ich denke, das ist ein zentraler Aspekt. Aus meiner Position ist es einfach zu denken, dass Mann nicht schlechter ist, weil er Gefühle für seine Weiblichkeit hat. Aber die Realität ist anders gewebt. Zu tief stecken die Ressentiments, nicht zuletzt in einem selber. Alleine der Begriff der Weiblichkeit wird so unterschiedlich interpretiert, dass es so schwierig ist, darüber zu reden oder auch nur selber zu reflektieren. Mir stellte sich früher oft die Frage, ob ich mich überhaupt "weiblich" nennen dürfe. Zu wenig scheint darauf hinzudeuten, aber das eigene Innere ist voller Sehnsucht danach. Kann ich das vermitteln ? Kann ich das für mich selber annehmen ?

Ich habe das für mich selber ausprobiert, zuletzt in meiner Reha Anfang des Jahres (viewtopic.php?t=25894&start=135), in der ich 4 Wochen 24/7 als Frau gelebt habe. Alle Ärzte und nahezu alle Patienten haben das akzeptiert und mich so behandelt. Die Erfahrung war unglaublich schön und intensiv für mich. Allerdings zeigte es mir auch meine mentalen Grenzen auf. Ich stecke irgendwo zwischen den Geschlechtern und die Gefühle schwanken hin und her. Ich habe das akzeptieren müssen, dass es keine klare Lösung für mich geben wird, auch wenn ich mich deutlich mehr als Frau denn als Mann verstehe. Eigentlich verstehe ich mich gar nicht als Mann. Es bleibt die Erziehung und die Gewöhnung.

Die Suche nach der Gewissheit ist scheinbar erbarmungslos. Es gibt keine Entscheidung und keine Wahl. Oder ist es nur die Angst davor, klare Entscheidungen zu treffen ? Ich weiß es nicht. Ich bin glücklich, mein Frauenleben leben zu können und ich bin sehr froh, dass meine Frau zu mir steht. Allerdings ist das mit den Gesprächen auch bei uns nicht einfach für uns. Die ersten Ansätze sind in den Emotionen "versunken" und so richtig haben wir uns seitdem nicht mehr getraut. Wenn ich Dir hier schreibe, ist das auch eine Art Therapie für mich. Apropos Therapie, ich hatte 4 Sitzungen in der Reha, die mir gut getan haben, da ich frei reden konnte. Seit der Reha bemühe ich mich um einen Therapieplatz, aber in meinem Umfeld bekomme ich erst einen Gruppentermin frühestens im Januar '25. Einzeltherapie, so sinnvoll sie auch wäre, ist einfach nicht zu bekommen.

Ich denke häufig, wenn man die ganze Sache nicht so dramatisch sehen würde, wäre alles kaum der Rede wert. Das Leid entsteht nicht durch die Tatsache an sich, sondern durch den Umgang damit. Diese Erkenntnis hat vieles einfacher gemacht. Wenn Ihr das für Euch zu eigen machen könnt, wäre mMn ein Riesenschritt gemacht. Wer damit anfängt, ist eigentlich egal, Hauptsache, es fängt eine/r an. Ich könnte mir vorstellen, dass damit eine positive Spirale eingeleitet werden kann. Ein wenig Geduld ist sicher auch hilfreich und Rückschläge dürfen gerne hingenommen werden. Ach ja, und noch etwas: mit Humor wird alles leichter. Einfach mal über sich selber lachen ...

"Papa,was ist ein Transvestit?""Eine intelligente Frau" (nein, kein Witz ... ;-) )

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 17:09
von Jade
Hallo Vicky 😊

Dankeschön für deine Offenheit. Ich glaube, dieser Austausch therapiert uns beide 😎 Deine Gedankengänge finde ich interessant und nachvollziehbar. Ich habe auch kurz in die Reha Geschichte geguckt und finde es super das es dir so gut ging dort.

Manchmal ist es aber auch wie verhext mit allem:
Ich habe eine junge Frau (!) kennengelernt und mit ihr zusammen gearbeitet die am ersten Tag in der Firma sagt: ihr könnt euch überlegen ob ihr mich X nennt oder Merle, in Zukunft werde ich Merle sein - das dauert aber noch etwas.
Das war für mich von Anfang an kein Thema. Sie ist mit Merle bei mir gestartet, wir haben uns super verstanden und an dem Tag an dem der "neue Ausweis" (ich glaube das ist die Personenstandsveränderungen gewesen) kam hat sie einen ausgegeben. Irgendwann kam sie mal etwas seltsam bekleidet zum Job, da hab ich sie zur Seite genommen und ihr einen Tipp gegeben und es gab da wirklich in keinster Weise ein Problem mit. Zu Hause sieht das anders aus. Warum auch immer - vielleicht weil das Bild, dass ich von meinem Mann hatte nicht mehr passt? Keine Ahnung.
Jedenfalls hab ich aus den "Gesprächen" mit dir und einigen anderen schon echt was gelernt und Tipps bekommen.
Wir werden sehen, wie gut ich/ wir das umsetzen können, ich halte euch auf dem laufenden.

Jetzt am Wochenende werden wir erstmal in Hildesheim zum Gothic Festival gehen und zumindest dort kann mein Mann öffentlich soviel Rock tragen wir er will und: ich finde das großartig. Den Rest schaffen wir auch noch.

Liebe Grüße
Jade

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 21:28
von Malvine
Jade hat geschrieben: ...Den Rest schaffen wir auch noch.
Hallo Jade,

noch einen kleine Tipp für die Übersichtlichkeit der Beiträge. Wenn du auf einen Beitrag direkt darunter antwortest, brauchst du nicht den ganzen Beitrag zu zitieren - das zieht das ganze nur unnötig in die Länge und macht es unübersichtlich.

Code: Alles auswählen

[quote=Jade post_id=time=1722870590 user_id=18555]
...Den Rest schaffen wir auch noch.
[/quote]
Wenn du dich auf eine bestimmte Textstelle beziehst, kannst du den zitierten Text auf das wichtige einkürzen. Wichtig ist dabei, dass die eckigen Klammern nicht gelöscht werden. Gerade bei Zitaten in Zitaten kann man aber schnell den Überblick verlieren, welche eckigen Klammern für welches Zitat stehen und diese Abgrenzen...

Vorteil vom Zitieren ist allerdings, dass eine Benachrichtigung an den/die Verfassere*in gesendet werden.

Aber mach dir keine Kopf, wenn es nicht funktioniert....am Smartphone oder Tablet ist das leider nicht so komfortabel wie am PC.

LG
Malvine

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 21:48
von Jade
Malvine hat geschrieben: Mo 5. Aug 2024, 21:28
Jade hat geschrieben: ...Den Rest schaffen wir auch noch.
Hallo Jade,

noch einen kleine Tipp für die Übersichtlichkeit der Beiträge. Wenn du auf einen Beitrag direkt darunter antwortest, brauchst du nicht den ganzen Beitrag zu zitieren - das zieht das ganze nur unnötig in die Länge und macht es unübersichtlich.

Code: Alles auswählen

[quote=Jade post_id=time=1722870590 user_id=18555]
...Den Rest schaffen wir auch noch.
[/quote]
[/code

Vorteil vom Zitieren ist allerdings, dass eine Benachrichtigung an den/die Verfassere*in gesendet werden.

Aber mach dir keine Kopf, wenn es nicht funktioniert....am Smartphone oder Tablet ist das leider nicht so komfortabel wie am PC.

LG
Malvine
[/quote]

Hallo Malvine,

Dankeschön für den Hinweis, ich werde ihn beherzigen und etwas mit eurer Technik hier üben 😂😉
Hab noch einen schönen Abend!
Jade

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 22:00
von Anne-Mette
Da ist wohl etwas schief gegangen.
"Code" hat da nichts zu suchen.
Das it ein Missverständnis.
"quote" wie in den bisherigen Beiträgen war schon richtig.

Trotzdem können und sollten natürlich die zitierten Texte sinnvoll, aber drastisch gekürzt werden.

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 22:10
von Juliane
Moin (moin) Jade.

Nur nicht aufgeben beim zitieren. Einfach weiter üben. Selbst ich als "Computer-Blondchen"
hab's irgendwann gerafft wie das funktioniert :lol: .

Notfalls erst einmal mit der Funktion Vorschau, ganz unten, sich sein Machwerk zunächst kritisch
ansehen. Wenn Änderungsbedarf ist dann korrigierst du eben noch einmal. Und wenn alles passt,
dann auf den Button Absenden drücken.

Liebe Grüße, Juliane

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Mo 5. Aug 2024, 22:30
von Anne-Mette
Ich fand es erstmal wichtiger, dass Jade sich thematisch angenommen und gehört fühlt.
Die langen Zitate kann ich bei Gelegenheit kürzen.
Trotzdem wäre natürlich ein Üben angenehm )))(:

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Di 6. Aug 2024, 08:10
von Julia Lacourt
Guten Morgen Jade,
ich finde mich in dieser Diskussion auch unglaublich wieder. Zunächst mal meinen tiefen Respekt, dass Du nach der ersten - nachvollziehbaren - Aufregung reflektierst. Das ihr redet und Du dich interessierst. LGBTQ ist zwar mittlerweile nicht mehr neu, aber noch lange nicht akzeptiert und, wenn es dann in der eigenen Familie mit dem eigenen Partner*in ist, überfordert es gerne. Zumindest ging das bei uns auch so. Bitte behalte die Aussagen von Vicky_Rose im Kopf, dass es (wahrscheinlich) deinem Mann auch so geht. Ich kann das für mich nur bestätigen. Die Gefühle sind, immer noch, unglaublich schwer in Worte zu fassen und oft noch indifferent. Wenn die (geliebte) Partnerin dann Vorwürfe macht oder laut wird, fühlt sich das sehr verletzend an. Ich hoffe, wie Vicky_Rose auch darauf, dass die Welt den Menschen sieht und nicht die Kleidung. Herz und Seele verändern sich nicht, sondern der äußere Ausdruck. Es zurück zu halten, hieße bei mir, nicht mehr ich zu sein. Es vollumfänglich zu zeigen führt auch zu erheblichen Konsequenzen, die nicht vollständig absehbar sind. Dieser Konflikt, die Zerissenheit sorgt für genügend Gefühle die schwer zuzuordnen sind. Eine Partnerin, die das ruhig angeht, die diskutiert und ja, auch mal sagt, das isdt mir zuviel, ist Balsam auf die Seele. Es wird darum gehen, einen Kompromiss zu finden, sich auszudrücken/ selbst zu sein und dem was Du für dich akzeptieren kannst. Ich wünsche euch Kompromisse die ihr beide tragfähig und gut findet und weiterhin eine lange glückliche Beziehung, in der die neuen Anteile eine Bereicherung darstellen.

Den Tip einmal zusammen Wäsche zu kaufen, find eich sehr gut, weil es eine gewisse "Leichtigkeit" bekommt und vielleicht auch mal ein Lacher aufkommt.

Deine Vorgehensweise ist, aus meiner Sicht, ausgesprochen wertvoll für deinen Mann und für dich.
LG Juli

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Di 6. Aug 2024, 09:01
von Jade
Julia Lacourt hat geschrieben: Di 6. Aug 2024, 08:10 Guten Morgen Jade,
ich finde mich in dieser Diskussion auch unglaublich wieder. Zunächst mal meinen tiefen Respekt...

... Dieser Konflikt, die Zerissenheit sorgt für genügend Gefühle die schwer zuzuordnen sind....

Deine Vorgehensweise ist, aus meiner Sicht, ausgesprochen wertvoll für deinen Mann und für dich.
LG Juli

Hallo Juli,

Dankeschön, ich fasse deine Nachricht als Kompliment auf und freue mich sehr darüber. Immer wieder gibt's hier Nachrichten bei denen mir echt das Wasser in die Augen schießt und deine gehört gerade mit dazu.
Im Grunde bin ich in einer glücklichen Position: wir waren noch sehr jung als wir ein Paar wurden und es zeigte sich schnell, das er durchaus gerne Damenbekleidung trägt. Also begleitet uns das Thema schon seit Jahren und ist quasi mit uns gewachsen. Wie das manchmal im Wachstum so ist gibt's Zeiten, da passiert nix und Zeiten, da sprießt es an allen Enden. Wir haben hier gerade letzteres. Und weil ich nicht mit Unkrautvernichtungsmittel arbeiten möchte muß ich mir was überlegen. Dafür sind Nachrichten wie deine wichtig. Nochmal: Danke.

Liebe Grüße
Jade

Re: Ein Gespräch

Verfasst: Di 6. Aug 2024, 19:55
von Julia Lacourt
Hallo Jade,
das war auch als Kompliment gemeint. Ich finde mich in deiner und der Darstellung und der von Vicky_Rose sehr deutlich wieder. Meine Frau und ich haben auch eine über 40-jährige Beziehung und meine Frau war auch erst völlig drüber als sie es erfahren hat. Danach konnte sie 3 Tage nicht arbeiten, weil sie so verwirrt war. Deshalb weiß ich wie wichtig reden ist. In Ruhe und langsam. Es ist auch bei mir ein Prozess, der weiter ging als ich ursprünglich gedacht habe. Ich halte mich für einen sehr aufgeklärten Menschen und doch war das Thema Transgeschlechtlichkeit für mich nur aus Erzählungen aus Brasilien und Thailand präsent. Ich kannte Dragqueens, das war ich aber nie und werde es nie. Dazwischen kannte ich nichts. Nur das Gefühl, das etwas nicht passt und der Wunsch, mich als Frau auszudrücken/-zuleben. Nach einer so langen Beziehung besteht auch der Wunsch diese weiterzuführen. Uns in der neuen Situation zu recht zu finden und ggf. Kompromisse zu schließen. Es gibt zwar mittlerweile einen Punkt über den ich nicht mehr zurückgehen würde, aber dann kämen wir in einem ruhigen sachlichen Gespräch dahin, ohne Vorwürfe, Schreien oder Verletzungen. Die Grenze für einen möglichen Kompromiss könnt ihr nur zusammen finden.

Deshalb mein Respekt, weil es viele Partner gibt, die bei Schreien und weglaufen bleiben. Und einen wunderbaren Menschen zurücklassen.

"Wenn unsere Augen nur Seelen
statt Körper sehen würden
wie unterschiedliche unsere
Ideale der Schönheit wären."

LG Julia
(heute morgen musste ich das noch schnell schreiben, da habe ich das "a" vergessen) :-)