Ich bin nahe bei dem, was Conny geschrieben hat.
conny hat geschrieben: Sa 6. Apr 2024, 20:38
Die Aussagen in dem Artikel beruhen darauf, dass die Autorin etwas geglaubt oder vermutet, und für ihre Meinung einige Einzelbeispiele als Beweis anführt. Diese gibt es natürlich, aber sie reichen natürlich nicht für eine evidenzbasierte trans-Grundsatzdiskussion.
Ist völlig richtig. Aber das ist auch nicht, was die Autorin will, wissenschaftlich basierte Erkenntnisse.
conny hat geschrieben: Sa 6. Apr 2024, 20:38
Bleibt zu hoffen, dass alle Leser des Artikels auch zu dieser Erkenntnis kommen.
Und hier habe ich massive Zweifel.
Hier geht es meines Erachtens nur um Meinungsmache. Nicht durch fachliche Diskussion wie bei Jaddy, Lana und Patricia. Nein, die Autorin Julia Ruhs setzt auf Stimmungen, Ängste, Abwertungen u.a. Ich will versuchen, ein paar Beispiele zu bringen:
- "Ich teile ihren [Alice Schwarzers] Verdacht." Sie formuliert bewusst vage, schafft Unsicherheiten. So nach dem Motto "Da könnte ja was falsch sein." Aber bloß nichts schreiben, auf das man sie festlegen könnte.
- "angeblich trans". Oder "Plötzlich doch nicht mehr trans". Was für Abwertungen! Als ob sie beurteilen könnte, wer trans ist und wer nicht. Oder das zweite Zitat: "Plötzlich ..." Sie nimmt Trans-Menschen nicht erst und tut so, als würden wir von Minute zu Minute unsere Einstellung ändern. Unfassbar.
- "der transitioniert eben". Die nächste Dreistigkeit. Als ob eine Transition eine Bagatelle ist, die frau / man mal eben so ganz nebenbei machen kann. Eine ungeheuerliche Ignoranz gegenüber den körperlichen und psychischen Qualen, die damit realiter einhergehen. Eine Verharmlosung, wie sie im Buche steht.
- "In den vergangenen Jahren explodierten die [Trans-]Zahlen." Sie schürt gezielt Befürchtungen und Ängste, so nach dem Motto "Das könnte ja noch schlimmer werden." Natürlich wie immer ohne Fakten, ohne Zahlen, ohne Perspektiven.
- "Ich dachte, wir wären gesellschaftlich weiter." Das ist die nächste Abwertung. Sie hätte den Satz auch fortführen können "Nur ihr doofen Trans-Leute erkennt das ja nicht." Dazu ist sie natürlich zu geschickt.
- "Manchmal muss man Menschen Steine in den Weg legen, ..., um die Leute vor ihren eigenen falschen Entscheidungen zu schützen." WOW. Jetzt ist der Weg klar. Ihr Weg. Und was falsch ist, ist auch klar. Die Transition. Auch hier nutzt Ruhs wieder ein beliebtes Stilmittel: Sie lässt das, was sie denkt, andere für sich aussprechen. Unangenehm.
- "Ich fürchte, dass sie [Alice Schwarzer] leider ziemlich recht hat." Sie schürt erneut Unsicherheit, indem sie "fürchtet". Alice Schwarzer wurde im Artikel beschrieben als "Radikalfeministin, die Trans-Menschen ausschließt". Na prima, wenn so eine Haltung nach Meinung der Autorin richtig ist.
Mir ist dieser Artikel in FOCUS online zutiefst zuwider. SO wird Stimmung gemacht, so werden Meinungen gemacht. Leider.
Liebe Conny, diesmal hoffe ich, dass möglichst viele Menschen merken, was da gemacht wird und wie es gemacht wird. Vielleicht verliert der FOCUS dann mal den einen / die andere LeserIn.
Liebe Grüße, missy