Anne-Mette hat geschrieben: Mo 24. Okt 2022, 11:23
so ein Automat kann draußen im Flur hängen; dann können sich alle diejenigen (d/m/w) bedienen, die es nötig haben.
Neben den Wickeltischen, die für alle zugänglich sind, die sie benötigen. Ach, die gibt's nicht? Sowas.
Zur Finanzierung hätte ich ein paar Sparvorschläge an anderer Stelle:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 7e783.html
Mal ehrlich: Das ist eine völlig überzogene Diskussion angesichts der realen Kosten und Aufwände. Jeder Stahlbügel auf ner Parkbank, der Obdachlose am liegen hindern soll kostet mehr als das. Die Betriebskosten jedes Springbrunnens oder jeder Grünflächenbewässerung in der Stadt würden mühelos eine komplette öffentliche Tampon/Binden-Versorgung in allen städtischen Amtstoiletten abdecken.
Also worüber wird sich hier aufgeregt? Sicher nicht, dass genau diese Euros an anderer Stelle fehlen. Das ist der Kekskrümel auf dem Teppich, aber nicht das umgekippte Tortenbuffet zwei Meter weiter.
Ich denke,
haters gonna hate. Es geht nicht um Geld, sondern eher, dass sich genau die Mehrheit, die gewohnt war, bei jedem Thema im Mittelpunkt zu stehen, mal nicht betroffen ist. Immer diese Minderheiten. Dauernd müssen wir uns um diese paar Prozente kümmern, aber wo bleiben wir! Uns geht es doch sooo schlecht. Alles was diesen Minderheiten gegeben wird, kriegen ja wir nicht. Alles geht bergab. An uns denkt keiner(1) mehr.
Dabei ist der Weg von der privilegierten Mehrheit (hier,
diese Liste (PDF) z.B.) von einer betroffenen Minderheit manchmal schnell.
Als Mann mit Kleinkind wickeln? - Wickeltische in der "D"-Toilette.
Fuss gebrochen? - Erstaunlich, wie viele Stufen und Treppen es so gibt.
Job weg? Krankheit? Pflegebedürftig (oder Angehörige) - Das war's dann mit Häuschen, zwei Autos, zwei Urlaube.
Und nicht zu vergessen: Wir alle hier sind durch unser "Hobby" (für viele ist es viel mehr als das) auf die Tolerant der Mehrheit angewiesen. Macht euch da keine Illusion: Die meisten Leute "draussen", die gegen "Wokeness" und Tamponspender ranten, die wollen "uns" allesamt nicht in ihrem Umfeld haben. Egal ob Crossdressende, TV, trans, nichtbinär. Für die meisten sollten "wir" am besten nicht mal existieren. Dann wäre ihre Welt so viel einfacher...
Wenn sie bei einer Begegnung nicht schimpfen, anspucken, zuschlagen, dann eher, weil sie Konsequenzen fürchten. Nicht aus Einsicht in die Vorteile einer vielfältigen, pluralistischen Gesellschaft. Aber diese Schutzzäune bröckeln gerade. Siehe die Hass- und Hetzkampagnen gegen alles, was nicht hetero, cis, binär, weiss oder "nicht von hier" ist, bzw zu sein scheint.
Ich weiss nicht, ob das allen hier klar ist: Jeder einzelne Angriff, Artikel, blöder Spruch oder was auch immer gegen irgendeinen Buchstaben der LGBTQIA+-Suppe geht auch gegen uns alle hier. Das Feindbild der "anti-Gender" Kampagnen, das sind wir alle. Insbesondere aber crossdressende Männer draussen. Die prototypischen "Männer im Kleid auf der Frauentoilette" - oder der "Damenumkleide" beim shoppen.
Der Schritt von der privilegierten Mehrheit zur betroffenen Minderheit geht manchmal schnell. So schnell wie ein Faustschlag in der "falschen Toilette".
(1) Absicht. Klar, oder?