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Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Fr 17. Feb 2023, 21:19
von Blossom
Olenka hat geschrieben: Fr 17. Feb 2023, 17:23
Eine Toilette für alle finde ich zu wenig, ich wünsche mir viele Toiletten für alle.
Schön zu sehen, dass hier jemand Humor hat ... Danke fürs Schmunzeln.
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Mi 1. Mär 2023, 14:04
von Julia 84
Früher in der Disco war das doch völlig normal das die Mädels das Männer Klo mit besetzt haben die wenigen Male wo ich es umgekehrt gesehen habe war bei einem ACDC Konzert und und diverse Landwirtschaftliche Fach veranstaltungen da waren allerdings die Frauen höchstens im Promille Bereich Zählbar viele Frauen haben damit ja ihre Probleme bei den Männern ist es gefühlt 90% egal
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Mi 1. Mär 2023, 18:05
von Bianca D.
Moin,
entgegen dem allgemeinen Tenor hier in diesem Thread, bin ich froh, daß in der Mehrzahl noch getrennte WC- Räume anzutreffen sind.
betty123 hat geschrieben: So 27. Nov 2022, 17:48
in der Bahn ist es doch auch selbstverständlich.
Das kann man ja nicht vergleichen. Im Flieger oder Zug ist das WC ein abgeschlossener Raum, im Gegensatz zu den üblichen Gegebenheiten in Kneipen,Restaurants oder Autobahnraststätten.
Mal ne Frage am Rande: " Wozu soll das überhaupt gut sein? Bringt das einen sittlichen Mehrwert?" Mir jedenfalls nicht.
LG Bianca
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Fr 3. Mär 2023, 06:36
von betty123
ebenfalls Moin,
Bianca D. hat geschrieben: Mi 1. Mär 2023, 18:05
Moin,
entgegen dem allgemeinen Tenor hier in diesem Thread, bin ich froh, daß in der Mehrzahl noch getrennte WC- Räume anzutreffen sind.
betty123 hat geschrieben: So 27. Nov 2022, 17:48
in der Bahn ist es doch auch selbstverständlich.
Das kann man ja nicht vergleichen. Im Flieger oder Zug ist das WC ein abgeschlossener Raum, im Gegensatz zu den üblichen Gegebenheiten in Kneipen,Restaurants oder Autobahnraststätten.
Mal ne Frage am Rande: " Wozu soll das überhaupt gut sein? Bringt das einen sittlichen Mehrwert?" Mir jedenfalls nicht.
LG Bianca
Ich Frage mich das in die andere Richtung warum hat man überhaupt mit 2 Kategorien von Toiletten begonnen und passt das noch in unsere Zeit.
Warum sind beispielsweise Pissoir nicht auch in Einzelkabinen dann gäbe es doch keinen driftigen Grund dafür einen eigenen Raum zu verschwenden.
Mein Frau wurde einmal diskriminiert da der Arbeitgeber keine Frauentoilette wegen einer einzigen Frau bauen wollte. Wo ist jetzt der Grund für zwei Kategorien.
Weitere Frage bei passing Problemen hättest du dann Probleme mit einer falschen Person in "deinem" Bereich.
LG Betty
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Fr 3. Mär 2023, 11:36
von Jaddy
betty123 hat geschrieben: Fr 3. Mär 2023, 06:36
Ich Frage mich das in die andere Richtung warum hat man überhaupt mit 2 Kategorien von Toiletten begonnen und passt das noch in unsere Zeit.
Warum sind beispielsweise Pissoir nicht auch in Einzelkabinen dann gäbe es doch keinen driftigen Grund dafür einen eigenen Raum zu verschwenden.
Also ganz historisch wurden überhaupt erst mal Toiletten für Frauen im späten 19ten Jahrhundert gebaut. In den Städten, in denen vorher höchstens öffentliche Toiletten für Männer existierten. Frauen gehörten nicht in öffentliche Räume, also brauchte es auch keine Toiletten. Googelt mal den Begriff
urinary leash. Habe ich erst letztens gelernt beim
Vagina Museum in
diesem Post.
Die erste Trennung war mit Sicherheit aus Gründen der "Sittlichkeit". Männchen und Weibchen streng getrennt, damit es nicht zu unzüchtigen Begegnungen kommt.
Das steckt vielen vermutlich auch immer noch so im Kleinhirn. Alles körperliche wird binär getrennt, egal ob sinnvoll oder nicht. Inzwischen ist meines Wissens aber auch der Gedanke Schutzraum zu der Denke hinzugekommen. Sprich: Um ungewollte Belästigung zu unterbinden.
Verständlich, leider, aber eigentlich ein workaround, der sich aus dem meist ungünstigen Design von Toiletten ergibt - übrigens analog zu binär getrennten Massenumkleiden.
Die meisten Toilettenanlagen sind abgelegen, tw im Keller oder in verwinkelten Gängen (Gaststätten...). Alleine die Wege bis dahin sind mE vielfach gruselig. Die Räume selbst meist eng und mit nur einem Ein/Ausgang und einer Tür. Einmal drin ist eins einer bedrohlichen Person am Eingang ziemlich ausgeliefert. Bei Andrang kommen sich die Menschen ziemlich nahe und ins Gehege. "Zufällige" Berührungen im Waschbereich...
Dabei wäre es am einfachsten, Toilettenanlagen mit mindestens zwei breiten Zugängen zu machen. Breite Einzelkabinen, in denen vielleicht sogar Handwaschbecken integriert sind. Da gibt es
interessante Ideen, die in anderen Ländern (
Japan) schon häufig sind. Ginge für die Pissoirs sicher auch. Brächte insgesamt mehr Platz und sogar vereinfachte Installation.
Dann werden die Kabinen schön gekennzeichnet mit dem was dort installiert ist...
toiletten_für_alle_kl.jpg
... und nicht irgendwelchen binären Geschlechtssymbolen.
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Fr 3. Mär 2023, 12:03
von ExUserIn-2026-01-22
Bianca D. hat geschrieben: Mi 1. Mär 2023, 18:05
entgegen dem allgemeinen Tenor hier in diesem Thread, bin ich froh, daß in der Mehrzahl noch getrennte WC- Räume anzutreffen sind.
Ich sehe das wie Bianca. Das Konzept von Unisex-Toiletten oder "Eine-für-alle" mag für uns Trans*Personen akzeptabel sein, aber die breite Öffentlichkeit möchte getrennte Toiletten - in meinem Umfeld könnte sich niemand mit Unisex-Toiletten anfreunden. Hier möchte jede*r brav auf getrennte Toiletten gehen und auch ich finde dieses gängig Konzept gut.
Jennifer
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Fr 3. Mär 2023, 12:17
von Heike-Simone
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Fr 3. Mär 2023, 13:08
von Jaddy
Lady Jennifer hat geschrieben: Fr 3. Mär 2023, 12:03
[...] die breite Öffentlichkeit möchte getrennte Toiletten - in meinem Umfeld könnte sich niemand mit Unisex-Toiletten anfreunden. Hier möchte jede*r brav auf getrennte Toiletten gehen und auch ich finde dieses gängig Konzept gut.
Ich vermute, dass
gute gemachte gemeinsame Toiletten eine ganz andere Sache sind. Eben nicht die engen Gänge, irgendwo abgelegen, kalt udn ungemütlich, sondern angenehm zugänglich und ein gutes Gefühl vermittelnd.
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Fr 3. Mär 2023, 13:18
von Lavendellöwin
Hmmm,
irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das sich manche hier über die Dusche oder Toilette auf die sie gehen definieren..
muss ich das irgendwie legitimieren das ich mal muss?
Ich bin versucht zu sagen, das das völlig fürn Ar... ist
Alles Liebe Marie

Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 02:21
von Kerstin
Ich kacke also bin ich

Allmächd
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 21:31
von Michi
Jaddy hat geschrieben: Fr 3. Mär 2023, 11:36
Also ganz historisch wurden überhaupt erst mal Toiletten für Frauen im späten 19ten Jahrhundert gebaut. In den Städten, in denen vorher höchstens öffentliche Toiletten für Männer existierten. Frauen gehörten nicht in öffentliche Räume, also brauchte es auch keine Toiletten. Googelt mal den Begriff
urinary leash. Habe ich erst letztens gelernt beim
Vagina Museum in
diesem Post.
Die Frau vom Patriarchat ans Klo angeleint ... das ist ja mal wieder schön monokausal und bestätigt genau das vorgefertigte Feindbild.
Was wohl näher an die Wahrheit heran kommt:
Bei Frauen waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts sogenannte Brunzhosen üblich. Mit denen konnten sie überall problemlos breitbeinig stehend urinieren, was dank der bodenlangen Kleider auch nicht weiter auffiel.
Die Pissoirs wurden eingeführt, weil das Urinieren an Gebäude zum Ärgernis geworden war. (Das schafften ja wohl nur die Männer.)
Aber das ist als Erklärung natürlich nicht so spektakulär.

Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 21:37
von Michi
EmmiMarie hat geschrieben: Fr 3. Mär 2023, 13:18
irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das sich manche hier über die Dusche oder Toilette auf die sie gehen definieren..
muss ich das irgendwie legitimieren das ich mal muss?
Ich bin versucht zu sagen, das das völlig fürn Ar... ist
Gefühle können täuschen, und entsprechend falsch sind die daraus gezogenen Schlüsse.
Ich kann zwar nur für mich sprechen, doch wenn ich deutlich erkennbar als Frau unterwegs bin, will ich ganz sicher nicht zu Männern gehen. Ich habe keinen Bedarf auf verbale und evtl. auch körperliche Angriffe, die wegen des defizitären Zustands unserer Gesellschaft unweigerlich drohen!
Für'n Ar... finde ich nur diverse Unterstellungen, sei es die mit den Vergewaltigungsabsichten oder eine Selbstdefinition-by-Klotür.

Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 22:48
von Lavendellöwin
MichiWell hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 21:37
Gefühle können täuschen, und entsprechend falsch sind die daraus gezogenen Schlüsse
Mhm...
nur das einem Argument ohne Gefühl leider die Hälfte fehlt und viele Argumente nicht mal ansatzweise
einen Sinn haben..das weisst du ja aber.
Ich war in 45 von 195 Ländern und oft gibt es gar kein Konzept für getrennte Toiletten oder
und das finde ich wirklich gut, diese Toiletten an machen Rastplätzen in der Schweiz.
Breite Türen und für alle Personen gut...
und wie ist es wenn es gar keine Toilette in der Nähe gibt? Was machst du denn dann wenn du
in einem weiblichen Outfit steckst? Oder die anderen die sich hier so viel Gedanken drüber machen?
In einer Kneipe ist noch eine ganz andere Nummer wie auf einem schmalen Weg wo viele Wanderer unterwegs
sind, auf einem Trek zum Annapurna Basislager oder in einer ähnlichen Situationen.
Da gibt es keine Privatsphäre..trotzdem wat mut dat mut.
Alles Liebe Marie
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 22:54
von Michi
EmmiMarie hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 22:48
nur das einem Argument ohne Gefühl leider die Hälfte fehlt und viele Argumente nicht mal ansatzweise
einen Sinn haben..das weisst du ja aber.
Auch wenn immer wieder versucht wird, Argumente und Gefühle irgendwie auf eine Stufe zu stellen, oder die Sinnhaftigkeit von Argumenten (also die tatsächlichen und nicht die gefühlten) in Frage zu stellen, wird es dadurch kein bisschen richtiger.
Ein Argument zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es nicht auf Gefühlen basiert, sondern auf Fakten.
Re: Eine Toilette für alle, warum nicht?
Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 23:03
von triona
MichiWell hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 21:31
Was wohl näher an die Wahrheit heran kommt:
Bei Frauen waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts sogenannte Brunzhosen üblich. Mit denen konnten sie überall problemlos breitbeinig stehend urinieren, was dank der bodenlangen Kleider auch nicht weiter auffiel.
Das denke ich auch mal.
Unterhosen sind sowieso eine recht neue Erfindung. Davor trug Frau unter den langen und weiten Röcken meist gar nichts - oder wenn es kälter war - eben einen oder mehrere Unterröcke. Als gelegentliche Trachtenträgerin weiß das. Und daher weiß ich auch, daß man damit weniger friert, als mit der meist enger anliegenden heutigen Kleidung. Die Zahl der Unterröcke waren in vielen Gegenden, in denen Bauern einen gewissen Wohlstand genießen konnten, sogar ein bedeutendes Statussymbol. Dies wurde bei Hochzeiten zusammen mit der übrigen Aussteuer der Braut oft sogar öffentlich zur Schau gestellt.
Die bekannte Szene der Zeugung des Oskar Matzerath auf einem Kartoffelacker in der
"Blechtrommel" hat sich Günter Grass schließlich nicht aus den Fingern gesaugt, genau so wenig wie Patrick Süskind in
"Das Parfüm" die Szene mit der Geburt des Jean-Baptiste Grenouille auf einem Fischmarkt mitten in Paris. Auch wenn das beides fiktive Romane sind, so fußen diese Szenen doch auf realen Zuständen in früheren Zeiten.
Das mit den nicht vorhandenen Unterhosen galt wohl auch für die Mehrzahl der Männer. Sogenannte Schamkapseln und ähnliches Luxuszubehör zur Kleidung konnten sich nur Adlige und reiche Leute leisten. Und eben diese durften auch mit ihrer Ausstattung öffentlich prahlen. Frauen hingegen hatten "sittsam" zu sein.
Die hygienischen Zustände in den Städten mit ihren offenen Rinnsteinen - meist in der Mitte der Gassen - und fehlender Kanalisation waren im Mittelalter und bis in jüngere Zeit sowieso meist verheerend. Der allgemeine Geruch war wohl auch meistens dementsprechend. Auch Rattenplagen und Seuchengefahr waren daher eine allgegenwärtige Gefahr in Städten.
Und auf dem Land hat das wahrscheinlich eher niemand so sehr interessiert. Da war die Bevölkerungsdichte meist auch nicht sehr hoch. Und Misthäufen vor jedem Haus in Dörfern und Ackerbürgerstädtchen waren dort auch allgegenwärtig. Letzteres war in manchen Gegenden Deutschlands oft noch bis in die Mitte des 20. Jh so. Ich habe das selbst noch erlebt. Toiletten in jedem Haus, Abwasserkanalisation und eben auch Unterhosen waren da allerdings schon längere Zeit üblich.

Und nach Geschlechtern getrennte Toiletten in Gaststätten und öffentlichen Einrichtungen ebenso.
liebe grüße
triona