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Re: Drei Transfrauen von Männer- in Frauen-Haft verlegt

Verfasst: Sa 3. Sep 2022, 12:46
von Mary
Meine Bemerkung hat nichts mit Spießbürgertum oder sozialen Rändern zu tun, Tira. Wir müssen uns auch nicht darüber auseinandersetzen,wer von uns da einen besseren Einblick hat. Dennoch wird sich das Gefüge in einem Strafvollzug sicher sehr von den Lebenswirklichkeiten unterscheiden, mit denen wir sonst so zu tun haben.

Aber egal. Wir werden die Frage hier sowieso nicht beantworten können. :)

Re: Drei Transfrauen von Männer- in Frauen-Haft verlegt

Verfasst: Mo 5. Sep 2022, 16:25
von Karla
Aus dem Artikel:

"Nach den Angaben gibt es in den sieben Berliner Gefängnissen nur wenige trans- oder intergeschlechtliche Häftlinge. Im Frauenvollzug lag die höchste Anzahl bislang bei sechs, im Männervollzug bei fünf."

Das deckt sich ziemlich mit den älteren Angaben, die durch eine Anfrage der Linken bekannt wurden:
http://transundhaft.blogsport.de/images ... nHaft2.pdf
Ab S.82 geht es um die Anfragen der Grünen und Linken:
S. 89/90:
11. Wie viele Transsexuelle/Trans*Menschen waren insgesamt 2014, 2015,
2016 im Berliner Strafvollzug inhaftiert? Wie viele waren es in den letzten
10 Jahren?

Zu 11.: Hierzu gibt es keine statistische Erhebung. Der Erinnerung nach liegt
die Fallzahl bezogen auf die letzten 10 Jahre im einstelligen Bereich.

...und das in der Regenbogenhauptstadt Berlin!
...so viel zu den angeblich vergewaltigenden Trans-Frauen, vor denen die TERFs immer warnen!

(Der Ratgeber ist auch für UnterstützerInnen geschrieben und eigentlich für alle Menschen nützlich, ob selbst trans oder nicht)

Gewalt: ein leider uraltes Thema!
In den 70er Jahren hat mie eine ältere Dame in Hannover in der Bahnhofsmission erzählt, daß sie in den wilden 30er Jahren in Berlin die Hand IM Schlüsselbund in der Manteltasche hatte: Zwischen je 2 Fingern ein möglichst großer Schlüssel... - wenn der Bart in nem Nasenloch oder Auge hängenbleibt, dann hat das Wirkung!
...ob sie durch die dadurch ausgestrahlte Selbstsicherheit immer heil nach Hause gekommen ist?

Die Faust im Gesicht aus heiterem Himmel hatte ich damals schon hinter mir - ich hatte wohl nur das Glück, daß das kein richtig austrainierter Schläger war.

Malte C. hat getan, was frau von nem anständigen Kerl erwartet, und leider mit dem Leben dafür bezahlt. Ich KÖNNTE nicht nur heulen, sondern gebe Tränen zu!
Ausnahmsweise stimme ich Wally zu: Einen trans Mann würde ICH nicht zu den schweren Jungs stecken, wenn er nicht darauf besteht!

Vergewaltigung: nicht mal ein Turmspringer wie Jan Hempel blieb davon verschont, eine trans Frau mit HET im Männerknast ist sicher stark gefährdet!

MIT-Sprache heißt jedoch sicher auch: wer sich im Frauenknast danebenbenimmt, darf sehen, wie m/w/d bei den Jungs durchkommt!

LG Karla

Re: Drei Transfrauen von Männer- in Frauen-Haft verlegt

Verfasst: Mo 5. Sep 2022, 16:44
von Anne-Mette
Karla hat geschrieben: Mo 5. Sep 2022, 16:25 Gewalt: ein leider uraltes Thema!
trotzdem kannst du bitte beim Ursprungsthema (zur Erinnerung: Drei Transfrauen von Männer- in Frauen-Haft verlegt) bleiben.
wer sich im Frauenknast danebenbenimmt, darf sehen, wie m/w/d bei den Jungs durchkommt!
Das schreit doch nach einer Bewerbung bei diesen Vorkenntnissen: https://www.berlin.de/karriereportal/be ... lt/justiz/

Re: Drei Transfrauen von Männer- in Frauen-Haft verlegt

Verfasst: Mo 5. Sep 2022, 16:54
von Mary
Danke, Anne-Mette. Ich habe versucht das, sicherlich schwierige, Thema sachlich anzugehen. Hörensagen hilft da nicht. Im Vollzug ist sicherlich, wenn eine nicht-binäre Person dies wünscht, entsprechendes Fingerspitzengefühl gefragt. Grundsätzlich dürfen wir aber davon ausgeht, dass die meisten Inhaftierten wichtigeres zu tun haben als andere Inhaftierte zu vergewaltigen.

Ich habe im Übrigen nie behaupten wollen, dass Transfrauen potentielle Vergewaltigerinnen wären. Habe nur gesagt, dass das aufgeworfene Szenario auch anders herum funktioniert.

Re: Drei Transfrauen von Männer- in Frauen-Haft verlegt

Verfasst: Mo 5. Sep 2022, 17:09
von Anne-Mette
Es ist und bleibt sicherlich eine sehr komplizierte Angelegenheit; ganz egal, in welcher Einrichtung der Strafvollzug abläuft.
Für "Menschen in Transition" besteht neben den angeordneten Maßnahmen erhöhter Beratungs- und Betreuungsbedarf.
In wie weit Übergriffe und gar Vergewaltigungen zu Lasten dieser Menschen vermieden werden können, kann ich nicht beurteilen - auch nicht, ob es zu Vergewaltigungen durch diese Insassen kommen kann.
Es ist allerdings festzustellen, dass auch Männer vergewaltigt werden können.

"Transsexualität in Strafvollzugseinrichtungen" kommt auch als Thema in der Beratung vor.
Allerdings ist es im Bereich der ehrenamtlichen Beratung schwierig, helfen zu können; denn einige relevante Maßnahmen des Strafvollzuges stehen für die Einrichtung über der "Hilfe bei Transsexualität".