Re: Dirigent Waleri Gergijew: Münchner OB setzt Putin-Freund ein Ultimatum
Verfasst: Sa 26. Feb 2022, 12:40
Hallo ihr Lieben,
aus dem sonnigen, endlich wieder sonnigen und ruhigen, Norden.
Wenn man eine Nachricht so beginnt klingt es angesichts der Bilder und Nachrichten aus der Ukraine falsch und unangebracht von Sonne und Ruhe zu sprechen.
Ich habe die Nachrichten um Waleri Gergijew ehrlich gesagt nur am Rande verfolgt und bin jetzt erst in das Thema eingestiegen.
Das Thema berührt einen Prozess, der sich in den letzten Jahren mehr und mehr in den Vordergrund geschoben hat. Fast jedes Ereignis wird in einer längst eng zusammengewachsenen Welt auf Vereinbarkeit mit zumeist westlichen Werten abgeklopft und bewertet. Aussagen, dass Sport oder Kultur als unpolitisch zu gelten haben, sind zunehmend schwieriger aufrecht zu halten.
Es ist ein Prozess, der von allen Akteuren in zunehmendem Maße bei immer mehr Dingen eine Positionierung verlangt. Das in einer Welt, deren Zusammenhänge und Abhängigkeiten manchmal nur noch schwer zu durchschauen sind. In einer Zeit, in der wir uns wünschen würden, Dinge schwarz oder weiss unterscheiden zu können, als gut oder schlecht einordnen zu können, gelingt genau das immer schlechter. Trifft man für sich eine Entscheidung tut sich schnell eine Konsequenz auf, die genau diese Entscheidung in Frage stellt. Die genaue Abwägung ist schwierig und langwierig.
Genau die Langwierigkeit einer vernünftigen Entscheidung ist heute kaum noch gegeben. Dazu ist alles zu schnell geworden. Die enorme Geschwindigkeit in der sich Prozesse abspielen fordert und überfordert oft.
Es werden in immer kürzeren Abständen von uns definitive Statements gefordert und auch wir fordern diese ein. Sei es in der jüngsten Vergangenheit die Olympiade in China, sei es aktuell die Ukraine Krise.
Der aktuelle Fall berührt verschiedene Aspekte, die man glaube ich getrost auch allgemein anwenden darf.
Müssen wir nicht sogar erwarten das Menschen anderer Meinung sind als wir und was sagt es über uns und unsere Haltung aus, wenn wir diese Menschen verurteilen?
Sind unsere eigenen Werte so unantastbar, das wir von anderen genau die Einhaltung dieser Werte verlangen dürfen?
Wo ziehen wir die Grenze zwischen erlaubt und nicht erlaubt?
Letztlich kann jeder von uns diese Fragen nur für sich selbst beantworten. Es gibt keine universelle Wahrheit. Der Mensch lebt seit der Steinzeit von Vor- und Urteilen, Dingen schnell beurteilen zu können und zu wollen. Das hat uns damals das überleben gesichert.
Heute bestimmt es über unser Zusammenleben.
Behaltet eure vielfältigen Meinungen, geht gut mit denen um, die anderer Meinung sind. Aber zeigt eine klare und harte Meinung zum Unrecht.
Jede für sich.
Trotz aller schlimmen Nachrichten,
ganz liebe Grüße aus dem Norden
Belinda
P.S. Zum Fall Waleri Gergijew: Es wäre wünschenswert, dass er gegen Putin ehrlich Stellung bezieht. Verlangen darf man es nicht. Was wäre gewonnen wenn jemand nur unter Zwang seine Meinung sagt?
aus dem sonnigen, endlich wieder sonnigen und ruhigen, Norden.
Wenn man eine Nachricht so beginnt klingt es angesichts der Bilder und Nachrichten aus der Ukraine falsch und unangebracht von Sonne und Ruhe zu sprechen.
Ich habe die Nachrichten um Waleri Gergijew ehrlich gesagt nur am Rande verfolgt und bin jetzt erst in das Thema eingestiegen.
Das Thema berührt einen Prozess, der sich in den letzten Jahren mehr und mehr in den Vordergrund geschoben hat. Fast jedes Ereignis wird in einer längst eng zusammengewachsenen Welt auf Vereinbarkeit mit zumeist westlichen Werten abgeklopft und bewertet. Aussagen, dass Sport oder Kultur als unpolitisch zu gelten haben, sind zunehmend schwieriger aufrecht zu halten.
Es ist ein Prozess, der von allen Akteuren in zunehmendem Maße bei immer mehr Dingen eine Positionierung verlangt. Das in einer Welt, deren Zusammenhänge und Abhängigkeiten manchmal nur noch schwer zu durchschauen sind. In einer Zeit, in der wir uns wünschen würden, Dinge schwarz oder weiss unterscheiden zu können, als gut oder schlecht einordnen zu können, gelingt genau das immer schlechter. Trifft man für sich eine Entscheidung tut sich schnell eine Konsequenz auf, die genau diese Entscheidung in Frage stellt. Die genaue Abwägung ist schwierig und langwierig.
Genau die Langwierigkeit einer vernünftigen Entscheidung ist heute kaum noch gegeben. Dazu ist alles zu schnell geworden. Die enorme Geschwindigkeit in der sich Prozesse abspielen fordert und überfordert oft.
Es werden in immer kürzeren Abständen von uns definitive Statements gefordert und auch wir fordern diese ein. Sei es in der jüngsten Vergangenheit die Olympiade in China, sei es aktuell die Ukraine Krise.
Der aktuelle Fall berührt verschiedene Aspekte, die man glaube ich getrost auch allgemein anwenden darf.
Müssen wir nicht sogar erwarten das Menschen anderer Meinung sind als wir und was sagt es über uns und unsere Haltung aus, wenn wir diese Menschen verurteilen?
Sind unsere eigenen Werte so unantastbar, das wir von anderen genau die Einhaltung dieser Werte verlangen dürfen?
Wo ziehen wir die Grenze zwischen erlaubt und nicht erlaubt?
Letztlich kann jeder von uns diese Fragen nur für sich selbst beantworten. Es gibt keine universelle Wahrheit. Der Mensch lebt seit der Steinzeit von Vor- und Urteilen, Dingen schnell beurteilen zu können und zu wollen. Das hat uns damals das überleben gesichert.
Heute bestimmt es über unser Zusammenleben.
Behaltet eure vielfältigen Meinungen, geht gut mit denen um, die anderer Meinung sind. Aber zeigt eine klare und harte Meinung zum Unrecht.
Jede für sich.
Trotz aller schlimmen Nachrichten,
ganz liebe Grüße aus dem Norden
Belinda
P.S. Zum Fall Waleri Gergijew: Es wäre wünschenswert, dass er gegen Putin ehrlich Stellung bezieht. Verlangen darf man es nicht. Was wäre gewonnen wenn jemand nur unter Zwang seine Meinung sagt?