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Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Di 5. Okt 2021, 22:27
von Blossom
MiriamR hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 22:22 War ich wieder so uneindeutig?
Nach nochmaligem Lesen weniger ... Sorry. Ich sollte mich augenblicklich besser nicht mit derartigen Themen befassen. Du weißt ja, dass ich gerade etwas neben mir stehe.

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Di 5. Okt 2021, 22:31
von MiriamR
Blossom hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 22:27 Du weißt ja, dass ich gerade etwas neben mir stehe.
Alles gut, hab Dich dennoch lieb.....

weibliche Grüße )))(:

Miriam

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Mi 6. Okt 2021, 03:16
von Lina
MiriamR hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 22:16
Lina hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 22:05 Wikipedia ist keine Redaktion, keine Enzyklopädie mit einem Redaktions-Team, kein team von Autoren.
Das ist nicht ganz Richtig.
Artikel bei Wikipedia lassen sich von vielen Menschen bearbeiten oder überarbeiten und ergänzen. Man kann sogar neue Artikel eigenständig erstellen. Allerdings sollte man dann Wissen wovon man redet. Denn es gibt genügend Menschen die diese Artikel korrektur lesen. Und die nehmen das ganze sehr ernst.
Also, es gibt eine Redaktion und es gibt diverse Autoren.

Ergo, lässt sich das auch zitieren....

weibliche Grüße )))(:

Miriam
Ja, wo du gerade Medienkompetenz erwähnt hattest, kam so was ... es nervt einfach mich ständig hören zu müssen, dass das eine oder andere so-und-so ist, weil irgendjemand es in Wikipedia veröffentlicht hat.

Es ist schon schlimm genug, was komplett ungeprüft von professionellen Medien enfach abgeschrieben wird und weiter gegeben. Selbst welche, die sich total seriös geben, wie neulich das Redaktionsnetzwerk Deutschlands - www.rnd.de - wo die inzwischen weit verbreitete Lüge über die 83%ige Covid-19 Impfquote in Dänemark weiter verbreitet wurde. (Vor wenigen Tagen von Karl L. auf 85% erhöht - real hat man heute gerade 74% überscritten. Siehe www.ssi.dk ).

Nicht mal eine E-Mail an den Chefredakteur zu dem Thema wurde beantwortet - das sagt wohl, wie wictig es einigen, die man tatsächlich identifizieren kann, ist korrekte Information weiter zu geben. Und es ist mir unbegreiflich, dass es immer noch Leute gibt, die irgendwas glauben, was sie nicht mindestens durch eine weitere unabhängige Quelle verifiziert haben.

...

Und um zum Thema - Koalitionsverhandlungen zurück zu kehren: Wie sollten die zwei größten Parteien überhaupt eine Einigkeit finden? Es reicht ja nicht, dass sie zusammen numerisch die Größten sind. Sie müssen ja wie alle andere eine Einigkeit finden. Wenn diese aussehen sollte, wie bisher, kann man ja vermuten, dass sie auch weiter "Land" verlieren, wie bisher. Mögliicherweise eine progressive Tendenz, weil Probleme, wie die Covid-19 Epidemie z.B. - sich nicht von selbst lösen wird, und das mangelnde Vertrauen seitens der Bevölkerung ist auch ein Problem, das sich weder von selbst noch durch Einschränkungen in der Meinungs- und Äußerungsfreiheit lösen wird.

Ich wüsste auch nicht was undemokratisch daran sein sollte, wenn einige der Volksgewählten - auch in den großen Parteien - dies inzwischen eingesehen haben.

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Mi 6. Okt 2021, 07:55
von Blossom
Lina hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 03:16 Es ist schon schlimm genug, was komplett ungeprüft von professionellen Medien enfach abgeschrieben wird und weiter gegeben.
Deine Verärgerung darüber in allen Ehren, nur musst du mir deswegen nicht ans Bein pinkeln und meine Medienkompetenz anzweifeln.

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Mi 6. Okt 2021, 13:23
von Lavendellöwin
Lina hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 03:16 Es ist schon schlimm genug, was komplett ungeprüft von professionellen Medien enfach abgeschrieben wird und weiter gegeben. Selbst welche, die sich total seriös geben, wie neulich das Redaktionsnetzwerk Deutschlands - www.rnd.de - wo die inzwischen weit verbreitete Lüge über die 83%ige Covid-19 Impfquote in Dänemark weiter verbreitet wurde. (Vor wenigen Tagen von Karl L. auf 85% erhöht - real hat man heute gerade 74% überscritten. Siehe www.ssi.dk ).
Liebe Lina...

und wieviele Quellen hast du dafür verglichen?

In den meisten Quellen, Zeitungen und sonstigen Medien steht das damit 85% der Impfberechtigten
in Dänemark gemeint sind, was dann eben 73 oder 74% der Gesamtbevölkerung entspricht.
Das muss aber halt auch dazu gesagt werden. Also ist das nicht gelogen sondern die entscheidende
Info verschlappt, vergessen oder sonst was...
die überwiegende Mehrheit aller Medien stellt es korrekt dar.
Lina hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 03:16 Ja, wo du gerade Medienkompetenz erwähnt hattest, kam so was ... es nervt einfach mich ständig hören zu müssen, dass das eine oder andere so-und-so ist, weil irgendjemand es in Wikipedia veröffentlicht hat.
Irgendjemand veröffentlich was-seltsame Überraschung!
Ist die erste Veröffentlichung eines unbekannten HiWis mit Namen im Fachumfeld und mit Quellenangaben
besser, wie wenn er/sie diese unter den gleichen Voraussetzungen, aber unter Nickname in Wikipedia stellt?
Ich glaube nicht...
Ausserdem werden Autoren in Wikipedia durchaus überprüft, es gibt Auszeichungen für eine besonders gute Arbeit
und Artikel..es gibt Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Wikiartikeln, Weblinks, Einzelnachweise mit Quellenangaben,
Literaturverweise und noch einige Dinge mehr. Und jetzt sag mir, wo du sonst noch zentral so etwas findest.
Für alle zugänglich und kostenfrei...

Naja..
alles Liebe Marie (flo)

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Mi 6. Okt 2021, 13:27
von Blossom
In einem aktuellen Beitrag zum Thema "Gendersternchen" wurde von "Spiegel-Online" eine repräsentative Umfrage eingefügt. Stand 13:24 siehe Screenshots:

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://i.ibb.co/pXZVGL4/2021-10-06-1.png

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Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Mi 6. Okt 2021, 15:27
von Lina
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 13:23
Lina hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 03:16 Es ist schon schlimm genug, was komplett ungeprüft von professionellen Medien enfach abgeschrieben wird und weiter gegeben. Selbst welche, die sich total seriös geben, wie neulich das Redaktionsnetzwerk Deutschlands - www.rnd.de - wo die inzwischen weit verbreitete Lüge über die 83%ige Covid-19 Impfquote in Dänemark weiter verbreitet wurde. (Vor wenigen Tagen von Karl L. auf 85% erhöht - real hat man heute gerade 74% überscritten. Siehe www.ssi.dk ).
Liebe Lina...

und wieviele Quellen hast du dafür verglichen?

In den meisten Quellen, Zeitungen und sonstigen Medien steht das damit 85% der Impfberechtigten
in Dänemark gemeint sind, was dann eben 73 oder 74% der Gesamtbevölkerung entspricht.
Das muss aber halt auch dazu gesagt werden. Also ist das nicht gelogen sondern die entscheidende
Info verschlappt, vergessen oder sonst was...
die überwiegende Mehrheit aller Medien stellt es korrekt dar.
Lina hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 03:16 Ja, wo du gerade Medienkompetenz erwähnt hattest, kam so was ... es nervt einfach mich ständig hören zu müssen, dass das eine oder andere so-und-so ist, weil irgendjemand es in Wikipedia veröffentlicht hat.
Irgendjemand veröffentlich was-seltsame Überraschung!
Ist die erste Veröffentlichung eines unbekannten HiWis mit Namen im Fachumfeld und mit Quellenangaben
besser, wie wenn er/sie diese unter den gleichen Voraussetzungen, aber unter Nickname in Wikipedia stellt?
Ich glaube nicht...
Ausserdem werden Autoren in Wikipedia durchaus überprüft, es gibt Auszeichungen für eine besonders gute Arbeit
und Artikel..es gibt Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Wikiartikeln, Weblinks, Einzelnachweise mit Quellenangaben,
Literaturverweise und noch einige Dinge mehr. Und jetzt sag mir, wo du sonst noch zentral so etwas findest.
Für alle zugänglich und kostenfrei...

Naja..
alles Liebe Marie (flo)

Also kurz erzählt - was soll mir das sagen? Dass man sich auf Information von nicht benannten Quellen ohne Doppelcheck der Information verlassen soll.

Nein, das halte ich nicht für sinnvoll.

Wie man die Informationen zentral findet - da sind wir ja zurück bei der einen Informationsvermittler. Das ist doch ein Widerspruch.
Ausser wenn es um den Urheber geht, der selber die Information erarbeitet hat.

Es gibt bestimmt Kurse in Medienkompetenz irgendwo. Aber nicht hier.

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Mi 6. Okt 2021, 15:57
von Lina
Blossom hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 07:55
Lina hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 03:16 Es ist schon schlimm genug, was komplett ungeprüft von professionellen Medien enfach abgeschrieben wird und weiter gegeben.
Deine Verärgerung darüber in allen Ehren, nur musst du mir deswegen nicht ans Bein pinkeln und meine Medienkompetenz anzweifeln.

... das tue ich auch nicht.
Ich fand es aber interessant, dass erst das Thema erwähnt wird, und gleich die nachfolgende Posterin ... habe ich schon erklärt.

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 20:26
von ExUserIn-2024-07-13
Abgesehen davon, daß ich Bea Magdalenas Eingangsbeitrag nur kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen habe, eine Frage an Dich, Blümchen:
Wann hatten wir in der BRD, wie Du schriebst, jemals einen Minderheiten-Kanzler? Mir wäre das neu! Auch Brandt und Schmidt hatten meiner Erinnerung nach stets eine parlamentarische Mehrheit. In dem Moment, in dem eine gewisse Umfaller-Partei das Lager gewechselt hatte, war Birne Kanzler, ebenfalls mehrheitlich.
LG

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 21:07
von Anke
Hallo,
Bea Magdalena hat geschrieben: Mo 4. Okt 2021, 16:25 Wenn ich das Wahlergebnis, die Sitzverteilung, so anschaue, dann ist für mich im Grunde der Wählerwille ganz klar erkennbar:
Große Koalition unter Führung der SPD.
Theoretisch auch erweiterbar um die nächststärkere Partei, die Grünen.

Bei den gerade laufenden Sondierungsgesprächen zu möglichen Dreier-Koalitionen, eigentlich purer Machtpoker, kann ich leider überhaupt nichts demokratisches erkennen.

Ob eine weitere große Koalition zu einer guten Regierung führen würde, bzw. ob die Entscheidungen daraus gute Ergebnisse für die Menschen brächte, ist eine andere Frage, die ich hier gar nicht stellen will.

Meine Gedanken drehen sich im Moment nur darum, ob das augenblickliche Geschehen hier wirklich demokratisch ist?
das ist eine mögliche Interpretation des Wahlergebnisses. SPD, Grüne und FDP interpretieren es gerade anders. Die CDU, die über 16 Jahre regiert hat, ist plötzlich nur noch zweitstärkste Kraft und hat enorme Einbußen hinnehmen müssen. Eine Interpretation dessen lautet, dass die meisten Wähler genug von der CDU haben und jetzt etwas anderes wollen.

Aus meiner Sicht kommt es darauf gar nicht an. Demokratie ist ein Instrument um Macht zu organisieren.

Interessanterweise haben viele Menschen in Deutschland ein großes Problem mit Macht. Ich vermute mal, dass das vom Machtmissbrauch in den letzten 30ger und 40ger Jahren herrührt. Doch Macht ist nichts unanständiges. Sobald Führung (noch so ein Begriff, den die braunen Lumpen verbrannt haben) erforderlich ist, entsteht Macht. Macht ist etwas, was auf ganz natürliche Weise entsteht.

Und auf irgendeine Weise muss entschieden werden, wer diese Macht für wie lange erhält. Viele Jahrhunderte wurde das vor allem militärisch und in engen Machtzirkeln entschieden. Unsere demokratische Verfassung und Vorgehensweise ist dagegen ein großer Fortschritt, bei aller Unvollkommenheit.

Nachdem der Wähler an die Urne getreten ist (bzw. seine Wahlbriefe versendet hat), kommt es im nächsten Schritt darauf an, die Macht zu organisieren und eine tragfähige Mehrheit auf die Beine zu stellen. In einer demokratischen Verfassung ist das ein völlig normaler Vorgang. Die Beteiligten sind gezwungen, sich mit den Vorstellungen möglich Partner auseinanderzusetzen und Kompromissmöglichkeiten (Kompromiss - noch so ein zu Unrecht schlecht beleumundeter Begriff) zu finden. Gerade dieses Suchen und Finden von Kompromissen ist aus meiner Sicht etwas urdemokratisches. Die Interessen der Menschen sind eben unterschiedlich und damit bestimmte von allen nutzbare Güter und Dienstleistungen entstehen können, ist eine Einigung, ein Kompromiss eben, erforderlich, der für die meisten (im besten Fall für alle) akzeptabel und tragfähig ist. Demokratie ist eine Art Kompromissbildung im großen Stil.

Macht gab es lange vor der Demokratie und egal für welches Regierungssystem wir uns entscheiden, sie wird immer ein entscheidender Teil davon sein.

Liebe Grüße

Anke

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: So 17. Okt 2021, 11:54
von Blossom
Yvette hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:26 ... eine Frage an Dich, Blümchen:
Wann hatten wir in der BRD, wie Du schriebst, jemals einen Minderheiten-Kanzler? Mir wäre das neu! Auch Brandt und Schmidt hatten meiner Erinnerung nach stets eine parlamentarische Mehrheit.
Die erste sozialliberale Regierung verlor am 17. Mai 1972 endgültig die absolute Mehrheit im Bundestag durch Ausschluss von Günther Müller aus der SPD-Fraktion. Die Regierung hatte aber faktisch schon in den Wochen zuvor keine Mehrheit mehr. Nachdem Bundeskanzler Willy Brandt die Vertrauensfrage gestellt und die Abstimmung erwartungsgemäß verloren hatte, löste Bundespräsident Gustav Heinemann am 22. September den Bundestag auf. Die Bundestagswahl 1972 erbrachte eine klare Mehrheit für die SPD/FDP-Koalition.

Nach dem Rücktritt der FDP-Minister im Kabinett Helmut Schmidts am 17. September 1982 bestand die Regierung nur noch aus SPD-Mitgliedern. Mit der Wahl Helmut Kohls zum Bundeskanzler am 1. Oktober durch ein konstruktives Misstrauensvotum wurde diese kurzzeitige SPD-Minderheitsregierung durch eine Koalition aus Union und FDP abgelöst.

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: So 17. Okt 2021, 12:32
von Sabrina Verena
Bea Magdalena hat geschrieben: Mo 4. Okt 2021, 16:25 Wenn ich das Wahlergebnis, die Sitzverteilung, so anschaue, dann ist für mich im Grunde der Wählerwille ganz klar erkennbar:
Große Koalition unter Führung der SPD.
Theoretisch auch erweiterbar um die nächststärkere Partei, die Grünen.

Bei den gerade laufenden Sondierungsgesprächen zu möglichen Dreier-Koalitionen, eigentlich purer Machtpoker, kann ich leider überhaupt nichts demokratisches erkennen.

Ob eine weitere große Koalition zu einer guten Regierung führen würde, bzw. ob die Entscheidungen daraus gute Ergebnisse für die Menschen brächte, ist eine andere Frage, die ich hier gar nicht stellen will.

Meine Gedanken drehen sich im Moment nur darum, ob das augenblickliche Geschehen hier wirklich demokratisch ist?

Hallo!
Man kann das Wahlergebnis wohl so interpretieren, wenn man nur auf die Zahlen achtet.
Schaut man aber auf die Richtung der Zahlen, ist die Ampel der Wählerwille.
Es käme aber auch eine Koalition der "Kleinen" in Frage, wenn man die GroKo als abgewählt betrachtet.
Die GroKo hatte den Vorteil, dass sie Schlimmeres verhindert hat. Schwarz gelb wäre fatal gewesen.
Die Ampel, sollte sie kommen, bietet Chancen aber auch die Gefahr einer GroKo ähnlichen Politik.
Jamaika wäre lediglich eine mildere Form von Schwarz- Gelb, denn soviel Einfluss, wie bei Rot- Grün haben die Grünen nicht.
Zuweilen Leute wie Kretschmann ja eher schwarz als rot sind.
LG Verena

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: Mo 18. Okt 2021, 17:35
von Anke
Hallo,
Blossom hat geschrieben: So 17. Okt 2021, 11:54
Yvette hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:26 ... eine Frage an Dich, Blümchen:
Wann hatten wir in der BRD, wie Du schriebst, jemals einen Minderheiten-Kanzler? Mir wäre das neu! Auch Brandt und Schmidt hatten meiner Erinnerung nach stets eine parlamentarische Mehrheit.
Die erste sozialliberale Regierung verlor am 17. Mai 1972 endgültig die absolute Mehrheit im Bundestag durch Ausschluss von Günther Müller aus der SPD-Fraktion. Die Regierung hatte aber faktisch schon in den Wochen zuvor keine Mehrheit mehr. Nachdem Bundeskanzler Willy Brandt die Vertrauensfrage gestellt und die Abstimmung erwartungsgemäß verloren hatte, löste Bundespräsident Gustav Heinemann am 22. September den Bundestag auf. Die Bundestagswahl 1972 erbrachte eine klare Mehrheit für die SPD/FDP-Koalition.

Nach dem Rücktritt der FDP-Minister im Kabinett Helmut Schmidts am 17. September 1982 bestand die Regierung nur noch aus SPD-Mitgliedern. Mit der Wahl Helmut Kohls zum Bundeskanzler am 1. Oktober durch ein konstruktives Misstrauensvotum wurde diese kurzzeitige SPD-Minderheitsregierung durch eine Koalition aus Union und FDP abgelöst.
das ist natürlich alles richtig. Doch ich finde, dass mit Minderheiten-Kanzler eine Regierung gemeint ist, die über einen längeren Zeitraum regiert hat. Die beiden genannten Beispiele waren nur Übergangszustände, die durch eine Vertrauensfrage und anschließende Wahl, bzw. durch ein konstruktives Misstrauensvotum aufgelöst wurden.

Liebe Grüße

Anke

Re: Bin ich mit meinen Gedanken jetzt Demokratieleugner

Verfasst: So 2. Jan 2022, 15:48
von Fuchs20
Bea Magdalena hat geschrieben: Mo 4. Okt 2021, 16:25 Wenn ich das Wahlergebnis, die Sitzverteilung, so anschaue, dann ist für mich im Grunde der Wählerwille ganz klar erkennbar:
Große Koalition unter Führung der SPD.
Theoretisch auch erweiterbar um die nächststärkere Partei, die Grünen.

Bei den gerade laufenden Sondierungsgesprächen zu möglichen Dreier-Koalitionen, eigentlich purer Machtpoker, kann ich leider überhaupt nichts demokratisches erkennen.

Ob eine weitere große Koalition zu einer guten Regierung führen würde, bzw. ob die Entscheidungen daraus gute Ergebnisse für die Menschen brächte, ist eine andere Frage, die ich hier gar nicht stellen will.

Meine Gedanken drehen sich im Moment nur darum, ob das augenblickliche Geschehen hier wirklich demokratisch ist?
Hallo Bea,

eine interessante Sichtweise, so gesehen verstehe ich dein Fazit sehr gut.
Ich würde sagen, nur weil 2 Parteien die meisten Stimmen unter sich vereinen ist das nicht automatisch der Volkswille, dass diese beiden regieren. Denn: wir wählen alle eine Partei. Wir schreiben nicht Listen, auf denen wir in einer Rangliste anordnen, wen wir am besten finden. In dem Fall würde ich dir uneingeschränkt recht geben. Aber: die meisten Stimmen vereint die SPD unter sich und die Mehrheit der SPD WählerInnen möchte eine Regierung ohne CDU, das hat man im Vorfeld schon mitbekommen. Der Anteil anderer Parteien spielt eigentlich keine Rolle dabei, wer dann mitregiert. Denn die SPD hätte unter Umständen viel weniger Stimmen bekommen, wenn im Vorfeld der Wunsch nach einer neuen GroKo kommuniziert worden wäre. Wieso soll die CDU eher ein Anrecht auf die Regierung haben? Wegen den 24,1% die sonst in der Opposition landen? Bei einer GroKo wären restliche 41% in der Opposition, jetzt haben wir etwa 39% in der Opposition. Ist das undemokratischer? Eine Sichtweise wäre auch zu sagen: je stärker der Anteil in der Regierung desto mehr direkte Repräsentation. Wäre nicht meine Ansicht, aber auch eine plausible Ansicht.

Auch ein vielleicht interessanter Hinweis: gewisse Länder finden Minderheitsregierungen überhaupt nicht schlimm und gehen selbstverständlich damit um. Gerade manche der nordischen Länder haben da Erfahrung und haben regelmäßig Minderheitsregierungen, wir in DE sind da sehr schüchtern und uns ist das nicht geheuer, dabei ist das auch etwas völlig normales was in keiner Weise die Funktionalität einer Demokratie angreift oder Fehler offenbart oder was auch immer...

Ich glaube man kann sich viel darüber streiten, wie denn nun das demokratischste Ergebnis aussähe, insgesamt denke ich können wir nicht behaupten, die aktuelle Regierung hätte keine demokratische Grundlage insbesondere da vor der Wahl bereits klar kommuniziert wurde, dass die Mehrheit der Grünen sowie SPD WählerInnen eine Koalition mit der CDU ablehnen. Der Wählerwille ausgedrückt durch eine Stimme sagt meines Erachtens nur eines: diese Partei möchte ich und nur ich als regierende Partei sehen, damit sind keine Implikationen für Koalitionen verbunden und daher würde ich auch nicht sagen dass das einzig korrekte wäre immer die beiden (oder falls nötig 3 oder 4) Parteien mit den höchsten Ergebnissen zu nehmen bis man eine Mehrheit hat... :)