Re: Was uns das Virus lehrt
Verfasst: So 15. Aug 2021, 07:08
Das ist ziemlich leicht gesagt. Hätte der Gesundheitsminister vor Beginn der Pandemie große Vorräte an Maksen anlegen lassen, wäre er dafür massiv für die Verschwendung von Steuergeldern kritisiert worden. Die letzt Pandemie ist ca. 100 Jahre her und bis 2019 hätte hier kaum jemand geglaubt, dass so etwas nochmal passieren könnte.Jasmine hat geschrieben: Sa 14. Aug 2021, 11:55Ganz einfach, sie hätte Vorsorge treffen können! Unsere Politik hat sich lange Zeit überschätzt. .... Ein Desaster in punkto Impfstoffbeschaffung, FFP2 Masken usw. Unsere Politik hat es meiner Meinung nach der Bevölkerung zu verdanken, dass wir so glimpflich bis heute durch die Coronakrise gekommen sind. Die Probleme und schlechten Bedingungen in den Schulen sind jahrelang bekannt, Corona hat sie nochmal zu Tage gebracht.Was hätte die Politik beim entstehen der Pandemie anders machen können? ..............
Die Impfbeschaffung ist denkbar schlecht gelaufen, da stimme ich völlig zu. Ich war jedesmal fassungslos, wenn ich gelesen und gehört habe, wie dabei vorgegangen wird. Ich hätte lieber den doppelten Preis pro Impfdosis bezahlt, wenn der Impfstoff schneller verfügbar gewesen wäre.
Doch dieser Punkt fällt nicht unter Vorsorge. Wie soll denn ein Impfstoff vorsorglich entwickelt werden? Biontech und Curevac gehen zwar mit ihren Impfplattformen in diese Richtung und sollen damit schneller werden. Trotzdem muss erst einmal klar sein, gegen was ein Impfstoff eingesetzt werden soll, bevor er entwickelt und getestet wird.
Was meinst Du genau und konkret mit Problemen und schlechten Bedingungen in den Schulen im Zusammenhang mit Corona? Und ich frage mich, wie sollen Schulen auf eine Pandemie vorsorglich vorbereitet werden?
Sorry, da muss ich vehement widersprechen.Jasmine hat geschrieben: Sa 14. Aug 2021, 11:55 Was ändert sich? Gerade die Krise hat doch gezeigt, das das Krankenhaussystem in staatliche Hände gehört!!! D
Zum einen widersprichst Du deiner eigenen Logik. Du kritisiert, in den meisten Teilen völlig zu Recht, die Handlungsweise der Politik (also des Staates) bei der Bewältigung der Coronakrise, nur um im nächsten Satz genau den selben Leuten die Verantwortung für das Krankenhaussystem zu geben. Verstehe ich nicht.
Abgesehen davon gibt es doch nur sehr wenige Krankenhäuser in privater Trägerschaft. Die meisten Krankenhäuser werden von Städten, Gemeinden, Landkreisen oder kirchlichen Trägern betrieben. Was also soll sich hier groß ändern? Oder möchtest Du alles dem Bundesgesundheitsminister unterstellen?
Darüber hinaus habe ich Einblicke in ein großes Krankenhaus im Raum Stuttgart in Trägerschaft einer Stadt. Meine Partnerin hat dort für 2 Jahre die Rechtsabteilung geleitet. Dort geht es drunter und drüber, was vor allem dem Einfluss von Politik und Verwaltung zu verdanken ist. Professionelles Management sieht anders aus. Aus diesem Grund ist sie auch nach 2 Jahren gegangen.
Es ist leicht gesagt, dass Vorsorge getroffen werden soll. Hinterher sind wir alle schlauer, weil wir ganz genau wissen, was wir gebraucht hätten. Doch was kann tatsächlich getan werden, bevor eine Pandemie ausbricht? Was kann getan werden ohne so richtig zu wissen, was auf uns zu kommt. Niemand hat die vollkommene Voraussicht oder gar eine Glaskugel, die die Zukunft zeigt.
Dazu kommt, dass Vorsorge treffen auch Ressourcen bindet und Geld kostet. Ich stelle mir vor, wir hätten jahrzehntelang Masken vorgehalten, die nicht gebraucht werden. Eben weil keine Pandemie stattfindet. Spätestens nach ein paar Jahren wird der Rechnungshof der Regierung (egal welcher Farbe) Verschwendung vorwerfen und die Opposition wird das genüsslich aufgreifen. Wenn ich mich richtig entsinne, sollen jetzt solche Vorräte ja auch angelegt werden. Ich bin gespannt, wann die Verschwendungsdiskussion losgeht.
Liebe Grüße
Anke