Hallo Rusza.
Mensch, was habe ich doch für ein Riesenglück!
Schon von Kind an, an weiblicher Garderobe interressiert und auch immer wieder einmal heimlich ausprobiert, ließ dieser Wunsch erst nach, als ich meine Frau kennen lernte.
Doch nach 20 Jahren Ehe und gelegentlichem anziehen von versteckt gehaltenen Klamotten und Schuhen kam der Tag wo ich mich meiner Frau offenbarte.
Der innere Druck wurde einfach zu hoch. Krankheit wie Bluthochdruck waren die Folge.
Das ist inzwischen über 22 Jahre her! Anfangs haben wir nächtelang geredet, eine Trennung stand im Raum, aber wir haben diesen Punkt überwunden.
Nachdem ich eine Selbsthilfegruppe gefunden hatte und meine Frau nicht mehr ganz so ablehnend war, habe ich mich getraut mich ihr als Frau gekleidet zu zeigen.
Seither fördert und fordert sie mich als Teilzeitfrau. Fördern durch Hilfe beim Makeup und Styling, fordern indem wir zusammen wie zwei Freundinnen
auch schon einmal gemeinsam shoppen, oder ins Theater gehen.
Inzwischen, über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren, weiß die gesamte Familie und Sippe von Juliane. Nur meinem dementen und schwerkranken Vater haben wir damals,
kurz vor seinem Tode nichts erzählt. Der Rest, wie auch unser Freundeskreis und die allermeisten Nachbarn kennen und tolerieren Juliane.
Bis auf zwei (Männer) aus der Familie die mich zwar so akzeptieren, aber in Zukunft so nicht mehr sehen wollen, nur Zustimmung, oder zumindest Toleranz.
Ja, ich wurde und werde sogar explizit als Juliane eingeladen. Zum Sylvesterball beispielsweise, oder zum Gartenfest. Meine Großnichten (17 und 19) haben sogar ihre
"Tante Juliane" extra eingeladen um mir dann im Kinderzimmer Löcher in den Bauch zu fragen.
Meinem alten Hausarzt habe ich mich ebenfalls offenbart, nachdem die jahrelang verordneten Medikamente plötzlich zu hoch dosiert schienen. Es war der innere Druck der
weg war und mich ein wenig gesunden ließ. Auch seine Nachfolgerin weiß inzwischen bescheid. Meine täglichen Blutdruckwerte schwanken nämlich. Inzwischen wissen wir,
dass dafür meine Crossdressing-Tage ausschlaggebend sind. Bis zu 36 Stunden, nach einem schönen Tag als Juliane unterwegs, sind die Werte wesentlich besser.
Ich stelle fest: Ich bin ein richtiger Glückspilz, oder muss es korrekt Glückspilzin heißen?
Liebe Grüße, Juliane