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Re: #TSGabschaffen

Verfasst: Fr 19. Feb 2021, 00:39
von Michi
Elizabeth hat geschrieben: Do 18. Feb 2021, 23:41 Die Bedenken der TERFs bzgl. Offenbarungsverbot, Chancengleichheit z.B. im Sport, Schutz- und Quotenregelungen für Frauen bei Wegfall aller Bremsen durch das TSG kann ich aber auch zum Teil nachvollziehen:
Ein Mensch im Anzug und mit Vollbart könnte sich sonst nach einem Federstrich beim Standesamt in eine Stelle als Frauenbeauftragte o.ä. reinklagen...
Ja nee is klar. Oder der Vergewaltiger, der sich dann ins Frauengefängnis reinklagt, um dort weiter ungestört Frauen vergewaltigen zu können. Auch die Kinderficker, die sich als Erzieherin ausgeben können und an die Kleinsten in Kindergarten ranmachen. Oder die Horden von vergewaltigenden Männern, die die Damentoiletten und die Frauenumkleiden der Hallenbäder einfallen.


Seien wir doch mal ehrlich:

Wie realistisch sind diese ganzen Geschichten? Nein! Für mich sind das keine Bedenken, sondern in extrem bemüht konstruierte Feindbilder, projezierte Wahnvorstellungen und ganz viel Hass.


Wie erreicht man Frauen?

Sicherlich nicht mit vernünftigen Argumenten. Wahrscheinlich überhaupt nicht.

Und mit Sicherheit erreicht man bei unbeteiligten, noch normal denkenden Menschen nichts positives für uns als Betroffene, wenn man die Wahnvorstellungen der TERFs von unserer Seite her noch bestätigt.

Re: #TSGabschaffen

Verfasst: Fr 19. Feb 2021, 04:25
von Karla
Liebe Michi,
Gefühle sind Tatsachen - habe ich so vor ganz vielen Jahren in der Rhetorik-Vorlesung gehört (Prof. Fey)
Du machst es Dir da m.E. doch etwas zu einfach!
MichiWell hat geschrieben: Fr 19. Feb 2021, 00:39 Ja nee is klar. Oder der Vergewaltiger, der sich dann ins Frauengefängnis reinklagt, um dort weiter ungestört Frauen vergewaltigen zu können. Auch die Kinderficker, die sich als Erzieherin ausgeben können und an die Kleinsten in Kindergarten ranmachen. Oder die Horden von vergewaltigenden Männern, die die Damentoiletten und die Frauenumkleiden der Hallenbäder einfallen.

Und mit Sicherheit erreicht man bei unbeteiligten, noch normal denkenden Menschen nichts positives für uns als Betroffene, wenn man die Wahnvorstellungen der TERFs von unserer Seite her noch bestätigt.
Im Frauenhaus z.B. werden Frauen mit männlichem Nachwuchs ("Kinder" sind sie de jure nicht mehr) ab 14 Jahren nicht aufgenommen.
Erzieherin: für die Flüchtlingsarbeit habe ich ein "Erweitertes Führungszeugnis" gebraucht - es war sauber. (die junge Dame hat den Hauptschulabschluß geschafft)
Frauengefängnis: an dem EINEN Fall in England ziehen die sich halt hoch -isso!

Daß das TSG so nicht bleiben kann, das sehe ich auch so. Irgendeine Bremse (niederschwelliger als die 2 teuren Gutachten jetzt) wird der Gesetzgeber aber einbauen müssen.
Fristenregelung? (6 Monate Alltagstest)
Transition für die Dauer von 2 Jahren im erweiterten Führungszeugnis speichern?
Die optimale Lösung weiß ich auch nicht!

LG Elly

Re: #TSGabschaffen

Verfasst: Fr 19. Feb 2021, 07:54
von Michi
Elizabeth hat geschrieben: Fr 19. Feb 2021, 04:25 Liebe Michi,
Gefühle sind Tatsachen - habe ich so vor ganz vielen Jahren in der Rhetorik-Vorlesung gehört (Prof. Fey)
Du machst es Dir da m.E. doch etwas zu einfach!
Hallo Elly,

Gefühle sind Tatsachen? Offenbar gilt das nur für biologisch weibliche Menschen, wenn ich mir die Argumentation von Feministinnen im Allgemeinen unf TERFs im Besonderen anschaue, aber nicht für Männer und MzF Transsexuelle. (ko)

Warum darf ich es mir nicht genau so einfach machen, wie diese Hetzerinnen? Sind meine Gefühle weniger relevant als die der TERFs oder gar nicht existent? Bin ich etwa minderwertig? Nur nur ein Mensch zweiter Klasse?

:((a

Sorry, ich verstehe es nicht!


Liebe Grüße
Michi

Re: #TSGabschaffen

Verfasst: Fr 19. Feb 2021, 09:01
von Jasmine
Elizabeth hat geschrieben: Fr 19. Feb 2021, 04:25 ...........
Transition für die Dauer von 2 Jahren im erweiterten Führungszeugnis speichern?
............
Das finde ich mal eine sehr gewagte Idee. Im Führungszeugnis werden meines Wissens nach Straftaten vermerkt. Mit was soll denn hier eine Transition auf eine Stufe gestellt werden? Warum sollen Menschen wie ich mehr als andere durch den Staat gegängelt werden?
Das erinnert mich an eine Begebenheit:
Ich war in einem Verein tätig und habe mich sehr tatkräftig engagiert. Ich war bei der Mehrheit beliebt. Nach 2 Jahren viel auf, das ich ja gar kein Mitglied bin. Also beantragte ich die Mitgliedschaft und der Vorstand wollte doch tatsächlich zum ersten Mal eine 1jährige Probezeit vereinbaren. Ich ließ alles fallen und dieser Verein hat mich nie mehr gesehen.

Ich meine dies nicht böse!
Liebe Grüße Jasmine

Re: #TSGabschaffen

Verfasst: Fr 19. Feb 2021, 10:11
von Alex_andra
Elizabeth hat geschrieben: Fr 19. Feb 2021, 04:25 Gefühle sind Tatsachen
Gefühle sind Tatsachen für den Menschen der sie fühlt, das bedeutet aber nicht, dass die Ursachen bzw. Gründe, die von ihm für diese Gefühle verantwortlich gemacht werden, auch richtig sind. Diese Kausalität stimmt nicht.
Wenn ich Angst vor etwas habe, ist die Angst eine Tatsache, das wovor ich Angst habe ist damit aber nicht unbedingt zum Fürchten oder zu Fürchten oder furchtbar.
Mit diesen Ängsten muss behutsam umgegangen werden. Sie lassen sich nicht durch andere Behauptungen nichtig machen. Das Beste wäre positive, möglichst vorurteilsfreie positive Erfahrungen zu machen, ev. therapeutisch begleitet, um die Emotion als realen körperlichen Zustand (durch die Bewertung einer Situation wurde eine entsprechende Reaktion ausgelöst) vom zugrundeliegenden Reiz zu entkoppeln, bzw. in ein anderes Verhältnis zu bringen.
Das sollte sehr behutsam gemacht werden, aber ohne die unverhältnismäßige Verknüpfung zu verstärken.
Das hat jetzt nicht direkt mit der Frage nach der Notwendigkeit des TSG zu tun, aber ev. mit der Problematik und Ängsten, die in einer Gesellschaft existent sind, und die bei Überlegungen bezüglich der Notwendigkeit einer solchen Gesetzgebung oder anderer begleitender Maßnahmen einer Transition eine Rolle spielen.