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Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Mo 28. Dez 2020, 22:45
von elasweet2010
Stina hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 22:35 Aus der Sicht einer Partnerin kann ich vielleicht etwas dazu beitragen. Ich habe meinen Mann "erwischt". Dabei war die Tatsache, dass er Cross dresser ist gar nicht mal das schlimmste. Zu dem Zeitpunkt waren wir mehr als 17 Jahre verheiratet und kennen tun wir uns schon unser halbes Leben. Mir hat das Lügen viel mehr weh getan. Die Tatsache, dass er für diese Unwahrheiten unsere Ehe auf Spiel gesetzt hatte.
Hallo Stina,
so sehe ich das auch, deswegen kam mir Idee, mich vor meiner Frau zu outen. Vielleicht ist Lüge viel schlimmer als Crossdressing??
Meine Frau sollte es trotzdem wissen, aber ich habe Angst vor ihrer Reaktion :(.
Die Frage ist auch, wenn meine Frau das gut akzeptieren würde, ob ich mich vor ihr stylen könnte?! Wie ist deine Erfahrung damit?

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Mo 28. Dez 2020, 22:52
von Stina
Tja, da fragst du am besten mal "die Heidi" 🤭 Mir macht es mittlerweile nix mehr aus, ganz im Gegenteil. Ich fühle mich besser, wenn ich mit einbezogen werde. Klamotten suchen wir auch sehr gerne zusammen aus. Macht uns beiden Spaß und die Offenheit tut uns beiden gut.

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Mo 28. Dez 2020, 23:05
von elasweet2010
Stina hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 22:52 Klamotten suchen wir auch sehr gerne zusammen aus. Macht uns beiden Spaß
das wäre mein Traum :)

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Mo 28. Dez 2020, 23:14
von Dunja
Hallo Ella,
Das wäre bei mir Worst Case und das kann ich mir nicht "leisten".
gibt es bei dir Sexuelle Hintergrund oder nur die Zeit als Frau zu genniesen?
Nachdem nun schon alles heraus ist, mit den entsprechenden Folgen , stehe ich jetzt zu mir.
Ich bin was ich bin.
Da gibt es keine sexuellen Hintergründe.

LG Dunja

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Mo 28. Dez 2020, 23:20
von Bibi Melina
Dunja hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 23:14 Ich bin was ich bin.
genau so und nix andres und so sehe ich das auch
klar gibt es ein en oder weder aber ich muss doch mal die frage stellen ela

was willst du?

mit Hexischen gruss die Hexemelina

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 00:39
von GirlinHeels
GirlinHeels hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 17:18 Hallo Ella,
wie Dir geht es mir auch, bis auf die Überlegung mich gegenüber meiner Frau zu outen.
Für mich ist es auch ein Teil des Reizes, das nicht ausleben zu können, wann man möchte.
Wenn sich dann mal die Gelegenheit ergibt, freue ich mich um so mehr.
Kann für mich gut damit leben.
Denke, da muss jeder seinen Weg finden.
hast du keine Angst, dass irgendwann deine Frau dic so findet, oder deine Sachen?


Natürlich kann das passieren, aber zum Einen sind meine Untensielien "outgesourst" und ich style mich nur, wenn ich 99% :wink: sicher bin, dass sie nicht da ist!
Wie gesagt, dadurch dass ich das nicht ausleben kann wann ich will, ist das noch mal ein extra Kick und einfach dann was besonderes.
Ist wie, wenn Du jeden Tag ein Filet isst. Dann ist es eben auch nix mehr besonderes.
8) 8) 8)

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 09:15
von ExuserIn-2022-05-22
elasweet2010 hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 22:19
Dunja hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 21:46 So wie Lisa es schreibt, habe auch ich versucht festzustellen, wie meine Partnerin darauf reagiert.
Mein Ergebnis:
Für Sie ist es ein "no go". Somit also ein Grund zum verheimlichen, wenn ich nicht die Ehe gefärden will.
Damals hatte ich das alles für einen "Spleen" gehalten, der auch ignoriert und unterdrückt werden kann.

Es kam eines Tages wie es mußte, ich wurde en Femme erwischt.
Aus Scham habe ich alles totgeschwiegen, und meine Partnerin hat sich mit meinen Ausflüchten zufrieden gegeben. Bis sie mich eines Tages zum Outing gedrängt hat.
Dieses Outing hat auch wie von mir befürchtet / erwartet die entsprechenden Reaktionen ausgelöst.

Mittlerweile sind wir deswegen getrennt. Zwischen Outing und Trennung lagen gerade mal 6 Wochen.
:(
Das wäre bei mir Worst Case und das kann ich mir nicht "leisten".
gibt es bei dir Sexuelle Hintergrund oder nur die Zeit als Frau zu genniesen?
Ist denn der sexuelle Hintergrund von der Zeit als Frau zu trennen? Ist nicht beides untrennbar verknüpft? Ist Femininität nicht grundsätzlich erotisch und strahlt eine Sexualität aus?
Wird hier nicht das gesucht was man bei sich vermisst?

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 10:32
von Helga
elasweet2010 hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 22:36
Das muss ich auf jeden Fall so testen. Kann jemand guten Film für diese Gelegenheit vorschlagen? danke
Dazu gibt es einen ganzen Faden:
viewtopic.php?t=16473

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 11:23
von Wally
Sich outen, wenn man schon lange mit jemandem zusammen ist? Schwierig... Da kommen dann zu der möglichen "Transphobie" der Partnerin auch noch Fragen des Vertrauens, Verlustängste und das Gefühl der Partnerin, jahrelang hintergangen worden zu sein. Ob das konsequente Ausleben en femme das Risiko für eine bestehende Partnerschaft wirklich wert ist, und ob umgekehrt die Partnerschaft ohne Offenheit in diesem doch recht zentralen Punkt überhaupt wirklich Sinn macht - das sieht wohl in jedem einzelnen Fall anders aus, das kann man nur für sich selber beantworten.

Was man vielleicht doch generell tun kann: die Sache selber nicht so hoch hängen, nicht so eine Riesenaffäre mit großem Geheimnis, Scham, Verlustangst und Katastrophenerwartung daraus machen. An die Sache gewissermaßen "unschuldig" herangehen, als wäre es nichts weiter als eine harmlose Augenblickslaune: "Darf ich mir mal eine von deinen Nylons ausleihen? Ist doch wärmer bei dem kalten Wetter, und ich wollte schon immer mal wissen, wie sich sowas anfühlt..." Und wenn sie dann fragt, wie sich das für mich anfühlt, darf ich es auch durchaus "geil" finden :-)

Ich denke, vieles von der Abwehrhaltung unserer Partnerinnen projizieren wir auch selber in sie hinein, mit unserer Scham und unserem schlechten Gewissen, das ja eigentlich völlig unangebracht ist. Mich erinnert das manchmal an meine ersten, unglücklichen Schwärmereien in meiner Jugend: gerade weil ich das jeweilige Objekt meiner Begierde viel zu hoch gehängt hatte, weil ich mir schon von ein paar belanglosen Zärtlichkeiten nichts weniger als das Paradeis erwartete, hatte ich viel zu viel Angst vor einem Korb, um überhaupt einen Vorstoß zu wagen. Wo das Ziel der Himmel ist, ist eine Ablehnung logischerweise die Hölle... "In der Vermeidung steckenbleiben" nannte das eine spätere Freundin. Also ganz konkret in unserer speziellen Lage: Cool down! Im Moment geht's nicht ums immerwährende Lebensglück, sondern bloß um das gelegentliche Ausleihen einer Strumpfhose. So ist das dann auch für die Partnerin entschieden unverfänglicher.

Am allerbesten wär's freilich, wenn man schon gleich von vornherein mit offenen Karten gespielt hätte. Hilft einem natürlich nix mehr, wenn man schon zehn Jahre in einer Beziehung steckt; aber vielleicht trägt diese Diskussion doch dazu bei, dass der/die Eine oder Andere beim nächsten Partnerschaftsversuch die Holde doch schon gleich beim ersten Entstehen von Intimität mal beiseite nimmt und ihr erklärt: "Bevor du dich auf mich einläßt, solltest du etwas über mich wissen." Und keine Sorge: ich habe NIE erlebt, dass das zum Abbruch der Romanze geführt hätte, eher im Gegenteil: bei den meisten Frauen hat das die Neugier geweckt. Und seit ich das (seit nun schon 30 Jahren) konsequent so gemacht habe, hatte ich auch nie wieder das Problem mit Verstecken, Verheimlichen und Outing. Seit 15 Jahren bin ich glücklich mit einer Frau verheiratet, die mich im (zuhause bevorzugten) weiblichen Outfit genauso liebt wie im männlichen.

Herzliche Grüße

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 11:27
von ExUserIn-2026-01-22
elasweet2010 hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 15:53 ...bin 50/50 für ja oder nein, ob sich lohnt zu riskieren oder nicht?
Was meint Ihr?
Hallo Ela,

also wenn du bei "50/50" bist, dann würde ich an deiner Stelle deine Frau erst mal fragen, was sie von Transvestiten (im Allgemeinen) hält. Gibt's ein positives Feedback, dann kannst du ein Outing in Erwägung ziehen. Findet sie das aber "abstoßend", dann wäre ein Outing "Gift" für eure Beziehung.

Also, taste dich mit allgemeinen Fragen dazu erst einmal heran, bis du ihr offenbarst, daß du auch gerne in eine "weibliche Rolle" schlüpfst.

Jennifer

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 11:47
von Regina
Ich kann für mich sagen: Das Outing war das Beste was ich tun könnte. Nicht meiner Frau gegenüber. Die wusste es immer schon seit wir zusammen sind. Aber meinen Eltern und meinen Kindern gegenüber und auch der Nachbarschaft. Seit dem bin ich frei. Ich kann mich als Frau zurecht machen wann immer ich möchte und bin auch nicht mehr in meinen eigenen 4 Wänden gefangen. Ich kann raus in die Welt und all das tun was Mensch so tut.Und wenn es auch nur bedeutet die Post raus zu holen oder den Müll runter zu bringen.
Wie aber alle anderen bereits schrieben muss jeder für sich selbst entscheiden wann er was von sich preisgibt. Für mich war es so richtig und ich hätte es viel früher tun sollen.
Jeder hat nur das eine Leben und die Zeit auf Erden ist begrenzt. Ich habe für mich entschieden sowohl als Mann als auch als Frau mein Leben zu genießen. Aktuell gerade überwiegend als Frau. Weihnachten mit der Familie, schick gemacht mit Rock und Bluse, dezent geschminkt mit schicke Frisur genieße ich als Frau einfach deutlich mehr als als Mann.
Aber all das kam bei mir auch nicht von heute auf morgen. Ich saß genau wie Du in meinem Kämmerlein und zermarterte mir das Hirn.
Man kann nicht voraussehen wie die anderen reagieren. Niemand von uns hat eine Kristallkugel mit der man in die Zukunft sehen kann. Entscheiden musst Du dich ganz allein. Wie hoch der Preis für die Freiheit sein wird ist ungewiss.

BTW: Ich finde die Idee mit Filmen oder Zeitungsartikeln abchecken zu wollen wie die Frau darüber denkt eher schlecht. Sie wird das immer aus einer Distanz heraus beurteilen, da sie ja gar nicht darauf kommt dass dies ihr eigenes Leben betreffen könnte. Häufig kommen dann eher harsche und abwertende Bemerkungen, die sie, wüsste sie dass ihr eigener Mann und ihr eigenes Leben betroffen sind, so nicht gemacht hätte.
Wenn Fim und oder Zeitung dann direkt - Schatz, mir geht es auch so.

Liebe Grüße,
Regina

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 12:07
von VanessaB
Stina hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 22:35 Liebe Ella!
Aus der Sicht einer Partnerin kann ich vielleicht etwas dazu beitragen. Ich habe meinen Mann "erwischt". Dabei war die Tatsache, dass er Cross dresser ist gar nicht mal das schlimmste. Zu dem Zeitpunkt waren wir mehr als 17 Jahre verheiratet und kennen tun wir uns schon unser halbes Leben. Mir hat das Lügen viel mehr weh getan. Die Tatsache, dass er für diese Unwahrheiten unsere Ehe auf Spiel gesetzt hatte. Er wusste ganz genau, warum er so abweisend zu mir war. Warum er sich immer weiter von mir entfernt hat und dass ich mir die Schuld dafür gegeben habe. Er konnte sich nicht ausleben, Heidi keinen Raum geben und das hat einen entsetzlichen Druck aufgebaut. Er hätte lieber dabei zugesehen wie ich gehe, als mit mir darüber zu reden. Das war die größte Verletzung, die mir jemals zugefügt wurde.
Ihm das zu verzeihen und neu anzufangen hat viel Kraft und noch mehr Tränen gekostet. Heidi konnte ich danach endlich den Raum geben, den sie braucht. Das die ganze Geschichte ein gutes Ende gefunden hat, lag hauptsächlich an einem Rat den ich hier im Forum von Jady bekommen habe : Reden, reden, reden, Grenzen abstecken, Grenzen nochmal neu abstecken und reden, reden, reden...
Nur mal so als Gedanken Anregung!
Liebe Grüße, Stina
Ich danke Dir sehr für diesen Beitrag, Stina!
Es ist das, was ich versucht habe zu erklären, aber wohl nicht angekommen ist. Namasté

Alles Liebe
Vanessa

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 12:36
von VanessaB
Alyssa hat geschrieben: Di 29. Dez 2020, 09:15 Ist denn der sexuelle Hintergrund von der Zeit als Frau zu trennen? Ist nicht beides untrennbar verknüpft? Ist Femininität nicht grundsätzlich erotisch und strahlt eine Sexualität aus?
Wird hier nicht das gesucht was man bei sich vermisst?
Das ist eine Grundsatzfrage, Alyssa!

Ich habe in meinem Prozess für mich gelernt, dass es notwendig ist, Liebe, Partnerschaft, Sexualität und Geschlecht (erst einmal) von einender getrennt zu betrachten.
Sicher kann es sein, dass weibliche Kleidung ein Ausdruck von sexuellen Bedürfnissen ist, aber in meinem Fall hat die männliche, testosterongesteuerte, Sexualität zu einer Unterdrückung meiner Weiblichkeit mit erheblichen Konfliktpotential geführt. Um zu verstehen, dass ich eine TransFrau bin und nichts anderes, musste ich die Verknüpfung erst mal lösen und Sexualität von Geschlecht trennen und damit auch einmal Abschied von dem alten Glauben um biologisches Wissen überwinden.

Heute weiß ich, dass das, was Du da formulierst, reiner männlicher Trieb ist und nichts mit Weiblichkeit zu tun hat. Weibliche Sexualität funktioniert völlig anders und für Frauen mit einem männlichen Grundgerüst nochmals anders ...

Dass es uns so schwer fällt diese Themenblöcke auseinanderzuhalten ist meiner Meinung nach eine Frage der Sozialisierung und der Kultur. Und natürlich ist nochmal ein Unterschied, ob ich transsexuell bin, Damenwäsche als Fetisch trage oder vermeintliche Devotheit in Frauensachen suche, als Kompensation zu meinem männlichen Rollenmuster im Alltag. Alles hat seinen Ursprung und alles hat seine "Berechtigung" (Die Liste ist nicht abschließend zu verstehen).

Jetzt lebe ich schon über zwei Jahre "als Frau" (eine schreckliche Formulierung) und nein, weibliche Kleidung tragen hat nichts grundsätzlich mit Erotik zu tun. Für mich ist Erotik, dem Menschen gegenüber mit Nähe begegnen zu könne und zu schauen, ob daraus Lust entstehen kann, darf, soll. Natürlich hat eine schöne Verpackung auch seinen Reiz, aber die kann auch ein Herrenanzug sein, indem ein Frau oder ein Mann oder ein TransWasAuchImmer steckt ;) - hier kommt auch Aura und Fantasie ins "Spiel". Letztlich kommt immer auf die Perspektive an und was ich mir selbst erlaube.

Wenn ich Liebe möchte, offne ich mein Herz.
Wenn ich Partnerschaft möchte, reiche ich meine Hand und öffne mich selbst.
Wenn ich Sexualität möchte, sende ich erotische Signale und verführe.

Und wenn ich alles drei zurückbekomme, habe ich wohl jemanden an meiner Seite mit dem ich durchs Leben gehen sollte.

Alles Liebe

Vanessa

(natürlich wieder mal nur meine eigene Perspektive auf die Dinge, jeder ist frei, seine eigene Meinung zu haben ...)

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 12:45
von VanessaB
elasweet2010 hat geschrieben: Mo 28. Dez 2020, 22:45 Die Frage ist auch, wenn meine Frau das gut akzeptieren würde, ob ich mich vor ihr stylen könnte?! Wie ist deine Erfahrung damit?
Es verliert den Reiz des Verboten und damit geht Anspannung, aber auch Adrenalin flöten ...

Es ist die Frage, was Du eher brauchst ... den Kick ... oder die Sicherheit.

Wenn Du Dich dann nicht in ihrer Gegenwart traust, hat es vielleicht etwas mit Scham und eigenem Rollenverständnis zu tun: "Sich selbst nicht erlauben können, sich anzunehmen". In diesem Fall könnten einige Stunden beim Berater oder Psychologen helfen, zu klären woher das genau kommt. Natürlich nur, wenn es als Last empfunden wird - ansonsten ist das halt einfach so ... Aber es belastet dann zumindest nicht mehr die Partnerschaft so sehr ... und schafft vertrauen.

Alles Liebe
Vanessa

Re: Outen, ja oder nein?

Verfasst: Di 29. Dez 2020, 13:47
von ExuserIn-2022-05-22
VanessaB hat geschrieben: Di 29. Dez 2020, 12:36
Alyssa hat geschrieben: Di 29. Dez 2020, 09:15 Ist denn der sexuelle Hintergrund von der Zeit als Frau zu trennen? Ist nicht beides untrennbar verknüpft? Ist Femininität nicht grundsätzlich erotisch und strahlt eine Sexualität aus?
Wird hier nicht das gesucht was man bei sich vermisst?
Das ist eine Grundsatzfrage, Alyssa!

Ich habe in meinem Prozess für mich gelernt, dass es notwendig ist, Liebe, Partnerschaft, Sexualität und Geschlecht (erst einmal) von einender getrennt zu betrachten.
Sicher kann es sein, dass weibliche Kleidung ein Ausdruck von sexuellen Bedürfnissen ist, aber in meinem Fall hat die männliche, testosterongesteuerte, Sexualität zu einer Unterdrückung meiner Weiblichkeit mit erheblichen Konfliktpotential geführt. Um zu verstehen, dass ich eine TransFrau bin und nichts anderes, musste ich die Verknüpfung erst mal lösen und Sexualität von Geschlecht trennen und damit auch einmal Abschied von dem alten Glauben um biologisches Wissen überwinden.

Heute weiß ich, dass das, was Du da formulierst, reiner männlicher Trieb ist und nichts mit Weiblichkeit zu tun hat. Weibliche Sexualität funktioniert völlig anders und für Frauen mit einem männlichen Grundgerüst nochmals anders ...

Dass es uns so schwer fällt diese Themenblöcke auseinanderzuhalten ist meiner Meinung nach eine Frage der Sozialisierung und der Kultur. Und natürlich ist nochmal ein Unterschied, ob ich transsexuell bin, Damenwäsche als Fetisch trage oder vermeintliche Devotheit in Frauensachen suche, als Kompensation zu meinem männlichen Rollenmuster im Alltag. Alles hat seinen Ursprung und alles hat seine "Berechtigung" (Die Liste ist nicht abschließend zu verstehen).

Jetzt lebe ich schon über zwei Jahre "als Frau" (eine schreckliche Formulierung) und nein, weibliche Kleidung tragen hat nichts grundsätzlich mit Erotik zu tun. Für mich ist Erotik, dem Menschen gegenüber mit Nähe begegnen zu könne und zu schauen, ob daraus Lust entstehen kann, darf, soll. Natürlich hat eine schöne Verpackung auch seinen Reiz, aber die kann auch ein Herrenanzug sein, indem ein Frau oder ein Mann oder ein TransWasAuchImmer steckt ;) - hier kommt auch Aura und Fantasie ins "Spiel". Letztlich kommt immer auf die Perspektive an und was ich mir selbst erlaube.

Wenn ich Liebe möchte, offne ich mein Herz.
Wenn ich Partnerschaft möchte, reiche ich meine Hand und öffne mich selbst.
Wenn ich Sexualität möchte, sende ich erotische Signale und verführe.

Und wenn ich alles drei zurückbekomme, habe ich wohl jemanden an meiner Seite mit dem ich durchs Leben gehen sollte.

Alles Liebe

Vanessa

(natürlich wieder mal nur meine eigene Perspektive auf die Dinge, jeder ist frei, seine eigene Meinung zu haben ...)
Vielleicht war das etwas überspitzt zu sagen das weibliche Kleidung grundsätzlich mit Erotik zu tun hat aber ist es nicht so das damit man ein Signal aussendet ich bin so oder so oder empfinde so? Denn fast alle CD , TV, TS etc. legen doch sehr großen Wert auf feminine Ausstrahlung. Nur wenige bleiben da zurückhaltend. Wenn sich das alles trennen lässt könnte man auch einen Sack überziehen und trotzdem sagen ich fühle als Mann oder Frau. Manchmal wird so empfinde ich es stark überzeichnet, es geht dann garnicht mehr femininer um der Umwelt das Signal ich bin / fühle weiblich zu senden. Und da finde ich dann schon das die Kleidung zum Mittel für den Zweck benutzt wird. Und dann gibt es ja auch die " Strömung" die sagt ich lasse mich nicht in eine augenscheinliche Rolle ( soziales Geschlecht , Gender ) pressen , kleide mich feminin und bleibe trotzdem Mann. Frei nach der Devise - ich finde es schön, angenehm und ja auch manchmal erotisch denn das ist meine Freiheit und mein Leben. Aber jeder hat da sicher seine eigenen Gedanken zu.