Re: Mein Cousin und die Drogen
Verfasst: Di 22. Sep 2020, 16:27
@Tatjana_59:
Welches Recht habe ich den im Bezug zu meinem Cousin? (Wenn man Jura studiert hat, sieht man das jetzt vielleicht aus einem anderem Winkel.)
Ich verstehe was du sagst. Aber mein Cousin stiehlt von der Familie nichts. Ob er woanders stiehlt, weiß ich nicht. Ich kann ihm nicht einfach etwas unterstellen.
Lügen tut er ab und an, jedoch keine schlimmen Lügen, eher Ausreden, warum er nicht zu Feiern oder so kommt. Das muss er ja selbst wissen. Besser gesagt, er schämt sich wohl im Nachhinein.
Ich habe vor meinem Umzug Unterlagen in der Schublade meiner Mutter gesucht, die ich für die Einschreibung brauchte. Darin fand ich auch alte Fotos von der Hochzeit meiner Cousine, sprich seiner Schwester. Wir waren damals noch Teenager. Ich war 13/14, er war 11/12. Meine Reaktion kann ich hierzu nicht sagen. Denkt sie euch einfach.
Das Hauptproblem sehe ich darin, dass er weitere Kontakte zu Konsumierenden in der Nachbarschaft etc. aufbaut. Auf der einen Seite kann man jemanden aus der Familie nicht einfach fallen lassen, auf der anderen Seite kann man sich selbst nicht aufopfern.
Es ist ein schwieriger Spagat das irgendwie richtig zu stemmen.
Ich habe auch im Leben vieles nicht geschafft und richtig gemacht und meine Mutter hat mich trotzdem nicht fallen lassen.
Umso mehr habe ich seit meiner Kündigung in der Ausbildung, von der ich bis heute die Gründe nicht verstehe, das Bedürfnis alles richtig und perfekt zu machen.
Stellt euch mal vor, ihr seid (wieder) jung, blutjung, voller Hoffnung. Die Welt steht euch offen. Ihr seid ohne Schuld. Alles läuft gut.
Und plötzlich werdet ihr von einem normalen Menschen zu einem schwerbehinderten Etwas degradiert und bekommt alle Rechte abgesprochen.
Ihr erhaltet nicht mal ein Abgangszeugnis. Wie fühlt ihr euch? Was macht ihr?
Ich sage euch, dass kann man sich nicht vorstellen.
Prostitiuiert habe ich mich selbst bereits schon. Angemeldet und mit Gesundheitsbelehrung. Es gibt für autistische Frauen keinen anderen Platz in dieser Welt.
Die Prostitution an sich ist in Deutschland weder illegal, noch ist sie seit 2001 nicht mehr sittenwidrig. Da sie keinerlei Ausbildung bedarf, ist es für alle Personen, insbesondere Frauen in schwierigen Lagen eine schnelle Einnahmequelle. Unsere Regierung setzt entsprechende Opferbereitschaft voraus. Von einem Angestelltenlohn mit ca. 1440 Euro (mein letztes Angebot) kann man nicht leben. Zudem muss man leider auch kritisieren, dass das Einstellen von billigerem, schlechter qualifiziertem Personal in manchen Branchen sein übriges zur Förderung beiträgt. In meiner Branche waren dies ausländ. Pflegekräfte, die zwar arbeiten, aber nicht wissen, was sie tun oder ehem. in der DDR Ausgebildete mit anderen Abschlüssen und ähnlicher Qualität. Ich könnte mich jetzt wieder darüber aufregen, besinne mich aber.
Es gibt verschiedene Arten. Bordellprostitution, Straßenprostitution und Escort oder eben illegale Wohnungsprostitution.
Straßenprostitution ist häufig illegal. Die Frauen sind weder angemeldet, noch haben sie gesundheitlichen Schutz (klassische Vorstellung).
Illegale Wohnungsprostitution findet geheim im Verborgenen statt. Entweder die Frauen prostitutieren sich Zuhause (selten, da viele Kunden nicht unproblematisch sind, Stalker usw.) oder sie kommen zum Kunden, aber ohne Gewerbeanmeldung und ges. Aufklärung. Häufig haben die Frauen auch sog. Prostitutionswohnungen gemietet, also nur für ihre Tätigkeit.
Das Gefährliche ist hierbei, dass ohne eine Erlaubnis in der Illegalität keinerlei rechtlicher Schutz in jeglicher Form besteht. Die Frauen können weder ihr Geld einklagen, noch können sie darauf bestehen, dass Kunden z.B. Kondome tragen. Ein Verbot der Prostitution führt daher, nach häufig missverstandenem Denken, nicht zu einer Lösung, sondern zu einer Verschlimmerung der Lage.
Natürlich ist es verständlich, dass viele sagen, käuflicher Sex entspreche nicht unserem Volksverständnis. Aus der Sicht der beiden Personen ist dabei aber erstmal nichts einzuwenden, wenn es beide freiwillig tun, da jeder seine Sexualität frei bestimmen kann.
Die meisten Gefahren im Escortbereich, wo ich tätig war, sind eher Stalking und öff. Ansprechen. Stealthing etc. kommen eher bei Personen vor, die nicht zahlen müssen, weil sie keine Daten hinterlassen müssen. Man kommt im Monat auch nicht auf viele Kunden bei den Preisen. Trotzdem verdient man auch nicht die Welt, weil man auch Steuern etc. zahlen muss. Bei zwei Kunden im Monat hat man so das Gehalt eines guten Angestellten bis Kassierers.
Ich empfehle Stammkunden aufzubauen, da neue Kunden immer ein Risiko sind.
Mehr dazu steht im ProstSchG.
Weitere Infos dazu gibt es hier: https://bigsister.kayako.com/de/
Ich möchte damit nur sagen, dass es genau falsch ist, das Gewerbe zu vertäufeln, weil man damit den Notleidenden nichts Gutes tut.
Es ist aber nicht jede Prostituierte eine Notleidende.
Welches Recht habe ich den im Bezug zu meinem Cousin? (Wenn man Jura studiert hat, sieht man das jetzt vielleicht aus einem anderem Winkel.)
Ich verstehe was du sagst. Aber mein Cousin stiehlt von der Familie nichts. Ob er woanders stiehlt, weiß ich nicht. Ich kann ihm nicht einfach etwas unterstellen.
Lügen tut er ab und an, jedoch keine schlimmen Lügen, eher Ausreden, warum er nicht zu Feiern oder so kommt. Das muss er ja selbst wissen. Besser gesagt, er schämt sich wohl im Nachhinein.
Ich habe vor meinem Umzug Unterlagen in der Schublade meiner Mutter gesucht, die ich für die Einschreibung brauchte. Darin fand ich auch alte Fotos von der Hochzeit meiner Cousine, sprich seiner Schwester. Wir waren damals noch Teenager. Ich war 13/14, er war 11/12. Meine Reaktion kann ich hierzu nicht sagen. Denkt sie euch einfach.
Das Hauptproblem sehe ich darin, dass er weitere Kontakte zu Konsumierenden in der Nachbarschaft etc. aufbaut. Auf der einen Seite kann man jemanden aus der Familie nicht einfach fallen lassen, auf der anderen Seite kann man sich selbst nicht aufopfern.
Es ist ein schwieriger Spagat das irgendwie richtig zu stemmen.
Ich habe auch im Leben vieles nicht geschafft und richtig gemacht und meine Mutter hat mich trotzdem nicht fallen lassen.
Umso mehr habe ich seit meiner Kündigung in der Ausbildung, von der ich bis heute die Gründe nicht verstehe, das Bedürfnis alles richtig und perfekt zu machen.
Stellt euch mal vor, ihr seid (wieder) jung, blutjung, voller Hoffnung. Die Welt steht euch offen. Ihr seid ohne Schuld. Alles läuft gut.
Und plötzlich werdet ihr von einem normalen Menschen zu einem schwerbehinderten Etwas degradiert und bekommt alle Rechte abgesprochen.
Ihr erhaltet nicht mal ein Abgangszeugnis. Wie fühlt ihr euch? Was macht ihr?
Ich sage euch, dass kann man sich nicht vorstellen.
Prostitiuiert habe ich mich selbst bereits schon. Angemeldet und mit Gesundheitsbelehrung. Es gibt für autistische Frauen keinen anderen Platz in dieser Welt.
Die Prostitution an sich ist in Deutschland weder illegal, noch ist sie seit 2001 nicht mehr sittenwidrig. Da sie keinerlei Ausbildung bedarf, ist es für alle Personen, insbesondere Frauen in schwierigen Lagen eine schnelle Einnahmequelle. Unsere Regierung setzt entsprechende Opferbereitschaft voraus. Von einem Angestelltenlohn mit ca. 1440 Euro (mein letztes Angebot) kann man nicht leben. Zudem muss man leider auch kritisieren, dass das Einstellen von billigerem, schlechter qualifiziertem Personal in manchen Branchen sein übriges zur Förderung beiträgt. In meiner Branche waren dies ausländ. Pflegekräfte, die zwar arbeiten, aber nicht wissen, was sie tun oder ehem. in der DDR Ausgebildete mit anderen Abschlüssen und ähnlicher Qualität. Ich könnte mich jetzt wieder darüber aufregen, besinne mich aber.
Es gibt verschiedene Arten. Bordellprostitution, Straßenprostitution und Escort oder eben illegale Wohnungsprostitution.
Straßenprostitution ist häufig illegal. Die Frauen sind weder angemeldet, noch haben sie gesundheitlichen Schutz (klassische Vorstellung).
Illegale Wohnungsprostitution findet geheim im Verborgenen statt. Entweder die Frauen prostitutieren sich Zuhause (selten, da viele Kunden nicht unproblematisch sind, Stalker usw.) oder sie kommen zum Kunden, aber ohne Gewerbeanmeldung und ges. Aufklärung. Häufig haben die Frauen auch sog. Prostitutionswohnungen gemietet, also nur für ihre Tätigkeit.
Das Gefährliche ist hierbei, dass ohne eine Erlaubnis in der Illegalität keinerlei rechtlicher Schutz in jeglicher Form besteht. Die Frauen können weder ihr Geld einklagen, noch können sie darauf bestehen, dass Kunden z.B. Kondome tragen. Ein Verbot der Prostitution führt daher, nach häufig missverstandenem Denken, nicht zu einer Lösung, sondern zu einer Verschlimmerung der Lage.
Natürlich ist es verständlich, dass viele sagen, käuflicher Sex entspreche nicht unserem Volksverständnis. Aus der Sicht der beiden Personen ist dabei aber erstmal nichts einzuwenden, wenn es beide freiwillig tun, da jeder seine Sexualität frei bestimmen kann.
Die meisten Gefahren im Escortbereich, wo ich tätig war, sind eher Stalking und öff. Ansprechen. Stealthing etc. kommen eher bei Personen vor, die nicht zahlen müssen, weil sie keine Daten hinterlassen müssen. Man kommt im Monat auch nicht auf viele Kunden bei den Preisen. Trotzdem verdient man auch nicht die Welt, weil man auch Steuern etc. zahlen muss. Bei zwei Kunden im Monat hat man so das Gehalt eines guten Angestellten bis Kassierers.
Ich empfehle Stammkunden aufzubauen, da neue Kunden immer ein Risiko sind.
Mehr dazu steht im ProstSchG.
Weitere Infos dazu gibt es hier: https://bigsister.kayako.com/de/
Ich möchte damit nur sagen, dass es genau falsch ist, das Gewerbe zu vertäufeln, weil man damit den Notleidenden nichts Gutes tut.
Es ist aber nicht jede Prostituierte eine Notleidende.