an(ge)kommen ... im System ...
Verfasst: Sa 7. Nov 2020, 07:01
Hallo Ihr Lieben,
ich fahre Sonntag nach Hamburg. Eine Dienstreise. Und zwar eine Reise in meinem Dienst - für mich - für meine Zukunft - für mein Sein.
Ich habe ein Jobangebot, das mir ermöglichen könnte, hier meine Zelte abzubrechen und dort aufzuschlagen. Beruflich passt das wie aufs Auge (sagt man doch so schön) und auch menschlich hatte ich im Online-Bewerbungsgespräch ein extrem gutes Gefühl. Eigentlich war im Gespräch ja schon alles klar: die wollen mich.
Jetzt sitze ich hier und spüre, dass es eben doch nicht so leicht ist zu gehen. Wieder Veränderung?! Müsste ich nicht schon aus Dankbarkeit hier bleiben? Und was für Probleme werden mich dort erwarten? Außerdem werde ich dort weniger verdienen - ist das die Freiheit wert, näher am Meer zu sein?
Ich merke wieder, das Loslassen und in sich spüren nicht einfach ist. Es ist wie ein Déja-vu - hatte ich das nicht vor 2 1/2 Jahren schon einmal ... aus anderen Gründen. Waren das damals nicht im Grunde gleiche Sorge und Ängste? Oder besser die gleichen Mechanismen? Der bevorstehende Einschnitt ist vielleicht nicht so tiefgreifend, aber doch eine persönliche Veränderung mit ungewissem Ausgang ... wie damals. Aber so funktioniert das Leben, oder nicht?
Während ich das schreibe, kommt wieder das klare JA zum Orts- und Arbeitswechsel. Die Bedenken sind nachvollziehbar, aber im Grunde nicht begründet. ... Ich schweife ab ....
Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich die Transition mittlerweile als "einfache" Persönlichkeitsentwicklung ansehe und ihr damit auch eine gewisse Besonderheit abspreche - denn jeder Mensch befindet sich damit im Transitions- / Entwicklungsprozess. Sicher immer aus unterschiedlichen Gründen angestoßen, aber den gleichen Regeln und Abläufen folgend. Dieser Prozess ist auch nicht eindimensional, sondern durchdringt viele Ebenen unseres Seins und wenn ich auf einer Ebene angestoßen werde, wird auf einer anderen Ebene bereits eine weitere Prozess angeregt. Ich nenn das Ganze auch Bewegung oder vielleicht noch klarer: LEBEN. Wir stehen in Verbindung mit den Dingen und den Wesen um uns herum. Wenn wir uns in einer Menschenmenge nach vorne bewegen, stoßen wir andere an. Reden wir mit jemanden, beeinflussen wir sein Zeit und seine Gedanken in diesem Moment. Wir können uns also gar nicht entziehen und uns distanzieren, weil wir Teil des ganzen sind. Insofern können wir auch gar nicht ankommen im System, wir sind einfach ein Teil davon - ob wir wollen oder nicht.
Ich musste mich neulich mit dem Begriff "VERTRAUEN" auseinandersetzen, weil ich gefragt wurde, wo dieses Bedürfnis in mir wohnt und wie es sich bemerkbar macht. Schon bei dem Begriff Bedürfnis bin ich ins wanken gekommen und habe mich gefragt, ob Vertrauen wirklich ein/mein Bedürfnis ist. Vorab: Ja ist es.
Nachdem ich eine weile darauf herumgedacht hatte, kam ich zu dem Schluss, dass für mich Vertrauen auf drei Ebenen existiert:
- Ur-vertrauen oder auch Gott-vertrauen
- Selbst-vertrauen
- Vertrauen in meine Umgebung, um sich etwas zu trauen
Und diese sind in meiner Gedankenwelt hierarchisch aufeinander aufgebaut. Ich kann kein Vertrauen zu anderen aufbauen, wenn ich mir selbst nicht vertraue. Und mein Selbstvertrauen ist wohl wenig stabil, wenn ich permanent das Gefühl habe, dass das Leben mir nur Knüppel zwischen die Beine wirft.
Ich bin nicht religiös oder besonders esoterisch veranlagt, aber der tantrische Rahmen hat mir das Gefühl für Urvertrauen näher gebracht. Nämlich, dass ich, wie ich bin, ein Teil des Ganzen bin. Ich habe mittlerweile das Vertrauen in eine höhere Macht (Gott, Schicksal, Natur, wie Ihr das für Euch nennen wollt), die mir mein Leben "bereitet" und mir Fülle gibt. Ich kann diese ebene nicht beeinflussen, aber sie annehmen, wie sie ist und nicht mit ihr permanent hadern. So hat es zum Beispiel für mich einen Sinn, das ich so bin wie ich bin. Und diese Gewissheit, genauso richtig zu sein und das es keine falschen Wege gibt, ist Basis für meine Selbstannahme, für mein Selbstvertrauen. Wesentlicher Kern hier ist es, seine Intuition von Ängsten abzugrenzen und ein gutes Gespür für sich selbst aufzubauen. Und wenn ich selbst in meiner Mitte stabil bin, kann ich auch Vertrauen in die Dinge und Menschen um mich geben, mich trauen, weil sie dann eben nicht mit (falschen) Erwartungen überfüllt ist.
Ankommen im System, egal auf welcher Ebene, hat also viel mit Vertrauen zu tun ... und damit geht auch das Wissen einher, das alles gut ist, wie es ist und alles seinen Sinn hat, egal, welchen Weg ich gehe. Ich bin immer (individueller) Teil des Ganzen. Namasté.
Alles Liebe in Liebe
Vanessa
ich fahre Sonntag nach Hamburg. Eine Dienstreise. Und zwar eine Reise in meinem Dienst - für mich - für meine Zukunft - für mein Sein.
Ich habe ein Jobangebot, das mir ermöglichen könnte, hier meine Zelte abzubrechen und dort aufzuschlagen. Beruflich passt das wie aufs Auge (sagt man doch so schön) und auch menschlich hatte ich im Online-Bewerbungsgespräch ein extrem gutes Gefühl. Eigentlich war im Gespräch ja schon alles klar: die wollen mich.
Jetzt sitze ich hier und spüre, dass es eben doch nicht so leicht ist zu gehen. Wieder Veränderung?! Müsste ich nicht schon aus Dankbarkeit hier bleiben? Und was für Probleme werden mich dort erwarten? Außerdem werde ich dort weniger verdienen - ist das die Freiheit wert, näher am Meer zu sein?
Ich merke wieder, das Loslassen und in sich spüren nicht einfach ist. Es ist wie ein Déja-vu - hatte ich das nicht vor 2 1/2 Jahren schon einmal ... aus anderen Gründen. Waren das damals nicht im Grunde gleiche Sorge und Ängste? Oder besser die gleichen Mechanismen? Der bevorstehende Einschnitt ist vielleicht nicht so tiefgreifend, aber doch eine persönliche Veränderung mit ungewissem Ausgang ... wie damals. Aber so funktioniert das Leben, oder nicht?
Während ich das schreibe, kommt wieder das klare JA zum Orts- und Arbeitswechsel. Die Bedenken sind nachvollziehbar, aber im Grunde nicht begründet. ... Ich schweife ab ....
Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich die Transition mittlerweile als "einfache" Persönlichkeitsentwicklung ansehe und ihr damit auch eine gewisse Besonderheit abspreche - denn jeder Mensch befindet sich damit im Transitions- / Entwicklungsprozess. Sicher immer aus unterschiedlichen Gründen angestoßen, aber den gleichen Regeln und Abläufen folgend. Dieser Prozess ist auch nicht eindimensional, sondern durchdringt viele Ebenen unseres Seins und wenn ich auf einer Ebene angestoßen werde, wird auf einer anderen Ebene bereits eine weitere Prozess angeregt. Ich nenn das Ganze auch Bewegung oder vielleicht noch klarer: LEBEN. Wir stehen in Verbindung mit den Dingen und den Wesen um uns herum. Wenn wir uns in einer Menschenmenge nach vorne bewegen, stoßen wir andere an. Reden wir mit jemanden, beeinflussen wir sein Zeit und seine Gedanken in diesem Moment. Wir können uns also gar nicht entziehen und uns distanzieren, weil wir Teil des ganzen sind. Insofern können wir auch gar nicht ankommen im System, wir sind einfach ein Teil davon - ob wir wollen oder nicht.
Ich musste mich neulich mit dem Begriff "VERTRAUEN" auseinandersetzen, weil ich gefragt wurde, wo dieses Bedürfnis in mir wohnt und wie es sich bemerkbar macht. Schon bei dem Begriff Bedürfnis bin ich ins wanken gekommen und habe mich gefragt, ob Vertrauen wirklich ein/mein Bedürfnis ist. Vorab: Ja ist es.
Nachdem ich eine weile darauf herumgedacht hatte, kam ich zu dem Schluss, dass für mich Vertrauen auf drei Ebenen existiert:
- Ur-vertrauen oder auch Gott-vertrauen
- Selbst-vertrauen
- Vertrauen in meine Umgebung, um sich etwas zu trauen
Und diese sind in meiner Gedankenwelt hierarchisch aufeinander aufgebaut. Ich kann kein Vertrauen zu anderen aufbauen, wenn ich mir selbst nicht vertraue. Und mein Selbstvertrauen ist wohl wenig stabil, wenn ich permanent das Gefühl habe, dass das Leben mir nur Knüppel zwischen die Beine wirft.
Ich bin nicht religiös oder besonders esoterisch veranlagt, aber der tantrische Rahmen hat mir das Gefühl für Urvertrauen näher gebracht. Nämlich, dass ich, wie ich bin, ein Teil des Ganzen bin. Ich habe mittlerweile das Vertrauen in eine höhere Macht (Gott, Schicksal, Natur, wie Ihr das für Euch nennen wollt), die mir mein Leben "bereitet" und mir Fülle gibt. Ich kann diese ebene nicht beeinflussen, aber sie annehmen, wie sie ist und nicht mit ihr permanent hadern. So hat es zum Beispiel für mich einen Sinn, das ich so bin wie ich bin. Und diese Gewissheit, genauso richtig zu sein und das es keine falschen Wege gibt, ist Basis für meine Selbstannahme, für mein Selbstvertrauen. Wesentlicher Kern hier ist es, seine Intuition von Ängsten abzugrenzen und ein gutes Gespür für sich selbst aufzubauen. Und wenn ich selbst in meiner Mitte stabil bin, kann ich auch Vertrauen in die Dinge und Menschen um mich geben, mich trauen, weil sie dann eben nicht mit (falschen) Erwartungen überfüllt ist.
Ankommen im System, egal auf welcher Ebene, hat also viel mit Vertrauen zu tun ... und damit geht auch das Wissen einher, das alles gut ist, wie es ist und alles seinen Sinn hat, egal, welchen Weg ich gehe. Ich bin immer (individueller) Teil des Ganzen. Namasté.
Alles Liebe in Liebe
Vanessa