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Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 13:45
von ExUserIn-2026-04-08
Carry hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 13:13 die Vorteile für eine Frau bestehen, wenn der Partner eine Transfrau, oder Teilzeitfrau oder ein CD ist
Carry, wie kannst Du nur glauben, dass ich mich an Nägel lackieren oder Klamotten tauschen aufhalten würde ... ;-)

Im Ernst, wir hatten doch schon das Thema. Wenn der Partner ein CD, Trans* oder was auch immer ist, bewegt sich etwas in der Partnerin. Egal was es ist, es ist ein Anlass, darüber nach zu forschen, warum diese Emotionen auftreten. Der Partner und sein Verhalten wird zum Anlass, nicht zur Ursache. Damit kommt man möglicherweise an Punkte in seinem Leben, an die man vorher nicht herangekommen wäre. Es besteht auch die Möglichkeit, Fremdbestimmungen, z.B. so hat eine Frau zu sein, durch eigene Sichtweisen zu ersetzen, z.B. Weiblichkeit steht nicht in Abhängigkeit von Körpermerkmalen.

Aber es kann auch sehr viel tiefer gehen. Dadurch dass Dein Partner sich anders verhält als erwartet, werden Die Prägungen, die Du erfahren hast, ganz unabsichtlich hinterfragt. Ist das was Du erfahren hast, wirklich das Maß der Dinge ? Was gehört zu Dir als Person, was zur Erziehung ? Letztlich führen Dich diese Dinge in Richtung einer authentischeren Person. Ich sehe das immer als einen längeren Prozess.

Aus umgekehrter Sicht trifft das natürlich auch auf Deinen Partner zu. Auch er erfährt durch Deine Reaktion Emotionen, die er bearbeiten kann. Die Kunst ist mMn erstens, nicht von sich selber abzulenken, in dem man den Anderen in den Fokus nimmt und die Bereitschaft mitbringt, evtl. auch mit Schmerzen an sich zu arbeiten und zweitens gemeinsam die Ergebnisse zu besprechen. Hier wäre das passende Stichwort "Das erotische Zwiegespräch", so wie es Lukas Möller beschreibt. Jeder spricht für eine deffinierte Zeit über sich. Spannend was da passiert.

Das Ganze führt zu einer Beziehung, die an Tiefe gewinnt. Aber das ist nicht kostenfrei. Es erfordert manchmal einen langen Atem und kann recht schmerzhaft werden. Meine Erfahrung ist, dass man dadurch in eine sehr viel bessere Beziehung zu sich selber kommt, die mit deutlich mehr Frieden verbunden ist.

Das entspricht meinen Erfahrungen, auch wenn ich das selber noch nicht vollständig umsetzen konnte. Aber wir müssen ja auch nicht perfekt sein. Zu lohnenswerten Zielen gibt es keine Abkürzungen und so dürfen wir auch Fehler machen ...

Ist es ungefähr das, was Du von mir wissen wolltest ?

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 13:58
von ExUserIn-2026-04-08
Noch eine kleine Ergänzung. Gelobt sei, was eine Krise herbei führt. ;-) Die Dynamik ist natürlich nicht nur mit Trans* verbunden. Sie funktionier m.E. immer dann, wenn Emotionen massiv ins Spiel kommen. Aber Trans* ist hierbei besonders ergiebig. ;-) Welches Thema betrifft uns mehr als unsere Geschlechtlichkeit ?

Noch ein Gedanke. Es ist nicht unerheblich, weshalb wir genau diesen Partner gewählt haben. Aber wenn wir ihn zwingen, dass er sich so verhält, wie wir es wollen, wird er zur Marionette. Viel sinniger ist es, darüber nachzudenken, warum wir ihn wirklich ausgesucht haben. Die Wahl war nicht nur bewusst. Ich glaube, der größte Teil war unbewusst. Und genau das ist der interessante Teil ...

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 15:00
von Carry
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 13:45 Carry, wie kannst Du nur glauben, dass ich mich an Nägel lackieren oder Klamotten tauschen aufhalten würde ...
Du weißt, wie ich das gemeint habe :wink: ...und solche Dinge werden von anderen gerne mal als "Vorteil" für die Partnerin angeführt :roll:

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 15:04
von Carry
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 13:45 Ist es ungefähr das, was Du von mir wissen wolltest ?
Ja und nein! Wie Du schon sagtest, wir hatten das Thema ja schon mal ...aber all diese "Vorteile" können ja auch aus komplett anders gelagerten Veränderungen eines oder beider Partner herrühren.

Worum es mir dabei jetzt eigentlich mehr ging, war die Frage, was hat es für mich als Frau für Vorteile, wenn mein Mann nicht nur Mann ist, sondern temporär auch mal eine Frau (ist?sein will?)? Worin liegen in diesem speziellen Fall die vermeintlichen, aber sehr oft angeführten Vorteile für die Partnerin?

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 15:09
von Jaddy
Carry hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:04Worum es mir dabei jetzt eigentlich mehr ging, war die Frage, was hat es für mich als Frau für Vorteile, wenn mein Mann nicht nur Mann ist, sondern temporär auch mal eine Frau (ist?sein will?)? Worin liegen in diesem speziellen Fall die vermeintlichen, aber sehr oft angeführten Vorteile für die Partnerin?
Zum Beispiel in ein und demselben Menschen sowohl den Mann zu haben, als auch eine (beste) Freundin, mit allem was da so an Erwartungen und Möglichkeiten dran hängt. Und die beiden teilen auch noch die gemeinsamen Erfahrungen. Das funktioniert natürlich nur, wenn sich mit den Klamotten auch Emotionalität etc. vom männlichen Stereotyp zum weiblichen hin verändern.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 15:34
von Carry
Jaddy hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:09 Zum Beispiel in ein und demselben Menschen sowohl den Mann zu haben, als auch eine (beste) Freundin, mit allem was da so an Erwartungen und Möglichkeiten dran hängt. Und die beiden teilen auch noch die gemeinsamen Erfahrungen. Das funktioniert natürlich nur, wenn sich mit den Klamotten auch Emotionalität etc. vom männlichen Stereotyp zum weiblichen hin verändern.
Interessant, dass Du genau das als Vorteil aufführst, was ich als totalen Nachteil empfinden würde.
Ich brauche keine zweite beste Freundin, ich habe ja schon eine - und es macht durchaus Sinn, dass das nicht mein Mann ist.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 15:40
von Jaddy
Carry hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:34Ich brauche keine zweite beste Freundin, ich habe ja schon eine - und es macht durchaus Sinn, dass das nicht mein Mann ist.
Kann ich gut verstehen. Beide Teile.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 15:42
von Lavendellöwin
Jaddy hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:09 als auch eine (beste) Freundin, mit allem was da so an Erwartungen und Möglichkeiten dran hängt.
Puh...

naja, wenn dir von deinen angeblich "besten" Freundinnen schon öfter der Partner oder angehende
Partner ausgespannt wurde, ist das eher ein Nachteil.
Wir sehen uns als Partnerinnen und das geht weit über den Punkt von bester Freundin raus.

Deshalb an der Stelle-meiner Liebsten ist das oben öfter passiert-beste Freundinnen sind wir also nicht!
Carry hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:00
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 13:45 Carry, wie kannst Du nur glauben, dass ich mich an Nägel lackieren oder Klamotten tauschen aufhalten würde ...
Du weißt, wie ich das gemeint habe :wink: ...und solche Dinge werden von anderen gerne mal als "Vorteil" für die Partnerin angeführt :roll:
Ich hab vorhin einfache Beipiele benutzt, weil ich die Diskussion nicht gleich am Anfang zu kompliziert machen
wollte...wenn da ein Vorteil ist ist es wenn das frau sich auf der emotionalen Ebene auf Augenhöhe befindet,
aber nicht das wir Nagellack tauschen, das ist ein Tüpfchen auf dem i...

ich war nicht nicht sicher, ob ich schreiben soll, was ich jetzt schreibe..und ich will damit niemandem
der crossdressed damit auf die Pumps steigen.

Ich hab nie gesagt ich crossdresse, sondern hab angezogen worauf ich Lust hatte...und drinnen steckt 1 Wesen.
Also kein ähm neue Schublade: Crossbeing.

Vielleicht macht es für PartnerInnen von Crossdressern die Sache so schwer, weil sie nie recht wissen,
was treffe ich denn heut abend für eine Person an?
Damit meine ich nicht nur den Look, sondern auch die Wesenzüge-viele sagen ja selbst "ich verhalte, bewege mich
und rede ganz anders"

Als ich sagte, ja ich bin eine Frau ich fange die HRT an, war klar meine Liebste muss sich damit befassen kann sie das.
Ich war auf alle möglichen Konsequenzen eingestellt..wir haben uns für die Partnerinnenschaft entschieden.
Kein hin und her wo du nie weisst, was ist jetzt eigentlich los, was kommt auf mich zu...
so schräg das auch sein mag, damit war eine Sicherheit im Raum...
mein Wesen hat sich entwickelt, aber ich habe 180 Grad-Wendungen!

Ich weiss nicht, ob nur wir so ticken..wenn ist es aber auch okay für mich.
(mhm, das war eine Frage...)

Alles Liebe Marie

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 16:03
von Carry
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:42 Vielleicht macht es für PartnerInnen von Crossdressern die Sache so schwer, weil sie nie recht wissen,
was treffe ich denn heut abend für eine Person an?
Damit meine ich nicht nur den Look, sondern auch die Wesenzüge-viele sagen ja selbst "ich verhalte, bewege mich
und rede ganz anders"

Als ich sagte, ja ich bin eine Frau ich fange die HRT an, war klar meine Liebste muss sich damit befassen kann sie das.
Ich war auf alle möglichen Konsequenzen eingestellt..wir haben uns für die Partnerinnenschaft entschieden.
Kein hin und her wo du nie weisst, was ist jetzt eigentlich los, was kommt auf mich zu...
so schräg das auch sein mag, damit war eine Sicherheit im Raum...
Ich glaube sogar, dass das ein ganz entscheidender Punkt ist! Als Partnerin eines Crossdressers hast Du nämlich genau diese "Unsicherheit"
ständig im Kopf ...Fragen wie: War das das Ende der Fahnenstange? Was kommt da noch? Wie ist die heutige Befindlichkeit? Hab ich heute einen Mann oder eine Frau? usw usw ....also das macht es tatsächlich nicht leicht, weil Du eben nie weißt, worauf Du Dich als Partnerin einstellen musst und dann noch, ob die jeweilige Tagesform des Crossdressers gerade zu der eigenen passt - ich habe nämlich für mich selbst festgestellt, dass mein "damit-umgehen-können" sich innerhalb meines Zyklus, also mit meinen Hormonen auch verändert. Wenn ich z.B. meine Tage habe und gerade sowieso "jammerig und weinerlich" bin und mich klein und schwach fühle, dann kann ich das Crossdressen nicht einmal in Gedanken ertragen - an anderen Tagen macht es mir nichts aus.

Ich kann also gut nachvollziehen, dass wenn sozusagen ein Strich gezogen wird und klar auf dem Tisch liegt, der Mann ist eine Frau und will auch HRT etc.pp.,dann kann sich die Partnerin klar entscheiden, kann und will sie den Weg mitgehen, oder nicht - und dann weiß man als Partnerin aber auch, "wen" man dann vor sich hat ...
Klingt also für mich absolut nachvollziehbar!

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 17:39
von Saskia_lc
Mich und meine Lebensgefährtin trennt ein gewisser Altersunterschied, ich bin deutlich jünger als sie. Das ist für uns beide überhaupt kein Problem und wir merken es auch kaum, da wir absolut auf Augenhöhe sind. Allerdings kommt dann noch Saskia dazu, was die Sache schon schwieriger macht. Für mich hat Carry genau den entscheidenen Satz geschrieben:
Carry hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 13:07 "Wieso? Er ist doch immer noch der Selbe und er ändert sich doch nicht!" - das mag auch aus SEINER Sicht so sein, aber für mich hat sich in dem Moment ja alles geändert und die verlorene Sinnhaftigkeit der eigenen Weiblichkeit gilt es ja erstmal wiederzufinden - neu zu definieren
So argumentierte ich auch schon, aber bemerkte, dass ich damit gar nicht das erreichte, was ich im Grunde wollte. Saskia war mehr oder minder schon immer da, für meine Lebensgefährtin änderte sich aber schon einiges, wenn nicht gar alles. Sie zeigt es nicht aktiv mir gegenüber, aber ihre Gefühle werden natürlich anders sein. Das was Carry hier generell ins Forum einbringt, hilft mir sehr, das auch ich meine Lebensgefährtin besser verstehen kann! Es soll uns ja beiden gut gehen.

LG Saskia

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 17:45
von Nora_7
Konkurrenz zur Partnerin: Die Argumente kann ich auch nachvollziehen. Allerdings bedeutet wie eine Frau zu erscheinen nicht eine parallele weibliche Rolle in der Familie/Ehe - bei TZ-Frauen wie mich, die keine weitere biologische Anpassung vornehmen wollen. Ich bewege mich zwar anders als im Männermodus, und figürliche Anpassungsmaßnahmen gibt es auch, aber nur, um mich für einige Zeit aus den Männerschubladen und -gesellschaftlichen Restriktionen entfernen zu können. Andere gehen in die Kneipe um abzuschalten und trinken dafür dann dort reichlich. Was ist besser? Die häusliche, eingespielte Aufgabenverteilung bleibt aber gleich. Und ich trenne strikt zwischen den Modi. Ich mag es halt, schöne Kleidung zu tragen, die mir als Mann versagt ist. Und wenn diese mal eher zurückhaltend ist, dann sagt sie tagesformabhängig schon mal, dass ich langweilig aussehe. Grundsätzlich find sie es aber "unnatürlich".

Bei meiner Frau steht ein anderer Punkt viel mehr im Vordergrund: Der Schein, also die Außenwirkung. Was sollen die Nachbarn, Freunde... denken. Daher geht sie mit mir auch sehr selten gemeinsam aus - es könnte sie ja jemand mit mir erkennen und dann ginge das Gerede los. Verstärkt wird sie dabei durch einzelne Bekannte (es wissen zwar eigentlich alle Bescheid) die sie schon mal fragen: "Wie kommst Du damit zurecht, ich könnte das nicht". Das natürlich ohne jegliches Hintergrundwissen über TG.

Nora_7

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 19:21
von Kathi87
Ich stimme Carry zu. Wenn man sich dem Partner öffnet weiß der Gegenüber nicht, ist das jetzt alles oder kommt da noch etwas, wo soll das hin gehen, ich weiß selber das wir nichtmal wisse wo es hin geht, aber wir fühlen vieles was wir nicht kommunizieren können.

Als ich meiner Frau gesagt habe das ich meinen Weg beginne und sie wusste schon von Anfang an das ich Crossdresser bin, hat sie gesagt ich wusste das der Tag kommen würde, weil das ihre schlimmste Befürchtung war.

In der sehr turbulenten Anfangszeit(gute 1,5 Jahre), hat sie mir an den Kopf geworfen, das sie sich ja in mein männliches ich verliebt hat und Katharina mich ihr weg nimmt. Wir mussten erstmal lernen in dieser Konstellation uns zu lieben und mussten uns wieder finde, das hat 2 Jahre gedauert.
Mittlerweile sagt sie, sie musste lernen das es gar nicht zwei verschiedene Menschen waren sonder das Katharina die ausgeglichene und fröhliche Variante von mir ist, die ich früher war und in die sie sich verliebt hat.

Sie ist dieses Experiment eingegangen und steht jetzt hinter mir, sie entschuldigt sich sogar dafür wie sie sich verhalten hat, das sie mich abstoßend finden könnte mit Brust, dem Geruch von Makeup und Parfüm, ich sage ihr immer sie muss sich nicht entschuldigen, ich kann sie verstehen. Sie sagt heute noch wenn der neue Schoss da ist weiß sie nicht ob sie damit intim werden möchte und auch das okay...

Ich will damit sagen es gibt Menschen die begleiten einen bei der Transition und lassen sich auf das Experiment ein und es gibt Menschen für die ist es unvorstellbar und das ist komplett okay.

Liebe Grüße
Kathi

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Di 3. Mär 2020, 19:23
von ExuserIn-2023-06-22
Konkurrenz zur Partnerin??? Manche Sachen kann ich einfach nicht nachvollziehen. Seit meine Jasmine sich mir geouted hat, lebe ich mit einer Frau. Wir lieben uns aus ganzem Herzen, wo soll da ein Konkurrenzdenken entstehen? Wir leben miteinander und nicht im Wettstreit. Meine Jassi ist schlanker als ich, hat die schöneren Beine na und? Klar musste ich mich umstellen und weiterentwickeln, heute liebe ich meine Frau von ganzem Herzen und habe diesen Schritt nie bereut. Meine Güte, meine Jassi ist transsexuell, na und - ich werfe doch meine Beziehung nicht weg.
Menalee

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 06:28
von ExUserIn-2026-04-08
Carry hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:04 Worum es mir dabei jetzt eigentlich mehr ging, war die Frage, was hat es für mich als Frau für Vorteile, wenn mein Mann nicht nur Mann ist, sondern temporär auch mal eine Frau (ist?sein will?)? Worin liegen in diesem speziellen Fall die vermeintlichen, aber sehr oft angeführten Vorteile für die Partnerin?
Hi Carry,

das ist eine Fangfrage, denn das, was irgendjemand als Vorteil sieht, kann man auch ins Negative ziehen. Die Antworten geben genug Beispiele. Für manche ist der gemeinsame Kleiderschrank oder eine neue Freundin ein Vorteil, für andere eher ein Nachteil.

Es gibt keine Vorteile, wenn man sie nicht sehen will oder kann. Dann wird die Diskussion eben schwieriger. Aber ich drehe den Spieß herum. Man hat immer, und das gilt für beide Seiten, den Anderen zu respektieren. Was ist eine Beziehung, in der der Andere sich möglichst so zu verhalten hat, wie man es selber möchte ? Gehört das Dressen zu seinem Leben, dann ist das so. Aber das gilt natürlich auch umgekehrt. Der Transmensch hat zu akzeptieren, dass man das selber nicht gut und schön findet.

Die Kunst ist mMn, einen Weg zu finden, der beiden gerecht wird. Man kann sich aus dem Weg gehen, Zeiten vereinbaren oder, was ich für den Königsweg halte und immer anstreben würde, gemainsam am Thema zu arbeiten. Was ich darunter verstehe, habe ich oben geschrieben. Dazu gehört, dass ich mich bemühe, im Verhalten meines Partners positive Aspekte wahr zu nehmen. Es liegt in meiner Macht, das zu tun. Ich kann mich auch sperren, aber dann können nur Kompromisse die Lösung sein oder man trennt sich.

Genau das meint Khalil Gibran in seinem Gedicht. Ich verweise immer wieder darauf. Mir hat das die Augen geöffnet. Begebe ich mich auf den Weg der Liebe, dann bitte ganz. Mir hat das Gedicht mein ganzes Weltbild zusammen gehauen und etwas Neues, für mich viel wertvolleres ist daraus entstanden.

Wenn Du nur nach Deinem Vorteil fragst, bist Du nicht auf diesem Weg. Das ist legitim, denn Du kannst entscheiden, wie Du Dein Leben gestaltest. Meine Schlüsselworte sind "Demut" und "Dankbarkeit". Statt nach dem Vorteil zu fragen, kann man auch demütig und dankbar sein, einen solchen Partner zu haben, der einen zu seinen eigenen Wurzeln und Tiefen seines Herzens bringt.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 09:33
von Carry
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 06:28 Wenn Du nur nach Deinem Vorteil fragst, bist Du nicht auf diesem Weg. Das ist legitim, denn Du kannst entscheiden, wie Du Dein Leben gestaltest.
Hey Vicky,

Du weißt ja ganz genau, dass ich genau SO eben nicht bin - darüber haben wir ja nun schon etliches an Worten ausgetauscht.
Ich frage nicht "nur" nach meinem Vorteil.
Ich wollte einfach nur eine Antwort auf die Frage, WAS denn die so oft angeführten Vorteile für die Partnerin sind - aus Deiner, aus "Eurer" Sicht ....denn das Argument "...aber es hat ja auch viele Vorteile für die Partnerin..." - ob ich persönlich das nun letztlich als Vor -oder eher als Nachteil ansehe, das ist ja dann meine persönliche Meinung - interessiert hat mich nur, WAS ihr so meint, wenn ihr von diesen Vorteilen redet ...