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Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Mo 16. Dez 2019, 14:32
von Laila-Sarah
Nicole Doll hat geschrieben: Sa 14. Dez 2019, 18:51
Laila-Sarah hat geschrieben: Sa 14. Dez 2019, 17:45 Es ist eine Sache des Übung und der Zeit, sich da neu Auszurichten um die schönen Sachen zu sehen die uns Umgeben und dafür dankbar zu sein.
Ich denke, wenn es nur negative Eindrücke gibt, (bei mir die Übermutter und ein wenig an meiner Entwicklung interessierter Vater) ist es schwer irgend etwas gutes oder positives bei einem anderen Menschen zu erkennen. Und von denen, wo man gerne dazu gehören möchte, (wie bei Dir mit dem Rauchen; ich habe es mir auch wieder abgewöhnt) wird man in der Regel nur maßlos enttäuscht. Also bleibt man lieber alleine. Und so kommen einem dann Dinge wie "die Endlösung der Menschheitsfrage" in den Sinn, wenn man mit Krieg und Zerstörung der Umwelt konfrontiert wird. Das Schöne oder Gute interessiert einen nicht und wird ausgeblendet, weil es niemanden gibt, mit dem man es teilen könnte.

Vielleicht hätte ich endgültig aus dem Leben meiner Mutter verschwinden und komplett neu anfangen sollen. Pläne dazu gab es. Dazu hätte ich aber meinen Tod vortäuschen und weit weg ziehen müssen. So etwas muss man erst einmal hin bekommen.

LG Nicole
Also wir kapern hier ein wenig wieder Steffie's Thread, aber das Thema ist ja relevant. Als ich deine Zeilen gelesen habe, musste ich mir ans Kopf fassen: Wie kannst du allen ernstes behaupten, dass es nichts positives in deinem Leben existiert? Du bist gesund, fit und intelligent. Alleine dass ist für viele Menschen ein Lebenstraum. Ich weiß noch was meine Mom gesagt hat, als man ihr Krebs im Endstadium diagnostiziert hat. Sie meinte sie würde alles geben um wieder gesund zu sein und was es für ein Geschenk doch ist. Dazu bist du noch belesen und hast viele abgefahrene Hobbies. Du hast einen Dach über dem Kopf und sogar mit Garten und wo du keine Miete zahlen musst. Du lebst in DE, wo der Staat dich bis ans Ende deiner Tage finanziell versorgt und du darfst so leben wie du es für richtig hältst. Dass alles jetzt in der Vogelperspektive und ohne die kleinen Sachen im Leben mit einzubeziehen. Aber das zählt alles nicht? Denk mal bitte darüber nach. Die Sache mit den Eltern kann grausam sein. Ich habe da auch meine Erfahrungen. Aber Fakt ist dass der Einfluss der Mutter sich auf uns umgekehrt proportional mit dem Lebensalter verhält. Daher spielt immer auch die eigene Veranlagung ein wenig mit, wenn man sich von den Eltern bis ins hohe Alter so bestimmen lässt. Deshalb sage ich mir, dass ich nicht alles denen in die Schuhe schieben darf. Und mittlerweile schiebe ich denen gar nicht mehr in die Schuhe. Nicole, unser Problem sitzt sehr oft in uns selber. Andere Menschen schaffen es unter viel schlechteren Umständen glücklich zu sein. Daher dürfen wir nicht voraussetzen, dass alles perfekt sein muss, damit wir glücklich werden. Viel mehr heißt das Spiel: Nehmen was man hat und damit Glücklich werden.

Ich habe es bewusst direkt und ohne Weichspüler geschrieben. Ich hoffe, dass es so deinen Schutzschild durchbohrt und da ankommt wo du es ernst nehmen musst.

VlG

Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Mo 16. Dez 2019, 14:53
von ExUserIn-2026-04-08
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 16. Dez 2019, 14:32 Daher spielt immer auch die eigene Veranlagung ein wenig mit, wenn man sich von den Eltern bis ins hohe Alter so bestimmen lässt. Deshalb sage ich mir, dass ich nicht alles denen in die Schuhe schieben darf. Und mittlerweile schiebe ich denen gar nicht mehr in die Schuhe. Nicole, unser Problem sitzt sehr oft in uns selber.
Wir sind nicht für die Karten verantwortlich, die das Leben uns gegeben hat. Wir sind dafür verantwortlich, wie wir damit umgehen ...

Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Mo 16. Dez 2019, 18:01
von Nicole Fritz
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 16. Dez 2019, 14:32 Ich habe es bewusst direkt und ohne Weichspüler geschrieben
Danke dafür! - Mit weich gespülter Sch.. kann ich nämlich überhaupt nichts anfangen.

Wie Du es beschreibst sehen nämlich fast alle meiner Mitmenschen meine Situation. Sie begreifen nur nicht, dass ich in dem allen hocke wie ein einsames kleines Kind vor einem riesigen Berg Spielzeug. Der ganze Kram ist wertlos, wenn jemand einsam ist und keine Liebe seitens irgend eines anderen Menschen verspürt. Ich hatte nie das Gefühl geliebt zu werden und bin auch wohl nicht in der Lage einem anderen Menschen meine Liebe zu zeigen. Dafür müsste ich nämlich erst einmal wissen, wie sich so etwas anfühlt. Ich kenne da nur sexuelles Verlangen. Und das endet ja bekanntlich mit dem Orgasmus.

Ohne so etwas wie Liebe, ist die Welt nämlich nicht anderes als "a piece of shit" wie es Monty Python im Leben des Brian am Kreuz angenagelt singt. Gefühle sind jenseits jeder Logik. Nur wer sie selbst hat, kann sie also bei einem anderen nachvollziehen. So viel auch zum Thema Empathie.

Und dieses in den tiefsten Abgrund der Hölle verfluchte "selbst schuld" löst bei mir extreme Wutausbrüche aus. Wie kann ich für irgend etwas verantwortlich sein, was sich komplett außerhalb meiner Kontrolle befindet? Ich kann doch nur irgend etwas verantworten und mich bei einem Fehler als schuldig bekennen, wenn ich weiß und erkenne, was ich tue.

Auch meine Eltern sind nicht schuldig. Ich darf hier keine böse Absicht unterstellen. Sie sind aber die Ursache für meine Situation. Und hier wurde bereits einiges von einer Generation zur nächsten weiter gegeben. Im Buddhismus spricht man da wohl von Karma. Und so suche ich jetzt einen Weg aus meinem Rad einer stets unglücklichen Wiedergeburt.

Und warum habe ich keine Kinder? - Weil ich so verantwortlich handle, dass ich niemandem zumute in eine solches Rad des Unglücks hinein zu geraten. Und wie wird meine Seele ohne Kind überhaupt wieder geboren? - so ähnlich wie der Dalai Lama oder trete ich am Ende gar ins Nirwana ein?

Liebe heidnische Grüße
Nicole

PS: Sollen wir es mit diesem Thema jetzt gut sein lassen, oder sollten wir eventuell ein neues Thema dazu aufmachen. Die Thematik passt zwar, aber es schweift doch sehr ab.

Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Fr 20. Dez 2019, 13:59
von Steffi-BLN
Ich möchte mich mal wieder zu Wort melden wenn ich darf. Ich stehe ja gerade an einem Punkt im Leben, in dem ich mir oft(leider fast den ganzen Tag) denke, es nicht besser wäre einfach alles hinzuschmeissen. Die Transition, mein Leben. Ich hatte jetzt 3 Suizidversuche in den letzten 3 Monaten, alle haben irgendwie nicht geklappt.
Den letzten Versuch hatte ich letzte Woche als ich noch dachte, ich bin wieder einigermaßen stabil. Dem war und ist leider nicht so. Also spazierte ich letzte Woche ein paar Tage nach meiner "Entlassung" aus der Psychiatrie, abends auf den Gleisen. Die Bahnen fuhren nicht einmal einen Meter an mir vorbei. Ich weinte viel und zum Glück habe ich es nicht getan dachte ich mir noch an dem Tag, als irgendwie keine Züge mehr fuhren, und kurze Zeit Später die Polizei vor mir stand. Dann kam ich wieder für eine Nacht in die geschlossene und durfte am nächsten Tag wieder gehen.

Dann hatte ich den Termin beim Hausarzt, um meine Antidepressiva und mein Schlafmittel auf Rezept zu holen was mir die Ärzte in der Psychiatrie verschrieben hatten.
Und was macht dann mein Hausarzt? Der von meinem ersten Suizidvwrsuxh übrigens wusste.
Er verschreibt mir direkt wieder 100st Antidepressiva, was 9kay ist, da die nicht tödlich sind. Aber von dem Schlafmittel, was in hohen Mengen sehr wohl tödlich sein kann, verschreibt er mir auhh direkt die 100St Packung.
Ich nihht gesagt und mein Gehirn war leider wieder voll auf Suizid eingestellt.
Am nächsten Tag löste ich das Rezept ein. Fuhr dann nach Hause, öffnete die ganzen Blister und die 100 Tabletten lagen da nun alle auf meinen Bett. Die Flasche Wein und 1 Glas und der Becher womit ich die Tabletten schluckte, daneben.

Es dauerte nicht lang und die ganzen Tabletten waren in meinem Magen. Ich kann zum Glück sagen dass ich in einem Chat war wo ich erzählte was ich gerade mache, dass sie die Polizei ruften, und die haben dann wohl über meine IP Adresse meine Wohnadresse rausbekommen.

Ich kam dann fast 20 Stunden später auf der Intensivstation zu mir. Schlauch im Hals der mich künstlich beatmet hat. Sonde im Magen, Katheter. Am EKG angeschlossen.
Mir hat man nur erzählt dass ich schon für eine kurze Zeit nicht mehr geatmet habe, mich wieder zurückholen musste. Schrecklich.
Meine Sauerstoffsättigung lag bei 60 bis 70 Prozent. Alles was unter 90 Prozent ist, ist schon kritisch. Da lag ich dann noch fast 2 Tage, bin nun wieder auf der geschlossenen "freiwillig".
Werde hier Weihnachten verbringen und vielleicht sogar auch Silvester. Da muss man schauen wie sich mein Zustand bessern tut. Ich bekomme jetzt mal wieder neue Medikamente die meine Stimmung etwas anheben sollen. Was für welche das genau sind, frage ich nachher, denn die Chefvisite war vorhin erst.

Die Ärzte meinten auf jeden Fall, dass mein "Zuhause" auf jeden Fall kein guter Ort mehr für mich sei. Denn ich hatte da 2 Suizidversuche. Viele schlechte Erinnerungen hängen da dran.

Jetzt wird alles probiert über den Sozialdienst mir ein betreutes einzelwohnen zu organisieren, oder eine WG.

Ich habe auf jeden Fall sehr Angst, wenn ich an die nächsten Wochen denke, denn ich weiß, wenn dieser Drang noch einmal wiederkommen sollte, ich dieses mal ganz bestimmt keine Tabletten nehme. Und ich möchte ja weiterleben. Aber ein sehr großer Teil in mir drin sagt, "Komm, gib einfach auf. Du bist deine ganzen Sorgen dann auf einmal los" usw.
Und davon lasse ich mich dann übermannen.

Ixh bin auf jeden Fall sehr froh euch zu haben, auch wenn leider einige, die mich hier total aufgebaut haben in meinen schlimmsten Phasen, nun leider nicht mehr da sind.

Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Fr 20. Dez 2019, 14:21
von Engelchen
Liebe Steffi,
ich bin froh das heute hier von dir zu lesen.
Du weißt das ich immer für dich da war und immer noch bin.
Meld dich einfach wenn du dazu in der Lage bist
Lisa

PS: Wenn du Probleme mit dem Handy hast schick mir hier eine PN

Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Fr 20. Dez 2019, 15:01
von Céline
Danke Steffi das Du schreibst...

Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Fr 20. Dez 2019, 18:03
von Helga
Liebe Steffi,
schön wieder von dir zu hören. Es sind noch immer reichlich Forumsmitglieder verblieben die sich Sorgen machen.
Liebe Grüße
Helga

Re: Steffi ist erst einmal wieder da

Verfasst: Sa 21. Dez 2019, 11:05
von Joe95
Hallo Steffi,
ich habe dir bisher noch nie geschrieben, noch nie etwas zu deinen Problemen gesagt.
Aber nicht weil sie - oder gar du - mir gleichgültig sind, sondern weil ich dem hilflos gegenüber stehe.
Zumindest sollst du wissen das ich gerne für dich da sein möchte.

Ich wünsche dir alle Kraft, die du brauchst und eine Riesnportion Glück, denn ich finde das steht dir auch mal zu.